
Diskussion:
Fundamentalismus-Debatte
Beiträge zum Thema christlicher Fundamentalismus
Hinweis in eigener Sache:
Die nachstehende "Textlandschaft" aus Textfragmenten und Zitaten stellt
den Versuch dar, zumindest Teilbereiche der aktuellen
Fundamentalismusdebatte abzubilden. Wobei der Einstieg gelegentlich
"bibelkritisch" aufgebaut ist und im Wechsel mit "bibeltreuen"
Textfragmenten (manchmal erst im unteren Abschnitt) eine Art Debatte
abbildet.
Ganz unten im Text findest Du die „Schlusslichter“ (Humor) und ein
Musikvideo.
Kommentar
"Theologischer Fundamentalismus" [zit. n.
Präses Nikolaus Schneider,
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland -
EKD]
"Die Irrtumslosigkeit der Bibel,
die Jungfrauengeburt, die Gottheit Jesu Christi,
das stellvertretende
Sühneopfer
und die leibliche Auferstehung
und Wiederkunft Jesu
Christi. [vgl.
The Fundamentals,
1910-1915] [...]
Letztlich ist ein Streit um unsere Kirche, die sie tragende Theologie
und ihre verfassungsmäßige Ausrichtung entbrannt. [...] In diesen
theologischen Zusammenhängen ist die Kontroverse mit den
Fundamentalisten zu führen. […]
Der Eifer derer, die permanent Bekenntnisse fordern und deren Arroganz
gegenüber der Volkskirche scheinen mir zu einer Kirchlichkeit zu führen,
die Züge des Sektiererischen trägt. [...]
Wenn heute viele Menschen dem kirchlichen Leben zwar mit Reserve
begegnen, sich aber dennoch als Christen verstehen und ihre Bindung an
die Kirche nicht preisgeben … dann haben wir das der von der Aufklärung
beeinflussten Gestalt der Kirche als Volkskirche zu verdanken."
Präses Nikolaus Schneider (1993,
Theologe,
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD,
Präses [vgl. Kirchenpräsident bzw. Landesbischof] der Evangelischen
Kirche im Rheinland (EKiR),
zit. n. "Regionale Informationen für
das Rheinland" - Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ Rheinland
e.V., Nr. 20, März / April 1993. S. 6-9,
www.bekenntnisbewegung-rheinland.de, vgl. Volkskirche am Abgrund?, S. 83,
Hänssler 2001, ISBN 978-3775124676)
Kommentar
"Was 2.000 Jahre Standard war, heißt heute
christlicher Fundamentalismus."
ideaSpektrum (18. August 2010, Dr. Henrik Ullrich zum
Interview mit dem Leiter der Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, R.
Hempelmann (Berlin): "Wer ist ein Fundamentalist?", ideaSpektrum
33.2010, S. 42, www.idea.de)
Kommentar

2007, Präses Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender
der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
"Die Kirchenführung glaubt nicht mehr, was die zentrale Botschaft des
Neuen Testaments ist [...]
Ich teile alle Einwände des rheinischen Präses
[Präses Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender d. Evangelischen Kirche in
Deutschland - EKD, siehe oben] gegen den Sühnetod Jesu, habe es aber vorgezogen,
daraus die allein mögliche Konsequenz zu ziehen, nämlich meinen Unglauben
gegenüber den zentralen Aussagen des Neuen Testaments zu bekennen.
Denn
nicht nur der Sühnetod steht auf dem Prüfstand, die körperliche Auferstehung
Jesu von den Toten und seine Wiederkunft am Ende der Tage auch.
Ich nehme an, dass der rheinische Präses - ebenso wie die meisten seiner
Kolleginnen und Kollegen auch hier eine negative Haltung einnimmt."
Prof. Dr. theol. Gerd Lüdemann (8. April
2009, Theologe, Georg-August-Universität Göttingen, Pro und Kontra. Wozu
starb Jesus Christus eigentlich am Kreuz? ideaSpektrum 15/2009, S. 4)
Kommentar
"Wie Bultmann [siehe Beiträge unten] vor knapp einem halben Jahrhundert, so erregte Lüdemann
[siehe oben] ... die Gemüter. Dabei geben selbst seine Kritiker
zu, dass er mit seinen Aussagen eigentlich kaum über das hinausgeht, was
andere Theologen auch schon gesagt haben.
Im Gegensatz zu diesen aber versteckt Lüdemann das Anstößige nicht, sondern
sagt es offen, und er verklausuliert es nicht mithilfe beliebter
theologischer Termini, die nur in der eigenen Zunft verstanden werden,
sondern er sagt es geradeheraus und so verständlich, dass seine Kollegen
reflexartig von »Vereinfachung«, »Verfälschung« und »Simplifizierung« reden.
Aber Lüdemann spitzt eigentlich nur zu, was seine Kollegen langatmig,
unverständlich und zu Tode differenzierend auch sagen"
Christian Nürnberger (Dezember 2000,
Journalist. Kirche, wo bist du?)
Kommentar
"Selig ohne Gott" [stern]
[…] "Wir erleben einen Übergang von der Religion zur
Religiosität."
stern /
Prof. Dr. Ulrich Beck (26.11.2009, Soziologe, Selig
ohne Gott, stern Nr. 49, S. 60)
Kommentar
"Nicht der Anschluss an fundamentalistische Wahrheiten, sondern eine
aufgeklärte religiöse Identität ist das Ziel."
[Zitat im untern Teil ausführlicher]
Bischof Dr. Wolfgang Huber (09. Juni 2004, 2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Religion und
Politik in Deutschland und den USA - ein Vergleich, Atlantikbrücke in
Berlin)
Kommentar
"Man sollte sich angewöhnen, zwischen gläubig und religiös zu
unterscheiden."
"Wer gläubig ist, glaubt an ... Jesu... in der Grippen und am Kreuz, an
die Auferstehung und die Unbefleckte Empfängnis Mariens. Das ist ein
echter Märchenwald.
Ein religiöser Mensch hält es mit Kant, Goethe, Schiller: Er hält fest
an Gott, der Unsterblichkeit und der Glückseligkeit."
Prof.
Dr. Erwin Leibfried (04.06.2007, Institut für Neuere Deutsche
Literatur, Justus-Liebig-Universität Giessen, DER SPIEGEL Nr.23/4.6.07,
Seite 6)
Kommentar
"In der philosophischen Tradition wurde vorrangig die Vorstellung von
der Unsterblichkeit der Seele verhandelt. Kant zählt deshalb die
Unsterblichkeit – neben Gott und der Freiheit – zu den großen Themen der
Metaphysik. [...]
Wenn ein Theologe sich mit Kant
beschäftigt, dann bejaht er das Ziel: die Frage nach Gott mit der
Klarheit der Vernunft zu verbinden."
Bischof Dr.
Wolfgang Huber (12.02.2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Unsterblichkeit und Würde. Kant
zu Ehren, St. Michaelis zu Hamburg auf Einladung der Patriotischen
Gesellschaft von 1765 und der ZEIT-Stiftung)
Kommentar
"Das Argument des EKD-Ratsvorsitzenden [2003 -
2009] [Bischof Dr. Wolfgang Huber], der Philosoph
[Immanuel Kant, 1724 - 1804] habe Vernunft und Glauben nicht
auseinander gerissen, sondern einen Weg dazu gebahnt „dass der
Gottesgedanke auch vor dem Forum der philosophischen Vernunft Bestand
haben könne“ unterschlage, dass bei Kant nur noch ein schemenhafter
Gottesgedanke übrig bleibe, „der gerade noch zur Unterscheidung von
blankem Atheismus taugt“."
Die Tagespost (20.09.2007, Wider das kränkelnde abendländische
Denken, Tagung in Schloss Spindlhof über Erwiderungen deutscher
Gelehrter auf die Regensburger Vorlesung)
Kommentar
"In Europa gibt es die weltweit liberalsten Christinnen und Christen."
[Zitat im untern Teil ausführlicher]
Bischöfin Dr.
Margot Käßmann (Mai 2005, Oktober 2009 - Februar 2010
Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin
der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover,
Interviewerin Alice Schwarzer, Margot Käßmann. Keine Lust, mich zu
verstellen, EMMA 3/2005,
www.emma.de)
Kommentar
"Europa scheint von dem "fundamentalistischen" Bazillus aufgrund des
Zaubertranks "Säkularität" [lat. saecularis =
weltlich]
weitgehend frei zu sein."
Prof. Dr. Volkhard Krech (Juli 2005,
Theologe, Evangelisch-Theologische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum,
Religiöser Fundamentalismus. Analysen und Kritiken, Seite 48, Francke
Tübingen, ISBN 9783772080999)
Kommentar
"Fundamentalisten sind auch Menschen."
Prof.
Dr. Dr. Heinrich Schäfer (30. Mai 2006, Ev. Theologe u.
Soziologe, Universität Bielefeld, Fundamentalismen und Modernen,
Evangelischer Pressedienst epd, epd-Dokumentation 22/2006, S. 11,
Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik GEP)
Kommentar
"Fundamentalismus im Christentum ist nichts, womit wir uns abfinden
dürfen"
Bischof Dr.
Wolfgang Huber (10.06.2007, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Keine Kollekte für Moschee,
Kölner Stadt-Anzeiger)
Kommentar

Immanuel Kant (1724 - 1804), Attikafigur
Universität Graz, Österreich
"Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich
alles unterwerfen muss. Religion, durch ihre Heiligkeit, und
Gesetzgebung, durch ihre Majestät, wollen sich gemeiniglich derselben
entziehen."
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1781,
Philosoph,
Kritik der reinen Vernunft - Vorrede, Fußnote, Vollständiger Text:
http://de.wikisource.org/wiki/Critik_der_reinen_Vernunft_(1781)/Vorrede)
Kommentar
"Christentum wie Islam sind
Buchreligionen. […] In unseren beiden Religionen gibt es Gruppen, die sich
einem reflektierten und wissenschaftlich fundierten Umgang mit den
grundlegenden Schriften [vgl.
Historisch- kritische Methode] entziehen und
fundamentalistische Auslegungen vertreten. [...]
Keine Religion kann mehr davon ausgehen, dass sie für sich allein existiert
und eine absolute Wahrheit nur für sich beanspruchen kann."
Bischof Dr. Wolfgang Huber
(16. März 2009,
2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD,
„Herausforderungen des interreligiösen Dialogs. Hermeneutische
Fragestellungen.“ - Vorlesung in der Theologischen Fakultät in Ankara, www.ekd.de)
Kommentar
"Wenn eine
Religion einen alleinigen Besitzanspruch auf die Wahrheit erhebt, dann kommt
sie auch schnell in die Gefahr eines Fundamentalismus, der andere abwertet."
Bischöfin Dr. Margot Käßmann
(8.10.2009, Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, The European: Das Interview der Woche. Landesbischöfin Margot Käßmann im
Gespräch, www.theeuropean.de)
Kommentar
"Neue Formen eines religiösen Fundamentalismus, also der
Entschlossenheit, die eigene religiöse Haltung mit einem exklusiven
Wahrheitsanspruch auszustatten.
Dieser Fundamentalismus gehört genauso zur modernen Gesellschaft wie die
säkulare Option. Die säkulare Option antwortet auf die Moderne mit dem
Verzicht auf letzte Wahrheiten. Der Fundamentalismus antwortet auf
gesellschaftliche Komplexität mit der Flucht in einfache Wahrheiten.
Er reduziert die Wirklichkeit auf Schwarz-Weiß-Bilder und eignet sich
deshalb hervorragend als Nährboden für Feindbilder; er fördert eine
gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, eine der großen Gefahren für ein
humanes Zusammenleben in unserer Zeit.
Er fügt der Religion selbst schweren Schaden zu, indem er aus dem
glaubenden, auch immer von Zweifel angefochtenen Vertrauen auf Gott
einen Anspruch auf den alleinigen Besitz der richtigen Lehre macht.
[...]
Wer solchen Irrwegen entgegentreten will, ist gut beraten, das Bündnis
zwischen Religion und Aufklärung zu bewahren."
[das Zitat wird im untern Teil fortgesetzt]
Altbischof Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber
(Juli 2010, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in
Deutschland EKD, Vernunft des Glaubens, Cicero 7/2010, Seite 63)
Kommentar
"Die Aufklärung lässt sich auf Dauer nicht an die Ketten des Dogmas
legen. Sie stürzt wie ein brausender Strom heran, gegen den alle
Glaubensschleusen und -dämme machtlos sind."
[Zitat im untern Teil ausführlicher]
Prof. Dr. Gerd Lüdemann (20.09.2008,
Theologe, Georg-August-Universität Göttingen, Vertrag von Staat und
Kirche, Ketten des Dogmas. Frankfurter Rundschau, www.fr-online.de)
Kommentar
"Vielmehr hätte alles bisher Gesagte auch vor 30 oder 40 Jahren schon
ähnlich gesagt sein können; und es ist eigentlich ein testimonium
paupertatis [Zeugnis der Bedürftigkeit,
Armutszeugnis] für unsere theologische Situation, dass es heute
wieder gesagt werden muss. [...]
Geschieht das nicht, so werden früher oder später - wenn Kirche und
Theologie überhaupt weiterbestehen - die alten Kämpfe zwischen Orthodoxie
und Liberalismus noch einmal gekämpft werden müssen."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der
neutestamentlichen Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 24-25)
Kommentar

Bischof Dr. Wolfgang Huber, 2003 - 2009
Ratsvorsitzender der EKD
idea: "Bleibt die Frage: Wer ist eigentlich ein christlicher
Fundamentalist?"
Huber: "Da ist es doch gut, sich an
den Ursprung des Wortes „Fundamentalist" zu erinnern: Der Ausdruck „The
Fundamentals" wurde Anfang des 20. Jahrhunderts
[Zeitraum von 1910 - 1915] in den USA für fünf Aussagen
verwendet:
1. Die Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift,
2. Christi Jungfrauengeburt,
3. der Sühneopfertod Jesu,
4. die leibliche Auferstehung,
5. die Wirklichkeit der in der Bibel bezeugten Wunder."
idea: "Zumindest Jungfrauengeburt
und leibliche Auferstehung finden sich auch im Apostolischen
Glaubensbekenntnis wieder."
Huber: "Es gibt dabei aber ein
gewisses Spektrum von Auslegungsmöglichkeiten, die sich angesichts der
unterschiedlichen Darstellungen in der Bibel auch förmlich aufdrängen.
Ohne jeden Interpretationsspielraum diese fünf Aussagen wortwörtlich
bejahen zu müssen - das ist für mich Fundamentalismus!
Ob jemand
Christ ist oder nicht, entscheidet sich nicht an solch einfachen
Antworten. Eine Kirche mit der Spannweite von Positionen, wie wir sie
haben -, einschließlich der Evangelikalen
[siehe auch
Evangelikale]
- kann gar nicht fundamentalistisch sein!"
Prof.
Dr. Wolfgang Huber (29. April 2009, 2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Herr Bischof,
wer ist eigentlich ein Fundamentalist? Interview. ideaSpektrum 18/2009,
Seite 17)
Kommentar
"Huber schließt die Fundamentalismus-Diskussion nicht ab, sondern weitet sie
ins Uferlose aus, da nach seiner Definition [siehe
oben] u. a. auch die katholische Kirche fundamentalistisch ist.
So lehrt die römisch-katholische Kirche:
1. die Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift: „Da also all das, was die
inspirierten Verfasser … aussagen, als vom Heiligen Geist ausgesagt gelten
muss, ist von den Büchern der Heiligen Schriften zu bekennen, dass sie
sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren …“ (Dei Verbum 11),
2. Christi Jungfrauengeburt: „Diese Verbindung der Mutter mit dem Sohn im
Heilswerk zeigt sich vom Augenblick der jungfräulichen Empfängnis Christi
bis zu seinem Tod …“ (Lumen Gentium 57),
3. den Sühneopfertod Jesu: „Durch seinen Gehorsam bis zum Tod wurde Jesus
zum leidenden Gottesknecht, der stellvertretend sein Leben als Sühnopfer
hingab, ‚die Sünden der vielen trug‘ …“ (Weltkatechismus 615),
4. der auferstandene Jesus fordert die Jünger auf festzustellen, „… dass der
auferstandene Leib, in dem er vor ihnen steht, wirklich der gleiche ist, der
gequält und gekreuzigt worden ist…“ (Weltkatechismus, 645),
5. die Wirklichkeit der in der Bibel bezeugten Wunder: „Jesus begleitet
seine Worte durch zahlreiche‚ machtvolle Taten, Wunder und Zeichen‘ …“
(Weltkatechismus 547)
Was aber hilft eine Fundamentalismus-Definition, unter die die Mehrheit der
Christen weltweit fällt – und fallen will?"
Pfarrer Martin Fromm (06.05.2009,
Evang.-luth. Theologe, Wolfgang Huber und seine Einschätzung der
Evangelikalen, Uferlose Diskussion, ideaSpektrum 19/2009, S.4)
Kommentar
"Die Evangelikalen
[siehe auch
Evangelikale] sind nach
der römisch-katholischen Kirche die größte Bewegung der Christenheit.
Weltweit rechnen sich etwa 460 Millionen Christen den theologisch
Konservativen zu, die meisten davon sind Mitglieder protestantischer Volks-
und Freikirchen."
ideaSpektrum (28. Januar 2009, Ja zur
Volkskirche, Nein zu Irrwegen. ideaSpektrum 5/2009 S. 22)
Kommentar
"Die Evangelikalen ... geben sich proisraelisch - und missionieren
dennoch auch unter Juden. Denn in ihren Augen wird nur errettet, wer Jesus
als den Messias anerkennt."
taz (10.01.2009, Um Gottes willen! www.taz.de)
Kommentar
"Die Christenheit hat nicht den Auftrag, das jüdische Nein zum
Messias Jesus aufzubrechen. Im Gegenteil!"
Präses Nikolaus Schneider (17. September 2009,
Theologe, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland -
EKD, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR),
Rabbiner-Brandt-Vorlesung in der Evangelischen St. Mariengemeinde in
Dortmund, Pressemitteilung Nr. 147/2009, www.ekd.de/PT_Praeses_zu_Judenmission_17092009.pdf)
Kommentar

Thomas Plaßmann, Wir
wollen nicht provozieren: Cartoons über Gott und die Welt. Herder, Aufl. 2009
"Fundamentalistisch sind religiöse oder politische Bewegungen genau dann,
wenn sie ihren "Mythos" zu rationalisieren versuchen; wenn dieser als
"Logos" [griech.: Wort bzw. das
rationale, logische oder wissenschaftliche Denken] einer wissenschaftlichen Wahrheit oder einer rationellen
Ideologie verstanden wird.
Wer als Christ (oder Jude oder Muslim) meint, die Glaubensinhalte seiner
Religion seien so etwas wie Wahrheit, oder wer als Jude (oder Christ
oder Muslim) glaubt, seine Religion ("Mythos") zu säkularen Zwecken
("Logos") einsetzen zu können, der ist ein Fundamentalist. [...]
Alle diejenigen, die von ihrem Glauben, welcher er auch immer sei,
überzeugt sind und ihn mit Wahrheitsanspruch verteidigen, sind
Fundamentalisten und somit potentielle Terroristen. So einfach ist die
Lösung. [...]
Mythos muss Mythos bleiben, das ist das Fazit des Buches
[Armstrong, Karen: Im Kampf für Gott. Fundamentalismus in
Christentum, Judentum und Islam. Siedler Verlag, München 2004]. Und in der
Trennung jedes mystischen Mythos von dem strengen wissenschaftlichen
Denken, dem "Logos", liegt das Heil unserer manichäistischen Welt
[http://de.wikipedia.org/wiki/Manichäismus]."
Prof. Dr. Friedrich Niewöhner (4.
Oktober 2004, Philosophiehistoriker, Lust und Leid der Sekundärquelle,
Armstrong, Karen: Im Kampf für Gott, Feuilleton Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 04.10.2004, Nr. 231 / Seite 37)
Kommentar
"Karen Armstrong [siehe Buchrezension
oben] ist
eine Expertin in religiösen Fragen, die weltweit höchste Anerkennung
genießt. [...] Seit dem 11. September 2001 gehört Karen Armstrong zu den
gefragtesten Spezialisten im Blick auf den Fundamentalismus. [...]
Den von der Moderne hervorgebrachten Versuch, den Logos
[griech.: Wort bzw. das rationale, logische
oder wissenschaftliche Denken] an die Stelle
des Mythos zu stellen und den Mythos als „Irrtum und Aberglauben“
abzutun, sieht Armstrong als Wurzel aller fundamentalistischer
Gegenbewegungen. [...]
Frau Armstrong, die Evangelisch-theologische Fakultät der Universität
Tübingen ist stolz, Ihnen den Dr. Leopold Lucas-Gedächtnispreis 2009
verleihen zu dürfen!"
Prof. Dr. Friedrich Schweitzer (12. Mai
2009, Lehrstuhl für Praktische Theologie/Religionspädagogik, Dekan der
Evangelisch-theologische Fakultät d. Eberhard Karls Universität
Tübingen, Ansprache bei der Verleihung des Dr. Leopold Lucas-Preises
2009, www.uni-tuebingen.de)
Kommentar
Dr. Karen Armstrong, 2009 Preisträgerin der Evangelisch-theologischen
Fakultät d. Universität Tübingen:
"Unser modernes Gottesbild ist naiv und unser religiöses Denken primitiv. [...]
Ungeachtet unseres wissenschaftlichen und technischen Scharfsinns ist unser
religiöses Denken auffällig unterentwickelt [...]
Wir reden heute viel zu oft über Gott. ... Wie kommen wir eigentlich
dazu, ihn als »gut«, »weise« oder »intelligent« zu apostrophieren? [...]
Einige weise Theologen bezeichneten Gott als ein »Nichts«, weil er nun
mal kein Wesen sei. Ganz sicher durfte man aus ihrer Perspektive die
heiligen Schriften nicht wörtlich nehmen. [...] Heute hat man eine
volkssprachliche Bibel oder einen Koran zu Hause und kann lesen, doch
mit dem symbolischen Verständnis hapert es oft. [...]
Die Geschichten von Buddha, Jesus, Mohammed: Unterweisungen im
Menschsein. [...]
Indem sich die Bedeutung des Wortes »Glauben« änderte, wurde eine
gutgläubige Anerkennung von Dogmen zur Voraussetzung von Religion. Das
ging so weit, dass wir religiöse Menschen heute »Gläubige« nennen, als
ob ihre wichtigste Tätigkeit darin bestünde, das religiöse Dogma
glaubend anzunehmen.
Diese rationalisierte Interpretation von Religion hat zu zwei modernen
Phänomenen geführt: zu Fundamentalismus und Atheismus.
Die offensive Frömmigkeit, die man allgemein Fundamentalismus nennt,
brach sich in fast jeder großen Religion im Laufe des 20. Jahrhunderts
Bahn. In ihrem Wunsch, einen durch und durch rationalen Glauben zu
schaffen, deuteten christliche Fundamentalisten die Bibel so
buchstabengetreu wie nie zuvor.
Der klassische westliche Atheismus wurde von Feuerbach, Marx, Nietzsche
und Freud zunächst als Antidogmatismus entwickelt, ihre Weltanschauung
war im Wesentlichen eine Antwort auf die engstirnige theologische
Gotteswahrnehmung, die sich in Europa und den Vereinigten Staaten
entwickelt hatte.
Der jüngere Atheismus eines Richard Dawkins, Christopher Hitchens [siehe Beitrag unten] und Sam Harris
jedoch unterscheidet sich deutlich davon, denn er konzentriert sich
ausschließlich auf den Gott der Fundamentalisten, und alle drei Autoren
bestehen fälschlicherweise darauf, dass der Fundamentalismus das Wesen
aller Religion ausmache. Die Popularität ihrer Bücher lässt immerhin
vermuten, dass das dogmatische Gotteskonzept viele Menschen verärgert.
Tatsächlich sind die neuen Atheisten in ihrer Religionskritik nicht
radikal genug.
Jüdische, christliche und muslimische Theologen haben jahrhundertelang
darauf bestanden, dass Gott nicht existiert und dass da draußen das
»Nichts« ist; mit dieser Aussage wollten sie nicht die Wirklichkeit
Gottes leugnen, sondern Gottes Transzendenz bewahren.
Was heute hart zu kritisieren wäre: dass wir jenen wichtigen
Traditionsstrang der Religion aus den Augen verloren haben, der viele
unserer gegenwärtigen Probleme lösen könnte. Der moderne Gott ist nur
eine der Theologien, die sich im Laufe der dreitausendjährigen
Geschichte des Monotheismus entwickelten. [...]
Obwohl so viele Menschen heute den Glauben ablehnen, erlebt die Welt ein
Revival des Religiösen. Entgegen den zuversichtlichen Voraussagen der
Säkularisten wird es in nächster Zeit nicht verschwinden.
Doch wenn wir dem gewalttätigen und intoleranten Druck nachgeben, wird
die neue Religiosität heillos sein. Um das zu verhindern, müssen wir uns
auf eine Tradition besinnen, die die Grenzen des Wissens anerkannte,
müssen religiöse Gewissheiten verlernen und einsehen, dass es niemals
leicht ist, über Gott zu reden. [...]
Wir müssen wieder lernen, dass Glauben mit Vertrauen, nicht mit
Lehrsätzen zu tun hat. Dann finden wir vielleicht wie der Buddha aus dem
Mythos zu einer wachen Haltung, die dem Göttlichen nahekommt"
Dr. Karen Armstrong (24. Juli 2010,
englische Theologin und Religionswissenschaftlerin, 1962 – 1969 katholische Nonne, 2009
erhielt Karen Armstrong den Dr. Leopold-Lucas-Preis der
Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen, Modernes
Gottesbild: Zu wem beten die da? The Case for God« im New Yorker Verlag
Alfred A. Knopf/Random House, DIE ZEIT, 24.06.2010 Nr. 26, www.zeit.de,
http://de.wikipedia.org/wiki/ Karen_Armstrong,
http://de.wikipedia.org/wiki/Dr.-Leopold-Lucas-Preis)
Kommentar

Buddha (siehe oben), 2005 Buddha Dharma Education
Association, www.buddhanet.net
Dr. Marilyn
Sewell zu Christopher Hitchens: "Die
Religion, die sie in ihrem Buch
[2007,
Der Herr ist kein Hirte, Wie Religion die Welt
vergiftet] zitieren, ist im Allgemeinen der
fundamentalistische Glaube in seinen verschiedenen Formen.
Ich bin ein liberaler Christ und ich glaube nicht wörtlich an die
Geschichten der Schrift. Ich glaube nicht an die Lehre des Sühnopfers
Christi (zum Beispiel, dass Jesus für unsere Sünden starb).
Machen sie irgendeinen Unterschied zwischen fundamentalistischem Glauben und
liberaler Religion?"
Christopher Hitchens [bekennender
Atheist]: "Ich
würde sagen, wenn sie nicht glauben, dass Jesus von Nazareth der Christus
und Messias war und dass er von den Toten auferstand und dass durch sein
Opfer unsere Sünden vergeben sind, sind sie in keiner sinnvollen Weise ein
Christ."
[Zitat im untern Teil ausführlicher]
Portland Monthly (Januar 2010, Monthly City
Magazines, Interview: Questions of Faith, www.portlandmonthlymag.com)
Kommentar
"Es ist ein Fehler, der häufig von gebildeten Menschen ... gemacht wird,
zu glauben, dass der Fundamentalismus eine neue und merkwürdige Form des
Denkens ist. Das ist keineswegs der Fall. Vielmehr ist er das teilweise
und wissenschaftlich nicht ausgeformte Überleben einer Theologie, die
einmal weltweit von allen Christen vertreten wurde.
Wie viele gab es zum Beispiel in den christlichen Kirchen des
achtzehnten Jahrhunderts, die die unfehlbare Inspiration der gesamten
Schrift anzweifelten? Einige wenige vielleicht, aber nur sehr wenige.
Nein, der Fundamentalist mag sich irren, und ich glaube, dass er sich
irrt, aber wir sind es, die von der Tradition abgewichen sind, nicht
er."
[Zitat im untern Teil ausführlicher]
Prof. Dr. Kirsopp Lake (1926,
anglikanischer Theologe und neutestamentlicher Textkritiker, Professor
für neutestamentliche Exegese in Leiden (1904-1914), Professur für
altchristliche Literatur und Kirchengeschichte an der Harvard University
in Cambridge/USA (1914-1938), The Religion of Yesterday and Tomorrow,
Boston: Houghton 1926, S. 61)
Kommentar
"Jetzt ist die Endzeit gekommen; »als die Zeit erfüllt war«, sandte Gott
seinen Sohn. Dieser, ein präexistentes Gottwesen
[Präexistenz Christi: Jesus Christus hat bereits vor seinem irdischen
Leben existiert], erscheint auf Erden als ein Mensch; sein
Tod am Kreuz, den er wie ein Sünder erleidet, schafft Sühne für die
Sünden der Menschen.
Seine Auferstehung ist der Beginn der kosmischen Katastrophe, durch die
der Tod, der durch Adam in die Welt gebracht wurde, zunichte gemacht
wird; die dämonischen Weltmächte haben ihre Macht verloren. Der
Auferstandene ist zum Himmel erhöht worden zur Rechten Gottes; er ist
zum »Herrn« und »König« gemacht worden.
Er wird wiederkommen auf den Wolken des Himmels, um das Heilswerk zu
vollenden; dann wird die Totenauferstehung und das Gericht stattfinden;
dann werden Sünde, Tod und alles Leid vernichtet sein. Und zwar wird das
in Bälde geschehen […] Die Glaubenden haben schon das » Angeld «,
nämlich den Geist, der in ihnen wirkt und ihre Gotteskindschaft bezeugt.
[…]
Das alles ist mythologische Rede, und die einzelnen Motive lassen sich
leicht auf die zeitgeschichtliche Mythologie der jüdischen Apokalyptik
und des gnostischen Erlösungsmythos zurückführen."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen
Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 12-13)
Kommentar
"All das sind Fabeln ... von den Dichtern erfunden, um ihrer
Dichtung Reiz zu verleihen. Ihr habt sie allzu leichtgläubig ... für
euren Gott wieder aufgewärmt." [Kontext:
Christentum um 200 n.Chr.]
Caecilius Natalis (200 n.Chr., Sprecher des Heidentums, Frühchristliche
Apologeten und Märtyrerakten 1913, Bd. 2, Minucius Felix, Octavius.)
Kommentar
"Wenn nun in den letzten 20 Jahren zurückgerufen wurde von der Kritik zur
einfachen Übernahme des neutestamentlichen Kerygmas
[griech. kérygma, Botschaft], so gerieten Theologie und Kirche
in Gefahr, unkritisch die Mythologie des Neuen Testaments zu repristinieren [lat. aufwärmen von Gestrigem] und damit
das Kerygma für die Gegenwart unverständlich zu machen.
Die kritische Arbeit früherer Generationen darf nicht einfach weggewischt
werden, sondern sie muss positiv aufgenommen werden."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen
Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 24-25)
Kommentar

1941,
Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1884 - 1976), 1912 - 1951 Uni Prof.
Rudolf Bultmann in
Alpirsbach im Juni 1941 (Photo Antje Bultmann Lemke), Gesine
Diesselhorst.
Konrad Hamman: Rudolf Bultmann. Eine Biographie. Mohr Siebeck Tübingen,
2009, Seite 336
"Es fragt sich also, wie die Entmythologisierung zu vollziehen ist. An ihr
arbeitet die Theologie nicht erst seit heute."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen
Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 24)
Kommentar
"Das Neue Testament braucht nicht entmythologisiert zu werden, weil es
keinen Mythos enthält"
Prof. Dr. Hermann Sasse (1942, lutherischer Theologe, Flucht vor dem
Dogma. Bemerkungen zu Bultmanns Entmythologisierung des Neuen Testaments,
Luthertum 53 - 1942, S. 161)
Kommentar
"Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan
haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir
haben seine Herrlichkeit selber gesehen."
2.
Petrus 1, 16
Kommentar

1498 Leonardo da Vinci, Abendmahl,
Dominikanerkloster Santa Maria delle Grade, Mailand
"Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists"
1. Johannes 4, 2-3
Kommentar
"Das ist freilich die bequemste Weise, der kritischen Frage auszuweichen,
indem man alles im wörtlichen Verstände bestehen lässt"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen
Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 24-25)
Kommentar
"Kann die christliche Verkündigung dem Menschen heute zumuten, das mythische
Weltbild als wahr anzuerkennen? Das ist sinnlos und unmöglich. Sinnlos; denn
das mythische Weltbild ist als solches gar nichts spezifisch Christliches,
sondern es ist einfach das Weltbild einer vergangenen Zeit, das noch nicht
durch wissenschaftliches Denken geformt ist."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen
Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 14)
Kommentar
"Für den Menschen von heute sind das mythologische Weltbild, die Vorstellung
vom Ende, vom Erlöser und der Erlösung vergangen und erledigt."
Prof. Dr.
Rudolf Bultmann
(1965, Theologe, Glauben und
Verstehen: gesammelte Aufsätze, Band 4. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) Verlag
Tübingen, 4. Aufl. 1984, Seite 144-145)
Kommentar
"Die
Schriftbeweise des Neuen Testamentes müssen fallen, nicht erst auf Grund
rationaler historischer Kritik"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1930, Ev. Theologe, Die Bedeutung des Alten Testaments für den christlichen
Glauben, Glauben und Verstehen (GuV). Gesammelte Aufsätze, Band 1,
9. Aufl. Tübingen 1993, Seite 335)
Kommentar
"Wer Gott von Seinem Wort trennt, schafft sich einen Götzen!"
Rolf-Jürgen Schmeißing (7. Februar 2009,
Kommentar, Pietisten-Präses gegen fundamentalistisches Bibelverständnis,
www.idea.de)
Kommentar
"Zunächst ist Jahwe, Israels Gott, ein Stammesgott wie andere semitische
Gottheiten [vgl. Baal]"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1949, Ev. Theologe, Das Urchristentum im Rahmen der antiken Religionen.
Artemis & Winkler Verlag Zürich 1949 u. Patmos Verlag Düsseldorf Aufl. 2005,
Seite 11)
Kommentar

"Ein Opfer für Baal" (semitische
Gottheit,
siehe
Beitrag oben)
Henri-Paul Motte (1846 - 1922) franz. Historienmaler
"JHWH [Gott Israels] und Baal sind
ebenso wie der aramäische Hadad unterschiedliche Manifestationen eines
verbreiteten ursprünglichen Wettergotttypus"
Prof. Dr. Sebastian Grätz (Mai 2006,
Professur für Altes Testament: Evangelisch-Theologische Fakultät Johannes
Gutenberg-Universität Mainz, JHWH und Baal, Wissenschaftliches
Bibellexikon WiBiLex, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart,
www.bibelwissenschaft.de)
Kommentar
"Mit wem wollt ihr mich also vergleichen, dem ich gleich sei?, spricht der
Heilige. Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen?"
Jesaja 40, 25-26
Kommentar
"Der Name Baal [siehe Beiträge oben] lebt in Balthasar und Hannibal (phönizisch für „Baal ist
gnädig“) fort. Auch das Wort Beelzebub oder Baal-Sebub (Herr der Fliegen),
geht auf Baal zurück und stellt im Neuen Testament eine Bezeichnung für den
Teufel dar."
(Stand Juni 2010, http://de.wikipedia.org/wiki/Baal_(Gottheit)
Kommentar
"C.S. Lewis [http://de.wikipedia.org/wiki/C.S._Lewis]
hat sich intensiv mit der „Korruption der Sprache“ auseinandergesetzt.
Sprache kann heilen oder zerstören, sagte er. Die Sprache heilt, wenn
sie eine Wahrheit klar ausspricht. Die korrupte Sprache dagegen ist die
unverständliche Sprache. …
Die Umdeutung von Gut zu Böse, sagte Lewis, zeigt sich zuerst in der
Sprache. Wenn man die Worte oder ihre Bedeutung verändert, verändert
sich die öffentliche Wahrnehmung einer Sache. Ziel dabei ist es,
Menschen dazu zu bringen, etwas gutzuheißen, was sie nie tun würden,
wenn sie genau wüssten, worum es geht."
Dr. med. Christl Ruth Vonholdt (2007,
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, factum 6/2007, S.30)
Kommentar
"Der lebendige Gott wurde in den Gott der Philosophie verwandelt, der nichts
sieht, nichts hört, nichts sagt und nichts tut, der nur noch Götze ist, von
dem man nichts erwarten darf. ...
Sie [die Theologie] hält das, was
sie von ihren Kathedern lehrt, für wissenschaftliche Ergebnisse und
kultiviert es als angeblich wissenschaftliche Methoden. Dadurch sichert
sie sich ihren Verbleib an der Universität. ...
Es ist nichts in der historisch-kritischen Theologie, was nicht zuvor in der
Philosophie gewesen ist. …
Wundern, Auferstehungsberichten und Ähnlichem
wurde von vornherein die Historizität abgesprochen, weil die
historisch-kritische Theologie im Gefolge der Aufklärungsphilosophie kein
Handeln Gottes in der Geschichte gelten ließ.
Durch Vor-Urteil wurde das alles für mythisch erklärt. … Geschichte wurde
auf das Menschliche begrenzt. Gott ließ man darin keinen Raum. Alles
singuläre Handeln Gottes wurde ausgeschlossen. …
Lebendiger Glaube an Gottes Offenbarung in seinem Wort und eine
„wissenschaftliche“ Theologie, die arbeitet „als ob es Gott nicht gäbe“
schließen sich aus. … Der Jesus der Bibel und der Jesus der Bibelkritik sind
Gegensätze, die sich ausschließen. Jeder muss sich entscheiden, welchen
Jesus er wählt. Er soll aber wissen, dass der Jesus der Bibelkritik nicht zu
retten vermag." …
Eine Theologie, die auf antitheistische Voraussetzungen beruht, ist ein
Widerspruch in sich selbst. Die Kirche kann nicht gedeihen, wenn sie sich
mit solch einer Theologie die Ausbildung ihrer Pastoren betreibt, kann nicht
gedeihen, wie man allerorten sehen kann." [Zitat im untern Teil ausführlicher]
Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1. Oktober
2007, Theologin, Bibel oder Bibelkritik? Was ist glaubwürdig?, ISBN
9783937965864)
Kommentar
"Die Faszination, die von der historisch-kritischen Theologie ausgeht
... beruht auf ihrem Anspruch der Wissenschaftlichkeit.
Man hält es für nötig, die wissenschaftlichen Ergebnisse zu respektieren
und durchschaut nicht, dass diese »Ergebnisse« häufig nichts Anderes
sind als unbewiesene Hypothesen, die vollmundig als Fakten ausgegeben
werden, sobald sie eine breitere Zustimmung gefunden haben."
Prof. Dr. Eta Linnemann (1998,
Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie wissenschaftlich ist die
wissenschaftliche Theologie?")
Kommentar
"Zu welchen Skurrilitäten fundamentalistische Schriftauffassung führen
kann (!, nicht muss, und auch nicht allein sie führt!), zeigt sich immer
wieder in den ausdrücklich auch von Thomas Schirrmacher
[Evangelische Allianz] kritisch
bewerteten Arbeiten der sich trotz ihrer Konversion in ihrer Radikalität
treu gebliebenen Theologin Eta Linnemann [siehe
oben]." [Hintergrund: Prof. Dr. Eta Linnemann war vormals eine radikale
Vertreterin der historisch-kritischen Theologie]
Oberkirchenrat Dr. Heinzpeter Hempelmann (Dezember
2001, Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Gemeinsame
Liebe. Wie Evangelikale die Autorität der Bibel bestimmen, Seite 58)
Kommentar

2002, Petersdom Rom, links: Dr. Joseph
Alois Ratzinger (seit 2005 Papst Benedikt XVI.)
rechts: Dr. Karol Józef Wojtyła (1920 - 2005) (1978 - 2005 Papst
Johannes Paul II.)
"Der Antichrist empfängt von der Universität Tübingen den Ehrendoktor
der Theologie; er ist ein großer Bibelgelehrter. Solowjew hat mit dieser
Darstellung seine Skepsis gegenüber einem gewissen Typ exegetischer
Gelehrsamkeit seiner Zeit drastisch ausgedrückt.
Das ist kein Nein zur wissenschaftlichen Bibelauslegung als solcher,
aber eine höchst heilsame und notwendige Warnung vor ihren möglichen
Irrwegen. Bibelauslegung kann in der Tat zum Instrument des Antichrist
werden." [Zitat im untern Teil ausführlicher]
Prof. Dr. Joseph Ratzinger (16. April 2007,
seit 2005 Papst Benedikt
XVI., Jesus von Nazareth, Herder, ISBN 978-3451298615)
Kommentar
HNA: Was ist Ihr Hauptkritikpunkt? "Dass der Autor
[Dr. Joseph Ratzinger, siehe oben] die historische Kritik abwürgt und sagt, dass letztendlich die Irrtumslosigkeit der Bibel gilt und die Inspiriertheit des Gotteswortes ... dass es in der Bibel kein unechtes Wort Jesu gebe. Das halte ich für wissenschaftlich skandalös. [...]
Das Buch
[Jesus von Nazareth, Dr. Joseph Ratzinger, April 2007,
siehe oben] offenbart ganz bedenkliche Tendenzen, weil es die Theologie als Wissenschaft disqualifiziert. Darauf läuft es letztendlich hinaus."
Prof. Dr.
Gerd Lüdemann
(29.04.2007, Theologe, Georg-August-Universität Göttingen, Interview HNA - Hessische/Niedersächsische Allgemeine)
Kommentar
"Es fällt auf, dass sich Benedikt
[siehe oben] immer wieder mit der sog. "liberalen Theologie" auseinandersetzt, einer im Protestantismus ausgebildeten theologischen Richtung, die Forschung und Lehre in Freiheit von dogmatischen Vorgaben, aber dem Evangelium verpflichtet und im Gespräch mit Wissenschaft und Kultur betrieb.
Obwohl die liberale Theologie ihre Blütezeit bei uns in Deutschland im Wilhelminischen Zeitalter
[1890 bis 1918] hatte, so erlebte sie doch in unseren Tagen - aus gutem Grund! - eine Renaissance. Somit verhält sich Benedikt jedenfalls in dieser Hinsicht keineswegs zeitwidrig.
In den Brennpunkt der päpstlichen Kritik gerät Adolf von Harnack (1851 - 1930) mit seiner berühmten These: "Nicht der Sohn, sondern allein der Vater gehört in das Evangelium, wie es Jesus verkündigt hat, hinein." [...]
Insgesamt jedoch bedeutet das päpstliche Jesusbuch
[siehe Beitrag oben]
eine Rückkehr zu einem Jesusverständnis, das hinter die Aufklärung zurückführt"
Prof. Dr. theol.
Werner Zager (Dezember 2007, Evangelischer Theologe, Fachbereich Evangelische Theologie - Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Präsident des Bundes für Freies Christentum, Wer war Jesus wirklich? Deutsches Pfarrerblatt, Heft 12, S. 650/651)
Kommentar
"Dass Benedikt
[siehe oben] ein konservativer Papst sein würde, war bei seiner
intellektuellen Vita zu erwarten, aber dass er fundamentalistische
Neigungen zeigt, ist dann doch überraschend, ja schockierend. [...]
Auch
wenn Benedikt nach Protesten immer wieder zurückrudert, ist zu fragen,
ob seine Ausrutscher sich nicht doch aus einer gefährlichen Nähe zum
christlichen Fundamentalismus erklären." [Zitat im untern Teil ausführlicher]
Dr. Dieter Sattler (30.01.2009, Redakteur [Politik] Frankfurter Neuen
Presse, PAPST: Gefährliche Nähe zum Fundamentalismus - Kommentar,
Frankfurter Neuen Presse, www.fnp.de)
Kommenta

(Andrea & Stefan Waghubinger,
2001, Auf die Kanzel, fertig, los!, ISBN 3-532-62264-5)
"Vor allem die Evangelikalen
[siehe auch
Evangelikale] ...
opponierten heftig gegen das, was ihnen die Theologie-Professoren mit -
wie mir schien - heimlicher Lust an der Provokation vorsetzten. Und
etliche Studenten gefielen sich sehr in ihrer Rolle als Aufklärer,
gerierten sich wie kleine Voltaires [http://de.wikipedia.org/wiki/Voltaire]
und zogen, ein Vierteljahr tausend nach Voltaire, viel Lustgewinn aus
ihrem Bestreben, die Evangelikalen als bemitleidenswerte Hinterwäldler
vorzuführen.
Ich selbst saß meistens eher still dabei, litt ein wenig mit den
Evangelikalen, konnte sie gut verstehen, aber nicht verteidigen.
Jahrelang hatten sie in ihren christlichen Jugendgruppen engagiert
gearbeitet, waren sie in ihren Gemeinden meistens die Einzigen, die noch
was auf die Beine gestellt kriegten, hatten sie für ihr Leben viel Kraft
aus den wörtlich geglaubten Geschichten der Bibel gezogen.
Ihnen, denen es wirklich ernst war mit ihrem Glauben, wurde nun dieser
Glaube ausgerechnet von der geistigen Elite der Kirche zertrümmert. Das
musste ihnen teuflisch vorkommen - der Theologieprofessor als
Antichrist."
Christian Nürnberger (November 2007,
Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für Zweifler)
Kommenta
"Die Bibel gilt den christlichen Kirchen als die Heilige Schrift. Doch
was heißt heilig? Welches Schriftverständnis entspricht dem Konzept
„Heilige Schrift“? Achtet etwa so genannte „bibeltreue“ Auslegung per
definitionem die Bibel als heilig? Missachtet liberale Auslegung die
Heiligkeit?
Oder kann gerade gut gemeinte „Bibeltreue“ die Schrift entheiligen?
[...]
Gegen die Angriffe des Rationalismus auf die Bibel versuchten Theologen
die Bibel durch Bekenntnisse zu verteidigen. [...] Die Bibel ist eben
auch durch diese „fundamentalistischen“ Bekenntnisse entheiligt worden.
Es kann hier leider nicht analysiert werden, welch großen Schaden dieser
Zugang in der Kirche angerichtet hat. [...]
Ein Zurück zu einer Bindung an Form und Inhalt der Bibel verbunden mit
einer daraus entstehenden Vielfalt der Interpretationen gäbe der
Fruchtbarkeit der Bibel Raum."
Prof. Dr. Peter Wick (2002, Theologe,
Evangelisch- Theologische Fakultät der Ruhr- Universität Bochum, Die
Bibel als Heilige Schrift auslegen und übersetzen,
www.bibeluebersetzungen.ch/fisch/pwick.pdf)
Kommentar
Hinweis: - Der folgende Artikel kann religiöse Gefühle von bekenntnisorientierten Christen verletzen. -
Die den "Forschungsergebnissen" zugrundeliegenden Funde / Texte über Götzenbilder, Götter u. Dämonen (aus dem historischen Umfeld des NT) kennt auch die Bibel, reflektiert diese "Tatsache" aber womöglich in einem anderem Licht - etwa wie die historisch-kritische Theologie.
Kommentar
"Ein Beitrag zur Kontextualisierung des Johannesevangeliums
[Prof. Dr. Peter Wick, siehe oben]
[...]
Die Rede [von Jesus Christus im
Johannesevangelium] vom Weinstock und den Reben in Joh 15,1-8 strotzt vor dionysischer Symbolik.
[...] Anhänger des Dionysos
[lat. Dionysus, ist in der griechischen Götterwelt ein Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit und der Ekstase, http://de.wikipedia.org/wiki/Dionysos] suchten durch Ekstase aus sich herauszutreten und im Enthusiasmus zu erleben, wie die Gottheit in sie besitzergreifend eindringt, um so von deren Freude und Lebenskraft erfüllt zu werden.
Könnte nicht auch im folgenden Wort - in allerdings das Element der Raserei brechender Form - etwas von Ekstase als aus sich Heraustreten in die Gottheit hinein und von Enthusiasmus als Hineindringen der Gottheit in seine Anhänger mitklingen:
"Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht" (Joh 15,5)?
[Jesus Christus im Johannesevangelium]
Gerade bei Joh 15 müsste gefragt werden, ob in der Antike überhaupt jemand eine Weinstockmetapher in einen solch engen semantischen Zusammenhang zur Liebes- und Freudethematik bringen konnte, ohne nicht sofort auch an Dionysos zu denken. […]
Die komplizierte und komplexe Nähe des Dionysos zur Erotik müsste im Hinblick auf Johannes besonders intensiv aufgearbeitet werden.
Schließlich spielen erotische Elemente am ehesten noch im vierten Evangelium eine Rolle. Nur hier wird in einer für die damalige Kultur provokativen Weise von der Liebe eines Mannes zu unverheirateten Frauen gesprochen:
Jesus aber liebte Martha ..." (Joh 11,5). Nur hier spricht Jesus
allein mit einer Frau an einer Quelle; hier salbt eine Frau, wie die
Geliebte ihrem Liebhaber in einem antiken Liebesroman, Jesus die Füße und trocknet sie mit ihrem gelösten Haar; nur hier verbietet
Jesus einer Frau, ihn in ihrer Wiedersehensfreude zu umarmen. [...]
Sicher, Frauen spielen im Gefolge
Jesu nicht dieselbe Rolle wie die Mänaden in der Gefolgschaft des Dionysos.
Dennoch ist es weiterer Untersuchungen wert, dass sie ausgerechnet in diesem in Auseinandersetzung mit dem Dionysoskult stehenden Evangelium besonders unabhängige, einflussreiche und auch öffentliche Rollen spielen.
In diesem Zusammenhang müssen auch die Effeminierungstendenzen
[Das deutsche Wort Effemination kommt vom lateinischen: ex - aus bzw. heraus, femina - Frau; zusammen wie eine Frau sein. http://de.wikipedia.org/wiki/Effemination] in der Darstellung des Lieblingsjüngers
[Johannes] näher untersucht werden. […]
Offensichtlich wird im Johannesevangelium hintergründig eine Auseinandersetzung mit dem Dionysoskult greifbar. Dadurch öffnet sich
... eine Tür, um das vierte Evangelium, aber auch andere frühchristliche Strömungen so im Judentum zu kontextualisieren, dass die Verankerung und enge Verflechtung von Frühjudentum und frühem Christentum in der paganen
[lat. paganus: heidnisch, zum Heidentum
gehörig] Umwelt deutlicher wird und für die Exegese und Theologie fruchtbar gemacht werden kann.
"
Prof. Dr. Peter Wick (2004, Theologe,
Evangelisch- Theologische Fakultät der Ruhr- Universität Bochum, Jesus
und Dionysos? Ein Beitrag zur Kontextualisierung des
Johannesevangeliums, in: Biblica 85 (2004), 179-198.
www.bsw.org)
Kommentar

DIONYSOS (siehe Beitrag oben), LICHTHOF Theater Hamburg, M.Bullach,
Juni 2006
"Unsere heiligen Texte sind oft nur heidnische
Texte, die jüdisch umgearbeitet und später von Christen übernommen wurden."
Christian Nürnberger
(November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für
Zweifler)
Kommentar
"Sie sehen, was Sie zu sehen erwarten."
Prof. Dr. Steven J. Sherman & Prof. Dr.
David L. Hamilton (1989,
Personality and Social Psychology Bulletin, Vol. 15, No. 4, 559-571. 1989,
Attenuation of Illusory Correlation)
Kommentar
"Aus scheinbaren Ergebnissen der
wissenschaftlichen Exegese
sind die schlimmsten Bücher der Zerstörung der Gestalt Jesu, der Demontage
des Glaubens geflochten worden.
Heute wird die Bibel weithin dem Maßstab
des sogenannten modernen Weltbildes unterworfen, dessen Grunddogma es ist,
dass Gott in der Geschichte gar nicht handeln kann - dass also alles, was
Gott betrifft, in den Bereich des Subjektiven zu verlegen sei.
Dann
spricht die Bibel nicht mehr von Gott, dem lebendigen Gott, sondern dann
sprechen nur noch wir selber und bestimmen, was Gott tun kann und was wir
tun wollen oder sollen.
Und der Antichrist sagt uns dann mit der
Gebärde hoher Wissenschaftlichkeit, dass eine Exegese, die die Bibel im
Glauben an den lebendigen Gott liest und ihm selbst dabei zuhört,
Fundamentalismus sei; nur seine Exegese, die angeblich rein
wissenschaftliche, in der Gott selbst nichts sagt und nichts zu sagen hat,
sei auf der Höhe der Zeit." [Zitat im untern Teil ausführlicher]
Prof. Dr. Joseph Ratzinger (16. April 2007,
Jesus von Nazareth, Herder, ISBN 978-3451298615)
Kommentar
"Gott ist tot, er wurde auf der theologischen
Werkbank zu Tode interpretiert."
Dr. Lutz
Graf (2000, Langen, Leserbriefe zu
dem Artikel: Grabesstimmung: Haben die Theologen die Kirche im Stich
gelassen? ... Das Thema Ostern - eine einzige Konfusion, DEUTSCHES
ALLGEMEINES SONNTAGSBLATT, DS 21. April 2000 Nr. 16/2000)
Kommentar
Dr. Marilyn Sewell (Unitarische Pastorin): "Die
Religion, die sie in ihrem Buch [2007, Der Herr ist kein Hirte, Wie Religion die Welt
vergiftet] zitieren, ist im Allgemeinen der
fundamentalistische Glaube in seinen verschiedenen Formen.
Ich bin ein liberaler Christ und ich glaube nicht wörtlich an die
Geschichten der Schrift. Ich glaube nicht an die Lehre des Sühnopfers
Christi (zum Beispiel, dass Jesus für unsere Sünden starb).
Machen sie irgendeinen Unterschied zwischen fundamentalistischem Glauben und
liberaler Religion?"
Christopher Hitchens (Autor, Publizist): "Ich
würde sagen, wenn sie nicht glauben, dass Jesus von Nazareth der Christus
und Messias war und dass er von den Toten auferstand und dass durch sein
Opfer unsere Sünden vergeben sind, sind sie in keiner sinnvollen Weise ein
Christ."
Sewell: The religion you cite in your book is
generally the fundamentalist faith of various kinds. I’m a liberal
Christian, and I don’t take the stories from the scripture literally. I
don’t believe in the doctrine of atonement (that Jesus died for our sins,
for example). Do you make and distinction between fundamentalist faith and
liberal religion?
Hitchens: I would say that if you don’t believe that Jesus of Nazareth was
the Christ and Messiah, and that he rose again from the dead and by his
sacrifice our sins are forgiven, you’re really not in any meaningful sense a
Christian.
Portland Monthly (Januar 2010, Monthly City
Magazines, Interview: Questions of Faith, www.portlandmonthlymag.com)
(http://de.wikipedia.org/wiki/Christopher_Hitchens,
www.marilynsewell.com)
Kommentar
"Keiner glaubt uns, was wir selbst nicht glauben"
Prof. Dr. Dr. Otto. B. Roegele (März 1988,
Kommunikationswissenschaftler, Keiner glaubt uns, was wir selbst nicht
glauben, IKZ Internationale Katholische Zeitschrift Communio 2/1988 (17.
Jg.), S. 144-153. www.communio.de)
Kommentar
"Im Übrigen gilt für
uns "Kirchenpersonal" der alte Spruch: Wer Opel verkaufen will, sollte
möglichst auch Opel fahren."
Dr.
Joachim Wanke (08. April 2007, Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung, 8.4.07, Nr. 14, Seite 7)
Kommentar
"Der deutsche Protestantismus, der 1950 noch 46 Millionen Gläubige
versammelte, hat jetzt noch 23 Millionen. Das ist praktisch eine Halbierung
in zwei Generationen. [...] Das ist keine Erosion mehr, sondern eine
Implosion des Christentums. [...]
Gregor Gysi hat völlig Recht, wenn er sagt: Auch als Nichtgläubiger fürchte
ich eine gottlose Gesellschaft. [...]
Man muss nicht fromm sein, man muss nur die sozialwissenschaftlichen Daten
studieren, dann wird man erkennen, dass sich das gesellschaftliche Klima
erheblich verändern wird, wenn der christliche Glaube weiter verdampft.
Dann
bekommen wir eine Klimakatastrophe ganz anderen Ausmaßes als die, von der
heute unentwegt die Rede ist."
Dr. phil. Andreas Püttmann (10.Juni 2010,
Politikwissenschaftler, Wenn das Christentum verdampft, Interview,
Medienmagazin pro, www.pro-medienmagazin.de)
Kommentar
"Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in
vielen erkalten.
Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen. [...]
Es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird. Und wenn diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch selig werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt. [...]
Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater."
Jesus Christus (Matthäus 24, 12-14 + 21-22 + 36)
Kommentar

Dr.
Alfred Rosenberg (siehe unten)
"Eine Religion, die ihr ganzes Dasein an dem Seidenfaden des Glaubens an ein
überliefertes "Faktum" hängt, gegen alles innere Erleben ... gerät in ihren
Grundfesten ins Wanken, wenn dieses "Faktum" immer mehr als Legende erkannt,
bzw. aufgefasst wird.
Das "Faktum" aber (Sühnetod - Himmelfahrt - Auferstehung), an das das 16.
Jahrhundert noch kindlich und in innerer Wahrhaftigkeit glauben konnte, ist
heute in seinem entscheidenden Teil nicht mehr als geschichtliche Tatsache
lehrbar [...]
Für den nordischen Menschen ist Religion von Eckard bis Lagarde steht's
inneres Erleben gewesen, immer Gegenwart, kein Pochen auf ein Faktum [...]
Immer wieder tönt allem Seelenreichtum das wüstendürre Wort entgegen:
"Außerhalb dieser Offenbarung [Bibel],
der allein göttliche Autorität zukommt, kann Gott in seiner Gottheit nicht
erkannt werden" [...]
Wie schon ausgeführt, darf in den Augen der neuen Sektierer auch innere
Erfahrung nicht als echte Religion gelten [...] Aber von dieser "frohen
Botschaft" wollen unsere düsteren, leichenbitteren "Bekenner" ... nichts
wissen. [...]
Von welcher Seite immer man der heute verkündigten "Rechtgläubigkeit" auch
nahen mag, immer trifft man auf grundsätzliche Starrheit dem Leben gegenüber
... auf verknöcherten Sektierergeist. Und deshalb auf grundsätzliche
Feindschaft nicht nur der von mir persönlich vertretenen
Religionsphilosophie"
Dr.
Alfred Ernst Rosenberg
(1932, 1941 - 1945
Reichsminister Ostministerium, führender Ideologe der NSDAP sowohl in der
Weimarer Republik als auch in der Zeit des Nationalsozialismus, 1934
Beauftragter des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und
weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP, Als Leiter des
Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO) verfolgte er die systematische Ermordung der Juden.)
[siehe auch
Kirche im Nationalsozialismus]
Protestantische Rompilger. Der Verrat an Luther und der Mythus des 20.
Jahrhunderts, Hoheneichen Verlag München 1937, Seite 48 - 50)
Kommentar
"Alfred Rosenberg [siehe Beiträge] hat in
seinen Werken in hervorragendstem Maße die Weltanschauung des
Nationalsozialismus wissenschaftlich und intuitiv begründen und festigen
geholfen. [...]
Erst eine spätere Zeit wird voll zu ermessen vermögen, wie tief der Einfluss
dieses Mannes auf die geistige und weltanschauliche Gestaltung des
nationalsozialistischen Reiches ist."
Dr. Joseph
Goebbels (1937, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und
Propaganda,
Verleihung
des Nationalpreises an Dr.
Alfred Ernst
Rosenberg.
Der Deutsche Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft
war die höchste Friedensauszeichnung des nationalsozialistischen Deutschen
Reiches. Er wurde 1937 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte an die Stelle
des Nobelpreises treten. [siehe auch
Kirche im Nationalsozialismus]
Raimund Baumgärtner, Weltanschauungskampf im
Dritten Reich. Die Auseinandersetzung der Kirchen mit Alfred Rosenberg,
Mainz : Matthias-Grünewald-Verlag, 1977)
Kommentar
Hinweis in eigener Sache: Die vielstimmigen Diskussionsbeiträge und Zitate dieser Website geben nicht
notwendig unsere eigene Meinung (www.Fundamentalismusdebatte.de) wieder.
Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von nationalsozialistischen
Inhalten distanzieren! [siehe auch
Kirche im Nationalsozialismus]
Kommentar
26 "Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen.
27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir;
28 und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen,
und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
29 Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand
kann sie aus des Vaters Hand reißen."
Jesus Christus (Johannesevangelium, Kapitel
10, 26 - 29)
Kommentar
"Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter
die Wölfe."
Jesus Christus
(Matthäus 10, 16)
Kommentar
"Der Satan hat begehrt, euch zu sieben
wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht
aufhöre."
Jesus Christus (Lukas 22, 31-32)
Kommentar

Rudolf
Bultmann (1884 - 1976), 1912 - 1951 Uni Prof.
Bitte um Hilfe:
Auf dieser Seite wird öfters Rudolf Bultmann zitiert (Schriften aus der
Zeit des Nationalsozialismus,
z. B. 1941,
Neues
Testament und Mythologie - Programm der Entmythologisierung der Bibel).
Das Problem dabei ist, wir wissen zum Teil
nicht, wie wir die Zitate von Rudolf Bultmann
(laut
www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml:
bedeutendster Exeget des 20. Jahrhunderts)
zu verstehen haben. Einige Zitate weisen
eine auffallende Ähnlichkeit mit den Schriften von Alfred Rosenberg
(Reichsminister,
NSDAP Chefideologe)
auf.
Aus dem Textzusammenhang kann sich bisweilen die Schlussfolgerung ergeben,
dass manche Passagen Bultmanns ironisch (damit auch kritisch) gemeint sein
könnten (siehe 2. Beispiel unten), oder Textpassagen von nationalsozialistischen
Schriften (Alfred Rosenberg,
Der Mythos des 20. Jahrhunderts, 1933)
aufgegriffen und kritisch beleuchtet werden (siehe 1. Beispiel mit farbig
hinterlegtem Text).
Leider liegen uns bis heute keine Informationen vor, welche
Textabschnitte von Rudolf Bultmann im Wortsinn gemeint sind und welche gegen
den Wortsinn verstanden werden sollten. Wir wissen von keiner Schrift
(während
oder nach dem 3. Reich) in der Rudolf Bultmann (1884 - 1976) die Situation
aufgeklärt hätte.
Falls dennoch Quellen existieren, die hier für Klarheit sorgen könnten,
wären wir für Hinweise darauf außerordentlich dankbar (Email:
Kontakt).
Kommentar
Hier ein Beispiel
für Aussagen von
Rudolf Bultmann,
die so gedeutet werden könnten, dass
nationalsozialistische Schriften
aufgegriffen und kritisch beleuchtet werden (im Kontext des Gesamttextes):
[1930,
Der Mythus des 20.
Jahrhunderts, Dr. Rosenberg]
"Christlichen
Legenden, die
allen Ernstes noch heute den Europäern verkündet werden:
"Jungfrauengeburt", stoffliche"
Auferstehung" Christi, "Himmel- und
Höllenfahrt [...]
Noch immer aber haben es Millionen nicht
begriffen, dass Kopernikus ... die gesamte
Höllenfahrts- und Auferstehungsmythologie restlos überwunden, ein für allemal
erledigt hat."
Dr. Alfred Ernst
Rosenberg (1930,
1941 Reichsminister Ostministerium, führender Ideologe der NSDAP,
Der Mythus des 20. Jahrhunderts. Hoheneichen - Verlag München 34. Aufl. 1934, S. 132-133)
Kommentar
[1941,
Neues Testament und Mythologie,
Dr. Bultmann]
"So kann sich das Weltbild ändern etwa infolge der
kopernikanischen
Entdeckung [...]
Welterfahrung und Weltbemächtigung sind in Wissenschaft und Technik so weit
entwickelt, dass kein Mensch
im Ernst am neutestamentlichen Weltbild
festhalten kann und festhält. [...]
Erledigt sind damit
die Geschichten von der Himmel- und Höllenfahrt
Christi [...] Die Wunder des Neuen Testaments sind damit als Wunder
erledigt [...]
Neben dem historischen Ereignis des Kreuzes steht die
Auferstehung, die kein geschichtliches Ereignis ist. ... Neben der
Behauptung der Präexistenz (Paulus, Johannes) steht ja die
Legende von der
Jungfrauengeburt (Matthäus, Lukas) ... stehen die
Legenden vom leeren Grab und von der
Himmelfahrt."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen
Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, S. 14-16,53)
Kommentar
Hier ein Beispiel
für Aussagen von
Rudolf Bultmann,
die als ironisch (kritisch) gedeutet werden könnten (im Kontext des
Gesamttextes):
"Im kirchlichen Christentum ist nach Alfred Rosenberg* die „große
Persönlichkeit Jesu" „missbraucht worden". [...]
*[Alfred Rosenberg,
1941 Reichsminister
Ostministerium, führender Ideologe der NSDAP sowohl in der
Weimarer Republik als auch in der Zeit des Nationalsozialismus,
1934 Beauftragter des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und
weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP,
Als Leiter des Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO)
verfolgte er die systematische Ermordung der Juden]
Der Mythos des 20. Jahrhunderts*, 1933, S. 74. Nach S. 76, Anm. liegt nicht
der geringste zwingende Grund zu der Annahme vor, dass Jesus jüdischer
Herkunft gewesen ist. [...]
Noch scharfer hat Johannes, der nach Rosenberg*
noch aristokratischen Geist
atmet, und der sich gegen die Verbastardierung, Verorientalisierung und
Verjudung des Christentums gewehrt haben soll, das ausgedrückt, dass Jesu
Kommen die Wende der Zeit war, dass Gottes Gericht sich eben damit schon
vollzogen hat"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1936, Jesus und Paulus:
Jesus Christus im Zeugnis der Heiligen Schrift und der Kirche. Beihefte 2
zur Evangelischen Theologie, 1936, Seite 68 - 70 u. 85; Vgl. Jesus und
Paulus, Exegetica: Aufsätze zur Erforschung des Neuen Testaments, Tübingen,
1967, Seite 210 - 212 u. 224)
Kommentar

Rudolf Bultmann
(1884 - 1976), 1912 - 1951 Theologieprofessor
"Die Formel 'Christus ist Gott' ist falsch in jedem Sinn, in dem Gott als
eine objektivierbare Größe verstanden wird, mag sie nun arianisch
[der Vater allein ist Gott] oder
nizäisch [wir glauben an einen Gott, den Vater ...
den einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes ... Gott aus Gott, Licht aus
Licht, wahrer Gott aus wahrem Gott] orthodox oder liberal
verstanden sein.
Sie ist richtig, wenn 'Gott' hier verstanden wird als das Ereignis des
Handelns Gottes."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1954, Ev. Theologe, Glauben und Verstehen (GuV). Gesammelte Aufsätze, Band
2,
Tübingen 1958, S. 258)
Kommentar
"Diese Frage heißt nun nicht mehr, ob Gott ist oder nicht, sondern wo Gott
geschieht, wo Gott sich ereignet."
Prof. Dr. Dorothee Sölle (1969, Ev.
Theologin, Aufsatz: Gibt es ein atheistisches Christentum?, Merkur
23-1969, S. 33 - 44)
Kommentar
"Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht."
Dr. theol. Dietrich
Bonhoeffer (1930,
Evangelisch-lutherischer Theologe, Habilitationsschrift: Akt und Sein.
Transzendentalphilosophie und Ontologie in der systematischen Theologie,
Seite 68)
Kommentar
"Wir müssen so glauben, als wenn es Gott nicht gäbe."
Dr. theol. Dietrich
Bonhoeffer (1944, Evangelisch-lutherischer Theologe, Gefängnis
Berlin-Tegel, www.franz-sales-verlag.de/fsvwiki/index.php/Lexikon/Dreifaltigkeitssonntag-LJA)
Kommentar
"Löst sich das Christentum in Ethik auf? Die Antwort auf diese Frage muss
heißen: Ja, das tut es heute wie vor 2000 Jahren."
Prof. Dr. Dorothee Sölle (Dezember 1966, Ev.
Theologin, Atheistisch an Gott glauben? Merkur. Nachdruck: Atheistisch an
Gott glauben? Beiträge zur Theologie, dtv München 1983, Seite 86)
Kommentar
"Wenn Jesus heute wiederkäme wäre er Atheist, d.h. er könnte sich auf nichts
anderes als auf seine weltverändernde Liebe verlassen."
Prof. Dr. Dorothee Sölle (1969, Ev.
Theologin, Aufsatz: Gibt es ein atheistisches Christentum?, Merkur
23-1969, S. 33 - 44)
Kommentar
"Oben ohne" - Theologie"
"Der Atheismus
hat auch da seinen Platz gefunden, wo man ihn eigentlich nicht vermutet: An
den theologischen Fakultäten. […]
Wenn man systematisch
mythologische Rede vermeiden wollte, musste man auch Gott als Person
entmythologisieren und zum Beispiel durch „Liebe“ ersetzen."
[Zitat im untern Teil ausführlicher]
Prof. Dr. Klaus
Berger (29.12.2007, Theologe, Wider die „oben ohne“-Theologie, Die
Tagespost)
Kommentar
"Sie [Prof. Dr. Dorothee Sölle, siehe
Beiträge]
gehörte zu den Theologinnen, die Bultmanns Programm der
Entmythologisierung als befreiend erlebten, weil sie dadurch den Widerspruch
zwischen dem mythischen, im „Geheimnis des Glaubens" wurzelnden Weltbild der
Bibel und einem wissenschaftlich fundierten, auf Vernunft basierenden
Realitätsverständnis für überbrückbar hielt."
Dr. Klaus Aschrich (November 2006, Institut
für Evangelische Theologie und Religionspädagogik - Uni Würzburg, Theologie
schreiben: Dorothee Sölles Weg zu einer Mystik der Befreiung, LIT Verlag
Münster)
Kommentar
"Was die Kirche dem Denken Dorothee Sölles
[siehe Beiträge] verdankt, ist längst nicht mehr eine ‚Randposition’. Es ist
eine deutliche Linie unserer Kirche geworden, die sie vor der
Konventikelhaftigkeit [Erläuterung siehe unten]
bewahrt"
Präses Manfred Kock (28. April 2003, 1997
bis 2003 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, 1997
bis 2003 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Pressestelle der EKD,
www.ekd.de/presse/pm82_2003_kock_soelle.html)
[„Der Ausdruck Konventikel (lat.: conventiculum, Diminutiv von conventus =
„kleine Zusammenkunft“, vergleiche Konvent) bezeichnet allgemein eine im
Wesentlichen private religiöse Zusammenkunft in einem Wohnhaus außerhalb
eines Gotteshauses. In der Geschichte des Pietismus bezeichnet das
Konventikel die häusliche, zu Zwecken der Erbauung und der Andacht
veranstaltete Zusammenkunft von Personen, die nicht zu einer Familie gehören
und gegenüber der Kirche mehr oder weniger bewusste Separationsziele
verfolgen.“ 2008,
http://de.wikipedia.org/wiki/Konventikel]
Kommentar

Präses Manfred Kock (1997 - 2003 Ratsvorsitzender der EKD)
"Staatstheologen"
[F.A.Z.]
"Kann die neue Universalreligion der Welt
endgültig Frieden und Wohlstand bringen … selbstverständlich nach
Beseitigung all der hinderlichen Bekenntnisse und nachdem eine moderne
Bibelkritik die Person Jesu und die Gebote Gottes auf ein den Zeitgenossen
zumutbares Maß zurückgestutzt hat."
[Zitat im untern Teil ausführlicher]
Erzbischof Dr. Dr.
Johannes Dyba (5.4.1995, Theologe, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr.
81, S. 14)
Kommentar
"Dieser Gott ist ihr ... privater Taschengott, ein handlicher Jack in
the Box [...] In der Bibel ist er nicht zu finden."
Dr. Alexander Kissler (18. Mai 2010,
Kisslers Kultur-Kolumne, Gelobt sei das Ich, www.theeuropean.de)
Kommentar
"Anlässlich der
Erwähnung von Rudolf Bultmann [siehe Beiträge] möchte ich nicht versäumen zu erwähnen, dass
er sich vor seinem Tod bekehrt und seine Schüler und Studenten um Vergebung
gebeten hat."
Prof. Dr. theol. Eta
Linnemann (1. Oktober 2007, Theologin, Bibel oder Bibelkritik? Was ist
glaubwürdig?, ISBN 9783937965864, S.13)
Kommentar
"Wenn man auf dem Sterbebette liegt, wird man sehr empfindsam und
weichselig, und möchte Frieden machen mit Gott […]
Ja, ich bin zurückgekehrt zu Gott, wie der verlorene Sohn, nachdem ich lange
Zeit bei den Hegelianern [Hegel - deutscher
Philosoph] die Schweine gehütet. War es die Misere, die mich
zurücktrieb? Vielleicht ein minder miserabler Grund. Das himmlische Heimweh
überfiel mich."
Heinrich Heine (30.
September 1851, deutscher Dichter, Paris)
Kommentar
"Besser ein Patient Christi als ein Doktor der Theologie."
Bodo Riedel (2003,
Pädagoge, Bremen)
Kommentar
"Du kannst vielleicht mitfühlen, wenn ich Dir sage, dass ich schon manchmal
Stunden hatte, in denen ich alles Denken und Wissen gern von mir geworfen
hätte [...] unsereiner sieht sich am Abend nicht weiter als am Morgen und
mag kaum auf das nächste Morgen hoffen."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(2. April 1905, Ev. Theologe,
Brief an Walther Fischer, Mn
2-2198, Nachlass Rudolf Bultmann, Universitätsbibliothek Tübingen)
Kommentar

Rudolf Karl Bultmann (Landeskirchliches Archiv,
www.elk-wue.de)
"Ich gehöre zu denen, die [Bultmanns]
Schrift begrüßt haben ... Grob gesagt: Bultmann hat die Katze aus dem
Sack gelassen, nicht nur für sich, sondern für sehr viele (die liberale
Katze aus dem Bekenntnissack), und darüber freue ich mich.
Er hat gewagt zu sagen, was viele in sich verdrängen (ich schließe mich
ein), ohne es überwunden zu haben. Er hat damit der intellektuellen
Sauberkeit und Redlichkeit einen Dienst geleistet.
Der Glaubenspharisäismus, der nun dagegen von vielen Brüdern aufgeboten
wird, ist mir fatal. Nun muss Rede und Antwort gestanden werden. Ich
spräche gern mit Bultmann darüber und möchte mich der Zugluft, die von
ihm kommt, gern aussetzen. Aber das Fenster muss dann wieder geschlossen
werden. Sonst erkälten sich die Anfälligen zu leicht."
Dr. theol. Dietrich
Bonhoeffer (25. Juli 1942, Evangelisch-lutherischer Theologe, [Brief
Bonhoeffers] 192. An Winfried Krause. Berlin, 25.7.1942, Dietrich
Bonhoeffer Werke (DBW); Band 16: Konspiration und Haft 1940-1945. Jorgen
Glenthoj, Ulrich Kabitz, Wolf Krötke (Hrsg.), Christian Kaiser
Verlag/Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1996, Seite 344)
Kommentar
"Rudolf Bultmann entzauberte im 20. Jahrhundert radikal die Sprache der
Bibel. [...] Er gilt heute als einer der bedeutendsten Theologen des
Protestantismus.
Bultmann ist ein Symbol für den Dialog des Christentums mit der Moderne.
In seiner Person als Wissenschaftler und Christ verkörperte er zugleich
den Spagat zwischen Glauben und Verstehen. [...]
Seine Interpretation der Evangelien rüttelt bis heute an den Fundamenten
der christlichen Bekenntnisse. [...] Schließlich war die äußerste
Konsequenz dieses Programms „die Verneinung der leiblichen Auferstehung
Christi“, wie die Tagesschau einen Tag nach Bultmanns Tod meldete. [...]
Die Kontroverse um Bultmanns Entmythologisierungsprogramm war für die
Kirche ein notwendiger Streit, erinnert sich der 1915 geborene Theologe
Heinz Zahrnt. Bultmann habe die Christen vom zwanghaften
Buchstabenglauben befreien wollen"
Evangelischer Pressedienst epd (Oktober
2001, Rudolf Bultmann - Spagat zwischen Glauben und Verstehen, Marburger
UniJournal Nr. 10, 10/2001, Philipps-Universität Marburg,
www.uni-marburg.de)
Kommentar
"Fundamentalistische Haltungen entstehen ... wenn folgende Merkmale
anzutreffen sind ... Ein nicht-symbolisches, wortwörtliches Verstehen und konkret-politisches
Umsetzen heiliger Schriften."
Dr. Fritz R. Huth (Februar 2002, Theologe,
Beauftragte für Weltanschauungsfragen der EKHN Evangelische Kirche in Hessen
und Nassau, Arbeitshilfe Fundamentalismus. Herausgegeben vom „Zentrum
Ökumene“ der EKHN)
Kommentar
"So liegt es auch von daher nahe,
die christlichen Inhalte ins Symbolische zurückzunehmen, ihnen keine höhere
Wahrheit zuzusprechen als den Mythen der Religionsgeschichte - sie als Weise
der religiösen Erfahrung anzusehen, die sich demütig neben andere zu stellen
hätte.
In diesem Sinn kann man dann - wie es scheint - fortfahren, ein
Christ zu bleiben; man bedient sich weiterhin der Ausdrucksformen des
Christentums, deren Anspruch freilich von Grund auf verändert ist" [Zitat im untern Teil ausführlicher]
Prof. Dr. Joseph
Ratzinger (08.01.2000, Der angezweifelte Wahrheitsanspruch. Die Krise
des Christentums am Beginn des dritten Jahrtausends, Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 08.01.2000, Nr. 6, S. I)
Kommentar
"Das Christuskerygma ist
also Kultuslegende, und die Evangelien sind erweiterte Kultuslegenden."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1921, Theologe, [laut
http://www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml:
bedeutendster Exeget des 20. Jahrhunderts], Die Geschichte der synoptischen
Tradition. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 8.Aufl. 1970 2. Aufl.
1931, S.
395)
Kommentar
"Ein Satz wie: "Gott hat uns seinen Sohn gesandt" ist also symbolisch zu
verstehen und nicht wörtlich."
Dr.
Gerhard Kühlewind (August 2004, Paul Tillich: Progressive Theologie
aus dem letzten Jahrhundert, www.evangelisch-in-leerstetten.de)
Kommentar
"Wie aber können Sie zu einem bloßen Symbol
beten?"
Prof. Dr. Gerd Lüdemann
(8. Mai 1998, Theologe,
Georg-August-Universität Göttingen,Unter den Dächern von Göttingen, DS -
DEUTSCHES ALLGEMEINES SONNTAGSBLATT, 8. Mai 1998 Nr. 19/1998)
Kommentar
"Ich bin weiter davon überzeugt, dass mein Vorwurf der
Scheinheiligkeit gerechtfertigt ist." […] Im "Grunde stellt das Vorgehen der
wissenschaftlichen Theologen die Spitze der Heuchelei dar. Indem sie den
Studierenden die Ergebnisse der historisch-kritischen Forschung vermitteln,
nehmen sie ihnen den Glauben der Bekenntnisse, den sie in ihrem kirchlichen
Dienst vertreten sollen."
Prof. Dr. Gerd Lüdemann (1999, Theologe, Georg-August-Universität
Göttingen, "Kirche der Scheinheiligen" Evangelische Kommentare 3/1999)
Kommentar

Prof. Dr. Gerd Lüdemann (Theologe,
Georg-August-Universität Göttingen)
"Glaubenssätze sind symbolisch-gleichnishaft und nicht wortwörtlich zu
verstehen. Dann passen sie mit dem Wahrheitsbewusstsein zusammen. […]
Hier muss man sich allerdings vor Beliebigkeit hüten, und damit vor einer Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheitsfrage. Man kann nicht jede beliebige religiöse Meinung damit retten, sie sei zwar nicht wortwörtlich, aber doch noch symbolisch wahr. […]
Eine derartige Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheitsfrage löst das Christentum auf."
Dr. theol. Andreas Rössler (26.7.2001, Theologe, Undogmatisches Christentum: ein Ideal im Konflikt mit der Wirklichkeit, IARF-Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll)
Kommentar
"Als wir Kinder waren, gab es einen Augenblick, wo wir, wenn uns eine
Geschichte erzählt wurde, die Frage stellten: "War das mal wirklich?"
Wir erwarteten auf diese Frage eine schlichte Antwort, also nicht eine
Antwort, die den Umfang des Begriffs "wirklich" so lange dehnte, bis auch
Märchen und Träume darunter subsumiert[http://de.wikipedia.org/wiki/Subsumtion]
werden konnten. [...]
Wenn der Gegensatz von Schein und Sein
verschwindet, ist es gleichgültig, ob wir sagen, alles sei wirklich oder
alles sei Schein. ... Gibt es keinen Unterschied? Doch, natürlich gibt es
einen Unterschied, und es ist sogar der wichtigste aller Unterschiede."
Prof. Dr. Robert Spaemann (8. Februar 2000, Wirklichkeit als
Anthropomorphismus, Vortrag Bayerischen
Akademie der schönen Künste)
Kommentar
"Es kommt ihm [Friedrich Josef Dürrenmatt]
vor, als frage man einen Theologen, der eben Gott entmythologisiert hat, was
denn Gott in Wirklichkeit sei: ein Prinzip, eine Weltformel oder was denn
sonst?
Wer so fragt, hat laut Dürrenmatt nicht begriffen, dass diese Frage
untheologisch ist, ja dass moderne Theologie nur noch unter der Bedingung
möglich ist, dass solche Kinderfragen nicht mehr gestellt werden."
Elisabeth Emter (17. August 1995,
Germanistin, Literatur und Quantentheorie. Gruyter, ISBN 9783110148732, S.
249)
Kommentar
"Die Theologen haben doch längst die Bibel und den ganzen Volks- und
Aberglauben entmythologisiert [...]
Kein Theologe sagt es so platt, aber auf diese Plattheit laufen all
ihre Erklärungen hinaus, wenn man sie von den theologieüblichen
Verschleierungen und Wissenschaftlichkeit vortäuschenden Komplizierungen
befreit und über die Rücksichten auf die Kirche und religiöse Gefühle
hinweggeht."
Christian Nürnberger (November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott
glauben", Jesus für Zweifler)
Kommentar
"Das liberale Christentum hat nicht nur Kritik an der Religion geübt, es hat die Religion aufgelöst."
Prof. Dr. Paul Tillich (1942, Theologe und Religionsphilosoph,
Prinzipien des Protestantismus, Our Protestant Principles. In: The
Protestant Vol.4, No.7, New York 1942, S.10-11, u. P. Tillich,
Gesammelte Werke VII: Der Protestantismus als Kritik und Gestaltung.
Schriften zur Theologie I, Stuttgart 1962, S.133-140)
Kommentar
"Das ist die offenkundige vor Augen liegende
Wirkung der historischen Methode. Sie relativiert Alles und Jedes."
Prof. Dr. Ernst
Troeltsch (1865 - 1923, Theologe, Ernst Troeltsch Lesebuch, Utb;
Auflage: Oktober 2003, ISBN 978-3825224523)
Kommentar
"Nicht alles, was einem liberalen Theologen religiös nicht passt, ist
deswegen Fundamentalismus"
Dr. Karsten Fischer (4. Februar 2009,
Politikwissenschaftler, Fundamentalismus – ein brauchbarer Begriff?
Veranstaltung des Forschungsbereichs "Religion und Politik" an der Berliner
Humboldt-Universität, www.religion-and-politics.de,
www.pro-medienmagazin.de)
Kommentar
"Wäre ich ein fundamentalistischer Christ, wäre ich entsetzt von dieser
wischi-waschi Version des christlichen Glaubens. Doch weil ich ein
Ungläubiger bin, der sich vor der Barbarei vieler fundamentalistischer
Christen fürchtet (z.B. vor ihrer
Homophobie), heiße ich theologischen
Liberalismus willkommen.
Vielleicht werden die liberalen Theologen einmal so eine wischi-waschi
Version des Christentums entwickeln, dass niemand mehr Interesse daran
hat, Christ zu sein. Wenn dem so wäre, dann wäre etwas verloren
gegangen. Doch höchstwahrscheinlich hätten wir noch mehr gewonnen."
[Zitat im untern Teil ausführlicher]
Prof. Dr. Richard Rorty (Juli 2003,
Philosoph, Truth, Evil, and Redemption. Interview Magazin Modern
Reformation Juli/August Vol. 12 No. 4, 2003)
Kommentar
"Die Ära der westlichen Christenheit ist innerhalb unserer Generation zu Ende gegangen" [Zitat im untern Teil ausführlicher]
Prof. Dr. Philip Jenkins (2007, Lehrstuhl für Religionswissenschaft an der Pennsylvania State University, USA)
Kommentar
"Wenn ... morgen alle haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter aller
Kirchen für immer aufhörten zu arbeiten, würden es die meisten über eine
lange Zeit gar nicht bemerken." [Zitat im untern Teil ausführlicher]
Christian
Nürnberger
(21. September 2007, Das Christentum. Was man
wirklich wissen muss.)
Kommentar
"Wenn ... am Ende ... nur noch wenige Menschen Christen sein werden und das
Christentum als eine unplausible Schrulle erscheint, dann braucht uns das
jetzt nicht weiter zu interessieren. Es ist uns dies vorhergesagt, damit wir
uns daran erinnern, wenn es soweit sein wird …
Wir wissen aber nicht, wann das sein wird. Es kann ja auch in Europa
noch einmal eine Phase der christlichen Wiedergeburt geben, weil die
Zahl derer, die gerettet werden sollen, noch nicht voll ist.
[vgl. Römer 11,25] [...]
Wir sollen uns nicht zurückziehen ins
Ghetto, wie häufig gesagt wird. Aber die Frage, ob Ghetto oder nicht, wird
überhaupt nicht von uns entschieden.
Wenn wir das tun, was aufgrund des Gehorsams gegen das Evangelium notwendig
ist, dann wird es sich zeigen, ob wir im Ghetto landen oder nicht. Diese
Frage muss uns primär gar nicht interessieren."
Prof. Dr. Robert Spaemann
(September 2007, Philosoph, Das unsterbliche Gerücht. Die Frage nach Gott
und die Täuschungen der Moderne.)
Kommentar

Prof. Dr. Robert Spaemann, Philosoph
"Ob islamistische Bewegungen in Indonesien und im Nahen Osten oder
christliche Fundamentalisten in den USA, ob religiös fanatische jüdische
Siedler auf palästinensischem Gebiet oder nationalistische Katholiken in
Polen bzw. Orthodoxe in Russland: das religiöse Hasspotenzial ist dem
Friedenspotenzial der Glaubensgemeinschaften wie das Unkraut dem Weizen
beigesellt."
Präses Nikolaus Schneider (12. Januar 2009,
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD, Präses
[vgl. Kirchenpräsident bzw. Landesbischof] der Evangelischen Kirche im
Rheinland (EKiR), Präsesbericht - BERICHT ÜBER DIE FÜR DIE KIRCHE
BEDEUTSAMEN EREIGNISSE, www.ekir.de/ekir/dokumente/ekir2009praesesbericht.pdf)
Kommentar
"Deshalb ist die Vorstellung töricht, man könne die Gefahren des
politischen Islamismus durch einen christlichen Fundamentalismus bannen.
Man bannt sie nicht, man verdoppelt sie vielmehr."
Bischof Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber (Juli 2010, 2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Vernunft
des Glaubens, Cicero 7/2010, Seite 63)
Kommentar
Dr. Margot
Käßmann:
"Fundamentalismus ist immer ein Problem." [...]
Alice Schwarzer: "Sie sehen den
christlichen Fundamentalismus also nicht minder kritisch wie den
islamischen?"
Dr. Margot
Käßmann:
"Selbstverständlich! Aber in Europa sind die christlichen
Fundamentalisten in einer absoluten Minderheit. [...] In Europa gibt es
die weltweit liberalsten Christinnen und Christen."
Bischöfin Dr.
Margot Käßmann (Mai 2005, Oktober 2009 - Februar 2010
Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin
der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover,
Interviewerin Alice Schwarzer, Margot Käßmann. Keine Lust, mich zu
verstellen, EMMA 3/2005,
www.emma.de)
Kommentar
"Europa scheint von dem "fundamentalistischen" Bazillus aufgrund des
Zaubertranks "Säkularität" [lat. saecularis =
weltlich]
weitgehend frei zu sein."
Prof. Dr. Volkhard Krech (Juli 2005,
Theologe, Evangelisch-Theologische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum,
Religiöser Fundamentalismus. Analysen und Kritiken, Seite 48, Francke
Tübingen, ISBN 9783772080999)
Kommentar
"Fundamentalisten sind auch Menschen."
Prof.
Dr. Dr. Heinrich Schäfer (30. Mai 2006, Ev. Theologe u.
Soziologe, Universität Bielefeld, Fundamentalismen und Modernen,
Evangelischer Pressedienst epd, epd-Dokumentation 22/2006, S. 11,
Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik GEP)
Kommentar
"Fundamentalismus im Christentum ist nichts, womit wir uns abfinden
dürfen"
Bischof Dr.
Wolfgang Huber (10.06.2007, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Keine Kollekte für Moschee,
Kölner Stadt-Anzeiger)
Kommentar

Immanuel Kant (1724 - 1804)
"Die Natur wollte wissen, wie die Vernunft aussieht, da erschuf sie
Kant."
Pfarrer Gerson Raabe (Februar 2004,
Immanuel Kant: Philosoph des Protestantismus, www.erloeserkirche.de)
Kommentar
"Kant ... nach meiner Überzeugung ... der Philosoph des Protestantismus."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (12.02.2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Unsterblichkeit und Würde. Kant
zu Ehren, St. Michaelis zu Hamburg auf Einladung der Patriotischen
Gesellschaft von 1765 und der ZEIT-Stiftung)
Kommentar
"Kant ist der Ehrentitel »Philosoph des Protestantismus« verliehen
worden - wobei zu fragen wäre, ob das für den Protestantismus oder für
Kant oder für beide ehrenhaft ist. Wie dem auch sei - kein
philosophisches Denken der Neuzeit, genauer: der Moderne dürfte auf die
Theologie des Neuprotestantismus im 19. und 20. Jahrhundert nachhaltiger
gewirkt haben als das Kants."
Prof. Dr.
Falk Wagner (Januar 1985, Aspekte der Rezeption
Kantischer Metaphysik - Kritik in der evangelischen Theologie des 19.
und 20. Jahrhunderts, Neue Zeitschrift für Systematische Theologie und
Religionsphilosophie. Band 27, Heft 1, S. 25)
Kommentar
"Kants Stil ... lässt sich vielleicht treffend bezeichnen als eine
glänzende Trockenheit [...] Die selbe glänzende Trockenheit finde ich im
Stil des Aristoteles wieder, obwohl dieser viel einfacher ist. – Dennoch
ist Kants Vortrag oft undeutlich, unbestimmt, ungenügend und bisweilen
dunkel."
Prof. Dr. Arthur Schopenhauer
(1819,
Philosoph, Die Welt als Wille und Vorstellung, Band
1, Anhang: Kritik der Kantischen Philosophie,
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Welt_als_Wille_und_Vorstellung)
Kommentar
"Wer ... die staubtrockene evangelische Synode betrachtet,
denkt nicht an Gott, sondern eher an Versicherungsverträge. […]
Wer sich der schweren Prüfung eines protestantischen Gottesdienstes an
einem beliebigen Sonntag unterzieht, muss auf einem harten Brett sitzen
und auf ein nacktes Kreuz starren. Sachliche Seelsorger geben unablässig
vernünftige Worte von sich [...] Das Ganze hat das Ambiente eines
Mathematikunterrichts an einer Gesamtschule."
stern (26.11.2009, Selig ohne Gott, stern Nr. 49, S.
62)
Kommentar
"Kants religiöse Entwicklung […]
Wie steht es mit seiner
Stellung zum offiziellen Kirchenglauben in jener Zeit? […] Auffallender
ist eine … Mitteilung von Kants Schüler und späterem Kollegen Pörschke
(1751—1812) […]
"Er
[Kant] sei schon
lange Magister gewesen und habe noch an keinem Satze des Christentums
gezweifelt; nach und nach sei ein Stück ums andere abgefallen. [...]
Wie befruchtend die kritische Methode in den letzten
Jahrzehnten auf die verschiedensten Wissenschaftsgebiete gewirkt hat und
noch wirkt, weiß jeder, der im wissenschaftlichen Leben steht."
Prof. Dr. Karl Vorländer
(1924, Philosoph, Immanuel Kant. Der Mann und das Werk, Erneuerung des
Kritizismus seit 1860)
Kommentar
"Seit immer größere Teile des Protestantismus, durch die Philosophie
Immanuel Kants beeinflusst, Religion nur noch als Moral denken können,
gerät die evangelische Kirche in eine gefährliche Schieflage: Sie
verliert immer mehr das Bewusstsein ihrer Kirchlichkeit und reduziert
ihre öffentliche Rolle auf die einer moralischen Instanz."
Dr. Martin Schuck (7. März 2010,
Verlagsleiter des Evangelischen Presseverlags Pfalz, Kommentar: Religion
als Moral: Fall Margot Käßmann, Evangelischer Kirchenbote 10/2010,
S. 4)
Kommentar
"Schließlich droht das Ideal des undogmatischen Christentums in die
dürftige Wirklichkeit eines womöglich auf die Humanität eingeschränkten
Christentums zurückzufallen. […]
Damit gibt das undogmatische Christentum keinem postmodernen Zeitgeist
nach, im Sinn des Slogans
,,Anything goes, man kann glauben, was man will, und die Wahrheit ist
nur das, was die Einzelnen dafür halten“."
Pfarrer Dr. Andreas Rössler (26.7.2001,
Undogmatisches Christentum: ein Ideal im Konflikt mit der Wirklichkeit,
IARF-Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll)
Kommentar
"Wenn alles gleich gültig ist, ist auch schnell alles gleichgültig."
"Wenn alles Wahrheit ist, ist nichts mehr Wahrheit."
Peter Hahne (November 2004, Theologe, 1992 - 2009 Mitglied des Rates
der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, ZDF-Programmdirektion,
Schluss mit lustig! Das Ende der Spassgesellschaft, ISBN: 3501051808)
Kommentar
"Auf den religiösen Pluralismus unserer Zeit bildet weder der religiöse
Relativismus eines „anything goes" noch der religiöse Fundamentalismus
eine zureichende Antwort.
Vielmehr muss sich in einer solchen Antwort der Respekt vor der gleichen
Würde der Verschiedenen mit der Bereitschaft verbinden, inmitten dieser
Pluralität selbst einen Standpunkt zu finden und diesen auch beherzt zu
vertreten.
Soweit schon dies als konservativ gilt, zu dem zu stehen, was man als
verbindlich anerkennt, eignet der Religion unweigerlich ein
konservativer Zug.
Doch wenn das in einer Weise geschieht, in der Diversität
[Vielfalt] nicht verurteilt, sondern
respektiert wird, blitzt etwas Neues auf: pluralismusfähige
Überzeugungstreue, Interesse am Streit um die Wahrheit.
In einer Gesellschaft, in der das alles andere als vertraut ist, gewinnt
ein beherzter Glaube, der dem Fremden und Andersgläubigen mit Achtung,
ja mit Neugier begegnet, einen Zug nach vorn - und das lässt sich
durchaus auch als progressiv bezeichnen."
Bischof Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber
(Juli 2010, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in
Deutschland EKD, Vernunft des Glaubens, Cicero 7/2010, Seite 63)
Kommentar
"Glaubt, was ihr für glaubwürdig und wahr haltet, aber bleibt kritisch."
Pfarrer Friedrich
Schorlemmer (25.04.2004, Speyerer Protokolle: Der Protestantismus
als Kritik und Gestaltung, Symposium und Gottesdienst zum 475-jährigen
Protestationsjubiläum, 24./25. April 2004 Speyer, hg.v. Ev. Akademie der
Pfalz)
Kommentar

Immanuel Kant Monument in Königsberg
"So viel ist gewiss: wer einmal die Kritik gekostet hat, den ekelt
auf immer alles dogmatische Gewäsche, womit er vorher aus Not vorlieb
nahm, weil seine Vernunft etwas bedurfte, und nichts Besseres zu ihrer
Unterhaltung finden konnte."
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1783,
Philosoph,
Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft
wird auftreten können, A 191, § 60,
http://de.wikiquote.org/wiki/Immanuel_Kant)
Kommentar
"Nicht der hat Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern der, welcher keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte."
Friedrich Schleiermacher (1799, Theologe, Klassiker neuzeitlicher Religionstheorie, "Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern")
Kommentar
"Schwärmer und
Mucker [Anhänger des Pietismus,
http://de.wikipedia.org/wiki/Mucker]
sind beide schrifttoll."
Herrnhuter
[http://de.wikipedia.org/wiki/Herrnhuter_Br%C3%BCdergemeine]
und Pietist [http://de.
wikipedia.org/wiki/Pietismus] Böhm
[BÖHME, Anton Wilhelm, alias Anthony William
Boehm, 1673 - 1722, einflussreichster Pietist in London, www.bautz.de].
Guyon [Jeanne Marie Guyon du Chesnoy,
http://de.wikipedia.org/wiki/Jeanne_Marie_Guyon_du_Chesnoy]."
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1798,
Philosoph,
Kant: AA XV, Reflexionen zur Anthropologie, Seite 219,
www.korpora.org/Kant/aa15/219.html)
Kommentar
"Früher galten Fundamentalisten als Schwärmer
[siehe oben]"
Das Erste
(5. Dezember 2007, Dokumentation "Fanatisch, fundamentalistisch, fromm."
"SWR, NDR und WDR begeben sich in den USA, in Israel und im Jemen auf
Spurensuche, wie aus Frömmigkeit Fundamentalismus und Fanatismus werden
kann." www.daserste.de)
Kommentar
[Kant: Was ist Aufklärung? 1784]
"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten
Unmündigkeit.
Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines
Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet
ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des
Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner
ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
Sapere aude!
[Wage es verständig zu sein!]
Habe Mut, dich deines
eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.
[...]
Dass der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das
ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem dass er
beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte, dafür sorgen schon
jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen
haben.
Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und
sorgfältig verhüteten, dass diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt
außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperreten, wagen durften, so
zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen drohet, wenn sie es
versuchen, allein zu gehen."
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1784,
Philosoph, "Beantwortung der
Frage: was ist Aufklärung?", Berlinische Monatsschrift, 1784,2, S.
481–494)
Kommentar
"In irgendeinem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen
flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem
kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und
verlogenste Minute der Weltgeschichte"
Prof. Dr.
Friedrich Nietzsche
(1872,
Philosoph,
Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn,
KSA 1: 875, http://de.wikiquote.org/wiki/Friedrich_Nietzsche)
Kommentar
Hinweis in eigener Sache:
Die vielstimmigen Diskussionsbeiträge und Zitate dieser Website geben nicht
notwendig unsere eigene Meinung (www.Fundamentalismusdebatte.de) wieder.
Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von den nachfolgenden Zitaten mit antisemitischen Inhalten, oder sonstigen menschenverachtenden und diskriminierenden Inhalten distanzieren.
Kommentar
"Der Mensch ist ein Tier, was eine Erziehung nötig hat."
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1798,
Philosoph, Reflexionen zur Anthropologie,
http://de. wikiquote.org/wiki/Immanuel_Kant)
Kommentar
"Die Mohren, ingleichen alle Einwohner der heißen Zone haben eine
dicke Haut, wie man sie denn auch nicht mit Ruthen, sondern gespaltenen
Röhren peitscht, wenn man sie züchtigt, damit das Blut einen Ausgang
finde und nicht unter der dicken Haut eitere."
[Rassenlehre Immanuel Kants,
siehe
Kirche im Nationalsozialismus]
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1802,
Philosoph, Physische Geographie, AA IX, S. 313.
http://www.korpora.org/Kant/aa09/316.html, http://de.wikipedia.org/wiki/Neger)
Kommentar

Marcel Verdier (1843, Die Strafe mit den vier Pfählen in den Kolonien)
[Rassenlehre Immanuel Kants, siehe
Kirche im Nationalsozialismus]
"Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als
Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne."
Prof. Dr.
Immanuel Kant
(1788, Philosoph,
Kritik der praktischen Vernunft: § 7 Grundgesetz der reinen praktischen
Vernunft, S. 54)
Kommentar
Rassenlehre Immanuel Kants
[siehe
auch
Kirche im Nationalsozialismus]
"Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der Race
[Rasse,
http://de.wikipedia.org/wiki/Race_(Kant)]
der Weißen. Die gelben Indianer haben schon ein geringeres Talent. Die Neger
sind weit tiefer und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen
Völkerschaften. […]
Der Einwohner des gemäßigten Erdstriches,
vornehmlich des mittleren Teiles desselben, ist schöner an
Körper,
arbeitsamer, scherzhafter, gemäßigter in seinen Leidenschaften,
verständiger, als irgend eine andere Gattung der Menschen in der Welt.
Daher haben diese Völker zu allen Zeiten die andern belehrt, und durch
die Waffen bezwungen."
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1802,
Philosoph, Physische Geographie, AA IX, S. 313 u. 316,
http://www.korpora.org/Kant/aa09/316.html, http://de.wikipedia.org/wiki/Neger)
Kommentar
"Immanuel Kant lehnt in seinen veröffentlichten Werken ein
Widerstandsrecht des Volkes und des Einzelnen – auch gegen evident
ungerechte Gesetze – ab. Er beschäftigt sich vor allem in zwei
Veröffentlichungen explizit mit der Problematik des Widerstandsrechts:
In der Schrift Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig
sein, taugt aber nichts für die Praxis (1793) und in seinem
rechtsphilosophischen Hauptwerk Die Metaphysik der Sitten (1797). [...]
Unter dem Widerstandsrecht wird allgemein ein naturrechtlich bzw.
durch ein positives Gesetz statuiertes Recht jedes Menschen verstanden,
sich unter bestimmten Bedingungen gegen staatliche Gesetze auflehnen zu
dürfen bzw. ihnen den Gehorsam zu verweigern. [...]
In
Deutschland garantiert Art. 20 Abs. 4 des Grundgesetzes (GG) das Recht
eines jeden Deutschen, gegen jedermann Widerstand zu leisten, der es
unternimmt, die in Art. 20 GG niedergelegte Staatsordnung
(Föderalismusprinzip, Demokratieprinzip, Sozialstaatsprinzip,
Gewaltenteilung, Gesetzesbindung der drei Gewalten, Republikprinzip,
freiheitliche demokratische Grundordnung) zu beseitigen, wenn andere
Abhilfe nicht möglich ist."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Widerstandsrecht, Stand Dezember 2009)
Kommentar
"Wer die Wahrheit verrät,
verrät sich selber. Es ist hier nicht die Rede vom Lügen, sondern vom
Handeln gegen die Überzeugung."
Novalis (1772 - 1801, Georg Friedrich Philipp Freiherr
von Hardenberg, Schriftsteller, Philosoph und Bergbauingenieur,
http://de.wikipedia.org/wiki/Novalis)
Kommentar
"Im Deutschen wurde der Rassebegriff (in der französischen Schreibweise
race) erst 1775 von Johann Friedrich Blumenbach und Immanuel Kant erstmals
verwendet, die die gesamte Menschheit in fünf bzw. vier Rassen einteilten.
Die Vorstellung einer natürlichen Ordnung innerhalb der Menschheit
nach Maßgabe der Hautfarbe war zu dieser Zeit bereits verbreitet. Blumenbach
und Kant prägten dafür im Deutschen die Bezeichnung „Race“ und führten sie
in den akademischen Diskurs ein."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Rassentheorie, Stand Dezember 2009)
Kommentar
"Auch in Tischgesprächen wurde Kants Ressentiment deutlich - 1798 gab er
zu Protokoll, dass die Juden, solange sie Juden bleiben, der bürgerlichen
Gesellschaft nicht nützlich werden könnten"
DIE WELT (7.
Februar 2004, Das Gesetz ist erhaben. Warum jüdische Philosophen und
Theologen Kant als einen der Ihren erkannten, www.welt.de)
Kommentar
"Es wird nichts daraus kommen; so lange die Juden Juden sind, sich
beschneiden lassen, werden sie nie in der bürgerlichen Gesellschaft mehr
nützlich als schädlich werden. Jetzo sind sie die Vampyre der
Gesellschaft."
Prof. Dr.
Immanuel Kant
(1798,
Philosoph, Reisetagebuch von 1798,
Johann Friedrich Abegg, Frankfurt am Main: Insel Verlag; Aufl. 1987,
ISBN 978-3458327134, S. 190)
Kommentar
"Auch der aufgeklärteste Jude bleibt
doch immer ein Jude"
Prof. Dr. Friedrich Schleiermacher (September
1796, Theologe,
Friedrich Schleiermacher:
Kritische Gesamtausgabe, Bd.2, Schriften aus der
Berliner Zeit 1796-1799: Schriften Und Entwuerfe, Part 1, Hrsg. Günter
Meckenstock. New York: de Gruyter, Aufl.: 1. Januar 1984, ISBN
978-3110102666, Gedanken I, Seite 46)
Kommentar
"Die unter uns lebenden Palästiner
[Juden]
sind durch ihren Wuchergeist seit ihrem Exil, auch was die größte Menge
betrifft, in den nicht ungegründeten Ruf des Betruges gekommen. Es scheint
nun zwar befremdlich, sich eine Nation von Betrügern zu denken; aber eben so
befremdlich ist es doch auch, eine Nation von lauter Kaufleuten zu denken"
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1798,
Philosoph, Anthropologie in
pragmatischer Hinsicht, Meiner, 2003, ISBN 3-7873-1654-X, Seite 205,
http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismusforschung)
Kommentar
"Die Euthanasie des Judentums ist die reine moralische Religion mit
Verlassung aller alten Satzungslehren, deren einige doch im Christentum (als
messianischem Glauben) noch zurück behalten bleiben müssen"
[siehe auch
Kirche im Nationalsozialismus]
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1798,
Philosoph, Der Streit der Fakultäten,
http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=1374&kapitel=1)
Kommentar
"Das Judentum ist schon lange eine tote Religion, und diejenigen,
welche jetzt noch seine Farbe tragen, sitzen eigentlich klagend bei der
unverweslichen Mumie"
Prof. Dr. Friedrich Schleiermacher (1799, Theologe, Klassiker neuzeitlicher Religionstheorie,
Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter
ihren Verächtern. Hrsg. Carl Schwarz. Leipzig: Brockhaus, Aufl. 1868,
Über die Religionen, Seite 221)
Kommentar
"Schleiermacher musste klar sein, dass er mit dieser Kritik am
Judentum zugleich die Fundamente des traditionellen christlichen
Glaubens zur Disposition stellte […]
Die »unverwesliche Mumie«
des Judentums [siehe oben] gerät - wie bei
Voltaire und dem jungen Hegel - zur Chiffre des Christentums"
Prof. Dr. Micha Brumlik
(2000, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, •Deutscher
Geist und Judenhass. Das Verhältnis des philosophischen Idealismus zum
Judentum, München: Luchterhand Literaturverlag Aufl. 2002, ISBN
3630620280, Friedrich Schleiermacher, S. 148)
Kommentar
"Die überragende
Stellung Schleiermachers für die Geschichte des Protestantismus muss ich
hier nicht eigens herausstellen. Sie ist anerkannt."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (26. März
2006, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
EKD, Kristall von Perspektiven. Eröffnung des Internationalen
Schleiermacher-Kongresses in der Humboldt-Universität Berlin. www.ekd.de)
Kommentar
"Anders als in Frankreich und England, wo aus der Aufklärung eine
deistische Religion [http://de.wikipedia.org/wiki/Deismus]
hervorging, eignete sich in Deutschland die protestantische
Theologie die Inhalte der Aufklärung an, setzte sich mit ihr geradezu
gleich."
Prof. Dr. Micha
Brumlik (2000, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am
Main, •Deutscher Geist und Judenhass. Das Verhältnis des philosophischen
Idealismus zum Judentum, München: Luchterhand Literaturverlag Aufl.
2002, ISBN 3630620280, Friedrich Schleiermacher, S. 140)
Kommentar
"Ich bin mit meinen Schriften um ein
Jahrhundert zu früh gekommen; nach 100 Jahren wird man mich erst recht
verstehen und dann meine Bücher aufs neue studieren und gelten lassen."
Prof. Dr.
Immanuel Kant
(1724
- 1804,
Philosoph, Immanuel Kant. Der Mann und das Werk, Erneuerung des
Kritizismus seit 1860, Aufl. 1924, Prof. Dr. Karl Vorländer )
Kommentar
"Kants Stil trägt durchweg das Gepräge eines überlegenen Geistes"
Prof. Dr. Arthur Schopenhauer
(1819,
Philosoph, Die Welt als Wille und Vorstellung, Band
1, Anhang: Kritik der Kantischen Philosophie,
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Welt_als_Wille_und_Vorstellung)
Kommentar
Quelle:
http://www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Das Christentum wird von Kant symbolisch-ethisch aufgefasst. »Ich
unterscheide die Lehre Christi von der Nachricht, die wir von der Lehre
Christi haben« (Immanuel
Kant, An Lavater, 28. April 1775) [...]
Der Begriff Gott ist eine »Idee«, das »Ideal« der Vernunft. Wie alle
Gegenstände von Ideen ist Gott unerkennbar. [...] Gott ist »nicht
Substanz außer meinen Gedanken« (Immanuel
Kant, XXI 326); »nicht ein Wesen außer mir, sondern bloß ein
Gedanke in mir«
(Immanuel Kant XXI. 412; vgl. 417, 573). [...]
Gott, Freiheit und Allheit sind »nur Gedankenwesen, subjektive
Produkte der eigenen Menschenvernunft« (Immanuel
Kant, XXI. 374, 416)"
Dr.
Rudolf Eisler (1930,
Philosoph, Kant-Lexikon, www.textlog.de)
Kommentar
"Wer sich als Theologe an Kant hält, folgt der Verführung nicht, die
Vernunft durch Gefühl zu ersetzen und das Resultat dann Glauben zu
nennen.
[...]
Nicht darin, dass er die Gottesfrage zu Ende gebracht, sondern darin,
dass er sie offen gehalten hat, liegt sein großes Verdienst."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (12.02.2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Unsterblichkeit und Würde. Kant
zu Ehren, St. Michaelis zu Hamburg auf Einladung der Patriotischen
Gesellschaft von 1765 und der ZEIT-Stiftung)
Kommentar
F.A.Z.: "Bischof Huber, mangelt es der Kirche hierzulande an einer
gewissen Leidenschaft im Glauben, die anderswo, in China oder
Südamerika, vorgelebt wird?"
Bischof Huber: "Der Protestantismus,
den ich in China und Südamerika erlebt habe, ist zu einem guten Stück
eine Religion ohne Aufklärung." [Zitat im untern Teil ausführlicher]
Bischof Dr. Wolfgang Huber (23.02.2007, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland, Frankfurter Allgemeine Zeitung F.A.Z., 23.02.2007, Nr. 46 / Seite 42)
Kommentar
"Die gelben Indianer haben schon ein geringeres Talent. Die Neger
sind weit tiefer, und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen
Völkerschaften."
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1802,
Philosoph, Physische Geographie, AA IX, S. 316.
http://www.korpora.org/Kant/aa09/316.html, http://de.wikipedia.org/wiki/Neger)
Kommentar
"Ich bin überzeugt, dass die Pfingstkirchen wie die
anderen Kirchen Afrikas und die orthodoxen Kirchen die Aufklärung noch
vor sich haben." [Zitat im untern Teil ausführlicher]
Bischöfin Dr. Margot Käßmann (21.
April 2000, Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD), Bischöfin der
Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, DS - DEUTSCHES
ALLGEMEINES SONNTAGSBLATT, 21. April 2000 Nr. 16/2000)
Kommentar
"Die Negers von Afrika haben von der Natur kein Gefühl, welches über das
Läppische stiege."
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1764,
Philosoph, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen
und Erhabenen, Werke in sechs Bänden. Hg. v. Rolf Toman. Bd. 1: Träume
eines Geistersehers und andere vorkritische Schriften. Köln: Könemann
1995. S.250, http://de.wikipedia.org/wiki/Neger,
http://www.korpora.org/Kant/aa02/253.html)
Kommentar
"Diplomatie ist die Fähigkeit, so zu tun, als täte man nicht so."
Boleslaw Barlog (1906 - 1999,
deutscher Regisseur)
Kommentar
"Wenn die Alternative der religiöse Fundamentalismus ist, wie wir ihn in Teilen der Vereinigten Staaten von Amerika sehen, kann auch die christliche Religion dazu tendieren, Vielfalt, alternative Meinungen und Freiheit zu unterdrücken.
Deshalb wäre es ungeheuer wichtig, dass ein europäisches Christentum hier die Vernunft wahrt, für die Freiheit eintritt und
Atheismus wie andere
Religionen nicht durch Unterdrückung bekämpft, sondern im
Diskurs aufnimmt.
Das ist umso wichtiger, als sich von den Europäern nicht beachtet in Afrika,
Asien und Lateinamerika das Christentum rapide ausbreitet."
Bischöfin Dr. Margot Käßmann (2005,
Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, Impulspapier - Strategien für die Gesellschaft von morgen)
Kommentar
"Die steigende Religiosität ist nicht nur in Afrika, sondern global
zu beobachten. [...] In vielen afrikanischen Ländern konnte man ... in
den vergangenen Jahren beobachten, dass sich immer mehr Menschen einem
fundamentalistischen Bibelverständnis zuwenden, wie es in den
evangelikalen Gemeinden gepredigt wird. [...]
Der Glaube, der
dort verbreitet wird, hat mit den Vorstellungen christlicher Amtskirchen
nicht viel zu tun."
iz3w
(September 2008, Religionskritik: "Flucht in jenseitige Versprechungen",
Interview mit Bettina Rühl über den wachsenden christlichen
Fundamentalismus in Afrika. iz3w Nr. 308 - September / Oktober 2008,
www.iz3w.org)
Kommentar
"Die Zuwendung zur Religion vollzieht sich in großem Umfang in Gestalt
einer Abkehr vom Wissen, einer Abwendung von der Aufklärung. [...]
Ein religiöser Fundamentalismus greift um sich."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (22.02.2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland, Die Rede von Gott und die
Weltlichkeit der Welt, Humboldt-Universität zu Berlin)
Kommentar
Hegel & Kant (http://home.wlu.edu/~mahonj/Kant&Hegel.jpg,
Stand Dezember 2009)
"Für Hegel stellt die Philosophie den höchsten Kontext dar, dem er die
Religion unterordnet. […]
Nur wenn man annimmt, dass sich in Offenbarung und Religion gar keine
eigene Wirklichkeit zeigen könne, die über das hinausgeht, was die
gewöhnliche menschliche Erfahrung der Welt zeigt, kann man die Religion
mit Hegel zu einer uneigentlichen und bildhaften Rede von Dingen
erklären, die angemessen nur in wissenschaftlicher und philosophischer
Sprache ausgedrückt werden können.
Hegel scheint tatsächlich angenommen zu haben, dass es keine anderen
intentionalen Strukturen in der Wirklichkeit geben könne als die, welche
die enzyklopädischen Wissenschaften aufdecken.
Die religiösen
Offenbarungen sind für ihn demgegenüber kein surplus an
Absichtsbekundungen von Seiten der autarken Mächte, sondern sie sind in
Hegels Augen viel weniger, nämlich bloß bildhafte Vorahnungen dessen,
was jene Wissenschaften dann genauer und angemessener sagen."
PD Dr. Herbert Huber (2006, Philosoph,
Ludwig-Maximilian-Universität München, Philosophie und Ethik. Eine
Hinführung. Band I: Philosophieren – wie und wozu? Auer Verlag:
Donauwörth, Seite 146
Kommentar
"Nicht die unbedeutendste dieser Entwicklungen war das Hervortreten der Tendenz, den Wert von Beweisen zu erkennen und von einer Behauptung nur bis zu jenem Grad überzeugt zu sein, in dem diese Behauptung sich nachweisen lässt. [...]
Eine Fortentwicklung in der Religion, wie auch auf anderen Gebieten, müsste sich den Fragen von heute stellen, anstatt hartnäckig die Lehrmeinungen der Vergangenheit nachzubeten." [Zitat im untern Teil ausführlicher]
Dr. Sam Harris (September 2007, US-amerikanischer Schriftsteller,
Philosoph u. Neurowissenschafter, Das Ende des Glaubens. Religion, Terror und das Licht der Vernunft.)
Kommentar
"Neben die individuelle Vernunft tritt in Gestalt der Theologie die
wissenschaftliche Vernunft."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (31.10.2006,
2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
EKD, Religion im 21. Jahrhundert - Glaube und Vernunft, Frankfurter
Allgemeine Zeitung F.A.Z.)
Kommentar
"Bedarf die Welt einer Kirche, die der Weisheit der Welt bedarf?" [Zitat im untern Teil ausführlicher]
Christian Nürnberger (21. September
2007, Das Christentum. Was man wirklich wissen muss.)
Kommentar
"Wäre ich ein fundamentalistischer Christ, wäre ich entsetzt von dieser
wischi-waschi Version des christlichen Glaubens. Doch weil ich ein
Ungläubiger bin, der sich vor der Barbarei vieler fundamentalistischer
Christen fürchtet (z.B. vor ihrer
Homophobie), heiße ich theologischen
Liberalismus willkommen.
Vielleicht werden die liberalen Theologen einmal so eine wischi-waschi
Version des Christentums entwickeln, dass niemand mehr Interesse daran
hat, Christ zu sein. Wenn dem so wäre, dann wäre etwas verloren
gegangen. Doch höchstwahrscheinlich hätten wir noch mehr gewonnen."
Prof. Dr. Richard Rorty (Juli 2003,
Philosoph, Truth, Evil, and Redemption. Interview Magazin Modern
Reformation Juli/August Vol. 12 No. 4, 2003)
Kommentar
"Die Vorstellung, dass sich ein erheblicher Teil unserer Gesellschaft
als "wiedergeborene Christen" verstehen würde, liegt uns fern. Die
freikirchliche Tradition, in der diese Vorstellung verwurzelt ist, ist
in Deutschland nach wie vor auf Minderheiten beschränkt.
Die gleitende Erosion volkskirchlicher Milieus hat noch keine derartige
Gegenbewegung ausgelöst. Die kirchlichen Bemühungen um einen
missionarischen Aufbruch kommen nur schrittweise in Gang und haben ein
anderes Ziel:
Nicht der Anschluss an fundamentalistische Wahrheiten, sondern eine
aufgeklärte religiöse Identität ist das Ziel."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (09. Juni 2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender
der Evangelischen Kirche in Deutschland, Religion und Politik in
Deutschland und den USA - ein Vergleich, Atlantikbrücke in Berlin)
Kommentar
Evangelikaler "Amerikanismus missioniert bei uns in strategischer
Breite, unterstützt von politischen Aktivitäten und ehrgeizigen
Kirchenleuten, um die sie störenden Widerständigkeiten des
alteuropäischen „sozialistischen“ Kirchen-Christentums auch bei uns
auszutreiben. [...]
Es wird Zeit, aufzuwachen und mit einem entschlossenen „quod non“ die
protestantische Identität zu bewahren, die es sehr wohl wert ist bewahrt
zu werden."
Dr. Richard Ziegert (2006, Theologe, Beauftragter für
Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche der Pfalz, 1. Abschnitt:
14. Oktober 2006, "Politik der Götter, Europa und der neue
Fundamentalismus" OK [Offene Kirche] Mitgliederversammlung, Stuttgarter
Erlöserkirche. 2. Abschnitt: 2006, "Das protestantische Schisma",
Pfälzisches Pfarrerblatt)
Kommentar
"In Europa gibt es keinen religiösen Fundamentalismus, wie es in den USA
keinen Sozialismus gibt. In Europa sind zwar Staat und Kirchen
institutionell koordiniert, Politik ist aber seit der Aufklärung
dezidiert a-religiös. [...]
Fundamentalismus hat hier nur sektiererischen Raum."
Prof. Dr. Dr. Heinrich Schäfer (Mai 2006, Ev. Theologe u. Soziologe,
Universität Bielefeld, Vortrag auf der Tagung "Fundamentalismus-Alarm.
Neue religionspolitische Strategien in Zeiten der Rückkehr von
Religion", Evangelische Akademie Loccum, 5. - 7.5. 2006, Evangelischer
Pressedienst, Frankfurt am Main)
Kommentar
"Es gibt christlichen Fundamentalismus, und es gibt ihn in Deutschland."
Pfarrerin Annette Kick (01. März 2007, Ev. Weltanschauungsbeauftragte
der Württembergischen Landeskirche, SYM - Magazin der Evangelische
Akademie Bad Boll, Ausgabe 1-2007 vom 01.03.2007)
Kommentar
"Seinen Namen verdankt der Fundamentalismus einer Schriftenreihe, in der
sich erzkonservative US-Protestanten gegen die liberalen Protestanten
vor allem aus Europa abgrenzten. „The Fundamentals" erschienen zwischen
1910 und 1915. Ihr Anliegen: ein „wörtliches" Bibelverständnis. ...
Dass eine Sintflut den Globus bedeckte und Mose alle Bücher Mose
geschrieben habe. Dass biblische Wunder wirklich geschehen seien und
Jesus bald wiederkomme.
Jeden Versuch, die Bibel historisch zu verstehen, lehnen sie ab. Ihre
Ethik ist konservativ, sie verteufeln Abtreibung und Homosexualität."
Pfarrer Burkhard Weitz (1. Juli 2006, Journalist u. Redakteur von
chrismon PLUS, Was ist religiöser Fundamentalismus? Religion für
Einsteiger: www.chrismonblogs.de, Chrismon ist eine vierwöchentlich
erscheinende Zeitschrift der evangelischen Kirche.
http://de.wikipedia.org/wiki/Chrismon_%28Zeitschrift%29. Herausgeber
Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, Hermann Gröhe, MdB, Bischof Prof.
Dr. Wolfgang Huber, Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann [Oktober 2009 -
Februar 2010 Ratsvorsitzende
der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD)
Kommentar
"Die so genannten "Fundamentalismen"
[vgl. 1910, The Fundamentals] waren
folgende:
Die Unfehlbarkeit der Bibel;
die Jungfrauengeburt bzw. die Göttlichkeit Jesu;
der Sühnetod Jesu;
seine leibliche Auferstehung;
die sichtbare Wiederkunft Christi."
Katharina Reiss (2005, Fanatischer Fundamentalismus in christlichen
Gemeinschaften, Merkmale und Entstehungsbedingungen, http://www.sekten-info-essen.de/texte/fundamentalismus.html)
Kommentar

Quelle:
http://www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Einen eindeutigen Glauben zu besitzen, wie es dem Glaubensbekenntnis
der Kirche entspricht, wird oft als Fundamentalismus bezeichnet, während
der Relativismus, also dieses Hin-und-her-Getrieben-Sein vom Widerstreit
der Meinungen, als einzige Einstellung erscheint, die auf der Höhe der
heutigen Zeit ist.
Es begründet sich eine Diktatur des
Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und die als letztes Maß
nur das eigene Ich und seinen Willen gelten lässt.
Wir aber
haben einen anderen Maßstab: den Sohn Gottes, den wahren Menschen. Er
ist der Maßstab für den wahren Humanismus. "Reif" ist nicht ein Glaube,
der der Mode und der letzten Neuheit folgt. Erwachsen und reif ist ein
Glaube, der tief in der Freundschaft mit Christus verwurzelt ist."
Papst Benedikt XVI. Prof. Dr. Joseph Ratzinger
(18. April 2005, Predigt von Joseph
Kardinal Ratzinger in der Messe "Zur Wahl des Papstes", Über die
Freundschaft mit Christus und den Dienst an den Menschen, Rom,
www.zenit.org)
Kommentar
"Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
[2003
- 2009], Wolfgang Huber, hat sich kritisch über die gegenwärtige
Annäherung zwischen Vatikan und orthodoxer Kirche geäußert.
Es gebe in beiden Kirchen eine unterschiedlich stark ausgeprägte
Tendenz, eine Gestalt des christlichen Glaubens zu leben, "die mit der
Aufklärung nichts zu tun hat", sagte der Berliner Bischof am Samstag im
NDR-Hörfunk (Hamburg)."
"Das große Risiko der Annäherung zwischen der Orthodoxie und der
römisch-katholischen Kirche bestehe darin, "dass es eine Annäherung vor
der Aufklärung sein könnte", fügte Huber hinzu."
epd / Bischof Dr. Wolfgang Huber (29.12.2006, Huber kritisch zur
Annäherung zwischen Vatikan und Orthodoxie, Evangelischer Pressedienst (epd)
Hamburg,
http://nordelbien.de/nachrichten/epd.news/index.html?key=et01-20061230t143248897)
Kommentar
"Es fällt auf, dass sich Benedikt [Dr. Joseph Ratzinger] immer wieder
mit der sog. "liberalen Theologie" auseinandersetzt, einer im
Protestantismus ausgebildeten theologischen Richtung, die Forschung und
Lehre in Freiheit von dogmatischen Vorgaben, aber dem Evangelium
verpflichtet und im Gespräch mit Wissenschaft und Kultur betrieb.
Obwohl die liberale Theologie ihre Blütezeit bei uns in Deutschland im
Wilhelminischen Zeitalter [1890 bis 1918] hatte, so erlebte sie doch in
unseren Tagen - aus gutem Grund! - eine Renaissance. Somit verhält sich
Benedikt jedenfalls in dieser Hinsicht keineswegs zeitwidrig.
In den Brennpunkt der päpstlichen Kritik gerät Adolf von Harnack (1851 -
1930) [http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_von_Harnack] mit seiner
berühmten These: "Nicht der Sohn, sondern allein der Vater gehört in das
Evangelium, wie es Jesus verkündigt hat, hinein." [...]
Insgesamt jedoch bedeutet das päpstliche Jesusbuch
[Jesus von Nazareth,
Dr. Joseph Ratzinger, April 2007] eine Rückkehr zu einem
Jesusverständnis, das hinter die Aufklärung zurückführt"
Prof. Dr. theol. Werner Zager (Dezember 2007, Theologe, Fachbereich
Evangelische Theologie - Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am
Main, Präsident des Bundes für Freies Christentum, Wer war Jesus
wirklich? Deutsches Pfarrerblatt, Heft 12, S. 650/651)
Kommentar
"Der Beitrag der Kirche zur humanen Gesellschaft und zur Kultur, wird
nur stattfinden, wenn die Kirche auf weite Teile der biblischen Inhalte
verzichtet.
Das tun ihre Vertreter auch, aber wiederum nur auf doppelbödige Weise.
Sie lassen oft stillschweigend die dunklen, grausamen, drohenden Seiten
der frohen Botschaft aus. Die positiven Seiten werden dann
beispielsweise so beschrieben, als ob die Bibel aus lauter
Liebesgeschichten Gottes mit den Menschen bestände oder Kultur einen
positiven Bezug in der heiligen Schrift hätte.
Auch das ist angesichts des Inhalts der Bibel unwahrhaftig. Die Kirche
muss die Wahrheit unterdrücken, um in der Gesellschaft hoffähig zu
bleiben. [...]
Es ist ein Alarmsignal für unsere Gesellschaft, wenn der zweitgrößte
Arbeitgeber Deutschlands nicht nur unglaubwürdig, sondern auch in sich
zerbrochen ist und eigentlich nur durch den Staat und durch die von ihm
verliehenen Vorrechte am Leben erhalten wird."
Prof. Dr. Gerd Lüdemann (Dezember 2004, Theologe an der
Georg-August-Universität Göttingen, Vortrag auf Einladung des Bundes für
Geistesfreiheit (bfg) Fürth. „Warum die Kirche lügen muss“, Erstfassung
2000; modifizierte Fassung Dez. 2004; Kellmann-Stiftung Humanismus und
Aufklärung, München)
Kommentar
"Schon jederzeit hat es in den religiösen Lehren einen sichtbaren
Widerspruch unter theoretischem Anspruch und praktischer Wirklichkeit
gegeben.
Während solche Missstände im Mittelalter und der frühen Neuzeit nicht
selten zu religiösen Erneuerungsbewegungen führten, haben sie heute eher
eine Abkehr von der Religion zur Folge."
(http://ilexikon.com/Religion.html, 2007, "Religion - Definition und
Bedeutung")
Kommentar

Quelle:
http://www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Dass Benedikt ein konservativer Papst sein würde, war bei seiner
intellektuellen Vita zu erwarten, aber dass er fundamentalistische
Neigungen zeigt, ist dann doch überraschend, ja schockierend.
Der Papst, der als Oberhaupt des Vatikans auch Diplomat sein müsste, ist
schon in viele irdische Fettnäpfchen getreten: angefangen mit seiner
Regensburger Rede von 2006 **, die von vielen als antiislamisch gewertet
wurde [...]
** [http://de.wikipedia.org/wiki/Regensburger_Rede: Papst Benedikt XVI.
zitiert am 12. September 2006 vor Wissenschaftlern an der Universität
Regensburg eine Aussage des spätmittelalterlichen byzantinischen Kaisers
Manuel II.: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da
wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er
vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu
verbreiten.“]
Er bringt Vertreter anderer Religionen gegen sich auf und verärgert mit
seiner mittelalterlichen Denkweise auch viele Katholiken. [...] Auch
wenn Benedikt nach Protesten immer wieder zurückrudert, ist zu fragen,
ob seine Ausrutscher sich nicht doch aus einer gefährlichen Nähe zum
christlichen Fundamentalismus erklären.
Letzten Endes geht aus fast allen Äußerungen dieses hochintelligenten
Mannes hervor, dass er die katholische Lehre über alle anderen
Glaubensrichtungen stellt."
Dr. Dieter Sattler (30.01.2009, Redakteur [Politik] Frankfurter Neuen
Presse, PAPST: Gefährliche Nähe zum Fundamentalismus - Kommentar,
Frankfurter Neuen Presse, www.fnp.de)
Kommentar
"Was an der Fundamentalismusdiskussion indes bedenklich stimmt, ist eine
oft geradezu irrationale Angst vor jeder Art von unbedingten
Wahrheitsansprüchen und Glaubensgewissheiten. Als Gefahr für die
liberale Gesellschaft gilt vielfach nicht nur, wer dem anderen seine
Überzeugungen aufzwingen will, sondern schon, wer überhaupt welche hat.
Der Papst ist offenbar ein besonders schwerer Fall."
DIE ZEIT (2001, Glaubenswahn. Was ist Fundamentalismus?, Jan Ross DIE
ZEIT Nr. 40, 2001)
Kommentar
Im Jahre 1900 waren zwei Drittel der christlichen Weltbevölkerung in
Europa beheimatet: heute ist es weniger als ein Viertel, und bis zum
Jahr 2025 wird der Anteil unter 20% fallen. (Center for the Study of
Global Christianity)
"Die Ära der westlichen Christenheit ist innerhalb unserer Generation zu
Ende gegangen, und das Zeitalter der Christenheit des Südens bricht an.
[...]
Der Zulauf zu Pfingstkirchen, aber auch zu evangelikalen und
orthodox-katholischen Bewegungen sind ein Ausdruck dessen."
Prof. Dr. Philip Jenkins (2007, Lehrstuhl für Religionswissenschaft an
der Pennsylvania State University, USA)
Kommentar
"Die Evangelikalen [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelikal] sind nach
der römisch-katholischen Kirche die größte Bewegung der Christenheit.
Weltweit rechnen sich etwa 460 Millionen Christen den theologisch
Konservativen zu, die meisten davon sind Mitglieder protestantischer
Volks- und Freikirchen."
ideaSpektrum (28. Januar 2009, Ja zur Volkskirche, Nein zu Irrwegen.
ideaSpektrum 5/2009 S. 22)
Kommentar
F.A.Z.: "Bischof Huber, mangelt es der Kirche hierzulande an einer
gewissen Leidenschaft im Glauben, die anderswo, in China oder
Südamerika, vorgelebt wird?"
Bischof Huber: "Der Protestantismus, den ich in China und Südamerika
erlebt habe, ist zu einem guten Stück eine Religion ohne Aufklärung.
In Europa aber sind wir durch die Aufklärung gegangen, die nicht
rückgängig zu machen ist." ... "Wir sind Christen, die die Aufklärung
ganz bewusst bejahen."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (23.02.2007, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland, Frankfurter Allgemeine Zeitung F.A.Z., 23.02.2007, Nr. 46 / Seite 42)
Kommentar
"Die evangelische Kirche Deutschlands zeichne sich durch einen
"historisch-kritischen Umgang mit den biblischen Texten" aus."
F.A.Z. / Bischof Dr. Wolfgang Huber (27.08.2007, 2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Feuilleton
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2007, Nr. 198, S. 35, Keine Angst
vor Käfern, Bischof Wolfgang Huber warnt vor dem Kreationismus.)
Kommentar
DS: "Während die Pfingstkirchen
[http://de.wikipedia.org/wiki/Pfingstbewegung]
wachsen, stagnieren die klassischen Kirchen wie die Lutheraner oder
nehmen sogar ab. Sie sind anders als die Pfingstler von der Aufklärung
geprägt und nehmen die Bibel nicht wörtlich, sondern interpretieren sie
historisch-kritisch.
War es ein Irrweg, dass sich die evangelischen Kirchen für die
Aufklärung geöffnet haben und die Bibel historisch-kritisch
interpretieren und erklären?"
Bischöfin Käßmann: "Ich bin überzeugt, dass die Pfingstkirchen wie die
anderen Kirchen Afrikas und die orthodoxen Kirchen die Aufklärung noch
vor sich haben."
Bischöfin Dr. Margot Käßmann (21.
April 2000, Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD), Bischöfin der
Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, DS - DEUTSCHES
ALLGEMEINES SONNTAGSBLATT, 21. April 2000 Nr. 16/2000)
Kommentar

Quelle:
http://www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Die historisch-kritische Methode wird ... als
unumgängliche Sicherung gegen Unwissenschaftlichkeit, Verwilderung der
Theologie, Verarmung der Predigt, Schwärmerei und Gefährdung des Glaubens
statuiert!
Ist
diese Feststellung richtig, dann müssen die 1700 Jahre Kirchen- und
Theologiegeschichte vor der Aufklärung geistlich-theologisch eine einzige
Katastrophe gewesen sein!"
Prof. Dr. theol.
Armin Sierszyn (1978, Schweizer Theologe, Die Bibel im Griff? −
Historisch-kritische Denkweise und biblische Theologie, Hänssler; Auflage:
2001, ISBN 978-3775136853)
Kommentar
"Die neuzeitliche Exegese wird bis in die
Gegenwart hinein durch die historisch-kritische Methode bestimmt. Gegenüber
dieser Methode erschien die Schriftauslegung der Väter als minderwertig, ja
als nicht eigentlich »wissenschaftlich«."
Prof. Dr. Andreas
Merkt (2006, Regensburg,
http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/Theologie/alte-kg/ntp/)
Kommentar
"Es ist
ein Fehler, der häufig von gebildeten Menschen ... gemacht wird, zu glauben,
dass der Fundamentalismus eine neue und merkwürdige Form des Denkens ist.
Das ist keineswegs der Fall. Vielmehr ist er das teilweise und
wissenschaftlich nicht ausgeformte Überleben einer Theologie, die einmal
weltweit von allen Christen vertreten wurde.
Wie viele gab es zum
Beispiel in den christlichen Kirchen des achtzehnten Jahrhunderts, die die
unfehlbare Inspiration der gesamten Schrift anzweifelten? Einige wenige
vielleicht, aber nur sehr wenige.
Nein, der Fundamentalist mag sich
irren, und ich glaube, dass er sich irrt, aber wir sind es, die von der
Tradition abgewichen sind, nicht er. Und ich bedaure das Los eines jeden,
der versucht, mit einem Fundamentalisten zu argumentieren.
Die Bibel und
das corpus theologicum der Kirche sind auf der Seite der Fundamentalisten."
Prof. Dr. Kirsopp Lake (1926, anglikanischer Theologe und
neutestamentlicher Textkritiker, Professor für neutestamentliche Exegese in
Leiden (1904-1914), Professur für altchristliche Literatur und
Kirchengeschichte an der Harvard University in Cambridge/USA (1914-1938),
The Religion of Yesterday and Tomorrow, Boston: Houghton 1926, S. 61)
Kommentar
"Den alten Glauben zu verteidigen ist freilich
mühsam. Vielleicht ist er auch wirklich nicht mehr zu halten. Dann muss das
aber gesagt werden.
Ihn einfach umzudefinieren, wegzuinterpretieren,
in einen neuen Glauben umzumünzen und zu behaupten, es sei trotzdem
weiterhin der alte, ist nicht redlich."
Christian Nürnberger
(Dezember 2000, Journalist. Kirche, wo bist du?)
Kommentar
"Die evangelische Theologie verdankt ihr
Ansehen und ihre Existenzberechtigung innerhalb der deutschen Universität
der rücksichtslosen Anwendung der historisch-kritischen Methode. [...]
Nur wenn zukünftige theologische Fakultäten in gleicher Weise sowohl mit
kirchlich orientierten Forschern als auch mit solchen aus anderen Religionen
und mit Religionskritikern (einschließlich Atheisten) besetzt sind, ist ein
Erkenntnisfortschritt zu erwarten."
Prof. Dr. Gerd
Lüdemann (2004, Theologe, Georg-August-Universität Göttingen, Das
Unheilige in der heiligen Schrift)
Kommentar
"Deshalb wäre es
ungeheuer wichtig, dass ein europäisches Christentum hier die Vernunft
wahrt, für die Freiheit eintritt und Atheismus wie andere Religionen nicht
durch Unterdrückung bekämpft, sondern im Diskurs aufnimmt. […]
Wenn das
europäische Christentum nicht hellwach bleibt und für die eigenen
Traditionen entschlossen und mit Profil eintritt, räumt es den Platz für
Leere oder Fundamentalismus."
Bischöfin Dr. Margot Käßmann
(2005, Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover,
Impulspapier - Strategien für die Gesellschaft von morgen)
Kommentar

Quelle: www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Die Niederlande entwickeln sich zu einem „Land
von Nicht-Kirchlichen“. Das erklärte der Präses der Protestantischen Kirche
in den Niederlanden, Pfarrer Jan-Geert Heetderks, beim EKD-Zukunftskongress
am 26. Januar in Wittenberg." […]
"Mittelfristig werde es nur noch zwei
relevante religiöse Gruppen geben - die römisch-katholische Kirche und den
Islam. Der organisierte Protestantismus wird Prognosen dieser Untersuchung
zufolge zu „einer substantiellen Gruppe von kleinen Gemeinschaften“ gehören,
so Heetderks.
Gehörten 1960 noch mehr als 30 Prozent der
Niederländer zur evangelischen Kirche, werden es 2020 nur noch vier Prozent
sein."
idea (27.01.07,
Evangelische Nachrichtenagentur)
Kommentar
"Peter
Scholl-Latour [http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Scholl-Latour]
hat das heutige Christentum mit dem Islam verglichen und im Ergebnis nur der
römisch-katholischen Kirche noch einige Bedeutung zuerkannt.
Dem
europäischen Protestantismus attestierte er, als wirklichkeitsgestaltende
Kraft längst irrelevant geworden zu sein. Er führte es darauf zurück, dass
die evangelische Christenheit als religiöse Kraft erlahmt sei. Eine Kirche,
die geistlich-spirituell nichtssagend geworden sei, habe auch weltlich
nichts mehr zu sagen."
Dr. Walter
Schöpsdau (3. November 2003, Theologe, Protestantisches Profil.
Protestantismus in der Außenperspektive,
Pfälzisches
Pfarrerblatt)
Kommentar
"Wir sind in einer gewissen
geistlichen Leere angekommen."
Oberkirchenrat Dr. Thies Gundlach
(11.02.2009, Ev. Theologe, Leiter der Abteilung "Verkündigung, Kirchliche
Dienste und Werke" im EKD-Kirchenamt Hannover, Vortrag Evangelische Akademie
Arnoldshain, Schmitten/Taunus, www.idea.de)
Kommentar
"Viele erkennen, dass eine
finanzielle Insolvenz nicht so dramatische Folgen wie eine spirituelle
Insolvenz hat."
Pfarrer Peer-Detlev Schladebusch
(14.05.2008, Theologe, Trainer im Projekt Spiritual Consulting. Haus
kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirch Hannover, Wenn
der Zeitdruck chronisch wird. www.evlka.de)
Kommentar
Spiegel: "Es gibt kaum eine gesellschaftliche Debatte in
Deutschland, auf die nicht unmittelbar eine Stellungnahme von Bischof Huber
[2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland
EKD] folgen würde." [...]
"Man weiß aber nicht so richtig, warum man zu Bischof Huber in den
Gottesdienst kommen soll."
Bischof Dr. Huber: "Weil
Sie im Gottesdienst das Wort Gottes hören. Ich lade Sie herzlich dazu ein."
DER SPIEGEL (29.04.2006,
Gottes Wert, Seite 50, Nr. 18/2006)
Kommentar
"Evangelisch Kirche sein" heißt: eine biblisch
profilierte Zeitgenossenschaft jenseits von Selbstsäkularisierung
[lat.
saecularis = weltlich]
und Fundamentalismus zu leben.
Im engagierten und offenen Gespräch
mit Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft, Bildung, Politik nimmt evangelische
Kirche in den verschiedenen Feldern zivilgesellschaftlichen Lebens ihre
Verantwortung wahr."
Synode der
Evangelischen Kirche in Deutschland (07. November 2007, Kundgebung zum
Schwerpunktthema "evangelisch Kirche sein", Beschluss der 10. Synode der
Evangelischen Kirche in Deutschland auf ihrer 6. Tagung zum Schwerpunktthema
"evangelisch Kirche sein",
http://www.ekd.de/synode2007/beschluesse/56386.html)
Kommentar
"Was die Kirche zu politischen und
gesellschaftlichen Fragen sagt, unterscheidet sich oft kaum von dem, was
andere Gremien aus Politik, Wirtschaft und Kultur auch schon zu Papier
gebracht hatten.
Nach dem Motto: Es ist zwar schon alles gesagt -
aber noch nicht von uns."
Wolfgang Polzer
(2001, Journalist, ideaSpektrum, 46/2001, S.15)
Kommentar
Der Tagesspiegel: "Herr Huber, was ist, ganz persönlich, der Kern Ihres Glaubens?"
Bischof Dr. Huber: "Gottvertrauen, Zuversicht und Nächstenliebe."
Der Tagesspiegel: "Warum war dann auf dem „Zukunftskongress“ der
evangelischen Kirche in Wittenberg so viel von „Qualitätsmanagement“ und
„Leistungsbewusstsein“ die Rede?
Verliert die evangelische Kirche
ihre Seele?"
Bischof Dr. Huber: "Im Gegenteil. Wir wollen den Kern des christlichen Glaubens wieder ins
Zentrum rücken. Menschen sollen ermutigt werden, klar zu sagen, was ihnen am
Glauben wichtig ist. Alle, die Verantwortung in der Kirche tragen, müssen
das Kerngeschehen von Kirche wichtig nehmen und intensiv an der Qualität der
Gottesdienste und der Seelsorge arbeiten. Fragen der Organisation, der
Finanzen, der Demografie bilden nur die Rahmenbedingungen.
Wittenberg war eine Arbeitstagung auf diesem Weg und keine Inszenierung
["Unter Inszenierung versteht man ein meist öffentliches Zurschaustellen von
Werken, Taten oder Handlungen. Im Bereich der darstellenden Künste wird der
Begriff oft auch synonym zu „Regie“ verwendet. Der Begriff der Inszenierung
kommt aus dem Theater." Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Inszenierung] für die Öffentlichkeit."
Der Tagesspiegel /
Bischof Dr. Wolfgang Huber (11.02.2007,
2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland
EKD, Der Tagesspiegel)
Kommentar

Quelle:
http://www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Was passiert, wenn nichts passiert?" [...]
"Nach einer eigenen
Prognose der EKD ergibt sich, wenn man den Trend zurückliegender Jahre
fortschreibt, für den Zeitraum bis 2030 folgende Konsequenz: Die Zahl der
Mitglieder der evangelischen Kirche würde dann von 26 Millionen (2003) um
ein Drittel auf etwa 17 Millionen (67 Prozent) zurückgehen." [...]
(Seite 21)
"Zusammengefasst heißt die Diagnose: Bei
sinkender Mitgliederzahl um etwa ein Drittel geht die finanzielle
Leistungsfähigkeit nahezu um die Hälfte zurück."
(Seite 22)
"Die Amtshandlungen sind so etwas wie der
Lackmus-Test dafür, wie es um die evangelische Kirche heute steht. ... Die
Taufen sind im Zeitraum von 1991-2003 um über 25 Prozent zurückgegangen."
[...]
"Der durchschnittliche Gottesdienstbesuch der Protestanten ist
nicht zufriedenstellend; zwar gab es seit der Reformation aufgrund geringer
Beteiligung immer wieder Anlass zur Klage, aber mit einer durchschnittlichen
Gottesdienstbeteiligung von etwa 4 Prozent [der
getauften Kirchenmitgliedern] können sich die evangelischen
Kirchen in Deutschland nicht abfinden."
(Seite 23)
Rat der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) (06. Juli 2006, Impulspapiers
des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) "Kirche der
Freiheit. Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert",
http://www.ekd.de/download/kirche-der-freiheit.pdf, Seite 21-23)
Kommentar
"Die
Kämmerer erschrecken mit apokalyptischen Prognosen ihre Bischöfe, und diese
vergessen alles, was sie je von der Kanzel gepredigt haben ... sondern
wenden sich rat- und hilfesuchend an die angeblichen Spezialisten des
Überlebens, an McKinsey, die missionarischen Hohepriester des Glaubens an
Markt und Technik.
Und diese helfen gerne, wenn auch nicht für
Gotteslohn. Als Erstes verordnen die Missionare von der anderen Religion den
Bischöfen eine «Konzentration aufs Kerngeschäft»: die Sorge um das
individuelle Seelenheil. Schluss mit der Verzettelung. Beschränkung auf
Seelsorge, Gottesdienst, Taufe, Abendmahl, Hochzeits- und Trauerfeier. Das
aber müsse möglichst professionell gehandhabt werden, solle an den
tatsächlichen Bedürfnissen orientiert sein, die es empirisch zu erforschen
gelte.
Da der Rat der Berater teuer ist, glauben die Bischöfe, dass
er auch gut sein müsse, und so öffnen sie sich gläubig der Botschaft, alles
sei Markt, auch das Religionsbusiness, und in diesem Geschäft gelte es, um
die Sinn und Orientierung suchende Kundschaft mit anderen Sinnanbietern zu
konkurrieren und sich wettbewerbsfähig zu machen. «Lernen von der Weisheit
der Welt» nennen die Seelenhirten das.
Dieser Weisheit trauen sie
heute mehr als der Torheit des Kreuzes (1 Korinther 1, 23).
Sie probieren es jetzt tatsächlich mit Marketing, meinen ernsthaft, ihre in
Jahrhunderten verspielte Glaubwürdigkeit lasse sich mit Werbung, PR, Events
und Imagekampagnen im Instantverfahren zurückgewinnen. Ohne rot zu werden,
definieren sie die Botschaft vom Kreuz als ein Produkt, das es zu verkaufen
gilt. Allen Ernstes betrachten sie sich als ein Unternehmen auf dem
Sinnstiftungsmarkt, bezeichnen ihre Mitglieder als Kunden, fragen deren
Wünsche ab, trimmen ihr Personal auf Kundenorientierung, offerieren ein
spirituelles Angebot, denken über ihre Corporate Identity nach, beschäftigen
sich mit Profilschärfung und Professionalisierung, und statt Weltgestaltung
stand in den letzten Jahren die Gestaltung des kirchlichen Briefpapiers auf
ihren Tagesordnungen.
Ihr Gottesdienst mutiert zum Kundendienst. Aus
Kirchtürmen sollen Leuchttürme werden, und auf deren Spitze kräht der Hahn,
dass der Mann am Kreuz schon wieder verraten und verkauft wird.
Statt
nach der Wahrheit des Kreuzestods zu fragen, fragen sie: Welche neuen
Gottesdienstformen, Liturgien, Events locken den modernen Sinnkonsumenten in
die Showrooms der Kirchen? Mit zeitgemäßen zielgruppengerechten
Dienstleistungen - gefühligen Taufzeremonien, professionellem Kommunions-
und Konfirmations-Service, rauschenden Hochzeitsfesten, schicken
Begräbnispartys - soll die Kirche wieder massenkompatibel werden und der
Kunde spendenbereit. [...]
Wir erleben derzeit, wie die stets
unbequeme, überall aneckende, zu allen Zeiten provokante, unverkäufliche
Botschaft Jesu von seinen Nachfolgern umfunktioniert wird zur gefälligen,
stromlinienförmig an den Markt angepassten Wellness-Religion. [...]
Es ist die Einladung zum Tanz ums Goldene Selbst. ... Die Religion wird
wieder Opium fürs Volk. Die New Church, die da nach einer Blaupause aus den
McKinsey-Büros mit marktgängigen Sinnkonstruktionen dealt, taugt gut als
Schmiermittel des sich als alternativlos gebärdenden Totalkapitalismus und
passt bestens in jene postindustriellen Brachen der Freizeit- und
Spaßgesellschaft:, in denen sich schon die Beauty-Farmen, Badelandschaften
und Ayurveda-Tempel angesiedelt haben. Unter den säkular-esoterischen
Zirkusnummern, die dort gespielt werden, ist auch noch Platz für ein paar
kirchlich-spirituelle. [...]
Bedarf die Welt einer Kirche, die der
Weisheit der Welt bedarf? Brauchen Politik und Wirtschaft den Rat der von
McKinsey beratenen Kirche? [...]
Die Bischöfe gleichen heute den
Besitzern eines Dampfers, der im Hafen liegt, schon lange nicht mehr fährt
und vermutlich nie wieder fahren wird, weil der Motor kaputt ist. Es gibt
eine Crew, die jeden Tag mehr oder weniger eifrig das Schiff putzt, Lecks
abdichtet, das Dach streicht und tausend andere Dinge tut, um den alten
Kasten zu erhalten, aber niemand aus der Crew kümmert sich um den Motor. Der
Versuch, ihn zu reparieren oder auszutauschen, unterbleibt.
Finanziert
wird die Mannschaft aus Tradition von jenen vielen Menschen, die ganz
woanders arbeiten. Die Mannschaft hofft, ihre Finanziers für ihre Arbeit zu
interessieren und in das Schiff zu locken. Diese aber sehen nicht recht ein,
warum sie ein Schiff besteigen sollen, das nicht einmal für eine
Hafenrundfahrt taugt.
Noch zahlen sie für den alten Kasten, wenn auch
mit sinkender Bereitschaft, sinkender Überzeugung und wohl eher aus Gründen
der Nostalgie und Tradition, auch aus dem pragmatischen Grund, die
besonderen Anlässe des eigenen Lebens -Taufe, Hochzeit, Begräbnis - in den
repräsentativen Räumen dieses Museumsschiffs mit dem dort üblichen
Zeremoniell feiern zu können, ein teurer Luxus, wenn man die Beiträge
addiert, die im Lauf eines Kirchensteuerzahlerlebens zusammenkommen.
Weil die Zahl der Finanziers sinkt und zugleich deren Bereitschaft, diesen
Museumsbetrieb weiter zu unterstützen, ist die Crew jetzt mit viel Eifer
dabei, das stillgelegte Schiff neu aufzumöbeln, Versammlungsräume
herzurichten, einen gastronomischen Service zu bieten, mit Promis,
Konzerten, Partys und Events zu locken. Man entwirft auch dauernd neue,
modern aussehende, auf unterschiedlichste Zielgruppen abgestimmte
Kleinschiffe, Vergnügungsboote, Rettungsboote, baut zuweilen sogar den einen
oder anderen Prototypen - fahren tun sie alle nicht.
Sonntags, wenn
sich eigentlich alle versammeln sollten, aber die meisten daheim bleiben,
erzählt der Pfarrer den Wenigen, die erscheinen, Geschichten aus den Zeiten,
in denen das Schiff noch über alle Meere fuhr. Wer aber tatsächlich sein
Fernweh stillen will, geht dann realistischerweise doch besser ins
Reisebüro.
Einmal aber, in ferner Vergangenheit, muss das Schiff
tatsächlich seetüchtig gewesen sein ... das Wissen wäre da. Es müsste nur
ausgegraben werden. Und dann bedürfte es nur noch des Willens, das Wissen
anzuwenden. Wenige würden genügen, um einen Anfang zu machen. Damals, als
alles anfing, hatte einer genügt."
Christian
Nürnberger
(21. September 2007, Das Christentum. Was man
wirklich wissen muss.)
Kommentar
"Wer
in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt
ihr nichts tun."
Jesus Christus (Johannes 15,
5)
Kommentar
"Wenn mich die Verzweiflung an der Kirche
überflutet, dann tröstet mich ein Wort, ein Wort der Bibel, ein gewaltiges
Wort. Und mit diesem Wort grüße ich euch, meine Freunde: So spricht der
Herr: Ich will mich meiner Herde selbst annehmen."
[Hesekiel 34, 11]
Pfarrer Wilhelm
Busch (1966, Dortmund, Bekenntnistag in Dortmund d. Bekenntnisbewegung
„Kein anderes Evangelium“, 1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer -
Essen,
http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer)
Kommentar
"Wir sind es doch nicht, die da die Kirche
erhalten könnten, unsere Vorfahren sind es auch nicht gewesen, unsere
Nachkommen werdens auch nicht sein; sondern der ists gewesen, ists noch,
wirds sein, der da spricht: "Ich bin bei euch bis an der Welt Ende" wie
Hebr, 13 stehet: "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in
Ewigkeit«, und Offb. 1, 4: »Der da war, der da ist, der da kommt". [...]
"Denn du und ich sind vor tausend Jahren nichts gewesen, da dennoch die
Kirche ohne uns erhalten worden ist, und hats der tun müssen, der da heißt:
"Der da war" und "gestern". So sind wirs jetzt auch nicht bei unserm Leben,
denn die Kirche wird nicht durch uns erhalten."
Dr. Martin Luther (1539,
Reformator, WA 50, S. 476, WA = Weimarer Ausgabe, D. Martin Luthers Werke,
Kritische Gesamtausgabe, Weimar 1883 ff..)
Kommentar

Quelle:
http://www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Der
ungeheuerlichste und unglaublichste Satz im Neuen Testament ist der von
Jesus:
Niemand kommt zum Vater, denn durch mich
[JOHANNES / 14. Kapitel, 6].
Das ist der Satz, der uns
von allen anderen Religionen unterscheidet."
Volker Kauder
(13.
September 2007, Vorsitzender der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Tage der Begegnung - Gebetsfrühstückskreis im
Deutschen Bundestag,
http://www.tage-der-begegnung.eu)
Kommentar
"Man
erlebt den konservativen Rollback und Bestseller-Triumphe, die sich
unmöglich verknarzten Unionswählern allein verdanken können." … "In
Bibelkreisen werden die Stühle knapp, Eltern entdecken den Katholizismus, um
ihre Kinder in konfessionellen Schulen unterzubringen.
Es wird
wieder geglaubt in Deutschland, und wo das nicht der Fall ist, wird es als
Defizit begriffen (West) oder als historischer Defekt (Ost)." [...]
"Die
Zahl derjenigen aber, die es entweder mit Woody Allen
[http://de.wikipedia.org/wiki/Woody_Allen]
halten – „Natürlich gibt es eine jenseitige Welt. Die Frage ist nur: Wie
weit ist sie von der Innenstadt entfernt, und wie lange hat sie offen?“ –
oder die ganz ohne Himmelreich auskommen – diese Zahl schrumpft." [...]
"Der Kampf der Kulturen wogt längst nicht mehr zwischen Islam und
Christenheit, sondern zwischen Frommen und Ungläubigen. Die Fundamentalisten
beider Seiten verstehen sich nämlich blind. Selbst wenn die Kirche – nicht
der Papst! – sich plötzlich weichgespült und modern gibt"
Süddeutsche Zeitung
(21.07.2006)
Kommentar
"Was
soll ich glauben?"
[DIE ZEIT]
"Ein Aufatmen geht durch die bürgerliche Mitte, und auch die Gebildeten
unter den Verächtern können es nicht mehr leugnen: Die totgesagte Religion
ist ins Bewusstsein zurückgekehrt, auch wenn in Europa die Kirchenbänke
nicht voller und die Ungläubigen nicht fromm geworden sind.
Eigentlich hätte es die Religion unter den lebenden Gestalten des Geistes
gar nicht mehr geben dürfen. Eigentlich hätte sie unter der Sonne der
Aufklärung still verbleichen oder vor der Alltagsvernunft Reißaus nehmen
sollen.
An der Rückkehr der Religion gibt es keinen Zweifel. Und mit ihr ist auch
ihr uralter Schatten zurück-gekehrt, die Religionskritik.
Der
amerikanische Philosoph Richard Rorty, einer der Großen seiner Zunft, möchte
den Glauben in den Hobbykeller verbannen - solange in seinem Namen
Freiheitsrechte bekämpft oder völkerrechtswidrige Kriege geführt werden.
Sein Landsmann, der Evolutionsbiologe Richard Dawkins
[siehe unten], organisiert gar einen regelrechten Kreuzzug gegen
die Kirche."
DIE ZEIT (8. Februar
2007, Nr. 7, 62. Jahrgang, Seite 1, Thomas Assheuer, Hamburg)
Kommentar
"Gemeinsam sind wir stark: Gottesmänner gegen
"Gotteswahn" [Prof. Dr. Richard Dawkins (Oxford),
englischer Evolutionsbiologe und Autor des Bestsellers „Der Gotteswahn“].
Atheist Richard Dawkins zu Gast bei Kerner
[ZDF-Talkshow Johannes B. Kerner]." [...]
"Aus Angst vor
dem Gottseibeiuns [volkssprachlich Satan]
waren gleich drei Gegner der Thesen des streitbaren Evolutionsbiologen
eingeladen: der eloquente evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg,
Wolfgang Huber [2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen
Kirche in Deutschland EKD], der Ratzinger-Schüler und katholische
Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke, und Heiner Geißler von Attac. ...
Um es vorwegzunehmen: Dawkins machte keine glückliche Figur ... schließlich
ist sein Buch vor allem geschrieben für den amerikanischen Markt, wo Glaube
noch Glaube ist und das Wort der Bibel Gewicht hat. Mit weichgespülten
westeuropäischen Theologen ... hatte Dawkins sichtlich seine
Schwierigkeiten.
Wenn der Abend bei Kerner dennoch intellektuell
interessant war, so eben deshalb, weil die Ausführungen der Dawkins-Gegner
klar machten, wie sehr die christliche Religion in Deutschland heute
einerseits zur reinen Lebensphilosophie, andererseits zur Magd der Politik
verkommen ist.
Sie gebe Antwort auf Menschenfragen wie "Warum lebe
ich? Warum liebe ich? Warum leide ich?" (Jaschke); ohne sie könne man die
Liebe nicht verstehen (Huber); Politik ohne Gott gehe in die Irre - siehe
den Nationalsozialismus und Kommunismus (Geißler).
Dawkins
Erwiderung, dass weder die unterstellte Nützlichkeit der Religion für die
öffentliche Moral noch die Tröstungen derselben für das Individuum etwas
über die Wahrheit ihrer Behauptungen etwas aussagen, ging im Sperrfeuer der
Gottesmänner unter."
DIE WELT (16.
November 2007, Alan Posener, Gemeinsam sind wir stark: Gottesmänner gegen
"Gotteswahn". Atheist Richard Dawkins zu Gast bei Kerner)
Kommentar
"Ist
es wissenschaftlich?, Ist es veraltet?, Ist es zeitgemäß?, Ist es nützlich?,
Ist es unbarmherzig?
- aber nicht: Ist es wahr?"
Prof. Dr. theol. h.c.,
Dr. h.c. Clive Staples Lewis (1898-1963, britischer Schriftsteller
und Literatur-wissenschaftler, Nach der Wahrheit fragen, Dr.phil. Jürgen
Spieß, Brunnen-Verlag, Gießen; Aufl. 2007, ISBN: 978-3765532238)
Kommentar
"Die Kirche war doch einmal anders. Es wurden
doch einmal die Fragen des Lebens und des Todes hier ausgetragen und
entschieden. Warum ist das nicht mehr so?
Weil wir selbst die Kirche
zu etwas gemacht haben und immer wieder machen, was sie nicht ist. Weil wir
zu viel von falschen, nebensächlichen, menschlichen Dingen und Gedanken in
der Kirche reden und zu wenig von Gott selbst." […]
"Weil wir zu
gemütlich von Gott reden und denken und uns von ihm und seiner Gegenwart
nicht stören und beunruhigen lassen wollen; weil wir selbst im Grunde nicht
glauben wollen, dass er wirklich jetzt hier mitten unter uns ist und unser
Leben und Tod, Herz und Seele und Leib von uns fordert." [...]
"Gottes ewiges Wort, Gottes ewige Entscheidung, Gottes Gericht und Gottes
Gnade, Gottes Zorn und Gottes Barmherzigkeit, Heil und Verdammnis,
Versöhnung durch Christus" [...]
"Lasset euch versöhnen mit Gott.
D.h. doch nichts anderes als: Lasset euch ein Königreich schenken, lasset
euch den Himmel zum Geschenk geben, lasset euch die Liebe des Höchsten, des
Herrn aller Welt schenken, werdet seine Freunde, seine Kinder, seine
Schützlinge: Kommt, ergebt euch ihm und seinem Willen und ihr werdet frei
sein von allem Bösen, von aller Schuld, von allen Fesseln. Ihr werdet frei
sein von euch selbst, ihr werdet die Heimat gefunden haben, ihr werdet zu
Hause sein bei eurem Vater."
Pfarrer Dr.
Dietrich Bonhoeffer (22. Oktober 1933, Theologe, Dietrich
Bonhoeffer Werke (DBW), Bd. 13: London 1933-1935, Christian Kaiser
Verlag/Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994, S. 313-319)
Kommentar
"Mehr Gott wagen!" ...
"Glaube erhebt Wahrheitsansprüche"
DIE ZEIT
(Mai 2003, Jan Ross, "Mehr Gott wagen")
Kommentar

Quelle:
http://www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Ich bin ein Kultur-Christ."
[Prof. Dr. Richard Dawkins, Evolutionsbiologe]
"Prof. Richard Dawkins (Oxford), englischer Evolutionsbiologe und Autor des
atheistischen Bestsellers „Der Gotteswahn“, sieht sich selbst als einen
„Kultur-Christen“ an. Wie die meisten Briten singe er gerne
Weihnachtslieder.
Er wolle das Land keineswegs seines christlichen Erbes
berauben, sagte er in einer Diskussionssendung der Rundfunkanstalt BBC
(London). So wie einige seiner Freunde „Kultur-Juden“ oder „Kultur-Muslime“
seien, so würde er sich als einen „Kultur-Christen“ beschreiben."
idea.de
(13.12.07, Ein Atheist singt gerne Weihnachtslieder, www.idea.de, 2007/12/10
BBC NEWS. London, http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/politics/7136682.stm)
Kommentar
"Dawkins: I'm a cultural Christian
Scientist Richard Dawkins, an atheist known worldwide for arguing against
the existence of God, has described himself as a "cultural Christian".
He told the BBC's Have Your Say that he did not want to "purge" the UK of
its Christian heritage. [...]
Prof Dawkins, who has frequently spoken
out against creationism and religious fundamentalism, replied: "I'm not one
of those who wants to stop Christian traditions.
"This is
historically a Christian country. I'm a cultural Christian in the same way
many of my friends call themselves cultural Jews or cultural Muslims.
"So, yes, I like singing carols along with everybody else. I'm not one of
those who wants to purge our society of our Christian history."
BBC NEWS (10.12.2007,
http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/politics/7136682.stm)
Kommentar
"Natürlich sind wir nicht antireligiös. Wir
sind nur gegen intolerante Fundamentalisten, die versuchen, uns ihren
Glauben aufzuzwingen. ... Eigentlich sind wir auch gar nicht gegen die
Fundamentalisten selbst, sondern nur gegen den Fundamentalismus als
Weltanschauung.
Wäre jeder ein moderater, liberaler Religiöser, der glaubt, dass am Ende
sowieso alle in den Himmel kommen, dann hätten wir diese Auseinandersetzung
nicht. ... Sollen die Leute doch glauben was sie wollen, so lange sie sich
nicht auf überfüllten Marktplätzen in die Luft sprengen. Vor allem, wenn wir
die gerade besuchen."
hpd
humanistische pressedienst (17.10.2008,
Die Kuschel-Atheisten, www.hpd-online.de)
Kommentar
"Nur ein Atheist kann ein guter Christ sein,
gewiss aber auch: Nur ein Christ kann ein guter Atheist sein."
Prof. Dr. Ernst Bloch (1968, Philosoph, Band 14
- Atheismus im Christentum,
http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Bloch)
Kommentar
"Um Christ zu sein, brauche ich nicht an Gott
zu glauben."
Prof. Dr. Dorothee
Sölle (1929 - 2003, Evangelische Theologin, "Sölle vertrat eine
politische Theologie, die sich durch eine radikale Diesseitigkeit und eine
Entmythologisierung der Bibel auszeichnete."
http://de.wikipedia.org/wiki/Dorothee_S%C3%B6lle)
Kommentar
"Als „atheistischen Pastor“ beschreibt sich ein
niederländischer Pfarrer [Klaas Hendrikse,
evangelische Kirchengemeinde Middelburg NL, „An einen Gott glauben, der
nicht existiert – Manifest eines atheistischen Pastors“], der
nicht an die Existenz Gottes glaubt." [...]
"Gott sei für ihn kein
Wesen, sondern ein Begriff für eine Beziehung, erläutert Hendrikse. Wenn
jemand sage: „Ich will dich nicht verlassen“ und das auch einhalte, dann
könne man diese Beziehung als „Gott“ bezeichnen." ...
"Die Zeitung
De Volkskrant verglich ihn mit einem „Vegetarier, der als Metzger
arbeitet“."
idea (27.12.07,
Niederlande: Pfarrer leugnet die Existenz Gottes, www.idea.de)
Kommentar
"Der Gott des Menschen ist nichts anderes als
das vergötterte Wesen des Menschen. Nicht Gott schuf den Menschen nach
seinem Bilde, sondern der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde."
Dr.
Ludwig Feuerbach (1841,
Philosoph, Das
Wesen des Christentums)
Kommentar
"Ich denke, Gott ist eine Erfindung der
Menschen - vielleicht die größte. Darum ist er nicht etwa nicht wichtig;
auch Kunst und Wissenschaft sind Leistungen der Menschen. Ich gehe gerne zum
Gottesdienst und habe manchmal auch gepredigt, wenn mich ein befreundeter
Pfarrer eingeladen hat. …
Letztlich glaube ich eher an die Kirche - ich erlebe sie als eine
Gemeinschaft von Menschen, die guten Willens sind. Das ist viel, und es
langt, um Mitglied der evangelischen Kirche zu bleiben. … Ich glaube, nach
dem Tod kommt nichts mehr, und das ist auch recht so."
Prof. Dr. Bernhard Schlink (Juni 2008, Professor für
Rechtswissenschaften u. Schriftsteller, Fragen an das Leben, chrismon. Das
Evangelische Magazin, 06/2008, S. 28)
Kommentar
"Wo evangelisch draufsteht, kann Atheismus drin sein. … Wer an Gott nicht
glaubt, muss wohl an die Menschen glauben."
Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ (Oktober 2008, Aus
Kirche und Gesellschaft, Informationsbrief Nr. 250)
Kommentar
"Ich glaube nicht, dass Gott existiert, aber
ich glaube an Gott."
"Gott ist der Name für eine Erfahrung."
"Was
kann alles auf der Ebene der zwischenmenschlichen Erfahrungen passieren?
Eines der Worte, mit dem man das beschreiben kann, ist Gott.
Das ist
es, wie ich Gott sehe."
Pfarrer Klaas
Hendrikse (29.12.2007, Atheisten auf der Kanzel, Deutschlandradio
Kultur)
Kommentar
"Wir müssen ertragen können, dass ein Pfarrer sagt,
Gott bestehe nicht.
Das ist Teil der theologischen Debatte.
Eine
solche Meinung tastet die Fundamente der Kirche nicht an."
Pfarrer Michiel de Zeeuw
(09.02.2010, Kirchenleitung der Protestantische Kirche in den Niederlanden
[ndl.:Protestantse Kerk in Nederland, PKN], Nach der römisch-katholischen
Kirche ist die PKN die zweitgrößte Kirche der Niederlande. Reformierte
Kirche, Der gottlose Pfarrer, Frankfurter Rundschau, www.fr-online.de)
Kommentar
"Dass ein Pastor die Existenz Gottes nicht
anerkennt, lässt die Kirche in den Niederlanden schon mal durchgehen;
schließlich glaubt bereits jeder sechste niederländische Pastor nicht mehr
an den Allmächtigen [Studie v. Prof. Dr. Hijme
Stoffels, Religionssoziologe der Freien Universität Amsterdam, Berliner
Morgenpost, 23.09.06]."
hpd
humanistische pressedienst (13. Januar 2008, Atheistischer Pastor rüttelt an
Grundfesten der Kirche, www.hpd-online.de)
Kommentar
"Ich hatte
nicht erwartet, dass so viele Pastoren einen so existenziellen Zweifel an
Gott haben würden, eine kleine Gruppe schon, aber das einer von sechs
Pastoren sagt: Ich bezweifle, dass es Gott gibt. Das hat auch einen kleinen
Sturm in der Kirche verursacht." [Prof. Dr. Hijme
Stoffels, Religionssoziologe der Freien Universität Amsterdam]
[...]
"Der Amsterdamer Wissenschaftler
[Prof. Dr. Hijme Stoffels] ist überzeugt, dass sich die
Ergebnisse seiner Studie auf die deutsche Pfarrerschaft übertragen lassen."
Prof. Dr. Hijme Stoffels / Deutschlandradio Kultur
(29.12.2007,
Religionssoziologe der Freien Universität Amsterdam, Atheisten auf der
Kanzel, Deutschlandradio Kultur)
Kommentar
"Theologe kann man auch sein, wenn man nicht
glaubt."
Prof. Dr. Gerd
Lüdemann (2001, Theologe, Georg-August-Universität Göttingen,
http://wwwuser.gwdg.de/~gluedem/ger/index.htm)
Kommentar

Quelle: www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Oben ohne" - Theologie"
"Der Atheismus
hat auch da seinen Platz gefunden, wo man ihn eigentlich nicht vermutet: An
den theologischen Fakultäten." […]
"Wenn man systematisch
mythologische Rede vermeiden wollte, musste man auch Gott als Person
entmythologisieren und zum Beispiel durch „Liebe“ ersetzen.
So kam es,
dass man bist heute regelmäßig mit der Formel konfrontiert wird „Gott ist
die Liebe“; das steht zwar im ersten Johannesbrief, aber als isoliertes
Zitat funktioniert diese Formel als verheerender Theologie-Ersatz.
Denn
wenn Gott in Wahrheit nichts weiter als „die Liebe“ ist, hat man seine
Personalität und seinen „Charakter“, seine Widerständigkeit und sein
Geheimnis aufgelöst.
Ein solcher Gott ist kein Gegenüber mehr, das
man mit „Du“ anreden kann, sondern er ereignet sich nur noch in der
Begegnung von Menschen. Das Gesicht Gottes wird dann, wie man gesagt hat,
nur (!) noch erkennbar als das Gesicht des anderen neben mir." […]
"Der Atheismus in der Theologie leugnet Gott als personales Gegenüber."
Prof. Dr. Klaus
Berger (29.12.2007, Theologe, Wider die „oben ohne“-Theologie, Die
Tagespost)
Kommentar
"Atheistische Theologie ... Farbenlehre am
Blindeninstitut"
(http://forum.fv-katheol.net, 14.09.2007)
Kommentar
"Die Abwesenheit Gottes wird nicht einmal
bemerkt."
Prof. Dr. Martin
Heidegger (1889 - 1976, Philosoph,
http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger)
Kommentar
"Die wissenschaftliche Erforschung der Bibel in
den letzten 150 Jahren hat gezeigt, wie sowohl im Alten Testament als auch
im Neuen Testament Satz für Satz von Menschen gesprochen worden ist.
Es lässt sich nicht ein einziger Satz als von jenseits geoffenbartes Wort
ausmachen. Diese Kritik spitzt sich zu auf eine zweite These. Sie lautet:
Redet der Mensch von Gott, dann redet er von sich selbst"
Pfarrer Dr. Paul
Schulz (1979, Theologe, Frankfurter Rundschau 2.2.1979)
Kommentar
"Das Christentum versteht sich seit alters als eine Religion, die auf den
Geschichtstaten Gottes ruht, von denen im Alten und im Neuen Testament die
Rede ist. In den Satz "Gott hat Israel aus Ägypten geführt und Jesus
Christus von den Toten erweckt" konnten bisher die meisten Theologen
einstimmen. Nun war die Auferstehung Jesu schon immer Gegenstand der Kritik
auch in der Öffentlichkeit, während der Auszug Israels aus Ägypten davon
verschont blieb.
Doch gerade am Exodus und dem mit ihm verbundenen Thema des vorstaatlichen
Israel hat sich, fast unbemerkt, eine wissenschaftliche Revolution
vollzogen. …
Das in der Bibel entworfene Bild des vorstaatlichen Israel (vor
1000 v. Chr.) [Landnahme Kanaans im 14.-13.
Jahrhundert v. Chr.] entspringt theologischen Fiktionen
[lat. fictio, Erdichtung] aus der
nachstaatlichen Zeit (ab dem 6. Jh. v. Chr.)
[babylonisches Exil von 598 v. Chr. bis 539 v. Chr.
]. ...
"Die Kirche betrachtet - weil sie sich als neues Israel auffasst - von
Beginn an das im Alten Testament berichtete Handeln Jahwes an Israel als
festen Bestandteil der Heilsgeschichte, die zu Jesus Christus führt.
Wenn jedoch der historische Rahmen der Geschichtsbücher des Alten Testaments
fiktiv ist und es sich beim biblischen Israel, ja selbst bei dem exklusiven
Gott Jahwe um theologische Konstrukte des nachstaatlichen Judentums
[Zeit nach dem babylonischen Exil]
handelt, dann sind die biblische Frühgeschichte Israels und damit die
Vorgeschichte Jesu Christi vollständig entleert.
Sie lösen sich in Nebel auf und mit ihnen auch die Auferstehung Jesu, denn
das Zentraldatum christlichen Glaubens gilt in der Theologie inzwischen auch
als unhistorisch.
Diese Erkenntnisse besiegeln nicht nur den Tod des alttestamentlichen
Geschichtsgottes, sondern auch das Ende des Vaters Jesu Christi."
Prof. Dr. Gerd Lüdemann (01.10.2006,
Theologe, Georg-August-Universität Göttingen, Gott wurde spät erfunden. Gerd
Lüdemann beschreibt neue Entwicklungen in der Wissenschaft vom Alten
Testament, DIE WELT)
Kommentar
"Lüdemann spitzt eigentlich nur zu, was seine Kollegen langatmig,
unverständlich und zu Tode differenzierend auch sagen"
Christian Nürnberger (Dezember 2000,
Journalist. Kirche, wo bist du?)
Kommentar
"Es sind in Deutschland die Theologen, die ...
Gott ein Ende machen."
Heinrich Heine
(1797-1865, deutscher Dichter und Publizist)
Kommentar
"Sie sehen, was Sie zu sehen erwarten."
Prof. Dr. Steven J. Sherman & Prof. Dr.
David L. Hamilton (1989,
Personality and Social Psychology Bulletin, Vol. 15, No. 4, 559-571. 1989,
Attenuation of Illusory Correlation)
Kommentar

Quelle: www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Wer Gott von Seinem Wort trennt, schafft sich einen Götzen!"
Rolf-Jürgen Schmeißing (7. Februar 2009,
Kommentar, Pietisten-Präses gegen fundamentalistisches Bibelverständnis,
www.idea.de)
Kommentar
"Die sog. „Religionsgeschichtliche Schule“ … umfasste beispielsweise die
Überzeugung, dass das nationale Israel wesentliche Elemente von seinen
(heidnischen) Nachbarn entlehnt und sich teilweise aus den heidnischen
Religionen Vorderasiens heraus evolutionär weiterentwickelt habe (vom
Polytheismus [Vielgötterei] zum Monotheismus
[Eingottglaube] etc.), indem diese entlehnten Elemente in eine
monotheistische Struktur integriert worden seien.
[Der Gott Israels und der Vater Jesu Christi gehe dem
Ursprung nach auf einen Götzenkult zurück. Siehe Beitrag unten.]
[...]
Theologischer Liberalismus ist folglich kein anerkennenswerter Ausdruck des
christlichen Glaubens, keine christliche Variante in Form eines
konfessionell anerkennenswerten Bekenntnisses […] Er verkörpert
gewissermaßen den Ausdruck heidnischer Religiosität im christlichen Gewand."
Dr. theol. Berthold Schwarz (August 2005, Theologe,
Dozent für Systematische Theologie an der Freien Theologischen Hochschule
Gießen, Die bleibende theologische Herausforderung des „Liberalismus“, Biblisch
Glauben Denken Leben Nr. 69, http://www.bibelbund.de/pdf/bgdl69.pdf)
Kommentar
Hinweis:
- Der folgende Artikel kann religiöse Gefühle von
bekenntnisorientierten Christen verletzen. -
Die im folgendem auszugsweise erwähnten, noch zu beweisenden - aber prominenten Thesen / Manifeste der
historisch-kritischen Theologie können religiöse Gefühle von
bekenntnisorientierten Christen verletzen.
Der Gottesname יהוה JHWH (bzw.
YHWH, ausgeschrieben meist Jahwe - in der Lutherbibel mit „HERR“
wiedergegeben) wurde aus diesem Grund durch " ****
" ersetzt.
Die den "Forschungsergebnissen" zugrundeliegenden Funde / Texte, aus dem
historischen Umfeld des AT u. NT (vgl.
http://de.wikipedia.org/wiki/TUAT), gründen u. a. auf Interpretation u. Auslegung derselben. Z. B.
kennt auch die Bibel das Götzenbild des Baal (http://de.wikipedia.org/wiki/Baal_(Gott), reflektiert diese "Tatsache"
aber in einem anderem Licht - etwa wie die historisch-kritische
Theologie.
"Das Problem des Fundamentalismus besteht vor allem darin, dass er seinem
Wesen nach eine Theorie intellektueller Verstocktheit ist und dem
Aberglauben näher steht als der Theologie. …
Wo immer man auch anfängt, konkreter und ernsthaft über das
fundamentalistische Verständnis biblischer Inspiration nachzudenken, wird
der ganze Unfug dieser Theorie nur um so deutlicher und absurder, die keinen
anderen Zweck hat, als sich gegen kritische Anfragen von vornherein zu
immunisieren und sich in ein ideologisches Nirwana
[Buddhistisches Heilsziel] zu verabschieden.
Eine Art Wahabismus
["Die Anhänger Ibn Abd al-Wahhabs nehmen für sich
in Anspruch, die islamische Lehre authentisch zu vertreten. ... Die meisten
Wahhabiten leben in Saudi-Arabien." http://de.wikipedia.org/wiki/Wahabismus]
des Christentums. …
Denn den Vater Jesu Christi für alles Morden und jede Bosheit verantwortlich
zu machen, die in seinem Namen in der Bibel geschahen, hieße einen
Psychopathen mit Persönlichkeitsspaltung zu verehren, der zwischen seinem
ungezügelten Mord- und Rachedurst einerseits, der auch vor Frauen, Kindern
und Tieren keinen Halt macht, und seiner selbstvergessenen Liebe
andererseits hin- und hergeworfen ist.
Erst im Laufe der
Menschheitsgeschichte hätte dieser Gott dann lernen müssen, seine Rachsucht
zu zügeln, um über theologische Desaster wie etwa die Sintflut und andere
Hiobsbotschaften etwas über sich selbst zu erfahren. Göttliche Ambivalenzen
dieser Art ergäben sich zwangsläufig, wenn man denn alle Aussagen der Bibel
über Gott beim Wort nähme. …
So sind etwa die im Zusammenhang der „Landnahme" durch die Israeliten
vollzogenen Vernichtungsorgien an den Kanaanäern (Jos 1-11) - gottlob - gar
nicht geschehen. …
Die Geschichte Gesamtisraels beginnt streng genommen mit David und endet
wenige Jahrzehnte später mit der Herrschaft Salomos. Die Vorstellung von
einem geeinten Reich, das auf eine gemeinsame Vergangenheit von miteinander
verbundenen und zusammen eingewanderten zwölf Stämmen zurückblickt
[Landnahme Kanaans im 14.-13.
Jahrhundert v. Chr.], stellt
eine in nachexilischer Zeit
[babylonisches Exil von 598 v. Chr. bis 539 v. Chr.] konstruierte Projektion dar, das die später
idealisierte davidische Zeit (die allerdings alles andere als ideal war)
nachträglich zu einem normativen eschatologischen Bild für ein noch nicht
verwirklichtes, aber erhofftes Israel konstruierte.
Auch die Überlieferungen der Erzväter Abraham, Isaak und Jakob, die kaum
wirklich miteinander „verwandt" waren oder auch nur denselben Gott
verehrten, verweisen historisch nicht auf die Zeit vor der Staatsgründung
[vor 1000 v. Chr.].
Es handelt sich vielmehr um Erzählungen, die das Bild einer aus Mesopotamien
zurückkehrenden „Tempelgemeinde" des ausgehenden 6. Jahrhunderts
[v. Chr.] ohne König
und staatliche Souveränität an den Ursprung der Geschichte Israels
zurückverlegten.
So wurden die „Vätererzählungen" (Gen 12-50) zum
Gründungsmythos (Ätiologie) einer königslosen und auf den Tempelkult
fokussierten Zeit, mit deren Hilfe die nachexilischen Verhältnisse
[babylonisches Exil von 598 v. Chr. bis 539 v. Chr.] ätiologisch geschichtlich verankert wurden. …
Auch der salomonische Tempel [http://de.wikipedia.org/wiki/Israelitischer_Tempel] von Jerusalem war nichts anderes als eine -
sofern die übertrieben klingenden biblischen Angaben überhaupt historisch
zutreffend sind - überdimensionierte, aber ansonsten exakte Kopie eines weit
verbreiteten kanaanäisch-syrischen Tempeltyps, in dem der Gott Baal
[http://de.wikipedia.org/wiki/Baal_(Gott)]
zu Hause
war.
Es kann noch nicht einmal als gesichert gelten, dass der salomonische Tempel
wirklich dem Gott **** geweiht war. Vieles spricht dagegen, etwa die
durchgängig El- oder Baalhaltigen Namen in Israel während der frühen
Königszeit, was sich erst in der Zeit Josias zugunsten ****-haltiger Namen
veränderte.
Die Berufung zweier Hoherpriester in Jerusalem, von denen der eine (Zadok)
["Der hebräische Name Zadok oder Sadok bedeutet
„gerecht“."
http://de.wikipedia.org/wiki/Zadok_%28Priester%29] die kanaanäische Stadtreligion der vormaligen Jebusiter repräsentierte („Zadok"
ist der Name einer kanaanäischen Gottheit), verweist jedenfalls auf ein
schiedlich-friedliches Nebeneinander von **** und anderen Gottheiten selbst
zur Zeit des angeblichen „****-Lieblings" David. …
Die alttestamentlichen Attribute **** sind mit denen des Baal
deckungsgleich, wie die ugaritischen Texte
[vgl.
http://de.wikipedia.org/wiki/TUAT] belegen. Seit längerer Zeit weiß
man auch, dass **** ursprünglich nicht immer „solo" war. Eine Begleiterin
namens Aschera wird mehrfach als seine göttliche Gemahlin genannt („**** und
seine Aschera"), was auch erst in nachexilischer Zeit als anstößig empfunden
wurde. …
****, der spätere Bundesgott Israels, war voraussichtlich ja selbst einmal
Teil einer „Götterversammlung" (Pantheon) gewesen, die zumindest ****, El
und Baal umfasste … der Monotheismus
[Eingottglaube], so Spieckermann, hat darum eine „moderat
polytheistische [Polytheismus - Vielgötterei]
Vorgeschichte". … ****, der ursprünglich wohl ein midianitischer Kriegs- und
Wettergott war, wurden nun auch die Eigenschaften aller anderen und einst
neben **** verehrten Götter, zugeschrieben. …
Auch im Neuen Testament haben sich einige Sichtweisen verändert, wobei
bereits seit langem bekannt ist, dass viele neutestamentliche Schriften
einen anderen Ursprung haben, als es die kirchliche Überlieferung lange Zeit
annahm. Keines der Evangelien [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelium_%28Buch%29] geht auf einen Apostel zurück, und sechs der
sieben Paulusbriefe [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulusbriefe] stammen gar nicht von Paulus selbst, sondern von
späteren „Schülern". …
Neben die persönliche Bibellektüre, für die es keiner weiteren Theorien
bedarf, muss daher die gelehrte Exegese treten, nicht zuletzt um Schwer-
oder Unverständliches zu deuten. Sie kann dazu beitragen, die persönliche
Bibellese vor Verengungen und problematischen Vorstellungen über Gott und
die Welt zu bewahren.
So hat die Religionsgeschichte eine die Gewissen
entlastende Funktion, indem sie religiöse Vorstellungen der Bibel kontextualisiert und damit auch relativiert. Ohne solche notwendigen
Relativierungen wird der Glaube Ideologien aller Art empfänglich sein. …
Darum dürfen wir als Theologinnen und Theologen die Bibel nicht allein den
theologischen Laien überlassen, deren manchmal schlichte Schrifterkenntnis
einer Ideologisierung der Bibel Tür und Tor öffnen und in die Tyrannis der
Unkundigen münden kann.
Das Urchristentum hat seine Lehre auch nicht „demokratisiert", sondern die
Verantwortung dafür Aposteln, Propheten und Lehrern übertragen, was eine
frühe Spezialisierung in den Gemeinden voraussetzt. Die häufig auf
unterschiedliche Schriftverständnisse zurückgehenden Gemeindespaltungen und
Trennungen gerade in unserer Freikirche, die keine normierenden
Bekenntnisschriften als Letztsicherung kennt, sind ein warnender Hinweis auf
die nahe liegenden sektiererischen Auswüchse einer Laienkirche." […]
"Älteste [http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84lteste] gerieren
[benehmen] sich gerne als „religiöse Experten" der Gemeinde, auch
wenn sie es de facto ["Mit de facto wird ein
Umstand dann bezeichnet, wenn er als weit verbreitet und allgemein anerkannt
gilt, auch wenn nicht durch entsprechende Institutionen formal als de jure
festgelegt."
http://de.wikipedia.org/wiki/De_facto] nicht sind, und den Pastorinnen und Pastoren sowohl
hinsichtlich ihrer theologischen Kompetenz als auch ihrer pastoralen
Berufserfahrung in professioneller Hinsicht gar nicht ebenbürtig sein können
- dies betrifft besonders Fragen der Lehre und der Auslegung der kirchlichen
oder gemeindlichen Traditionen.
Hinter der hybriden [Hybrid - hochmütig,
überheblich oder vermessen] Annahme, Älteste seien eine Art
Pastorinnen und Pastoren „nur ohne theologische Ausbildung", verdeckt eher
die Probleme, als sie zu lösen. Hinter einer solchen Annahme verbirgt sich
der Stolz einer Laienkirche, die das theologische und seelsorgerliche Amt
und die dafür erforderliche Professionalität traditionell unterschätzt." […]
"Für Fundamentalisten ist die Bibel nicht geschrieben, sondern für Menschen,
die sich nach Immanuel Kant [http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant] nicht scheuen, „sich ihres Verstandes ohne Hilfe
(oder besser: Bevormundung) anderer zu bedienen".
[Kant: Was ist Aufklärung? 1784]
Wohlan denn!"
Prof. Dr. theol. Kim Strübind (Mai 2008,
Theologe, Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik, Carl
von Ossietzky Universität Oldenburg, Lehrstuhlverwalter für Altes Testament
und Hebräisch, 1999 - 2002 Mitglied der Kirchenleitung des Bundes
Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG); 2002 - 2004 Landespräses und Vorsitzender des Rates der Evangelisch-Freikirchlichen
Gemeinden in Bayern, Zeitschrift für Theologie und Gemeinde − 13. Jahrgang
2008, www.gftp.de, Oncken, ISBN 9783932027130)
[Vgl.
Beiträge v. Prof. Dr. Jürgen Heumann u. Prof. Dr. Kim Strübind
i. d.
Zeitschrift für Theologie und Gemeinde − 13. Jahrgang 2008, www.gftp.de,
Oncken, ISBN 9783932027130]
Kommentar
"Wenn aber die Heilige Schrift nicht als Wort Gottes erkannt wird, dann
rückt unweigerlich die jeweilige Situation und - nicht zu vergessen - die
Autorität der Ausleger an die Stelle des Wortes Gottes."
Prof. Dr. Reinhard Slenczka (April 1994, Theologe, Die Autorität der
Heiligen Schrift - Grund und Grenze kirchlicher Vollmacht, Vortrag beim
Theologischen Konvent der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Erfurt)
Kommentar
8 "Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder.
9 Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist.
10 Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus."
MATTHÄUS / 23. Kapitel, 8-10
Kommentar

Quelle: www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Vieles an der
biblischen Überlieferung ist heute wunderlich und geradezu peinlich."
"Wir
brauchen nur ... an die strikte
Verurteilung homosexueller Praktiken, an die legendären Ausschmückungen der
Weihnachts-, Oster- oder Himmelfahrtsgeschichten, an die
vorwissenschaftlichen Schöpfungserzählungen, an Brutalitäten und
Menschenrechtsverletzungen im Namen Gottes (z. B. bei der „Landnahme“) und
die schier unüberwindliche Schwierigkeit, biblische Erzählungen und
historische Ereignisse in Einklang zu bringen.
Eine Kirche die heute „aggiornamento“ ["adʒɔrna′mɛnto;
italienisch: giorno - der Tag, auf den Tag bringen, in etwa also: Anpassung
an heutige Verhältnisse", http://de.wikipedia.org/wiki/Aggiornamento]
sagt, muss deshalb Antwort geben können, ob und wie biblische Verankerung
und moderne Wissenschaft in Übereinstimmung gedacht werden können.
Es ist doch kein Zufall, dass heute (!) besonders in bibelfesten und
sogenannten „bibeltreuen“ Kreisen der Kampf gegen Evolutionstheorie,
Frauenemanzipation und Bibelwissenschaft wieder so heftig entbrannt ist." …
"Der Weg des Fundamentalismus scheidet aus!"
Dr. theol. Dietmar Lütz (Theologe, 1996 - 2006 Freikirchen-Referent
und Geschäftsführer des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg, 2000 – 2007
Beauftragter der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) (http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigung_Evangelischer_Freikirchen)
am Sitz der Bundesregierung,
Zeitschrift für Theologie und Gemeinde − 13.
Jahrgang 2008, www.gftp.de, Oncken, ISBN 9783932027130)
Kommentar
"Jürgen Heumann [Prof. Dr. Jürgen Heumann, Prodekan
der Fakultät IV, Institut für Ev. Theologie und Religionspädagogik an der
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg] ... hat
seine Kollegen vor Gruppen mit dem scheinbar harmlosen Label „christliche
Gruppe" gewarnt: Sie sollten genau prüfen, ob deren Ansichten dem
Grundgesetz widersprächen und Veranstaltungsräume deshalb zu verweigern
seien."
DER SPIEGEL (28.04.2008, Aufschwung Jesu, S.
38-41, Der Spiegel Nr. 18/2008)
[Hintergrund: Prof. Dr. Jürgen Heumann riet u.a. davon ab, "Campus für
Christus" an Universitäten Räume zur Verfügung zu stellen.
http://www.gaynial.net/pdf/gutachten_heumann.pdf.
Campus für Christus ist
der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), der
Arbeits-gemeinschaft Missionarische Dienste der EKD (AMD) und dem Ring
Missionarischer Jugend-bewegungen (RMJ) angeschlossen.
Campus für Christus arbeitet
auf der Glaubensgrundlage der Evangelischen Allianz [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz] als über-konfessionelles
Missionswerk mit (fast) allen Kirchen und Gemeinden zusammen.
www.cfc-online.org/studentenarbeit]
Kommentar
"Während es
früher an den Hochschulen oft eine Gleichgültigkeit gegenüber unseren
Angeboten [Campus für
Christus, siehe oben]
gab, ist in den letzten Jahren
eine Hetze gegen Christen zu bemerken."
Hans Reil (8. Februar 2009, Leitungsteam der Studentenarbeit Campus
für Christus, Spiegel Online: Christliche Eiferer hetzen an der Uni,
www.idea.de)
Kommentar
"Der Baptistenpastor Dr. Kim Strübind … bezeichnete manche
angeblich bibeltreue Überzeugungen als „kollektive Verdummung“."
Zeitschrift Die Gemeinde / Prof. Dr. Kim Strübind
(07.10.05, baptistischer Theologe,
Institut für Evangelische Theologie und
Religionspädagogik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg,
Lehrstuhlverwalter für Altes Testament und Hebräisch,
Was heißt heute bibeltreu? Freikirchliche Theologen gegen
»kollektive Verdummung«. Zeitschrift Die Gemeinde. Herausgeber: Bund
Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, K.d.ö.R.)
Kommentar
"Ziehen Sie also mit mir in die letzte Schlacht zwischen Intelligenz und
Dummheit."
William „Bill“ Maher (März 2009,
Schauspieler, Schriftsteller und Fernsehproduzent, Bill Maher über
Religulous. Religulous – man wird doch wohl Fragen dürfen.
www.religulous.centralfilm.de)
Kommentar
"Darum muss man sich allgemein entrüsten und ärgern, dass manche und dazu
noch Leute ohne viel Studium, ohne wissenschaftliche Bildung ... etwas
Bestimmtes über das gewaltige Weltall auszusprechen wagen. Und doch ist
darüber seit so vielen, ja allen Jahrhunderten die Philosophie in ihren
meisten Schulrichtungen im unklaren." […]
"Angenommen, von Anbeginn haben die Keime aller Dinge durch
Selbstbefruchtung der Natur sich zusammengefunden, welcher Gott ist dann der
Schöpfer? Oder wenn etwa die Teile des Weltganzen durch zufälliges
Zusammenkommen aneinandergefügt, geordnet und gestaltet wurden, welcher Gott
ist dann der Baumeister? ... Was ist's mit diesem Aberglauben? ...
Man
braucht keinen Künstler, keinen Richter und keinen Schöpfer" [...]
"Wenn ihr also noch ein bisschen Klugheit oder Ehrgefühl habt, so höret auf,
Himmelszonen, der Welten Schicksal und Geheimnisse zu ergründen. Es soll
euch genügen, das zu erkennen, was euch sozusagen vor den Füßen liegt, zumal
für Leute ohne Gelehrsamkeit und Bildung ... die nichts von politischen
Dingen verstehen, um wie viel weniger göttliche Dinge erörtern können." […]
"Man muss zweifelhafte Dinge lassen, wie sie sind, und nicht kühn und keck
sich für das eine oder andere entscheiden, während doch so viele große
Männer über Zweifel nicht hinauskommen, Sonst greift entweder ein
Altweiberglaube Platz oder wird jede Religiosität untergraben." [...]
"Doch welche Ungeheuerlichkeiten und Missgestalten schafft erst die
Phantasie der Christen!" … "All das sind Fabeln einer krankhaften
Einbildungskraft und schlechte Trostgründe, von den Dichtern erfunden, um
ihrer Dichtung Reiz zu verleihen. Ihr habt sie allzu leichtgläubig
schimpflicher Weise für euren Gott wieder aufgewärmt." […]
"Aber ich will nicht länger von allgemeinen Tatsachen reden. Doch seht! Euch
treffen drohende Erlasse ... wie ihr es vorausverkündet und fürchtet."
Caecilius Natalis (200 n.Chr., Sprecher des Heidentums, Frühchristliche
Apologeten und Märtyrerakten 1913, Bd. 2, Minucius Felix, Octavius.)
Kommentar

Quelle: www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Jetzt aber, wo mit jedem Tage klarer wird,
dass die Krisis der Religion … von innen, nicht von außen kommt … jetzt ist
es wohl an der Zeit, die Hauptaufmerksamkeit von außen nach innen, auf den
Krebsschaden im Innern unserer »Innerlichkeit«, auf die Pseudochristlichkeit
und Ungeistigkeit unserer modernen Theologie und Religion zu werfen."
Prof. Dr. Emil Brunner (1928, Schweizer
Theologe, Die Mystik und das Wort, »Unser Problem«. 2. Aufl., 1928, S. 12)
Kommentar
"Die Aufklärung lässt sich auf Dauer nicht an die Ketten des Dogmas legen.
Sie stürzt wie ein brausender Strom heran, gegen den alle Glaubensschleusen
und -dämme machtlos sind. [...]
Die historische Methode beruht auf der Voraussetzung, dass die Erforschung
geschichtlicher Phänomene sachgemäß nur unter Berücksichtigung ihres
Kausalzusammenhangs, ihrer Wechselbeziehungen und ihrer Analogien erfolgen
kann.
Ihre Arbeitsweise folgt dem methodischen Atheismus der neuzeitlichen
Wissenschaft ... Die historische Methode verweigert eine Antwort auf die
religiöse Wahrheitsfrage und kann nur verschiedene Wahrheitsansprüche
registrieren und miteinander vergleichen."
Prof. Dr. Gerd Lüdemann (20.09.2008, Theologe,
Georg-August-Universität
Göttingen, Vertrag von Staat und Kirche, Ketten des Dogmas. Frankfurter
Rundschau)
Kommentar
"Die atheistische Theologie und ihren … in die
menschliche Subjektivität eingesperrten Religionsbegriff … dass die
evangelischen Fakultäten der Wahrheitsfrage ausweichen, die Gottesfrage
begraben und die Religion „aus der Welt erklären“." […]
"Die atheistische Methode sei die einzig wissenschaftliche: „Wir wollen die
Welt (mit Einschluss der Religion …) aus der Welt erklären“; d.h. „wir
wollen sie erklären aus den im Weltprozess liegenden Kräften ohne
Zuhilfenahmen eines Gottesgedankens“. Das sei heute in allen Arbeitszweigen
der Wissenschaft einzig und allein das Leitmotiv, also auch in der
Theologie. …
Wer alles Geschehen, Jesu Gottessohnschaft … „aus der Welt erklärt“, der
ignoriert Gott nicht, sondern negiert ihn. Die Erinnerung an Gott wird hier
nicht nur zeitweilig aus dem wissenschaftlichen Denken ausgeschaltete, etwa
im Interesse der Erzeugung einer reinen, echten Beobachtung, sondern
endgültig ausgeschlossen.
Es wird zum wesentlichen Merkmal der Theologie, dass sie für Gott blind sei.
„Die wissenschaftliche Methode“ sagt Paul Jäger, „ignorant deum, weiß nichts
von ihm.“
Diese Blindheit für Gott soll natürlich nur innerhalb der wissenschaftlichen
Funktion das Merkmal des Theologen sein; er hat sie nicht auch als
religiöser Mensch. Der letztere behält sich seine Frömmigkeit abseits von
seiner Wissenschaft vor. …
Das ist der alte, scharfzackige Dualismus, den wir von Kant, Jakobi,
Schleiermacher, Fries usw. her kennen: der heidnische Kopf und das fromme
Herz, die atheistische Wissenschaft und die religiöse Stimmung usw. usw. …
Der Dualismus, den er uns empfiehlt, hat folgende Form: Als Theologen
erklärt ihr die Religion aus der Welt; als religiöse Menschen betrachtet ihr
sie als Beziehung zu Gott;
ihr habt als Theologen zu beweisen, was ihr als Christen verneint, als
fromme Leute zu bejahen, was ihr als Theologen bekämpft. …
Jäger gibt uns den freundlichen Rat, „die Entschlossenheit zu haben, aus der
Universität auszutreten“, da wir uns mit der atheistischen Stimmung in
derselben nicht im Einklang befinden. …
Wenn es einmal wirklich dazu kommt, dass unsere Studenten das Neue Testament
nur so lesen wie Homer und unsere Exegeten es erklären wie Homer mit entschlossener
Ausstoßung jedes aus Gott gerichteten Gedankens, dann ist es mit den
theologischen Fakultäten vorbei.
Jäger fürchtet von seiner Methode keinen Verlust: Atheistisch sei ja … nur
die Methode der wissenschaftlichen Arbeit, nicht die persönliche Stellung
des Arbeiters. …
Wie soll Zweiseeligkeit vermieden werden, wenn in einer und derselben
Persönlichkeit der Theologe und der Christ in unversöhnlichem Hader
gegeneinander stehen? …
Natürlich muss auch Kant
[http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant]
als Tröster dienen: die Wissenschaft habe es ja nur
mit der „Erscheinung“ zu tun, nicht mit dem „Wesen“ … „Alles nur Phänomen!“
… vom Theologen, der den religiösen Vorgang zuerst atheistisch erklärt und
hernach sagt:
„Bitte nur die Erscheinung habe ich erklärt; über das Wesen könnt ihr denken
was ihr wollt“ … wenn die evangelischen Fakultäten zwar noch „Religion“
kennen, aber von keinem Gott mehr wissen, und die katholischen Kollegen es
allein sind, die die Gottesfrage stellen."
Prof. Dr. Adolf Schlatter (1905,
Evangelischer Theologe, Atheistische Methoden in der Theologie. Eine
Auseinandersetzung über "Das atheistische Denken der neueren Theologie" von
Paul Jäger, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, ISBN 9783417290431)
Kommentar
"Wie konnte es dazu kommen, dass weithin die Kirche die Kritik an der Bibel
zur Grundlage ihrer Theologenausbildung gemacht hat? ...
Indem die Theologie auch die Aufklärungsphilosophie zu ihrer Denkgrundlage
machte, wurde sie zur bibelkritischen Theologie. Die Theologie hat also von
der Philosophie nicht nur die antitheistische Denkvoraussetzungen
übernommen, sondern auch die einzelnen Elemente der Bibelkritik. ...
Intellektuelle Gottesleugnung und Frömmigkeit ... die für die Aufklärung
weithin charakteristisch ist und von der auch die liberale und die
historisch-kritische Theologie geprägt sind. ...
Alle Waffen des Atheismus wurden in der Philosophie geschmiedet. In Gebrauch
genommen hat man sie vor allem in der bibelkritischen Theologie und der
Literatur. ... Eine Theologie, die sich leiten lässt durch die Philosophie
anstatt durch Gottes Wort, verfehlt Gottes Offenbarung. ...
Der lebendige Gott wurde in den Gott der Philosophie verwandelt, der nichts
sieht, nichts hört, nichts sagt und nichts tut, der nur noch Götze ist, von
dem man nichts erwarten darf. ... Sie hält das, was sie von ihren Kathedern
lehrt, für wissenschaftliche Ergebnisse und kultiviert es als angeblich
wissenschaftliche Methoden. Dadurch sichert sie sich ihren Verbleib an der
Universität. ...
Es ist nichts in der historisch-kritischen Theologie, was nicht zuvor in der
Philosophie gewesen ist. …Wundern, Auferstehungsberichten und Ähnlichem
wurde von vornherein die Historizität abgesprochen, weil die
historisch-kritische Theologie im Gefolge der Aufklärungsphilosophie kein
Handeln Gottes in der Geschichte gelten ließ.
Durch Vor-Urteil wurde das alles für mythisch erklärt. … Geschichte wurde
auf das Menschliche begrenzt. Gott ließ man darin keinen Raum. Alles
singuläre Handeln Gottes wurde ausgeschlossen. …
Lebendiger Glaube an Gottes Offenbarung in seinem Wort und eine
„wissenschaftliche“ Theologie, die arbeitet „als ob es Gott nicht gäbe“
schließen sich aus. … Der Jesus der Bibel und der Jesus der Bibelkritik sind
Gegensätze, die sich ausschließen. Jeder muss sich entscheiden, welchen
Jesus er wählt. Er soll aber wissen, dass der Jesus der Bibelkritik nicht zu
retten vermag." …
Eine Theologie, die auf antitheistische Voraussetzungen beruht, ist ein
Widerspruch in sich selbst. Die Kirche kann nicht gedeihen, wenn sie sich
mit solch einer Theologie die Ausbildung ihrer Pastoren betreibt, kann nicht
gedeihen, wie man allerorten sehen kann."
Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1. Oktober
2007, Theologin, Bibel oder Bibelkritik? Was ist glaubwürdig?, ISBN
9783937965864)
Kommentar

Quelle:
http://www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Die Bibel ist von Menschen geschrieben, sie ist ein menschliches
Buch, und darum kann sie nicht anders gelesen und verstanden und nicht nach
anderen Methoden ausgelegt werden als andere menschliche Bücher auch."
Dr. theol. Heinz Zahrnt (1971 bis 1973 Präsident des Evangelischen
Kirchentags, 25 Jahre theologischer Chefredakteur des "Deutschen Allgemeinen
Sonntagsblatts", Es begann mit Jesus von Nazareth, Gütersloh 1960, S.
30)
Kommentar
"Die Genesis [griech.: Schöpfung, 1. Buch Mose]
ist eine Sammlung von Sagen. […] Das deutlichste Kennzeichen der Sage ist,
dass sie nicht selten Dinge berichtet, die uns unglaubwürdig sind. […] So
werden in der Genesis viele Dinge berichtet, die unserem besseren Wissen
widersprechen. [...]
Viele der Erzählungen oder Erzählungsstoffe müssen schon vorher bestanden
haben, ehe sie im Munde Israels diesen neuen Sinn erhalten haben. Sie müssen
als schöne Geschichten längst umgelaufen sein und werden ihrem Ursprung nach
reine Gebilde der Phantasie sein […] vielleicht wird man den Ausdruck
„märchenhaft“ vorziehen."
Prof. Dr. Hermann Gunkel (1901, Theologe, Hauptvertreter der
Religionsgeschichtlichen Schule und Begründer der Form- und
Gattungsforschung am Alten Testament. Genesis (Genesiskommentar), 9. Aufl.:
1977, Auflage: 9. A. Juni 1999, ISBN 978-3525516515)
Kommentar
"Dabei hat Israel auf Schöpfungsvorstellungen aus seiner altorientalischen
Umwelt zurückgegriffen und sie im Rahmen seiner Erfahrungen mit Gott und
seines Weltverständnisses völlig neu interpretiert."
Kirchenamt der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD) (01. April 2008, EKD-Orientierungshilfe. Rat der
EKD: Weltentstehung, Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube in der Schule,
EKD-Text 94, http://www.ekd.de/download/ekd_texte_94.pdf)
Kommentar
"Hermann Gunkel [siehe Abschnitt oben] gehört zu
den großen Gelehrten, die für das 20. Jahrhundert das wissenschaftliche
Fundament zur Auslegung biblischer Texte und ihrem religionsgeschichtlichen
Verständnis gelegt haben."
Pressemitteilung d. Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg (16. Mai 2008, Akademische Ehrung von Prof. Dr. Hermann
Gunkel, Prof. Dr. Ernst-Joachim Waschke, Theologische Fakultät, Altes
Testament)
Kommentar
"Wie mit der Sintflut-, der Mose- und der
Sinai-Geschichte verhält es sich mit vielen Geschichten der Bibel. Sie
transportieren ältere Erzählstoffe aus anderen Kulturen. Unsere heiligen
Texte sind oft nur heidnische Texte, die jüdisch umgearbeitet und später von
Christen übernommen wurden."
Christian Nürnberger
(November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für
Zweifler)
[Vgl. okkulte (lat. occultus, was Wissen um
Verborgenes) Bibel: Hinter nahezu jeder biblischen Grundaussage stehe ein
heidnischer Götter u. Dämonen Mythos bzw. sei von diesem inspiriert
(Beispiel AT:
Gilgamesch-Epos,
Beispiel NT:
Dionysoskult).
Teilweise sehen dagegen konservative Christen die Autoren der Bibel als von
Gott bzw. dem Heiligen Geist inspiriert an. Die heidnischen Götter u.
Dämonen Mythen, die das Grundgerüst der "okkulten Bibel" (verborgenen Bibel)
darstellten, würden dagegen dem Wunsch Satans entsprechen, Gott zu imitieren
bzw. zu verkehren. Diese Sichtweise wird weitestgehend als
„fundamentalistisches Weltbild“ beschrieben.]
Kommentar
"Die Grundannahme des "Priesterbetruges", die
bei uns seit dem Hamburger Philosophen Hermann Samuel Reimarus (1694-1768)
herrscht und behauptet:
Jesus sei einfach ein guter Mensch gewesen,
alles andere hätten Kirchenleute hinzugedichtet.
Seitdem kämpft die
aufgeklärte Exegese gegen die Kirche. Ziel ist zu zeigen: Die Priester (bzw.
Kirchenvertreter) sind Lügner und Betrüger. Das gipfelt nun in neuesten
amerikanischen Forschungsthesen, die besagen: Vielleicht gibt es überhaupt
kein echtes Jesus-Wort.
Solche Aussagen gelten als flott, sind aber
völlig willkürlich."
Prof. Dr.
Klaus Berger
(Dezember 2004, Theologe, Interview mit dem Neutestamentler Klaus Berger in
Heidelberg)
Kommentar
"In der historisch-kritischen Theologie wird
als "wissenschaftliches Arbeiten" deklariert, wenn man eine Hypothese
aufstellt, sie durch eigene Argumente stützt und durch weitere Hypothesen
stabilisiert." [...]
"Als wissenschaftliche Erkenntnis wird gewertet,
was sich im Spiel der Meinungen durchgesetzt hat."
Prof. Dr. Eta
Linnemann (1998, Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie
wissenschaftlich ist die wissenschaftliche Theologie?")
Kommentar
"Gegenüber der, modern gesprochen, liberalen antiken Auffassung, dass viele
Götter ein Spiegelbild der vielfältigen Lebenserfahrungen der Menschen sind
und sich sehr wohl untereinander vertragen können, zeigt sich im Dekalog ein
autoritärer Gott, der andere Gottheiten in "seinem Angesicht" nicht erträgt,
ja, der den Anbeter solcher Götter verfolgt "bis ins dritte und vierte
Glied".
So etwas würde man heute wohl als Sippenhaft bezeichnen mit Erinnerung an
schlimmste Vergangenheit."
Prof. Dr.
Jürgen Heumann (Mai 2008,
Prodekan
der Fakultät IV, Institut für Ev. Theologie und Religionspädagogik an der
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Zeitschrift für Theologie und Gemeinde − 13. Jahrgang
2008, www.gftp.de, Oncken, ISBN 9783932027130)
Kommentar
"Jedes Volk akzeptiert die Götter der anderen
Völker. Den Begriff „tolerant“ auf diesen Zustand anzuwenden, wäre verfehlt.
Toleranz heißt ja Duldung. Duldung von etwas, das stört.
Bei den Heiden
störte nichts, da gab es nichts zu dulden. Die Götter der anderen konnten
nicht stören, weil man unausgesprochen davon ausging, dass es sich um
dieselben Götter handelte, die nur anders benannt wurden.
Es gab
keinen Grund, um der Götter willen miteinander in Streit zu geraten." […]
"Wenn mein Christentum nur die zufällig historisch gewachsene Gestalt eines
allgemeinen religiösen Empfindens ist, dann ist es nicht mehr besonders
sinnvoll, an diesen Zufällen festzuhalten und sie weiter zu pflegen.
Es
scheint dann vernünftiger, sich vom trennenden Ballast der bloß zufälligen
christlichen Spezifika zu befreien und sich auf jene kulturunabhängigen
Inhalte zu konzentrieren, die allen Religionen gemein sind.
Mit
anderen Worten: Dann kann man das Christentum auch bleiben lassen.
Auch das Religiössein kann man dann bleiben lassen. … Man kann, wenn
überhaupt, nur noch auf aufgeklärte Weise religiös sein."
Christian Nürnberger
(21. September 2007, Das Christentum. Was man wirklich wissen muss.)
Kommentar
"Der nicht erklärte, aber praktizierte
Grundsatz alttestamentlicher und neutestamentlicher Wissenschaft ist: So,
wie es dasteht, kann es auf keinen Fall gewesen sein." [...]
"Der
kritische Verstand entscheidet in der historisch-kritischen Theologie
darüber, was in der Bibel Realität ist."
Prof. Dr. theol. Eta
Linnemann (1994, Theologin, Original oder Fälschung.
Historisch-kritische Theologie im Licht der Bibel.)
Kommentar
"Man kann nicht elektrisches Licht und
Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und
klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und
Wunderwelt des Neuen Testaments glauben."
Prof. Dr. Rudolf
Bultmann (1948, Theologe [laut
http://www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml:
bedeutendster
Exeget des 20. Jahrhunderts],
"Kerygma und Mythos
I", Bartsch, 1967)
Kommentar
"Es geht um Religion, die nur durch das
Nadelöhr der Wissenschaft zugänglich wird, freilich einer Wissenschaft, die
sich nicht durch ihren jeweiligen Wissensstand, sondern durch methodische
Wissenssuche definiert."
Frankfurter
Allgemeine Zeitung (02.01.1996, Vermutungen über das Rätsel)
Kommentar
"Gott ist tot, er wurde auf der theologischen
Werkbank zu Tode interpretiert."
Dr. Lutz
Graf (2000, Langen, Leserbriefe zu
dem Artikel: Grabesstimmung: Haben die Theologen die Kirche im Stich
gelassen? ... Das Thema Ostern - eine einzige Konfusion, DEUTSCHES
ALLGEMEINES SONNTAGSBLATT, DS 21. April 2000 Nr. 16/2000)
Kommentar
"Es sei denn, wir verstünden Gott mit einigen
Theologen als »Sprachereignis«, als die in religiöser Rede geschehende
Selbsttranszendenz des Menschen." ... "Gott als offene Zukunft des Menschen,
Gott als Sinn seines Daseins, das wird zur schönen, aber leeren Formel"
[...]
Ein Gott, der nicht Alpha [erste
Buchstabe des griechischen Alphabets] ist, kann auch nicht Omega
[letzter Buchstabe des griechischen Alphabets] sein. Ohne
Schöpfungslehre keine Eschatologie [griech.: ta
és-chata - die letzten Dinge].
Ein Gott, der mit dem
Alpha der Centauren [Alpha Centauri ist das mit ca.
4,4 Lichtjahren dem Sonnensystem nächstgelegene Mehrfachsternsystem und
zugleich das hellste Gestirn des auffälligen Sternbildes Centaurus am
Südhimmel] nichts zu tun hat, kann auch für uns nichts bedeuten,
was der Rede wert wäre: er kann uns nicht vom Tode retten"
Prof. Dr. Robert
Spaemann (Januar 1969, Philosoph, Was ist das eigentlich – Gott? Band
119 - Die Bücher der Neunzehn)
Kommentar

Quelle:
http://www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Leute, die an nichts mehr glauben, stellen die
Behauptung auf, dass der christliche Glaube nichts ist.
Mit Hilfe
dieser Kongruenzbehauptung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kongruenz]
wird von ihnen der Berechtigungsnachweis geführt, dass sie weiter ihre
Gehälter den Christen aus der Tasche ziehen können - als Pastoren in einer
evangelischen Kirche oder als Professoren theologischer Fakultäten, die ihre
Existenz lediglich dem Gegebensein von Kirche verdanken."
Prof. Dr. theol. Eta
Linnemann (1978, Theologin)
Kommentar
"Seit den sechziger Jahren hat sich in den Leitungsgremien vieler evangelischer Landeskirchen ein theologischer Pluralismus durchgesetzt. Das bedeutet im Klartext, dass in ein und derselben Landeskirche biblische Grundaussagen gegenteilig ausgelegt werden können.
Das betrifft so wesentliche Aussagen wie die Auferstehung Jesu, die Einsetzung von Taufe und Abendmahl, die Echtheit der Worte Jesu, aber auch ethische Fragen wie die Stellung zur Homosexualität oder zu Ehe und Familie.
Es gibt kirchenleitende Persönlichkeiten, die begeistert sind über die feministisch orientierte „Bibel in gerechter Sprache”, während andere sie als häretisch und ganz schlimm bezeichnen. Das Chaos ist schier grenzenlos! Kein Wunder, dass auch in der säkularen Presse der Eindruck vorherrscht, die evangelische Volkskirche sei ein „großer Gemischtwarenladen”." [...]
"Die einzelne Gemeinde ist in der geistlichen Kursbestimmung auf sich selbst gestellt. Darum ist zu prüfen, zu welcher Gemeinde man gehören will. Es gibt genügend bibeltreue Gemeinden, in denen ein evangelischer Christ ein geistliches Zuhause haben kann.
Es gibt daneben andere Gemeinden, in denen die kirchliche Arbeit zwar nicht auf ganzer Linie bibeltreuen Grundsätzen folgt, aber durchaus offen für sie ist. Auch da lohnt es sich, zu bleiben und wenn möglich verantwortlich mitzuwirken.
Sollten aber in einer Gemeinde, bibeltreue Überzeugungen als „fundamentalistisch” bzw. „sektiererisch” vom Pfarramt abgelehnt und alle Versuche, eine geistliche Kurskorrektur zu bewirken, zurückgewiesen werden, haben Gemeindeglieder nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, eine solche Gemeinde zu verlassen und sich an anderer Stelle geistlich versorgen zu lassen.
Eine Gemeinde sollte - im Bilde gesprochen - ein Ort sein, an dem man Kraft für den Alltag tanken kann und nicht ein TÜV, auf dem Sonntag für Sonntag die Leidensstärke der Gläubigen geprüft wird.
Wenn man bedenkt, wie viele Menschen weite Wege auf sich nehmen, um an kulturellen Ereignissen oder am sportlichen Leben teilzunehmen, dann sollte es auch selbstverständlich sein, dass wir für die Teilnahme am geistlichen Leben keine Wege scheuen. Auch hier gilt die Verheißung des Herrn: „Suchet, so werdet ihr finden."
Pfarrer Jens Motschmann (Juni 2007, seit 1987 Pastor der Ev. St. Martini-Gemeinde in Bremen, stellvertretender Vorsitzender des Gemeindehilfsbundes, In welche Gemeinde soll ich gehen?, www.sankt-martini.de)
[Die Ev. St. Martini-Gemeinde in Bremen ist Teil d. Bremischen Evangelische Kirche BEK. Die BEK ist eine von 23 Gliedkirchen (Landeskirchen) der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD]
Kommentar
"Die Liebe zur Kirche wird diesem Hirten der Gemeinde [Pfarrer Jens Motschmann, siehe oben] jeder abspüren; aber doch ist ihm die Liebe zum Herrn der Kirche das ungleich höhere Gut. Darum seine aus der Not geborene Empfehlung, die Gemeinde gegebenenfalls zu wechseln, um nicht geistlich auf eine Nulldiät gesetzt zu werden." […]
"Es gibt in unserem Lande geistlich total versteppte Gebiete … Da sollten dann getrost und fröhlich kirchliche Grenzen überschritten und Gemeinschaft der Gläubigen gelebt werden. Ja, auch in der anderen Richtung: von einer verkarsteten bibelkritischen Freikirche hin zu einer bibeltreuen, missionarischen landeskirchlichen Gemeinde."
Pfarrer Dr. Wilfried Reuter (04.07.2007,
Theologe, ideaSpektrum Nr. 27/2007, Seite 5)
Kommentar
"Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der
HERR, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach
Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des HERRN, es zu hören;
dass sie hin und her von einem Meer zum andern, von Norden nach Osten laufen
und des HERRN Wort suchen und doch nicht finden werden."
Amos 8, 11-12
Kommentar

Quelle:
http://www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Am Beginn des dritten christlichen Jahrtausends
befindet sich das Christentum gerade im Raum seiner ursprünglichen
Ausdehnung, in Europa, in einer tief gehenden Krise, die auf der Krise
seines Wahrheitsanspruches beruht." […]
"Die kritische Exegese
relativiert die Gestalt Jesu und setzt Fragezeichen gegenüber seinem
Sohnesbewusstsein; der Ursprung der Kirche in Jesus erscheint zweifelhaft
und so fort … seine historischen Grundlagen stehen infolge der modernen
historischen Methoden im Zwielicht.
So liegt es auch von daher nahe,
die christlichen Inhalte ins Symbolische zurückzunehmen, ihnen keine höhere
Wahrheit zuzusprechen als den Mythen der Religionsgeschichte - sie als Weise
der religiösen Erfahrung anzusehen, die sich demütig neben andere zu stellen
hätte.
In diesem Sinn kann man dann - wie es scheint - fortfahren, ein
Christ zu bleiben; man bedient sich weiterhin der Ausdrucksformen des
Christentums, deren Anspruch freilich von Grund auf verändert ist:
Was als Wahrheit verpflichtende Kraft und verlässliche Verheißung für den
Menschen gewesen war, wird nun zu einer kulturellen Ausdrucksform des
allgemeinen religiösen Empfindens, die uns durch die Zufälle unserer
europäischen Herkunft nahe gelegt ist." […]
"Ist demnach der Anspruch
des Christentums, religio vera [wahrer Glaube]
zu sein, durch den Fortgang der Aufklärung überholt?
Muss es von
seinem Anspruch heruntersteigen und sich in die neuplatonische oder
buddhistische oder hinduistische Sicht von Wahrheit und Symbol einfügen,
sich - wie Troeltsch [http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Troeltsch]
es vorgeschlagen hatte - damit
bescheiden, die den Europäern zugewandte Seite des Antlitzes Gottes zu
zeigen?
Muss es vielleicht sogar einen Schritt weiter gehen als
Troeltsch, der noch meinte, das Christentum sei die für Europa angemessene
Religion, während doch heute gerade Europa an dieser Angemessenheit
zweifelt? Dies ist die eigentliche Frage, der sich heute Kirche und
Theologie zu stellen haben.
Alle Krisen im Inneren des Christentums,
die wir gegenwärtig beobachten, beruhen nur ganz sekundär auf
institutionellen Problemen. Die Probleme der Institutionen wie der Personen
in der Kirche rühren letztlich von der gewaltigen Wucht dieser Frage her.
Dies ist die grundsätzliche Herausforderung am Beginn des dritten
christlichen Jahrtausends."
Prof. Dr. Joseph
Ratzinger (08.01.2000, Der angezweifelte Wahrheitsanspruch. Die Krise
des Christentums am Beginn des dritten Jahrtausends, Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 08.01.2000, Nr. 6, S. I)
Kommentar
"Christentum wie Islam sind Buchreligionen. […] In unseren beiden Religionen
gibt es Gruppen, die sich einem reflektierten und wissenschaftlich
fundierten Umgang mit den grundlegenden Schriften
[vgl.
Historisch- kritische Methode] entziehen und
fundamentalistische Auslegungen vertreten. [...]
Keine Religion kann mehr davon ausgehen, dass sie für sich allein existiert
und eine absolute Wahrheit nur für sich beanspruchen kann."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (16. März 2009,
2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD,
„Herausforderungen des interreligiösen Dialogs.
Hermeneutische Fragestellungen.“ - Vorlesung in der Theologischen Fakultät
in Ankara, www.ekd.de)
Kommentar
"Wenn eine
Religion einen alleinigen Besitzanspruch auf die Wahrheit erhebt, dann kommt
sie auch schnell in die Gefahr eines Fundamentalismus, der andere abwertet."
Bischöfin Dr. Margot Käßmann
(8.10.2009, Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, The European: Das Interview der Woche. Landesbischöfin Margot Käßmann im
Gespräch, www.theeuropean.de)
Kommentar
"Keine Religion ist statisch, weder Islam noch Christentum.[...] Europa ist
jüdisch-christlich geprägt. Aber nicht nur: Die heidnische Antike und der
mittelalterliche Islam haben uns ebenfalls beeinflusst - denken Sie nur an
Philosophie, Naturwissenschaften und Mathematik! [...]
Wir Christen glauben: Diese Welt ist Gottes Welt, und damit ist Europa auch
Gottes Kontinent. Hier haben alle seine Kinder Platz. Und Muslime sind
Gottes Kinder."
Präses Nikolaus Schneider (27. März 2010,
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD, Präses der
Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Ein beängstigendes Islambild,
Interview: Der EKD-Ratsvorsitzende Schneider über fremde Facetten des Islam,
deutsche Skepsis und unchristliche Radikale, DIE WELT, www.welt.de)
Kommentar
"Endlich können die Christen ehrlich sein und ihren so lange mit Gewalt,
Kattun und Gelehrsamkeit verteidigten Anspruch auf die Alleinvertretung
Gottes aufgeben und sich in die Gemeinschaft der Weltreligionen einreihen"
[...]
Daher geht die Christenheit unserer Tage ... auf eine größere
Ökumene als bisher zu: auf die Ökumene der Religionen."
»Appell
aus Baden« (Mai 2006, Baden-Baden,
Vorwort v. Bischof Dr. Ulrich Fischer - Landesbischof der
Evangelischen Landeskirche in Baden,
Hans-Joachim Girock, Dr. Gerhard Liedke u. Prof. Dr. Gottfried
Gerner-Wolfhard,
Baden-Baden,
epd Dokumentation 26/2006, Wortlaut/Quelle:
http://www.ekiba.de/images/Was-jetzt-dringlich-ist.pdf)
Kommentar
"Wir weichen weiter und
weiter zentrale Aussagen der Bibel auf. Wir verlassen mehr und mehr die
biblische Grundlage zugunsten einer allgemeinen beliebigen, multikulturellen
und international akzeptierten Religiosität."
Pfarrer Eberhard Hoppe (15.03.08, Kirche
öffnet Tür für „weichgespültes Evangelium“. Kritik an einer Stellungnahme
des Leitenden Geistlichen Amts (LGA) der hessen-nassauischen Kirche zur
Lehre vom Sühnetod Jesu Christi haben pietistische Gemeinschaftsverbände
geübt. www.idea.de)
Kommentar
"Staatstheologen"
[F.A.Z.]
"Kann die neue Universalreligion der Welt
endgültig Frieden und Wohlstand bringen … selbstverständlich nach
Beseitigung all der hinderlichen Bekenntnisse und nachdem eine moderne
Bibelkritik die Person Jesu und die Gebote Gottes auf ein den Zeitgenossen
zumutbares Maß zurückgestutzt hat.
Heute aber, da diese Forderungen
von unseren Schriftgelehrten ... tatsächlich und lauthals erhoben werden,
sollten wir da nicht endlich wach werden?" […]
"Weil ihre
Theologieprofessoren an den Fakultäten staatlicher Universitäten …
lebenslänglich auf hohem Niveau alimentiert werden, ohne jede Rücksicht
darauf, ob sie ihrem Auftrag nachkommen ...
Ja selbst wenn sie, wie
mehrfach geschehen, aus der Kirche austreten und nur noch gegen die Kirche
agieren, ist nach geltendem Recht der Staat (das heißt der Steuerzahler)
verpflichtet, nicht nur sie, sondern auch noch ihre Ersatzmänner zu
finanzieren...
Der Missbrauch dieser Rechtsstellung hat inzwischen einen
Umfang und eine Wirkung in der Öffentlichkeit erreicht, dass es berechtigt
erscheint, die Frage nach der Überprüfung des ganzen Systems zu stellen.
Dies auch im Hinblick auf unsere Verantwortung gegenüber dem theologischen
Nachwuchs.
Kaum hatte ich dieses Tabu aber einmal angerührt, da hörte
ich von hoher Warte, dass ein Eingriff in diesen Gral "den Anfang vom Ende
einer wissenschaftlichen Theologie" bedeuten würde.
Das klingt
zunächst beeindruckend.
Wenn man dieses Argument aber wirklich ernst
nehmen wollte, müsste man folgerichtig zu dem Schluss kommen, dass es in den
letzten zwei Jahrtausenden nirgendwo - mit Ausnahme Deutschlands im
vergangenen Jahrhundert - wissenschaftliche Theologie gegeben hat oder geben
konnte:
Nie und nirgendwo gab es ja je die Voraussetzungen unserer
heimischen Konkordate [lateinisch concordatum:
Vereinbarung, Vertrag]."
Erzbischof Dr. Dr.
Johannes Dyba (5.4.1995, Theologe, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr.
81, S. 14)
Kommentar

Quelle: www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Der schottische Philosoph und Historiker David
Hume (1711-1776) ging trotz seiner skeptischen Ansichten ab und zu in den
Gottesdienst zu einem rechtgläubigen Geistlichen namens John Braun.
Auf die Frage, wie er das mit seinen Anschauungen vereinbaren könne,
antwortete Hume: "Ich glaube nicht alles, was er sagt, aber er glaubt es.
Und dann und wann höre ich gern einem Mann zu, der glaubt, was er sagt."
(Das große Buch des
christlichen Humors, Annegret Kokschal, St. Benno; Auflage: Mai 2006)
Kommentar
"Für Martin Luther war der biblisch fundierte
Glaube an Jesus Christus die alles bestimmende, klare und verbindliche
Mitte. Gerade das ist innerhalb der Volkskirche zum Riesenproblem geworden.
Nicht einige Details am Rande, sondern das Zentrum ist ins Wanken geraten."
[…]
"Sie vertritt nur noch Teilwahrheiten, Teilerkenntnisse und
Teilüberzeugungen, die heute gelten und morgen wieder verworfen werden
können. Aber der Anspruch auf die eine, verbindliche .. Wahrheit ist längst
aufgegeben. Natürlich werden angehende Pastoren offiziell noch auf Bibel und
Bekenntnisschriften verpflichtet. Aber im tatsächlichen Leben der Kirche
haben Bibel und Bekenntnis längst ihre normierende Kraft verloren." [...]
"In den letzten Jahren zeigte sich immer deutlicher, dass dieselbe
Volkskirche, die mit dem Anspruch der Toleranz auftritt, sich ausgesprochen
intolerant zeigte, wann immer und wo immer Menschen für die absolute
Gültigkeit und Wahrheit der Bibel eintraten." [...]
"Wer immer dieses
volkskirchliche Tabu brach und den Anspruch der Bibel, Gottes zuverlässiges
und verbindliches Wort zu sein, öffentlich zur Sprache brachte, musste - und
muss - mit scharfem Gegenwind rechnen."
Pfarrer Rudolf
Möckel (1996, Volkskirche am Abgrund?)
Kommentar
"Aus scheinbaren Ergebnissen der
wissenschaftlichen Exegese [Auslegung der Bibel] sind die schlimmsten Bücher der Zerstörung der Gestalt Jesu, der Demontage
des Glaubens geflochten worden.
Heute wird die Bibel weithin dem Maßstab
des sogenannten modernen Weltbildes unterworfen, dessen Grunddogma es ist,
dass Gott in der Geschichte gar nicht handeln kann - dass also alles, was
Gott betrifft, in den Bereich des Subjektiven zu verlegen sei.
Dann
spricht die Bibel nicht mehr von Gott, dem lebendigen Gott, sondern dann
sprechen nur noch wir selber und bestimmen, was Gott tun kann und was wir
tun wollen oder sollen.
Und der Antichrist sagt uns dann mit der
Gebärde hoher Wissenschaftlichkeit, dass eine Exegese, die die Bibel im
Glauben an den lebendigen Gott liest und ihm selbst dabei zuhört,
Fundamentalismus sei; nur seine Exegese, die angeblich rein
wissenschaftliche, in der Gott selbst nichts sagt und nichts zu sagen hat,
sei auf der Höhe der Zeit." [...]
"Der Gedanke, dass Gott sich die
Vergebung der Schuld, die Heilung der Menschen von innen her, den Tod seines
Sohnes hat kosten lassen, ist uns heute sehr fremd geworden: Dass der Herr
„unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen" hat, dass
er „durchbohrt wurde wegen unserer Missetaten, wegen unserer Sünden
zermalmt", dass wir „durch seine Wunden geheilt wurden" (Jes 53,4-6), will
uns heute nicht mehr einleuchten." [...]
"Dem Verstehen des großen
Geheimnisses der Sühne steht dann aber auch unser individualistisches
Menschenbild im Wege: Wir können Stellvertretung nicht mehr begreifen, weil
für uns jeder Mensch in sich allein eingehaust ist; die tiefe
Verflochtenheit aller unserer Existenzen und ihrer aller Umgriffensein von
der Existenz des Einen, des menschgewordenen Sohnes, vermögen wir nicht mehr
zu sehen.
Wenn wir von der Kreuzigung Christi sprechen werden,
werden wir diese Fragen aufgreifen müssen. Einstweilen mag ein Gedanke von
Kardinal John Henry Newman genügen, der einmal gesagt hat, dass Gott zwar
die ganze Welt mit einem Wort aus dem Nichts erschaffen konnte, aber die
Schuld und das Leiden der Menschen, die konnte er nur überwinden, indem er
sich selbst ins Spiel brachte, in seinem Sohn selbst ein Leidender wurde,
der diese Last getragen und durch seine Hingabe überwunden hat."
Prof. Dr. Joseph Ratzinger (16. April 2007,
Jesus von Nazareth, Herder, ISBN 978-3451298615)
Kommentar

Quelle:
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"Gottes rechte Kirche. Katholische
Fundamentalisten auf dem Vormarsch." [...]
"Die Fundamentalisten ...
sind auf dem Vormarsch. Papsttreu und gottergeben kämpfen sie für eine
Kirche, die sich auf mittelalterliche Werte besinnt. Unter Laien, Priestern
und Bischöfen gewinnen sie immer mehr an Einfluss."
Thomas M. Hofer
(Februar 1998, Publizist u. Redakteur, www.amazon.de)
Kommentar
"Ich selbst bin auch schon Fundamentalist
genannt worden, ich habe das gelassen hingenommen. Oft wird die Klarheit
bestimmter religiöser Grundüberzeugungen abwertend als Fundamentalismus
bezeichnet."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (20.11.2003, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland, DIE WELT)
Kommentar
"Im Rahmen des Weltjugendtages wurde der
Teilnehmer Joseph Ratzinger wiederholt als „Heiliger Vater“ bezeichnet.
Nach der in Matthäus 23 Vers 9 aufgezeichneten Anweisung Jesu ist dies aber
unzulässig. Der Text sagt aus, dass niemand auf der Erde als Vater angeredet
werden soll. Sicher ist damit nicht untersagt, einen buchstäblichen Vater
mit diesem Ausdruck zu bezeichnen und anzureden.
Die Aussage ist
aber eindeutig, dass niemand das Recht hat, sich durch diesen Titel über
seine Mitgläubigen zu stellen. Vielmehr sind alle Nachfolger des Christus
Brüder (Matthäus 23 Vers 8). Es steht also keinem religiösen Führer zu, sich
als Vater oder gar als Papst (abgeleitet von Papa = Vater) über andere zu
erheben."
(16.09.2005,
www.bistum-augsburg.org Glaube: Referat für Glaubenslehre und Hochschulen -
FAQ: Frequently Asked Questions)
Kommentar
"Zum Unterschied zur römisch-katholischen
Kirche gibt es ... keine der Bibel übergeordnete Autorität. Gegenüber der
röm.-kath. Kirche hat die Reformation das "sola scriptura"
[lat. Allein die Schrift] betont."
Prof. Dr. Samuel R.
Külling (2001, Theologe, Gründer und erster Rektor der STH -
Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel, Generalangriff gegen den
biblischen Fundamentalismus)
Kommentar
"Die wesentlichen Punkte der Reformation, die
auch heute noch gemeinsamer Nenner der protestantischen Kirchen sind, werden
oft mit dem vierfachen "allein ..." ausgedrückt:
- sola scriptura
- allein die Schrift ist die Grundlage des christlichen Glaubens, nicht die
(nur mit der Autorität der Bischöfe oder des Papstes entstandene) Tradition
(Galater 2, 6-9)
- solus Christus - allein Christus, nicht
die Kirche, hat Autorität über Gläubige (Epheser 5, 23-24)
- sola
gratia - allein durch die Gnade Gottes wird der glaubende Mensch
errettet, nicht durch eigenes Tun (Römer 1, 17)
- sola fide -
allein durch den Glauben wird der Mensch gerechtfertigt, nicht durch gute
Werke (Galater 2, 16)"
(http://de.wikipedia.org/wiki/Reformation,
Stand Januar 2008)
Kommentar
"Die Protestanten haben aber weithin seit der
Aufklärung das verlassen, wofür sie einst bereit waren zu sterben: Die
Bibel wird nicht mehr als Gottes Wort verstanden, sondern nur noch als
religionsgeschichtliches Zeugnis der Antike."
Dr. theol. Friedhelm
Jung (Mai 2007, Theologe)
Kommentar
"Der „Kirche des Wortes“ ist die Bibel als Wort
Gottes verloren gegangen. Genauer gesagt: Die Evangelische Kirche hat sich
von der „Heiligen Schrift“ entfernt und betrachtet sie aus kritischer
Distanz als ein altes Buch unter vielen anderen."
Pfarrer Wolfgang
Sickinger (28.07.2005, Kirche ohne Bibel?)
Kommentar
"Wir wären schon einen riesigen Schritt weiter,
wenn wir uns darauf verständigen könnten, dass wir es in der Bibel nicht nur
mit Menschen, sondern auch mit Gott zu tun haben"
Prof. Dr. mult.
Thomas Schirrmacher (08.06.2007, Theologe, Deutscher Evangelischer
Kirchentag in Köln)
Kommentar
"Unsere Kirche, die in diesen Jahren nur um ihre Selbsterhaltung gekämpft
hat, als wäre sie ein Selbstzweck, ist unfähig, Träger des versöhnenden und
erlösenden Wortes für die Menschen und für die Welt zu sein. …
Es ist nicht unsere Sache, den Tag vorauszusagen - aber der Tag wird kommen
- , an dem wieder Menschen berufen werden, das Wort Gottes so auszusprechen,
dass sich die Welt darunter verändert und erneuert. …
Bis dahin wird die Sache der Christen eine stille und verborgene sein; aber
es wird Menschen geben, die beten und das Gerechte tun und auf Gottes Zeit
warten. Möchtest du zu ihnen gehören?"
Pfarrer Dr. theol. Dietrich
Bonhoeffer (Mai 1944, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter
der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus,
Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Gütersloher
Verlagshaus; Auflage: 17., 2002, ISBN 9783579004570)
Kommentar
"Wir müssen die heilige Schrift erst wieder
kennen lernen wie die Reformatoren, wie unsere Väter sie kannten. Wir dürfen
die Zeit und die Arbeit dafür nicht scheuen. Wir müssen die Schrift kennen
lernen zuallererst um unseres Heiles willen.
Aber es gibt daneben
genug gewichtige Gründe, um uns diese Forderung ganz dringlich zu machen.
Wie sollen wir z. B. in unserm persönlichen und kirchlichen Handeln jemals
Gewissheit und Zuversicht erlangen, wenn wir nicht auf festem Schriftgrund
stehen?
Nicht unser Herz entscheidet über unsern Weg, sondern Gottes
Wort. Wer aber weiß heute noch etwas rechtes über die Notwendigkeit des
Schriftbeweises?
Wie oft hören wir zur Begründung wichtigster
Entscheidungen ungezählte Argumente „aus dem Leben“, aus der „Erfahrung“,
aber der Schriftbeweis bleibt aus, und gerade er würde vielleicht in genau
entgegengesetzter Richtung weisen?"
Pfarrer Dr. theol. Dietrich
Bonhoeffer (1906 - 1945, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter
der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den
Nationalsozialismus.)
Kommentar
"Spengler: Ich zitiere den Publizisten Robert Leicht. Er hat kritisiert:
"Wir sind nicht islamisch, wir sind nicht katholisch, aber was evangelisch
sein heißt, sagen wir nicht". Haben Sie eine Antwort?
Schröder: Ja,
das hätte ich schon. Luther hat ja eine schöne Schrift geschrieben über die
Freiheit eines Christenmenschen und den Inhalt kann man so zusammenfassen:
Ein Christenmensch beugt sich dankbar vor seinem Gott und dann nie wieder
vor einem anderen, wohl aber für andere." [...]
"Spengler: Professor
Schröder, ist diese Tendenz nicht nur zur Oberflächlichkeit, sondern zur
Abkehr von der Religion umkehrbar?
Schröder: Ob sie generell in
Deutschland umkehrbar ist? Ich bin ja kein Prophet, aber ich möchte
annehmen, wenn das kirchliche Leben sich denjenigen öffnet, die noch nicht
Rentner sind, dass dann auch das kirchliche Leben sich so verändert, dass
die Betreffenden auch das was sie suchen finden."
Deutschlandfunk
(06.11.2007, Evangelischer Theologe: Wir müssen die Ausstrahlungskraft
verstärken, Deutschlandfunk, www.dradio.de)
Kommentar
"Wenn sich die Theologie im gegenwärtigen pluralistischen Stimmengewirr der
Meinungen Gehör verschaffen will, dann muss sie zuerst und vor allem wissen,
was sie selbst ist. […]
Relevanz kann sie nur haben, wenn sie ihre unverwechselbare Identität als
Theologie, das heißt als Rede von Gott festhält. Tut sie das nicht, dann
verkommen Theologie und Kirche zu ethisch-moralischen Anstalten […]
Es ist Zeit, es ist höchste Zeit, von Gott zu reden."
Kardinal Prof. Dr. Walter Kasper (13. Jan.
2009, Die Gottesfrage als Zukunftsfrage. Die Politische Meinung Nr. 470,
Januar 2009, Monatszeitschrift Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., S. 48)
Kommentar

Quelle:
http://www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
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"Gott bewegt die Deutschen"
[Die Welt]
"Eine umfassende Studie zur Religiosität
widerlegt zahlreiche Klischees. Glauben hat in Deutschland eine große
Bedeutung … Die Deutschen sind religiöser als bislang angenommen.
Religion ist für 70 Prozent der deutschen Bevölkerung über 18 Jahren
bedeutsam. Fast jeder fünfte Deutsche ist sogar tiefreligiös. Er besucht
regelmäßig Gottesdienste, betet häufig und beschäftigt sich intensiv mit
religiösen Fragen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende
internationale Studie der Bertelsmann Stiftung, deren Ergebnisse der "Welt
am Sonntag" vorliegen.
[Religionsmonitor 2008, Bertelsmann Stiftung (Herausgeber), Verlag:
Medienfabrik Gtersloh; Auflage: 18. Dezember 2007, ISBN 978-3579064659]
Besonders viele Tiefreligiöse gibt es unter den Katholiken. Mit 27 Prozent
sind es dort fast doppelt so viele wie in der evangelischen Kirche." […]
"41 Prozent der 18- bis 29-Jährigen glauben an Gott und ein Weiterleben nach
dem Tod …. Religiöse tun sich nicht nur mit Sinnfragen weniger schwer. In
ihnen steckt, so die Studie, auch ein großes Potenzial für den Zusammenhalt
der Gesellschaft. Fast jeder Zweite der sehr Religiösen (43 Prozent) widmet
sich einer freiwilligen und unbezahlten Aufgabe."
DIE WELT (16. Dezember 2007, Gott bewegt die Deutschen,
Miriam Hollstein)
Kommentar
"48 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer glauben
[in Deutschland]
an ein Leben nach dem Tod."
DER SPIEGEL (21.04.2008, Was die Deutschen
glauben, hoffen und fürchten. 17/2008, S. 71)
Kommentar
"Gott ist an allem Schuld - Der Kreuzzug der
Gottlosen" [Der Spiegel]
"In den letzten rund 20 Jahren", sagt Richard Dawkins
[Prof. Dr. Richard Dawkins, Evolutionsbiologe],
"ist es der Religion sehr leicht gemacht worden." [...]
"Manche Denkmuster wie "Es gibt ein Leben nach dem Tod" sind wie Viren. Sie
verbreiten sich und man kann sie nicht ausrotten. Nur vorsehen kann man
sich: Kein ungeschützter Verkehr mit Gläubigen! Die friedliche Koexistenz
mit den Gläubigen ist vorbei." [...]
"Vorbei die Zeit der bequemen
Toleranz gegenüber dem Glauben." [...] "Es ist das Coming-out all jener, die
lange glaubten, die Gottesfrage würde sich von selbst erledigen. Und jetzt
merken, wie ihre Gesellschaften den Glauben an die Gottlosigkeit zu
verlieren beginnen. Und wie in der Politik und auf Cocktailpartys immer
öfter über Religion und Glauben gesprochen wird." [...]
"Es ist, als würde nun auch die Aufklärung ihre Fundamentalisten
hervorbringen. Mit Eifer und Zorn wird gegen alles zu Felde gezogen, was nur
entfernt nach Unvernunft ... Weihrauch riecht." [...] "Ihre Waffen sind
Wissenschaft und Vernunft und ... das Internet - Hort allen Wissens und
allen Wahns."
"Die Botschaft ... lässt sich in zehn Geboten zusammenfassen:"
"Du
sollst nicht Glauben." ... "Gott ist ein Produkt der Menschen und nicht
umgekehrt." ... "Du sollst keine Götter neben Dir dulden." ... "Du sollst
keinen Schöpfer haben" ... "Der Mensch ist Schöpfer und Herr der Norm" ...
"Du sollst nicht knien als Schöpfer" ... "Du sollst keine anderen Götter
neben der Wissenschaft haben." [...]
"Zurück zu der Fackel der Aufklärung" [...] "das letzte Gefecht gegen den
theologischen Hokuspokus ... Wir brauchen keinen Gott " [...]
Dr. Richard Dawkins:
"Es ist wahr, dass es bis vor kurzem ein religiöses Revival gab. Aber das
wird enden. Und wir helfen dabei." [...] "Dawkins genießt es, auf alles eine
Antwort zu haben."
"Zu den heftigsten Kritikern ... gehören
kurioserweise jene, die es laut Dawkins gar nicht geben dürfte:
Wissenschaftler, für die "Gott" keinen Angriff auf ihr Weltbild darstellt.
Sie fühlen sich von der Unbedingtheit, dem missionarischen Habitus Dawkins
abgestoßen"
DER SPIEGEL
(26.05.2007, Nr.22, Gott ist an allem Schuld. - Der Kreuzzug der Gottlosen.
Der Spiegel, Seite 56f)
Kommentar
"Der spätmoderne Rationalismus und Relativismus
bläst zur Christenjagd. Dem, der die Bibel ernst nimmt, wird das Etikett
„Fundamentalist" angeheftet; damit wird er in die Nähe zu islamistischen
Fundamentalisten gerückt, so als sei auch er fanatisch, militant und
gewaltbereit." [...]
"Die intellektuelle Philosophie der Aufklärung
lehnte Gott und alles, was mit Religion zu tun hat, ab und ersetzte Gott
durch das "Licht" der menschlichen Vernunft."
Werner Graf
(Oktober 2007, Studiendirektor, Die Gottesfrage in der Postmoderne)
Kommentar
"Dass Gott tot ist, wird gern von denen
ausgestreut, die sein Erbe anzutreten hoffen."
Prof. Dr. Erwin
Chargaff (1905 - 2002, österreichisch-amerikanischer Biochemiker)
Kommentar
"Die Zeit ist reif für uns Brights [von engl.
bright – hell, klar, heiter, aufgeweckt], uns zu bekennen. Was
ist ein Bright? Ein Bright ist eine Person mit einem naturalistischen
Weltbild, frei von Übernatürlichem. Wir Brights glauben nicht an Geister,
Elfen oder den Osterhasen - oder an Gott."
Daniel C. Dennett (12. Juli 2003, The Bright
Stuff, New York Times)
Kommentar
"Ich bin ein Bright. Sie sind (wahrscheinlich) ein Bright. Die meisten der
Menschen, die ich kenne, sind Brights. Die Mehrzahl der Wissenschaftler sind
Brights."
Prof. Dr. Richard Dawkins (11.10.2003,
Evolutionsbiologe, Let There Be Brights, Wired Magazine)
Kommentar
"Mein Großvater predigte das Evangelium Christi. Mein
Vater predigte das Evangelium des Sozialismus. Ich predige das Evangelium
der Wissenschaft."
Sir Richard Gregory
(1952, Professor für Astronomie, ehemaliger
Herausgeber von
"Nature", Epitaph-Inschrift, www2.hu-berlin.de/religion/dokumente/pr181.doc)
Kommentar

Quelle:
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Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
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"Was sind denn diese Kirchen noch,
wenn sie nicht die Gräber und die Grabmäler Gottes sind?"
"Wohin
bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend?
Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben
und ein Unten?
Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts?
Haucht uns nicht der leere Raum an?
Ist es nicht kälter geworden?
Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?"
Friedrich Nietzsche (1844 - 1900, Deutscher Philosoph, Die fröhliche
Wissenschaft, München 1959, S. 166 f)"
Kommentar
"Die Welt wäre vermutlich erschüttert, wenn morgen der Kölner Dom zu Staub
zerfiele. Wenn aber morgen alle haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter aller
Kirchen für immer aufhörten zu arbeiten, würden es die meisten über eine
lange Zeit gar nicht bemerken."
Christian
Nürnberger
(21. September 2007, Das Christentum. Was man
wirklich wissen muss.)
Kommentar
"Erstmals wird in Württemberg eine evangelische Kirche an einen Bauträger
verkauft und abgerissen." […]
"Ihre Entwidmung findet am 15. Juli statt.
Dabei werden die liturgischen Gegenstände wie Altarbibel, Taufschale und
Kanne sowie Abendmahlsgerät und Altarleuchter in einem feierlichen Auszug
aus der Kirche getragen."
idea (10.07.07,
Ulm, Württemberg: Kirche wird abgerissen, www.idea.de)
Kommentar
"Sag beim Abschied leise Amen"
[DIE ZEIT]
"Das Bistum Essen schließt fast hundert
Kirchen. Eine Reise durch das Revier der verletzten Seelen." … "Sie raten
»bei der Profanisierung« [Entweihung] zu
einem Ritus »mit aller Feierlichkeit«.
Am besten ist die Kirche beim
Abschied »festlich geschmückt, alle Kerzen sind entzündet.«"
DIE ZEIT
(12.04.2006 Nr.16, Sag beim Abschied leise Amen, Hanns-Bruno Kammertöns, DIE
ZEIT)
Kommentar
"Viele der 21.000 evangelischen und 24.000 katholischen Gotteshäuser können
aufgrund der zurückgehenden Mitgliederzahlen und Kirchensteuern nicht mehr
finanziert werden – Experten sprechen von bis zu einem Drittel."
ideaSpektrum (5. März 2008,
Gottes Nachmieter, ideaSpektrum Nr.10,
Seite 24)
Kommentar
"In den 23 Landeskirchen gibt es rund 27.000 Kirchengebäude, deren Erhalt
jährlich rund 1,224 Milliarden Euro kostet. Den EKD-Prognosen zufolge wird
auch im Jahr 2030 dieselbe Summe benötigt werden, obwohl bis dahin die Zahl
der Kirchenmitglieder um ein Drittel zurückgegangen und die Kirchensteuern
von derzeit 9,95 Milliarden Euro um die Hälfte geschrumpft sein werden."
idea (13.04.08, Kirchengebäude ehrenvoll
sterben lassen, www.idea.de)
Kommentar
"Deutschland schleift seine Gotteshäuser"
[F.A.Z.]
"Von dem Verlust, der die deutsche Kulturlandschaft bedroht, hat sich die
Öffentlichkeit noch keine Vorstellung gemacht. Ein Bildersturm fegt über das
Land. Die Ruhrdiözese, die ihre Probleme mit größerer Offenheit darlegt als
andere Kirchenprovinzen, erklärt, sie werde sich von einem Drittel ihrer
Kirchen trennen müssen." [...]
"Da nichts mehr ist, wie es war, müssen die Gemeinden lernen, sich auf ihre
neue Diaspora-Situation [griech.: diaspora =
Verstreutheit] einzulassen: nur kleine Raumteile noch nutzen,
wenn das Ganze nicht mehr zu bewirtschaften ist. Lange Bedenkzeiten bei der
Suche nach anderen Nutzungen einräumen.
Und wenn Nutzungsphantasie und Verhandlungsgeschick auf Dauer nicht
fruchten, wäre dann nicht zu handeln, wie frühere Jahrhunderte gehandelt
haben? Nämlich ein Bauwerk stillzulegen statt es abzuräumen. Es zu schließen
und zu sichern.
Gelegentlich Wallfahrten zu den aus dem Gebrauch gefallenen Sakralstätten zu
organisieren. Notfalls die Natur ihr Werk verrichten zu lassen. Den Verfall
planend zu begleiten.
Ruinen binden Erinnerung auf lange Zeit. Erinnerung angesichts eines
lädierten Bestandes ist allemal besser als der bald vergessene
Totalverlust."
Frankfurter Allgemeine Zeitung
(04. März 2008, Deutschland schleift seine Gotteshäuser, F.A.Z., 30.08.2005,
Nr. 201 / Seite 35)
Kommentar
"Mit der Heiligengeistkirche wird die erste evangelische Kirche in Hamburg
nach 1945 abgerissen. ... Gutachten hatten einen Sanierungsbedarf für die
evangelische Heiligengeistkirche in Hamburg-Barmbek in Höhe von 2,8
Millionen Euro ergeben - eine Summe, die weder die Gemeinde noch der
Kirchenkreis aufbringen konnte." ...
"Das Denkmalschutzamt hatte angesichts des Zustandes der Kirche zugestimmt.
Im Anschluss sollen auf dem kircheneigenen Gelände 65 Neubauwohnungen
entstehen." ...
"Unterdessen hat der Vorsitzende der Kirchlichen Sammlung um Bibel und
Bekenntnis in Nordelbien, der Eppendorfer Pastor Ulrich Rüß, den
Kirchenabriss in Barmbek kritisiert. Er sei „Indikator für eine fehllaufende
Entwicklung“.
Während die nordelbische Synode jetzt ihre Finanzmittel für ein
Gender-Mainstreaming-Projekt [http://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Mainstreaming]
aufgestockt habe, werde an anderen Stellen gespart."
DIE WELT (12. Februar 2008, Hamburg.
Erstmals seit Jahrhunderten fällt eine Kirche)
Kommentar

Quelle:
http://www.nikodemus.net/0130-Cartoons.htm
Alle Cartoons mussten leider entfernt werden. Die Webseite www.nikodemus.net wurde vom ERF
(www.erf.de) Ende 2008 übernommen und Anfang 2010 abgeschaltet (Philosophiewechsel).
"Früher stand das Kirchengebäude nicht nur im Zentrum des Ortes, sondern es
bildete auch dessen geistige Mitte. Doch gegenwärtig geht ein Gespenst mit
dem Namen Profanierung um. Gotteshäuser werden umgewidmet, stillgelegt. Und
jedes Mal, wenn eines geschlossen wird, stirbt ein Stück Kirche." ...
"Bundesweit sind 700 katholische Kirchen akut von Schließung oder Umwidmung
bedroht und bei den Protestanten sieht es nicht besser aus. Im Gegenteil:
Sie werden in den nächsten Jahren 3 500 Gotteshäuser profanieren." ...
"In Bayern hält sich die Zahl der bedrohten Kirchen in Grenzen, der
protestantische Norden Deutschlands jedoch steht vor einem historischen
Auflösungsprozess. Fast die Hälfte der rund 20 000 evangelischen Kirchen und
Kapellen auf dem Gebiet der Bundesrepublik wird bis zum Ende des Jahrzehnts
nicht mehr für Gottesdienste benötigt.
Wohin also mit den sakralen Bauten? Die Palette der Ideen reicht von der
„Kulturkirche“ bis hin zum Ärztehaus, von der Musikschule bis zum Büro für
Architekten. ... So wurde ein Kloster nahe bei Köln verkauft und die frühere
Kirche dient nun als „Wellness-Tempel“.
Bei den protestantischen Kirchen gibt es kaum Beschränkungen, da sich die
EKD nicht auf einen Kriterienkatalog festlegen konnte. Deshalb finden sich
auch Angebote beim Internet-Aktionshaus Ebay, (die Martini-Kirche in
Moringen, angeboten für 480 000 Euro), wurde die Lutherkirche in Spandau zu
Wohnungen umgebaut, finden in der St.Johannis Evangelist-Kirche in Berlin
Modeschauen statt, wurde das Gotteshaus in Milow (Brandenburg) zu einer
Sparkassenfiliale, das in Willingen zu einem „Speiselokal mit Tanz“, die
Eliaskirche auf dem Prenzlauer Berg zu einem Kindermuseum und St.Martini in
Bielefeld zu einem Restaurant mit dem sinnigen Namen „Glückundseligkeit“.
...
"In den Niederlanden werden jedes Jahr ungefähr fünfzig Kirchen einer
weltlichen Nutzung übergeben, rund sechzig Prozent aller Sakralbauten dienen
dort bereits einem profanen Zweck, der durchaus auch eine Diskothek sein
kann – mit dem Diskjockey auf der Kanzel." ...
"Wir alle wissen, welch ein Unterschied ist zwischen einer durchbeteten
Kirche und einer solchen, die zum Museum geworden ist. ... Sie leben nicht
mehr. ... Jedes Mal, wenn eine Kirche geschlossen oder einer weltlichen
Nutzung zugeführt wird, stirbt auch ein Stück Kirche. ... Man kann Gebäude
„auf Zeit stilllegen“. Mit dem Glauben geht das nicht. Mauern können stehen,
als stumme Zeugen.
Der Glaube lebt – oder stirbt."
Die Tagespost (31.05.2007, Eine Frage der
Identität, DT)
Kommentar
"Wir haben die Wege des Bruders nicht in der
Hand, wir können nicht zusammenhalten, was zerbrechen will, wir können nicht
am Leben erhalten, was sterben will.
Aber Gott verbindet im
Zerbrechen, schafft Gemeinschaft in der Trennung, gibt Gnade durch Gericht.
Sein Wort aber hat er in unseren Mund gelegt. Durch uns will er es gesagt
haben."
Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer
(September 1938, Gemeinsames Leben, 28.
Aufl., Juli
2006, Seite 91, ISBN: 978-3579071312)
Kommentar
"Gotteshäuser ohne
Gläubige"
"Von Martin Luther stammt das Wort, wenn in eine Kirche keine betenden
Christen mehr kämen, «sollt man dieselben kirchen abbrechen, wie man allen
anderen hewßern thutt, wenn sie nymmer nütz sind»."
[sollt man dieselben Kirchen abbrechen, wie man allen anderen Häusern
tut, wenn sie nimmer nütze sind] [Martin Luther, Kirchenpostille, WA 10 I,
1,252]
Neue Zürcher Zeitung (24. Dezember 2007, Gotteshäuser ohne Gläubige)
Kommentar
"Bevor ein Gotteshaus abgerissen wird, würde ich es lieber als Moschee an
eine islamische Gemeinde abgeben. Das dürfte in Zukunft noch ein Thema
werden."
Kirchentagspräsidentin Prof. Dr. Karin von Welck
(2. März 2008, Präsidentin des 32. Deutschen Evangelischen Kirchentags 2009,
seit 2004 Kultursenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, Kultursenatorin
macht Kirchen zur Chefsache: „Jeder Abriss ist eine Kapitulation“. Die
Nordelbische, Ausgabe 9/08)
Kommentar
"Von Welcks [Kirchentagspräsidentin Prof. Dr. Karin
von Welck, siehe oben] Position steht der Auffassung des Rates
der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) entgegen.
In der Schrift "Klarheit und gut