Hinweis in eigener Sache:
Die nachstehende "Textlandschaft" aus Textfragmenten und Zitaten stellt den
Versuch dar, zumindest Teilbereiche der aktuellen Fundamentalismusdebatte
abzubilden. Wobei der Einstieg gelegentlich "bibelkritisch" aufgebaut ist
und im Wechsel mit "bibeltreuen" Textfragmenten (manchmal erst im unteren
Abschnitt) eine Art Debatte abbildet.
Fundamentalismusdebatte.de ist keine "bibeltreue" Webseite, sondern
stellt "bibelkritische" und "bibeltreue" Inhalte unkommentiert
nebeneinander. Ein bibeltreues Projekt findest Du in der Bibel :-)
"Ob islamistische Bewegungen in Indonesien und im Nahen Osten oder
christliche Fundamentalisten in den USA, ob religiös fanatische jüdische
Siedler auf palästinensischem Gebiet oder nationalistische Katholiken in
Polen bzw. Orthodoxe in Russland: das religiöse Hasspotenzial ist dem
Friedenspotenzial der Glaubensgemeinschaften wie das Unkraut dem Weizen
beigesellt."
Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider (12. Januar 2009,
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD, Präses [vgl.
Kirchenpräsident bzw. Landesbischof] der Evangelischen Kirche im Rheinland
(EKiR), Präsesbericht - BERICHT ÜBER DIE FÜR DIE KIRCHE BEDEUTSAMEN
EREIGNISSE, www.ekir.de/ekir/dokumente/ekir2009praesesbericht.pdf)
"Religionen können Gewalt hervorrufen und legitimieren. Und sie können vor
Gewalt warnen. Dazu sind alle Religionen in der Lage. Dazu ist der Islam in
der Lage, aber das Christentum auch.
Der große Bernhard von Clairvaux hat im zwölften Jahrhundert zu Kreuzzügen
aufgerufen, und er hat seine Gefolgsleute angestachelt mit der Parole: Gott
will es! Das hat es auch bei bedeutenden Christen gegeben.
Nur, eines muss ich sagen: Wir haben unsere Lektion gelernt. Die furchtbaren
Gewaltausbrüche im Mittelalter haben dazu geführt, dass wir gesagt haben,
Gewalt und Religion gehen nicht zusammen, und da kam es in unserem Land am
Ende zur Trennung von Staat und Kirche, damit die Kirchen nicht mehr die
staatliche Gewalt zur Durchsetzung ihrer Interessen nutzen können. Die
Lektion haben wir gelernt.
Das ist in islamischen Ländern anders. Eine christliche Republik Deutschland
wäre undenkbar. Eine islamische Republik Iran gibt es aber! Da sind die
Entwicklungen sehr unterschiedlich verlaufen.
Da, wo ein Glaube fundamentalistisch verstanden und gelebt wird, hat er eine
Tendenz zur Gewalt, Weil es in allen heiligen Büchern, auch in der Bibel,
Passagen gibt, die Gewalt legitimieren. Und die werden von Fundamentalisten
als Selbstermächtigung genutzt, um andere mit Gewalt zu überziehen.
Wir haben auch das Problem mit christlichen Fundamentalisten in den USA, die
etwa vor Abtreibungskliniken Ärzte erschießen und sich durch die heilige
Schrift dazu ermächtigt fühlen."
Präses Dr. h.c.Nikolaus Schneider (7. Oktober 2010,
Theologe,
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, „Tacheles“ -
die Talkshow der evangelischen Kirche: Marktkirche Hannover, Streit über
Religion und Gewalt: Von Diskriminierung und Fundamentalismus, Sendung "Talk
am roten Tisch", Ausgestrahlt von Phoenix am 17. Oktober 2010,
www.tacheles.tv/streit-um-religion-und-gewalt.php)
"Für deutliche Worte ist der 63-jährige Geistliche aus dem Rheinland
bekannt. Bei Tacheles hatte Schneider jüngst vor Fundamentalismus – auch in
christlichen Kirchen – gewarnt und für einen aufgeklärten Glauben plädiert."
[siehe Beitrag oben]
Tacheles (November 2010, Evangelische
Kirche: Schneider an der EKD-Spitze bestätigt, www.tacheles.tv)
"Der neue Ratsvorsitzende [Präses Dr. h.c.Nikolaus
Schneider] wird nicht wie Wolfgang Huber von der
Kommandobrücke einen Kurs diktieren oder wie Margot Käßmann als
Galionsfigur in der Sonne glänzen, sondern mit Beharrlichkeit vom
Maschinenraum aus wirken.
Wie kaum ein anderer verkörpert Schneider den inneren Konsens in der
EKD. [...]
Nötig ist nicht weniger als eine neue Säkularisierung des Evangeliums.
Dafür müsste die Kirche es wagen, ihren Themenhaushalt gründlich zu
durchlüften [...] Dem stehen freilich in der Kirche starke
Beharrungskräfte entgegen, die solche Änderungen nicht wollen."
Frankfurter Allgemeine Zeitung (6.
November 2010, Der Diskussion: Evangelische Kirche in Deutschland. Kraft
und Lust zur Erneuerung? www.faz.net)
"Theologischer Fundamentalismus"
[zit. n.
Präses Dr. h.c.
Nikolaus Schneider,
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland -
EKD]
"Die Irrtumslosigkeit der Bibel,
die Jungfrauengeburt, die Gottheit Jesu Christi, das stellvertretende
Sühneopfer und die leibliche Auferstehung und Wiederkunft Jesu
Christi. [vgl.
The Fundamentals,
1910-1915] [...]
Letztlich ist ein Streit um unsere Kirche, die sie tragende Theologie
und ihre verfassungsmäßige Ausrichtung entbrannt. [...] In diesen
theologischen Zusammenhängen ist die Kontroverse mit den
Fundamentalisten zu führen. […]
Der Eifer derer, die permanent Bekenntnisse fordern und deren Arroganz
gegenüber der Volkskirche scheinen mir zu einer Kirchlichkeit zu führen,
die Züge des Sektiererischen trägt. [...]
Wenn heute viele Menschen dem kirchlichen Leben zwar mit Reserve
begegnen, sich aber dennoch als Christen verstehen und ihre Bindung an
die Kirche nicht preisgeben … dann haben wir das der von der Aufklärung
beeinflussten Gestalt der Kirche als Volkskirche zu verdanken."
Präses Dr. h.c.Nikolaus Schneider (1993,
Theologe,
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD,
Präses [vgl. Kirchenpräsident bzw. Landesbischof] der Evangelischen
Kirche im Rheinland (EKiR),
zit. n. "Regionale Informationen für
das Rheinland" - Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ Rheinland
e.V., Nr. 20, März / April 1993. S. 6-9,
www.bekenntnisbewegung-rheinland.de, vgl. Volkskirche am Abgrund?, S. 83,
Hänssler 2001, ISBN 978-3775124676)
2011, EKD-Ratsvorsitzender Dr. h.c.
Nikolaus Schneider, Evangelische Kirche in Deutschland – Google+
"Nur noch der Islam nimmt heute einen religiösen Absolutheitsanspruch für
sich in Anspruch."
Altbischof Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber
(22. Januar 2011, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche
in Deutschland EKD, Verschieden und doch gleich, Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 22.01.2011, Nr. 18, S. 8, www.faz.net)
"Die evangelische Kirche leidet schon seit Jahren an einer bemerkenswerten
Selbsteinschüchterung. Wofür sie noch steht – außer verbaler sozialer
Gerechtigkeit natürlich –, ist nicht ersichtlich; wirklich religiöse Inhalte
traut sie sich offenbar nicht mehr zu verkünden."
Prof. Dr. Udo Schnelle (19. Januar 2011,
Theologe, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, FAZ, 19.01.2011, Nr.
15, S. 32, www.faz.net)
"An manchen Orten ist es so weit gekommen, dass man das Evangelium von Jesus
für eine sektiererische, ketzerische Lehre hält, weil sie schon so lange
nicht mehr gehört wurde."
Pfarrer Ludwig Hofacker (1798 – 1828,
Evangelischer Theologe, 26. Januar 2011, Das Evangelium ist ganz einfach,
ideaSpektrum 04.2011, Seite 18)
"Was 2.000 Jahre Standard war, heißt heute christlicher
Fundamentalismus."
ideaSpektrum (18. August 2010, Dr.
Henrik Ullrich zum Interview mit dem Leiter der Zentralstelle für
Weltanschauungsfragen, R. Hempelmann (Berlin): "Wer ist ein
Fundamentalist?", ideaSpektrum 33.2010, S. 42, www.idea.de)
"Die Kirchenführung glaubt nicht mehr, was die zentrale Botschaft des
Neuen Testaments ist [...]
Ich teile alle Einwände des rheinischen Präses
[Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender d. Evangelischen Kirche in
Deutschland - EKD, siehe Beiträge oben] gegen den Sühnetod Jesu, habe es aber vorgezogen,
daraus die allein mögliche Konsequenz zu ziehen, nämlich meinen Unglauben
gegenüber den zentralen Aussagen des Neuen Testaments zu bekennen.
Denn
nicht nur der Sühnetod steht auf dem Prüfstand, die körperliche Auferstehung
Jesu von den Toten und seine Wiederkunft am Ende der Tage auch.
Ich nehme an, dass der rheinische Präses - ebenso wie die meisten seiner
Kolleginnen und Kollegen auch hier eine negative Haltung einnimmt."
Prof. Dr. theol. Gerd Lüdemann (8. April
2009, Theologe, Georg-August-Universität Göttingen, Pro und Kontra. Wozu
starb Jesus Christus eigentlich am Kreuz? ideaSpektrum 15/2009, S. 4)
"Wie Bultmann vor knapp einem halben Jahrhundert, so erregte Lüdemann
[siehe Beitrage oben] ... die Gemüter. Dabei geben selbst seine Kritiker
zu, dass er mit seinen Aussagen eigentlich kaum über das hinausgeht, was
andere Theologen auch schon gesagt haben.
Im Gegensatz zu diesen aber versteckt Lüdemann das Anstößige nicht, sondern
sagt es offen, und er verklausuliert es nicht mithilfe beliebter
theologischer Termini, die nur in der eigenen Zunft verstanden werden,
sondern er sagt es geradeheraus und so verständlich, dass seine Kollegen
reflexartig von »Vereinfachung«, »Verfälschung« und »Simplifizierung« reden.
Aber Lüdemann spitzt eigentlich nur zu, was seine Kollegen langatmig,
unverständlich und zu Tode differenzierend auch sagen"
Christian Nürnberger (Dezember 2000,
Journalist. Kirche, wo bist du?)
"Die Kirchen sind theologisch verarmt, sie wissen immer weniger zu
vermitteln, was christlicher Glaube, Gott, Gebet, Gemeinde im 21.
Jahrhundert überhaupt bedeutet. Sucht man nach großen, systematischen
Entwürfen in der Theologie, die sich diesen Fragen stellen - man findet
nichts. Hört man sich an, was auf den Kanzeln gepredigt wird - man hört kaum
etwas dazu.
Dass christlicher Glaube kein Glaube an einen kuscheligen Wertekanon ist,
sondern an eine deutliche Erlösungsbotschaft, dass er immer Wagnis und
Offenbarung ist, sich weder berechnen noch vernutzen lässt, davon müsste die
Rede sein. "Wir leben", hat der Theologe Eberhard Jüngel vor über 30 Jahren
geschrieben, "im Zeitalter der sprachlichen Ortlosigkeit und der
Sprachlosigkeit der Theologie." Das gilt noch immer, man kann es, unter
anderem, an den Austrittszahlen ablesen.
Die Kirchen stehen also vor der theologischen Aufgabe einer geistlichen
Reformation. Das ist nicht neu in der Kirchengeschichte, selten aber war sie
so dringlich wie jetzt."
Dr. Dirk Pilz (21. April 2011, Redakteur,
Theaterkritiker, Von guten Geistern verlassen, Berliner Zeitung,
www.berliner-zeitung.de)
"Nicht der Anschluss an fundamentalistische Wahrheiten, sondern eine
aufgeklärte religiöse Identität ist das Ziel."
[Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Bischof Dr. Wolfgang Huber (09. Juni 2004, 2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Religion und
Politik in Deutschland und den USA - ein Vergleich, Atlantikbrücke in
Berlin)
"Man sollte sich angewöhnen, zwischen gläubig und religiös zu
unterscheiden."
"Wer gläubig ist, glaubt an ... Jesu... in der Grippen und am Kreuz, an
die Auferstehung und die Unbefleckte Empfängnis Mariens. Das ist ein
echter Märchenwald.
Ein religiöser Mensch hält es mit Kant, Goethe, Schiller: Er hält fest
an Gott, der Unsterblichkeit und der Glückseligkeit."
Prof.
Dr. Erwin Leibfried (04.06.2007, Institut für Neuere Deutsche
Literatur, Justus-Liebig-Universität Giessen, DER SPIEGEL Nr.23/4.6.07,
Seite 6)
"In der philosophischen Tradition wurde vorrangig die Vorstellung von
der Unsterblichkeit der Seele verhandelt. Kant zählt deshalb die
Unsterblichkeit – neben Gott und der Freiheit – zu den großen Themen der
Metaphysik. [...]
Wenn ein Theologe sich mit Kant
beschäftigt, dann bejaht er das Ziel: die Frage nach Gott mit der
Klarheit der Vernunft zu verbinden."
Bischof Dr.
Wolfgang Huber (12.02.2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Unsterblichkeit und Würde. Kant
zu Ehren, St. Michaelis zu Hamburg auf Einladung der Patriotischen
Gesellschaft von 1765 und der ZEIT-Stiftung)
"Das Argument des EKD-Ratsvorsitzenden [2003 -
2009] [Bischof Dr. Wolfgang Huber], der Philosoph
[Immanuel Kant, 1724 - 1804] habe Vernunft und Glauben nicht
auseinander gerissen, sondern einen Weg dazu gebahnt „dass der
Gottesgedanke auch vor dem Forum der philosophischen Vernunft Bestand
haben könne“ unterschlage, dass bei Kant nur noch ein schemenhafter
Gottesgedanke übrig bleibe, „der gerade noch zur Unterscheidung von
blankem Atheismus taugt“."
Die Tagespost (20.09.2007, Wider das kränkelnde abendländische
Denken, Tagung in Schloss Spindlhof über Erwiderungen deutscher
Gelehrter auf die Regensburger Vorlesung)
"In Europa gibt es die weltweit liberalsten Christinnen und Christen."
[Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Bischöfin Dr.
Margot Käßmann (Mai 2005, Oktober 2009 - Februar 2010
Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin
der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover,
Interviewerin Alice Schwarzer, Margot Käßmann. Keine Lust, mich zu
verstellen, EMMA 3/2005,
www.emma.de)
"Europa scheint von dem "fundamentalistischen" Bazillus aufgrund des
Zaubertranks "Säkularität" [lat. saecularis =
weltlich]
weitgehend frei zu sein."
Prof. Dr. Volkhard Krech (Juli 2005,
Theologe, Evangelisch-Theologische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum,
Religiöser Fundamentalismus. Analysen und Kritiken, Seite 48, Francke
Tübingen, ISBN 9783772080999)
Prof.
Dr. Dr. Heinrich Schäfer (30. Mai 2006, Ev. Theologe u.
Soziologe, Universität Bielefeld, Fundamentalismen und Modernen,
Evangelischer Pressedienst epd, epd-Dokumentation 22/2006, S. 11,
Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik GEP)
"Fundamentalismus im Christentum ist nichts, womit wir uns abfinden
dürfen"
Bischof Dr.
Wolfgang Huber (10.06.2007, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Keine Kollekte für Moschee,
Kölner Stadt-Anzeiger)
Immanuel Kant (1724 - 1804), Attikafigur
Universität Graz, Österreich
"Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich
alles unterwerfen muss. Religion, durch ihre Heiligkeit, und
Gesetzgebung, durch ihre Majestät, wollen sich gemeiniglich derselben
entziehen."
"Christentum wie Islam sind
Buchreligionen. […] In unseren beiden Religionen gibt es Gruppen, die sich
einem reflektierten und wissenschaftlich fundierten Umgang mit den
grundlegenden Schriften [vgl.
Historisch- kritische Methode] entziehen und
fundamentalistische Auslegungen vertreten. [...]
Keine Religion kann mehr davon ausgehen, dass sie für sich allein existiert
und eine absolute Wahrheit nur für sich beanspruchen kann."
Prof. Dr. Wolfgang Huber
(16. März 2009,
2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD,
„Herausforderungen des interreligiösen Dialogs. Hermeneutische
Fragestellungen.“ - Vorlesung in der Theologischen Fakultät in Ankara, www.ekd.de)
"Die Religionen müssen sich von dem Gedanken verabschieden, die Wahrheit
allein zu besitzen. Gott ist immer größer als unsere Wahrheitserkenntnis"
Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider (2. Juni 2011,
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Präses der
Evangelischen Kirche im Rheinland EKiR, 33. Deutscher Evangelischer
Kirchentag in Dresden: Dialogveranstaltung mit d. EKD-Ratsvorsitzendem
Nikolaus Schneider u. Großmufti von Bosnien-Herzegowina Dr. Mustafa Efendi
Cerić, EKD-Ratsvorsitzender: Absolutheitsanspruch von Religionen überholt,
www.kirchentag.de)
"Wenn eine
Religion einen alleinigen Besitzanspruch auf die Wahrheit erhebt, dann kommt
sie auch schnell in die Gefahr eines Fundamentalismus, der andere abwertet."
Bischöfin Dr. Margot Käßmann
(8.10.2009, Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, The European: Das Interview der Woche. Landesbischöfin Margot Käßmann im
Gespräch, www.theeuropean.de)
"Neue Formen eines religiösen Fundamentalismus, also der
Entschlossenheit, die eigene religiöse Haltung mit einem exklusiven
Wahrheitsanspruch auszustatten.
Dieser Fundamentalismus gehört genauso zur modernen Gesellschaft wie die
säkulare Option. Die säkulare Option antwortet auf die Moderne mit dem
Verzicht auf letzte Wahrheiten. Der Fundamentalismus antwortet auf
gesellschaftliche Komplexität mit der Flucht in einfache Wahrheiten.
Er reduziert die Wirklichkeit auf Schwarz-Weiß-Bilder und eignet sich
deshalb hervorragend als Nährboden für Feindbilder; er fördert eine
gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, eine der großen Gefahren für ein
humanes Zusammenleben in unserer Zeit.
Er fügt der Religion selbst schweren Schaden zu, indem er aus dem
glaubenden, auch immer von Zweifel angefochtenen Vertrauen auf Gott
einen Anspruch auf den alleinigen Besitz der richtigen Lehre macht.
[...]
Wer solchen Irrwegen entgegentreten will, ist gut beraten, das Bündnis
zwischen Religion und Aufklärung zu bewahren."
[das Zitat wird im unteren Teil fortgesetzt]
Altbischof Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber
(Juli 2010, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in
Deutschland EKD, Vernunft des Glaubens, Cicero 7/2010, Seite 63)
"Die Aufklärung lässt sich auf Dauer nicht an die Ketten des Dogmas
legen. Sie stürzt wie ein brausender Strom heran, gegen den alle
Glaubensschleusen und -dämme machtlos sind."
[Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Prof. Dr. Gerd Lüdemann (20.09.2008,
Theologe, Georg-August-Universität Göttingen, Vertrag von Staat und
Kirche, Ketten des Dogmas. Frankfurter Rundschau, www.fr-online.de)
"Vielmehr hätte alles bisher Gesagte auch vor 30 oder 40 Jahren schon
ähnlich gesagt sein können; und es ist eigentlich ein testimonium
paupertatis [Zeugnis der Bedürftigkeit,
Armutszeugnis] für unsere theologische Situation, dass es heute
wieder gesagt werden muss. [...]
Geschieht das nicht, so werden früher oder später - wenn Kirche und
Theologie überhaupt weiterbestehen - die alten Kämpfe zwischen Orthodoxie
und Liberalismus noch einmal gekämpft werden müssen."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der
neutestamentlichen Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 24-25)
Dr. Wolfgang Huber, 2003 - 2009
Ratsvorsitzender der EKD
idea: "Bleibt die Frage: Wer ist eigentlich ein christlicher
Fundamentalist?"
Huber: "Da ist es doch gut, sich an
den Ursprung des Wortes „Fundamentalist" zu erinnern: Der Ausdruck „The
Fundamentals" wurde Anfang des 20. Jahrhunderts
[Zeitraum von 1910 - 1915] in den USA für fünf Aussagen
verwendet:
1. Die Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift,
2. Christi Jungfrauengeburt,
3. der Sühneopfertod Jesu,
4. die leibliche Auferstehung,
5. die Wirklichkeit der in der Bibel bezeugten Wunder."
idea: "Zumindest Jungfrauengeburt
und leibliche Auferstehung finden sich auch im Apostolischen
Glaubensbekenntnis wieder."
Huber: "Es gibt dabei aber ein
gewisses Spektrum von Auslegungsmöglichkeiten, die sich angesichts der
unterschiedlichen Darstellungen in der Bibel auch förmlich aufdrängen.
Ohne jeden Interpretationsspielraum diese fünf Aussagen wortwörtlich
bejahen zu müssen - das ist für mich Fundamentalismus!
Ob jemand
Christ ist oder nicht, entscheidet sich nicht an solch einfachen
Antworten. Eine Kirche mit der Spannweite von Positionen, wie wir sie
haben -, einschließlich der Evangelikalen
[siehe auch
Evangelikale]
- kann gar nicht fundamentalistisch sein!"
Prof.
Dr. Wolfgang Huber (29. April 2009, 2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Herr Bischof,
wer ist eigentlich ein Fundamentalist? Interview. ideaSpektrum 18/2009,
Seite 17)
"Das Notwendigste für die Ökumene ist zunächst einmal, dass wir nicht unter
dem Säkularisierungsdruck die großen Gemeinsamkeiten fast unvermerkt
verlieren, die uns überhaupt zu Christen machen"
Dr. Joseph Ratzinger (23. September 2011,
seit 2005 Papst Benedikt
XVI.,
Tag zwei des Deutschland-Besuchs: Papst gegen schnelle Fortschritte bei
Ökumene, www.tagesschau.de)
"Huber schließt die Fundamentalismus-Diskussion nicht ab, sondern weitet sie
ins Uferlose aus, da nach seiner Definition [siehe
oben] u. a. auch die katholische Kirche fundamentalistisch ist.
So lehrt die römisch-katholische Kirche:
1. die Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift: „Da also all das, was die
inspirierten Verfasser … aussagen, als vom Heiligen Geist ausgesagt gelten
muss, ist von den Büchern der Heiligen Schriften zu bekennen, dass sie
sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren …“ (Dei Verbum 11),
2. Christi Jungfrauengeburt: „Diese Verbindung der Mutter mit dem Sohn im
Heilswerk zeigt sich vom Augenblick der jungfräulichen Empfängnis Christi
bis zu seinem Tod …“ (Lumen Gentium 57),
3. den Sühneopfertod Jesu: „Durch seinen Gehorsam bis zum Tod wurde Jesus
zum leidenden Gottesknecht, der stellvertretend sein Leben als Sühnopfer
hingab, ‚die Sünden der vielen trug‘ …“ (Weltkatechismus 615),
4. der auferstandene Jesus fordert die Jünger auf festzustellen, „… dass der
auferstandene Leib, in dem er vor ihnen steht, wirklich der gleiche ist, der
gequält und gekreuzigt worden ist…“ (Weltkatechismus, 645),
5. die Wirklichkeit der in der Bibel bezeugten Wunder: „Jesus begleitet
seine Worte durch zahlreiche‚ machtvolle Taten, Wunder und Zeichen‘ …“
(Weltkatechismus 547)
Was aber hilft eine Fundamentalismus-Definition, unter die die Mehrheit der
Christen weltweit fällt – und fallen will?"
Pfarrer Martin Fromm (06.05.2009,
Evang.-luth. Theologe, Wolfgang Huber und seine Einschätzung der
Evangelikalen, Uferlose Diskussion, ideaSpektrum 19/2009, S.4)
"Die Evangelikalen [siehe auch
Evangelikale] sind nach
der römisch-katholischen Kirche die größte Bewegung der Christenheit.
Weltweit rechnen sich etwa 460 Millionen Christen den theologisch
Konservativen zu, die meisten davon sind Mitglieder protestantischer Volks-
und Freikirchen."
ideaSpektrum (28. Januar 2009, Ja zur
Volkskirche, Nein zu Irrwegen. ideaSpektrum 5/2009 S. 22)
"Unsere Kirchenwelt wurde immer schwärzer gemalt und die Allianz
[Evangelische Allianz] errichtete systematisch eine Parallelorganisation nach der anderen gegen die vorhandenen Kirchenstrukturen. [...] Immer deutlicher betont die »Allianz« ihre eigene »kirchliche« Rolle auch in der Öffentlichkeit. [...]
95–98% des Mitgliederzuwachses der neoevangelikalen Gruppen und Gemeinden sind nur Transfergewinne aus Landeskirchen und vor allem – und dort inzwischen besonders schmerzlich – aus den traditionellen Freikirchen und dem immer weiter abmagernden Gnadauer Verband [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften].
Das Schlimme daran ist für uns, dass die von uns oft selbst zugelassene Abwerbung nicht kirchliche Randsiedler betrifft, sondern unsere Kerngemeinde und uns nach jeder neuen Aktion irgendwo wieder wichtige Mitarbeiter fehlen."
Pfarrer Dr. Richard Ziegert (2003, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche der Pfalz, Deutsches Pfarrerblatt, Nr. 6/ Juni 2003; S.291ff, Die EKD-Kirchen angesichts der Globalisierung)
"Die Evangelikalen ... geben sich proisraelisch - und missionieren
dennoch auch unter Juden. Denn in ihren Augen wird nur errettet, wer Jesus
als den Messias anerkennt."
"Die Christenheit hat nicht den Auftrag, das jüdische Nein zum
Messias Jesus aufzubrechen. Im Gegenteil!"
Präses Dr. h.c.Nikolaus Schneider (17. September 2009,
Theologe, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland -
EKD, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR),
Rabbiner-Brandt-Vorlesung in der Evangelischen St. Mariengemeinde in
Dortmund, Pressemitteilung Nr. 147/2009, www.ekd.de/PT_Praeses_zu_Judenmission_17092009.pdf)
Thomas Plaßmann, Wir
wollen nicht provozieren: Cartoons über Gott und die Welt. Herder, Aufl. 2009
"Fundamentalistisch sind religiöse oder politische Bewegungen genau dann,
wenn sie ihren "Mythos" zu rationalisieren versuchen; wenn dieser als
"Logos" [griech.: Wort bzw. das
rationale, logische oder wissenschaftliche Denken] einer wissenschaftlichen Wahrheit oder einer rationellen
Ideologie verstanden wird.
Wer als Christ (oder Jude oder Muslim) meint, die Glaubensinhalte seiner
Religion seien so etwas wie Wahrheit, oder wer als Jude (oder Christ
oder Muslim) glaubt, seine Religion ("Mythos") zu säkularen Zwecken
("Logos") einsetzen zu können, der ist ein Fundamentalist. [...]
Alle diejenigen, die von ihrem Glauben, welcher er auch immer sei,
überzeugt sind und ihn mit Wahrheitsanspruch verteidigen, sind
Fundamentalisten und somit potentielle Terroristen. So einfach ist die
Lösung. [...]
Mythos muss Mythos bleiben, das ist das Fazit des Buches
[Armstrong, Karen: Im Kampf für Gott. Fundamentalismus in
Christentum, Judentum und Islam. Siedler Verlag, München 2004]. Und in der
Trennung jedes mystischen Mythos von dem strengen wissenschaftlichen
Denken, dem "Logos", liegt das Heil unserer manichäistischen Welt
[http://de.wikipedia.org/wiki/Manichäismus]."
Prof. Dr. Friedrich Niewöhner (4.
Oktober 2004, Philosophiehistoriker, Lust und Leid der Sekundärquelle,
Armstrong, Karen: Im Kampf für Gott, Feuilleton Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 04.10.2004, Nr. 231 / Seite 37)
"Karen Armstrong [siehe Buchrezension
oben] ist
eine Expertin in religiösen Fragen, die weltweit höchste Anerkennung
genießt. [...] Seit dem 11. September 2001 gehört Karen Armstrong zu den
gefragtesten Spezialisten im Blick auf den Fundamentalismus. [...]
Den von der Moderne hervorgebrachten Versuch, den Logos
[griech.: Wort bzw. das rationale, logische
oder wissenschaftliche Denken] an die Stelle
des Mythos zu stellen und den Mythos als „Irrtum und Aberglauben“
abzutun, sieht Armstrong als Wurzel aller fundamentalistischer
Gegenbewegungen. [...]
Frau Armstrong, die Evangelisch-theologische Fakultät der Universität
Tübingen ist stolz, Ihnen den Dr. Leopold Lucas-Gedächtnispreis 2009
verleihen zu dürfen!"
Prof. Dr. Friedrich Schweitzer (12. Mai
2009, Lehrstuhl für Praktische Theologie/Religionspädagogik, Dekan der
Evangelisch-theologische Fakultät d. Eberhard Karls Universität
Tübingen, Ansprache bei der Verleihung des Dr. Leopold Lucas-Preises
2009, www.uni-tuebingen.de)
Dr. Karen Armstrong, 2009 Preisträgerin der Evangelisch-theologischen
Fakultät d. Universität Tübingen: "Unser modernes Gottesbild ist naiv und unser religiöses Denken primitiv. [...]
Ungeachtet unseres wissenschaftlichen und technischen Scharfsinns ist unser
religiöses Denken auffällig unterentwickelt [...]
Wir reden heute viel zu oft über Gott. ... Wie kommen wir eigentlich
dazu, ihn als »gut«, »weise« oder »intelligent« zu apostrophieren? [...]
Einige weise Theologen bezeichneten Gott als ein »Nichts«, weil er nun
mal kein Wesen sei. Ganz sicher durfte man aus ihrer Perspektive die
heiligen Schriften nicht wörtlich nehmen. [...] Heute hat man eine
volkssprachliche Bibel oder einen Koran zu Hause und kann lesen, doch
mit dem symbolischen Verständnis hapert es oft. [...]
Die Geschichten von Buddha, Jesus, Mohammed: Unterweisungen im
Menschsein. [...]
Indem sich die Bedeutung des Wortes »Glauben« änderte, wurde eine
gutgläubige Anerkennung von Dogmen zur Voraussetzung von Religion. Das
ging so weit, dass wir religiöse Menschen heute »Gläubige« nennen, als
ob ihre wichtigste Tätigkeit darin bestünde, das religiöse Dogma
glaubend anzunehmen.
Diese rationalisierte Interpretation von Religion hat zu zwei modernen
Phänomenen geführt: zu Fundamentalismus und Atheismus.
Die offensive Frömmigkeit, die man allgemein Fundamentalismus nennt,
brach sich in fast jeder großen Religion im Laufe des 20. Jahrhunderts
Bahn. In ihrem Wunsch, einen durch und durch rationalen Glauben zu
schaffen, deuteten christliche Fundamentalisten die Bibel so
buchstabengetreu wie nie zuvor.
Der klassische westliche Atheismus wurde von Feuerbach, Marx, Nietzsche
und Freud zunächst als Antidogmatismus entwickelt, ihre Weltanschauung
war im Wesentlichen eine Antwort auf die engstirnige theologische
Gotteswahrnehmung, die sich in Europa und den Vereinigten Staaten
entwickelt hatte.
Der jüngere Atheismus eines Richard Dawkins, Christopher Hitchens
[siehe Beitrag unten] und Sam Harris
jedoch unterscheidet sich deutlich davon, denn er konzentriert sich
ausschließlich auf den Gott der Fundamentalisten, und alle drei Autoren
bestehen fälschlicherweise darauf, dass der Fundamentalismus das Wesen
aller Religion ausmache. Die Popularität ihrer Bücher lässt immerhin
vermuten, dass das dogmatische Gotteskonzept viele Menschen verärgert.
Tatsächlich sind die neuen Atheisten in ihrer Religionskritik nicht
radikal genug.
Jüdische, christliche und muslimische Theologen haben jahrhundertelang
darauf bestanden, dass Gott nicht existiert und dass da draußen das
»Nichts« ist; mit dieser Aussage wollten sie nicht die Wirklichkeit
Gottes leugnen, sondern Gottes Transzendenz bewahren.
Was heute hart zu kritisieren wäre: dass wir jenen wichtigen
Traditionsstrang der Religion aus den Augen verloren haben, der viele
unserer gegenwärtigen Probleme lösen könnte. Der moderne Gott ist nur
eine der Theologien, die sich im Laufe der dreitausendjährigen
Geschichte des Monotheismus entwickelten. [...]
Obwohl so viele Menschen heute den Glauben ablehnen, erlebt die Welt ein
Revival des Religiösen. Entgegen den zuversichtlichen Voraussagen der
Säkularisten wird es in nächster Zeit nicht verschwinden.
Doch wenn wir dem gewalttätigen und intoleranten Druck nachgeben, wird
die neue Religiosität heillos sein. Um das zu verhindern, müssen wir uns
auf eine Tradition besinnen, die die Grenzen des Wissens anerkannte,
müssen religiöse Gewissheiten verlernen und einsehen, dass es niemals
leicht ist, über Gott zu reden. [...]
Wir müssen wieder lernen, dass Glauben mit Vertrauen, nicht mit
Lehrsätzen zu tun hat. Dann finden wir vielleicht wie der Buddha aus dem
Mythos zu einer wachen Haltung, die dem Göttlichen nahekommt"
Dr. Karen Armstrong (24. Juli 2010,
englische Theologin und Religionswissenschaftlerin, 1962 – 1969 katholische Nonne, 2009
erhielt Karen Armstrong den Dr. Leopold-Lucas-Preis der
Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen, Modernes
Gottesbild: Zu wem beten die da? The Case for God« im New Yorker Verlag
Alfred A. Knopf/Random House, DIE ZEIT, 24.06.2010 Nr. 26, www.zeit.de,
http://de.wikipedia.org/wiki/ Karen_Armstrong,
http://de.wikipedia.org/wiki/Dr.-Leopold-Lucas-Preis)
Thai Buddha (siehe Beitrag oben) (Quelle:
2005, www.buddhanet.net)
Dr. Marilyn
Sewell zu Christopher Hitchens: "Die
Religion, die sie in ihrem Buch
[2007,
Der Herr ist kein Hirte, Wie Religion die Welt
vergiftet] zitieren, ist im Allgemeinen der
fundamentalistische Glaube in seinen verschiedenen Formen.
Ich bin ein liberaler Christ und ich glaube nicht wörtlich an die
Geschichten der Schrift. Ich glaube nicht an die Lehre des Sühnopfers
Christi (zum Beispiel, dass Jesus für unsere Sünden starb).
Machen sie irgendeinen Unterschied zwischen fundamentalistischem Glauben und
liberaler Religion?"
Christopher Hitchens [bekennender
Atheist]: "Ich
würde sagen, wenn sie nicht glauben, dass Jesus von Nazareth der Christus
und Messias war und dass er von den Toten auferstand und dass durch sein
Opfer unsere Sünden vergeben sind, sind sie in keiner sinnvollen Weise ein
Christ." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Portland Monthly (Januar 2010, Monthly City
Magazines, Interview: Questions of Faith, www.portlandmonthlymag.com)
"Es ist ein Fehler, der häufig von gebildeten Menschen ... gemacht wird,
zu glauben, dass der Fundamentalismus eine neue und merkwürdige Form des
Denkens ist. Das ist keineswegs der Fall. Vielmehr ist er das teilweise
und wissenschaftlich nicht ausgeformte Überleben einer Theologie, die
einmal weltweit von allen Christen vertreten wurde.
Wie viele gab es zum Beispiel in den christlichen Kirchen des
achtzehnten Jahrhunderts, die die unfehlbare Inspiration der gesamten
Schrift anzweifelten? Einige wenige vielleicht, aber nur sehr wenige.
Nein, der Fundamentalist mag sich irren, und ich glaube, dass er sich
irrt, aber wir sind es, die von der Tradition abgewichen sind, nicht
er." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Prof. Dr. Kirsopp Lake (1926,
anglikanischer Theologe und neutestamentlicher Textkritiker, Professor
für neutestamentliche Exegese in Leiden (1904-1914), Professur für
altchristliche Literatur und Kirchengeschichte an der Harvard University
in Cambridge/USA (1914-1938), The Religion of Yesterday and Tomorrow,
Boston: Houghton 1926, S. 61)
"Jetzt ist die Endzeit gekommen; »als die Zeit erfüllt war«, sandte Gott
seinen Sohn. Dieser, ein präexistentes Gottwesen
[Präexistenz Christi: Jesus Christus hat bereits vor seinem irdischen
Leben existiert], erscheint auf Erden als ein Mensch; sein
Tod am Kreuz, den er wie ein Sünder erleidet, schafft Sühne für die
Sünden der Menschen.
Seine Auferstehung ist der Beginn der kosmischen Katastrophe, durch die
der Tod, der durch Adam in die Welt gebracht wurde, zunichte gemacht
wird; die dämonischen Weltmächte haben ihre Macht verloren. Der
Auferstandene ist zum Himmel erhöht worden zur Rechten Gottes; er ist
zum »Herrn« und »König« gemacht worden.
Er wird wiederkommen auf den Wolken des Himmels, um das Heilswerk zu
vollenden; dann wird die Totenauferstehung und das Gericht stattfinden;
dann werden Sünde, Tod und alles Leid vernichtet sein. Und zwar wird das
in Bälde geschehen […] Die Glaubenden haben schon das » Angeld «,
nämlich den Geist, der in ihnen wirkt und ihre Gotteskindschaft bezeugt.
[…]
Das alles ist mythologische Rede, und die einzelnen Motive lassen sich
leicht auf die zeitgeschichtliche Mythologie der jüdischen Apokalyptik
und des gnostischen Erlösungsmythos zurückführen."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen
Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 12-13)
"All das sind Fabeln ... von den Dichtern erfunden, um ihrer
Dichtung Reiz zu verleihen. Ihr habt sie allzu leichtgläubig ... für
euren Gott wieder aufgewärmt." [Kontext:
Christentum um 200 n.Chr.]
Caecilius Natalis (200 n.Chr., Sprecher des Heidentums, Frühchristliche
Apologeten und Märtyrerakten 1913, Bd. 2, Minucius Felix, Octavius.)
"Wenn nun in den letzten 20 Jahren zurückgerufen wurde von der Kritik zur
einfachen Übernahme des neutestamentlichen Kerygmas
[griech. kérygma, Botschaft], so gerieten Theologie und Kirche
in Gefahr, unkritisch die Mythologie des Neuen Testaments zu repristinieren
[lat. aufwärmen von Gestrigem] und damit
das Kerygma für die Gegenwart unverständlich zu machen.
Die kritische Arbeit früherer Generationen darf nicht einfach weggewischt
werden, sondern sie muss positiv aufgenommen werden."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen
Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 24-25)
1941,
Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1884 - 1976), 1912 - 1951 Uni Prof.
Rudolf Bultmann in
Alpirsbach im Juni 1941 (Photo Antje Bultmann Lemke), Gesine
Diesselhorst.
Konrad Hamman: Rudolf Bultmann. Eine Biographie. Mohr Siebeck Tübingen,
2009, Seite 336
"Es fragt sich also, wie die Entmythologisierung zu vollziehen ist. An ihr
arbeitet die Theologie nicht erst seit heute."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen
Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 24)
"Das Neue Testament braucht nicht entmythologisiert zu werden, weil es
keinen Mythos enthält"
Prof. Dr. Hermann Sasse (1942, lutherischer Theologe, Flucht vor dem
Dogma. Bemerkungen zu Bultmanns Entmythologisierung des Neuen Testaments,
Luthertum 53 - 1942, S. 161)
"Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan
haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir
haben seine Herrlichkeit selber gesehen."
1498 Leonardo da Vinci, Abendmahl,
Dominikanerkloster Santa Maria delle Grade, Mailand
"Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists"
"Das ist freilich die bequemste Weise, der kritischen Frage auszuweichen,
indem man alles im wörtlichen Verstände bestehen lässt"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen
Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 24-25)
"Kann die christliche Verkündigung dem Menschen heute zumuten, das mythische
Weltbild als wahr anzuerkennen? Das ist sinnlos und unmöglich. Sinnlos; denn
das mythische Weltbild ist als solches gar nichts spezifisch Christliches,
sondern es ist einfach das Weltbild einer vergangenen Zeit, das noch nicht
durch wissenschaftliches Denken geformt ist."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen
Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 14)
"Für den Menschen von heute sind das mythologische Weltbild, die Vorstellung
vom Ende, vom Erlöser und der Erlösung vergangen und erledigt."
Prof. Dr.
Rudolf Bultmann (1965, Theologe, Glauben und
Verstehen: gesammelte Aufsätze, Band 4. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) Verlag
Tübingen, 4. Aufl. 1984, Seite 144-145)
"Die
Schriftbeweise des Neuen Testamentes müssen fallen, nicht erst auf Grund
rationaler historischer Kritik"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1930, Ev. Theologe, Die Bedeutung des Alten Testaments für den christlichen
Glauben, Glauben und Verstehen (GuV). Gesammelte Aufsätze, Band 1,
9. Aufl. Tübingen 1993, Seite 335)
"Zunächst ist Jahwe, Israels Gott, ein Stammesgott wie andere semitische
Gottheiten [vgl. Baal]"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1949, Ev. Theologe, Das Urchristentum im Rahmen der antiken Religionen.
Artemis & Winkler Verlag Zürich 1949 u. Patmos Verlag Düsseldorf Aufl. 2005,
Seite 11)
"JHWH [Gott Israels] und Baal sind
ebenso wie der aramäische Hadad unterschiedliche Manifestationen eines
verbreiteten ursprünglichen Wettergotttypus"
Prof. Dr. Sebastian Grätz (Mai 2006,
Professur für Altes Testament: Evangelisch-Theologische Fakultät Johannes
Gutenberg-Universität Mainz, JHWH und Baal, Wissenschaftliches
Bibellexikon WiBiLex, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart,
www.bibelwissenschaft.de)
"Der Name Baal [siehe Beiträge oben] lebt in Balthasar und Hannibal (phönizisch für „Baal ist
gnädig“) fort. Auch das Wort Beelzebub oder Baal-Sebub (Herr der Fliegen),
geht auf Baal zurück und stellt im Neuen Testament eine Bezeichnung für den
Teufel dar."
(Stand Juni 2010, http://de.wikipedia.org/wiki/Baal_(Gottheit)
"C.S. Lewis [http://de.wikipedia.org/wiki/C.S._Lewis]
hat sich intensiv mit der „Korruption der Sprache“ auseinandergesetzt.
Sprache kann heilen oder zerstören, sagte er. Die Sprache heilt, wenn
sie eine Wahrheit klar ausspricht. Die korrupte Sprache dagegen ist die
unverständliche Sprache. …
Die Umdeutung von Gut zu Böse, sagte Lewis, zeigt sich zuerst in der
Sprache. Wenn man die Worte oder ihre Bedeutung verändert, verändert
sich die öffentliche Wahrnehmung einer Sache. Ziel dabei ist es,
Menschen dazu zu bringen, etwas gutzuheißen, was sie nie tun würden,
wenn sie genau wüssten, worum es geht."
Dr. med. Christl Ruth Vonholdt (2007,
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, factum 6/2007, S.30)
"Der lebendige Gott wurde in den Gott der Philosophie verwandelt, der nichts
sieht, nichts hört, nichts sagt und nichts tut, der nur noch Götze ist, von
dem man nichts erwarten darf. ...
Sie [die Theologie] hält das, was
sie von ihren Kathedern lehrt, für wissenschaftliche Ergebnisse und
kultiviert es als angeblich wissenschaftliche Methoden. Dadurch sichert
sie sich ihren Verbleib an der Universität. ...
Es ist nichts in der historisch-kritischen Theologie, was nicht zuvor in der
Philosophie gewesen ist. …
Wundern, Auferstehungsberichten und Ähnlichem
wurde von vornherein die Historizität abgesprochen, weil die
historisch-kritische Theologie im Gefolge der Aufklärungsphilosophie kein
Handeln Gottes in der Geschichte gelten ließ.
Durch Vor-Urteil wurde das alles für mythisch erklärt. … Geschichte wurde
auf das Menschliche begrenzt. Gott ließ man darin keinen Raum. Alles
singuläre Handeln Gottes wurde ausgeschlossen. …
Lebendiger Glaube an Gottes Offenbarung in seinem Wort und eine
„wissenschaftliche“ Theologie, die arbeitet „als ob es Gott nicht gäbe“
schließen sich aus. … Der Jesus der Bibel und der Jesus der Bibelkritik sind
Gegensätze, die sich ausschließen. Jeder muss sich entscheiden, welchen
Jesus er wählt. Er soll aber wissen, dass der Jesus der Bibelkritik nicht zu
retten vermag." …
Eine Theologie, die auf antitheistische Voraussetzungen beruht, ist ein
Widerspruch in sich selbst. Die Kirche kann nicht gedeihen, wenn sie sich
mit solch einer Theologie die Ausbildung ihrer Pastoren betreibt, kann nicht
gedeihen, wie man allerorten sehen kann." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1. Oktober
2007, Theologin, Bibel oder Bibelkritik? Was ist glaubwürdig?, ISBN
9783937965864)
"Die Faszination, die von der historisch-kritischen Theologie ausgeht
... beruht auf ihrem Anspruch der Wissenschaftlichkeit.
Man hält es für nötig, die wissenschaftlichen Ergebnisse zu respektieren
und durchschaut nicht, dass diese »Ergebnisse« häufig nichts Anderes
sind als unbewiesene Hypothesen, die vollmundig als Fakten ausgegeben
werden, sobald sie eine breitere Zustimmung gefunden haben."
Prof. Dr. Eta Linnemann (1998,
Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie wissenschaftlich ist die
wissenschaftliche Theologie?")
"Zu welchen Skurrilitäten fundamentalistische Schriftauffassung führen
kann (!, nicht muss, und auch nicht allein sie führt!), zeigt sich immer
wieder in den ausdrücklich auch von Thomas Schirrmacher
[Evangelische Allianz] kritisch
bewerteten Arbeiten der sich trotz ihrer Konversion in ihrer Radikalität
treu gebliebenen Theologin Eta Linnemann [siehe
oben]." [Hintergrund: Prof. Dr. Eta Linnemann war vormals eine radikale
Vertreterin der historisch-kritischen Theologie]
Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (Dezember
2001, Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Gemeinsame
Liebe. Wie Evangelikale die Autorität der Bibel bestimmen, Seite 58)
2002, Petersdom Rom, links: Dr. Joseph
Alois Ratzinger (seit 2005 Papst Benedikt XVI.)
rechts: Dr. Karol Józef Wojtyła (1920 - 2005) (1978 - 2005 Papst
Johannes Paul II.)
"Der Antichrist empfängt von der Universität Tübingen den Ehrendoktor
der Theologie; er ist ein großer Bibelgelehrter. Solowjew hat mit dieser
Darstellung seine Skepsis gegenüber einem gewissen Typ exegetischer
Gelehrsamkeit seiner Zeit drastisch ausgedrückt.
Das ist kein Nein zur wissenschaftlichen Bibelauslegung als solcher,
aber eine höchst heilsame und notwendige Warnung vor ihren möglichen
Irrwegen. Bibelauslegung kann in der Tat zum Instrument des Antichrist
werden." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Dr. Joseph Ratzinger (16. April 2007,
seit 2005 Papst Benedikt
XVI., Jesus von Nazareth, Herder, ISBN 978-3451298615)
HNA: Was ist Ihr Hauptkritikpunkt? "Dass der Autor
[Dr. Joseph Ratzinger, siehe oben] die historische Kritik abwürgt und sagt, dass letztendlich die Irrtumslosigkeit der Bibel gilt und die Inspiriertheit des Gotteswortes ... dass es in der Bibel kein unechtes Wort Jesu gebe. Das halte ich für wissenschaftlich skandalös. [...]
Das Buch
[Jesus von Nazareth, Dr. Joseph Ratzinger, April 2007,
siehe oben] offenbart ganz bedenkliche Tendenzen, weil es die Theologie als Wissenschaft disqualifiziert. Darauf läuft es letztendlich hinaus."
Prof. Dr. Gerd Lüdemann (29.04.2007, Theologe, Georg-August-Universität Göttingen, Interview HNA - Hessische/Niedersächsische Allgemeine)
"Es fällt auf, dass sich Benedikt
[siehe oben] immer wieder mit der sog. "liberalen Theologie" auseinandersetzt, einer im Protestantismus ausgebildeten theologischen Richtung, die Forschung und Lehre in Freiheit von dogmatischen Vorgaben, aber dem Evangelium verpflichtet und im Gespräch mit Wissenschaft und Kultur betrieb. Obwohl die liberale Theologie ihre Blütezeit bei uns in Deutschland im Wilhelminischen Zeitalter
[1890 bis 1918] hatte, so erlebte sie doch in unseren Tagen - aus gutem Grund! - eine Renaissance. Somit verhält sich Benedikt jedenfalls in dieser Hinsicht keineswegs zeitwidrig.
In den Brennpunkt der päpstlichen Kritik gerät Adolf von Harnack (1851 - 1930) mit seiner berühmten These: "Nicht der Sohn, sondern allein der Vater gehört in das Evangelium, wie es Jesus verkündigt hat, hinein." [...]
Insgesamt jedoch bedeutet das päpstliche Jesusbuch
[siehe Beitrag oben] eine Rückkehr zu einem Jesusverständnis, das hinter die Aufklärung zurückführt"
Prof. Dr. theol. Werner Zager (Dezember 2007, Evangelischer Theologe, Fachbereich Evangelische Theologie - Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Präsident des Bundes für Freies Christentum, Wer war Jesus wirklich? Deutsches Pfarrerblatt, Heft 12, S. 650/651)
"Dass Benedikt
[siehe oben] ein konservativer Papst sein würde, war bei seiner
intellektuellen Vita zu erwarten, aber dass er fundamentalistische
Neigungen zeigt, ist dann doch überraschend, ja schockierend. [...]
Auch
wenn Benedikt nach Protesten immer wieder zurückrudert, ist zu fragen,
ob seine Ausrutscher sich nicht doch aus einer gefährlichen Nähe zum
christlichen Fundamentalismus erklären."[Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Dr. Dieter Sattler (30.01.2009, Redakteur [Politik] Frankfurter Neuen
Presse, PAPST: Gefährliche Nähe zum Fundamentalismus - Diskussion,
Frankfurter Neuen Presse, www.fnp.de)
(Andrea & Stefan Waghubinger,
2001, Auf die Kanzel, fertig, los!, ISBN 3-532-62264-5)
"Vor allem die Evangelikalen [siehe auch
Evangelikale] ...
opponierten heftig gegen das, was ihnen die Theologie-Professoren mit -
wie mir schien - heimlicher Lust an der Provokation vorsetzten. Und
etliche Studenten gefielen sich sehr in ihrer Rolle als Aufklärer,
gerierten sich wie kleine Voltaires [http://de.wikipedia.org/wiki/Voltaire]
und zogen, ein Vierteljahr tausend nach Voltaire, viel Lustgewinn aus
ihrem Bestreben, die Evangelikalen als bemitleidenswerte Hinterwäldler
vorzuführen.
Ich selbst saß meistens eher still dabei, litt ein wenig mit den
Evangelikalen, konnte sie gut verstehen, aber nicht verteidigen.
Jahrelang hatten sie in ihren christlichen Jugendgruppen engagiert
gearbeitet, waren sie in ihren Gemeinden meistens die Einzigen, die noch
was auf die Beine gestellt kriegten, hatten sie für ihr Leben viel Kraft
aus den wörtlich geglaubten Geschichten der Bibel gezogen.
Ihnen, denen es wirklich ernst war mit ihrem Glauben, wurde nun dieser
Glaube ausgerechnet von der geistigen Elite der Kirche zertrümmert. Das
musste ihnen teuflisch vorkommen - der Theologieprofessor als
Antichrist."
Christian Nürnberger (November 2007,
Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für Zweifler)
"Die Bibel gilt den christlichen Kirchen als die Heilige Schrift. Doch
was heißt heilig? Welches Schriftverständnis entspricht dem Konzept
„Heilige Schrift“? Achtet etwa so genannte „bibeltreue“ Auslegung per
definitionem die Bibel als heilig? Missachtet liberale Auslegung die
Heiligkeit?
Oder kann gerade gut gemeinte „Bibeltreue“ die Schrift entheiligen?
[...]
Gegen die Angriffe des Rationalismus auf die Bibel versuchten Theologen
die Bibel durch Bekenntnisse zu verteidigen. [...] Die Bibel ist eben
auch durch diese „fundamentalistischen“ Bekenntnisse entheiligt worden.
Es kann hier leider nicht analysiert werden, welch großen Schaden dieser
Zugang in der Kirche angerichtet hat. [...]
Ein Zurück zu einer Bindung an Form und Inhalt der Bibel verbunden mit
einer daraus entstehenden Vielfalt der Interpretationen gäbe der
Fruchtbarkeit der Bibel Raum."
Prof. Dr. Peter Wick (2002, Theologe,
Evangelisch- Theologische Fakultät der Ruhr- Universität Bochum, Die
Bibel als Heilige Schrift auslegen und übersetzen,
www.bibeluebersetzungen.ch/fisch/pwick.pdf)
Hinweis: - Der folgende Artikel kann religiöse Gefühle von bekenntnisorientierten Christen verletzen. -
Die den "Forschungsergebnissen" zugrundeliegenden Funde / Texte über Götzenbilder, Götter u. Dämonen (aus dem historischen Umfeld des NT) kennt auch die Bibel, reflektiert diese "Tatsache" aber womöglich in einem anderem Licht - etwa wie die historisch-kritische Theologie.
"Ein Beitrag zur Kontextualisierung des Johannesevangeliums[Prof. Dr. Peter Wick, siehe oben][...]
Die Rede [von Jesus Christus im
Johannesevangelium] vom Weinstock und den Reben in Joh 15,1-8 strotzt vor dionysischer Symbolik.
[...] Anhänger des Dionysos
[lat. Dionysus, ist in der griechischen Götterwelt ein Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit und der Ekstase, http://de.wikipedia.org/wiki/Dionysos] suchten durch Ekstase aus sich herauszutreten und im Enthusiasmus zu erleben, wie die Gottheit in sie besitzergreifend eindringt, um so von deren Freude und Lebenskraft erfüllt zu werden.
Könnte nicht auch im folgenden Wort - in allerdings das Element der Raserei brechender Form - etwas von Ekstase als aus sich Heraustreten in die Gottheit hinein und von Enthusiasmus als Hineindringen der Gottheit in seine Anhänger mitklingen:
"Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht" (Joh 15,5)?
[Jesus Christus im Johannesevangelium]
Gerade bei Joh 15 müsste gefragt werden, ob in der Antike überhaupt jemand eine Weinstockmetapher in einen solch engen semantischen Zusammenhang zur Liebes- und Freudethematik bringen konnte, ohne nicht sofort auch an Dionysos zu denken. […]
Die komplizierte und komplexe Nähe des Dionysos zur Erotik müsste im Hinblick auf Johannes besonders intensiv aufgearbeitet werden.
Schließlich spielen erotische Elemente am ehesten noch im vierten Evangelium eine Rolle. Nur hier wird in einer für die damalige Kultur provokativen Weise von der Liebe eines Mannes zu unverheirateten Frauen gesprochen:
Jesus aber liebte Martha ..." (Joh 11,5). Nur hier spricht Jesus
allein mit einer Frau an einer Quelle; hier salbt eine Frau, wie die
Geliebte ihrem Liebhaber in einem antiken Liebesroman, Jesus die Füße und trocknet sie mit ihrem gelösten Haar; nur hier verbietet
Jesus einer Frau, ihn in ihrer Wiedersehensfreude zu umarmen. [...]
Sicher, Frauen spielen im Gefolge
Jesu nicht dieselbe Rolle wie die Mänaden in der Gefolgschaft des Dionysos.
Dennoch ist es weiterer Untersuchungen wert, dass sie ausgerechnet in diesem in Auseinandersetzung mit dem Dionysoskult stehenden Evangelium besonders unabhängige, einflussreiche und auch öffentliche Rollen spielen.
In diesem Zusammenhang müssen auch die Effeminierungstendenzen
[Das deutsche Wort Effemination kommt vom lateinischen: ex - aus bzw. heraus, femina - Frau; zusammen wie eine Frau sein. http://de.wikipedia.org/wiki/Effemination] in der Darstellung des Lieblingsjüngers
[Johannes] näher untersucht werden. […]
Offensichtlich wird im Johannesevangelium hintergründig eine Auseinandersetzung mit dem Dionysoskult greifbar. Dadurch öffnet sich
... eine Tür, um das vierte Evangelium, aber auch andere frühchristliche Strömungen so im Judentum zu kontextualisieren, dass die Verankerung und enge Verflechtung von Frühjudentum und frühem Christentum in der paganen
[lat. paganus: heidnisch, zum Heidentum
gehörig] Umwelt deutlicher wird und für die Exegese und Theologie fruchtbar gemacht werden kann.
"
Prof. Dr. Peter Wick (2004, Theologe,
Evangelisch- Theologische Fakultät der Ruhr- Universität Bochum, Jesus
und Dionysos? Ein Beitrag zur Kontextualisierung des
Johannesevangeliums, in: Biblica 85 (2004), 179-198.
www.bsw.org)
Prof. Dr. Steven J. Sherman & Prof. Dr.
David L. Hamilton (1989,
Personality and Social Psychology Bulletin, Vol. 15, No. 4, 559-571. 1989,
Attenuation of Illusory Correlation)
"Aus scheinbaren Ergebnissen der
wissenschaftlichen Exegese
sind die schlimmsten Bücher der Zerstörung der Gestalt Jesu, der Demontage
des Glaubens geflochten worden.
Heute wird die Bibel weithin dem Maßstab
des sogenannten modernen Weltbildes unterworfen, dessen Grunddogma es ist,
dass Gott in der Geschichte gar nicht handeln kann - dass also alles, was
Gott betrifft, in den Bereich des Subjektiven zu verlegen sei.
Dann
spricht die Bibel nicht mehr von Gott, dem lebendigen Gott, sondern dann
sprechen nur noch wir selber und bestimmen, was Gott tun kann und was wir
tun wollen oder sollen.
Und der Antichrist sagt uns dann mit der
Gebärde hoher Wissenschaftlichkeit, dass eine Exegese, die die Bibel im
Glauben an den lebendigen Gott liest und ihm selbst dabei zuhört,
Fundamentalismus sei; nur seine Exegese, die angeblich rein
wissenschaftliche, in der Gott selbst nichts sagt und nichts zu sagen hat,
sei auf der Höhe der Zeit." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Dr. Joseph Ratzinger (16. April 2007,
seit 2005 Papst Benedikt XVI.,
Jesus von Nazareth, Herder, ISBN 978-3451298615)
"Gott ist tot, er wurde auf der theologischen
Werkbank zu Tode interpretiert."
Dr. Lutz
Graf (2000, Langen, Leserbriefe zu
dem Artikel: Grabesstimmung: Haben die Theologen die Kirche im Stich
gelassen? ... Das Thema Ostern - eine einzige Konfusion, DEUTSCHES
ALLGEMEINES SONNTAGSBLATT, DS 21. April 2000 Nr. 16/2000)
Dr. Marilyn Sewell (Unitarische Pastorin): "Die
Religion, die sie in ihrem Buch [2007,
Der Herr ist kein Hirte, Wie Religion die Welt
vergiftet] zitieren, ist im Allgemeinen der
fundamentalistische Glaube in seinen verschiedenen Formen.
Ich bin ein liberaler Christ und ich glaube nicht wörtlich an die
Geschichten der Schrift. Ich glaube nicht an die Lehre des Sühnopfers
Christi (zum Beispiel, dass Jesus für unsere Sünden starb).
Machen sie irgendeinen Unterschied zwischen fundamentalistischem Glauben und
liberaler Religion?"
Christopher Hitchens (Autor, Publizist): "Ich
würde sagen, wenn sie nicht glauben, dass Jesus von Nazareth der Christus
und Messias war und dass er von den Toten auferstand und dass durch sein
Opfer unsere Sünden vergeben sind, sind sie in keiner sinnvollen Weise ein
Christ."
Sewell: The religion you cite in your book is
generally the fundamentalist faith of various kinds. I’m a liberal
Christian, and I don’t take the stories from the scripture literally. I
don’t believe in the doctrine of atonement (that Jesus died for our sins,
for example). Do you make and distinction between fundamentalist faith and
liberal religion?
Hitchens: I would say that if you don’t believe that Jesus of Nazareth was
the Christ and Messiah, and that he rose again from the dead and by his
sacrifice our sins are forgiven, you’re really not in any meaningful sense a
Christian.
Portland Monthly (Januar 2010, Monthly City
Magazines, Interview: Questions of Faith, www.portlandmonthlymag.com)
Prof. Dr. Dr. Otto. B. Roegele (März 1988,
Kommunikationswissenschaftler, Keiner glaubt uns, was wir selbst nicht
glauben, IKZ Internationale Katholische Zeitschrift Communio 2/1988 (17.
Jg.), S. 144-153. www.communio.de)
"Im Übrigen gilt für
uns "Kirchenpersonal" der alte Spruch: Wer Opel verkaufen will, sollte
möglichst auch Opel fahren."
Dr.
Joachim Wanke (08. April 2007, Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung, 8.4.07, Nr. 14, Seite 7)
"Der deutsche Protestantismus, der 1950 noch 46 Millionen Gläubige
versammelte, hat jetzt noch 23 Millionen. Das ist praktisch eine Halbierung
in zwei Generationen. [...] Das ist keine Erosion mehr, sondern eine
Implosion des Christentums. [...]
Gregor Gysi hat völlig Recht, wenn er sagt: Auch als Nichtgläubiger fürchte
ich eine gottlose Gesellschaft. [...]
Man muss nicht fromm sein, man muss nur die sozialwissenschaftlichen Daten
studieren, dann wird man erkennen, dass sich das gesellschaftliche Klima
erheblich verändern wird, wenn der christliche Glaube weiter verdampft.
Dann
bekommen wir eine Klimakatastrophe ganz anderen Ausmaßes als die, von der
heute unentwegt die Rede ist."
Dr. phil. Andreas Püttmann (10.Juni 2010,
Politikwissenschaftler, Wenn das Christentum verdampft, Interview,
Medienmagazin pro, www.pro-medienmagazin.de)
"Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in
vielen erkalten.
Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen. [...]
Es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird. Und wenn diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch selig werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt. [...]
Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater."
"Eine Religion, die ihr ganzes Dasein an dem Seidenfaden des Glaubens an ein
überliefertes "Faktum" hängt, gegen alles innere Erleben ... gerät in ihren
Grundfesten ins Wanken, wenn dieses "Faktum" immer mehr als Legende erkannt,
bzw. aufgefasst wird.
Das "Faktum" aber (Sühnetod - Himmelfahrt - Auferstehung), an das das 16.
Jahrhundert noch kindlich und in innerer Wahrhaftigkeit glauben konnte, ist
heute in seinem entscheidenden Teil nicht mehr als geschichtliche Tatsache
lehrbar [...]
Für den nordischen Menschen ist Religion von Eckard bis Lagarde steht's
inneres Erleben gewesen, immer Gegenwart, kein Pochen auf ein Faktum [...]
Immer wieder tönt allem Seelenreichtum das wüstendürre Wort entgegen:
"Außerhalb dieser Offenbarung [Bibel],
der allein göttliche Autorität zukommt, kann Gott in seiner Gottheit nicht
erkannt werden" [...]
Wie schon ausgeführt, darf in den Augen der neuen Sektierer auch innere
Erfahrung nicht als echte Religion gelten [...] Aber von dieser "frohen
Botschaft" wollen unsere düsteren, leichenbitteren "Bekenner" ... nichts
wissen. [...]
Von welcher Seite immer man der heute verkündigten "Rechtgläubigkeit" auch
nahen mag, immer trifft man auf grundsätzliche Starrheit dem Leben gegenüber
... auf verknöcherten Sektierergeist. Und deshalb auf grundsätzliche
Feindschaft nicht nur der von mir persönlich vertretenen
Religionsphilosophie"
Dr.
Alfred Ernst Rosenberg (1932, 1941 - 1945
Reichsminister Ostministerium, führender Ideologe der NSDAP sowohl in der
Weimarer Republik als auch in der Zeit des Nationalsozialismus, 1934
Beauftragter des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und
weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP, Als Leiter des
Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO) verfolgte er die systematische Ermordung der Juden.)
[siehe auch Kirche im Nationalsozialismus]
Protestantische Rompilger. Der Verrat an Luther und der Mythus des 20.
Jahrhunderts, Hoheneichen Verlag München 1937, Seite 48 - 50)
"Alfred Rosenberg [siehe Beiträge] hat in
seinen Werken in hervorragendstem Maße die Weltanschauung des
Nationalsozialismus wissenschaftlich und intuitiv begründen und festigen
geholfen. [...]
Erst eine spätere Zeit wird voll zu ermessen vermögen, wie tief der Einfluss
dieses Mannes auf die geistige und weltanschauliche Gestaltung des
nationalsozialistischen Reiches ist."
Dr. Joseph
Goebbels (1937, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und
Propaganda,
Verleihung
des Nationalpreises an Dr.
Alfred Ernst
Rosenberg. Der Deutsche Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft
war die höchste Friedensauszeichnung des nationalsozialistischen Deutschen
Reiches. Er wurde 1937 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte an die Stelle
des Nobelpreises treten. [siehe auch
Kirche im Nationalsozialismus]
Raimund Baumgärtner, Weltanschauungskampf im
Dritten Reich. Die Auseinandersetzung der Kirchen mit Alfred Rosenberg,
Mainz : Matthias-Grünewald-Verlag, 1977)
Hinweis in eigener Sache: Die vielstimmigen Diskussionsbeiträge und Zitate dieser Website geben nicht
notwendig unsere eigene Meinung (www.Fundamentalismusdebatte.de) wieder.
Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von nationalsozialistischen
Inhalten distanzieren! [siehe auch
Kirche im Nationalsozialismus]
26 "Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen.
27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir;
28 und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen,
und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
29 Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand
kann sie aus des Vaters Hand reißen."
Jesus Christus (Johannesevangelium, Kapitel
10, 26 - 29)
Rudolf
Bultmann (1884 - 1976), 1912 - 1951 Uni Prof.
Bitte um Hilfe:
Auf dieser Seite wird öfters Rudolf Bultmann zitiert (Schriften aus der
Zeit des Nationalsozialismus, z. B. 1941, Neues
Testament und Mythologie - Programm der Entmythologisierung der Bibel).
Das Problem dabei ist, wir wissen zum Teil
nicht, wie wir die Zitate von Rudolf Bultmann
(laut
www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml:
bedeutendster Exeget des 20. Jahrhunderts) zu verstehen haben. Einige Zitate weisen
eine auffallende Ähnlichkeit mit den Schriften von Alfred Rosenberg (Reichsminister,
NSDAP Chefideologe)auf.
Aus dem Textzusammenhang kann sich bisweilen die Schlussfolgerung ergeben,
dass manche Passagen Bultmanns ironisch (damit auch kritisch) gemeint sein
könnten (siehe 2. Beispiel unten), oder Textpassagen von nationalsozialistischen
Schriften (Alfred Rosenberg, Der Mythos des 20. Jahrhunderts, 1933)
aufgegriffen und kritisch beleuchtet werden (siehe 1. Beispiel mit farbig
hinterlegtem Text).
Leider liegen uns bis heute keine Informationen vor, welche
Textabschnitte von Rudolf Bultmann im Wortsinn gemeint sind und welche gegen
den Wortsinn verstanden werden sollten. Wir wissen von keiner Schrift
(während
oder nach dem 3. Reich) in der Rudolf Bultmann (1884 - 1976) die Situation
aufgeklärt hätte.
Falls dennoch Quellen existieren, die hier für Klarheit sorgen könnten,
wären wir für Hinweise darauf außerordentlich dankbar (Email:
Kontakt).
Hier ein Beispiel
für Aussagen von
Rudolf Bultmann,
die so gedeutet werden könnten, dass nationalsozialistische Schriften
aufgegriffen und kritisch beleuchtet werden (im Kontext des Gesamttextes):
[1930,
Der Mythus des 20.
Jahrhunderts, Dr. Rosenberg]
"Christlichen
Legenden, die allen Ernstes noch heute den Europäern verkündet werden:
"Jungfrauengeburt", stoffliche"
Auferstehung" Christi, "Himmel- und
Höllenfahrt [...]
Noch immer aber haben es Millionen nicht
begriffen, dass Kopernikus ... die gesamte
Höllenfahrts- und Auferstehungsmythologie restlos überwunden, ein für allemal
erledigt hat."
Dr. Alfred Ernst
Rosenberg (1930,
1941 Reichsminister Ostministerium, führender Ideologe der NSDAP,
Der Mythus des 20. Jahrhunderts. Hoheneichen - Verlag München 34. Aufl. 1934, S. 132-133)
[1941,
Neues Testament und Mythologie,
Dr. Bultmann]
"So kann sich das Weltbild ändern etwa infolge der
kopernikanischen
Entdeckung [...]
Welterfahrung und Weltbemächtigung sind in Wissenschaft und Technik so weit
entwickelt, dass kein Mensch
im Ernst am neutestamentlichen Weltbild
festhalten kann und festhält. [...]
Erledigt sind damit
die Geschichten von der Himmel- und Höllenfahrt
Christi [...] Die Wunder des Neuen Testaments sind damit als Wunder
erledigt [...]
Neben dem historischen Ereignis des Kreuzes steht die
Auferstehung, die kein geschichtliches Ereignis ist. ... Neben der
Behauptung der Präexistenz (Paulus, Johannes) steht ja die
Legende von der
Jungfrauengeburt (Matthäus, Lukas) ... stehen die
Legenden vom leeren Grab und von der
Himmelfahrt."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen
Verkündigung, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, S. 14-16,53)
Hier ein Beispiel
für Aussagen von
Rudolf Bultmann,
die als ironisch (kritisch) gedeutet werden könnten (im Kontext des
Gesamttextes):
"Im kirchlichen Christentum ist nach Alfred Rosenberg* die „große
Persönlichkeit Jesu" „missbraucht worden". [...]
*[Alfred Rosenberg, 1941 Reichsminister
Ostministerium, führender Ideologe der NSDAP sowohl in der
Weimarer Republik als auch in der Zeit des Nationalsozialismus,
1934 Beauftragter des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und
weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP,
Als Leiter des Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO)
verfolgte er die systematische Ermordung der Juden]
Der Mythos des 20. Jahrhunderts*, 1933, S. 74. Nach S. 76, Anm. liegt nicht
der geringste zwingende Grund zu der Annahme vor, dass Jesus jüdischer
Herkunft gewesen ist. [...]
Noch scharfer hat Johannes, der nach Rosenberg*
noch aristokratischen Geist
atmet, und der sich gegen die Verbastardierung, Verorientalisierung und
Verjudung des Christentums gewehrt haben soll, das ausgedrückt, dass Jesu
Kommen die Wende der Zeit war, dass Gottes Gericht sich eben damit schon
vollzogen hat"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1936, Jesus und Paulus:
Jesus Christus im Zeugnis der Heiligen Schrift und der Kirche. Beihefte 2
zur Evangelischen Theologie, 1936, Seite 68 - 70 u. 85; Vgl. Jesus und
Paulus, Exegetica: Aufsätze zur Erforschung des Neuen Testaments, Tübingen,
1967, Seite 210 - 212 u. 224)
Rudolf Bultmann
(1884 - 1976), 1912 - 1951 Theologieprofessor
"Die Formel 'Christus ist Gott' ist falsch in jedem Sinn, in dem Gott als
eine objektivierbare Größe verstanden wird, mag sie nun arianisch
[der Vater allein ist Gott] oder
nizäisch [wir glauben an einen Gott, den Vater ...
den einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes ... Gott aus Gott, Licht aus
Licht, wahrer Gott aus wahrem Gott] orthodox oder liberal
verstanden sein.
Sie ist richtig, wenn 'Gott' hier verstanden wird als das Ereignis des
Handelns Gottes."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1954, Ev. Theologe, Glauben und Verstehen (GuV). Gesammelte Aufsätze, Band
2,
Tübingen 1958, S. 258)
Dr. theol. Dietrich
Bonhoeffer (1930,
Evangelisch-lutherischer Theologe, Habilitationsschrift: Akt und Sein.
Transzendentalphilosophie und Ontologie in der systematischen Theologie,
Seite 68)
"Wir müssen so glauben, als wenn es Gott nicht gäbe."
Dr. theol. Dietrich
Bonhoeffer (1944, Evangelisch-lutherischer Theologe, Gefängnis
Berlin-Tegel, www.franz-sales-verlag.de/fsvwiki/index.php/Lexikon/Dreifaltigkeitssonntag-LJA)
"Löst sich das Christentum in Ethik auf? Die Antwort auf diese Frage muss
heißen: Ja, das tut es heute wie vor 2000 Jahren."
Prof. Dr. Dorothee Sölle (Dezember 1966, Ev.
Theologin, Atheistisch an Gott glauben? Merkur. Nachdruck: Atheistisch an
Gott glauben? Beiträge zur Theologie, dtv München 1983, Seite 86)
"Der Atheismus
hat auch da seinen Platz gefunden, wo man ihn eigentlich nicht vermutet: An
den theologischen Fakultäten. […]
Wenn man systematisch
mythologische Rede vermeiden wollte, musste man auch Gott als Person
entmythologisieren und zum Beispiel durch „Liebe“ ersetzen."
[Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Prof. Dr. Klaus
Berger (29.12.2007, Theologe, Wider die „oben ohne“-Theologie, Die
Tagespost)
"Sie [Prof. Dr. Dorothee Sölle, siehe
Beiträge]
gehörte zu den Theologinnen, die Bultmanns Programm der
Entmythologisierung als befreiend erlebten, weil sie dadurch den Widerspruch
zwischen dem mythischen, im „Geheimnis des Glaubens" wurzelnden Weltbild der
Bibel und einem wissenschaftlich fundierten, auf Vernunft basierenden
Realitätsverständnis für überbrückbar hielt."
Dr. Klaus Aschrich (November 2006, Institut
für Evangelische Theologie und Religionspädagogik - Uni Würzburg, Theologie
schreiben: Dorothee Sölles Weg zu einer Mystik der Befreiung, LIT Verlag
Münster)
"Was die Kirche dem Denken Dorothee Sölles
[siehe Beiträge] verdankt, ist längst nicht mehr eine ‚Randposition’. Es ist
eine deutliche Linie unserer Kirche geworden, die sie vor der
Konventikelhaftigkeit [Erläuterung siehe unten]
bewahrt"
Präses Manfred Kock (28. April 2003, 1997
bis 2003 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, 1997
bis 2003 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Pressestelle der EKD,
www.ekd.de/presse/pm82_2003_kock_soelle.html)
[„Der Ausdruck Konventikel (lat.: conventiculum, Diminutiv von conventus =
„kleine Zusammenkunft“, vergleiche Konvent) bezeichnet allgemein eine im
Wesentlichen private religiöse Zusammenkunft in einem Wohnhaus außerhalb
eines Gotteshauses. In der Geschichte des Pietismus bezeichnet das
Konventikel die häusliche, zu Zwecken der Erbauung und der Andacht
veranstaltete Zusammenkunft von Personen, die nicht zu einer Familie gehören
und gegenüber der Kirche mehr oder weniger bewusste Separationsziele
verfolgen.“ 2008,
http://de.wikipedia.org/wiki/Konventikel]
Präses Manfred Kock (1997 - 2003 Ratsvorsitzender der EKD)
"Staatstheologen"
[F.A.Z.]
"Kann die neue Universalreligion der Welt
endgültig Frieden und Wohlstand bringen … selbstverständlich nach
Beseitigung all der hinderlichen Bekenntnisse und nachdem eine moderne
Bibelkritik die Person Jesu und die Gebote Gottes auf ein den Zeitgenossen
zumutbares Maß zurückgestutzt hat."
[Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Erzbischof Dr. Dr.
Johannes Dyba (5.4.1995, Theologe, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr.
81, S. 14)
"Aber jetzt kann ich ihnen etwas ganz schönes sagen. Rudolf Bultmann hat
sich vor seinem Tode bekehrt und er hat sogar seine Schüler und
Studenten um Vergebung gebeten.
Ich habe das jetzt erst im vergangenen Jahr
[2003] erfahren und der Kronzeuge ist Ernst Käsemann. Er hat
das erwähnt, bevor er gestorben ist. Und er hat das bestimmt nicht
erfunden, denn er hatte sogleich gesagt, er würde sich nicht bekehren,
weil er über die Ermordung seiner Tochter nicht hinwegkäme.
Aber so groß ist Gott. Er konnte es machen, so dass der Hauptkronzeuge
der historisch-kritischen Theologie seine Knie vor Jesus gebeugt hat,
seinem Heiland."
Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (4. Juli
2004, Bibelkritik - Wissenschaft oder Manipulation? Vortrag im Rahmen
einer Bibelausstellung in der Freien Evangelischen Schule Berlin,
Audiodatei: Stelle 21:15 bis 22:05
http://bibelausstellung.fesb.de/download.php?filename=Linnemann.mp3)
"Anlässlich der Erwähnung von Rudolf Bultmann möchte ich nicht versäumen
zu erwähnen, dass er sich vor seinem Tode bekehrt und seine Schüler und
Studenten um Vergebung gebeten hat.
Kronzeuge dafür ist Ernst Käsemann, der das vor seinem eigenen Tode
erwähnt hat, seinem Lehrer darin aber leider nicht folgen wollte. Die
Nachricht ist verbürgt, ich habe mit dem Ohrenzeugen, der seine
Identität nicht preisgeben will, selber gesprochen."
Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1.
Oktober 2007, Was ist glaubwürdig – die Bibel oder die Bibelkritik?, VTR:
Nürnberg 2007, Fußnote S. 13)
"Wenn man auf dem Sterbebette liegt, wird man sehr empfindsam und
weichselig, und möchte Frieden machen mit Gott […]
Ja, ich bin zurückgekehrt zu Gott, wie der verlorene Sohn, nachdem ich lange
Zeit bei den Hegelianern [Hegel - deutscher
Philosoph] die Schweine gehütet. War es die Misere, die mich
zurücktrieb? Vielleicht ein minder miserabler Grund. Das himmlische Heimweh
überfiel mich."
Heinrich Heine (30.
September 1851, deutscher Dichter, Paris)
"Du kannst vielleicht mitfühlen, wenn ich Dir sage, dass ich schon manchmal
Stunden hatte, in denen ich alles Denken und Wissen gern von mir geworfen
hätte [...] unsereiner sieht sich am Abend nicht weiter als am Morgen und
mag kaum auf das nächste Morgen hoffen."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(2. April 1905, Ev. Theologe,Brief an Walther Fischer, Mn
2-2198, Nachlass Rudolf Bultmann, Universitätsbibliothek Tübingen)
Rudolf Karl Bultmann (Landeskirchliches Archiv,
www.elk-wue.de)
"Ich gehöre zu denen, die [Bultmanns]
Schrift begrüßt haben ... Grob gesagt: Bultmann hat die Katze aus dem
Sack gelassen, nicht nur für sich, sondern für sehr viele (die liberale
Katze aus dem Bekenntnissack), und darüber freue ich mich.
Er hat gewagt zu sagen, was viele in sich verdrängen (ich schließe mich
ein), ohne es überwunden zu haben. Er hat damit der intellektuellen
Sauberkeit und Redlichkeit einen Dienst geleistet.
Der Glaubenspharisäismus, der nun dagegen von vielen Brüdern aufgeboten
wird, ist mir fatal. Nun muss Rede und Antwort gestanden werden. Ich
spräche gern mit Bultmann darüber und möchte mich der Zugluft, die von
ihm kommt, gern aussetzen. Aber das Fenster muss dann wieder geschlossen
werden. Sonst erkälten sich die Anfälligen zu leicht."
Dr. theol. Dietrich
Bonhoeffer (25. Juli 1942, Evangelisch-lutherischer Theologe, [Brief
Bonhoeffers] 192. An Winfried Krause. Berlin, 25.7.1942, Dietrich
Bonhoeffer Werke (DBW); Band 16: Konspiration und Haft 1940-1945. Jorgen
Glenthoj, Ulrich Kabitz, Wolf Krötke (Hrsg.), Christian Kaiser
Verlag/Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1996, Seite 344)
"Rudolf Bultmann entzauberte im 20. Jahrhundert radikal die Sprache der
Bibel. [...] Er gilt heute als einer der bedeutendsten Theologen des
Protestantismus.
Bultmann ist ein Symbol für den Dialog des Christentums mit der Moderne.
In seiner Person als Wissenschaftler und Christ verkörperte er zugleich
den Spagat zwischen Glauben und Verstehen. [...]
Seine Interpretation der Evangelien rüttelt bis heute an den Fundamenten
der christlichen Bekenntnisse. [...] Schließlich war die äußerste
Konsequenz dieses Programms „die Verneinung der leiblichen Auferstehung
Christi“, wie die Tagesschau einen Tag nach Bultmanns Tod meldete. [...]
Lutherische Theologen warfen ihm vor, er betreibe die "Selbstauflösung
der Theologie in eine atheistische Philosophie". [...]
Die Kontroverse um Bultmanns Entmythologisierungsprogramm war für die
Kirche ein notwendiger Streit, erinnert sich der 1915 geborene Theologe
Heinz Zahrnt. Bultmann habe die Christen vom zwanghaften
Buchstabenglauben befreien wollen"
Evangelischer Pressedienst epd (Oktober
2001, Rudolf Bultmann - Spagat zwischen Glauben und Verstehen, Marburger
UniJournal Nr. 10, 10/2001, Philipps-Universität Marburg,
www.uni-marburg.de)
"Fundamentalistische Haltungen entstehen ... wenn folgende Merkmale
anzutreffen sind ... Ein nicht-symbolisches, wortwörtliches Verstehen und konkret-politisches
Umsetzen heiliger Schriften."
Dr. Fritz R. Huth (Februar 2002, Theologe,
Beauftragte für Weltanschauungsfragen der EKHN Evangelische Kirche in Hessen
und Nassau, Arbeitshilfe Fundamentalismus. Herausgegeben vom „Zentrum
Ökumene“ der EKHN)
"So liegt es auch von daher nahe,
die christlichen Inhalte ins Symbolische zurückzunehmen, ihnen keine höhere
Wahrheit zuzusprechen als den Mythen der Religionsgeschichte - sie als Weise
der religiösen Erfahrung anzusehen, die sich demütig neben andere zu stellen
hätte.
In diesem Sinn kann man dann - wie es scheint - fortfahren, ein
Christ zu bleiben; man bedient sich weiterhin der Ausdrucksformen des
Christentums, deren Anspruch freilich von Grund auf verändert ist" [Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Dr. Joseph
Ratzinger (08.01.2000, seit 2005 Papst Benedikt XVI., Der angezweifelte Wahrheitsanspruch. Die Krise
des Christentums am Beginn des dritten Jahrtausends, Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 08.01.2000, Nr. 6, S. I)
"Das Christuskerygma ist
also Kultuslegende, und die Evangelien sind erweiterte Kultuslegenden."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann(1921, Theologe, [laut
http://www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml:
bedeutendster Exeget des 20. Jahrhunderts], Die Geschichte der synoptischen
Tradition. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 8.Aufl. 1970 2. Aufl.
1931, S.
395)
"Wie aber können Sie zu einem bloßen Symbol
beten?"
Prof. Dr. Gerd Lüdemann(8. Mai 1998, Theologe,
Georg-August-Universität Göttingen,Unter den Dächern von Göttingen, DS -
DEUTSCHES ALLGEMEINES SONNTAGSBLATT, 8. Mai 1998 Nr. 19/1998)
"Ich bin weiter davon überzeugt, dass mein Vorwurf der
Scheinheiligkeit gerechtfertigt ist." […] Im "Grunde stellt das Vorgehen der
wissenschaftlichen Theologen die Spitze der Heuchelei dar. Indem sie den
Studierenden die Ergebnisse der historisch-kritischen Forschung vermitteln,
nehmen sie ihnen den Glauben der Bekenntnisse, den sie in ihrem kirchlichen
Dienst vertreten sollen."
Prof. Dr. Gerd Lüdemann (1999, Theologe, Georg-August-Universität
Göttingen, "Kirche der Scheinheiligen" Evangelische Diskussione 3/1999)
Prof. Dr. Gerd Lüdemann (Theologe,
Georg-August-Universität Göttingen)
"Glaubenssätze sind symbolisch-gleichnishaft und nicht wortwörtlich zu
verstehen. Dann passen sie mit dem Wahrheitsbewusstsein zusammen. […]
Hier muss man sich allerdings vor Beliebigkeit hüten, und damit vor einer Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheitsfrage. Man kann nicht jede beliebige religiöse Meinung damit retten, sie sei zwar nicht wortwörtlich, aber doch noch symbolisch wahr. […]
Eine derartige Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheitsfrage löst das Christentum auf."
Dr. theol. Andreas Rössler (26.7.2001, Theologe, Undogmatisches Christentum: ein Ideal im Konflikt mit der Wirklichkeit, IARF-Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll)
"Als wir Kinder waren, gab es einen Augenblick, wo wir, wenn uns eine
Geschichte erzählt wurde, die Frage stellten: "War das mal wirklich?"
Wir erwarteten auf diese Frage eine schlichte Antwort, also nicht eine
Antwort, die den Umfang des Begriffs "wirklich" so lange dehnte, bis auch
Märchen und Träume darunter subsumiert[http://de.wikipedia.org/wiki/Subsumtion]
werden konnten. [...]
Wenn der Gegensatz von Schein und Sein
verschwindet, ist es gleichgültig, ob wir sagen, alles sei wirklich oder
alles sei Schein. ... Gibt es keinen Unterschied? Doch, natürlich gibt es
einen Unterschied, und es ist sogar der wichtigste aller Unterschiede."
Prof. Dr. Robert Spaemann (8. Februar 2000, Wirklichkeit als
Anthropomorphismus, Vortrag Bayerischen
Akademie der schönen Künste)
"Es kommt ihm [Friedrich Josef Dürrenmatt]
vor, als frage man einen Theologen, der eben Gott entmythologisiert hat, was
denn Gott in Wirklichkeit sei: ein Prinzip, eine Weltformel oder was denn
sonst?
Wer so fragt, hat laut Dürrenmatt nicht begriffen, dass diese Frage
untheologisch ist, ja dass moderne Theologie nur noch unter der Bedingung
möglich ist, dass solche Kinderfragen nicht mehr gestellt werden."
Elisabeth Emter (17. August 1995,
Germanistin, Literatur und Quantentheorie. Gruyter, ISBN 9783110148732, S.
249)
"Die Theologen haben doch längst die Bibel und den ganzen Volks- und
Aberglauben entmythologisiert [...]
Kein Theologe sagt es so platt, aber auf diese Plattheit laufen all
ihre Erklärungen hinaus, wenn man sie von den theologieüblichen
Verschleierungen und Wissenschaftlichkeit vortäuschenden Komplizierungen
befreit und über die Rücksichten auf die Kirche und religiöse Gefühle
hinweggeht."
Christian Nürnberger (November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott
glauben", Jesus für Zweifler)
"Das liberale Christentum hat nicht nur Kritik an der Religion geübt, es hat die Religion aufgelöst."
Prof. Dr. Paul Tillich (1942, Theologe und Religionsphilosoph,
Prinzipien des Protestantismus, Our Protestant Principles. In: The
Protestant Vol.4, No.7, New York 1942, S.10-11, u. P. Tillich,
Gesammelte Werke VII: Der Protestantismus als Kritik und Gestaltung.
Schriften zur Theologie I, Stuttgart 1962, S.133-140)
"Nicht alles, was einem liberalen Theologen religiös nicht passt, ist
deswegen Fundamentalismus"
Dr. Karsten Fischer (4. Februar 2009,
Politikwissenschaftler, Fundamentalismus – ein brauchbarer Begriff?
Veranstaltung des Forschungsbereichs "Religion und Politik" an der Berliner
Humboldt-Universität, www.religion-and-politics.de,
www.pro-medienmagazin.de)
"Wäre ich ein fundamentalistischer Christ, wäre ich entsetzt von dieser
wischi-waschi Version des christlichen Glaubens. Doch weil ich ein
Ungläubiger bin, der sich vor der Barbarei vieler fundamentalistischer
Christen fürchtet (z.B. vor ihrer
Homophobie), heiße ich theologischen
Liberalismus willkommen.
Vielleicht werden die liberalen Theologen einmal so eine wischi-waschi
Version des Christentums entwickeln, dass niemand mehr Interesse daran
hat, Christ zu sein. Wenn dem so wäre, dann wäre etwas verloren
gegangen. Doch höchstwahrscheinlich hätten wir noch mehr gewonnen."
[Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Prof. Dr. Richard Rorty (Juli 2003,
Philosoph, Truth, Evil, and Redemption. Interview Magazin Modern
Reformation Juli/August Vol. 12 No. 4, 2003)
"Wenn ... morgen alle haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter aller
Kirchen für immer aufhörten zu arbeiten, würden es die meisten über eine
lange Zeit gar nicht bemerken." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Christian
Nürnberger
(21. September 2007, Das Christentum. Was man
wirklich wissen muss.)
"Wenn ... am Ende ... nur noch wenige Menschen Christen sein werden und das
Christentum als eine unplausible Schrulle erscheint, dann braucht uns das
jetzt nicht weiter zu interessieren. Es ist uns dies vorhergesagt, damit wir
uns daran erinnern, wenn es soweit sein wird …
Wir wissen aber nicht, wann das sein wird. Es kann ja auch in Europa
noch einmal eine Phase der christlichen Wiedergeburt geben, weil die
Zahl derer, die gerettet werden sollen, noch nicht voll ist.
[vgl. Römer 11,25] [...]
Wir sollen uns nicht zurückziehen ins
Ghetto, wie häufig gesagt wird. Aber die Frage, ob Ghetto oder nicht, wird
überhaupt nicht von uns entschieden.
Wenn wir das tun, was aufgrund des Gehorsams gegen das Evangelium notwendig
ist, dann wird es sich zeigen, ob wir im Ghetto landen oder nicht. Diese
Frage muss uns primär gar nicht interessieren."
Prof. Dr. Robert Spaemann
(September 2007, Philosoph, Das unsterbliche Gerücht. Die Frage nach Gott
und die Täuschungen der Moderne.)
"Ob islamistische Bewegungen in Indonesien und im Nahen Osten oder
christliche Fundamentalisten in den USA, ob religiös fanatische jüdische
Siedler auf palästinensischem Gebiet oder nationalistische Katholiken in
Polen bzw. Orthodoxe in Russland: das religiöse Hasspotenzial ist dem
Friedenspotenzial der Glaubensgemeinschaften wie das Unkraut dem Weizen
beigesellt."
Präses Dr. h.c.Nikolaus Schneider (12. Januar 2009,
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD, Präses
[vgl. Kirchenpräsident bzw. Landesbischof] der Evangelischen Kirche im
Rheinland (EKiR), Präsesbericht - BERICHT ÜBER DIE FÜR DIE KIRCHE
BEDEUTSAMEN EREIGNISSE, www.ekir.de/ekir/dokumente/ekir2009praesesbericht.pdf)
"Deshalb ist die Vorstellung töricht, man könne die Gefahren des
politischen Islamismus durch einen christlichen Fundamentalismus bannen.
Man bannt sie nicht, man verdoppelt sie vielmehr."
Bischof Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber (Juli 2010, 2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Vernunft
des Glaubens, Cicero 7/2010, Seite 63)
Dr. Margot
Käßmann:
"Fundamentalismus ist immer ein Problem." [...]
Alice Schwarzer: "Sie sehen den
christlichen Fundamentalismus also nicht minder kritisch wie den
islamischen?"
Dr. Margot
Käßmann:
"Selbstverständlich! Aber in Europa sind die christlichen
Fundamentalisten in einer absoluten Minderheit. [...] In Europa gibt es
die weltweit liberalsten Christinnen und Christen."
Bischöfin Dr.
Margot Käßmann (Mai 2005, Oktober 2009 - Februar 2010
Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin
der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover,
Interviewerin Alice Schwarzer, Margot Käßmann. Keine Lust, mich zu
verstellen, EMMA 3/2005,
www.emma.de)
"Europa scheint von dem "fundamentalistischen" Bazillus aufgrund des
Zaubertranks "Säkularität" [lat. saecularis =
weltlich]
weitgehend frei zu sein."
Prof. Dr. Volkhard Krech (Juli 2005,
Theologe, Evangelisch-Theologische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum,
Religiöser Fundamentalismus. Analysen und Kritiken, Seite 48, Francke
Tübingen, ISBN 9783772080999)
Prof.
Dr. Dr. Heinrich Schäfer (30. Mai 2006, Ev. Theologe u.
Soziologe, Universität Bielefeld, Fundamentalismen und Modernen,
Evangelischer Pressedienst epd, epd-Dokumentation 22/2006, S. 11,
Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik GEP)
"Fundamentalismus im Christentum ist nichts, womit wir uns abfinden
dürfen"
Bischof Dr.
Wolfgang Huber (10.06.2007, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Keine Kollekte für Moschee,
Kölner Stadt-Anzeiger)
"Die Natur wollte wissen, wie die Vernunft aussieht, da erschuf sie
Kant."
Pfarrer Gerson Raabe (Februar 2004,
Immanuel Kant: Philosoph des Protestantismus, www.erloeserkirche.de)
"Kant ... nach meiner Überzeugung ... der Philosoph des Protestantismus."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (12.02.2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Unsterblichkeit und Würde. Kant
zu Ehren, St. Michaelis zu Hamburg auf Einladung der Patriotischen
Gesellschaft von 1765 und der ZEIT-Stiftung)
"Kant ist der Ehrentitel »Philosoph des Protestantismus« verliehen
worden - wobei zu fragen wäre, ob das für den Protestantismus oder für
Kant oder für beide ehrenhaft ist. Wie dem auch sei - kein
philosophisches Denken der Neuzeit, genauer: der Moderne dürfte auf die
Theologie des Neuprotestantismus im 19. und 20. Jahrhundert nachhaltiger
gewirkt haben als das Kants."
Prof. Dr.
Falk Wagner (Januar 1985, Aspekte der Rezeption
Kantischer Metaphysik - Kritik in der evangelischen Theologie des 19.
und 20. Jahrhunderts, Neue Zeitschrift für Systematische Theologie und
Religionsphilosophie. Band 27, Heft 1, S. 25)
"Kants Stil ... lässt sich vielleicht treffend bezeichnen als eine
glänzende Trockenheit [...] Die selbe glänzende Trockenheit finde ich im
Stil des Aristoteles wieder, obwohl dieser viel einfacher ist. – Dennoch
ist Kants Vortrag oft undeutlich, unbestimmt, ungenügend und bisweilen
dunkel."
Prof. Dr. Arthur Schopenhauer
(1819,
Philosoph, Die Welt als Wille und Vorstellung, Band
1, Anhang: Kritik der Kantischen Philosophie,
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Welt_als_Wille_und_Vorstellung)
"Wer ... die staubtrockene evangelische Synode betrachtet,
denkt nicht an Gott, sondern eher an Versicherungsverträge. […]
Wer sich der schweren Prüfung eines protestantischen Gottesdienstes an
einem beliebigen Sonntag unterzieht, muss auf einem harten Brett sitzen
und auf ein nacktes Kreuz starren. Sachliche Seelsorger geben unablässig
vernünftige Worte von sich [...] Das Ganze hat das Ambiente eines
Mathematikunterrichts an einer Gesamtschule."
stern (26.11.2009, Selig ohne Gott, stern Nr. 49, S.
62)
Wie steht es mit seiner
Stellung zum offiziellen Kirchenglauben in jener Zeit? […] Auffallender
ist eine … Mitteilung von Kants Schüler und späterem Kollegen Pörschke
(1751—1812) […]
"Er [Kant] sei schon
lange Magister gewesen und habe noch an keinem Satze des Christentums
gezweifelt; nach und nach sei ein Stück ums andere abgefallen. [...]
Wie befruchtend die kritische Methode in den letzten
Jahrzehnten auf die verschiedensten Wissenschaftsgebiete gewirkt hat und
noch wirkt, weiß jeder, der im wissenschaftlichen Leben steht."
Prof. Dr. Karl Vorländer
(1924, Philosoph, Immanuel Kant. Der Mann und das Werk, Erneuerung des
Kritizismus seit 1860)
"Seit immer größere Teile des Protestantismus, durch die Philosophie
Immanuel Kants beeinflusst, Religion nur noch als Moral denken können,
gerät die evangelische Kirche in eine gefährliche Schieflage: Sie
verliert immer mehr das Bewusstsein ihrer Kirchlichkeit und reduziert
ihre öffentliche Rolle auf die einer moralischen Instanz."
Dr. Martin Schuck (7. März 2010,
Verlagsleiter des Evangelischen Presseverlags Pfalz, Diskussion: Religion
als Moral: Fall Margot Käßmann, Evangelischer Kirchenbote 10/2010,
S. 4)
"Schließlich droht das Ideal des undogmatischen Christentums in die
dürftige Wirklichkeit eines womöglich auf die Humanität eingeschränkten
Christentums zurückzufallen. […]
Damit gibt das undogmatische Christentum keinem postmodernen Zeitgeist
nach, im Sinn des Slogans
,,Anything goes, man kann glauben, was man will, und die Wahrheit ist
nur das, was die Einzelnen dafür halten“."
Pfarrer Dr. Andreas Rössler (26.7.2001,
Undogmatisches Christentum: ein Ideal im Konflikt mit der Wirklichkeit,
IARF-Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll)
"Wenn alles gleich gültig ist, ist auch schnell alles gleichgültig."
"Wenn alles Wahrheit ist, ist nichts mehr Wahrheit."
Peter Hahne (November 2004, Theologe, 1992 - 2009 Mitglied des Rates
der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, ZDF-Programmdirektion,
Schluss mit lustig! Das Ende der Spassgesellschaft, ISBN: 3501051808)
"Auf den religiösen Pluralismus unserer Zeit bildet weder der religiöse
Relativismus eines „anything goes" noch der religiöse Fundamentalismus
eine zureichende Antwort.
Vielmehr muss sich in einer solchen Antwort der Respekt vor der gleichen
Würde der Verschiedenen mit der Bereitschaft verbinden, inmitten dieser
Pluralität selbst einen Standpunkt zu finden und diesen auch beherzt zu
vertreten.
Soweit schon dies als konservativ gilt, zu dem zu stehen, was man als
verbindlich anerkennt, eignet der Religion unweigerlich ein
konservativer Zug.
Doch wenn das in einer Weise geschieht, in der Diversität
[Vielfalt] nicht verurteilt, sondern
respektiert wird, blitzt etwas Neues auf: pluralismusfähige
Überzeugungstreue, Interesse am Streit um die Wahrheit.
In einer Gesellschaft, in der das alles andere als vertraut ist, gewinnt
ein beherzter Glaube, der dem Fremden und Andersgläubigen mit Achtung,
ja mit Neugier begegnet, einen Zug nach vorn - und das lässt sich
durchaus auch als progressiv bezeichnen."
Bischof Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber
(Juli 2010, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in
Deutschland EKD, Vernunft des Glaubens, Cicero 7/2010, Seite 63)
"Glaubt, was ihr für glaubwürdig und wahr haltet, aber bleibt kritisch."
Pfarrer Friedrich
Schorlemmer (25.04.2004, Speyerer Protokolle: Der Protestantismus
als Kritik und Gestaltung, Symposium und Gottesdienst zum 475-jährigen
Protestationsjubiläum, 24./25. April 2004 Speyer, hg.v. Ev. Akademie der
Pfalz)
"So viel ist gewiss: wer einmal die Kritik gekostet hat, den ekelt
auf immer alles dogmatische Gewäsche, womit er vorher aus Not vorlieb
nahm, weil seine Vernunft etwas bedurfte, und nichts Besseres zu ihrer
Unterhaltung finden konnte."
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1783,
Philosoph, Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft
wird auftreten können, A 191, § 60,
http://de.wikiquote.org/wiki/Immanuel_Kant)
"Nicht der hat Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern der, welcher keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte."
Friedrich Schleiermacher (1799, Theologe, Klassiker neuzeitlicher Religionstheorie, "Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern")
"Früher galten Fundamentalisten als Schwärmer
[siehe oben]"
Das Erste
(5. Dezember 2007, Dokumentation "Fanatisch, fundamentalistisch, fromm."
"SWR, NDR und WDR begeben sich in den USA, in Israel und im Jemen auf
Spurensuche, wie aus Frömmigkeit Fundamentalismus und Fanatismus werden
kann." www.daserste.de)
[Kant: Was ist Aufklärung? 1784]
"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten
Unmündigkeit.
Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines
Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet
ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des
Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner
ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
Sapere aude!
[Wage es verständig zu sein!] Habe Mut, dich deines
eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.
[...]
Dass der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das
ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem dass er
beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte, dafür sorgen schon
jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen
haben.
Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und
sorgfältig verhüteten, dass diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt
außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperreten, wagen durften, so
zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen drohet, wenn sie es
versuchen, allein zu gehen."
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1784,
Philosoph, "Beantwortung der
Frage: was ist Aufklärung?", Berlinische Monatsschrift, 1784,2, S.
481–494)
"In irgendeinem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen
flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem
kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und
verlogenste Minute der Weltgeschichte"
Prof. Dr.
Friedrich Nietzsche (1872,
Philosoph, Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn,
KSA 1: 875, http://de.wikiquote.org/wiki/Friedrich_Nietzsche)
Hinweis in eigener Sache:
Die vielstimmigen Diskussionsbeiträge und Zitate dieser Website geben nicht
notwendig unsere eigene Meinung (www.Fundamentalismusdebatte.de) wieder.
Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von den nachfolgenden Zitaten mit antisemitischen Inhalten, oder sonstigen menschenverachtenden und diskriminierenden Inhalten distanzieren.
"Die Mohren, ingleichen alle Einwohner der heißen Zone haben eine
dicke Haut, wie man sie denn auch nicht mit Ruthen, sondern gespaltenen
Röhren peitscht, wenn man sie züchtigt, damit das Blut einen Ausgang
finde und nicht unter der dicken Haut eitere."
[Rassenlehre Immanuel Kants, siehe Kirche im Nationalsozialismus]
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1802,
Philosoph, Physische Geographie, AA IX, S. 313.
http://www.korpora.org/Kant/aa09/316.html, http://de.wikipedia.org/wiki/Neger)
"Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der Race
[Rasse,
http://de.wikipedia.org/wiki/Race_(Kant)]
der Weißen. Die gelben Indianer haben schon ein geringeres Talent. Die Neger
sind weit tiefer und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen
Völkerschaften. […]
Der Einwohner des gemäßigten Erdstriches,
vornehmlich des mittleren Teiles desselben, ist schöner an Körper,
arbeitsamer, scherzhafter, gemäßigter in seinen Leidenschaften,
verständiger, als irgend eine andere Gattung der Menschen in der Welt.
Daher haben diese Völker zu allen Zeiten die andern belehrt, und durch
die Waffen bezwungen."
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1802,
Philosoph, Physische Geographie, AA IX, S. 313 u. 316,
http://www.korpora.org/Kant/aa09/316.html, http://de.wikipedia.org/wiki/Neger)
"Immanuel Kant lehnt in seinen veröffentlichten Werken ein
Widerstandsrecht des Volkes und des Einzelnen – auch gegen evident
ungerechte Gesetze – ab. Er beschäftigt sich vor allem in zwei
Veröffentlichungen explizit mit der Problematik des Widerstandsrechts:
In der Schrift Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig
sein, taugt aber nichts für die Praxis (1793) und in seinem
rechtsphilosophischen Hauptwerk Die Metaphysik der Sitten (1797). [...]
Unter dem Widerstandsrecht wird allgemein ein naturrechtlich bzw.
durch ein positives Gesetz statuiertes Recht jedes Menschen verstanden,
sich unter bestimmten Bedingungen gegen staatliche Gesetze auflehnen zu
dürfen bzw. ihnen den Gehorsam zu verweigern. [...]
In
Deutschland garantiert Art. 20 Abs. 4 des Grundgesetzes (GG) das Recht
eines jeden Deutschen, gegen jedermann Widerstand zu leisten, der es
unternimmt, die in Art. 20 GG niedergelegte Staatsordnung
(Föderalismusprinzip, Demokratieprinzip, Sozialstaatsprinzip,
Gewaltenteilung, Gesetzesbindung der drei Gewalten, Republikprinzip,
freiheitliche demokratische Grundordnung) zu beseitigen, wenn andere
Abhilfe nicht möglich ist."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Widerstandsrecht, Stand Dezember 2009)
"Wer die Wahrheit verrät,
verrät sich selber. Es ist hier nicht die Rede vom Lügen, sondern vom
Handeln gegen die Überzeugung."
Novalis (1772 - 1801, Georg Friedrich Philipp Freiherr
von Hardenberg, Schriftsteller, Philosoph und Bergbauingenieur,
http://de.wikipedia.org/wiki/Novalis)
"Im Deutschen wurde der Rassebegriff (in der französischen Schreibweise
race) erst 1775 von Johann Friedrich Blumenbach und Immanuel Kant erstmals
verwendet, die die gesamte Menschheit in fünf bzw. vier Rassen einteilten.
Die Vorstellung einer natürlichen Ordnung innerhalb der Menschheit
nach Maßgabe der Hautfarbe war zu dieser Zeit bereits verbreitet. Blumenbach
und Kant prägten dafür im Deutschen die Bezeichnung „Race“ und führten sie
in den akademischen Diskurs ein."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Rassentheorie, Stand Dezember 2009)
"Auch in Tischgesprächen wurde Kants Ressentiment deutlich - 1798 gab er
zu Protokoll, dass die Juden, solange sie Juden bleiben, der bürgerlichen
Gesellschaft nicht nützlich werden könnten"
DIE WELT (7.
Februar 2004, Das Gesetz ist erhaben. Warum jüdische Philosophen und
Theologen Kant als einen der Ihren erkannten, www.welt.de)
"Es wird nichts daraus kommen; so lange die Juden Juden sind, sich
beschneiden lassen, werden sie nie in der bürgerlichen Gesellschaft mehr
nützlich als schädlich werden. Jetzo sind sie die Vampyre der
Gesellschaft."
Prof. Dr.
Immanuel Kant(1798,
Philosoph, Reisetagebuch von 1798,
Johann Friedrich Abegg, Frankfurt am Main: Insel Verlag; Aufl. 1987,
ISBN 978-3458327134, S. 190)
"Auch der aufgeklärteste Jude bleibt
doch immer ein Jude"
Prof. Dr. Friedrich Schleiermacher (September
1796, Theologe,Friedrich Schleiermacher: Kritische Gesamtausgabe, Bd.2, Schriften aus der
Berliner Zeit 1796-1799: Schriften Und Entwuerfe, Part 1, Hrsg. Günter
Meckenstock. New York: de Gruyter, Aufl.: 1. Januar 1984, ISBN
978-3110102666, Gedanken I, Seite 46)
"Die unter uns lebenden Palästiner [Juden]
sind durch ihren Wuchergeist seit ihrem Exil, auch was die größte Menge
betrifft, in den nicht ungegründeten Ruf des Betruges gekommen. Es scheint
nun zwar befremdlich, sich eine Nation von Betrügern zu denken; aber eben so
befremdlich ist es doch auch, eine Nation von lauter Kaufleuten zu denken"
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1798,
Philosoph, Anthropologie in
pragmatischer Hinsicht, Meiner, 2003, ISBN 3-7873-1654-X, Seite 205,
http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismusforschung)
"Die Euthanasie des Judentums ist die reine moralische Religion mit
Verlassung aller alten Satzungslehren, deren einige doch im Christentum (als
messianischem Glauben) noch zurück behalten bleiben müssen"
[siehe auch
Kirche im Nationalsozialismus]
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1798,
Philosoph, Der Streit der Fakultäten,
http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=1374&kapitel=1)
"Das Judentum ist schon lange eine tote Religion, und diejenigen,
welche jetzt noch seine Farbe tragen, sitzen eigentlich klagend bei der
unverweslichen Mumie"
Prof. Dr. Friedrich Schleiermacher (1799, Theologe, Klassiker neuzeitlicher Religionstheorie, Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter
ihren Verächtern. Hrsg. Carl Schwarz. Leipzig: Brockhaus, Aufl. 1868,
Über die Religionen, Seite 221)
"Schleiermacher musste klar sein, dass er mit dieser Kritik am
Judentum zugleich die Fundamente des traditionellen christlichen
Glaubens zur Disposition stellte […]
Die »unverwesliche Mumie«
des Judentums [siehe oben] gerät - wie bei
Voltaire und dem jungen Hegel - zur Chiffre des Christentums"
Prof. Dr. Micha Brumlik
(2000, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, •Deutscher
Geist und Judenhass. Das Verhältnis des philosophischen Idealismus zum
Judentum, München: Luchterhand Literaturverlag Aufl. 2002, ISBN
3630620280, Friedrich Schleiermacher, S. 148)
"Die überragende
Stellung Schleiermachers für die Geschichte des Protestantismus muss ich
hier nicht eigens herausstellen. Sie ist anerkannt."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (26. März
2006, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
EKD, Kristall von Perspektiven. Eröffnung des Internationalen
Schleiermacher-Kongresses in der Humboldt-Universität Berlin. www.ekd.de)
"Anders als in Frankreich und England, wo aus der Aufklärung eine
deistische Religion [http://de.wikipedia.org/wiki/Deismus]
hervorging, eignete sich in Deutschland die protestantische
Theologie die Inhalte der Aufklärung an, setzte sich mit ihr geradezu
gleich."
Prof. Dr. Micha
Brumlik (2000, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am
Main, •Deutscher Geist und Judenhass. Das Verhältnis des philosophischen
Idealismus zum Judentum, München: Luchterhand Literaturverlag Aufl.
2002, ISBN 3630620280, Friedrich Schleiermacher, S. 140)
"Ich bin mit meinen Schriften um ein
Jahrhundert zu früh gekommen; nach 100 Jahren wird man mich erst recht
verstehen und dann meine Bücher aufs neue studieren und gelten lassen."
Prof. Dr.
Immanuel Kant(1724
- 1804,
Philosoph, Immanuel Kant. Der Mann und das Werk, Erneuerung des
Kritizismus seit 1860, Aufl. 1924, Prof. Dr. Karl Vorländer )
"Kants Stil trägt durchweg das Gepräge eines überlegenen Geistes"
Prof. Dr. Arthur Schopenhauer
(1819,
Philosoph, Die Welt als Wille und Vorstellung, Band
1, Anhang: Kritik der Kantischen Philosophie,
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Welt_als_Wille_und_Vorstellung)
"Das Christentum wird von Kant symbolisch-ethisch aufgefasst. »Ich
unterscheide die Lehre Christi von der Nachricht, die wir von der Lehre
Christi haben« (Immanuel Kant, An Lavater, 28. April 1775) [...]
Der Begriff Gott ist eine »Idee«, das »Ideal« der Vernunft. Wie alle
Gegenstände von Ideen ist Gott unerkennbar. [...] Gott ist »nicht
Substanz außer meinen Gedanken« (Immanuel
Kant, XXI 326); »nicht ein Wesen außer mir, sondern bloß ein
Gedanke in mir« (Immanuel Kant XXI. 412; vgl. 417, 573). [...]
Gott, Freiheit und Allheit sind »nur Gedankenwesen, subjektive
Produkte der eigenen Menschenvernunft« (Immanuel
Kant, XXI. 374, 416)"
Dr. Rudolf Eisler (1930,
Philosoph, Kant-Lexikon, www.textlog.de)
"Wer sich als Theologe an Kant hält, folgt der Verführung nicht, die
Vernunft durch Gefühl zu ersetzen und das Resultat dann Glauben zu
nennen.
[...]
Nicht darin, dass er die Gottesfrage zu Ende gebracht, sondern darin,
dass er sie offen gehalten hat, liegt sein großes Verdienst."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (12.02.2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Unsterblichkeit und Würde. Kant
zu Ehren, St. Michaelis zu Hamburg auf Einladung der Patriotischen
Gesellschaft von 1765 und der ZEIT-Stiftung)
F.A.Z.: "Bischof Huber, mangelt es der Kirche hierzulande an einer
gewissen Leidenschaft im Glauben, die anderswo, in China oder
Südamerika, vorgelebt wird?"
Bischof Huber: "Der Protestantismus,
den ich in China und Südamerika erlebt habe, ist zu einem guten Stück
eine Religion ohne Aufklärung." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Bischof Dr. Wolfgang Huber (23.02.2007, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland, Frankfurter Allgemeine Zeitung F.A.Z., 23.02.2007, Nr. 46 / Seite 42)
"Die gelben Indianer haben schon ein geringeres Talent. Die Neger
sind weit tiefer, und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen
Völkerschaften."
Prof. Dr. Immanuel Kant (1802,
Philosoph, Physische Geographie, AA IX, S. 316.
http://www.korpora.org/Kant/aa09/316.html, http://de.wikipedia.org/wiki/Neger)
"Ich bin überzeugt, dass die Pfingstkirchen wie die
anderen Kirchen Afrikas und die orthodoxen Kirchen die Aufklärung noch
vor sich haben." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Bischöfin Dr. Margot Käßmann (21.
April 2000, Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD), Bischöfin der
Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, DS - DEUTSCHES
ALLGEMEINES SONNTAGSBLATT, 21. April 2000 Nr. 16/2000)
"Die Negers von Afrika haben von der Natur kein Gefühl, welches über das
Läppische stiege."
Prof. Dr. Immanuel Kant
(1764,
Philosoph, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen
und Erhabenen, Werke in sechs Bänden. Hg. v. Rolf Toman. Bd. 1: Träume
eines Geistersehers und andere vorkritische Schriften. Köln: Könemann
1995. S.250,
http://de.wikipedia.org/wiki/Neger,
http://www.korpora.org/Kant/aa02/253.html)
"Wenn die Alternative der religiöse Fundamentalismus ist, wie wir ihn in Teilen der Vereinigten Staaten von Amerika sehen, kann auch die christliche Religion dazu tendieren, Vielfalt, alternative Meinungen und Freiheit zu unterdrücken.
Deshalb wäre es ungeheuer wichtig, dass ein europäisches Christentum hier die Vernunft wahrt, für die Freiheit eintritt und
Atheismus wie andere
Religionen nicht durch Unterdrückung bekämpft, sondern im
Diskurs aufnimmt.
Das ist umso wichtiger, als sich von den Europäern nicht beachtet in Afrika,
Asien und Lateinamerika das Christentum rapide ausbreitet."
Bischöfin Dr. Margot Käßmann(2005,
Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, Impulspapier - Strategien für die Gesellschaft von morgen)
"Die steigende Religiosität ist nicht nur in Afrika, sondern global
zu beobachten. [...] In vielen afrikanischen Ländern konnte man ... in
den vergangenen Jahren beobachten, dass sich immer mehr Menschen einem
fundamentalistischen Bibelverständnis zuwenden, wie es in den
evangelikalen Gemeinden gepredigt wird. [...]
Der Glaube, der
dort verbreitet wird, hat mit den Vorstellungen christlicher Amtskirchen
nicht viel zu tun."
iz3w
(September 2008, Religionskritik: "Flucht in jenseitige Versprechungen",
Interview mit Bettina Rühl über den wachsenden christlichen
Fundamentalismus in Afrika. iz3w Nr. 308 - September / Oktober 2008,
www.iz3w.org)
"Die Zuwendung zur Religion vollzieht sich in großem Umfang in Gestalt
einer Abkehr vom Wissen, einer Abwendung von der Aufklärung. [...]
Ein religiöser Fundamentalismus greift um sich."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (22.02.2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland, Die Rede von Gott und die
Weltlichkeit der Welt, Humboldt-Universität zu Berlin)
Hegel & Kant (http://home.wlu.edu/~mahonj/Kant&Hegel.jpg,
Stand Dezember 2009)
"Für Hegel stellt die Philosophie den höchsten Kontext dar, dem er die
Religion unterordnet. […]
Nur wenn man annimmt, dass sich in Offenbarung und Religion gar keine
eigene Wirklichkeit zeigen könne, die über das hinausgeht, was die
gewöhnliche menschliche Erfahrung der Welt zeigt, kann man die Religion
mit Hegel zu einer uneigentlichen und bildhaften Rede von Dingen
erklären, die angemessen nur in wissenschaftlicher und philosophischer
Sprache ausgedrückt werden können.
Hegel scheint tatsächlich angenommen zu haben, dass es keine anderen
intentionalen Strukturen in der Wirklichkeit geben könne als die, welche
die enzyklopädischen Wissenschaften aufdecken.
Die religiösen
Offenbarungen sind für ihn demgegenüber kein surplus an
Absichtsbekundungen von Seiten der autarken Mächte, sondern sie sind in
Hegels Augen viel weniger, nämlich bloß bildhafte Vorahnungen dessen,
was jene Wissenschaften dann genauer und angemessener sagen."
PD Dr. Herbert Huber (2006, Philosoph,
Ludwig-Maximilian-Universität München, Philosophie und Ethik. Eine
Hinführung. Band I: Philosophieren – wie und wozu? Auer Verlag:
Donauwörth, Seite 146
"Nicht die unbedeutendste dieser Entwicklungen war das Hervortreten der Tendenz, den Wert von Beweisen zu erkennen und von einer Behauptung nur bis zu jenem Grad überzeugt zu sein, in dem diese Behauptung sich nachweisen lässt. [...]
Eine Fortentwicklung in der Religion, wie auch auf anderen Gebieten, müsste sich den Fragen von heute stellen, anstatt hartnäckig die Lehrmeinungen der Vergangenheit nachzubeten." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Dr. Sam Harris (September 2007, US-amerikanischer Schriftsteller,
Philosoph u. Neurowissenschafter, Das Ende des Glaubens. Religion, Terror und das Licht der Vernunft.)
"Neben die individuelle Vernunft tritt in Gestalt der Theologie die
wissenschaftliche Vernunft."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (31.10.2006,
2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
EKD, Religion im 21. Jahrhundert - Glaube und Vernunft, Frankfurter
Allgemeine Zeitung F.A.Z.)
"Wäre ich ein fundamentalistischer Christ, wäre ich entsetzt von dieser
wischi-waschi Version des christlichen Glaubens. Doch weil ich ein
Ungläubiger bin, der sich vor der Barbarei vieler fundamentalistischer
Christen fürchtet (z.B. vor ihrer
Homophobie), heiße ich theologischen
Liberalismus willkommen.
Vielleicht werden die liberalen Theologen einmal so eine wischi-waschi
Version des Christentums entwickeln, dass niemand mehr Interesse daran
hat, Christ zu sein. Wenn dem so wäre, dann wäre etwas verloren
gegangen. Doch höchstwahrscheinlich hätten wir noch mehr gewonnen."
Prof. Dr. Richard Rorty (Juli 2003,
Philosoph, Truth, Evil, and Redemption. Interview Magazin Modern
Reformation Juli/August Vol. 12 No. 4, 2003)
"Die Vorstellung, dass sich ein erheblicher Teil unserer Gesellschaft
als "wiedergeborene Christen" verstehen würde, liegt uns fern. Die
freikirchliche Tradition, in der diese Vorstellung verwurzelt ist, ist
in Deutschland nach wie vor auf Minderheiten beschränkt.
Die gleitende Erosion volkskirchlicher Milieus hat noch keine derartige
Gegenbewegung ausgelöst. Die kirchlichen Bemühungen um einen
missionarischen Aufbruch kommen nur schrittweise in Gang und haben ein
anderes Ziel:
Nicht der Anschluss an fundamentalistische Wahrheiten, sondern eine
aufgeklärte religiöse Identität ist das Ziel."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (09. Juni 2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender
der Evangelischen Kirche in Deutschland, Religion und Politik in
Deutschland und den USA - ein Vergleich, Atlantikbrücke in Berlin)
Evangelikaler "Amerikanismus missioniert bei uns in strategischer
Breite, unterstützt von politischen Aktivitäten und ehrgeizigen
Kirchenleuten, um die sie störenden Widerständigkeiten des
alteuropäischen „sozialistischen“ Kirchen-Christentums auch bei uns
auszutreiben. [...]
Es wird Zeit, aufzuwachen und mit einem entschlossenen „quod non“ die
protestantische Identität zu bewahren, die es sehr wohl wert ist bewahrt
zu werden."
Dr. Richard Ziegert (2006, Theologe, Beauftragter für
Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche der Pfalz, 1. Abschnitt:
14. Oktober 2006, "Politik der Götter, Europa und der neue
Fundamentalismus" OK [Offene Kirche] Mitgliederversammlung, Stuttgarter
Erlöserkirche. 2. Abschnitt: 2006, "Das protestantische Schisma",
Pfälzisches Pfarrerblatt)
"In Europa gibt es keinen religiösen Fundamentalismus, wie es in den USA
keinen Sozialismus gibt. In Europa sind zwar Staat und Kirchen
institutionell koordiniert, Politik ist aber seit der Aufklärung
dezidiert a-religiös. [...]
Fundamentalismus hat hier nur sektiererischen Raum."
Prof. Dr. Dr. Heinrich Schäfer (Mai 2006, Ev. Theologe u. Soziologe,
Universität Bielefeld, Vortrag auf der Tagung "Fundamentalismus-Alarm.
Neue religionspolitische Strategien in Zeiten der Rückkehr von
Religion", Evangelische Akademie Loccum, 5. - 7.5. 2006, Evangelischer
Pressedienst, Frankfurt am Main)
"Es gibt christlichen Fundamentalismus, und es gibt ihn in Deutschland."
Pfarrerin Annette Kick (01. März 2007, Ev. Weltanschauungsbeauftragte
der Württembergischen Landeskirche, SYM - Magazin der Evangelische
Akademie Bad Boll, Ausgabe 1-2007 vom 01.03.2007)
"Seinen Namen verdankt der Fundamentalismus einer Schriftenreihe, in der
sich erzkonservative US-Protestanten gegen die liberalen Protestanten
vor allem aus Europa abgrenzten. „The Fundamentals" erschienen zwischen
1910 und 1915. Ihr Anliegen: ein „wörtliches" Bibelverständnis. ...
Dass eine Sintflut den Globus bedeckte und Mose alle Bücher Mose
geschrieben habe. Dass biblische Wunder wirklich geschehen seien und
Jesus bald wiederkomme.
Jeden Versuch, die Bibel historisch zu verstehen, lehnen sie ab. Ihre
Ethik ist konservativ, sie verteufeln Abtreibung und Homosexualität."
Pfarrer Burkhard Weitz (1. Juli 2006, Journalist u. Redakteur von
chrismon PLUS, Was ist religiöser Fundamentalismus? Religion für
Einsteiger: www.chrismonblogs.de, Chrismon ist eine vierwöchentlich
erscheinende Zeitschrift der evangelischen Kirche.
http://de.wikipedia.org/wiki/Chrismon_%28Zeitschrift%29. Herausgeber
Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, Hermann Gröhe, MdB, Bischof Prof.
Dr. Wolfgang Huber, Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann [Oktober 2009 -
Februar 2010 Ratsvorsitzende
der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD)
"Die so genannten "Fundamentalismen"
[vgl. 1910, The Fundamentals] waren
folgende:
Die Unfehlbarkeit der Bibel;
die Jungfrauengeburt bzw. die Göttlichkeit Jesu;
der Sühnetod Jesu;
seine leibliche Auferstehung;
die sichtbare Wiederkunft Christi."
Katharina Reiss (2005, Fanatischer Fundamentalismus in christlichen
Gemeinschaften, Merkmale und Entstehungsbedingungen, http://www.sekten-info-essen.de/texte/fundamentalismus.html)
Dr. Joseph Ratzinger, seit 2005 Papst Benedikt
XVI.
"Einen eindeutigen Glauben zu besitzen, wie es dem Glaubensbekenntnis
der Kirche entspricht, wird oft als Fundamentalismus bezeichnet, während
der Relativismus, also dieses Hin-und-her-Getrieben-Sein vom Widerstreit
der Meinungen, als einzige Einstellung erscheint, die auf der Höhe der
heutigen Zeit ist.
Es begründet sich eine Diktatur des
Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und die als letztes Maß
nur das eigene Ich und seinen Willen gelten lässt.
Wir aber
haben einen anderen Maßstab: den Sohn Gottes, den wahren Menschen. Er
ist der Maßstab für den wahren Humanismus. "Reif" ist nicht ein Glaube,
der der Mode und der letzten Neuheit folgt. Erwachsen und reif ist ein
Glaube, der tief in der Freundschaft mit Christus verwurzelt ist."
Dr. Joseph Ratzinger
(18. April 2005, seit 2005 Papst Benedikt XVI., Predigt von Joseph
Kardinal Ratzinger in der Messe "Zur Wahl des Papstes", Über die
Freundschaft mit Christus und den Dienst an den Menschen, Rom,
www.zenit.org)
"Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
[2003
- 2009], Wolfgang Huber, hat sich kritisch über die gegenwärtige
Annäherung zwischen Vatikan und orthodoxer Kirche geäußert.
Es gebe in beiden Kirchen eine unterschiedlich stark ausgeprägte
Tendenz, eine Gestalt des christlichen Glaubens zu leben, "die mit der
Aufklärung nichts zu tun hat", sagte der Berliner Bischof am Samstag im
NDR-Hörfunk (Hamburg)."
"Das große Risiko der Annäherung zwischen der Orthodoxie und der
römisch-katholischen Kirche bestehe darin, "dass es eine Annäherung vor
der Aufklärung sein könnte", fügte Huber hinzu."
epd / Bischof Dr. Wolfgang Huber (29.12.2006, Huber kritisch zur
Annäherung zwischen Vatikan und Orthodoxie, Evangelischer Pressedienst (epd)
Hamburg,
http://nordelbien.de/nachrichten/epd.news/index.html?key=et01-20061230t143248897)
"Es fällt auf, dass sich Benedikt [Dr. Joseph Ratzinger] immer wieder
mit der sog. "liberalen Theologie" auseinandersetzt, einer im
Protestantismus ausgebildeten theologischen Richtung, die Forschung und
Lehre in Freiheit von dogmatischen Vorgaben, aber dem Evangelium
verpflichtet und im Gespräch mit Wissenschaft und Kultur betrieb.
Obwohl die liberale Theologie ihre Blütezeit bei uns in Deutschland im
Wilhelminischen Zeitalter [1890 bis 1918] hatte, so erlebte sie doch in
unseren Tagen - aus gutem Grund! - eine Renaissance. Somit verhält sich
Benedikt jedenfalls in dieser Hinsicht keineswegs zeitwidrig.
In den Brennpunkt der päpstlichen Kritik gerät Adolf von Harnack (1851 -
1930) [http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_von_Harnack] mit seiner
berühmten These: "Nicht der Sohn, sondern allein der Vater gehört in das
Evangelium, wie es Jesus verkündigt hat, hinein." [...]
Insgesamt jedoch bedeutet das päpstliche Jesusbuch
[Jesus von Nazareth,
Dr. Joseph Ratzinger, April 2007] eine Rückkehr zu einem
Jesusverständnis, das hinter die Aufklärung zurückführt"
Prof. Dr. theol. Werner Zager (Dezember 2007, Theologe, Fachbereich
Evangelische Theologie - Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am
Main, Präsident des Bundes für Freies Christentum, Wer war Jesus
wirklich? Deutsches Pfarrerblatt, Heft 12, S. 650/651)
"Der Beitrag der Kirche zur humanen Gesellschaft und zur Kultur, wird
nur stattfinden, wenn die Kirche auf weite Teile der biblischen Inhalte
verzichtet.
Das tun ihre Vertreter auch, aber wiederum nur auf doppelbödige Weise.
Sie lassen oft stillschweigend die dunklen, grausamen, drohenden Seiten
der frohen Botschaft aus. Die positiven Seiten werden dann
beispielsweise so beschrieben, als ob die Bibel aus lauter
Liebesgeschichten Gottes mit den Menschen bestände oder Kultur einen
positiven Bezug in der heiligen Schrift hätte.
Auch das ist angesichts des Inhalts der Bibel unwahrhaftig. Die Kirche
muss die Wahrheit unterdrücken, um in der Gesellschaft hoffähig zu
bleiben. [...]
Es ist ein Alarmsignal für unsere Gesellschaft, wenn der zweitgrößte
Arbeitgeber Deutschlands nicht nur unglaubwürdig, sondern auch in sich
zerbrochen ist und eigentlich nur durch den Staat und durch die von ihm
verliehenen Vorrechte am Leben erhalten wird."
Prof. Dr. Gerd Lüdemann (Dezember 2004, Theologe an der
Georg-August-Universität Göttingen, Vortrag auf Einladung des Bundes für
Geistesfreiheit (bfg) Fürth. „Warum die Kirche lügen muss“, Erstfassung
2000; modifizierte Fassung Dez. 2004; Kellmann-Stiftung Humanismus und
Aufklärung, München)
"Schon jederzeit hat es in den religiösen Lehren einen sichtbaren
Widerspruch unter theoretischem Anspruch und praktischer Wirklichkeit
gegeben.
Während solche Missstände im Mittelalter und der frühen Neuzeit nicht
selten zu religiösen Erneuerungsbewegungen führten, haben sie heute eher
eine Abkehr von der Religion zur Folge."
(http://ilexikon.com/Religion.html, 2007, "Religion - Definition und
Bedeutung")
Dr. Joseph Alois Ratzinger, seit 2005 Papst Benedikt
XVI.
"Dass Benedikt ein konservativer Papst sein würde, war bei seiner
intellektuellen Vita zu erwarten, aber dass er fundamentalistische
Neigungen zeigt, ist dann doch überraschend, ja schockierend.
Der Papst, der als Oberhaupt des Vatikans auch Diplomat sein müsste, ist
schon in viele irdische Fettnäpfchen getreten: angefangen mit seiner
Regensburger Rede von 2006 **, die von vielen als antiislamisch gewertet
wurde [...]
** [http://de.wikipedia.org/wiki/Regensburger_Rede: Papst Benedikt XVI.
zitiert am 12. September 2006 vor Wissenschaftlern an der Universität
Regensburg eine Aussage des spätmittelalterlichen byzantinischen Kaisers
Manuel II.: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da
wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er
vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu
verbreiten.“]
Er bringt Vertreter anderer Religionen gegen sich auf und verärgert mit
seiner mittelalterlichen Denkweise auch viele Katholiken. [...] Auch
wenn Benedikt nach Protesten immer wieder zurückrudert, ist zu fragen,
ob seine Ausrutscher sich nicht doch aus einer gefährlichen Nähe zum
christlichen Fundamentalismus erklären.
Letzten Endes geht aus fast allen Äußerungen dieses hochintelligenten
Mannes hervor, dass er die katholische Lehre über alle anderen
Glaubensrichtungen stellt."
Dr. Dieter Sattler (30.01.2009, Redakteur [Politik] Frankfurter Neuen
Presse, PAPST: Gefährliche Nähe zum Fundamentalismus - Diskussion,
Frankfurter Neuen Presse, www.fnp.de)
"Was an der Fundamentalismusdiskussion indes bedenklich stimmt, ist eine
oft geradezu irrationale Angst vor jeder Art von unbedingten
Wahrheitsansprüchen und Glaubensgewissheiten. Als Gefahr für die
liberale Gesellschaft gilt vielfach nicht nur, wer dem anderen seine
Überzeugungen aufzwingen will, sondern schon, wer überhaupt welche hat.
Der Papst ist offenbar ein besonders schwerer Fall."
DIE ZEIT (2001, Glaubenswahn. Was ist Fundamentalismus?, Jan Ross DIE
ZEIT Nr. 40, 2001)
Im Jahre 1900 waren zwei Drittel der christlichen Weltbevölkerung in
Europa beheimatet: heute ist es weniger als ein Viertel, und bis zum
Jahr 2025 wird der Anteil unter 20% fallen. (Center for the Study of
Global Christianity)
"Die Ära der westlichen Christenheit ist innerhalb unserer Generation zu
Ende gegangen, und das Zeitalter der Christenheit des Südens bricht an.
[...]
Der Zulauf zu Pfingstkirchen, aber auch zu evangelikalen und
orthodox-katholischen Bewegungen sind ein Ausdruck dessen."
Prof. Dr. Philip Jenkins (2007, Lehrstuhl für Religionswissenschaft an
der Pennsylvania State University, USA)
"Die Evangelikalen [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelikal] sind nach
der römisch-katholischen Kirche die größte Bewegung der Christenheit.
Weltweit rechnen sich etwa 460 Millionen Christen den theologisch
Konservativen zu, die meisten davon sind Mitglieder protestantischer
Volks- und Freikirchen."
ideaSpektrum (28. Januar 2009, Ja zur Volkskirche, Nein zu Irrwegen.
ideaSpektrum 5/2009 S. 22)
F.A.Z.: "Bischof Huber, mangelt es der Kirche hierzulande an einer
gewissen Leidenschaft im Glauben, die anderswo, in China oder
Südamerika, vorgelebt wird?"
Bischof Huber: "Der Protestantismus, den ich in China und Südamerika
erlebt habe, ist zu einem guten Stück eine Religion ohne Aufklärung.
In Europa aber sind wir durch die Aufklärung gegangen, die nicht
rückgängig zu machen ist." ... "Wir sind Christen, die die Aufklärung
ganz bewusst bejahen."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (23.02.2007, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland, Frankfurter Allgemeine Zeitung F.A.Z., 23.02.2007, Nr. 46 / Seite 42)
"Die evangelische Kirche Deutschlands zeichne sich durch einen
"historisch-kritischen Umgang mit den biblischen Texten" aus."
F.A.Z. / Bischof Dr. Wolfgang Huber (27.08.2007, 2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Feuilleton
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2007, Nr. 198, S. 35, Keine Angst
vor Käfern, Bischof Wolfgang Huber warnt vor dem Kreationismus.)
DS: "Während die Pfingstkirchen
[http://de.wikipedia.org/wiki/Pfingstbewegung]
wachsen, stagnieren die klassischen Kirchen wie die Lutheraner oder
nehmen sogar ab. Sie sind anders als die Pfingstler von der Aufklärung
geprägt und nehmen die Bibel nicht wörtlich, sondern interpretieren sie
historisch-kritisch.
War es ein Irrweg, dass sich die evangelischen Kirchen für die
Aufklärung geöffnet haben und die Bibel historisch-kritisch
interpretieren und erklären?"
Bischöfin Käßmann: "Ich bin überzeugt, dass die Pfingstkirchen wie die
anderen Kirchen Afrikas und die orthodoxen Kirchen die Aufklärung noch
vor sich haben."
Bischöfin Dr. Margot Käßmann (21.
April 2000, Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD), 1999 - 2010 Bischöfin der
Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, DS - DEUTSCHES
ALLGEMEINES SONNTAGSBLATT, 21. April 2000 Nr. 16/2000)
Dr. Margot Käßmann, 2009-2010 Ratsvorsitzende
EKD, 1999-2010 Bischöfin EVLKA
"Die historisch-kritische Methode wird ... als
unumgängliche Sicherung gegen Unwissenschaftlichkeit, Verwilderung der
Theologie, Verarmung der Predigt, Schwärmerei und Gefährdung des Glaubens
statuiert!
Ist
diese Feststellung richtig, dann müssen die 1700 Jahre Kirchen- und
Theologiegeschichte vor der Aufklärung geistlich-theologisch eine einzige
Katastrophe gewesen sein!"
Prof. Dr. theol.
Armin Sierszyn (1978, Schweizer Theologe, Die Bibel im Griff? −
Historisch-kritische Denkweise und biblische Theologie, Hänssler; Auflage:
2001, ISBN 978-3775136853)
"Die neuzeitliche Exegese wird bis in die
Gegenwart hinein durch die historisch-kritische Methode bestimmt. Gegenüber
dieser Methode erschien die Schriftauslegung der Väter als minderwertig, ja
als nicht eigentlich »wissenschaftlich«."
Prof. Dr. Andreas
Merkt (2006, Regensburg,
http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/Theologie/alte-kg/ntp/)
"Es ist
ein Fehler, der häufig von gebildeten Menschen ... gemacht wird, zu glauben,
dass der Fundamentalismus eine neue und merkwürdige Form des Denkens ist.
Das ist keineswegs der Fall. Vielmehr ist er das teilweise und
wissenschaftlich nicht ausgeformte Überleben einer Theologie, die einmal
weltweit von allen Christen vertreten wurde.
Wie viele gab es zum
Beispiel in den christlichen Kirchen des achtzehnten Jahrhunderts, die die
unfehlbare Inspiration der gesamten Schrift anzweifelten? Einige wenige
vielleicht, aber nur sehr wenige.
Nein, der Fundamentalist mag sich
irren, und ich glaube, dass er sich irrt, aber wir sind es, die von der
Tradition abgewichen sind, nicht er. Und ich bedaure das Los eines jeden,
der versucht, mit einem Fundamentalisten zu argumentieren. Die Bibel und
das corpus theologicum der Kirche sind auf der Seite der Fundamentalisten."
Prof. Dr. Kirsopp Lake (1926, anglikanischer Theologe und
neutestamentlicher Textkritiker, Professor für neutestamentliche Exegese in
Leiden (1904-1914), Professur für altchristliche Literatur und
Kirchengeschichte an der Harvard University in Cambridge/USA (1914-1938),
The Religion of Yesterday and Tomorrow, Boston: Houghton 1926, S. 61)
"Den alten Glauben zu verteidigen ist freilich
mühsam. Vielleicht ist er auch wirklich nicht mehr zu halten. Dann muss das
aber gesagt werden.
Ihn einfach umzudefinieren, wegzuinterpretieren,
in einen neuen Glauben umzumünzen und zu behaupten, es sei trotzdem
weiterhin der alte, ist nicht redlich."
Christian Nürnberger
(Dezember 2000, Journalist. Kirche, wo bist du?)
"Die evangelische Theologie verdankt ihr
Ansehen und ihre Existenzberechtigung innerhalb der deutschen Universität
der rücksichtslosen Anwendung der historisch-kritischen Methode. [...]
Nur wenn zukünftige theologische Fakultäten in gleicher Weise sowohl mit
kirchlich orientierten Forschern als auch mit solchen aus anderen Religionen
und mit Religionskritikern (einschließlich Atheisten) besetzt sind, ist ein
Erkenntnisfortschritt zu erwarten."
Prof. Dr. Gerd
Lüdemann (2004, Theologe, Georg-August-Universität Göttingen, Das
Unheilige in der heiligen Schrift)
"Deshalb wäre es
ungeheuer wichtig, dass ein europäisches Christentum hier die Vernunft
wahrt, für die Freiheit eintritt und Atheismus wie andere Religionen nicht
durch Unterdrückung bekämpft, sondern im Diskurs aufnimmt. […]
Wenn das
europäische Christentum nicht hellwach bleibt und für die eigenen
Traditionen entschlossen und mit Profil eintritt, räumt es den Platz für
Leere oder Fundamentalismus."
Bischöfin Dr. Margot Käßmann
(2005, Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover,
Impulspapier - Strategien für die Gesellschaft von morgen)
"Die Niederlande entwickeln sich zu einem „Land
von Nicht-Kirchlichen“. Das erklärte der Präses der Protestantischen Kirche
in den Niederlanden, Pfarrer Jan-Geert Heetderks, beim EKD-Zukunftskongress
am 26. Januar in Wittenberg." […] "Mittelfristig werde es nur noch zwei
relevante religiöse Gruppen geben - die römisch-katholische Kirche und den
Islam. Der organisierte Protestantismus wird Prognosen dieser Untersuchung
zufolge zu „einer substantiellen Gruppe von kleinen Gemeinschaften“ gehören,
so Heetderks.
Gehörten 1960 noch mehr als 30 Prozent der
Niederländer zur evangelischen Kirche, werden es 2020 nur noch vier Prozent
sein."
Peter Scholl-Latour, 2002 Irakisch-Kurdistan, Journalist u. Publizist, merkur-online.de
"Peter
Scholl-Latour [http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Scholl-Latour]
hat das heutige Christentum mit dem Islam verglichen und im Ergebnis nur der
römisch-katholischen Kirche noch einige Bedeutung zuerkannt. Dem
europäischen Protestantismus attestierte er, als wirklichkeitsgestaltende
Kraft längst irrelevant geworden zu sein. Er führte es darauf zurück, dass
die evangelische Christenheit als religiöse Kraft erlahmt sei. Eine Kirche,
die geistlich-spirituell nichtssagend geworden sei, habe auch weltlich
nichts mehr zu sagen."
Dr. Walter
Schöpsdau (3. November 2003, Theologe, Protestantisches Profil.
Protestantismus in der Außenperspektive, Pfälzisches
Pfarrerblatt)
"Wir sind in einer gewissen
geistlichen Leere angekommen."
Oberkirchenrat Dr. Thies Gundlach
(11.02.2009, Ev. Theologe, Leiter der Abteilung "Verkündigung, Kirchliche
Dienste und Werke" im EKD-Kirchenamt Hannover, Vortrag Evangelische Akademie
Arnoldshain, Schmitten/Taunus, www.idea.de)
"Viele erkennen, dass eine
finanzielle Insolvenz nicht so dramatische Folgen wie eine spirituelle
Insolvenz hat."
Pfarrer Peer-Detlev Schladebusch
(14.05.2008, Theologe, Trainer im Projekt Spiritual Consulting. Haus
kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirch Hannover, Wenn
der Zeitdruck chronisch wird. www.evlka.de)
Spiegel: "Es gibt kaum eine gesellschaftliche Debatte in
Deutschland, auf die nicht unmittelbar eine Stellungnahme von Bischof Huber
[2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
EKD] folgen würde." [...]
"Man weiß aber nicht so richtig, warum man zu Bischof Huber in den
Gottesdienst kommen soll."
Bischof Dr. Huber: "Weil
Sie im Gottesdienst das Wort Gottes hören. Ich lade Sie herzlich dazu ein."
DER SPIEGEL (29.04.2006,
Gottes Wert, Seite 50, Nr. 18/2006)
"Evangelisch Kirche sein" heißt: eine biblisch
profilierte Zeitgenossenschaft jenseits von Selbstsäkularisierung
[lat.
saecularis = weltlich]
und Fundamentalismus zu leben.
Im engagierten und offenen Gespräch
mit Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft, Bildung, Politik nimmt evangelische
Kirche in den verschiedenen Feldern zivilgesellschaftlichen Lebens ihre
Verantwortung wahr."
Synode der
Evangelischen Kirche in Deutschland (07. November 2007, Kundgebung zum
Schwerpunktthema "evangelisch Kirche sein", Beschluss der 10. Synode der
Evangelischen Kirche in Deutschland auf ihrer 6. Tagung zum Schwerpunktthema
"evangelisch Kirche sein",
http://www.ekd.de/synode2007/beschluesse/56386.html)
"Was die Kirche zu politischen und
gesellschaftlichen Fragen sagt, unterscheidet sich oft kaum von dem, was
andere Gremien aus Politik, Wirtschaft und Kultur auch schon zu Papier
gebracht hatten.
Nach dem Motto: Es ist zwar schon alles gesagt -
aber noch nicht von uns."
Wolfgang Polzer
(2001, Journalist, ideaSpektrum, 46/2001, S.15)
Der Tagesspiegel:
"Herr Huber, was ist, ganz persönlich, der Kern Ihres Glaubens?"
Bischof Dr. Huber: "Gottvertrauen, Zuversicht und Nächstenliebe."
Der Tagesspiegel: "Warum war dann auf dem „Zukunftskongress“ der
evangelischen Kirche in Wittenberg so viel von „Qualitätsmanagement“ und
„Leistungsbewusstsein“ die Rede?
Verliert die evangelische Kirche
ihre Seele?"
Bischof Dr. Huber:
"Im Gegenteil. Wir wollen den Kern des christlichen Glaubens wieder ins
Zentrum rücken. Menschen sollen ermutigt werden, klar zu sagen, was ihnen am
Glauben wichtig ist. Alle, die Verantwortung in der Kirche tragen, müssen
das Kerngeschehen von Kirche wichtig nehmen und intensiv an der Qualität der
Gottesdienste und der Seelsorge arbeiten. Fragen der Organisation, der
Finanzen, der Demografie bilden nur die Rahmenbedingungen.
Wittenberg war eine Arbeitstagung auf diesem Weg und keine Inszenierung
["Unter Inszenierung versteht man ein meist öffentliches Zurschaustellen von
Werken, Taten oder Handlungen. Im Bereich der darstellenden Künste wird der
Begriff oft auch synonym zu „Regie“ verwendet. Der Begriff der Inszenierung
kommt aus dem Theater." Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Inszenierung]
für die Öffentlichkeit."
Der Tagesspiegel /
Bischof Dr. Wolfgang Huber (11.02.2007,
2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland
EKD, Der Tagesspiegel)
"Nach einer eigenen
Prognose der EKD ergibt sich, wenn man den Trend zurückliegender Jahre
fortschreibt, für den Zeitraum bis 2030 folgende Konsequenz: Die Zahl der
Mitglieder der evangelischen Kirche würde dann von 26 Millionen (2003) um
ein Drittel auf etwa 17 Millionen (67 Prozent) zurückgehen." [...]
(Seite 21)
"Zusammengefasst heißt die Diagnose: Bei
sinkender Mitgliederzahl um etwa ein Drittel geht die finanzielle
Leistungsfähigkeit nahezu um die Hälfte zurück."
(Seite 22)
"Die Amtshandlungen sind so etwas wie der
Lackmus-Test dafür, wie es um die evangelische Kirche heute steht. ... Die
Taufen sind im Zeitraum von 1991-2003 um über 25 Prozent zurückgegangen."
[...]
"Der durchschnittliche Gottesdienstbesuch der Protestanten ist
nicht zufriedenstellend; zwar gab es seit der Reformation aufgrund geringer
Beteiligung immer wieder Anlass zur Klage, aber mit einer durchschnittlichen
Gottesdienstbeteiligung von etwa 4 Prozent [der
getauften Kirchenmitgliedern] können sich die evangelischen
Kirchen in Deutschland nicht abfinden." (Seite 23)
Rat der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) (06. Juli 2006, Impulspapiers
des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) "Kirche der
Freiheit. Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert",
http://www.ekd.de/download/kirche-der-freiheit.pdf, Seite 21-23)
"Die
Kämmerer erschrecken mit apokalyptischen Prognosen ihre Bischöfe, und diese
vergessen alles, was sie je von der Kanzel gepredigt haben ... sondern
wenden sich rat- und hilfesuchend an die angeblichen Spezialisten des
Überlebens, an McKinsey, die missionarischen Hohepriester des Glaubens an
Markt und Technik.
Und diese helfen gerne, wenn auch nicht für
Gotteslohn. Als Erstes verordnen die Missionare von der anderen Religion den
Bischöfen eine «Konzentration aufs Kerngeschäft»: die Sorge um das
individuelle Seelenheil. Schluss mit der Verzettelung. Beschränkung auf
Seelsorge, Gottesdienst, Taufe, Abendmahl, Hochzeits- und Trauerfeier. Das
aber müsse möglichst professionell gehandhabt werden, solle an den
tatsächlichen Bedürfnissen orientiert sein, die es empirisch zu erforschen
gelte.
Da der Rat der Berater teuer ist, glauben die Bischöfe, dass
er auch gut sein müsse, und so öffnen sie sich gläubig der Botschaft, alles
sei Markt, auch das Religionsbusiness, und in diesem Geschäft gelte es, um
die Sinn und Orientierung suchende Kundschaft mit anderen Sinnanbietern zu
konkurrieren und sich wettbewerbsfähig zu machen. «Lernen von der Weisheit
der Welt» nennen die Seelenhirten das.
Dieser Weisheit trauen sie
heute mehr als der Torheit des Kreuzes (1 Korinther 1, 23).
Sie probieren es jetzt tatsächlich mit Marketing, meinen ernsthaft, ihre in
Jahrhunderten verspielte Glaubwürdigkeit lasse sich mit Werbung, PR, Events
und Imagekampagnen im Instantverfahren zurückgewinnen. Ohne rot zu werden,
definieren sie die Botschaft vom Kreuz als ein Produkt, das es zu verkaufen
gilt. Allen Ernstes betrachten sie sich als ein Unternehmen auf dem
Sinnstiftungsmarkt, bezeichnen ihre Mitglieder als Kunden, fragen deren
Wünsche ab, trimmen ihr Personal auf Kundenorientierung, offerieren ein
spirituelles Angebot, denken über ihre Corporate Identity nach, beschäftigen
sich mit Profilschärfung und Professionalisierung, und statt Weltgestaltung
stand in den letzten Jahren die Gestaltung des kirchlichen Briefpapiers auf
ihren Tagesordnungen.
Ihr Gottesdienst mutiert zum Kundendienst. Aus
Kirchtürmen sollen Leuchttürme werden, und auf deren Spitze kräht der Hahn,
dass der Mann am Kreuz schon wieder verraten und verkauft wird.
Statt
nach der Wahrheit des Kreuzestods zu fragen, fragen sie: Welche neuen
Gottesdienstformen, Liturgien, Events locken den modernen Sinnkonsumenten in
die Showrooms der Kirchen? Mit zeitgemäßen zielgruppengerechten
Dienstleistungen - gefühligen Taufzeremonien, professionellem Kommunions-
und Konfirmations-Service, rauschenden Hochzeitsfesten, schicken
Begräbnispartys - soll die Kirche wieder massenkompatibel werden und der
Kunde spendenbereit. [...]
Wir erleben derzeit, wie die stets
unbequeme, überall aneckende, zu allen Zeiten provokante, unverkäufliche
Botschaft Jesu von seinen Nachfolgern umfunktioniert wird zur gefälligen,
stromlinienförmig an den Markt angepassten Wellness-Religion. [...]
Es ist die Einladung zum Tanz ums Goldene Selbst. ... Die Religion wird
wieder Opium fürs Volk. Die New Church, die da nach einer Blaupause aus den
McKinsey-Büros mit marktgängigen Sinnkonstruktionen dealt, taugt gut als
Schmiermittel des sich als alternativlos gebärdenden Totalkapitalismus und
passt bestens in jene postindustriellen Brachen der Freizeit- und
Spaßgesellschaft:, in denen sich schon die Beauty-Farmen, Badelandschaften
und Ayurveda-Tempel angesiedelt haben. Unter den säkular-esoterischen
Zirkusnummern, die dort gespielt werden, ist auch noch Platz für ein paar
kirchlich-spirituelle. [...]
Bedarf die Welt einer Kirche, die der
Weisheit der Welt bedarf? Brauchen Politik und Wirtschaft den Rat der von
McKinsey beratenen Kirche? [...]
Die Bischöfe gleichen heute den
Besitzern eines Dampfers, der im Hafen liegt, schon lange nicht mehr fährt
und vermutlich nie wieder fahren wird, weil der Motor kaputt ist. Es gibt
eine Crew, die jeden Tag mehr oder weniger eifrig das Schiff putzt, Lecks
abdichtet, das Dach streicht und tausend andere Dinge tut, um den alten
Kasten zu erhalten, aber niemand aus der Crew kümmert sich um den Motor. Der
Versuch, ihn zu reparieren oder auszutauschen, unterbleibt. Finanziert
wird die Mannschaft aus Tradition von jenen vielen Menschen, die ganz
woanders arbeiten. Die Mannschaft hofft, ihre Finanziers für ihre Arbeit zu
interessieren und in das Schiff zu locken. Diese aber sehen nicht recht ein,
warum sie ein Schiff besteigen sollen, das nicht einmal für eine
Hafenrundfahrt taugt.
Noch zahlen sie für den alten Kasten, wenn auch
mit sinkender Bereitschaft, sinkender Überzeugung und wohl eher aus Gründen
der Nostalgie und Tradition, auch aus dem pragmatischen Grund, die
besonderen Anlässe des eigenen Lebens -Taufe, Hochzeit, Begräbnis - in den
repräsentativen Räumen dieses Museumsschiffs mit dem dort üblichen
Zeremoniell feiern zu können, ein teurer Luxus, wenn man die Beiträge
addiert, die im Lauf eines Kirchensteuerzahlerlebens zusammenkommen.
Weil die Zahl der Finanziers sinkt und zugleich deren Bereitschaft, diesen
Museumsbetrieb weiter zu unterstützen, ist die Crew jetzt mit viel Eifer
dabei, das stillgelegte Schiff neu aufzumöbeln, Versammlungsräume
herzurichten, einen gastronomischen Service zu bieten, mit Promis,
Konzerten, Partys und Events zu locken. Man entwirft auch dauernd neue,
modern aussehende, auf unterschiedlichste Zielgruppen abgestimmte
Kleinschiffe, Vergnügungsboote, Rettungsboote, baut zuweilen sogar den einen
oder anderen Prototypen - fahren tun sie alle nicht.
Sonntags, wenn
sich eigentlich alle versammeln sollten, aber die meisten daheim bleiben,
erzählt der Pfarrer den Wenigen, die erscheinen, Geschichten aus den Zeiten,
in denen das Schiff noch über alle Meere fuhr. Wer aber tatsächlich sein
Fernweh stillen will, geht dann realistischerweise doch besser ins
Reisebüro.
Einmal aber, in ferner Vergangenheit, muss das Schiff
tatsächlich seetüchtig gewesen sein ... das Wissen wäre da. Es müsste nur
ausgegraben werden. Und dann bedürfte es nur noch des Willens, das Wissen
anzuwenden. Wenige würden genügen, um einen Anfang zu machen. Damals, als
alles anfing, hatte einer genügt."
Christian
Nürnberger
(21. September 2007, Das Christentum. Was man
wirklich wissen muss.)
"Wenn mich die Verzweiflung an der Kirche
überflutet, dann tröstet mich ein Wort, ein Wort der Bibel, ein gewaltiges
Wort. Und mit diesem Wort grüße ich euch, meine Freunde: So spricht der
Herr: Ich will mich meiner Herde selbst annehmen."
[Hesekiel 34, 11]
Pfarrer Wilhelm
Busch (1966, Dortmund, Bekenntnistag in Dortmund d. Bekenntnisbewegung
„Kein anderes Evangelium“, 1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer -
Essen, http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer)
"Wir sind es doch nicht, die da die Kirche
erhalten könnten, unsere Vorfahren sind es auch nicht gewesen, unsere
Nachkommen werdens auch nicht sein; sondern der ists gewesen, ists noch,
wirds sein, der da spricht: "Ich bin bei euch bis an der Welt Ende" wie
Hebr, 13 stehet: "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in
Ewigkeit«, und Offb. 1, 4: »Der da war, der da ist, der da kommt". [...]
"Denn du und ich sind vor tausend Jahren nichts gewesen, da dennoch die
Kirche ohne uns erhalten worden ist, und hats der tun müssen, der da heißt:
"Der da war" und "gestern". So sind wirs jetzt auch nicht bei unserm Leben,
denn die Kirche wird nicht durch uns erhalten."
Dr. Martin Luther (1539,
Reformator, WA 50, S. 476, WA = Weimarer Ausgabe, D. Martin Luthers Werke,
Kritische Gesamtausgabe, Weimar 1883 ff..)
"Der
ungeheuerlichste und unglaublichste Satz im Neuen Testament ist der von
Jesus: Niemand kommt zum Vater, denn durch mich
[JOHANNES / 14. Kapitel, 6].
Das ist der Satz, der uns
von allen anderen Religionen unterscheidet."
Volker Kauder(13.
September 2007, Vorsitzender der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Tage der Begegnung - Gebetsfrühstückskreis im
Deutschen Bundestag, http://www.tage-der-begegnung.eu)
"Man
erlebt den konservativen Rollback und Bestseller-Triumphe, die sich
unmöglich verknarzten Unionswählern allein verdanken können." … "In
Bibelkreisen werden die Stühle knapp, Eltern entdecken den Katholizismus, um
ihre Kinder in konfessionellen Schulen unterzubringen.
Es wird
wieder geglaubt in Deutschland, und wo das nicht der Fall ist, wird es als
Defizit begriffen (West) oder als historischer Defekt (Ost)." [...] "Die
Zahl derjenigen aber, die es entweder mit Woody Allen
[http://de.wikipedia.org/wiki/Woody_Allen]
halten – „Natürlich gibt es eine jenseitige Welt. Die Frage ist nur: Wie
weit ist sie von der Innenstadt entfernt, und wie lange hat sie offen?“ –
oder die ganz ohne Himmelreich auskommen – diese Zahl schrumpft." [...]
"Der Kampf der Kulturen wogt längst nicht mehr zwischen Islam und
Christenheit, sondern zwischen Frommen und Ungläubigen. Die Fundamentalisten
beider Seiten verstehen sich nämlich blind. Selbst wenn die Kirche – nicht
der Papst! – sich plötzlich weichgespült und modern gibt"
"Ein Aufatmen geht durch die bürgerliche Mitte, und auch die Gebildeten
unter den Verächtern können es nicht mehr leugnen: Die totgesagte Religion
ist ins Bewusstsein zurückgekehrt, auch wenn in Europa die Kirchenbänke
nicht voller und die Ungläubigen nicht fromm geworden sind.
Eigentlich hätte es die Religion unter den lebenden Gestalten des Geistes
gar nicht mehr geben dürfen. Eigentlich hätte sie unter der Sonne der
Aufklärung still verbleichen oder vor der Alltagsvernunft Reißaus nehmen
sollen.
An der Rückkehr der Religion gibt es keinen Zweifel. Und mit ihr ist auch
ihr uralter Schatten zurück-gekehrt, die Religionskritik. Der
amerikanische Philosoph Richard Rorty, einer der Großen seiner Zunft, möchte
den Glauben in den Hobbykeller verbannen - solange in seinem Namen
Freiheitsrechte bekämpft oder völkerrechtswidrige Kriege geführt werden.
Sein Landsmann, der Evolutionsbiologe Richard Dawkins
[siehe unten], organisiert gar einen regelrechten Kreuzzug gegen
die Kirche."
DIE ZEIT (8. Februar
2007, Nr. 7, 62. Jahrgang, Seite 1, Thomas Assheuer, Hamburg)
"Gemeinsam sind wir stark: Gottesmänner gegen
"Gotteswahn" [Prof. Dr. Richard Dawkins (Oxford),
englischer Evolutionsbiologe und Autor des Bestsellers „Der Gotteswahn“].
Atheist Richard Dawkins zu Gast bei Kerner
[ZDF-Talkshow Johannes B. Kerner]." [...]
"Aus Angst vor
dem Gottseibeiuns [volkssprachlich Satan]
waren gleich drei Gegner der Thesen des streitbaren Evolutionsbiologen
eingeladen: der eloquente evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg,
Wolfgang Huber [2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen
Kirche in Deutschland EKD], der Ratzinger-Schüler und katholische
Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke, und Heiner Geißler von Attac. ...
Um es vorwegzunehmen: Dawkins machte keine glückliche Figur ... schließlich
ist sein Buch vor allem geschrieben für den amerikanischen Markt, wo Glaube
noch Glaube ist und das Wort der Bibel Gewicht hat. Mit weichgespülten
westeuropäischen Theologen ... hatte Dawkins sichtlich seine
Schwierigkeiten.
Wenn der Abend bei Kerner dennoch intellektuell
interessant war, so eben deshalb, weil die Ausführungen der Dawkins-Gegner
klar machten, wie sehr die christliche Religion in Deutschland heute
einerseits zur reinen Lebensphilosophie, andererseits zur Magd der Politik
verkommen ist.
Sie gebe Antwort auf Menschenfragen wie "Warum lebe
ich? Warum liebe ich? Warum leide ich?" (Jaschke); ohne sie könne man die
Liebe nicht verstehen (Huber); Politik ohne Gott gehe in die Irre - siehe
den Nationalsozialismus und Kommunismus (Geißler).
Dawkins
Erwiderung, dass weder die unterstellte Nützlichkeit der Religion für die
öffentliche Moral noch die Tröstungen derselben für das Individuum etwas
über die Wahrheit ihrer Behauptungen etwas aussagen, ging im Sperrfeuer der
Gottesmänner unter."
DIE WELT (16.
November 2007, Alan Posener, Gemeinsam sind wir stark: Gottesmänner gegen
"Gotteswahn". Atheist Richard Dawkins zu Gast bei Kerner)
"Ist
es wissenschaftlich?, Ist es veraltet?, Ist es zeitgemäß?, Ist es nützlich?,
Ist es unbarmherzig?
- aber nicht: Ist es wahr?"
Prof. Dr. theol. h.c.,
Dr. h.c. Clive Staples Lewis (1898-1963, britischer Schriftsteller
und Literatur-wissenschaftler, Nach der Wahrheit fragen, Dr.phil. Jürgen
Spieß, Brunnen-Verlag, Gießen; Aufl. 2007, ISBN: 978-3765532238)
"Die Kirche war doch einmal anders. Es wurden
doch einmal die Fragen des Lebens und des Todes hier ausgetragen und
entschieden. Warum ist das nicht mehr so?
Weil wir selbst die Kirche
zu etwas gemacht haben und immer wieder machen, was sie nicht ist. Weil wir
zu viel von falschen, nebensächlichen, menschlichen Dingen und Gedanken in
der Kirche reden und zu wenig von Gott selbst." […]
"Weil wir zu
gemütlich von Gott reden und denken und uns von ihm und seiner Gegenwart
nicht stören und beunruhigen lassen wollen; weil wir selbst im Grunde nicht
glauben wollen, dass er wirklich jetzt hier mitten unter uns ist und unser
Leben und Tod, Herz und Seele und Leib von uns fordert." [...]
"Gottes ewiges Wort, Gottes ewige Entscheidung, Gottes Gericht und Gottes
Gnade, Gottes Zorn und Gottes Barmherzigkeit, Heil und Verdammnis,
Versöhnung durch Christus" [...]
"Lasset euch versöhnen mit Gott.
D.h. doch nichts anderes als: Lasset euch ein Königreich schenken, lasset
euch den Himmel zum Geschenk geben, lasset euch die Liebe des Höchsten, des
Herrn aller Welt schenken, werdet seine Freunde, seine Kinder, seine
Schützlinge: Kommt, ergebt euch ihm und seinem Willen und ihr werdet frei
sein von allem Bösen, von aller Schuld, von allen Fesseln. Ihr werdet frei
sein von euch selbst, ihr werdet die Heimat gefunden haben, ihr werdet zu
Hause sein bei eurem Vater."
Pfarrer Dr.
Dietrich Bonhoeffer (22. Oktober 1933, Theologe, Dietrich
Bonhoeffer Werke (DBW), Bd. 13: London 1933-1935, Christian Kaiser
Verlag/Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994, S. 313-319)
"Ich bin ein Kultur-Christ."
[Prof. Dr. Richard Dawkins, Evolutionsbiologe]
"Prof. Richard Dawkins (Oxford), englischer Evolutionsbiologe und Autor des
atheistischen Bestsellers „Der Gotteswahn“, sieht sich selbst als einen
„Kultur-Christen“ an. Wie die meisten Briten singe er gerne
Weihnachtslieder. Er wolle das Land keineswegs seines christlichen Erbes
berauben, sagte er in einer Diskussionssendung der Rundfunkanstalt BBC
(London). So wie einige seiner Freunde „Kultur-Juden“ oder „Kultur-Muslime“
seien, so würde er sich als einen „Kultur-Christen“ beschreiben." idea.de
(13.12.07, Ein Atheist singt gerne Weihnachtslieder, www.idea.de, 2007/12/10
BBC NEWS. London, http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/politics/7136682.stm)
Scientist Richard Dawkins, an atheist known worldwide for arguing against
the existence of God, has described himself as a "cultural Christian".
He told the BBC's Have Your Say that he did not want to "purge" the UK of
its Christian heritage. [...]
Prof Dawkins, who has frequently spoken
out against creationism and religious fundamentalism, replied: "I'm not one
of those who wants to stop Christian traditions.
"This is
historically a Christian country. I'm a cultural Christian in the same way
many of my friends call themselves cultural Jews or cultural Muslims.
"So, yes, I like singing carols along with everybody else. I'm not one of
those who wants to purge our society of our Christian history."
BBC NEWS (10.12.2007,
http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/politics/7136682.stm)
"Natürlich sind wir nicht antireligiös. Wir
sind nur gegen intolerante Fundamentalisten, die versuchen, uns ihren
Glauben aufzuzwingen. ... Eigentlich sind wir auch gar nicht gegen die
Fundamentalisten selbst, sondern nur gegen den Fundamentalismus als
Weltanschauung.
Wäre jeder ein moderater, liberaler Religiöser, der glaubt, dass am Ende
sowieso alle in den Himmel kommen, dann hätten wir diese Auseinandersetzung
nicht. ... Sollen die Leute doch glauben was sie wollen, so lange sie sich
nicht auf überfüllten Marktplätzen in die Luft sprengen. Vor allem, wenn wir
die gerade besuchen."
hpd
humanistische pressedienst (17.10.2008,
Die Kuschel-Atheisten, www.hpd-online.de)
"Um Christ zu sein, brauche ich nicht an Gott
zu glauben."
Prof. Dr. Dorothee
Sölle (1929 - 2003, Evangelische Theologin, "Sölle vertrat eine
politische Theologie, die sich durch eine radikale Diesseitigkeit und eine
Entmythologisierung der Bibel auszeichnete."
http://de.wikipedia.org/wiki/Dorothee_S%C3%B6lle)
"Als „atheistischen Pastor“ beschreibt sich ein
niederländischer Pfarrer [Klaas Hendrikse,
evangelische Kirchengemeinde Middelburg NL, „An einen Gott glauben, der
nicht existiert – Manifest eines atheistischen Pastors“], der
nicht an die Existenz Gottes glaubt." [...]
"Gott sei für ihn kein
Wesen, sondern ein Begriff für eine Beziehung, erläutert Hendrikse. Wenn
jemand sage: „Ich will dich nicht verlassen“ und das auch einhalte, dann
könne man diese Beziehung als „Gott“ bezeichnen." ...
"Die Zeitung
De Volkskrant verglich ihn mit einem „Vegetarier, der als Metzger
arbeitet“."
idea (27.12.07,
Niederlande: Pfarrer leugnet die Existenz Gottes, www.idea.de)
"Der Gott des Menschen ist nichts anderes als
das vergötterte Wesen des Menschen. Nicht Gott schuf den Menschen nach
seinem Bilde, sondern der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde."
Dr.
Ludwig Feuerbach (1841,
Philosoph, Das
Wesen des Christentums)
"Ich denke, Gott ist eine Erfindung der
Menschen - vielleicht die größte. Darum ist er nicht etwa nicht wichtig;
auch Kunst und Wissenschaft sind Leistungen der Menschen. Ich gehe gerne zum
Gottesdienst und habe manchmal auch gepredigt, wenn mich ein befreundeter
Pfarrer eingeladen hat. …
Letztlich glaube ich eher an die Kirche - ich erlebe sie als eine
Gemeinschaft von Menschen, die guten Willens sind. Das ist viel, und es
langt, um Mitglied der evangelischen Kirche zu bleiben. … Ich glaube, nach
dem Tod kommt nichts mehr, und das ist auch recht so."
Prof. Dr. Bernhard Schlink (Juni 2008, Professor für
Rechtswissenschaften u. Schriftsteller, Fragen an das Leben, chrismon. Das
Evangelische Magazin, 06/2008, S. 28)
"Wir müssen ertragen können, dass ein Pfarrer sagt,
Gott bestehe nicht. Das ist Teil der theologischen Debatte.
Eine
solche Meinung tastet die Fundamente der Kirche nicht an."
Pfarrer Michiel de Zeeuw
(09.02.2010, Kirchenleitung der Protestantische Kirche in den Niederlanden
[ndl.:Protestantse Kerk in Nederland, PKN], Nach der römisch-katholischen
Kirche ist die PKN die zweitgrößte Kirche der Niederlande. Reformierte
Kirche, Der gottlose Pfarrer, Frankfurter Rundschau, www.fr-online.de)
"Dass ein Pastor die Existenz Gottes nicht
anerkennt, lässt die Kirche in den Niederlanden schon mal durchgehen;
schließlich glaubt bereits jeder sechste niederländische Pastor nicht mehr
an den Allmächtigen [Studie v. Prof. Dr. Hijme
Stoffels, Religionssoziologe der Freien Universität Amsterdam, Berliner
Morgenpost, 23.09.06]."
hpd
humanistische pressedienst (13. Januar 2008, Atheistischer Pastor rüttelt an
Grundfesten der Kirche, www.hpd-online.de)
"Ich hatte
nicht erwartet, dass so viele Pastoren einen so existenziellen Zweifel an
Gott haben würden, eine kleine Gruppe schon, aber das einer von sechs
Pastoren sagt: Ich bezweifle, dass es Gott gibt. Das hat auch einen kleinen
Sturm in der Kirche verursacht." [Prof. Dr. Hijme
Stoffels, Religionssoziologe der Freien Universität Amsterdam]
[...]
"Der Amsterdamer Wissenschaftler
[Prof. Dr. Hijme Stoffels] ist überzeugt, dass sich die
Ergebnisse seiner Studie auf die deutsche Pfarrerschaft übertragen lassen."
Prof. Dr. Hijme Stoffels / Deutschlandradio Kultur(29.12.2007,
Religionssoziologe der Freien Universität Amsterdam, Atheisten auf der
Kanzel, Deutschlandradio Kultur)
Klaus Berger (links) u. Eugen Drewermann
(rechts), 18. April 2010, ZDF-Nachtstudio
"Oben ohne" - Theologie"
"Der Atheismus
hat auch da seinen Platz gefunden, wo man ihn eigentlich nicht vermutet: An
den theologischen Fakultäten." […]
"Wenn man systematisch
mythologische Rede vermeiden wollte, musste man auch Gott als Person
entmythologisieren und zum Beispiel durch „Liebe“ ersetzen.
So kam es,
dass man bist heute regelmäßig mit der Formel konfrontiert wird „Gott ist
die Liebe“; das steht zwar im ersten Johannesbrief, aber als isoliertes
Zitat funktioniert diese Formel als verheerender Theologie-Ersatz. Denn
wenn Gott in Wahrheit nichts weiter als „die Liebe“ ist, hat man seine
Personalität und seinen „Charakter“, seine Widerständigkeit und sein
Geheimnis aufgelöst.
Ein solcher Gott ist kein Gegenüber mehr, das
man mit „Du“ anreden kann, sondern er ereignet sich nur noch in der
Begegnung von Menschen. Das Gesicht Gottes wird dann, wie man gesagt hat,
nur (!) noch erkennbar als das Gesicht des anderen neben mir." […]
"Der Atheismus in der Theologie leugnet Gott als personales Gegenüber."
Prof. Dr. Klaus
Berger (29.12.2007, Theologe, Wider die „oben ohne“-Theologie, Die
Tagespost)
"Die wissenschaftliche Erforschung der Bibel in
den letzten 150 Jahren hat gezeigt, wie sowohl im Alten Testament als auch
im Neuen Testament Satz für Satz von Menschen gesprochen worden ist.
Es lässt sich nicht ein einziger Satz als von jenseits geoffenbartes Wort
ausmachen. Diese Kritik spitzt sich zu auf eine zweite These. Sie lautet:
Redet der Mensch von Gott, dann redet er von sich selbst"
Pfarrer Dr. Paul
Schulz (1979, Theologe, Frankfurter Rundschau 2.2.1979)
"Das Christentum versteht sich seit alters als eine Religion, die auf den
Geschichtstaten Gottes ruht, von denen im Alten und im Neuen Testament die
Rede ist. In den Satz "Gott hat Israel aus Ägypten geführt und Jesus
Christus von den Toten erweckt" konnten bisher die meisten Theologen
einstimmen. Nun war die Auferstehung Jesu schon immer Gegenstand der Kritik
auch in der Öffentlichkeit, während der Auszug Israels aus Ägypten davon
verschont blieb.
Doch gerade am Exodus und dem mit ihm verbundenen Thema des vorstaatlichen
Israel hat sich, fast unbemerkt, eine wissenschaftliche Revolution
vollzogen. …
Das in der Bibel entworfene Bild des vorstaatlichen Israel (vor
1000 v. Chr.) [Landnahme Kanaans im 14.-13.
Jahrhundert v. Chr.] entspringt theologischen Fiktionen
[lat. fictio, Erdichtung] aus der
nachstaatlichen Zeit (ab dem 6. Jh. v. Chr.)
[babylonisches Exil von 598 v. Chr. bis 539 v. Chr.
]. ...
"Die Kirche betrachtet - weil sie sich als neues Israel auffasst - von
Beginn an das im Alten Testament berichtete Handeln Jahwes an Israel als
festen Bestandteil der Heilsgeschichte, die zu Jesus Christus führt.
Wenn jedoch der historische Rahmen der Geschichtsbücher des Alten Testaments
fiktiv ist und es sich beim biblischen Israel, ja selbst bei dem exklusiven
Gott Jahwe um theologische Konstrukte des nachstaatlichen Judentums
[Zeit nach dem babylonischen Exil]
handelt, dann sind die biblische Frühgeschichte Israels und damit die
Vorgeschichte Jesu Christi vollständig entleert.
Sie lösen sich in Nebel auf und mit ihnen auch die Auferstehung Jesu, denn
das Zentraldatum christlichen Glaubens gilt in der Theologie inzwischen auch
als unhistorisch.
Diese Erkenntnisse besiegeln nicht nur den Tod des alttestamentlichen
Geschichtsgottes, sondern auch das Ende des Vaters Jesu Christi."
Prof. Dr. Gerd Lüdemann (01.10.2006,
Theologe, Georg-August-Universität Göttingen, Gott wurde spät erfunden. Gerd
Lüdemann beschreibt neue Entwicklungen in der Wissenschaft vom Alten
Testament, DIE WELT)
Prof. Dr. Steven J. Sherman & Prof. Dr.
David L. Hamilton (1989,
Personality and Social Psychology Bulletin, Vol. 15, No. 4, 559-571. 1989,
Attenuation of Illusory Correlation)
"Die sog. „Religionsgeschichtliche Schule“ … umfasste beispielsweise die
Überzeugung, dass das nationale Israel wesentliche Elemente von seinen
(heidnischen) Nachbarn entlehnt und sich teilweise aus den heidnischen
Religionen Vorderasiens heraus evolutionär weiterentwickelt habe (vom
Polytheismus [Vielgötterei]
zum Monotheismus
[Eingottglaube] etc.), indem diese entlehnten Elemente in eine
monotheistische Struktur integriert worden seien.
[Der Gott Israels und der Vater Jesu Christi gehe dem
Ursprung nach auf einen Götzenkult zurück. Siehe Beitrag unten.] [...]
Theologischer Liberalismus ist folglich kein anerkennenswerter Ausdruck des
christlichen Glaubens, keine christliche Variante in Form eines
konfessionell anerkennenswerten Bekenntnisses […] Er verkörpert
gewissermaßen den Ausdruck heidnischer Religiosität im christlichen Gewand."
Dr. theol. Berthold Schwarz (August 2005, Theologe,
Dozent für Systematische Theologie an der Freien Theologischen Hochschule
Gießen, Die bleibende theologische Herausforderung des „Liberalismus“, Biblisch
Glauben Denken Leben Nr. 69, http://www.bibelbund.de/pdf/bgdl69.pdf)
Hinweis:
- Der folgende Artikel kann religiöse Gefühle von
bekenntnisorientierten Christen verletzen. -
Die im folgendem auszugsweise erwähnten, noch zu beweisenden - aber prominenten Thesen / Manifeste der
historisch-kritischen Theologie können religiöse Gefühle von
bekenntnisorientierten Christen verletzen.
Der Gottesname יהוה JHWH (bzw.
YHWH, ausgeschrieben meist Jahwe - in der Lutherbibel mit „HERR“
wiedergegeben) wurde aus diesem Grund durch " ****
" ersetzt.
Die den "Forschungsergebnissen" zugrundeliegenden Funde / Texte, aus dem
historischen Umfeld des AT u. NT (vgl.
http://de.wikipedia.org/wiki/TUAT), gründen u. a. auf Interpretation u. Auslegung derselben. Z. B.
kennt auch die Bibel das Götzenbild des Baal (http://de.wikipedia.org/wiki/Baal_(Gott), reflektiert diese "Tatsache"
aber in einem anderem Licht - etwa wie die historisch-kritische
Theologie.
"Das Problem des Fundamentalismus besteht vor allem darin, dass er seinem
Wesen nach eine Theorie intellektueller Verstocktheit ist und dem
Aberglauben näher steht als der Theologie. …
Wo immer man auch anfängt, konkreter und ernsthaft über das
fundamentalistische Verständnis biblischer Inspiration nachzudenken, wird
der ganze Unfug dieser Theorie nur um so deutlicher und absurder, die keinen
anderen Zweck hat, als sich gegen kritische Anfragen von vornherein zu
immunisieren und sich in ein ideologisches Nirwana
[Buddhistisches Heilsziel] zu verabschieden.
Eine Art Wahabismus
["Die Anhänger Ibn Abd al-Wahhabs nehmen für sich
in Anspruch, die islamische Lehre authentisch zu vertreten. ... Die meisten
Wahhabiten leben in Saudi-Arabien." http://de.wikipedia.org/wiki/Wahabismus]
des Christentums. …
Denn den Vater Jesu Christi für alles Morden und jede Bosheit verantwortlich
zu machen, die in seinem Namen in der Bibel geschahen, hieße einen
Psychopathen mit Persönlichkeitsspaltung zu verehren, der zwischen seinem
ungezügelten Mord- und Rachedurst einerseits, der auch vor Frauen, Kindern
und Tieren keinen Halt macht, und seiner selbstvergessenen Liebe
andererseits hin- und hergeworfen ist.
Erst im Laufe der
Menschheitsgeschichte hätte dieser Gott dann lernen müssen, seine Rachsucht
zu zügeln, um über theologische Desaster wie etwa die Sintflut und andere
Hiobsbotschaften etwas über sich selbst zu erfahren. Göttliche Ambivalenzen
dieser Art ergäben sich zwangsläufig, wenn man denn alle Aussagen der Bibel
über Gott beim Wort nähme. …
So sind etwa die im Zusammenhang der „Landnahme" durch die Israeliten
vollzogenen Vernichtungsorgien an den Kanaanäern (Jos 1-11) - gottlob - gar
nicht geschehen. …
Die Geschichte Gesamtisraels beginnt streng genommen mit David und endet
wenige Jahrzehnte später mit der Herrschaft Salomos. Die Vorstellung von
einem geeinten Reich, das auf eine gemeinsame Vergangenheit von miteinander
verbundenen und zusammen eingewanderten zwölf Stämmen zurückblickt [Landnahme Kanaans im 14.-13.
Jahrhundert v. Chr.], stellt
eine in nachexilischer Zeit
[babylonisches Exil von 598 v. Chr. bis 539 v. Chr.] konstruierte Projektion dar, das die später
idealisierte davidische Zeit (die allerdings alles andere als ideal war)
nachträglich zu einem normativen eschatologischen Bild für ein noch nicht
verwirklichtes, aber erhofftes Israel konstruierte.
Auch die Überlieferungen der Erzväter Abraham, Isaak und Jakob, die kaum
wirklich miteinander „verwandt" waren oder auch nur denselben Gott
verehrten, verweisen historisch nicht auf die Zeit vor der Staatsgründung
[vor 1000 v. Chr.].
Es handelt sich vielmehr um Erzählungen, die das Bild einer aus Mesopotamien
zurückkehrenden „Tempelgemeinde" des ausgehenden 6. Jahrhunderts
[v. Chr.] ohne König
und staatliche Souveränität an den Ursprung der Geschichte Israels
zurückverlegten.
So wurden die „Vätererzählungen" (Gen 12-50) zum
Gründungsmythos (Ätiologie) einer königslosen und auf den Tempelkult
fokussierten Zeit, mit deren Hilfe die nachexilischen Verhältnisse
[babylonisches Exil von 598 v. Chr. bis 539 v. Chr.] ätiologisch geschichtlich verankert wurden. …
Auch der salomonische Tempel [http://de.wikipedia.org/wiki/Israelitischer_Tempel] von Jerusalem war nichts anderes als eine -
sofern die übertrieben klingenden biblischen Angaben überhaupt historisch
zutreffend sind - überdimensionierte, aber ansonsten exakte Kopie eines weit
verbreiteten kanaanäisch-syrischen Tempeltyps, in dem der Gott Baal
[http://de.wikipedia.org/wiki/Baal_(Gott)] zu Hause
war.
Es kann noch nicht einmal als gesichert gelten, dass der salomonische Tempel
wirklich dem Gott **** geweiht war. Vieles spricht dagegen, etwa die
durchgängig El- oder Baalhaltigen Namen in Israel während der frühen
Königszeit, was sich erst in der Zeit Josias zugunsten ****-haltiger Namen
veränderte.
Die Berufung zweier Hoherpriester in Jerusalem, von denen der eine (Zadok)
["Der hebräische Name Zadok oder Sadok bedeutet
„gerecht“."
http://de.wikipedia.org/wiki/Zadok_%28Priester%29] die kanaanäische Stadtreligion der vormaligen Jebusiter repräsentierte („Zadok"
ist der Name einer kanaanäischen Gottheit), verweist jedenfalls auf ein
schiedlich-friedliches Nebeneinander von **** und anderen Gottheiten selbst
zur Zeit des angeblichen „****-Lieblings" David. …
Die alttestamentlichen Attribute **** sind mit denen des Baal
deckungsgleich, wie die ugaritischen Texte
[vgl.
http://de.wikipedia.org/wiki/TUAT] belegen. Seit längerer Zeit weiß
man auch, dass **** ursprünglich nicht immer „solo" war. Eine Begleiterin
namens Aschera wird mehrfach als seine göttliche Gemahlin genannt („**** und
seine Aschera"), was auch erst in nachexilischer Zeit als anstößig empfunden
wurde. …
****, der spätere Bundesgott Israels, war voraussichtlich ja selbst einmal
Teil einer „Götterversammlung" (Pantheon) gewesen, die zumindest ****, El
und Baal umfasste … der Monotheismus
[Eingottglaube], so Spieckermann, hat darum eine „moderat
polytheistische [Polytheismus - Vielgötterei]
Vorgeschichte". … ****, der ursprünglich wohl ein midianitischer Kriegs- und
Wettergott war, wurden nun auch die Eigenschaften aller anderen und einst
neben **** verehrten Götter, zugeschrieben. …
Auch im Neuen Testament haben sich einige Sichtweisen verändert, wobei
bereits seit langem bekannt ist, dass viele neutestamentliche Schriften
einen anderen Ursprung haben, als es die kirchliche Überlieferung lange Zeit
annahm. Keines der Evangelien [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelium_%28Buch%29] geht auf einen Apostel zurück, und sechs der
sieben Paulusbriefe [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulusbriefe] stammen gar nicht von Paulus selbst, sondern von
späteren „Schülern". …
Neben die persönliche Bibellektüre, für die es keiner weiteren Theorien
bedarf, muss daher die gelehrte Exegese treten, nicht zuletzt um Schwer-
oder Unverständliches zu deuten. Sie kann dazu beitragen, die persönliche
Bibellese vor Verengungen und problematischen Vorstellungen über Gott und
die Welt zu bewahren.
So hat die Religionsgeschichte eine die Gewissen
entlastende Funktion, indem sie religiöse Vorstellungen der Bibel kontextualisiert und damit auch relativiert. Ohne solche notwendigen
Relativierungen wird der Glaube Ideologien aller Art empfänglich sein. …
Darum dürfen wir als Theologinnen und Theologen die Bibel nicht allein den
theologischen Laien überlassen, deren manchmal schlichte Schrifterkenntnis
einer Ideologisierung der Bibel Tür und Tor öffnen und in die Tyrannis der
Unkundigen münden kann.
Das Urchristentum hat seine Lehre auch nicht „demokratisiert", sondern die
Verantwortung dafür Aposteln, Propheten und Lehrern übertragen, was eine
frühe Spezialisierung in den Gemeinden voraussetzt. Die häufig auf
unterschiedliche Schriftverständnisse zurückgehenden Gemeindespaltungen und
Trennungen gerade in unserer Freikirche, die keine normierenden
Bekenntnisschriften als Letztsicherung kennt, sind ein warnender Hinweis auf
die nahe liegenden sektiererischen Auswüchse einer Laienkirche." […]
"Älteste [http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84lteste] gerieren
[benehmen] sich gerne als „religiöse Experten" der Gemeinde, auch
wenn sie es de facto ["Mit de facto wird ein
Umstand dann bezeichnet, wenn er als weit verbreitet und allgemein anerkannt
gilt, auch wenn nicht durch entsprechende Institutionen formal als de jure
festgelegt."
http://de.wikipedia.org/wiki/De_facto] nicht sind, und den Pastorinnen und Pastoren sowohl
hinsichtlich ihrer theologischen Kompetenz als auch ihrer pastoralen
Berufserfahrung in professioneller Hinsicht gar nicht ebenbürtig sein können
- dies betrifft besonders Fragen der Lehre und der Auslegung der kirchlichen
oder gemeindlichen Traditionen.
Hinter der hybriden [Hybrid - hochmütig,
überheblich oder vermessen] Annahme, Älteste seien eine Art
Pastorinnen und Pastoren „nur ohne theologische Ausbildung", verdeckt eher
die Probleme, als sie zu lösen. Hinter einer solchen Annahme verbirgt sich
der Stolz einer Laienkirche, die das theologische und seelsorgerliche Amt
und die dafür erforderliche Professionalität traditionell unterschätzt." […]
"Für Fundamentalisten ist die Bibel nicht geschrieben, sondern für Menschen,
die sich nach Immanuel Kant [http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant] nicht scheuen, „sich ihres Verstandes ohne Hilfe
(oder besser: Bevormundung) anderer zu bedienen".
[Kant: Was ist Aufklärung? 1784]
Wohlan denn!"
Prof. Dr. theol. Kim Strübind (Mai 2008,
Theologe, Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik, Carl
von Ossietzky Universität Oldenburg, Lehrstuhlverwalter für Altes Testament
und Hebräisch, 1999 - 2002 Mitglied der Kirchenleitung des Bundes
Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG); 2002 - 2004 Landespräses und Vorsitzender des Rates der Evangelisch-Freikirchlichen
Gemeinden in Bayern, Zeitschrift für Theologie und Gemeinde − 13. Jahrgang
2008, www.gftp.de, Oncken, ISBN 9783932027130)
[Vgl.
Beiträge v. Prof. Dr. Jürgen Heumann u. Prof. Dr. Kim Strübind i. d.
Zeitschrift für Theologie und Gemeinde − 13. Jahrgang 2008, www.gftp.de,
Oncken, ISBN 9783932027130]
"Wenn aber die Heilige Schrift nicht als Wort Gottes erkannt wird, dann
rückt unweigerlich die jeweilige Situation und - nicht zu vergessen - die
Autorität der Ausleger an die Stelle des Wortes Gottes."
Prof. Dr. Reinhard Slenczka (April 1994, Theologe, Die Autorität der
Heiligen Schrift - Grund und Grenze kirchlicher Vollmacht, Vortrag beim
Theologischen Konvent der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Erfurt)
8 "Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. 9 Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. 10 Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus."
"Vieles an der
biblischen Überlieferung ist heute wunderlich und geradezu peinlich."
"Wir
brauchen nur ... an die strikte
Verurteilung homosexueller Praktiken, an die legendären Ausschmückungen der
Weihnachts-, Oster- oder Himmelfahrtsgeschichten, an die
vorwissenschaftlichen Schöpfungserzählungen, an Brutalitäten und
Menschenrechtsverletzungen im Namen Gottes (z. B. bei der „Landnahme“) und
die schier unüberwindliche Schwierigkeit, biblische Erzählungen und
historische Ereignisse in Einklang zu bringen.
Eine Kirche die heute „aggiornamento“ ["adʒɔrna′mɛnto;
italienisch: giorno - der Tag, auf den Tag bringen, in etwa also: Anpassung
an heutige Verhältnisse", http://de.wikipedia.org/wiki/Aggiornamento]
sagt, muss deshalb Antwort geben können, ob und wie biblische Verankerung
und moderne Wissenschaft in Übereinstimmung gedacht werden können.
Es ist doch kein Zufall, dass heute (!) besonders in bibelfesten und
sogenannten „bibeltreuen“ Kreisen der Kampf gegen Evolutionstheorie,
Frauenemanzipation und Bibelwissenschaft wieder so heftig entbrannt ist." …
"Der Weg des Fundamentalismus scheidet aus!"
Dr. theol. Dietmar Lütz (Theologe, 1996 - 2006 Freikirchen-Referent
und Geschäftsführer des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg, 2000 – 2007
Beauftragter der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) (http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigung_Evangelischer_Freikirchen)
am Sitz der Bundesregierung, Zeitschrift für Theologie und Gemeinde − 13.
Jahrgang 2008, www.gftp.de, Oncken, ISBN 9783932027130)
"Jürgen Heumann [Prof. Dr. Jürgen Heumann, Prodekan
der Fakultät IV, Institut für Ev. Theologie und Religionspädagogik an der
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg] ... hat
seine Kollegen vor Gruppen mit dem scheinbar harmlosen Label „christliche
Gruppe" gewarnt: Sie sollten genau prüfen, ob deren Ansichten dem
Grundgesetz widersprächen und Veranstaltungsräume deshalb zu verweigern
seien."
DER SPIEGEL (28.04.2008, Aufschwung Jesu, S.
38-41, Der Spiegel Nr. 18/2008)
[Hintergrund: Prof. Dr. Jürgen Heumann riet u.a. davon ab, "Campus für
Christus" an Universitäten Räume zur Verfügung zu stellen.
http://www.gaynial.net/pdf/gutachten_heumann.pdf.
Campus für Christus ist
der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), der
Arbeits-gemeinschaft Missionarische Dienste der EKD (AMD) und dem Ring
Missionarischer Jugend-bewegungen (RMJ) angeschlossen.
Campus für Christus arbeitet
auf der Glaubensgrundlage der Evangelischen Allianz [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz] als über-konfessionelles
Missionswerk mit (fast) allen Kirchen und Gemeinden zusammen.
www.cfc-online.org/studentenarbeit]
"Während es
früher an den Hochschulen oft eine Gleichgültigkeit gegenüber unseren
Angeboten [Campus für
Christus, siehe oben]
gab, ist in den letzten Jahren
eine Hetze gegen Christen zu bemerken."
Hans Reil (8. Februar 2009, Leitungsteam der Studentenarbeit Campus
für Christus, Spiegel Online: Christliche Eiferer hetzen an der Uni,
www.idea.de)
"Der Baptistenpastor Dr. Kim Strübind … bezeichnete manche
angeblich bibeltreue Überzeugungen als „kollektive Verdummung“."
Zeitschrift Die Gemeinde / Prof. Dr. Kim Strübind
(07.10.05, baptistischer Theologe, Institut für Evangelische Theologie und
Religionspädagogik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg,
Lehrstuhlverwalter für Altes Testament und Hebräisch,
Was heißt heute bibeltreu? Freikirchliche Theologen gegen
»kollektive Verdummung«. Zeitschrift Die Gemeinde. Herausgeber: Bund
Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, K.d.ö.R.)
"Ziehen Sie also mit mir in die letzte Schlacht zwischen Intelligenz und
Dummheit."
William „Bill“ Maher (März 2009,
Schauspieler, Schriftsteller und Fernsehproduzent, Bill Maher über
Religulous. Religulous – man wird doch wohl Fragen dürfen.
www.religulous.centralfilm.de)
"Darum muss man sich allgemein entrüsten und ärgern, dass manche und dazu
noch Leute ohne viel Studium, ohne wissenschaftliche Bildung ... etwas
Bestimmtes über das gewaltige Weltall auszusprechen wagen. Und doch ist
darüber seit so vielen, ja allen Jahrhunderten die Philosophie in ihren
meisten Schulrichtungen im unklaren." […]
"Angenommen, von Anbeginn haben die Keime aller Dinge durch
Selbstbefruchtung der Natur sich zusammengefunden, welcher Gott ist dann der
Schöpfer? Oder wenn etwa die Teile des Weltganzen durch zufälliges
Zusammenkommen aneinandergefügt, geordnet und gestaltet wurden, welcher Gott
ist dann der Baumeister? ... Was ist's mit diesem Aberglauben? ...
Man
braucht keinen Künstler, keinen Richter und keinen Schöpfer" [...]
"Wenn ihr also noch ein bisschen Klugheit oder Ehrgefühl habt, so höret auf,
Himmelszonen, der Welten Schicksal und Geheimnisse zu ergründen. Es soll
euch genügen, das zu erkennen, was euch sozusagen vor den Füßen liegt, zumal
für Leute ohne Gelehrsamkeit und Bildung ... die nichts von politischen
Dingen verstehen, um wie viel weniger göttliche Dinge erörtern können." […]
"Man muss zweifelhafte Dinge lassen, wie sie sind, und nicht kühn und keck
sich für das eine oder andere entscheiden, während doch so viele große
Männer über Zweifel nicht hinauskommen, Sonst greift entweder ein
Altweiberglaube Platz oder wird jede Religiosität untergraben." [...]
"Doch welche Ungeheuerlichkeiten und Missgestalten schafft erst die
Phantasie der Christen!" … "All das sind Fabeln einer krankhaften
Einbildungskraft und schlechte Trostgründe, von den Dichtern erfunden, um
ihrer Dichtung Reiz zu verleihen. Ihr habt sie allzu leichtgläubig
schimpflicher Weise für euren Gott wieder aufgewärmt." […]
"Aber ich will nicht länger von allgemeinen Tatsachen reden. Doch seht! Euch
treffen drohende Erlasse ... wie ihr es vorausverkündet und fürchtet."
Caecilius Natalis (200 n.Chr., Sprecher des Heidentums, Frühchristliche
Apologeten und Märtyrerakten 1913, Bd. 2, Minucius Felix, Octavius.)
"Jetzt aber, wo mit jedem Tage klarer wird,
dass die Krisis der Religion … von innen, nicht von außen kommt … jetzt ist
es wohl an der Zeit, die Hauptaufmerksamkeit von außen nach innen, auf den
Krebsschaden im Innern unserer »Innerlichkeit«, auf die Pseudochristlichkeit
und Ungeistigkeit unserer modernen Theologie und Religion zu werfen."
Prof. Dr. Emil Brunner (1928, Schweizer
Theologe, Die Mystik und das Wort, »Unser Problem«. 2. Aufl., 1928, S. 12)
"Die Aufklärung lässt sich auf Dauer nicht an die Ketten des Dogmas legen.
Sie stürzt wie ein brausender Strom heran, gegen den alle Glaubensschleusen
und -dämme machtlos sind. [...]
Die historische Methode beruht auf der Voraussetzung, dass die Erforschung
geschichtlicher Phänomene sachgemäß nur unter Berücksichtigung ihres
Kausalzusammenhangs, ihrer Wechselbeziehungen und ihrer Analogien erfolgen
kann.
Ihre Arbeitsweise folgt dem methodischen Atheismus der neuzeitlichen
Wissenschaft ... Die historische Methode verweigert eine Antwort auf die
religiöse Wahrheitsfrage und kann nur verschiedene Wahrheitsansprüche
registrieren und miteinander vergleichen."
Prof. Dr. Gerd Lüdemann (20.09.2008, Theologe,
Georg-August-Universität
Göttingen, Vertrag von Staat und Kirche, Ketten des Dogmas. Frankfurter
Rundschau)
"Die atheistische Theologie und ihren … in die
menschliche Subjektivität eingesperrten Religionsbegriff … dass die
evangelischen Fakultäten der Wahrheitsfrage ausweichen, die Gottesfrage
begraben und die Religion „aus der Welt erklären“." […]
"Die atheistische Methode sei die einzig wissenschaftliche: „Wir wollen die
Welt (mit Einschluss der Religion …) aus der Welt erklären“; d.h. „wir
wollen sie erklären aus den im Weltprozess liegenden Kräften ohne
Zuhilfenahmen eines Gottesgedankens“. Das sei heute in allen Arbeitszweigen
der Wissenschaft einzig und allein das Leitmotiv, also auch in der
Theologie. …
Wer alles Geschehen, Jesu Gottessohnschaft … „aus der Welt erklärt“, der
ignoriert Gott nicht, sondern negiert ihn. Die Erinnerung an Gott wird hier
nicht nur zeitweilig aus dem wissenschaftlichen Denken ausgeschaltete, etwa
im Interesse der Erzeugung einer reinen, echten Beobachtung, sondern
endgültig ausgeschlossen.
Es wird zum wesentlichen Merkmal der Theologie, dass sie für Gott blind sei.
„Die wissenschaftliche Methode“ sagt Paul Jäger, „ignorant deum, weiß nichts
von ihm.“
Diese Blindheit für Gott soll natürlich nur innerhalb der wissenschaftlichen
Funktion das Merkmal des Theologen sein; er hat sie nicht auch als
religiöser Mensch. Der letztere behält sich seine Frömmigkeit abseits von
seiner Wissenschaft vor. …
Das ist der alte, scharfzackige Dualismus, den wir von Kant, Jakobi,
Schleiermacher, Fries usw. her kennen: der heidnische Kopf und das fromme
Herz, die atheistische Wissenschaft und die religiöse Stimmung usw. usw. …
Der Dualismus, den er uns empfiehlt, hat folgende Form: Als Theologen
erklärt ihr die Religion aus der Welt; als religiöse Menschen betrachtet ihr
sie als Beziehung zu Gott;
ihr habt als Theologen zu beweisen, was ihr als Christen verneint, als
fromme Leute zu bejahen, was ihr als Theologen bekämpft. …
Jäger gibt uns den freundlichen Rat, „die Entschlossenheit zu haben, aus der
Universität auszutreten“, da wir uns mit der atheistischen Stimmung in
derselben nicht im Einklang befinden. …
Wenn es einmal wirklich dazu kommt, dass unsere Studenten das Neue Testament
nur so lesen wie Homer und unsere Exegeten es erklären wie Homer mit entschlossener
Ausstoßung jedes aus Gott gerichteten Gedankens, dann ist es mit den
theologischen Fakultäten vorbei.
Jäger fürchtet von seiner Methode keinen Verlust: Atheistisch sei ja … nur
die Methode der wissenschaftlichen Arbeit, nicht die persönliche Stellung
des Arbeiters. …
Wie soll Zweiseeligkeit vermieden werden, wenn in einer und derselben
Persönlichkeit der Theologe und der Christ in unversöhnlichem Hader
gegeneinander stehen? …
Natürlich muss auch Kant [http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant] als Tröster dienen: die Wissenschaft habe es ja nur
mit der „Erscheinung“ zu tun, nicht mit dem „Wesen“ … „Alles nur Phänomen!“
… vom Theologen, der den religiösen Vorgang zuerst atheistisch erklärt und
hernach sagt:
„Bitte nur die Erscheinung habe ich erklärt; über das Wesen könnt ihr denken
was ihr wollt“ … wenn die evangelischen Fakultäten zwar noch „Religion“
kennen, aber von keinem Gott mehr wissen, und die katholischen Kollegen es
allein sind, die die Gottesfrage stellen."
Prof. Dr. Adolf Schlatter (1905,
Evangelischer Theologe, Atheistische Methoden in der Theologie. Eine
Auseinandersetzung über "Das atheistische Denken der neueren Theologie" von
Paul Jäger, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, ISBN 9783417290431)
"Wie konnte es dazu kommen, dass weithin die Kirche die Kritik an der Bibel
zur Grundlage ihrer Theologenausbildung gemacht hat? ...
Indem die Theologie auch die Aufklärungsphilosophie zu ihrer Denkgrundlage
machte, wurde sie zur bibelkritischen Theologie. Die Theologie hat also von
der Philosophie nicht nur die antitheistische Denkvoraussetzungen
übernommen, sondern auch die einzelnen Elemente der Bibelkritik. ...
Intellektuelle Gottesleugnung und Frömmigkeit ... die für die Aufklärung
weithin charakteristisch ist und von der auch die liberale und die
historisch-kritische Theologie geprägt sind. ...
Alle Waffen des Atheismus wurden in der Philosophie geschmiedet. In Gebrauch
genommen hat man sie vor allem in der bibelkritischen Theologie und der
Literatur. ... Eine Theologie, die sich leiten lässt durch die Philosophie
anstatt durch Gottes Wort, verfehlt Gottes Offenbarung. ...
Der lebendige Gott wurde in den Gott der Philosophie verwandelt, der nichts
sieht, nichts hört, nichts sagt und nichts tut, der nur noch Götze ist, von
dem man nichts erwarten darf. ... Sie hält das, was sie von ihren Kathedern
lehrt, für wissenschaftliche Ergebnisse und kultiviert es als angeblich
wissenschaftliche Methoden. Dadurch sichert sie sich ihren Verbleib an der
Universität. ...
Es ist nichts in der historisch-kritischen Theologie, was nicht zuvor in der
Philosophie gewesen ist. …Wundern, Auferstehungsberichten und Ähnlichem
wurde von vornherein die Historizität abgesprochen, weil die
historisch-kritische Theologie im Gefolge der Aufklärungsphilosophie kein
Handeln Gottes in der Geschichte gelten ließ.
Durch Vor-Urteil wurde das alles für mythisch erklärt. … Geschichte wurde
auf das Menschliche begrenzt. Gott ließ man darin keinen Raum. Alles
singuläre Handeln Gottes wurde ausgeschlossen. …
Lebendiger Glaube an Gottes Offenbarung in seinem Wort und eine
„wissenschaftliche“ Theologie, die arbeitet „als ob es Gott nicht gäbe“
schließen sich aus. … Der Jesus der Bibel und der Jesus der Bibelkritik sind
Gegensätze, die sich ausschließen. Jeder muss sich entscheiden, welchen
Jesus er wählt. Er soll aber wissen, dass der Jesus der Bibelkritik nicht zu
retten vermag." …
Eine Theologie, die auf antitheistische Voraussetzungen beruht, ist ein
Widerspruch in sich selbst. Die Kirche kann nicht gedeihen, wenn sie sich
mit solch einer Theologie die Ausbildung ihrer Pastoren betreibt, kann nicht
gedeihen, wie man allerorten sehen kann."
Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1. Oktober
2007, Theologin, Bibel oder Bibelkritik? Was ist glaubwürdig?, ISBN
9783937965864)
"Die Bibel ist von Menschen geschrieben, sie ist ein menschliches
Buch, und darum kann sie nicht anders gelesen und verstanden und nicht nach
anderen Methoden ausgelegt werden als andere menschliche Bücher auch."
Dr. theol. Heinz Zahrnt (1960, 1915 – 2003, 1971 bis 1973 Präsident des Evangelischen
Kirchentags, 25 Jahre theologischer Chefredakteur des "Deutschen Allgemeinen
Sonntagsblatts", Es begann mit Jesus von Nazareth, Gütersloh 1960, S.
30)
"Die Genesis [griech.: Schöpfung, 1. Buch Mose]
ist eine Sammlung von Sagen. […] Das deutlichste Kennzeichen der Sage ist,
dass sie nicht selten Dinge berichtet, die uns unglaubwürdig sind. […] So
werden in der Genesis viele Dinge berichtet, die unserem besseren Wissen
widersprechen. [...]
Viele der Erzählungen oder Erzählungsstoffe müssen schon vorher bestanden
haben, ehe sie im Munde Israels diesen neuen Sinn erhalten haben. Sie müssen
als schöne Geschichten längst umgelaufen sein und werden ihrem Ursprung nach
reine Gebilde der Phantasie sein […] vielleicht wird man den Ausdruck
„märchenhaft“ vorziehen."
Prof. Dr. Hermann Gunkel (1901, Theologe, Hauptvertreter der
Religionsgeschichtlichen Schule und Begründer der Form- und
Gattungsforschung am Alten Testament. Genesis (GenesisDiskussion), 9. Aufl.:
1977, Auflage: 9. A. Juni 1999, ISBN 978-3525516515)
"Dabei hat Israel auf Schöpfungsvorstellungen aus seiner altorientalischen
Umwelt zurückgegriffen und sie im Rahmen seiner Erfahrungen mit Gott und
seines Weltverständnisses völlig neu interpretiert."
Kirchenamt der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD) (01. April 2008, EKD-Orientierungshilfe. Rat der
EKD: Weltentstehung, Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube in der Schule,
EKD-Text 94, http://www.ekd.de/download/ekd_texte_94.pdf)
"Hermann Gunkel [siehe Abschnitt oben] gehört zu
den großen Gelehrten, die für das 20. Jahrhundert das wissenschaftliche
Fundament zur Auslegung biblischer Texte und ihrem religionsgeschichtlichen
Verständnis gelegt haben."
Pressemitteilung d. Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg (16. Mai 2008, Akademische Ehrung von Prof. Dr. Hermann
Gunkel, Prof. Dr. Ernst-Joachim Waschke, Theologische Fakultät, Altes
Testament)
"Wie mit der Sintflut-, der Mose- und der
Sinai-Geschichte verhält es sich mit vielen Geschichten der Bibel. Sie
transportieren ältere Erzählstoffe aus anderen Kulturen. Unsere heiligen
Texte sind oft nur heidnische Texte, die jüdisch umgearbeitet und später von
Christen übernommen wurden."
Christian Nürnberger
(November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für
Zweifler)
[Vgl. okkulte (lat. occultus, was Wissen um
Verborgenes) Bibel: Hinter nahezu jeder biblischen Grundaussage stehe ein
heidnischer Götter u. Dämonen Mythos bzw. sei von diesem inspiriert
(Beispiel AT:
Gilgamesch-Epos,
Beispiel NT:
Dionysoskult).
Teilweise sehen dagegen konservative Christen die Autoren der Bibel als von
Gott bzw. dem Heiligen Geist inspiriert an. Die heidnischen Götter u.
Dämonen Mythen, die das Grundgerüst der "okkulten Bibel" (verborgenen Bibel)
darstellten, würden dagegen dem Wunsch Satans entsprechen, Gott zu imitieren
bzw. zu verkehren. Diese Sichtweise wird weitestgehend als
„fundamentalistisches Weltbild“ beschrieben.]
"Die Grundannahme des "Priesterbetruges", die
bei uns seit dem Hamburger Philosophen Hermann Samuel Reimarus (1694-1768)
herrscht und behauptet: Jesus sei einfach ein guter Mensch gewesen,
alles andere hätten Kirchenleute hinzugedichtet.
Seitdem kämpft die
aufgeklärte Exegese gegen die Kirche. Ziel ist zu zeigen: Die Priester (bzw.
Kirchenvertreter) sind Lügner und Betrüger. Das gipfelt nun in neuesten
amerikanischen Forschungsthesen, die besagen: Vielleicht gibt es überhaupt
kein echtes Jesus-Wort.
Solche Aussagen gelten als flott, sind aber
völlig willkürlich."
Prof. Dr. Klaus Berger
(Dezember 2004, Theologe, Interview mit dem Neutestamentler Klaus Berger in
Heidelberg)
"In der historisch-kritischen Theologie wird
als "wissenschaftliches Arbeiten" deklariert, wenn man eine Hypothese
aufstellt, sie durch eigene Argumente stützt und durch weitere Hypothesen
stabilisiert." [...]
"Als wissenschaftliche Erkenntnis wird gewertet,
was sich im Spiel der Meinungen durchgesetzt hat."
Prof. Dr. Eta
Linnemann (1998, Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie
wissenschaftlich ist die wissenschaftliche Theologie?")
"Gegenüber der, modern gesprochen, liberalen antiken Auffassung, dass viele
Götter ein Spiegelbild der vielfältigen Lebenserfahrungen der Menschen sind
und sich sehr wohl untereinander vertragen können, zeigt sich im Dekalog ein
autoritärer Gott, der andere Gottheiten in "seinem Angesicht" nicht erträgt,
ja, der den Anbeter solcher Götter verfolgt "bis ins dritte und vierte
Glied".
So etwas würde man heute wohl als Sippenhaft bezeichnen mit Erinnerung an
schlimmste Vergangenheit."
Prof. Dr.
Jürgen Heumann (Mai 2008,
Prodekan
der Fakultät IV, Institut für Ev. Theologie und Religionspädagogik an der
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Zeitschrift für Theologie und Gemeinde − 13. Jahrgang
2008, www.gftp.de, Oncken, ISBN 9783932027130)
"Jedes Volk akzeptiert die Götter der anderen
Völker. Den Begriff „tolerant“ auf diesen Zustand anzuwenden, wäre verfehlt.
Toleranz heißt ja Duldung. Duldung von etwas, das stört. Bei den Heiden
störte nichts, da gab es nichts zu dulden. Die Götter der anderen konnten
nicht stören, weil man unausgesprochen davon ausging, dass es sich um
dieselben Götter handelte, die nur anders benannt wurden.
Es gab
keinen Grund, um der Götter willen miteinander in Streit zu geraten." […]
"Wenn mein Christentum nur die zufällig historisch gewachsene Gestalt eines
allgemeinen religiösen Empfindens ist, dann ist es nicht mehr besonders
sinnvoll, an diesen Zufällen festzuhalten und sie weiter zu pflegen. Es
scheint dann vernünftiger, sich vom trennenden Ballast der bloß zufälligen
christlichen Spezifika zu befreien und sich auf jene kulturunabhängigen
Inhalte zu konzentrieren, die allen Religionen gemein sind.
Mit
anderen Worten: Dann kann man das Christentum auch bleiben lassen.
Auch das Religiössein kann man dann bleiben lassen. … Man kann, wenn
überhaupt, nur noch auf aufgeklärte Weise religiös sein."
Christian Nürnberger
(21. September 2007, Das Christentum. Was man wirklich wissen muss.)
"Der nicht erklärte, aber praktizierte
Grundsatz alttestamentlicher und neutestamentlicher Wissenschaft ist: So,
wie es dasteht, kann es auf keinen Fall gewesen sein." [...]
"Der
kritische Verstand entscheidet in der historisch-kritischen Theologie
darüber, was in der Bibel Realität ist."
Prof. Dr. theol. Eta
Linnemann (1994, Theologin, Original oder Fälschung.
Historisch-kritische Theologie im Licht der Bibel.)
"Man kann nicht elektrisches Licht und
Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und
klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und
Wunderwelt des Neuen Testaments glauben."
Prof. Dr. Rudolf
Bultmann (1948, Theologe [lauthttp://www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml:
bedeutendster
Exeget des 20. Jahrhunderts],
"Kerygma und Mythos
I", Bartsch, 1967)
"Es geht um Religion, die nur durch das
Nadelöhr der Wissenschaft zugänglich wird, freilich einer Wissenschaft, die
sich nicht durch ihren jeweiligen Wissensstand, sondern durch methodische
Wissenssuche definiert."
Frankfurter
Allgemeine Zeitung (02.01.1996, Vermutungen über das Rätsel)
"Gott ist tot, er wurde auf der theologischen
Werkbank zu Tode interpretiert."
Dr. Lutz
Graf (2000, Langen, Leserbriefe zu
dem Artikel: Grabesstimmung: Haben die Theologen die Kirche im Stich
gelassen? ... Das Thema Ostern - eine einzige Konfusion, DEUTSCHES
ALLGEMEINES SONNTAGSBLATT, DS 21. April 2000 Nr. 16/2000)
"Es sei denn, wir verstünden Gott mit einigen
Theologen als »Sprachereignis«, als die in religiöser Rede geschehende
Selbsttranszendenz des Menschen." ... "Gott als offene Zukunft des Menschen,
Gott als Sinn seines Daseins, das wird zur schönen, aber leeren Formel"
[...]
Ein Gott, der nicht Alpha [erste
Buchstabe des griechischen Alphabets] ist, kann auch nicht Omega
[letzter Buchstabe des griechischen Alphabets] sein. Ohne
Schöpfungslehre keine Eschatologie [griech.: ta
és-chata - die letzten Dinge].
Ein Gott, der mit dem
Alpha der Centauren [Alpha Centauri ist das mit ca.
4,4 Lichtjahren dem Sonnensystem nächstgelegene Mehrfachsternsystem und
zugleich das hellste Gestirn des auffälligen Sternbildes Centaurus am
Südhimmel] nichts zu tun hat, kann auch für uns nichts bedeuten,
was der Rede wert wäre: er kann uns nicht vom Tode retten"
Prof. Dr. Robert
Spaemann (Januar 1969, Philosoph, Was ist das eigentlich – Gott? Band
119 - Die Bücher der Neunzehn)
"Leute, die an nichts mehr glauben, stellen die
Behauptung auf, dass der christliche Glaube nichts ist.
Mit Hilfe
dieser Kongruenzbehauptung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kongruenz]
wird von ihnen der Berechtigungsnachweis geführt, dass sie weiter ihre
Gehälter den Christen aus der Tasche ziehen können - als Pastoren in einer
evangelischen Kirche oder als Professoren theologischer Fakultäten, die ihre
Existenz lediglich dem Gegebensein von Kirche verdanken."
"Seit den sechziger Jahren hat sich in den Leitungsgremien vieler evangelischer Landeskirchen ein theologischer Pluralismus durchgesetzt. Das bedeutet im Klartext, dass in ein und derselben Landeskirche biblische Grundaussagen gegenteilig ausgelegt werden können.
Das betrifft so wesentliche Aussagen wie die Auferstehung Jesu, die Einsetzung von Taufe und Abendmahl, die Echtheit der Worte Jesu, aber auch ethische Fragen wie die Stellung zur Homosexualität oder zu Ehe und Familie.
Es gibt kirchenleitende Persönlichkeiten, die begeistert sind über die feministisch orientierte „Bibel in gerechter Sprache”, während andere sie als häretisch und ganz schlimm bezeichnen. Das Chaos ist schier grenzenlos! Kein Wunder, dass auch in der säkularen Presse der Eindruck vorherrscht, die evangelische Volkskirche sei ein „großer Gemischtwarenladen”." [...]
"Die einzelne Gemeinde ist in der geistlichen Kursbestimmung auf sich selbst gestellt. Darum ist zu prüfen, zu welcher Gemeinde man gehören will. Es gibt genügend bibeltreue Gemeinden, in denen ein evangelischer Christ ein geistliches Zuhause haben kann.
Es gibt daneben andere Gemeinden, in denen die kirchliche Arbeit zwar nicht auf ganzer Linie bibeltreuen Grundsätzen folgt, aber durchaus offen für sie ist. Auch da lohnt es sich, zu bleiben und wenn möglich verantwortlich mitzuwirken.
Sollten aber in einer Gemeinde, bibeltreue Überzeugungen als „fundamentalistisch” bzw. „sektiererisch” vom Pfarramt abgelehnt und alle Versuche, eine geistliche Kurskorrektur zu bewirken, zurückgewiesen werden, haben Gemeindeglieder nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, eine solche Gemeinde zu verlassen und sich an anderer Stelle geistlich versorgen zu lassen.
Eine Gemeinde sollte - im Bilde gesprochen - ein Ort sein, an dem man Kraft für den Alltag tanken kann und nicht ein TÜV, auf dem Sonntag für Sonntag die Leidensstärke der Gläubigen geprüft wird.
Wenn man bedenkt, wie viele Menschen weite Wege auf sich nehmen, um an kulturellen Ereignissen oder am sportlichen Leben teilzunehmen, dann sollte es auch selbstverständlich sein, dass wir für die Teilnahme am geistlichen Leben keine Wege scheuen. Auch hier gilt die Verheißung des Herrn: „Suchet, so werdet ihr finden."
Pfarrer Jens Motschmann (Juni 2007, seit 1987 Pastor der Ev. St. Martini-Gemeinde in Bremen, stellvertretender Vorsitzender des Gemeindehilfsbundes, In welche Gemeinde soll ich gehen?, www.sankt-martini.de)
[Die Ev. St. Martini-Gemeinde in Bremen ist Teil d. Bremischen Evangelische Kirche BEK. Die BEK ist eine von 23 Gliedkirchen (Landeskirchen) der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD]
"Die Liebe zur Kirche wird diesem Hirten der Gemeinde [Pfarrer Jens Motschmann, siehe oben] jeder abspüren; aber doch ist ihm die Liebe zum Herrn der Kirche das ungleich höhere Gut. Darum seine aus der Not geborene Empfehlung, die Gemeinde gegebenenfalls zu wechseln, um nicht geistlich auf eine Nulldiät gesetzt zu werden." […]
"Es gibt in unserem Lande geistlich total versteppte Gebiete … Da sollten dann getrost und fröhlich kirchliche Grenzen überschritten und Gemeinschaft der Gläubigen gelebt werden. Ja, auch in der anderen Richtung: von einer verkarsteten bibelkritischen Freikirche hin zu einer bibeltreuen, missionarischen landeskirchlichen Gemeinde."
Pfarrer Dr. Wilfried Reuter (04.07.2007, Theologe, ideaSpektrum Nr. 27/2007, Seite 5)
"Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der
HERR, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach
Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des HERRN, es zu hören;
dass sie hin und her von einem Meer zum andern, von Norden nach Osten laufen
und des HERRN Wort suchen und doch nicht finden werden."
Dr. Joseph Ratzinger, seit 2005 Papst Benedikt
XVI.
"Am Beginn des dritten christlichen Jahrtausends
befindet sich das Christentum gerade im Raum seiner ursprünglichen
Ausdehnung, in Europa, in einer tief gehenden Krise, die auf der Krise
seines Wahrheitsanspruches beruht." […]
"Die kritische Exegese
relativiert die Gestalt Jesu und setzt Fragezeichen gegenüber seinem
Sohnesbewusstsein; der Ursprung der Kirche in Jesus erscheint zweifelhaft
und so fort … seine historischen Grundlagen stehen infolge der modernen
historischen Methoden im Zwielicht.
So liegt es auch von daher nahe,
die christlichen Inhalte ins Symbolische zurückzunehmen, ihnen keine höhere
Wahrheit zuzusprechen als den Mythen der Religionsgeschichte - sie als Weise
der religiösen Erfahrung anzusehen, die sich demütig neben andere zu stellen
hätte. In diesem Sinn kann man dann - wie es scheint - fortfahren, ein
Christ zu bleiben; man bedient sich weiterhin der Ausdrucksformen des
Christentums, deren Anspruch freilich von Grund auf verändert ist:
Was als Wahrheit verpflichtende Kraft und verlässliche Verheißung für den
Menschen gewesen war, wird nun zu einer kulturellen Ausdrucksform des
allgemeinen religiösen Empfindens, die uns durch die Zufälle unserer
europäischen Herkunft nahe gelegt ist." […]
"Ist demnach der Anspruch
des Christentums, religio vera [wahrer Glaube]
zu sein, durch den Fortgang der Aufklärung überholt?
Muss es von
seinem Anspruch heruntersteigen und sich in die neuplatonische oder
buddhistische oder hinduistische Sicht von Wahrheit und Symbol einfügen,
sich - wie Troeltsch [http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Troeltsch]
es vorgeschlagen hatte - damit
bescheiden, die den Europäern zugewandte Seite des Antlitzes Gottes zu
zeigen?
Muss es vielleicht sogar einen Schritt weiter gehen als
Troeltsch, der noch meinte, das Christentum sei die für Europa angemessene
Religion, während doch heute gerade Europa an dieser Angemessenheit
zweifelt? Dies ist die eigentliche Frage, der sich heute Kirche und
Theologie zu stellen haben.
Alle Krisen im Inneren des Christentums,
die wir gegenwärtig beobachten, beruhen nur ganz sekundär auf
institutionellen Problemen. Die Probleme der Institutionen wie der Personen
in der Kirche rühren letztlich von der gewaltigen Wucht dieser Frage her.
Dies ist die grundsätzliche Herausforderung am Beginn des dritten
christlichen Jahrtausends."
Dr. Joseph
Ratzinger (08.01.2000, seit 2005 Papst Benedikt XVI., Der angezweifelte Wahrheitsanspruch. Die Krise
des Christentums am Beginn des dritten Jahrtausends, Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 08.1.2000, Nr. 6, S. I)
"Christentum wie Islam sind Buchreligionen. […] In unseren beiden Religionen
gibt es Gruppen, die sich einem reflektierten und wissenschaftlich
fundierten Umgang mit den grundlegenden Schriften [vgl.
Historisch- kritische Methode] entziehen und
fundamentalistische Auslegungen vertreten. [...]
Keine Religion kann mehr davon ausgehen, dass sie für sich allein existiert
und eine absolute Wahrheit nur für sich beanspruchen kann."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (16. März 2009,
2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD,
„Herausforderungen des interreligiösen Dialogs.
Hermeneutische Fragestellungen.“ - Vorlesung in der Theologischen Fakultät
in Ankara, www.ekd.de)
"Die Religionen müssen sich von dem Gedanken verabschieden, die Wahrheit
allein zu besitzen. Gott ist immer größer als unsere Wahrheitserkenntnis"
Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider (2. Juni 2011,
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Präses der
Evangelischen Kirche im Rheinland EKiR, 33. Deutscher Evangelischer
Kirchentag in Dresden: Dialogveranstaltung mit d. EKD-Ratsvorsitzendem
Nikolaus Schneider u. Großmufti von Bosnien-Herzegowina Dr. Mustafa Efendi
Cerić, EKD-Ratsvorsitzender: Absolutheitsanspruch von Religionen überholt,
www.kirchentag.de)
"Wenn eine
Religion einen alleinigen Besitzanspruch auf die Wahrheit erhebt, dann kommt
sie auch schnell in die Gefahr eines Fundamentalismus, der andere abwertet."
Bischöfin Dr. Margot Käßmann
(8.10.2009, Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, The European: Das Interview der Woche. Landesbischöfin Margot Käßmann im
Gespräch, www.theeuropean.de)
"Keine Religion ist statisch, weder Islam noch Christentum.[...] Europa ist
jüdisch-christlich geprägt. Aber nicht nur: Die heidnische Antike und der
mittelalterliche Islam haben uns ebenfalls beeinflusst - denken Sie nur an
Philosophie, Naturwissenschaften und Mathematik! [...]
Wir Christen glauben: Diese Welt ist Gottes Welt, und damit ist Europa auch
Gottes Kontinent. Hier haben alle seine Kinder Platz. Und Muslime sind
Gottes Kinder."
Präses Dr. h.c.Nikolaus Schneider (27. März 2010,
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD, Präses der
Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Ein beängstigendes Islambild,
Interview: Der EKD-Ratsvorsitzende Schneider über fremde Facetten des Islam,
deutsche Skepsis und unchristliche Radikale, DIE WELT, www.welt.de)
"Endlich können die Christen ehrlich sein und ihren so lange mit Gewalt,
Kattun und Gelehrsamkeit verteidigten Anspruch auf die Alleinvertretung
Gottes aufgeben und sich in die Gemeinschaft der Weltreligionen einreihen"
[...]
Daher geht die Christenheit unserer Tage ... auf eine größere
Ökumene als bisher zu: auf die Ökumene der Religionen."
»Appell
aus Baden« (Mai 2006, Baden-Baden,
Vorwort v. Bischof Dr. Ulrich Fischer - Landesbischof der
Evangelischen Landeskirche in Baden,
Hans-Joachim Girock, Dr. Gerhard Liedke u. Prof. Dr. Gottfried
Gerner-Wolfhard,
Baden-Baden,
epd Dokumentation 26/2006, Wortlaut/Quelle:
http://www.ekiba.de/images/Was-jetzt-dringlich-ist.pdf)
"Wir weichen weiter und
weiter zentrale Aussagen der Bibel auf. Wir verlassen mehr und mehr die
biblische Grundlage zugunsten einer allgemeinen beliebigen, multikulturellen
und international akzeptierten Religiosität."
Pfarrer Eberhard Hoppe (15.03.08, Kirche
öffnet Tür für „weichgespültes Evangelium“. Kritik an einer Stellungnahme
des Leitenden Geistlichen Amts (LGA) der hessen-nassauischen Kirche zur
Lehre vom Sühnetod Jesu Christi haben pietistische Gemeinschaftsverbände
geübt. www.idea.de)
"Kann die neue Universalreligion der Welt
endgültig Frieden und Wohlstand bringen … selbstverständlich nach
Beseitigung all der hinderlichen Bekenntnisse und nachdem eine moderne
Bibelkritik die Person Jesu und die Gebote Gottes auf ein den Zeitgenossen
zumutbares Maß zurückgestutzt hat.
Heute aber, da diese Forderungen
von unseren Schriftgelehrten ... tatsächlich und lauthals erhoben werden,
sollten wir da nicht endlich wach werden?" […] "Weil ihre
Theologieprofessoren an den Fakultäten staatlicher Universitäten …
lebenslänglich auf hohem Niveau alimentiert werden, ohne jede Rücksicht
darauf, ob sie ihrem Auftrag nachkommen ...
Ja selbst wenn sie, wie
mehrfach geschehen, aus der Kirche austreten und nur noch gegen die Kirche
agieren, ist nach geltendem Recht der Staat (das heißt der Steuerzahler)
verpflichtet, nicht nur sie, sondern auch noch ihre Ersatzmänner zu
finanzieren... Der Missbrauch dieser Rechtsstellung hat inzwischen einen
Umfang und eine Wirkung in der Öffentlichkeit erreicht, dass es berechtigt
erscheint, die Frage nach der Überprüfung des ganzen Systems zu stellen.
Dies auch im Hinblick auf unsere Verantwortung gegenüber dem theologischen
Nachwuchs.
Kaum hatte ich dieses Tabu aber einmal angerührt, da hörte
ich von hoher Warte, dass ein Eingriff in diesen Gral "den Anfang vom Ende
einer wissenschaftlichen Theologie" bedeuten würde.
Das klingt
zunächst beeindruckend. Wenn man dieses Argument aber wirklich ernst
nehmen wollte, müsste man folgerichtig zu dem Schluss kommen, dass es in den
letzten zwei Jahrtausenden nirgendwo - mit Ausnahme Deutschlands im
vergangenen Jahrhundert - wissenschaftliche Theologie gegeben hat oder geben
konnte:
Nie und nirgendwo gab es ja je die Voraussetzungen unserer
heimischen Konkordate [lateinisch concordatum:
Vereinbarung, Vertrag]."
Erzbischof Dr. Dr.
Johannes Dyba (5.4.1995, Theologe, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr.
81, S. 14)
"Der schottische Philosoph und Historiker David
Hume (1711-1776) ging trotz seiner skeptischen Ansichten ab und zu in den
Gottesdienst zu einem rechtgläubigen Geistlichen namens John Braun.
Auf die Frage, wie er das mit seinen Anschauungen vereinbaren könne,
antwortete Hume: "Ich glaube nicht alles, was er sagt, aber er glaubt es.
Und dann und wann höre ich gern einem Mann zu, der glaubt, was er sagt."
(Das große Buch des
christlichen Humors, Annegret Kokschal, St. Benno; Auflage: Mai 2006)
"Für Martin Luther war der biblisch fundierte
Glaube an Jesus Christus die alles bestimmende, klare und verbindliche
Mitte. Gerade das ist innerhalb der Volkskirche zum Riesenproblem geworden.
Nicht einige Details am Rande, sondern das Zentrum ist ins Wanken geraten."
[…]
"Sie vertritt nur noch Teilwahrheiten, Teilerkenntnisse und
Teilüberzeugungen, die heute gelten und morgen wieder verworfen werden
können. Aber der Anspruch auf die eine, verbindliche .. Wahrheit ist längst
aufgegeben. Natürlich werden angehende Pastoren offiziell noch auf Bibel und
Bekenntnisschriften verpflichtet. Aber im tatsächlichen Leben der Kirche
haben Bibel und Bekenntnis längst ihre normierende Kraft verloren." [...]
"In den letzten Jahren zeigte sich immer deutlicher, dass dieselbe
Volkskirche, die mit dem Anspruch der Toleranz auftritt, sich ausgesprochen
intolerant zeigte, wann immer und wo immer Menschen für die absolute
Gültigkeit und Wahrheit der Bibel eintraten." [...]
"Wer immer dieses
volkskirchliche Tabu brach und den Anspruch der Bibel, Gottes zuverlässiges
und verbindliches Wort zu sein, öffentlich zur Sprache brachte, musste - und
muss - mit scharfem Gegenwind rechnen."
Pfarrer Rudolf
Möckel (1996, Volkskirche am Abgrund?)
"Aus scheinbaren Ergebnissen der
wissenschaftlichen Exegese [Auslegung der Bibel]
sind die schlimmsten Bücher der Zerstörung der Gestalt Jesu, der Demontage
des Glaubens geflochten worden. Heute wird die Bibel weithin dem Maßstab
des sogenannten modernen Weltbildes unterworfen, dessen Grunddogma es ist,
dass Gott in der Geschichte gar nicht handeln kann - dass also alles, was
Gott betrifft, in den Bereich des Subjektiven zu verlegen sei.
Dann
spricht die Bibel nicht mehr von Gott, dem lebendigen Gott, sondern dann
sprechen nur noch wir selber und bestimmen, was Gott tun kann und was wir
tun wollen oder sollen.
Und der Antichrist sagt uns dann mit der
Gebärde hoher Wissenschaftlichkeit, dass eine Exegese, die die Bibel im
Glauben an den lebendigen Gott liest und ihm selbst dabei zuhört,
Fundamentalismus sei; nur seine Exegese, die angeblich rein
wissenschaftliche, in der Gott selbst nichts sagt und nichts zu sagen hat,
sei auf der Höhe der Zeit." [...]
"Der Gedanke, dass Gott sich die
Vergebung der Schuld, die Heilung der Menschen von innen her, den Tod seines
Sohnes hat kosten lassen, ist uns heute sehr fremd geworden: Dass der Herr
„unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen" hat, dass
er „durchbohrt wurde wegen unserer Missetaten, wegen unserer Sünden
zermalmt", dass wir „durch seine Wunden geheilt wurden" (Jes 53,4-6), will
uns heute nicht mehr einleuchten." [...]
"Dem Verstehen des großen
Geheimnisses der Sühne steht dann aber auch unser individualistisches
Menschenbild im Wege: Wir können Stellvertretung nicht mehr begreifen, weil
für uns jeder Mensch in sich allein eingehaust ist; die tiefe
Verflochtenheit aller unserer Existenzen und ihrer aller Umgriffensein von
der Existenz des Einen, des menschgewordenen Sohnes, vermögen wir nicht mehr
zu sehen.
Wenn wir von der Kreuzigung Christi sprechen werden,
werden wir diese Fragen aufgreifen müssen. Einstweilen mag ein Gedanke von
Kardinal John Henry Newman genügen, der einmal gesagt hat, dass Gott zwar
die ganze Welt mit einem Wort aus dem Nichts erschaffen konnte, aber die
Schuld und das Leiden der Menschen, die konnte er nur überwinden, indem er
sich selbst ins Spiel brachte, in seinem Sohn selbst ein Leidender wurde,
der diese Last getragen und durch seine Hingabe überwunden hat."
Dr. Joseph Ratzinger (16. April 2007,
seit 2005
Papst Benedikt XVI., Jesus von Nazareth, Herder, ISBN 978-3451298615)
"Gottes rechte Kirche. Katholische
Fundamentalisten auf dem Vormarsch." [...]
"Die Fundamentalisten ...
sind auf dem Vormarsch. Papsttreu und gottergeben kämpfen sie für eine
Kirche, die sich auf mittelalterliche Werte besinnt. Unter Laien, Priestern
und Bischöfen gewinnen sie immer mehr an Einfluss."
Thomas M. Hofer
(Februar 1998, Publizist u. Redakteur, www.amazon.de)
Dr. Wolfgang Huber, 2003 - 2009
Ratsvorsitzender der EKD
"Ich selbst bin auch schon Fundamentalist
genannt worden, ich habe das gelassen hingenommen. Oft wird die Klarheit
bestimmter religiöser Grundüberzeugungen abwertend als Fundamentalismus
bezeichnet."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (20.11.2003, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland, DIE WELT)
"Im Rahmen des Weltjugendtages wurde der
Teilnehmer Joseph Ratzinger wiederholt als „Heiliger Vater“ bezeichnet.
Nach der in Matthäus 23 Vers 9 aufgezeichneten Anweisung Jesu ist dies aber
unzulässig. Der Text sagt aus, dass niemand auf der Erde als Vater angeredet
werden soll. Sicher ist damit nicht untersagt, einen buchstäblichen Vater
mit diesem Ausdruck zu bezeichnen und anzureden.
Die Aussage ist
aber eindeutig, dass niemand das Recht hat, sich durch diesen Titel über
seine Mitgläubigen zu stellen. Vielmehr sind alle Nachfolger des Christus
Brüder (Matthäus 23 Vers 8). Es steht also keinem religiösen Führer zu, sich
als Vater oder gar als Papst (abgeleitet von Papa = Vater) über andere zu
erheben."
(16.09.2005,
www.bistum-augsburg.org Glaube: Referat für Glaubenslehre und Hochschulen -
FAQ: Frequently Asked Questions)
"Zum Unterschied zur römisch-katholischen
Kirche gibt es ... keine der Bibel übergeordnete Autorität. Gegenüber der
röm.-kath. Kirche hat die Reformation das "sola scriptura"
[lat. Allein die Schrift] betont."
Prof. Dr. Samuel R.
Külling (2001, Theologe, Gründer und erster Rektor der STH -
Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel, Generalangriff gegen den
biblischen Fundamentalismus)
"Die wesentlichen Punkte der Reformation, die
auch heute noch gemeinsamer Nenner der protestantischen Kirchen sind, werden
oft mit dem vierfachen "allein ..." ausgedrückt:
- sola scriptura
- allein die Schrift ist die Grundlage des christlichen Glaubens, nicht die
(nur mit der Autorität der Bischöfe oder des Papstes entstandene) Tradition
(Galater 2, 6-9)
- solus Christus - allein Christus, nicht
die Kirche, hat Autorität über Gläubige (Epheser 5, 23-24)
- sola
gratia - allein durch die Gnade Gottes wird der glaubende Mensch
errettet, nicht durch eigenes Tun (Römer 1, 17)
- sola fide -
allein durch den Glauben wird der Mensch gerechtfertigt, nicht durch gute
Werke (Galater 2, 16)"
"Die Protestanten haben aber weithin seit der
Aufklärung das verlassen, wofür sie einst bereit waren zu sterben: Die
Bibel wird nicht mehr als Gottes Wort verstanden, sondern nur noch als
religionsgeschichtliches Zeugnis der Antike."
"Der „Kirche des Wortes“ ist die Bibel als Wort
Gottes verloren gegangen. Genauer gesagt: Die Evangelische Kirche hat sich
von der „Heiligen Schrift“ entfernt und betrachtet sie aus kritischer
Distanz als ein altes Buch unter vielen anderen."
Pfarrer Wolfgang
Sickinger (28.07.2005, Kirche ohne Bibel?)
"Wir wären schon einen riesigen Schritt weiter,
wenn wir uns darauf verständigen könnten, dass wir es in der Bibel nicht nur
mit Menschen, sondern auch mit Gott zu tun haben" Prof. Dr. mult.
Thomas Schirrmacher (08.06.2007, Theologe, Deutscher Evangelischer
Kirchentag in Köln)
"Unsere Kirche, die in diesen Jahren nur um ihre Selbsterhaltung gekämpft
hat, als wäre sie ein Selbstzweck, ist unfähig, Träger des versöhnenden und
erlösenden Wortes für die Menschen und für die Welt zu sein. …
Es ist nicht unsere Sache, den Tag vorauszusagen - aber der Tag wird kommen
- , an dem wieder Menschen berufen werden, das Wort Gottes so auszusprechen,
dass sich die Welt darunter verändert und erneuert. …
Bis dahin wird die Sache der Christen eine stille und verborgene sein; aber
es wird Menschen geben, die beten und das Gerechte tun und auf Gottes Zeit
warten. Möchtest du zu ihnen gehören?"
Pfarrer Dr. theol. Dietrich
Bonhoeffer (Mai 1944, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter
der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus,
Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Gütersloher
Verlagshaus; Auflage: 17., 2002, ISBN 9783579004570)
"Wir müssen die heilige Schrift erst wieder
kennen lernen wie die Reformatoren, wie unsere Väter sie kannten. Wir dürfen
die Zeit und die Arbeit dafür nicht scheuen. Wir müssen die Schrift kennen
lernen zuallererst um unseres Heiles willen.
Aber es gibt daneben
genug gewichtige Gründe, um uns diese Forderung ganz dringlich zu machen.
Wie sollen wir z. B. in unserm persönlichen und kirchlichen Handeln jemals
Gewissheit und Zuversicht erlangen, wenn wir nicht auf festem Schriftgrund
stehen? Nicht unser Herz entscheidet über unsern Weg, sondern Gottes
Wort. Wer aber weiß heute noch etwas rechtes über die Notwendigkeit des
Schriftbeweises?
Wie oft hören wir zur Begründung wichtigster
Entscheidungen ungezählte Argumente „aus dem Leben“, aus der „Erfahrung“,
aber der Schriftbeweis bleibt aus, und gerade er würde vielleicht in genau
entgegengesetzter Richtung weisen?"
Pfarrer Dr. theol. Dietrich
Bonhoeffer (1906 - 1945, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter
der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den
Nationalsozialismus.)
"Spengler: Ich zitiere den Publizisten Robert Leicht. Er hat kritisiert:
"Wir sind nicht islamisch, wir sind nicht katholisch, aber was evangelisch
sein heißt, sagen wir nicht". Haben Sie eine Antwort?
Schröder: Ja,
das hätte ich schon. Luther hat ja eine schöne Schrift geschrieben über die
Freiheit eines Christenmenschen und den Inhalt kann man so zusammenfassen:
Ein Christenmensch beugt sich dankbar vor seinem Gott und dann nie wieder
vor einem anderen, wohl aber für andere." [...]
"Spengler: Professor
Schröder, ist diese Tendenz nicht nur zur Oberflächlichkeit, sondern zur
Abkehr von der Religion umkehrbar?
Schröder: Ob sie generell in
Deutschland umkehrbar ist? Ich bin ja kein Prophet, aber ich möchte
annehmen, wenn das kirchliche Leben sich denjenigen öffnet, die noch nicht
Rentner sind, dass dann auch das kirchliche Leben sich so verändert, dass
die Betreffenden auch das was sie suchen finden."
Deutschlandfunk
(06.11.2007, Evangelischer Theologe: Wir müssen die Ausstrahlungskraft
verstärken, Deutschlandfunk, www.dradio.de)
"Wenn sich die Theologie im gegenwärtigen pluralistischen Stimmengewirr der
Meinungen Gehör verschaffen will, dann muss sie zuerst und vor allem wissen,
was sie selbst ist. […]
Relevanz kann sie nur haben, wenn sie ihre unverwechselbare Identität als
Theologie, das heißt als Rede von Gott festhält. Tut sie das nicht, dann
verkommen Theologie und Kirche zu ethisch-moralischen Anstalten […]
Es ist Zeit, es ist höchste Zeit, von Gott zu reden."
Kardinal Prof. Dr. Walter Kasper (13. Jan.
2009, Die Gottesfrage als Zukunftsfrage. Die Politische Meinung Nr. 470,
Januar 2009, Monatszeitschrift Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., S. 48)
"Eine umfassende Studie zur Religiosität
widerlegt zahlreiche Klischees. Glauben hat in Deutschland eine große
Bedeutung … Die Deutschen sind religiöser als bislang angenommen.
Religion ist für 70 Prozent der deutschen Bevölkerung über 18 Jahren
bedeutsam. Fast jeder fünfte Deutsche ist sogar tiefreligiös. Er besucht
regelmäßig Gottesdienste, betet häufig und beschäftigt sich intensiv mit
religiösen Fragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende
internationale Studie der Bertelsmann Stiftung, deren Ergebnisse der "Welt
am Sonntag" vorliegen.
[Religionsmonitor 2008, Bertelsmann Stiftung (Herausgeber), Verlag:
Medienfabrik Gtersloh; Auflage: 18. Dezember 2007, ISBN 978-3579064659]
Besonders viele Tiefreligiöse gibt es unter den Katholiken. Mit 27 Prozent
sind es dort fast doppelt so viele wie in der evangelischen Kirche." […]
"41 Prozent der 18- bis 29-Jährigen glauben an Gott und ein Weiterleben nach
dem Tod …. Religiöse tun sich nicht nur mit Sinnfragen weniger schwer. In
ihnen steckt, so die Studie, auch ein großes Potenzial für den Zusammenhalt
der Gesellschaft. Fast jeder Zweite der sehr Religiösen (43 Prozent) widmet
sich einer freiwilligen und unbezahlten Aufgabe."
DIE WELT (16. Dezember 2007, Gott bewegt die Deutschen, Miriam Hollstein)
"Gott ist an allem Schuld - Der Kreuzzug der
Gottlosen" [Der Spiegel]
"In den letzten rund 20 Jahren", sagt Richard Dawkins
[Prof. Dr. Richard Dawkins, Evolutionsbiologe],
"ist es der Religion sehr leicht gemacht worden." [...]
"Manche Denkmuster wie "Es gibt ein Leben nach dem Tod" sind wie Viren. Sie
verbreiten sich und man kann sie nicht ausrotten. Nur vorsehen kann man
sich: Kein ungeschützter Verkehr mit Gläubigen! Die friedliche Koexistenz
mit den Gläubigen ist vorbei." [...]
"Vorbei die Zeit der bequemen
Toleranz gegenüber dem Glauben." [...] "Es ist das Coming-out all jener, die
lange glaubten, die Gottesfrage würde sich von selbst erledigen. Und jetzt
merken, wie ihre Gesellschaften den Glauben an die Gottlosigkeit zu
verlieren beginnen. Und wie in der Politik und auf Cocktailpartys immer
öfter über Religion und Glauben gesprochen wird." [...]
"Es ist, als würde nun auch die Aufklärung ihre Fundamentalisten
hervorbringen. Mit Eifer und Zorn wird gegen alles zu Felde gezogen, was nur
entfernt nach Unvernunft ... Weihrauch riecht." [...] "Ihre Waffen sind
Wissenschaft und Vernunft und ... das Internet - Hort allen Wissens und
allen Wahns."
"Die Botschaft ... lässt sich in zehn Geboten zusammenfassen:"
"Du
sollst nicht Glauben." ... "Gott ist ein Produkt der Menschen und nicht
umgekehrt." ... "Du sollst keine Götter neben Dir dulden." ... "Du sollst
keinen Schöpfer haben" ... "Der Mensch ist Schöpfer und Herr der Norm" ...
"Du sollst nicht knien als Schöpfer" ... "Du sollst keine anderen Götter
neben der Wissenschaft haben." [...]
"Zurück zu der Fackel der Aufklärung" [...] "das letzte Gefecht gegen den
theologischen Hokuspokus ... Wir brauchen keinen Gott " [...]
Dr. Richard Dawkins:
"Es ist wahr, dass es bis vor kurzem ein religiöses Revival gab. Aber das
wird enden. Und wir helfen dabei." [...] "Dawkins genießt es, auf alles eine
Antwort zu haben."
"Zu den heftigsten Kritikern ... gehören
kurioserweise jene, die es laut Dawkins gar nicht geben dürfte:
Wissenschaftler, für die "Gott" keinen Angriff auf ihr Weltbild darstellt.
Sie fühlen sich von der Unbedingtheit, dem missionarischen Habitus Dawkins
abgestoßen"
DER SPIEGEL
(26.05.2007, Nr.22, Gott ist an allem Schuld. - Der Kreuzzug der Gottlosen.
Der Spiegel, Seite 56f)
"Der spätmoderne Rationalismus und Relativismus
bläst zur Christenjagd. Dem, der die Bibel ernst nimmt, wird das Etikett
„Fundamentalist" angeheftet; damit wird er in die Nähe zu islamistischen
Fundamentalisten gerückt, so als sei auch er fanatisch, militant und
gewaltbereit." [...]
"Die intellektuelle Philosophie der Aufklärung
lehnte Gott und alles, was mit Religion zu tun hat, ab und ersetzte Gott
durch das "Licht" der menschlichen Vernunft."
Werner Graf
(Oktober 2007, Studiendirektor, Die Gottesfrage in der Postmoderne)
"Die Zeit ist reif für uns Brights [von engl.
bright – hell, klar, heiter, aufgeweckt], uns zu bekennen. Was
ist ein Bright? Ein Bright ist eine Person mit einem naturalistischen
Weltbild, frei von Übernatürlichem. Wir Brights glauben nicht an Geister,
Elfen oder den Osterhasen - oder an Gott."
Daniel C. Dennett (12. Juli 2003, The Bright
Stuff, New York Times)
"Ich bin ein Bright. Sie sind (wahrscheinlich) ein Bright. Die meisten der
Menschen, die ich kenne, sind Brights. Die Mehrzahl der Wissenschaftler sind
Brights."
Prof. Dr. Richard Dawkins (11.10.2003,
Evolutionsbiologe, Let There Be Brights, Wired Magazine)
"Mein Großvater predigte das Evangelium Christi. Mein
Vater predigte das Evangelium des Sozialismus. Ich predige das Evangelium
der Wissenschaft."
Sir Richard Gregory
(1952, Professor für Astronomie, ehemaliger Herausgeber von
"Nature", Epitaph-Inschrift, www2.hu-berlin.de/religion/dokumente/pr181.doc)
"Was sind denn diese Kirchen noch,
wenn sie nicht die Gräber und die Grabmäler Gottes sind?"
"Wohin
bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend?
Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben
und ein Unten?
Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts?
Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden?
Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?"
Friedrich Nietzsche (1844 - 1900, Deutscher Philosoph, Die fröhliche
Wissenschaft, München 1959, S. 166 f)"
"Die Welt wäre vermutlich erschüttert, wenn morgen der Kölner Dom zu Staub
zerfiele. Wenn aber morgen alle haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter aller
Kirchen für immer aufhörten zu arbeiten, würden es die meisten über eine
lange Zeit gar nicht bemerken."
Christian
Nürnberger
(21. September 2007, Das Christentum. Was man
wirklich wissen muss.)
"Erstmals wird in Württemberg eine evangelische Kirche an einen Bauträger
verkauft und abgerissen." […] "Ihre Entwidmung findet am 15. Juli statt.
Dabei werden die liturgischen Gegenstände wie Altarbibel, Taufschale und
Kanne sowie Abendmahlsgerät und Altarleuchter in einem feierlichen Auszug
aus der Kirche getragen."
idea (10.07.07,
Ulm, Württemberg: Kirche wird abgerissen, www.idea.de)
"Das Bistum Essen schließt fast hundert
Kirchen. Eine Reise durch das Revier der verletzten Seelen." … "Sie raten
»bei der Profanisierung« [Entweihung] zu
einem Ritus »mit aller Feierlichkeit«.
Am besten ist die Kirche beim
Abschied »festlich geschmückt, alle Kerzen sind entzündet.«"
DIE ZEIT
(12.04.2006 Nr.16, Sag beim Abschied leise Amen, Hanns-Bruno Kammertöns, DIE
ZEIT)
"Viele der 21.000 evangelischen und 24.000 katholischen Gotteshäuser können
aufgrund der zurückgehenden Mitgliederzahlen und Kirchensteuern nicht mehr
finanziert werden – Experten sprechen von bis zu einem Drittel."
ideaSpektrum (5. März 2008,
Gottes Nachmieter, ideaSpektrum Nr.10,
Seite 24)
"In den 23 Landeskirchen gibt es rund 27.000 Kirchengebäude, deren Erhalt
jährlich rund 1,224 Milliarden Euro kostet. Den EKD-Prognosen zufolge wird
auch im Jahr 2030 dieselbe Summe benötigt werden, obwohl bis dahin die Zahl
der Kirchenmitglieder um ein Drittel zurückgegangen und die Kirchensteuern
von derzeit 9,95 Milliarden Euro um die Hälfte geschrumpft sein werden."
idea (13.04.08, Kirchengebäude ehrenvoll
sterben lassen, www.idea.de)
"Deutschland schleift seine Gotteshäuser" [F.A.Z.]
"Von dem Verlust, der die deutsche Kulturlandschaft bedroht, hat sich die
Öffentlichkeit noch keine Vorstellung gemacht. Ein Bildersturm fegt über das
Land. Die Ruhrdiözese, die ihre Probleme mit größerer Offenheit darlegt als
andere Kirchenprovinzen, erklärt, sie werde sich von einem Drittel ihrer
Kirchen trennen müssen." [...]
"Da nichts mehr ist, wie es war, müssen die Gemeinden lernen, sich auf ihre
neue Diaspora-Situation [griech.: diaspora =
Verstreutheit] einzulassen: nur kleine Raumteile noch nutzen,
wenn das Ganze nicht mehr zu bewirtschaften ist. Lange Bedenkzeiten bei der
Suche nach anderen Nutzungen einräumen.
Und wenn Nutzungsphantasie und Verhandlungsgeschick auf Dauer nicht
fruchten, wäre dann nicht zu handeln, wie frühere Jahrhunderte gehandelt
haben? Nämlich ein Bauwerk stillzulegen statt es abzuräumen. Es zu schließen
und zu sichern.
Gelegentlich Wallfahrten zu den aus dem Gebrauch gefallenen Sakralstätten zu
organisieren. Notfalls die Natur ihr Werk verrichten zu lassen. Den Verfall
planend zu begleiten.
Ruinen binden Erinnerung auf lange Zeit. Erinnerung angesichts eines
lädierten Bestandes ist allemal besser als der bald vergessene
Totalverlust."
Frankfurter Allgemeine Zeitung
(04. März 2008, Deutschland schleift seine Gotteshäuser, F.A.Z., 30.08.2005,
Nr. 201 / Seite 35)
"Mit der Heiligengeistkirche wird die erste evangelische Kirche in Hamburg
nach 1945 abgerissen. ... Gutachten hatten einen Sanierungsbedarf für die
evangelische Heiligengeistkirche in Hamburg-Barmbek in Höhe von 2,8
Millionen Euro ergeben - eine Summe, die weder die Gemeinde noch der
Kirchenkreis aufbringen konnte." ...
"Das Denkmalschutzamt hatte angesichts des Zustandes der Kirche zugestimmt.
Im Anschluss sollen auf dem kircheneigenen Gelände 65 Neubauwohnungen
entstehen." ...
"Unterdessen hat der Vorsitzende der Kirchlichen Sammlung um Bibel und
Bekenntnis in Nordelbien, der Eppendorfer Pastor Ulrich Rüß, den
Kirchenabriss in Barmbek kritisiert. Er sei „Indikator für eine fehllaufende
Entwicklung“.
Während die nordelbische Synode jetzt ihre Finanzmittel für ein
Gender-Mainstreaming-Projekt [http://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Mainstreaming]
aufgestockt habe, werde an anderen Stellen gespart."
DIE WELT (12. Februar 2008, Hamburg.
Erstmals seit Jahrhunderten fällt eine Kirche)
"Früher stand das Kirchengebäude nicht nur im Zentrum des Ortes, sondern es
bildete auch dessen geistige Mitte. Doch gegenwärtig geht ein Gespenst mit
dem Namen Profanierung um. Gotteshäuser werden umgewidmet, stillgelegt. Und
jedes Mal, wenn eines geschlossen wird, stirbt ein Stück Kirche." ...
"Bundesweit sind 700 katholische Kirchen akut von Schließung oder Umwidmung
bedroht und bei den Protestanten sieht es nicht besser aus. Im Gegenteil:
Sie werden in den nächsten Jahren 3 500 Gotteshäuser profanieren." ...
"In Bayern hält sich die Zahl der bedrohten Kirchen in Grenzen, der
protestantische Norden Deutschlands jedoch steht vor einem historischen
Auflösungsprozess. Fast die Hälfte der rund 20 000 evangelischen Kirchen und
Kapellen auf dem Gebiet der Bundesrepublik wird bis zum Ende des Jahrzehnts
nicht mehr für Gottesdienste benötigt.
Wohin also mit den sakralen Bauten? Die Palette der Ideen reicht von der
„Kulturkirche“ bis hin zum Ärztehaus, von der Musikschule bis zum Büro für
Architekten. ... So wurde ein Kloster nahe bei Köln verkauft und die frühere
Kirche dient nun als „Wellness-Tempel“.
Bei den protestantischen Kirchen gibt es kaum Beschränkungen, da sich die
EKD nicht auf einen Kriterienkatalog festlegen konnte. Deshalb finden sich
auch Angebote beim Internet-Aktionshaus Ebay, (die Martini-Kirche in
Moringen, angeboten für 480 000 Euro), wurde die Lutherkirche in Spandau zu
Wohnungen umgebaut, finden in der St.Johannis Evangelist-Kirche in Berlin
Modeschauen statt, wurde das Gotteshaus in Milow (Brandenburg) zu einer
Sparkassenfiliale, das in Willingen zu einem „Speiselokal mit Tanz“, die
Eliaskirche auf dem Prenzlauer Berg zu einem Kindermuseum und St.Martini in
Bielefeld zu einem Restaurant mit dem sinnigen Namen „Glückundseligkeit“.
...
"In den Niederlanden werden jedes Jahr ungefähr fünfzig Kirchen einer
weltlichen Nutzung übergeben, rund sechzig Prozent aller Sakralbauten dienen
dort bereits einem profanen Zweck, der durchaus auch eine Diskothek sein
kann – mit dem Diskjockey auf der Kanzel." ...
"Wir alle wissen, welch ein Unterschied ist zwischen einer durchbeteten
Kirche und einer solchen, die zum Museum geworden ist. ... Sie leben nicht
mehr. ... Jedes Mal, wenn eine Kirche geschlossen oder einer weltlichen
Nutzung zugeführt wird, stirbt auch ein Stück Kirche. ... Man kann Gebäude
„auf Zeit stilllegen“. Mit dem Glauben geht das nicht. Mauern können stehen,
als stumme Zeugen.
Der Glaube lebt – oder stirbt."
Die Tagespost (31.05.2007, Eine Frage der
Identität, DT)
"Wir haben die Wege des Bruders nicht in der
Hand, wir können nicht zusammenhalten, was zerbrechen will, wir können nicht
am Leben erhalten, was sterben will.
Aber Gott verbindet im
Zerbrechen, schafft Gemeinschaft in der Trennung, gibt Gnade durch Gericht.
Sein Wort aber hat er in unseren Mund gelegt. Durch uns will er es gesagt
haben."
Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer
(September 1938, Gemeinsames Leben, 28.
Aufl., Juli
2006, Seite 91, ISBN: 978-3579071312)
"Von Martin Luther stammt das Wort, wenn in eine Kirche keine betenden
Christen mehr kämen, «sollt man dieselben kirchen abbrechen, wie man allen
anderen hewßern thutt, wenn sie nymmer nütz sind»."
[sollt man dieselben Kirchen abbrechen, wie man allen anderen Häusern
tut, wenn sie nimmer nütze sind] [Martin Luther, Kirchenpostille, WA 10 I,
1,252]
Neue Zürcher Zeitung (24. Dezember 2007, Gotteshäuser ohne Gläubige)
"Bevor ein Gotteshaus abgerissen wird, würde ich es lieber als Moschee an
eine islamische Gemeinde abgeben. Das dürfte in Zukunft noch ein Thema
werden."
Kirchentagspräsidentin Prof. Dr. Karin von Welck
(2. März 2008, Präsidentin des 32. Deutschen Evangelischen Kirchentags 2009,
seit 2004 Kultursenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, Kultursenatorin
macht Kirchen zur Chefsache: „Jeder Abriss ist eine Kapitulation“. Die
Nordelbische, Ausgabe 9/08)
"Von Welcks [Kirchentagspräsidentin Prof. Dr. Karin
von Welck, siehe oben] Position steht der Auffassung des Rates
der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) entgegen.
In der Schrift "Klarheit und gute Nachbarschaft" (2006) verweist dieser auf
den Symbolwert von Kirchen. "Die Umwidmung wird von vielen Christen nicht
nur als ein persönlicher Verlust empfunden, sondern kann auch zu
Irritationen in der öffentlichen Wahrnehmung führen", heißt es. Es entstehe
der Eindruck, "die Christen würden vor dem Islam zurückweichen".
Eben darum agieren die Muslime zum Teil sehr vorsichtig. Wir haben vor zehn
Jahren beschlossen, keine sichtbaren Gotteshäuser anderer
Glaubensgemeinschaften zu kaufen", sagt Ahmed Yazici, der stellvertretende
Vorsitzende des Bündnisses islamischer Gemeinden in Norddeutschland (BIG).
Es sei schwierig, ein Gebäude zu übernehmen, mit dem viele Menschen
Erinnerungen an Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern verbänden. "Das wäre
kein Beitrag unserer Gemeinde zum Frieden in unserer Stadt", findet Yazici.
Im Stadtteil Wilhelmsburg hat die Türkisch-Islamische Gemeinde (Ditib) eine
Neuapostolische Kirche übernommen. Der Bau ist allerdings erst auf den
zweiten Blick als Kirche erkennbar."
taz (05.03.2008, Allah ante portas. taz
Ausgabe 9/08)
"Wird eine Kirche zur Moschee, erwecken wir den
Anschein, der Unterschied zwischen Christentum und Islam sei geringfügig.
Das würde den Eindruck nahe legen, es sei derselbe Gott, zu dem Christen wie
Muslime beten.
Christen bekennen sich zu dem Gott, der sich in Jesus
Christus offenbart, während der Islam die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus
Christus ablehnt."
Bischof
Dr. Wolfgang Huber (22.
November 2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland,
FOCUS Nr. 48, "Nicht der gleiche Gott. Der Vorsitzende der EKD [2003 -
2009], Wolfgang
Huber, definiert die Grenzen des Dialogs mit dem Islam härter und enger denn
je.")
"Es kommt mir darauf an, die Klarheit im Dialog zu haben und sich nicht
wegzudrücken in Schönwetter-Reden, bei gleichzeitigem Respekt vor der
anderen Religion. Ich will gerne dafür eintreten, dass Muslime bei uns
Moscheen bauen dürfen, aber genauso trete dafür ein, dass es toleriert wird,
wenn Christen in Pakistan, Indonesien und Südindien Kirchen bauen. […]
Wir beten zu Jesus Christus. Das könnte ein Moslem gar nicht. Das soll
niemanden abwerten oder angreifen, aber es ist ein Unterschied, den wir
nicht leugnen dürfen. Bei allen Versuchen, interreligiös zu beten kommt
Jesus Christus meist gar nicht mehr vor. Da wird der Gottesbegriff sehr
diffus. Für mich ist das eine Verschleierung von Differenz, die uns nicht
weiterhilft. Ich möchte mit Muslimen in einen Dialog kommen, aber ich kann
nicht verschleiern, dass Jesus Christus für mich der Sohn Gottes ist. Das
wäre merkwürdig." Bischöfin Dr. Margot
Käßmann (8.10.2009, Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD), Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen
Landeskirche Hannover, The European: Das Interview der Woche.
Landesbischöfin Margot Käßmann im Gespräch, www.theeuropean.de)
"Schließlich halten viele muslimische Gelehrte den Kern christlichen
Glaubens - das Vertrauen auf die Menschwerdung Gottes in Jesus - für ein
religiöses Kapitalverbrechen. Die islamischen Gründungsdokumente sind da so
unmissverständlich wie die Exegeten einig: Was Christen als Zeichen
größtmöglicher Liebe Gottes erscheint, ist laut Koran und
Prophetenaussprüchen "Shirk", also ein von Gott verfluchter, höllenwürdiger
Irrglaube.
In der Sache haben die Kirchen daher gar keine Wahl: Einen Glauben, der das
Innerste des Christentums als sündig verunglimpft, können sie nur zum Preis
des spirituellen Selbstmords als gleich wahr anerkennen. […]
Selbst die
lauesten und liberalsten Landesbischöfe bekennen inzwischen, "niemals" werde
die EKD eine entweihte Kirche in eine Moschee umwandeln lassen (wie in den
Niederlanden)."
DIE WELT (20. November 2008, Der Islam als
Potenzmittel für Christen, Till-Reimer Stoldt, www.welt.de)
"Wenn eine Kirchengemeinde sagt, sie sei überzeugt, dass eine Nutzung als
Moschee in tiefstem Frieden geschehen kann, bin ich einverstanden" "Im
Moment sehe ich aber nicht, dass das möglich ist."
Bischöfin Dr. Margot Käßmann (22.01.2009,
Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, Muslime
verärgert über Bischöfin Margot Käßmann, Hannoversche Allgemeine Zeitung,
www.haz.de)
"In der Neuköllner Flughafenstraße 43 erinnern nur noch die Orgelpfeifen
daran, dass hier christliche Gottesdienste stattfanden. Das Kirchenschiff
ist leer, wo die Bänke standen, liegt rotbrauner Teppichboden. An der Stelle
des Altars steht ein Treppchen für den Imam. Draußen weisen Schilder darauf
hin, dass Frauen und Männer getrennte Eingänge benutzen sollen.
Vor zwei Wochen wurde das Gebäude für 550 000 Euro an den muslimischen
„Verband interkultureller Zentren“ verkauft. ... Im Juli wechselte auch die
Kirche in der Manteuffelstraße 4B in Tempelhof den Besitzer. Hier ist der
arabische Verein „Al Torath“ („Erbe“) eingezogen. Auch hier wurden die
Kirchenbänke abtransportiert.
In der Neuapostolischen Kirche gehe die Zahl der Mitglieder zurück, deshalb
müsse man sich von Gebäuden trennen, sagt Finanzchef Werner Kiefer. „Warum
sollen wir nicht an Muslime verkaufen“, fragt er, „schließlich gibt es den
Gleichbehandlungsgrundsatz“. Außerdem habe man bei Gesprächen den Eindruck
gewonnen, dass eine Nutzung als Moschee nicht angedacht war, sagt Kiefer.
Die Vereine sehen das jetzt aber anders. ...
Unter Berlins Muslimen machte das Gerücht von der Übernahme zweier Kirchen
schnell die Runde. In der Flughafenstraße schauten am Donnerstag auch
Glaubensbrüder aus Reinickendorf vorbei: „Wir haben viel gehört, nun wollen
wir uns selbst informieren“.
Der Migrationsbeauftragte des Bezirks Neukölln hält es für „normal und
okay“, wenn eine Kirche als Moschee genutzt wird. „Ein Gotteshaus ist ein
Gotteshaus."
DER TAGESSPIEGEL (5.10.2007, Aus Kirchen
werden Moscheen)
"Die Volkskirche alter Prägung ist im Ruhrgebiet definitiv Geschichte.
Gottes neue Häuser zwischen Duisburg und Dortmund zeigen den Halbmond, nicht
das Kreuz."
F.A.Z. (24.10.08, Gottes neue Häuser, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
DITIB-Merkez-Moschee Duisburg d. Türkisch-Islamischen Union d. Anstalt
f. Religion, 2007
"In Deutschland leben etwa 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund
... Etwa ein Viertel aller unter 25-Jährigen in Deutschland stammen aus
Migrantenfamilien, bei den unter Sechsjährigen ... ein Drittel."
DIE RHEINPFALZ (11. April 2008, Zahlen und
Fakten. Zuwanderung und Bildung in Deutschland)
"Die Deutsche Islamkonferenz (DIK) hat sich für muslimischen
Religionsunterricht an Schulen, den Bau von Moscheen und eine bessere
Zusammenarbeit zwischen Muslimen und Sicherheitsbehörden ausgesprochen."
[...]
"Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) unterstützte die Forderung
nach islamischem Religionsunterricht. Der Ratsvorsitzende
[2003 - 2009], Bischof Wolfgang
Huber, sagte der «Bild»-Zeitung, Voraussetzung seien allerdings staatliche
Aufsicht, Unterricht in deutscher Sprache und in der Bundesrepublik
ausgebildete Lehrer."
Islamische Zeitung (13.03.2008, Ein
wichtiger Schritt zur Integration des Islam in Deutschland. Islamkonferenz
für muslimischen Religionsunterricht, http://www.islamische-zeitung.de)
"Dürfen islamische Gelehrte an einer evangelischen Fakultät lehren? Darüber
gehen die Meinungen in Hessen auseinander.
Anlass der Kontroverse ist, dass der Fachbereich Evangelische Theologie der
Universität Frankfurt am Main zwei Stiftungsprofessuren für Islamische
Religion eingerichtet und mit zwei muslimischen Theologen besetzt hat. ...
Finanziert werden die Professuren von der staatlichen türkischen
Religionsanstalt Diyanet, die auch der Türkisch-Islamischen Union DITIB
Prediger und Religionslehrer zur Verfügung stellt.
Nach Ansicht der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau verletzt der
Fachbereich das Konfessionalitätsprinzip. Es besagt, dass die Ausbildung von
Pfarrern und Religionslehrern aus der Perspektive eines bestimmten
Bekenntnisses geschehen soll. Dieser Kritik widerspricht der Dekan des
Fachbereichs, Prof. Markus Witte. Die Stiftungsprofessuren seien mit
ausdrücklicher Zustimmung der Kirche eingerichtet worden, stellt er in einem
Interview mit dem Wissenschaftsmagazin der Universität fest."
idea (8.05.08, Muslime lehren an
evangelischer Fakultät, www.idea.de)
"Wie soll eine Referendarin, die ein muslimisches Kopftuch trägt, biblische
Geschichte unterrichten?" fragt sich die Junge Union. ...
JU-Landesvorsitzender Denis Ugurcu: "Davon auszugehen, dass eine
Referendarin mit Kopftuch im Fach Religion den Schulfrieden nicht stört, ist
nicht zu verstehen." Toleranz sei keine Einbahnstraße."
taz (28.06.2008, Weiter Kopftuch-Streit, in
aller kürze, Bremen Aktuell, www.taz.de)
"Wie sollen sich die etablierten Gottesgelehrten verhalten, wenn ihre
wichtigste Aufgabe – die Ausbildung von evangelischen wie katholischen
Geistlichen – zunehmend unwichtiger wird? Sich auf das Bewährte zurückziehen
und den Schutz der Kirche suchen oder die konfessionellen Schranken
niederreißen und (wie im Ausland) zu quasi neutralen Religionsexperten
werden?
Die evangelische Theologie in Frankfurt geht einen mittleren Weg. Hier gibt
es nicht nur einen Lehrstuhl für Jüdische Religionsphilosophie; auch zwei
muslimische Professoren und ein Sikh lehren und forschen am Main – als
Mitglieder des Fachbereichs. Selbst die Landeskirche gab dazu ihren Segen.
Denn sie musste kurioserweise – der Staatskirchenvertrag verlangt es – der
Berufung der Koranexperten zustimmen.
Toleranz hat in Frankfurt Tradition. Die Gründungsurkunde der mit
finanzieller Hilfe jüdischer Bürger entstandenen Hochschule bestimmt
ausdrücklich, die Theologie der neuen Universität nicht konfessionell
auszurichten. Zwar bekam 1987 nach langen Kämpfen die evangelische Kirche in
Hessen-Nassau ihre »Hausfakultät« für die Ausbildung des Pfarrer- und
Lehrernachwuchses. Doch nun besinnt man sich wieder auf die Wurzeln – auch
mit Blick auf die veränderten religiösen Realitäten.
200 Religionsgemeinschaften gebe es allein in Frankfurt, sagt Dekan Markus
Witte: »Auf diese Entwicklung muss die Universitätstheologie reagieren.«
Dazu kommt: Wie an vielen Orten strebt auch in Frankfurt nur ein Bruchteil
der Studenten ins Pfarramt. Die meisten studieren auf Magister oder wollen
Lehrer werden. Dafür brauchen sie jedoch zunehmend Kenntnisse in anderen
Glaubenssystemen. Denn es kann einem Lehrer sogar im evangelischen
Religionsunterricht passieren, dass vor ihm hauptsächlich
nichtprotestantische Schüler sitzen.
Witte spricht von einem »Frankfurter Modell«. Für die Zukunft schwebt dem
Professor für das Alte Testament eine »Theologie der Religionen« vor, in der
sich die verschiedenen Glaubensüberzeugungen unter dem Dach eines
Fachbereichs mit dem »Wahrheitsanspruch der anderen auseinander setzen«. Die
theologische Fakultät des 16. Jahrhunderts, in dem Professoren, Studierende
und Lehrinhalte demselben Bekenntnis folgen, habe keine Perspektive mehr.
Wo, wenn nicht an der Universität, könne man den Dialog der Religionen auf
gleicher Augenhöhe führen? Tahsin Görgün, islamischer Stiftungsgastprofessor
in Frankfurt, kann den Ideen viel abgewinnen. »Irgendwann werden vielleicht
Pfarrer und Imame an derselben Fakultät studiert haben«, schwärmt der
Korankenner. …
Was in Frankfurt zaghaft beginnt, ist in anderen Nationen weiter
fortgeschritten. In Großbritannien gibt es bereits interreligiös
zusammengesetzte theologische Departments, in denen auch einmal ein Muslim
den Vorsitz führen kann. Und in Schweden finden sich Einrichtungen, in denen
Theologen glaubensübergreifend mit Religionswissenschaftlern forschen. Die
nicht konfessionell gebundene Religionsforschung hat in solchen Ländern
schon deshalb ein stärkeres Gewicht, weil sie auch für die Ausbildung von
Religionslehrern zuständig ist. In Deutschland dagegen dürfen nur die
Absolventen theologischer Studiengänge Religion als ordentliches Schulfach
unterrichten. …
Wenn an einer Fakultät kaum noch Priester oder Pastoren ausgebildet werden,
könnten irgendwann findige Juristen sogar die Staatskirchenverträge infrage
stellen. Schließlich ist darin als wesentliche Aufgabe der Fakultäten die
Ausbildung des kirchlichen Nachwuchses definiert.
Es kommt hinzu, dass andere religiöse Gemeinschaften Ansprüche an den Staat
stellen. Nicht nur die islamischen, auch christlich-freikirchliche Gruppen
werden dies tun. Sie haben, etwa in Gießen, eigene private Hochschulen
aufgebaut, die sich eines bemerkenswerten Zuspruchs erfreuen. Anträge auf
offizielle Anerkennung (Akkreditierung) beschäftigen zurzeit den
Wissenschaftsrat. Forderungen nach staatlichem Geld könnten irgendwann
folgen. Mit welcher Begründung bezahlt dann die Öffentlichkeit die
Ausbildung eines katholischen Pfarrers, nicht aber jene eines evangelikalen
Predigers?
Die Hoffnung vieler Theologen, angesichts der Aktualität des Themas Religion
könne es künftig zusätzliche Mittel geben, sieht der Vorsitzende des
Wissenschaftsrates, Peter Strohschneider, skeptisch: »Es wird vermutlich
keinen Aufwuchs geben, eher eine Umverteilung.« … Einer Theologie, der es
gelingt, Kompetenz für andere Glaubensrichtungen aufzubauen, muss vor einer
pluralen Gesellschaft nicht bange sein. Wer als Theologe jedoch einzig und
allein auf die schützende Hand der Kirche vertraut, braucht vor allem eines:
Gottvertrauen."
Bischof
Johannes Friedrich, Landesbischof ELKB u. VELKD (siehe unten)
"Die lutherischen Kirchen haben einer Angstmacherei vor dem Islam eine klare
Absage erteilt und sich für den Bau neuer Moscheen in Deutschland
ausgesprochen.
Die evangelische Kirche dürfe sich nicht von jenen instrumentalisieren
lassen, die Angst vor Muslimen schüren wollten, sagte der Leitende Bischof
der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der
Münchner Landesbischof Johannes Friedrich, auf der VELKD- Generalsynode in
Goslar (Niedersachsen). Darunter seien leider auch Christen."
ntv (21. Oktober 2007, Im Namen der
Toleranz. Protestanten für neue Moscheen, www.n-tv.de)
Die Errichtung von Gebäuden, auch von Gotteshäusern, findet in unserem Land
im Rahmen baurechtlicher Vorschriften statt. Der Staat und das Baurecht sind
weltanschaulich neutral. Deshalb müssen Moscheen im Baurecht wie Kirchen
behandelt werden."
Volker Beck (15. März 2008, Erster
Parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher der
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied des Deutschen Bundestags,
Moscheen im Baurecht wie Kirchen behandeln - Keine Ängste schüren,
Pressemitteilungen: www.volkerbeck.de)
"Derzeit gebe es eine "groß angelegte Moscheebau-Initiative", sagte Huber
[Bischof Dr. Wolfgang Huber,
2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland].
Vor diesem Hintergrund sei die Frage erlaubt, inwieweit dies eine
"Befriedigung religiöser Bedürfnisse" sei oder "hier Machtansprüche zum
Ausdruck kommen".
Zurzeit seien mehr Moscheen geplant oder im Bau als bereits in Deutschland
vorhanden seien. Der EKD-Ratsvorsitzende erklärte, die evangelische Kirche
habe immer wieder klar gesagt, dass die Religionsfreiheit auch die Freiheit
Andersgläubiger sei. Kritische Fragen dürften dabei aber nicht ausgeklammert
werden."
epd (15. Oktober 2007, Bischof Huber
grundsätzlich für Bau von Moscheen, www.ekd.de)
"Für das Religionsverständnis von Muslimen sei es normal, dass in
Deutschland Moscheen gebaut werden dürfen, in ihren Heimatländern aber keine
Kirchen."
idea (10.09.08, Benediktiner-Abtprimas:
Deutsche Gesellschaft neigt zur Ideologie, www.idea.de)
"Die DITIB-Zentralmoschee Köln (türk.: Merkez-Camii) ist eine noch in
Planung befindliche Moschee in Köln-Ehrenfeld der Türkisch-Islamische Union
der Anstalt für Religion (DITIB). ...
Das fünfstöckige Gebäude mit einer 35 Meter hohen Kuppel und zwei Minaretten
von je 55 Metern Höhe soll 1.200 Gläubigen Platz bieten."
"Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel
sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die
Kuppeln unserer Helme und die Gläubigen unsere Soldaten."
Tayyip Erdogan (6. Dezember 1997, seit 2003
Ministerpräsident der Türkei, Wahlveranstaltung; Der Islamist als
Modernisierer. DIE WELT, 6. Mai 2007, http://de.wikiquote.org/wiki/Demokratie)
"Türkische Nation, wir wissen, dass du es satt hast, dass deine Demokratie
bevormundet wird, dass ausländische Vertreter und Missionare auf unserem
Boden herumlaufen und dich herumkommandieren"
Ex-General Osman Pamukoglu (4. September
2008, Parteigründer „Partei für Recht und Gleichheit“, Neue türkische Partei
wendet sich gegen christliche Missionare, www.kathweb.at,
www.osmanpamukoglu.com.tr)
"In ungewöhnlicher Schärfe hat der Zentralrat der Muslime in Deutschland
(ZMD) die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) angegriffen. Die EKD
glaube, "ihr Profil polemisch am Islam schärfen zu müssen" und führe damit
"Stellvertreterdebatten um die Muslime hierzulande und
Sündenbockdiskussionen auf dem Rücken von Minderheiten", schreibt
ZMD-Generalsekretär Aiman Mazyek im "Kölner Stadt-Anzeiger"
(Mittwoch-Ausgabe).
Die Fundamentalisten gäben in der evangelischen Kirche immer mehr den Ton
an, beklagt Mazyek. "Aber statt die Fundis zu entlarven, lässt sich die EKD
auf sie ein."
presseportal.de (06.11.2007, Kölner Stadt-Anzeiger:
"Zentralrat der Muslime" greift EKD scharf an, www.presseportal.de)
"Bau von Minaretten entzweit Bischofskonferenz"
[DER STANDARD, Wien]
"Küng fürchtet offenkundig das Sichtbarwerden des Islam in Österreich. Der
Bau von Minaretten sei "derzeit wenig förderlich", ist der konservative
Gottesmann überzeugt. In vielen islamisch dominierten Ländern dürften keine
christlichen Kirchen gebaut werden, solche Länder würden "zum Teil sogar
jeden christlichen Gottesdienst verbieten, unter Strafe", erklärte Küng."
[...]
"Die Meinung des Bischofs ist nicht die Meinung der Kirche. Ich frage mich,
warum der Bischof plötzlich eine andere Meinung vertritt", so er Bregenzer
Pfarrer Rudi Siegel im STANDARD-Gespräch.
Eine mögliche Antwort sieht Siegl in "Ängsten, die auch beim Bischof
vorhanden sind". Siegl: "Angst kommt von Enge. Wenn wir uns nicht kennen,
haben wir Angst voreinander." Eine andere Antwort könnte die Beeinflussung
durch christliche Fundamentalisten sein. "Die werden ihn ständig anrufen,
vielleicht liest er auch zu viele fundamentalistische Schriften."
DER STANDARD (20.
März 2008, Bau von Minaretten entzweit Bischofskonferenz. DER STANDARD, Wien)
"Einfacher, eine Moschee zu bauen als einen biblischen Themenpark?"
"Massive Kritik aus Kirche und Politik an einem geplanten biblischen
Themenpark in Nordbaden hat dazu geführt, dass die Chancen für die
Verwirklichung des Projekts beträchtlich steigen. Der Schweizer
Unternehmensgruppe Genesis-Land seien mehrere alternative Standorte
angeboten worden, teilte der Initiator, der Unternehmensberater Gian Luca
Carigiet (Zürich), idea mit. …
Gegen die Pläne protestierten zunächst die Weltanschauungsbeauftragten der
badischen und württembergischen Landeskirche. Nach ihrer Ansicht würde der
Park der kirchlichen Verkündigung schaden. Besuchern werde ein falsches Bild
von der Bibel vermittelt …
Nachdem die Medien die Kritik aufgegriffen hatten, meldeten sich auch
Lokalpolitiker zu Wort. Die Heidelberger Stadtverwaltung und der
Regionalverband Rhein-Neckar kündigten an, kein Gelände zur Verfügung zu
stellen. „Mit einem Kreationisten-Freizeitpark würden wir uns überall
lächerlich machen“, zitiert die Stuttgarter Zeitung einen Verbandssprecher.
Der Zeitung zufolge ist die Unternehmensgruppe eine „besonders rückständige
Form einer christlichen Sekte“.
Diesen Vorwurf weist die Präsidentin des Verwaltungsrats von Genesis-Land,
Marion Carigiets, zurück. Die Gruppe repräsentiere das ganze Spektrum
bibeltreuer Christen und verfolge ausschließlich das Ziel, „Geschichte und
Botschaft der Bibel auf eine erlebnisreiche und spannende Art zu vermitteln,
ohne dabei theologische und weltanschauliche Interpretationen zu geben“.
Die Kritik zeige, dass es im Lande Luthers offenbar einfacher sei, eine
Moschee zu bauen als einen biblischen Themenpark."
kath.net/idea (10. Juni 2008, Einfacher,
eine Moschee zu bauen als einen biblischen Themenpark?, www.kath.net)
"Seit Jahrhunderten lebten und leben Christen und Muslime im Orient
zusammen, oft zum gegenseitigen Nutzen: Armenier in der Türkei, Maroniten im
Libanon, Kopten in Ägypten, Chaldäer im Irak und Syrien sowie Orthodoxe im
ganzen Nahen Osten.
Doch Islamisierung und Nahostkonflikt,
Vertreibung und Drangsalierung haben die Zahl der Christen dezimiert: Rund
zehn Millionen leben heute noch in Ländern mit islamischer
Bevölkerungsmehrheit. Nirgendwo ist ihnen freie Religionsausübung,
Kirchenbau oder unbeschränkte Gemeindearbeit gestattet."
Berliner Morgenpost (7. Dezember
2009, Christliche Minderheiten. Das Kreuz in den Ländern des Halbmondes,
www.morgenpost.de)
"Die Ereignisse in Tibet verursachen im Westen eine etwas haltlose Erregung
- der als Dalai Lama wiedergeborene Buddha und seine Mönche genießen hier
etwa dasselbe Ansehen wie gewisse vom Aussterben bedrohte Walarten,
möglicherweise sind sogar die Quellen dieser Sympathie benachbart.
Dass zur selben Zeit das Christentum im muslimisch beherrschten Teil dieser
Welt ausgerottet wird, interessiert im Westen weniger. Dabei wird die im
Machtbereich des Islams übliche Christenverfolgung durchweg damit begründet,
die Christen seien "Spione des Westens". ...
Derzeit vollendet sich offenbar ein Prozess, der schon Jahrhunderte dauert:
die Ausrottung des Christentums in der islamischen Welt. Im Westen hat man
durchweg vergessen, dass der hier als islamisches Kerngebiet betrachtete
Raum Vorderasiens zum Teil mehr als tausend Jahre lang christlich war.
Im Westen schwärmen Gebildete von den kulturellen Hochzeiten des Islams,
Schüler erfahren, der Islam habe uns das Wissen der alten Griechen
vermittelt - doch die Vermittler waren die Christen des Ostens, die diese
Texte bewahrt und übersetzt haben, auch ins Arabische. ...
In der Türkei gibt es auf einst byzantinischem Boden noch 100 000 Christen,
sprich 0,15 Prozent. Trotzdem beklagte der türkische Religionsminister
unlängst in der Konversion von 368 Muslimen zum Christentum den Versuch, die
Türkei zu zerstören.
In Saudi-Arabien, das mit seinen Ölmilliarden den Moscheenbau auf der ganzen
Welt finanziert, ist selbst die private Ausübung der christlichen Religion
verboten; dort trauen sich die wenigsten Christen, in den eigenen vier
Wänden zu beten.
In Pakistan sind die Christen rechtlos gestellt, sie werden in vielen
Geschäften nicht bedient; immer wieder werden Christen mit
Blasphemie-Verfahren überzogen ...
Kleine christliche Gemeinschaften erlöschen derzeit, nicht zuletzt auf dem
Boden des Iraks. Dort naht nach dem Ende der Gewaltherrschaft Saddam
Husseins nun das Ende der dort uralten christlichen Kirchen.
Geht all das so weiter, wird es noch in diesem Jahrhundert im Orient, wo
Christus wandelte, so gut wie keine Christen mehr geben. Doch jetzt zurück
nach Tibet."
Frankfurter Allgemeine Zeitung F.A.Z. (16.
April 2008, Volker Zastrow. FAZ-Redakteur für den Bereich "Die Gegenwart",
Die Christenverfolgung. Diskussion)
"Die Analyse Deutschlands im Zeitverlauf hat gezeigt,
dass der Prozess der Säkularisierung
[mlat. saecularis = weltlich] einschließlich der Entkirchlichung
ungebrochen voranschreitet und unabhängig von der Lebensform alle Personen
nahezu gleichermaßen betroffen sind." (31. Mai
2007, Wiedererstarken der Religionen?, http://fowid.de) [...]
"Kein Zweifel herrscht unter Fachleuten - auch kirchlichen - ferner darüber,
dass etwa um 2025 die Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung keiner der
beiden großen Kirchen mehr angehören wird."
fowid
(21.11.2006, Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland - fowid,
Datenblatt Religionszugehörigkeiten, 1950-2005, http://fowid.de)
"Erstmals gehört die Mehrheit der Briten keiner Religionsgemeinschaft an.
Das geht aus einem Bericht der Vereinten Nationen hervor. Die Zahlen
überraschen: Noch 2001 hatte eine Volkszählung rund 72 Prozent der Einwohner
Großbritanniens als Christen geführt. Dem UN-Bericht zufolge sagen nun aber
zwei Drittel der Bevölkerung, sie gehörten keiner Religionsgemeinschaft an.
Das berichtet die britische Tageszeitung „The Times“ (London).
Die
Sonderberichterstatterin für Religions- und Glaubensfreiheit der UN, die
pakistanische Menschenrechtlerin Asma Jahangir, fordert deshalb, die
bevorzugte Stellung der Anglikaner in Großbritannien aufzugeben. Die
Kirche von England spiegele nicht länger die religiöse Bevölkerungsmehrheit
des Landes wider. Ferner werde die Staatskirche der wachsenden Bedeutung
anderer christlicher Kirchen nicht gerecht. Die Privilegien und die Rolle
der anglikanischen Kirche müssten neu überdacht werden."
idea (24.02.08,
Großbritannien: Mehrheit gehört keiner Religion an. www.idea.de)
"Der viktorianische Dichter Matthew Arnold schrieb von Gläubigen, die das
Zurückweichen des Glaubensmeers als schmerzlichen Verlust erleben. Heute
verebbt der säkulare
[lat.
saecularis = weltlich]
Glaube, und es sind die Apostel des Unglaubens, die mit leeren Händen
dastehen."
Prof. John N. Gray (29.03.2008, britischer
Philosoph, Professor an der London School of Economics, Was führen die
Atheisten im Schilde?, F.A.Z., 29.03.2008, Nr. 74 / Seite Z1)
"Wenn wir die sieben Sendschreiben [Offenbarung
Kapitel 2+3]
anschauen, dann fällt die Tendenz der beiden letzten Schreiben auf. Nicht
wenige Ausleger sind ja der Meinung, dass die sieben Sendschreiben nicht nur
an konkrete Gemeinden zur Zeit des Apostel Johannes geschrieben wurden, dass
sie weiter eine allgemeine Botschaft an die Gemeinden aller Zeiten
enthalten, sondern dass sie im Ablauf ein Schema der Entwicklung der
Gemeinde Jesu bis zur Wiederkunft unseres Herrn darstellen.
Das
letzte Sendschreiben an die Gemeinde in Laodizea hat bezeichnenderweise
überhaupt keinen an außen gehenden Auftrag mehr. Es ist nur noch der Ruf zur
Buße an eine abgefallene Christenheit.
Sollte diese Auslegung Recht
haben, dann stünde die Christenheit wohl am Übergang von Philadelphia zu
Laodizea. Am Übergang von einer Gemeinde, die in der Gefahr steht alles zu
verlieren, zu einer Gemeinde, die alles verloren hat."
Pfarrer Jakob Tscharntke(Juni
2007, Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, Informationsbrief Nr.
242, Seite 20)
"Man liest überall eine Reklame für ein
Erfrischungsgetränk, das nur „eisgekühlt" genießbar ist. Man hat heute oft
den Eindruck, als wenn wir Christen Reklame machen wollten für ein
eisgekühltes Christentum.
Die Bibel kennt das nicht. Als die beiden
Jünger in Emmaus den auferstandenen Herrn erkannten, war ihr erstes Wort:
„Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege?" Und
der Apostel Paulus sagt: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz."
Das ist Leidenschaft des Glaubens! Da sehen wir Herzen, in denen Jesus ein
Feuer angezündet hat.
Wie armselig ist doch unser kalter
Christenstand! Wie könnte es denn anders werden? Unsere Liebe zu unserm
Erlöser wird in dem Maße wachsen, in dem wir erfüllt und überführt werden
von seiner Liebe. Und seine Liebe finden wir gewaltig am Kreuz, wo er unser
Bürge wird, der vor Gott für uns einsteht; wo er für unsere Schuld bezahlt."
Pfarrer Wilhelm
Busch (1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer - Essen, "365 x ER.
Tägliche Andachten", Aussaat; 14. Auflage 2006, ISBN-13: 978-3761541586,
http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer)
"Glaube an Jesus Christus ... ist das scharfe
Gegenteil von Religion, die Gott „eigenmächtig“ mit uns zu versöhnen sucht."
[...]
"Jesus Christus allein ist
Gottes Selbstoffenbarung mitten in der Zeit. Daher kann Gott, der Vater und
Schöpfer, nur von Gott, dem Sohn, durch den Heiligen Geist als der Gott
erkannt werden, der seine Welt mit sich versöhnt und so unsere
Gotteserkenntnis schafft."
"In dem bekannten § 17 aus KD I/2 [Dr.
Karl Barth, 1937]
geht es um "Gottes Offenbarung als Aufhebung der Religion". Religion
ist Unglaube. Sie ist die Angelegenheit des – gerade in seiner
Religiosität – gottlosen Menschen, denn sie sucht Rechtfertigung und
Heiligung als eigenes Werk und missachtet dabei Gottes Tat der
Selbstoffenbarung und Versöhnung in seinem Wort.
Der Mensch will
sich selber rechtfertigen und heiligen. Er nimmt Gottes souveränes Wirken
nicht ernst und für sich an.
Religion ist Unglaube als niedere
Religion, die sich Götter und Götzenbilder macht. Sie ist Unglaube als
Versuch der Gesetzeserfüllung mit dem Ziel der Selbsterlösung aufgrund
eigener Werke [...]
Und sie ist Unglaube als höhere Religion, etwa
in Gestalt der Mystik als werkloser Selbstrechtfertigung und "innerer
Erfahrung des Göttlichen", oder auch des Atheismus als Verneinung des
Göttlichen bei gleichzeitiger Bejahung weltlicher Mächte und Autoritäten."
Dr. theol. Lothar Gassmann (1999, Theologe, Dialektische Theologie
und die Religionen)
Die "offizielle Religiosität, wie sie in unseren Kirchen Gestalt gewonnen
hat, hat ihren Einfluss auf uns verloren. Sie erschließt uns nicht mehr das
Christentum, sie verhüllt es uns."
Franz Spemann (1907, Landeskirche oder biblische Glaubensfreiheit?)
Dieser
neue Rationalismus - unter weitgehender Beibehaltung des biblischen
Vokabulars - raubt der Gemeinde die Heilsereignisse. Die Heilsbotschaft
bleibt auf der Strecke.
"Wenn wir nicht aufpassen, haben wir zuletzt
nur noch die Hülsen geistreicher Worte und kunstvoller Liturgien, aber nicht
mehr den Kern der frohen, errettenden Botschaft."
Pfarrer
Paul Tegtmeyer (1886-1967, Zuallererst ein Zeuge Christi)
"Gute Theologie muss es wagen, von Gott zu
reden, nicht nur über irgendwelche »Gottesgedanken« als Restbestände einer
Religionskultur, deren Schwundstufen offenbar die ganze Hoffnung einer neuen
Generation von Kulturprotestanten sind." [...]
"Das aber wird nicht
schon dadurch erreicht, dass überhaupt und allgemein von Gott gesprochen
wird, sondern dadurch, dass - ausgehend von den biblischen Texten - die
Erlösungsbedürftigkeit der Welt und die im Christusgeschehen gegebene
Wirklichkeit der Erlösung beschrieben werden.
Alles Nachdenken über
Gott verfehlt diesen jedoch, wenn sich das Denken vom Glauben ablöst.
Damit das Recht der Erkenntnis seine Gültigkeit habe, muss man sich ins
Leben hinauswagen, hinaus aufs Meer, und muss einen Schrei erheben, ob Gott
ihn nicht hören wolle."
Prof. Dr.
Ulrich Körtner
(2004,
Theologe, "Wissenschaftler des Jahres 2001",
Was ist gute Theologie? Stuttgart: Kreuzverlag, Seite 85)
"Wenn du auf dem Wasser gehen willst, dann
musst du aus dem Boot steigen. Wir müssen uns auf Gott und sein Wort
einlassen, sonst können wir nicht erwarten Gott zu erleben. Wir müssen
unsere Füße »nass machen«. Watchman Nee [http://de.wikipedia.org/wiki/Watchman_Nee]
hat es treffend formuliert: »Wir können nicht erwarten, dass Gott sein Leben
in uns auslebt, wenn wir nicht bereit sind, ihm unser Leben zu geben, in dem
er leben soll.«"
Hans Peter Royer
(2007, Leiter einer Bergsteigerschule und Direktor des Christlichen
Schulungszentrums "Tauernhof" Österreich, Nach dem Amen bete weiter.
Hänssler; 5. Aufl. 2007, ISBN 978-3775140270, Seite 92)
"Über
die menschlichen Dinge kann man auf zweifache Weise sprechen, aus der Innen-
und aus der Außenperspektive.
Stellen wir uns beispielsweise ein
junges Paar vor, das einen Lebensversicherungsvertrag abschließt. Worum es
dabei geht, ist klar: Die beiden wollen im Alter eine bestimmte Summe
ausgezahlt bekommen und sich so gegen das Abgleiten in Armut schützen. Ob
der Vertrag sinnvoll war, zeigt sich erst, wenn der Versicherungsfall
eintritt und das Geld ausgezahlt wird. Die jungen Leute müssen
einstweilen auf die Bonität der Versicherungsgesellschaft vertrauen und
glauben, dass die Liquidität ausreichend ist.
Allerdings hat ein
solcher Vertrag auch eine Außenseite, die von der Berechtigung dieses
Vertrauens unabhängig ist. Das Verhalten des Paares kann Gegenstand
soziologischer und psychologischer Untersuchungen sein. Man kann
untersuchen, wie viele junge Paare eine solche Versicherung abschließen und
von welchen Faktoren dies abhängt. Man kann nach der Rückwirkung eines
solchen Vertrags auf den gegenwärtigen Lebensstil der Menschen fragen, auf
ihr Lebensgefühl, auf ihr Konsumverhalten, auf die Stabilität ihrer
Beziehung, auf ihre Risikobereitschaft sowie ihre Bereitschaft, Kinder in
die Welt zu setzen.
Die Außenperspektive verspricht mancherlei
Erkenntnisse, aber sie lebt von der Innenperspektive. Wäre das Paar nicht
überzeugt, dass die Versicherung imstande ist, den Vertrag bei Eintritt des
Versicherungsfalls zu erfüllen, dann würde es den Vertrag nicht abschließen,
und alle anderen Gesichtspunkte wären gegenstandslos.
In diesem Sinn
schreibt der Apostel Paulus an die Korinther: »Wäre Christus nicht
auferstanden, dann wäre unsere Hoffnung vergeblich.« (1 Kor 15,14)
Die christliche Religion ist nämlich in der gleichen Lage wie alle
menschlichen Dinge, eine Innenseite und eine Außenseite zu haben. Ihre
Innenseite ist der Glaube an die Wirklichkeit Gottes und die Hoffnung auf
das ewige Leben bei Gott. Aber solange sie lebendiger Glaube an diese
Wirklichkeit ist, erfüllt sie zugleich vielfältige soziale und psychische
Funktionen: Sie wirkt auf den Lebensstil der Menschen und auf ihre seelische
Befindlichkeit zurück. Aber sie kann von diesen Wirkungen her nicht
definiert werden. Sie steht und fällt mit ihrem kognitiven
[http://de.wikipedia.org/wiki/Kognition]
Gehalt.
»Das ist das ewige Leben«, sagt Christus im
Johannesevangelium, »dass sie dich, den allein wahren Gott, erkennen und
den, den du gesandt hast, Jesus Christus.« (Joh 17,3) Und der oft
zitierte Satz aus dem ersten Timotheusbrief »Gott will, dass alle Menschen
gerettet werden...« ist nicht vollständig und deshalb irreführend ohne
seinen zweiten Teil »...und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.« (1 Tim
2,4)
Die Welt ist pluralistisch [http://de.wikipedia.org/wiki/Pluralistisch]
und war es immer. In einer pluralistischen Welt aber konkurrieren
unvermeidlich Innen- und Außenperspektive miteinander.
Wer Leute
tanzen sieht, aber die Musik nicht hört, der versteht die Bewegungen nicht,
die da vollführt werden. Und wer den christlichen Glauben nicht teilt, wird
geneigt sein, ihn durch etwas anderes als durch die Wahrheit seines
Gegenstandes zu erklären.
Verstehen wird er den Gläubigen letzten Endes nicht."
Prof. Dr. Robert Spaemann
(September 2007, Philosoph, Das unsterbliche Gerücht. Die Frage nach Gott
und die Täuschungen der Moderne.)
"Als Ungläubiger hat man doch kein Gottesbild,
sondern ein Bild von den Gottesbildern der Gläubigen."
Robert Misik (19.03.2008, österreichischer
Journalist, Misiks Meinungen: Ich sag nicht, fahr zur Hölle - Besuch im
Priesterseminar, http://taz.de/blogs/misiksmeinungen)
"Es kommt ihm [Friedrich Josef Dürrenmatt]
vor, als frage man einen Theologen, der eben Gott entmythologisiert hat, was
denn Gott in Wirklichkeit sei: ein Prinzip, eine Weltformel oder was denn
sonst?
Wer so fragt, hat laut Dürrenmatt nicht begriffen, dass diese Frage
untheologisch ist, ja dass moderne Theologie nur noch unter der Bedingung
möglich ist, dass solche Kinderfragen nicht mehr gestellt werden."
Elisabeth Emter (17. August 1995,
Germanistin, Literatur und Quantentheorie. Gruyter, ISBN 9783110148732, S.
249)
[vor 1900]
"Rings um uns her wächst immer mehr das ... Unkraut der modernen Theologie
auf, das nichts anderes ist als Unglaube, der zu feige ist, seinen eigenen
Namen zu tragen."
Charles H. Spurgeon
(1834 - 1892, englischer Baptistenpastor - galt als einer der bekanntesten
Prediger des 19. Jahrhunderts, vgl. "Auf Dein Wort", 1982)
"1909 erscheint die erste kommentierte Bibel, die berühmte Scofield
Reference Bible, ein Standardwerk des Fundamentalismus mehr oder weniger bis
heute. Und dann erscheint ein Jahr später die erste Nummer (1910) der
Schriftenreihe „The Fundamentals".
Ihr Ziel ist es, Zeugnis
abzulegen, „damit der Unglaube, der auf der Kanzel und der Kirchenbank die
Kirche Christi gelähmt hat, überwunden wird und daraus eine weltweite
Erweckung folgt" (FO, 22).
Hier werden nun fünf fundamentale
Glaubensaussagen formuliert:
1. Verbalinspiration
Die Bibel ist absolut irrtumsfrei und wahr und genügt vollkommen.
Das heißt, dass der „Fundamentalismus" sich als protestantische Buchreligion
zeigt: sola scriptura
[lat. Allein die Schrift]. Da sie
das Buch hat, hat sie die Wahrheit. [...] 2. Jungfrauengeburt [...]
3. Sühneopfer Jesu 4. Leibliche Auferstehung 5.
Wiederkunft Christi" [...]
"Diese fünf Fundamente sollen den
verwirrten Kindern der Moderne zur eigenen Identität helfen, ihnen klare und
einfache Entscheidungen ermöglichen im Entweder-Oder, damit sie in der
verwirrenden Vielfalt der Moderne nicht zu Grunde gehen." [...]
"So
steht der Fundamentalismus mit dem ersten Erscheinen des Begriffs sofort im
deutlichen Gegensatz zu „Kanzel [Predigtort Kirche]
und Katheder“ [Pult eines Schul- oder
Hochschullehrers]."
"Auch, wenn im Deutschland des Jahres
1994 nicht mit Mordanschlägen fundamentalistischer Christen zu rechnen ist,
müssen wir Geschichte und Gefahren des Fundamentalismus kennen, weil auch
nur latente (lat.: latens = verborgen),
auch nur geistige und geistliche Gewaltbereitschaft immer gefährlich ist. Zu
sehr war und ist das Christentum für diese Gefährdung anfällig." [...]
"Es gibt wohl keine scharfe Trennlinie zwischen noch religiösem
Fundamentalismus und schon kriminellem Terrorismus. Das macht es für uns
alle so dringend, Geschichte und Denkweise des christlichen Fundamentalismus
so gründlich zu studieren und auch seine feinsten Formen schon in unserem
kirchlichen Alltag aufzuspüren und zu bekämpfen."
Melanchthon-Akademie - Evangelischer Kirchenverband Köln u. Region
(07.02.2006, "Christlicher Fundamentalismus heute", Vortrag in Overath,
www.theologie-koeln.de/PDFs/Fundamentalismus.pdf)
"Fundamentalisten geben auf Fragen, die eine sehr komplexe
Lebenswirklichkeit aufwirft, sehr schlichte, geradezu billige Antworten. Das
ist eine ängstliche Reaktion auf Verunsicherung. ...
Jesus begegnet mir im offenen Dialog mit anderen Menschen, vielleicht im
obdachlosen Atheisten. ... Nehme ich den anderen als Betreuungsobjekt wahr,
der meine Wahrheit einfach noch nicht verstanden hat oder ist er oder sie
ein Subjekt, dem ich zuhöre? ...
Der Missionsbegriff erfährt tatsächlich gerade eine Renaissance in der
Evangelischen Kirche und soll positiv besetzt werden. Ich finde, das geht
nicht, weil Mission im Kolonialismus einfach mit Gewalttaten verbunden ist,
da klebt Blut dran."
Pfarrer Bernd Klingbeil-Jahr (07.04.2008, Evangelischer Theologe,
Evangelische Friedensgemeinde Bremen, Glaube als Sonderangebot, www.taz.de)
"«Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Ihr
sollt nichts dazutun und nichts davontun.» ... Dies ist für die «Mäßigung»
in der Religion kein geringes Problem: Sie wird von nichts anderem gestützt
als von einer uneingestandenen Missachtung der Buchstaben des göttlichen
Gesetzes. Der einzige Grund, weshalb heute jemand in Glaubensfragen
«gemäßigt» ist, besteht darin, dass er einige Früchte des menschlichen
Denkens der letzten zweitausend Jahre (demokratische Politik,
wissenschaftlicher Fortschritt an jeder Front, Einhaltung der
Menschenrechte, das Ende der kulturellen und geografischen Isolation und so
weiter) verinnerlicht hat.
Die Türen, die von einer wörtlichen
Auslegung wegführen, lassen sich nicht von innen öffnen.
Die
«Mäßigung», die wir unter Gläubigen vorfinden, die keine Fundamentalisten
sind, ist kein wie auch immer geartetes Zeichen dafür, dass der Glaube sich
weiterentwickelt hat; sie ist vielmehr das Resultat zahlreicher
Hammerschläge der Moderne, die gewisse Glaubensinhalte dem Zweifel
ausgesetzt hat.
Nicht die unbedeutendste dieser Entwicklungen war das
Hervortreten der Tendenz, den Wert von Beweisen zu erkennen und von einer
Behauptung nur bis zu jenem Grad überzeugt zu sein, in dem diese Behauptung
sich nachweisen lässt." [...]
"Eine Fortentwicklung in der Religion,
wie auch auf anderen Gebieten, müsste sich den Fragen von heute stellen,
anstatt hartnäckig die Lehrmeinungen der Vergangenheit nachzubeten. ...
Gemessen an diesen Maßstäben, erscheint das ganze Projekt Religion als
rückwärts gerichtet. ...
Die Gemäßigten haben zwar nicht vor,
jemanden im Namen Gottes zu töten, aber sie wollen, dass wir das Wort «Gott»
weiterhin benutzen, als wüssten wir, was wir damit meinen. Und sie wollen
nicht, dass allzu kritische Worte über Menschen gesagt werden, die wirklich
an den Gott ihrer Väter glauben, denn die Toleranz ist heilig, vielleicht
mehr als alles andere. ... Den Luxus einer solchen Political Correctness
können wir uns aber nicht länger leisten." [...]
"Wir sollten endlich
begreifen, dass Glauben keine Privatsache ist; er war nie etwas rein
Privates. In der Tat ist Glauben kaum privater als Handeln, da jeder Glaube
eine potenzielle Ursache von Handeln ist. [...] Angesichts der
Verknüpfung von Glauben und Handeln liegt es auf der Hand, dass wir einer
Vielfalt religiöser Anschauungen nicht mehr Toleranz entgegenbringen können
als einer Vielfalt von Anschauungen über Epidemiologie
[http://de.wikipedia.org/wiki/Epidemiologie]
und Grundhygiene [Lehre von der Verhütung von
Infektionskrankheiten]. ... Selbst scheinbar harmlose
Glaubensinhalte können, wenn sie ungerechtfertigt sind, zu inakzeptablen
Konsequenzen führen."
Dr. Sam Harris (September 2007,
US-amerikanischer Schriftsteller, Philosoph u. Neurowissenschafter, Das Ende des
Glaubens. Religion, Terror und das Licht der Vernunft.)
"Unter dem Schlagwort Fundamentalist wird gleichsam ein neuer Jude
aufgebaut, in den man alles Unliebsame und Gefährliche hinein interpretieren
kann."
Pfarrer Christfried Kulosa (1993, Theologe,
Argumentationsstrukturen der Fundamentalismusdebatte und Konsequenzen für
das Selbstverständnis der Evangelikalen in Deutschland. Diplomarbeit, Die
Fundamentalismusdebatte und die Evangelikalen, Idea-Doku 25/1993)
Meinhard Schmidt - Degenhard: "Wortterror, was meinen Sie damit?"
Prof. Geldbach: "Wortterror -
damit meine ich, dass der Fundamentalismus am Buchstaben klebt."
Prof. Dr. Erich
Geldbach (7. Oktober 2007, baptistischer Theologe, Hardliner Gottes -
die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche
Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober
2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)
"Wir haben Mega-Kirchen auf dem Papier ... da
ist ein Missverhältnis entstanden von Größe
[25.385.618 getaufte evangelische Kirchenmitglieder in Deutschland - Stand
2005*] einerseits und Wenigen, die partizipieren
[lat.: particeps = an etwas teilnehmend]
[durchschnittliche Gottesdienstbeteiligung von etwa 4 Prozent** der
getauften Kirchenmitglieder - d.h. rund 1 Million Kirchenmitglieder,
"Evangelikale Christen" eingerechnet] und da sehe ich die große
Gefahr, dass Fundamentalisten die Möglichkeit haben, gerade da
einzubrechen."
Prof. Dr. Erich Geldbach
(7.
Oktober 2007,
Theologe, Hardliner Gottes - die
Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche
Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober
2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)
"Trendforscher sehen in den "Bibeltreuen" sogar
die Zukunft der Kirche; es spricht einiges dafür, dass innerhalb der
protestantischen Christenheit in Deutschland jeden Sonntag mehr evangelikale
als nichtevangelikale Christen an Gottesdiensten teilnehmen.
Aber
amerikanische Verhältnisse haben sich nicht eingestellt: Von den geschätzten
1,4 Millionen Evangelikalen hat immerhin noch die Hälfte ihre Heimat in den
23 Landeskirchen, und die andere, freikirchliche, Hälfte ist in diverse
Gruppierungen gespalten.
Tatsache aber ist: Landeskirchen und die
oft in die religiöse Extremismusecke abgeschobenen Evangelikalen nähern sich
immer weiter an."
DIE WELT (20.
Februar 2008, Gernot Facius, Die "Frommen" sind auf dem Vormarsch)
"Wenn das europäische Christentum nicht
hellwach bleibt und für die eigenen Traditionen entschlossen und mit Profil
eintritt, räumt es den Platz für Leere oder Fundamentalismus."
Bischöfin Dr. Margot Käßmann
(2005, Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover,
Impulspapier - Strategien für die Gesellschaft von morgen)
"Zwar kommt es auch ... zu massiven Konflikten
zwischen liberalen und evangelikalen Christen innerhalb der Kirchgemeinden.
Die meisten konservativen Christen indes sind in den von der Landeskirche
unabhängigen Freikirchen «ausgelagert».
Fundament des
Fundamentalismus ist dort nicht die Institution Kirche, sondern eben die
Heilige Schrift [die Bibel]."
Michael Meier
(2005, Schweizer Journalist, Mit aggressiver Kulturkritik gegen die gottlose
Welt, Tages-Anzeiger v. 13.07.2005)
"Die Spannungen zwischen Landeskirchen und Evangelikalen sind heute eher zu
vernachlässigen, wenn so gar nicht mehr vorhanden.
Dies liegt zum einen daran, dass sich verschiedene Gemeinden innerhalb der
Evangelischen Allianz aus der landeskirchlichen Gemeinschaft zurückgezogen
haben, d.h. die Mitglieder sind nicht selten samt Prediger aus der
Landeskirche ausgetreten."
Bischof Prof. Dr. Friedrich Weber (7. März
2009, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in
Braunschweig, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in
Deutschland (ACK), Die Herausforderung konfessionsüberschreitender
christlicher Strömungen. Vortrag zur Tagung „30 Jahre ACK Sachsen-Anhalt“ am
7. März 2009 in Magdeburg, www.landeskirche-braunschweig.de)
"In der Verschärfung der evangelikalen Sprache
würde die Antwort auf die Frage, ob die Evangelikalen noch zu retten sind,
›vielleicht‹ lauten. ["Evangelikalismus ... ist eine theologische Richtung innerhalb des
Protestantismus, die sich auf die Bibel als zentrale Grundlage
christlichen Glaubens beruft." Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/ Evangelikalismus]
–
Vielleicht, wenn die Evangelikalen abschwören der
Instrumentalisierung Gottes als dualistischem Schöpfergott.
–
Vielleicht, wenn sie abschwören der Begrenzung des
befreienden Evangeliums auf Evangelisation.
– Vielleicht, wenn sie
abschwören der Simplifizierung der biblischen Vielfalt durch
»buchstabierten Glauben«." [...]
"Es gilt in die kommunikative
Offensive umzusteigen, indem die Re-Missionierung der Evangelikalen durch
Nutzung des evangelikalen Sprachmusters zu einer kirchlichen Aufgabe wird."
Pfarrer Dr. Dieter Becker (2003, Theologe, 1998–2000 Pfarrdienste für
die Ev. Akademie Arnoldshain, Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 9/2003)
"Als im Mittelalter der große Glaubensstreit
entbrannte, stand Luther eines Tages vor dem Reichstag zu Worms. Alle
weltliche und geistliche Macht war da mit großer Pracht versammelt. Und dann
wurde er aufgefordert, er sollte alles, was er je geschrieben hatte,
zurücknehmen.
Und was hat er geantwortet? »Man soll mir aus der
Bibel nachweisen, dass ich geirrt habe. Dann will ich widerrufen. Sonst
nicht.«
Pfarrer Wilhelm Busch, 1929 bis 1962
protestantischer Jugendpfarrer, Essen
"Fanatisch, fundamentalistisch, fromm."
[ARD]
"Würden sie sich selbst als Fundamentalist
bezeichnen?", fragt der Filmautor eine Frau, die an der Expedition im Grand
Canyon teilnimmt.
"Ja", antwortet diese, "wenn sie darunter
verstehen, dass alle Christen, die an die Bibel als das Wort Gottes glauben,
Fundamentalisten sind."
pro-medienmagazin.de
/ Das Erste (5. Dezember 2007,
Dokumentation "Fanatisch, fundamentalistisch, fromm." "SWR,
NDR und WDR begeben sich in den USA, in Israel und im Jemen auf Spurensuche,
wie aus Frömmigkeit Fundamentalismus und Fanatismus werden kann."
www.daserste.de)
"Ihre Waffe ist nicht Sprengstoff, sondern
Mission"
"Der Film [„Jesus liebt dich –
Evangelikale auf WM-Mission“, Filmfestspiele „Berlinale“ vom 7. bis 17.
Februar in Berlin]
rege zum Nachdenken „über die erschreckenden Konsequenzen von religiösem
Fundamentalismus“ an. Er stelle die Evangelikalen als „ernst zu nehmende
Bedrohung für rationale Aufklärung und demokratische Werte“ dar. ... Es sind
52.000 Neubekehrte jeden Tag weltweit."
idea (27.12.07,
Film nimmt Evangelisation bei Fußball-WM aufs Korn, www.idea.de)
"Andachten und Sermone
[Predigten] langweilen mitunter durch ihre Harmlosigkeit – wer
hört da noch hin? Die Bibel erscheint solide, doch alt, ein Stück Museum im
eigenen Regal. Oder sie dient uns als Spruchsammlung für die Kanzel, die
Karte am Grab.
Und doch kommt es mir vor, wie wenn ahnungslose
Kinder spielen – mit einer gefundenen Granate. Unerkannte Sprengkraft in
geringer Distanz. Was, wenn sie zündet? Ich meine die „Botschaft“.
„Ist mein Wort nicht wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt?“ (Jer. 23, 29):
Solche Nachrichten stören unser westliches Bild: Christen werden weltweit
verfolgt – wegen der Bibel. Ihr Besitz kostet bei uns vielleicht 9,90 Euro –
wenige Flugstunden ostwärts in islamischen oder kommunistischen Staaten
jedoch die Freiheit oder das Leben. Was wird am gedruckten Wort Gottes
gefürchtet? Zwischen den Buchdeckeln ist keine Pistole versteckt. Die
Autoren beschreiben nicht den Bau einer Bombe. Und doch wird die Bibel
gehasst, verboten, verbrannt.
Es ist ihre verborgene Sprengkraft. Sie
macht uns mutig: Wir werden ungehorsam den Menschen. Wir werden gehorsam dem
Herrn." ... "Die Bibel - ein harmloses Buch? Vorsicht!"
Pfarrer Mathias
Lauer (24.01.08, Theologe, Missionsleiter der Deutschen Zeltmission, Ein
gefährlich-harmloses Buch, www.idea.de)
"Christliche Fundamentalisten" - das klingt
zunächst wie eine kleine Minderheit religiöser Fanatiker, die sich irgendwo
unter der modernen, aufgeklärten Gesellschaft verstecken.
Laut dem
Artikel Rechts und fromm von Susan Neiman [DIE ZEIT
Nr.42, 07.10.2004] sieht die Lage ganz anders aus: Die
Weltanschauung, welche die Bibel für Gottes Wort und alleinige Wahrheit
hält, gewinnt weltweit immer mehr Anhänger."
Andreas Mueller
(18. August 2006, Redakteur beim Humanistischen Pressedienst (hpd),
Christliche Fundamentalisten rüsten für den Endkampf)
"Nach Meinung des Konfessionskundlers Prof. Dr.
Erich Geldbach (Bochum) geht von den "christlichen Fundamentalisten" eine
Gefahr für den Weltfrieden aus.
Wie der Leiter des Ökumenischen
Instituts der Evangelischen Fakultät an der Ruhr-Universität Bochum
[Prof. Dr. Erich Geldbach] in einem Interview mit der
Tageszeitung "Heilbronner Stimme" über den Glauben in den USA sagte, sei der
Unterschied zwischen christlichen und islamischen Fundamentalisten
"höchstens graduell".
Nach seiner Überzeugung sind christliche
Fundamentalisten in den USA dadurch zu charakterisieren, "dass sie die
Heilige Schrift wortwörtlich verstehen und dass sie besonders großes Gewicht
auf so genannte Endzeitaussagen legen". Gefährlich für den Weltfrieden sei
dabei, "dass sie eine letzte Schlacht zwischen Gut und Böse mit der Existenz
Israels verknüpfen und von daher eine vorbehaltlose Unterstützung Israels
einklagen".
aref / Prof. Dr. Erich
Geldbach (2003,
www.aref.de/news/allgemein/2003/fundamentalismus-in-usa.htm)
[Prof.
Dr. Erich Geldbach ist Mitglied im Ökumenische Rat der
Kirchen / ÖRK (auch: Weltkirchenrat; engl. World Council of Churches /
WCC),
http://library.wcc-coe.org/fileadmin/files/wcclibrary/individuals.pdf]
"Einen gegen Israel gerichteten Boykottaufruf hat die ökumenische Konferenz
„Kirchen gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit im Nahen Osten“
[einberufen v. Ökumenische Rat der Kirchen / ÖRK (auch: Weltkirchenrat;
engl. World Council of Churches / WCC),
http://www.ekir.de/ekir/ekir_45206.php] beschlossen."
www.idea.de
(22.06.07, Ökumene-Konferenz ruft zum Teil-Boykott Israels auf)
"Wer gegen islamischen Fundamentalismus mit
allen Mitteln des Rechtsstaates vorgehen will, muss das auch gegen
christlichen Fundamentalismus tun."
Jennifer
Becke
(30.10.2006, Sprecherin der Jusos, Gießen.
Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD, Jusos protestieren gegen christliche Bekenntnisschule,
www.idea.de)
"In der Zeitung [Schülermagazin "Q-rage", gefördert
von der Bundeszentrale für politische Bildung] finden sich
interessante Informationen, wie islamische und evangelikale Gruppen, die
wichtige Freiheitsrechte in Frage stellen, Jugendliche umwerben."
Thomas Krüger (17.12.2008, Präsident der
Bundeszentrale für politische Bildung [SPD], Evangelischer Theologe,
Begleitbrief zum Schülermagazin "Q-rage", Auflage: 1 Million Exemplare
an 20.000 Schulen, Bundeszentralen-Chef vergleicht Evangelikale mit
Islamisten, DIE WELT, www.welt.de)
Thomas Krüger, Präsident
der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
"Man muss nicht Christ, Zeuge Jehovas oder
Moslem sein, um Mitgefühl für eine löbliche Eigenschaft zu halten und Armut
für ein zu bekämpfendes Übel, aber man muss ganz bestimmt Fundamentalist
sein, um die Burka [http://de.wikipedia.org/wiki/Burka]
für Frauen zu fordern, seinen Kindern Blutkonserven zu verweigern
oder Abtreibungsärzte zu erschießen."
PD Dr. theol. Gesche Linde (Juli 2005, Theologin, Fachbereich
Evangelische Theologie - Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am
Main,
Religiöser Fundamentalismus. Analysen und Kritiken, Seite
83, Francke Tübingen, ISBN 9783772080999)
"Er war der prominenteste Abtreibungsarzt der USA. Jetzt wurde George
Tiller, von Feinden "Massenmörder" genannt, in Kansas erschossen. Der
mutmaßliche Todesschütze: ein militanter Abtreibungsgegner. Die Tat zeigt,
dass der tot geglaubte Kulturkampf um die Abtreibung in Amerika immer noch
läuft. [...]
George Tiller ist der vierte Abtreibungsarzt, der seit 1993 in den USA
ermordet wurde. Es war das erste geglückte Attentat seit 1998, als Barnett
Slepian in Buffalo in seinem Haus erschossen wurde. Der Krieg zwischen den
Heeren von „Pro Choice“ und „Pro Life“, den Abtreibungsbefürwortern und den
Gegnern, schien in den Jahren der Bush-Regierung erkaltet, wenn auch nie
beendet. [...]
Scott P. Roeder (51) hatte ein gutes Gewissen, als er schoss. Er war einem
Todesengel gleich gekommen, dem „Massenmörder“ in den Arm zu fallen, „dem
Mengele unserer Tage in seinem Todeslager“. Der Kreuzzügler war gekommen,
all die Ungeborenen zu rächen, die „Tiller the baby killer“ in seiner
Abtreibungsklinik getötet hatte. Er hatte den Mord hundertfach erträumt und
angekündigt, er wusste, dass das Auge des Herrn wohlgefällig auf ihm ruhte.
Roeder betrieb amerikanischen Dschihad. Auge um Auge, alttestamentarisch,
der Scharfrichter Gottes.
Als ihn Polizisten drei Stunden nach der Tat auf der Autobahn in Kansas
stoppten, ließ sich Roeder willig festnehmen. Auf seinem blauen 1993er Ford
Taurus klebten die rote Rose der Abtreibungsgegner und das christliche
Fischsymbol mit dem Wort „Jesus“."
DIE WELT (1. Juni 2009, Abtreibungsarzt
ermordet, Dr. Tiller, Opfer eines amerikanischen Kulturkampfs, www.welt.de)
"In Louisville (US-Staat Kentucky) hat ein Pfarrer seine Gemeinde
eingeladen, bewaffnet zum Gottesdienst zu kommen. Damit will sich Ken Pagado
nach US-Medienberichten vom Donnerstag (Ortszeit) für das Recht zum Tragen
von Waffen einsetzen und den "verantwortungsvollen Umgang" mit ihnen
fördern.
Vorbehalte gegenüber Waffen seien eine "ungesunde Paranoia", begründete der
Geistliche seine Einladung zu einer "Open Carry Celebration" am 27. Juni -
einem Gottesdienst, bei dem Waffen offen getragen werden können. [...]
"Jesus würde übel werden", sagte Pfarrerin Nancy Jo Kemper dem
"Courier-Journal". "Selbst wenn ich kein Problem mit dem offenen Tragen von
Waffen oder den entsprechenden Rechten hätte, ist es doch eine völlig andere
Sache, diese Rechte mit Jesus Christus in Verbindung zu bringen", meint
Pfarrer Jerry Cappel."
Frankfurter Rundschau (05.06.2009,
US-Gottesdienst. Mit der Waffe vor dem Herrn, www.fr-online.de)
"Christlicher Fundamentalismus ist nicht besser
als islamischer." [...]
"Das Problem ... ist, dass die Religion –
obwohl ihre Freiheit im Grundgesetz geschützt ist – durchaus zum Problem für
den freiheitlichen Staat werden kann. Schon für die Vergangenheit, gerade
auch für die christliche, galt der Doppelsatz: Nie kann die Freiheit die
Religion beschädigen, sehr wohl aber die Religion die Freiheit. Nun
sehen wir: Dieser Satz kann auch für die Zukunft gelten – auch hier nicht
nur für islamischen, sondern durchaus auch für christlichen
Fundamentalismus.
Zählt man etwa die Attentate und Gewaltakte, die in
den USA aus christlich deklarierter Motivation in den letzten ein, zwei
Jahrzehnten verübt worden sind (nicht nur gegen Abtreibungskliniken und
-ärzte), so kann man durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass dieser religiöse
Terrorismus es in der Summe mit dem 9/11-Anschlag
[http://de.wikipedia.org/wiki/9/11]
aufnehmen kann."
Prof. Dr. h.c.
Robert Leicht (17.09.2007, 1997 bis 2003
Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),
Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin, Christlicher
Fundamentalismus ist nicht besser als islamischer, Der Tagesspiegel)
"Der ehemalige Chefredakteur der ZEIT und
Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin
[Prof. Dr. h.c. Robert Leicht] schrieb für den Berliner
Tagesspiegel einen Diskussion, in dem er den islamischen Fundamentalismus mit
dem christlichen verglich."
[siehe Auszug oben -
gesamter Text:
http://www.tagesspiegel.de/meinung/Diskussione-Integration;art141,2380944]
[...]
"Leicht nennt keine Fälle (bis auf die Gewaltakte gegen
Abtreibungsärzte) und keine Zahlen, und deswegen müssen wir uns auf sein
Wort verlassen. Ein ehemaliges Ratsmitglied der EKD [EKD -
Evangelischen Kirche in Deutschland]
lügt nicht.
“In der Summe”
kann es also der christlich-religiöse Terrorismus mit dem islamischen
aufnehmen. Das entspricht auch unserer Alltagserfahrung.
Die Fatwah
gegen Eugen Drewermann, die vom Ayatollah Ratzinger verhängt und nie
zurückgenommen wurde; die Geiselnahmen unschuldiger Pilger und Touristen
durch christliche Terroristen, die ihre Opfer erst mit Weihwasser foltern,
bevor sie ihnen die Kehlen durchschneiden; die Selbstmordattentate vor
Striptease-Lokalen, bei denen die Täter “Im Namen Jesu, des Allmächtigen!”
rufen, bevor sie die Leine ziehen. “In der Summe” kommt da was zusammen."
Henryk M. Broder (18.09.2007, Journalist, Die Freiheit des Robert
Leicht)
"Im September hatte der Präsident der
Evangelischen Akademie zu Berlin, Robert Leicht, in der Tageszeitung
„Tagesspiegel“ (Berlin) [siehe oben]
einen Vergleich zwischen Toten durch islamisch-extremistisch motivierte
Terrorakte und Opferzahlen von Gewalttaten des christlichen Fundamentalismus
gezogen." [...] "Zumindest im Blick auf Abtreibungsgegner sei dieser
Vergleich unzutreffend, so das Institut für Religionsfreiheit.
Juristisch dokumentiert seien sieben Morde an Abtreibungsbefürwortern in den
Jahren 1993 bis 1998. Die Vorfälle hätten sich ausschließlich in den USA
ereignet, und die Täter seien zwar religiös motiviert gewesen, hätten aber
keiner bedeutenden Lebensrechtsorganisation angehört. Ein Mörder habe
vermutlich eine Verbindung zum Klu-Klux-Klan gehabt.
Niemals habe
eine fundamentalistisch geprägte oder evangelikale Kirche Gewalt gegen
Abtreibungsärzte oder –kliniken befürwortet oder sich hinter einen der Täter
gestellt. Dies sei auch niemals von einer Pro-Abtreibungsorganisation
behauptet worden.
Nach Ansicht des Institutsdirektors, Prof. Thomas
Schirrmacher (Bonn), können Evangelikale erwarten, nicht wegen einiger
weniger, teils ungeklärter Fälle vor zehn Jahren und in einem einzigen Land
weltweit in „Sippenhaft“ genommen zu werden.
Schirrmacher
[http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Schirrmacher]
zog eine Parallele zu Verbrechen von muslimischen Extremisten. Wenn ein
kleiner Prozentsatz Mord und Totschlag in aller Welt verübe und ein weiterer
kleiner Prozentsatz dies begrüße, würden Politiker und Kirchenführer nicht
müde, davor zu warnen, alle Muslime in einen Topf zu werfen. Eine ähnliche
Fairness müsse es auch gegenüber den 420 Millionen Evangelikalen weltweit
geben."
idea / Prof. Dr. mult.
Thomas Schirrmacher(20.10.07, Christliche
Fundamentalisten sind keine Mörder, www.idea.de)
"Die Kirchen begeben sich in eine bedenkliche
Kooperation mit dem Staat, etwa dort, wo es um die Eliminierung
unerwünschter Fundamentalismen oder Sekten geht.
Kürzlich habe ich
gelesen, dass ein französischer EU-Parlamentarier einen Gesetzentwurf
eingebracht hat, der den Kreationismus, also die Behauptung, dass die Welt
vor 6000 Jahren erschaffen und der Mensch aus Erde gemacht wurde, unter
Strafe stellen will. [The dangers of creationism in
education (Gefahren des Kreationismus im Bildungswesen) Resolution 1580
(2007)
http://assembly.coe.int/Main.asp?link=/Documents/AdoptedText/ta07/ERES1580.htm]
Da müssen bei uns die Alarmglocken schrillen. Es gibt
auch einen – falschen – Totalitätsanspruch der Wissenschaft, etwa gegenüber
der Homöopathie. Dieser französische Abgeordnete behauptet, dass der
Kreationismus [lat. creare „erschaffen“,
Schöpfungsglauben] dadurch, dass er wissenschaftsfeindlich ist,
notwendigerweise demokratiefeindlich sei und deshalb verboten werden müsse.
Die Kirchen müssten hier misstrauisch werden. Wir müssen sehr darauf
aufpassen, dass auch Leute, die Unsinn reden, ohne Strafe dies tun dürfen."
Prof. Dr. Robert
Spaemann (08.07.2007, Philosoph, Der Tagesspiegel, Es sind die
Gläubigen, die die Vernunft verteidigen.)
"Die einzige „passionierte“
Antwort auf die fundamentalistische Passion scheint ein aggressiver
Säkularismus zu sein, so wie in Frankreich.
Dort hat die Regierung das
Tragen auffälliger religiöser Kleidungsstücke in Schulen verboten, nicht nur
des Kopftuches, sondern auch der jüdischen Kopfbedeckung und großer
christlicher Kreuze."
DIE ZEIT
(11.03.2004, Gefährlicher Glaube. Die westliche Toleranz verfehlt das Wesen
der Religion, Die Zeit Nr.12)
"Belgien steht vor einem neuen Streit um die Trennung von Staat und
Kirche. Laut einem Gesetzentwurf sollen religiöse Symbole aus öffentlichen
Einrichtungen verbannt werden.
Kreuze sollen auf Friedhöfen an
zentraler Stelle oder im Eingang, beispielsweise als Gedenkkreuz oder
Friedhofssymbol, verboten werden. Nur Kreuze auf individuellen Gräbern
sollen noch zulässig sein. [...]
Es ist völlig offen, wie das
Parlament abstimmen wird."
DIE WELT
(14. Dezember 2009, Belgien. Brüsseler Gesetzentwurf will religiöse Symbole
verbannen, www.welt.de)
"Freuen Sie sich mit mir, dass man in manchen Alpendörfern tatsächlich
damit beginnt, Gipfelkreuze von den Bergen zu holen. Die haben lange genug
die religiösen Gefühle von Muslimen verunglimpft. Schließlich gehören die
Berge doch allen.
Es kommt endlich etwas in Bewegung im Abendland. Nach so vielen Jahren
aggressiver Meinungsfreiheit wird Einhalt geboten, einfach alles zu sagen
und zu schreiben, was man denkt. Das war ein Irrweg voller gefährlicher
Provokationen."
Dr. Wolfram Weimer (April 2008,
Chefredakteur Cicero, 1990 - 1994 Redakteur FAZ, 2000 - 2002 Chefredakteur
Die Welt, Cicero-Kolumne: Das Kreuz mit dem "t", www.cicero.de)
"Auf dem Landesparteitag der Grünen in Augsburg hat die Mehrheit der
Delegierten dafür gestimmt, alle religiösen Symbole aus Schulzimmern des
Bundeslandes zu verbannen. Der Entschluss der Grünen entfachte einen "neuen
Kruzifix-Streit in Bayern", heißt es in der Online-Ausgabe der
"Bild"-Zeitung. […]
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kritisierte den
Grünen-Beschluss scharf: "Christliche Symbole gehören zu unserer Kultur und
unseren Werten. Die Gleichsetzung von Kruzifix und Kopftuch ist geradezu
absurd." …
Den ersten Kruzifix-Streit gab es in Bayern im Mai 1995. Damals gab das
Bundesverfassungsgericht Beschwerden von Schülern und deren Eltern über
Kreuze in Volksschulen Recht. Teile der Bayerischen Volksschulordnung, die
das Anbringen von Kreuzen vorschrieben, wurden für verfassungswidrig und
nichtig erklärt. Die Staatsregierung sorgte durch eine Gesetzesergänzung
dafür, dass die Schul-Kruzifixe aufgrund der "geschichtlichen und
kulturellen Prägung Bayerns" angebracht werden dürfen, was auch vor Gericht
Bestand hatte."
PRO (9.06.08, Grüne gegen Kruzifixe in
Schulzimmern, www.pro-medienmagazin.de)
"Italien hat vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eine
Niederlage erlitten. Die Richter erklärten, das obligatorische Anbringen von
Kruzifixen in Schulräumen verstoße gegen die Menschenrechtskonvention. Die
Religionsfreiheit werde verletzt. [...]
Die Richter in Straßburg ... erklärten, die Kruzifixe seien eindeutig ein
religiöses Symbol. Dies könne für Kinder, die anderen oder keiner Religion
angehörten, verstörend wirken."
DIE WELT (3. November 2009, Italien.
Kruzifix im Klassenraum verletzt Menschenrechte, www.welt.de)
"Das Verbot, sich leidenschaftlich zu seinem Glauben zu bekennen, erklärt,
warum „Kultur“ zu einer zentralen lebensweltlichen Kategorie geworden ist.
Religion ist erlaubt – aber nicht als eine substanzielle Lebensweise,
sondern als „Kultur“ und Lifestyle-Phänomen.
Was sie legitimiert,
ist nicht ihr innerer Wahrheitsanspruch, sondern die Art, wie sie uns den
Ausdruck innerster Gefühle erlaubt. Wir müssen nicht mehr „wirklich gläubig
sein“, solange wir bloß (einige) religiöse Rituale und Sitten befolgen.
Sogar die Religionen selbst, von der New-Age-Spiritualität bis zum
Hedonismus des Dalai Lama, bedienen inzwischen den postmodernen
Vergnügungshunger, die Religion als „Kultur“.
Vielleicht ist „Kultur“ der Name für all jene Dinge, die wir praktizieren,
ohne wirklich an sie zu glauben, ohne sie „ernst zu nehmen“.
Ist das
nicht auch der Grund dafür, warum wir fundamentalistische Gläubige als
kulturfeindliche „Barbaren“ abtun – nur deshalb, weil sie es wagen, ihre
Überzeugungen ernst zu nehmen?" […]
"Wir kennen eine Reihe von Produkten, deren schädigende Eigenschaft
neutralisiert wurde: Kaffee ohne Koffein, Sahne ohne Fett, Bier ohne
Alkohol. Die Liste ließe sich fortsetzen" […]
"Auch die liberale und
tolerante Einstellung gegenüber anderen Menschen gehört in dieses Bild, die
Forderung nach Offenheit gegenüber seinem Anderssein bei gleichzeitig
obsessiver Angst vor Belästigung: Der andere ist einem recht, solange er
nicht wirklich anders ist."
DIE ZEIT
(11.03.2004, Gefährlicher Glaube. Die westliche Toleranz verfehlt das Wesen
der Religion, Die Zeit Nr.12)
"Das historische Thema „Kulturprotestantismus“
ist wieder Gegenstand heftiger Kontroversen geworden.
Wurde der
Kulturprotestantismus von der Wort-Gottes-Theologie
[vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Barth] noch als
Kapitulation der Theologie vor der Moderne abqualifiziert, so wird er heute
vielfach als wegweisende Öffnung des Protestantismus angesichts der
neuzeitlichen Kultur verstanden."
Prof. Dr. Traugott
Jähnichen (2000, Theologe, Ruhr-Universität Bochum,
Kulturprotestantismus – Bedeutung und Problematik eines klassischen Konzepts
neuzeitlicher Theologie)
"Glaubt, was ihr für glaubwürdig und wahr
haltet, aber bleibt kritisch."
Pfarrer Friedrich
Schorlemmer (25.04.2004, Speyerer Protokolle: Der Protestantismus als
Kritik und Gestaltung, Symposium und Gottesdienst zum 475-jährigen
Protestationsjubiläum, 24./25. April 2004 Speyer, hg.v. Ev. Akademie der
Pfalz)
"Wo Gottes Wort nicht mehr das Fundament ist,
setzen sich Pragmatismus [vgl. W. James
1898, siehe oben] und
Säkularisierung
[mlat. saecularis = weltlich] durch."
Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (22. Januar, 2002, www.kath.net,
kath.net/idea)
"Anything goes, man kann glauben, was man will,
und die Wahrheit ist nur das, was die Einzelnen dafür halten". ... "Eine
derartige Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheitsfrage löst das Christentum
auf."
Dr. Andreas Rössler
(26.7.2001, Theologe, Undogmatisches Christentum: ein Ideal im Konflikt mit
der Wirklichkeit, IARF-Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll)
"Gott
lässt sich nicht säkularisieren
[mlat. saecularis = weltlich]"
[…]
"Deshalb ist es ein Trugschluss, wenn die Kirche selbst auf die
Säkularisierung der ihr anvertrauten Glaubensgehalte mit einer
Selbstsäkularisierung antwortet, statt unter der Asche der Säkularisierung
die Glut der ursprünglichen Glaubensmotive freizulegen."
Dr.
Wolfgang Huber
(04. April 2006,
2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland,
Kirche der Reformation am Beginn des 21. Jahrhunderts - Eine
Ortsbestimmung", Vortrag zum 450jährigen Reformationsjubiläums in Baden)
"Gerne würde ich dieses Gottvertrauen auch an
meine Kinder weitergeben. Geht aber nicht mehr, mein Kinderglaube ist weg,
zu einem Erwachsenenglauben habe ich nie gefunden, für den Atheismus hat's
aber auch nicht gereicht."
Christian Nürnberger (3. November 2003, Journalist, 34. Rhein. Pfarrerinnen-
und Pfarrertag Bonn)
"Über lange Zeit haben wir es weithin
akzeptiert, dass Glaubensfragen aus der Öffentlichkeit verdrängt wurden. Wir
haben die öffentliche Unentbehrlichkeit unserer Kirche lieber mit anderen
Themen unter Beweis gestellt als mit dem Bekenntnis zu Christus und dem
unverschämten Zutrauen zum Heiligen Geist.
Wir haben dem Salz seine
Kraft genommen. Nun wird wieder neu gefragt: Warum wurde Jesus gekreuzigt?
Was ist der Heilige Geist? Warum bekennen wir Christen uns zu einem
dreieinigen Gott? Jetzt müssen wir wieder zu dem Besonderen unseres Glaubens
stehen. Jetzt geht es wieder um das Salz der Erde."
Bischof Dr.
Wolfgang Huber (28. Mai 2007, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen
Kirche in Deutschland,
Predigt zum Bayerischen Kirchentag auf dem Hesselberg)
"Das Wort Gottes wird das vornehmste Mittel
sein, das die Kirche braucht, um in einen besseren Stand zu kommen." Pfarrer Philipp
Jakob Spener (1675,
lutherischer Theologe u. Vertreter des Pietismus, Pia Desideria, Ausgabe
1964, S. 58, http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Jacob_Spener)
"Ich sehe den Hilfeschrei der jungen Generation
und der Politiker, die in all ihrer Ratlosigkeit nach Fundamenten suchen.
Dem neuen Papst schließe ich mich an, wenn er gegen die „Diktatur des
Relativismus“ angeht. Das ist kein Fundamentalismus. So ein Vorwurf trifft
auf den Islamismus zu, der mit Hasspredigern auftritt und Gewalttaten
ausübt.
Die noch viel größere Gefahr sehe ich im atheistischen
Fundamentalismus. Der geht nämlich davon aus, dass jeder seine eigenen
Wahrheiten postuliert. Ganz aktuell sieht man das hier in Berlin, wenn der
Senat den Religionsunterricht abschafft. Auf so eine Idee kämen selbst die
politisch Linken in Niedersachsen oder Bayern nicht." [...]
"Heute
wird alles, was auf Werte bezogen wird, unter Fundamentalismusverdacht
gestellt. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Ich bin Realist, kein
Fundamentalist."
Peter Hahne(14.05.2005, Theologe,
1992 - 2009 Ratsmitglied
der EKD
(Evangelische Kirche in Deutschland),
ZDF-Programmdirektion, Neue Osnabrücker Zeitung)
"Was unterscheidet
christliche Fundamentalisten von islamischen?
Hier gibt es einen
ganz wichtigen Unterschied, der für die Diskussion über dieses Thema
entscheidend ist: Christen sind verpflichtet, nach dem Liebesgebot Jesu zu
handeln: Liebet eure Feinde! Segnet, die euch fluchen! Tut wohl denen, die
euch hassen! (Matthäus 5,44).
Dies sind Jesu Gebote aus der
Bergpredigt für Seine Jünger. Wir haben also von der Bibel, vom Neuen
Testament her gesehen, nie die Legitimation, unsere Feinde zu töten.
So ist es nicht fair und sachlich nicht richtig, den christlichen
Fundamentalismus dem islamischen gleichzustellen - und damit friedliche
bibeltreue Christen mit gewalttätigen islamistischen Fundamentalisten in
Verbindung zu bringen!
Der Begriff „Fundamentalismus“ ist also in
Verruf geraten und zur Keule geworden, mit der man eben auch das bibeltreue
Christentum „niederschlägt“, nur weil es sich - wie aufgezeigt - auf die
biblische Lehre gründet."
Dr. theol.
Lothar Gassmann (25. Juli 2006,
Theologe, "Christliche Fundamentalisten sind keine Terroristen")
"Diffamierungskampagnen werden sich kaum gegen alle bibeltreuen Christen und
Gemeinschaften gleichzeitig richten; vielmehr werden sie sich (zunächst) nur
gegen solche richten, die die gegenwärtige geistliche und politische
Situation am Klarsten erkennen und am deutlichsten nach außen artikulieren."
"Der Sinn dieser Vorgehensweise liegt zum Einen darin, in der Öffentlichkeit
nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, es finde so etwas wie eine
Christenverfolgung statt. Zum Anderen sollen auf diese Weise die Gemäßigten
unter den Bibeltreuen veranlasst werden, sich von den Radikaleren zu
distanzieren.
Auf diese Weise soll eine Spaltung des bibeltreuen
Lagers und eine Isolierung der engagiertesten Bekenner herbeigeführt werden.
Schon jetzt gibt es deutliche Anhaltspunkte, dass diese Rechnung zumindest
vorläufig aufgehen wird."
Thomas Zimmermanns
(17. Februar 2005, Jurist, Christen unter Druck)
"Als einziges unter all den Lastern ist die Feigheit ausschließlich
schmerzhaft - sie ist entsetzlich, wenn man sie kommen sieht, entsetzlich,
wenn man sie empfindet, und entsetzlich, wenn man sich ihrer erinnert."
Prof. Dr. theol. h.c., Dr. h.c. Clive Staples Lewis (1898-1963, britischer Schriftsteller und Literatur-wissenschaftler)
Clive Staples Lewis, 1960, britischer
Schriftsteller und Literaturwissenschaftler
»Appell aus
Baden«
"Die Christen haben zwar Zwangschristianisierungen, Kreuzzüge, Hexen- und
Ketzerverbrennungen inzwischen überwunden. Aber fundamentalistische
Strömungen sind nach wie vor bereit, im Namen Gottes Absolutheits- und
Dominanzansprüche zu erheben" [...]
Heinz Zahrnt hat "bereits 1980
zum »Dialog zwischen den Weltreligionen« aus neuen Zusammenhängen neue
Schlüsse gezogen. „Angesichts der entstehenden einen Welt, des
Zusammenwachsens der Völker zur einer Menschheit, verlangt er (im
Piper-Bändchen: »Aufklärung durch Religion«) »von allen Weltreligionen, auch
vom Christentum die Bewahrheitung ihrer Botschaft im Hinblick auf eine
künftige Weltgesellschaft.
Daher
geht die Christenheit unserer Tage ... auf eine größere Ökumene als bisher
zu: auf die Ökumene der Religionen."
»Appell
aus Baden« (Mai 2006, Vorwort
v. Bischof Dr. Ulrich Fischer - Landesbischof der Evangelischen
Landeskirche in Baden, Hans-Joachim Girock, Dr. Gerhard Liedke u. Prof. Dr.
Gottfried Gerner-Wolfhard,
Baden-Baden, epd Dokumentation 26/2006,
http://www.ekiba.de/images/Was-jetzt-dringlich-ist.pdf)
"Die Christenheit hat nicht den Auftrag, das jüdische Nein zum
Messias Jesus aufzubrechen. Im Gegenteil!"
Präses Dr. h.c.Nikolaus Schneider (17. September 2009,
Theologe, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland -
EKD, Präses [vgl. Kirchenpräsident bzw. Landesbischof] der Evangelischen
Kirche im Rheinland (EKiR), Rabbiner-Brandt-Vorlesung in der
Evangelischen St. Mariengemeinde in Dortmund, Pressemitteilung Nr.
147/2009, www.ekd.de)
"Nicht
der hat Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern der, welcher
keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte."
Prof. Friedrich Schleiermacher
(1799, Theologe, Klassiker neuzeitlicher Religionstheorie, "Über die
Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern")
die
Vernunft mein zweiter, der Mensch mein
dritter und letzter Gedanke."
Dr.
Ludwig Feuerbach (1841,
Philosoph, Das
Wesen des Christentums)
[Ludwig Feuerbach: "In Ansbach machte Ludwig 1822 sein Abitur. Während
seiner Schulzeit hatte ihn das Studium der Bibel fasziniert. Er hatte sich
deshalb auch besonders stark den alten Sprachen Griechisch, Latein und
Hebräisch gewidmet und plante Theologie zu studieren. Er begann dieses
Studium auch 1823 in Heidelberg." (Helmut Steuerwald, 27. Mai 2004)
Feuerbach "studierte seit 1823 in Heidelberg evangelische Theologie bei Karl
Daub, der ihn für die Philosophie Georg Wilhelm Friedrich Hegels gewann, und
1824-26 in Berlin, um Hegel zu hören. 1825 ging er von der Theologie zur
Philosophie über, promovierte 1828 und habilitierte sich im gleichen Jahr in
Erlangen."
(http://www.bautz.de/bbkl/f/feuerbach_l.shtml]
"und wünsche nur, dass ich die... Aufgabe nicht verfehlt habe, ...
Sie aus Gottesfreunden zu Menschenfreunden,
aus Gläubigen zu Denkern, aus Betern zu
Arbeitern, aus Kandidaten des Jenseits
zu Studenten des Diesseits, aus
Christen, welche ihrem eigenen Bekenntnis und Geständnis zufolge‚ halb Tier,
halb Engel’ sind, zu Menschen, zu
ganzen Menschen zu machen." Dr.
Ludwig Feuerbach (1848, Philosoph, Vorlesungen über das Wesen der
Religion)
"Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde."
[Projektionstheorie Feuerbachs: Gott als Projektion des menschlichen
Wesens.] Dr.
Ludwig Feuerbach (1804-1872, Philosoph, Projektionstheorie)
"Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, dass
der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei"
Dr. Karl Marx (1844, Philosoph u.
Theoretiker des Sozialismus und Kommunismus, Zur Kritik der Hegelschen
Rechtsphilosophie. Einleitung, MEW 1, 385,
http://de.wikisource.org/wiki/Zur_Kritik_der_Hegelschen_Rechtsphilosophie._Einleitung)
"Am Ende steht der Mensch, der Gott für tot und
die Wahrheit für abgeschafft erklärt hat, am Abgrund der Absurdität, zur
Maschine degeneriert, funktioniere diese nun mechanisch oder biologisch."
Hans-Joerg Naumer (17. Dez. 2002, Die
Kulturkritik der besonderen Art)
"Der moderne Mensch und die moderne Theologie
gelangten durch ihren Versuch, allein vom Menschen auszugehen, an denselben
Punkt wie der brillante deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche (1844—1900.
In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts behauptete er als erster im
»modernen« Sinne, dass Gott tot sei, und er hatte sehr wohl verstanden, wo
es die Menschen hinbringt, wenn sie dies sagen. Wenn Gott tot ist, dann ist
alles tot, für das Gott eine Antwort bedeutet oder dem Gott einen Sinn
gibt." […]
"Ohne den unendlich-persönlichen Gott kann der Mensch -
Nietzsche weist darauf hin - nur noch »Systeme« konstruieren." […]
"Der Mensch kann irgendein Gebäude errichten, irgendeinen Rahmen abstecken,
in welchem er lebt, sich völlig abkapselt und nicht darüber hinausschaut.
Darunter kann man vieles verstehen. Es kann vornehm und edel klingen,
indem man zum Beispiel idealistisch davon redet, das Beste für alle zu
wollen.
Oder ein Wissenschaftler mag sich auf irgendein kleines
Problem konzentrieren, damit er nicht an eine der großen Fragen denken muss … Oder es kann ebenso gut ein theologisches Spiel mit Wörtern innerhalb
des Rahmens der existentialistischen Methodologie sein.
Zu diesem
Punkt also kam der auf sich selbst bauende Mensch, und an diesem Punkt
befindet er sich immer noch." [...]
"Paul Tillich (1886-1965) ... war
einer der herausragenden neo-orthodoxen Theologen. Ein Student berichtete
mir, dass Tillich, als er in Santa Barbara, Kalifornien, kurz vor seinem Tod
gefragt wurde, ob er bete, geantwortet hat: »Nein, aber ich meditiere.«
Ihm blieb lediglich die Vokabel Gott, ohne die Gewissheit, ob es mehr gibt
als nur diese Vokabel, oder ob dieses Wort mehr beinhaltet als nur den
pantheistischen Pan-all-ismus. [Pantheismus
(griechisch pan = „alles, ganz“; theós = „Gott“) bedeutet, die Gottheit bzw.
„das Göttliche“ in allen Erscheinungen der Welt zu sehen (Allgottglaube).
Dies kann sich entweder in der Ansicht ausdrücken, dass alles in der Welt
„von Gott erfüllt“ ist (schwacher Pantheismus) oder in der Ansicht, dass das
Universum gleichbedeutend mit Gott sei (starker Pantheismus). Anhänger des
starken Pantheismus glauben an keinen persönlichen oder personifizierten
Gott; sie sehen die ganze Welt vom Makro- bis zum Mikrokosmos als „göttlich“
an. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pantheistisch]
Die »Gott-ist-tot-Theologie«, die auf Tillich folgte, schloss folgerichtig,
dass, wenn uns lediglich die Vokabel Gott bleibt, es keinen Grund gibt,
weshalb wir nicht dieses Wort selbst durchstreichen sollten.
Für
viele liberale Theologen (selbst wenn sie nicht behaupten, Gott sei tot)
sind gewisse andere Dinge tot. Da sie die Tatsache ablehnen, dass Gott in
der Bibel und durch die Offenbarung in Jesus Christus dem Menschen
Wahrheiten mitgeteilt hat, die in klaren Sätzen ausgedrückt werden können,
ist der Inhalt des Begriffes »Gott« tot und jegliches Wissen um die Existenz
eines persönlichen Gottes ebenfalls.
Man hat damit nur noch religiöse
Begriffe ohne Inhalt und die Gefühle, die durch gewisse religiöse Wörter
hervorgerufen werden. Das ist alles."
Dr. theol. h.c, Dr. h.c., Dr. h.c. Francis A.
Schaeffer (1983, Theologe, Wie können wir denn leben? 3. Aufl. Hänssler
1991, S. 176, 178-179)
"Was meinen wir heute, wenn wir
Gott sagen? Ist er unsere Idee, oder sind wir die seine?" Prof.
Dr. Robert Spaemann (September 2007, Philosoph, Das unsterbliche
Gerücht. Die Frage nach Gott und die Täuschungen der Moderne.)
"Ohne ein Vorverständnis dessen, was das heißt:
»Gott«, besagt die Rede, Jesus sei Gott, Sohn Gottes, Zeuge Gottes,
Stellvertreter Gottes, gar nichts. Und wenn Jesus Stellvertreter eines
gestorbenen Gottes sein soll, dann kann das nur heißen: Stellvertreter eines
nie gewesenen Gottes.
Es sei denn, wir verstünden Gott mit einigen
Theologen als »Sprachereignis«, als die in religiöser Rede geschehende
Selbsttranszendenz des Menschen." [...] "Gott als offene Zukunft des
Menschen, Gott als Sinn seines Daseins, das wird zur schönen, aber leeren
Formel"
Prof. Dr. Robert
Spaemann (Januar 1969, Philosoph, Was ist das eigentlich – Gott? Band
119 - Die Bücher der Neunzehn)
"Wie aber können Sie zu einem bloßen Symbol
beten?"
Prof. Dr. Gerd Lüdemann(8. Mai 1998, Theologe,
Georg-August-Universität Göttingen,Unter den Dächern von Göttingen, DS -
DEUTSCHES ALLGEMEINES SONNTAGSBLATT, 8. Mai 1998 Nr. 19/1998)
"Der (spät)moderne Experte übt das Amt eines
Priesters aus, der die Menschen mit symbolisch besetzten „Antworten“ auf das
Rätsel ihres Daseins speist (vgl. hierzu: J. Hoff: Spiritualität und
Sprachverlust, Paderborn u.a. 1999).
Das religiöse
Zersetzungspotential derartiger „Expertenreligionen“ ist weniger offenkundig
als im Falle des klassischen Atheismus."
Dr. Johannes Hoff
(15.07.2004, Theologe, Das Verschwinden des Körpers. Eine Kritik an der „Wut
des Verstehens“ in der Liturgie, Tübingen)
"Man kann Begriffe wie Tod, Sterben und
Auferstehung auch im übertragenen Sinne brauchen. Wichtig ist: Bei Tod und
Leben handelt es sich nicht um Symbole, sondern um Realität. Jesus wurde mit
seinem Leib gekreuzigt und ist in seinem Leib gestorben und begraben worden.
Wenn der Tod den Leib nimmt, muss die Auferstehung ebenso konkret sein.
Das Schwierige an der Auseinandersetzung ist: Während die frühere liberale
Theologie die Auferstehung grundsätzlich bestritt, reden moderne Theologen
von Auferstehung, verstehen sie aber bloß symbolisch." [...]
"Wo die
leibliche Auferstehung geleugnet wird, wird auch das Königtum von Jesus,
seine Himmelfahrt, seine leibliche Wiederkunft und sein Sühnetod geleugnet.
Jesu Tod wird dann nur als Märtyrertod verstanden. Dazu ist zu sagen: Der
Tod muss dort besiegt werden, wo er zugeschlagen hat, und er hat am Körper
Jesu zugeschlagen.
Man kann nicht einem körperlichen Geschehen ein
rein symbolisches Geschehen entgegensetzen. Wenn Jesus nur symbolisch
auferstanden wäre, gäbe es für uns keine Auferstehungshoffnung."
Prof. Dr. Johannes Heinrich Schmid (10.04.2004, Theologe,
idea/Livenet)
"Man kann nicht jede beliebige religiöse
Meinung damit retten, sie sei zwar nicht wortwörtlich, aber doch noch
symbolisch wahr." […] "Eine derartige Gleichgültigkeit gegenüber der
Wahrheitsfrage löst das Christentum auf."
Pfarrer Dr. Andreas
Rössler (26.7.2001, Theologe, Undogmatisches Christentum: ein Ideal im
Konflikt mit der Wirklichkeit, IARF-Tagung in der Evangelischen Akademie Bad
Boll)
"Im
... eben beschriebenen leeren Raum, können die modernen Theologen sich
überhaupt nicht mehr vorstellen, dass der Begriffsinhalt, der durch das Wort
Gott angedeutet wird, sich auf irgendeine wirkliche und wahre Substanz
beziehen könnte. Alles, was sie haben, ist eine semantische
[Bedeutung sprachlicher Zeichen] Antwort auf Grund einer
Assoziation [lat. associare; dt. vereinigen,
verbinden, verknüpfen, vernetzen] … eben nichts als das
philosophische Andere, das unendliche, unpersönliche Alles.
An dieser
Stelle aber nähert sich das westliche Denken sehr stark dem des Ostens. Der
moderne Theologe hat den einzigartigen unendlich-persönlichen Gott der
biblischen Offenbarung und der Reformation verloren.
Die liberale
Theologie der derzeitigen Denkwelt hat nur „Gott"-Wörter als Ersatz.
T. H. Huxley hat ... schon 1890 (Science and Hebrew Tradition vol. 4 of
Huxley's Collected Essays, Macmillan, London 1902) erklärt ... dass eine
Zeit kommen werde, in der die Menschen den Glauben jeglichen Inhaltes
entleeren würden und dies ganz besonders in Bezug auf die biblischen
Berichte der vorabrahamischen Zeit." […]
"Die modernen Theologen
gebrauchen assoziationsreiche Wörter anstelle von definierten Wörtern -
Wörter als Symbole … Jesus erweist sich aber hier als ein nicht-definiertes Symbol. Das Wort wird gebraucht, weil es im Gedächtnis
der Menschheit verwurzelt ist. Es ist der Humanismus mit einem religiösen
Banner, das den Namen Jesus trägt, welchem aber jeder beliebige Inhalt
verliehen werden kann." […]
"Wenn wir meinen, dem Druck der heutigen
Auseinandersetzung zu entrinnen, indem wir die kategorischen Aussagen der
Schrift abschwächen und lediglich das Wort „Jesus" oder „Erfahrung" über die
Linie setzen, dann stehen wir vor dieser Frage: Worin besteht der
Unterschied zwischen unserem Tun und dem Vorgehen der säkularen Welt mit
ihrem semantischen Mystizismus, oder ... der modernen Theologie?
Zumindest geben wir dem Gedanken Einlass, es sei ein und dasselbe. Ganz
gewiss werden in der nächsten Generation Männer sein, die versuchen, alle
Unterschiede zu verwischen." […]
"Das eigentliche Wesen des Systems
hat zur Folge, dass die Art der ... verwendeten Worte - selbst ein so viel
geliebtes Wort wie „Jesus" - ohne Bedeutung ist. … Das Wort wird als
inhaltloses Spruchband verwendet, dem unsere Generation nachfolgen soll. Es
hat aber keinen rationalen, schriftgemäßen Gehalt mehr, anhand dessen es
geprüft werden kann; so wird das Wort gebraucht, um das volle Gegenteil von
dem zu lehren, was Jesus lehrte. Die Menschen werden aufgerufen, dem
Wort mit einer hochgespielten Begeisterung zu folgen und dies ganz besonders
in der neuen Moral, die hinter der neuen Theologie einherschreitet." […]
"Wir sind damit in die beängstigende Lage gekommen, in der das Wort „Jesus"
zum Feind der Person Jesu geworden ist und zum Feind von dem, was Jesus
lehrte. Wir müssen das inhaltlose Banner mit dem Wort „Jesus" fürchten,
nicht weil wir Jesus nicht lieben, sondern eben weil wir ihn lieben." […]
"Diese sich beschleunigende Tendenz bringt mich zu der Frage, ob Jesus, als
Er sagte, dass auf die Endzeit hin andere Christusse auftreten würden, nicht
diese Entwicklung im Auge hatte. Wir dürfen niemals vergessen, dass der
große Feind, der kommt, der anti-Christ ist. Er ist nicht der
anti-Nicht-Christus, er ist der anti-Christus.
Seit einigen Jahren
wird das Wort „Jesus", vom Inhalt der Heiligen Schrift losgelöst, mehr
und mehr zum Feind des geschichtlichen Jesus,
des Jesus, der starb
und auferstand, der wiederkommt und der der ewige Sohn Gottes ist. …
Wenn gläubige Christen in die Zwiespältigkeit abgleiten und die Begegnung
mit Jesus vom Inhalt der Schrift (einschließlich des Diskutier- und
Prüfbaren) trennen, dann sind wir, wenn auch ohne Absicht, im Begriffe, uns
selbst und die nächste Generation in den Mahlstrom des modernen Systems zu
werfen. Dieses System umgibt uns als ein fast monolithischer Meinungsblock."
[…]
"Die Tatsache, dass der Mensch gefallen ist, bedeutet nicht, dass
er aufgehört hat, Gottes Bild zu tragen. Er hat nicht aufgehört, ein Mensch
zu sein, weil er gefallen ist.
Trotz seines Falles kann er lieben. Es
wäre ein großer Irrtum zu sagen, dass nur ein Christ lieben könne. Auch ein
nichtchristlicher Maler kann immer noch Schönheit malen. Und weil sie diese
Dinge immer noch tun können, offenbaren die Menschen, dass sie Träger des
Bildes Gottes sind. Oder, um es anders auszudrücken, sie erweisen damit ihr
einzigartiges Menschsein als Menschen.
So ist es wirklich eine
wunderbare Tatsache, dass der Mensch, der durch den Sündenfall so verdreht,
so verdorben und verloren ist, immer noch ein Mensch bleibt. Er ist weder
eine Maschine noch ein Tier, noch eine Pflanze geworden. Die Zeichen des
Menschseins sind noch an ihm zu erkennen - Liebe - Verstand - die Frage nach
dem Sinn des Lebens - die Furcht vor der Nichtexistenz.
Dies ist
selbst dann der Fall, wenn sein nicht-christliches System ihn lehrt, dass
diese Dinge gar nicht existieren. Durch diese Züge unterscheidet er sich vom
Tier, von der Pflanzenwelt und von der Maschine.
Anderseits, wenn er
nur autonom von sich selbst ausgeht, ist es ganz klar, dass er als endliches
Wesen niemals irgendeine absolute Antwort erreichen kann. Dies wäre allein
schon auf Grund seiner Endlichkeit der Fall, dazu kommt aber, seit dem
Sündenfall, die Tatsache seiner Auflehnung. In der Empörung verdreht er das
Zeugnis des Bestehenden - das äußere Universum und seine Gestalt und das
Menschsein des Menschen.
Auf diesem Hintergrund bezeugt die Bibel in
eigenen Worten, was sie selbst ist. Sie stellt sich selbst vor als Gottes
Mitteilung der Wahrheit in festen Aussagen, in menschlicher Sprache
geschrieben für solche, die nach seinem Bilde geschaffen sind. Von der
Voraussetzung des Gesetzes der Naturkausalität in einem geschlossenen System
ausgehend, würden sowohl das weltliche als auch das unbiblische,
theologische Denken unserer Zeit sagen, dass solches unmöglich sei. Und
trotzdem bleibt das Selbstzeugnis der Bibel das, was es ist." [...]
"Die Bibel sagt zunächst, dass am Anfang alle Dinge von einem
persönlich-unendlichen Gott geschaffen wurden, einem Gott, der schon immer
existiert hat. Alles, was ist, ist daher dem Wesen nach eher persönlich als
unpersönlich. Ferner erklärt die Bibel, dass Er alle Dinge außerhalb von
sich selbst geschaffen hat. … Diese Umschreibung ist nicht in einem
räumlichen Sinn zu verstehen, sondern sie dient dazu, die Vorstellung
auszuschließen, dass die Schöpfung irgendeine pantheistische
[Pantheismus (griechisch pan = „alles, ganz“; theós = „Gott“) bedeutet, die
Gottheit bzw. „das Göttliche“ in allen Erscheinungen der Welt zu sehen
(Allgottglaube). Dies kann sich entweder in der Ansicht ausdrücken, dass
alles in der Welt „von Gott erfüllt“ ist (schwacher Pantheismus) oder in der
Ansicht, dass das Universum gleichbedeutend mit Gott sei (starker
Pantheismus). Anhänger des starken Pantheismus glauben an keinen
persönlichen oder personifizierten Gott; sie sehen die ganze Welt vom Makro-
bis zum Mikrokosmos als „göttlich“ an. Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pantheistisch] Erweiterung von
Gottes Wesen sei.
Gott existiert - ein persönlicher Gott, der schon
immer existiert hat. … Was er geschaffen hat, besitzt objektive
Realität, somit besteht ein wirklicher, geschichtlicher Ablauf von Ursache
und Wirkung. Es gibt eine wirkliche Zeit und es gibt ein wirkliches Ich.
In diesen geschichtlichen Rahmen hat Gott - nach dem Wort der Bibel - den
Menschen in besonderer Weise, nämlich nach seinem eigenen Bilde geschaffen,
hineingestellt." […]
"Wenn wir den wesensmäßig persönlichen Ursprung
der Welt verwerfen, welche Alternative bietet sich uns dann an? An dieser
Stelle muss ganz deutlich gesagt werden, dass es in diesem Fall keine
andere, letzte Antwort gibt als die, dass der Mensch ein Produkt des
Unpersönlichen, plus Zeit, plus Zufall ist." […] "Die Aussage der Bibel
aber, dass der Mensch nach dem Bilde eines persönlichen Gottes geschaffen
ist, gibt uns einen Ausgangspunkt. … Dies steht im totalen Gegensatz zu
anderen Systemen, in denen der Mensch von sich selbst ausgeht."
Dr. theol. h.c, Dr. h.c., Dr. h.c.
Francis A. Schaeffer (1970, Theologe, Preisgabe der Vernunft, Haus der Bibel /Genfer
Bibelgesellschaft; Auflage: 7., Aufl. 1985, ISBN 978-2826067016)
"Es ist jedermanns gutes Recht, sich eine
Religion zusammenzubrauen, in der eigene Ideen, Wünsche und Meinungen sowie
ein selbst komponiertes Gemisch verschiedenster religiöser Aussagen …
eingebracht werden. Niemand kann diesen Menschen auch verwehren, sich
passende Versatzstücke der Bibel einzuverleiben.
Nur mit Glauben an
den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs und Vertrauen in die einzig zu diesem
Gott führende Erlösungstat durch den Sohn Gottes, Jesus Christus, hat das
nicht mehr auch nur das Geringste zu tun.
Hier sind ganz separate,
neue Religionen erdacht worden. So „christlich“ sich das auch immer nennen …
mag." Martin C.R. Krüger
(2005, Prüfet alles, das Gute haltet fest, Seite 39)
"Ich bin der Überzeugung, dass die größten
Gefahren, die dem kommenden Jahrhundert bevorstehen, folgende sind: eine
Religion ohne den Heiligen Geist, eine Christenheit ohne Christus, eine
Vergebung ohne Buße, eine Erlösung ohne Wiedergeburt, eine Politik ohne Gott
und ein Himmel ohne Hölle."
Pfarrer Dr. h.c. William Booth (1829 -1912, Gründer der Heilsarmee,
Ehrendoktor der Universität Oxford, London)
"Ich freue mich sehr darüber, dass Kirchen in
Deutschland nicht mehr an die Hölle glauben und diese nicht mehr lehren.
Doch in Südamerika oder den USA wird das immer noch gelehrt."
Prof. Dr. Richard Dawkins
(15.11.2007, Evolutionsbiologe, Eine Frage des Glaubens
JBK - ZDF)
"Die Evangelikalen, die religiösen Rechten
Amerikas und die derzeit weltweit wachsenden fundamentalchristlichen
Pfingstgemeinden versuchen derzeit mit Macht, wieder weit hinter Bultmann
[siehe unten] und die Aufklärung zurückzugehen." […]
"Diesen muss man entgegentreten, nicht der wissenschaftlichen Theologie. Sie
wäre genau das Mittel, das es heute bräuchte, um die Gespenster der
Vergangenheit in ihre Grüfte zurückzutreiben."
Christian Nürnberger
(November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für
Zweifler)
"Welterfahrung und Weltbemächtigung sind in
Wissenschaft und Technik so weit entwickelt, dass kein Mensch im Ernst am
neutestamentlichen Weltbild festhalten kann und festhält.
Welchen
Sinn hat es, heute zu bekennen: "niedergefahren zur Hölle" oder" aufgefahren
gen Himmel" ... den "Himmel" im alten Sinne gibt es für uns gar nicht mehr.
Und ebenso wenig gibt es die Hölle, die mythische Unterwelt ...
Erledigt sind damit die Geschichten von der Himmel- und Höllenfahrt
Christi; erledigt ist die Erwartung des mit den Wolken des Himmels kommenden
"Menschensohnes" und des Entrafftwerdens der Gläubigen in die Luft, ihm
entgegen."
Prof. Dr. Rudolf
Bultmann (1941, Theologe, [lauthttp://www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml:
bedeutendster Exeget des 20. Jahrhunderts],
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der
neutestamentlichen Verkündigung (1941). in: H.-W. Bartsch (Hg.): Kerygma und
Mythos, Band 1. 1948. 4. Aufl. Reich, Hamburg, 1960, 15-48)
"Versuche, über Bultmann
[siehe oben] hinauszukommen, ihn gar zu „überwinden“, sind bisher
alle gescheitert.
Seine zentrale These, dass die biblischen
Geschichten Glaubensaussagen sind, die in das Kleid des Mythos gehüllt
wurden, ist heute eine theologische Selbstverständlichkeit. An Bultmann
kommt daher bis heute kein Theologe vorbei."
Christian Nürnberger
(November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für
Zweifler)
"In der Tat ist die Kritik der Höllenforschung
einer der stärkeren Züge in der christlichen Theologie, und die Wiederholung
einer im Übrigen heidnischen Vorstellung von der Hölle ist eine der
schwächeren Züge der christlichen Theologie."
Bischof Dr. Wolfgang
Huber (15.11.2007, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in
Deutschland EKD, Eine Frage des Glaubens JBK - ZDF)
"Unvergessen … der Moment, in dem der EKD-Vorsitzende
[2003 - 2009] Wolfgang Huber bei
„Kerner" [15.11.2007, Eine
Frage des Glaubens JBK - ZDF] Richard Dawkins darüber
aufklärte, dass die Hölle, wenn sie denn existiere, „leer" sei.
Ich für meinen Teil habe mich mittlerweile damit abgefunden, dass „Pseudo-Religiotisch"
eine Art „Dialekt" ist, den ich als Rationalist ebenso wenig verstehen kann
wie ein Oberbayer das Ostfriesische. Kapiert habe ich aber zumindest, dass
für Pseudo-Religioten Wörter wie „Auferstehung", „Schöpfung", „Hölle",
„Himmel", „Gott", „Teufel", „Wunder" oder „Dämonen" gänzlich andere
Bedeutungen zu haben scheinen als für jeden anderen, der diese Worte
gebraucht.
Welche Bedeutungen dies genau sind, vermochte ich bislang trotz aller
Anstrengungen zwar nicht zu eruieren, doch es sollte klar sein, dass wir uns
wegen der Pseudo-Religioten eigentlich keine größeren Sorgen machen müssen.
Sie sprechen zwar zugegebenermaßen mit einem höchst seltsamen,
religiotischen Akzent, sind aber im Grunde harmlos. […]
So habe ich mich in den letzten Jahren regelmäßig auf öffentlichen
Podiumsdiskussionen mit Theologen gestritten, die, wie ich beim
abschließenden Biere feststellen konnte, in Wirklichkeit keine Spur
gläubiger waren als ich."
Humanistischer Pressedienst hpd (18 Mär 2009, Die wundersame Welt der
Religioten, Diskussion, www.hpd.de)
"Die
Theologen haben doch längst die Bibel und den ganzen Volks- und Aberglauben
entmythologisiert" [...] "Kein
Theologe sagt es so platt, aber auf diese Plattheit laufen all ihre
Erklärungen hinaus, wenn man sie von den theologieüblichen Verschleierungen
und Wissenschaftlichkeit vortäuschenden Komplizierungen befreit und über die
Rücksichten auf die Kirche und religiöse Gefühle hinweggeht."
Christian Nürnberger
(November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für
Zweifler)
17 Prozent der evangelischen Pfarrerinnen und
Pfarrern der EKiBB [Evangelischen Kirche
Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz] glauben an die
Tatsache: "Himmel nach dem Tod."
[In einer
Befragung aus 1997 antworteten evangelische Pfarrer (in %) auf folgende
Fragen mit „ja“: Kann man nach dem Tod in den „Himmel“ kommen - Ja: 17%.
Quelle: Religions- und kirchensoziologische Untersuchung des Instituts
für Religionssoziologie HUBerlin 1999 durch Jörns]
"Die klassische Eschatologie [griech., ta és-chata,
die letzten Dinge] ... ist offenbar kurz vor dem Verschwinden -
auch bei den Theologengruppen. Klar aber ist, dass zwischen denen, die diese
Vorstellungen noch teilen, und der großen Mehrheit, die das nicht tut,
Welten klaffen."
Prof. Dr.
Klaus-Peter Jörns (1999, "Die neuen Gesichter Gottes. Was die Menschen
heute wirklich glauben", Seite 208)
"Herr Dawkins
[Prof. Dr. Richard Dawkins, Evolutionsbiologe, Bekennender Atheist]
… für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass nach ihrem Tod doch … Gott vor
ihnen steht ... haben Sie einen Notfallplan?"
Johannes B. Kerner
(15.11.2007, Eine Frage des Glaubens JBK - ZDF)
Jesus Christus: 28 "Und fürchtet euch
nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können;
fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in
der Hölle." [...]
32 "Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will
ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. 33 Wer mich aber verleugnet
vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen
Vater."
"Die Menschen können sich zwar einen Gott
zurechtmachen, den »lieben Herrgott« zum Beispiel, der einen ehrlichen
Deutschen nicht im Stiche lässt, wenn er jeden Tag nur fünf Glas Bier
trinkt. Aber das ist doch nicht Gott!" [...]
"Gott ist ein
verborgener Gott. Das hat ein Mann, Jesaja hieß er, verstanden und aus
Herzensgrund geschrieen: »Herr, wir können nicht zu dir kommen. Ach, dass du
die Nebelwand zerrissest und kämest zu uns!« Und denken Sie: Gott hat
diesen Schrei gehört! Er hat die Nebelwand zerrissen und ist zu uns gekommen
- in Jesus.“ „Ohne Jesus wüsste ich nichts von Gott. Er ist die einzige
Stelle, wo ich Gewissheit über Gott bekommen kann! Wie kann man nur sagen:
»Ich kann ohne Jesus auskommen«!“
„Vor einiger Zeit hatte ich ein
Gespräch mit einem Journalisten, der mich interviewte und fragte: »Warum
halten Sie eigentlich solche Vorträge?« Darauf habe ich ihm geantwortet:
»Die halte ich, weil ich Angst habe, dass die Leute in die Hölle kommen.« Da
lächelte er und erwiderte: »Gibt's doch gar nicht!« Und da habe ich gesagt:
»Warten Sie's doch ab! In hundert Jahren wissen Sie es, ob Sie recht haben
oder Gottes Wort.“
„Gott will, dass allen Menschen geholfen werde." "Und
darum hat er seinen Sohn gegeben - zur Rettung, zur Versöhnung. Gehen
Sie mit mir nach Jerusalem. Da ist ein Hügel vor der Stadt.“ „Sehen Sie ihn
an, den Mann mit der Dornenkrone, den Sohn des lebendigen Gottes!" «Warum
hängt er da? Dieses Kreuz ist der Altar Gottes. Und Jesus ist das Lamm
Gottes, welches der Welt Sünde trägt, das versöhnt mit Gott. Sehen Sie:
Solange Sie Jesus nicht gefunden haben, stehen Sie unter Gottes Zorn, auch
wenn Sie's nicht merken, auch wenn Sie's leugnen. Und nur wer zu Jesus
gekommen ist, steht unter dem Frieden Gottes: »Die Strafe liegt auf ihm, auf
dass wir Frieden hätten.«“ „Ohne Jesus habe ich keinen Frieden im
Herzen, da kann ich tun, was ich will. Ohne Jesus kann ich nicht sterben
ohne tödliche Angst. Und nun ruhen Sie nicht, bis Sie diesen Frieden Gottes
haben, bis Sie gerettet sind!"
"Seit die Menschen sich planmäßig von
Gott abgesetzt haben, können sie auch ganz gemütlich und harmlos von Ihm
reden." "Erst wenn ein moderner Mensch in die Nähe Gottes kommt, dann merkt
er: «Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.»" "Kein Mensch hält es
ungeschützt aus bei dem lebendigen Gott, dem verzehrenden Feuer. Darum kann
man schon verstehen, dass die Menschen sich von Ihm absetzen. Aber das ist
Wahnsinn. Gott trifft uns ja doch eines Tages. Die Bibel zeigt den besseren
Weg: Versöhnung mit Gott. Also: Wer Gott wirklich will, der braucht
Versöhnung!
Das hebräische Wort, das in unserem Text steht, heißt
«kafar». Das bedeutet zunächst «bedecken», dann «vergeben», und schließlich
hat es die Bedeutung «versöhnen». Daraus wird uns klar, warum eine
Versöhnung nötig ist: um unserer Schuld vor Gott willen. Betrügt doch eure
Seelen nicht, dass ihr euch einredet, ihr hättet vor Gott keine Schuld.
Diese Schuld muss «bedeckt» werden, wir müssen «Vergebung» der Sünden haben.
Und so geschieht die «Versöhnung» mit Gott." "«Jesus ist unser großer
Hohepriester, der uns durch Sein Blut mit Gott versöhnt. Darum wollen wir zu
Ihm gehen und Frieden mit Gott finden.»
Es gibt keinen anderen,
keinen schwierigeren und keinen bequemeren Weg, als dass man wirklich ernst
macht mit Jesus und sich Ihm ausliefert."
16 "Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen
eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren
werden, sondern das ewige Leben haben.
17 Denn Gott hat seinen Sohn
nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt
durch ihn gerettet werde. 18 Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet;
wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den
Namen des eingeborenen Sohnes Gottes."
"Die Aussage Jesu „Niemand kommt zum Vater denn durch mich“ sei eindeutig
und gelte für alle Menschen, sagte Lehmann in einer Gesprächrunde zum Thema
„Wozu Jesus? Ich habe doch meinen Gott“, zu der die Evangelische
Nachrichtenagentur idea auf die Leseinsel Religion
[Leipziger Buchmesse] eingeladen hatte.
„Wer in den Himmel möchte, kommt an Jesus Christus nicht vorbei“, so
Lehmann. ... „Unsere Aufgabe ist es, die christliche Botschaft weiterzusagen
und nicht nur, vorbildlich zu leben“, so der Theologe."
Bischof Dr. Ulrich Fischer, Vorwort »Appell aus
Baden«
"Endlich können die Christen ehrlich sein und ihren so lange mit Gewalt,
Kattun und Gelehrsamkeit verteidigten Anspruch auf die Alleinvertretung
Gottes aufgeben und sich in die Gemeinschaft der Weltreligionen einreihen"
»Appell
aus Baden« (Mai 2006, Baden-Baden,
Vorwort v. Bischof Dr. Ulrich Fischer - Landesbischof der
Evangelischen Landeskirche in Baden,
Hans-Joachim Girock, Dr. Gerhard Liedke u. Prof. Dr. Gottfried
Gerner-Wolfhard,
Baden-Baden,
epd Dokumentation 26/2006, Wortlaut/Quelle:
http://www.ekiba.de/images/Was-jetzt-dringlich-ist.pdf)
"Schluss mit dem Christentum! Das hat 2000
Jahre Zeit gehabt, die Welt zu erneuern. Und was ist geschehen? In seinem
Namen sind Menschen gemartert und getötet worden! In seinem Namen ist eine
Welt von Heuchelei aufgebaut worden! Schluss damit! Ein Neues muss
kommen! Das Christentum ist tot! Das Christentum ist tot!" [...]
"Gut! Mag sein! Es mag sein, dass das Christentum tot ist. Aber - Jesus
Christus lebt!"
"Die Menschen zögern, die Vorstellung von einer
abstrakten und negativen Gottheit zugunsten der Vorstellung von einem
lebendigen Gott aufzugeben. Das wundert mich nicht.
Der Gott der
Pantheisten
[http://de.wikipedia.org/wiki/Pantheist]
tut nichts und verlangt nichts. Wenn man ihn wünscht, ist er da, so wie ein
Buch auf dem Bücherbrett. Er verfolgt mich nicht... Es besteht auch nicht
die Gefahr, dass Himmel und Erde irgendwann einmal vor seinem Angesicht
fliehen. Wenn er der wahre Gott wäre, könnten wir mit Recht behaupten, dass
alle christlichen Bilder von einer Königsherrschaft historische Zufälle
seien, von denen unsere Religion unbedingt gereinigt werden sollte.
Mit Erschrecken stellen wir jedoch fest, dass diese Bilder unentbehrlich
sind. Einen solchen Schrecken haben wir schon einmal erlebt, bei kleineren
Anlässen, etwa, als irgendetwas in der Dunkelheit neben uns atmete. So auch
hier: Der Schock überfällt uns in dem Augenblick, da an der Schnur, an der
entlang wir uns vorwärtstasteten, jemand zieht. Es ist erschreckend, dort
Leben anzutreffen, wo wir allein zu sein glaubten. „Schaut her", rufen wir,
„es ist lebendig!" Und deshalb ziehen sich gerade hier so viele zurück und
dringen nicht weiter in den christlichen Glauben ein.
Ein
„unpersönlicher Gott" - schön und gut. Ein subjektiver Gott der Schönheit,
Wahrheit und Güte in unseren eigenen Köpfen - noch besser. Eine gestaltlose
Lebenskraft, die uns durchwallt, eine ungeheure Macht, die wir anzapfen
können - am besten von allem.
Aber Gott selbst, der lebendige, der
am anderen Ende der Schnur zieht, der sich vielleicht mit ungeheurer
Geschwindigkeit nähert, der ... König, Bräutigam - das ist eine völlig
andere Sache. Es kommt der Augenblick, da Kinder plötzlich
zusammenzucken: Waren da nicht wirkliche Schritte im Flur? Es kommt der
Augenblick, da Menschen, die in der Religion herumgeplätschert haben („Des
Menschen Suche nach Gott!"), sich plötzlich zurückziehen.
Angenommen, wir haben ihn wirklich gefunden! Dazu wollten wir es doch gar
nicht kommen lassen! Schlimmer noch: Angenommen, er hat uns gefunden? So
stehen wir vor einer Art Rubikon [Historisch war
der Rubikon Grenzfluss zwischen der römischen Provinz Gallia cisalpina und
dem eigentlichen Italien, das zu klassischer römischer Zeit keine Provinz
war. Bekannt wurde der Rubikon durch den römischen Bürgerkrieg, den Gaius
Julius Caesar ab 49 v. Chr. gegen Gnaeus Pompeius Magnus führte. Als der
Römische Senat am 7. Januar beschloss, dass Caesar sein Heer entlassen
müsse, überschritt dieser am 10. Januar den Grenzfluss (mit der Bemerkung,
dass die Würfel geworfen seien; im Original ein Zitat des griechischen
Dichters Menander ἀνερρίφθω κύβος, bekannt in der lateinischen Fassung alea
iacta est – der Würfel ist geworfen/gefallen), und eroberte daraufhin ganz
Italien und später Spanien. http://de.wikipedia.org/wiki/Rubikon.]
Man überschreitet ihn oder man überschreitet ihn nicht. Tut man es aber, so
gibt es keine - wie auch immer geartete - Absicherung gegen Wunder. Man muss
sich auf alles gefasst machen."
Prof. Dr.
theol. h.c., Dr. h.c. Clive Staples Lewis (1898-1963, britischer
Schriftsteller und Literatur-wissenschaftler, Nach der Wahrheit fragen,
Dr.phil. Jürgen Spieß, Brunnen-Verlag, Gießen; Aufl. 2007, ISBN:
978-3765532238)
"Jeder hat seine Gründe für seinen Unglauben.
Der eine kann nicht glauben, weil die Christen ihn enttäuscht haben. Der
andere, weil er „zuviel erlebt hat, was er mit Gottes Liebe nicht
vereinbaren kann". Der dritte kann nicht glauben, weil ihm seine ungeheure
naturwissenschaftliche Bildung im Wege steht. Und die meisten können nicht
glauben, weil sie es gar nicht wollen." [...]
"Es sagte mir einst ein
Mann: „ich glaube an ein höheres Wesen. Ob ich das nun Allah, Gott,
Vorsehung oder Schicksal nenne, ist doch wohl gleichgültig." Ich erwiderte:
„Vielleicht kommen Sie bald in eine Krise oder große Not. Flüchten Sie dann
zur Vorsehung! Rufen Sie das Schicksal an! Ergreifen Sie die Hand des
höheren Wesens! Dann stellt es sich heraus: Sie kennen Gott nicht einmal
dem Namen nach. Sie sind ihm fremd und er ist Ihnen fern."
"Aber
Jesus! Der geoffenbarte Gott und Heiland! Der ist ein festes Schloss. Wer
ihn anruft, kennt Gott mit Namen. Wer Jesus anrufen kann, wohnt in dem
festen Schloss. Vor dem Namen Jesus flieht die Hölle. Beim Namen Jesus
schweigt sogar Gottes Gericht, weil Jesus für uns Sünder am Kreuz gebüßt
hat."
Pfarrer Wilhelm
Busch (1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer - Essen, "365 x ER.
Tägliche Andachten", Aussaat; 14. Auflage 2006, ISBN-13: 978-3761541586, http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer)
"Christen und Moslems [...] Die Anhänger beider Religionen glauben an einen
einzigen und barmherzigen Gott, der am Jüngsten Tag die Menschheit richten
wird."
Dr. Joseph Ratzinger
(19.03.2009, seit 2005 Papst Benedikt XVI., Papst an Moslems: „Glaube und
Vernunft stützen sich gegenseitig”, www.radio-vatikan.de)
"Unser höchster Schutz ... sind, welches die Artikel von Christo sind: nämlich dass Christus
der Sohn Gottes sei, für unsere Sünden gestorben, wieder auferweckt, damit
wir leben, dass wir durch den Glauben an ihn gerecht und durch die Vergebung
der Sünden selig sind" ...
"Mahomet leugnet, dass Christus der Sohn
Gottes sei, er leugnet, dass er auferstanden sei, um uns zum Leben zu
bringen, er leugnet, dass durch den Glauben an ihn die Sünden vergeben und
wir gerechtfertigt werden, er leugnet, dass er kommen werde als Richter
über die Lebendigen und Toten, wiewohl er eine Auferstehung der Toten und
einen Tag des Gerichts glaubt, er leugnet den Heiligen Geist, er leugnet
dessen Gaben.
Durch diese und ähnliche Artikel muss das Gewissen
befestigt werden wider die Zeremonien des Mahomet."
Dr. Martin Luther (1530,
Reformator,
Vorrede: Von der Religion und den
Sitten der Türken. Walch 2, Bd 14)
Jesus Christus: 32 "Wer nun mich bekennt vor
den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. 33
Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor
meinem himmlischen Vater."
5 "Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern
angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des
Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen
Engeln."
"Wenn es wirklich ein Wiederaufleben der Religion geben wird, dann wird es
nicht von denen ausgehen, die einander darin übertrumpft haben, 'für den
modernen Menschen relevant zu sein'."
Prof.
Dr. Peter L. Berger (*
1929 in Wien, Soziologe)
Eine moderne, liberale, offene Gesellschaft entsteht nicht dadurch, dass
alle möglichst modern, liberal und offen sein wollen. Sie lebt davon,
dass jeder er selbst ist, erkennbar und deutlich redet. Es ist der Streit,
der die Vielfalt hervorbringt, nicht die ängstliche Ausgewogenheit, die
gleich mit dem Kompromisshaften und Konsensfähigen beginnen möchte."
DIE ZEIT (Mai 2003, Jan
Ross, "Mehr Gott wagen")
"Wie weit soll dieses in der evangelischen Kirche schon fast zur Folklore
gewordene kirchliche Bemühen, sich bis zur eigenen Unkenntlichkeit mit der
Welt zu "verständigen", noch führen?"
Frankfurter Allgemeine Zeitung F.A.Z.
(16.11.02, Florian Illies)
"Die
einzige Grenzmarkierung, zu der eine solche Institution in der Lage ist, ist
die tendenzielle Ausgrenzung jener, die die allgemeine Orientierungsvielfalt
als Orientierungslosigkeit in Frage stellen." [...]
"Eine Kirche, die mehr sein will als eine funktionierende Großorganisation
und mehr auch als ein Milieu frommer, netter oder friedliebender Menschen,
eine solche Kirche wird fragen müssen, wie die Christen aus der Kraft
evangelischer Fundamente glauben und leben können."
Prof. Dr. theol.
Manfred Josuttis (1996, PTh 85, S.76)
"Nicht leere Kassen oder eine leer laufende Organisation fordern heraus,
sondern leere Herzen - und Kirchen."
Rat der Evangelischen Kirche
in Deutschland (EKD)
(06. Juli 2006, Impulspapiers des Rates der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD) "Kirche der Freiheit. Perspektiven für die evangelische
Kirche im 21. Jahrhundert",
http://www.ekd.de/download/kirche-der-freiheit.pdf,
Seite 41)
"In einer Zeit, in der alle Wahrheiten relativiert werden, kann die
evangelische Kirche leicht in den Verdacht geraten, sich mit diesem
Verständnis der Wahrheit Gottes dem Zeitgeist beugen zu wollen. Denn in
einer Gesellschaft des weltanschaulichen und religiösen Pluralismus scheint
der absolute Wahrheitsanspruch einer Religion per se wahrheitswidrig zu
sein.
Besonders monotheistische Religionen sehen sich dem Vorwurf
ausgesetzt, mit ihrem Glauben an den einen Gott dem Geist eines intoleranten
Alleinvertretungsanspruchs der Wahrheit zu frönen. Wenn aber gefordert wird,
den Glauben an die absolute Wahrheit Gottes aufzugeben, kann „Wahrheit“ nur
noch als subjektiv beliebige Überzeugung verstanden werden. Dann gilt diese
Wahrheit nur noch für diejenigen, die sie vertreten.
Wenn die
evangelische Kirche einräumt, mit ihren menschlichen Unzulänglichkeiten der
Wahrheit Gottes selbst immer wieder im Weg gestanden zu haben, unterwirft
sie sich keineswegs diesem Wahrheitsverständnis. Denn trotz menschlicher
Ungewissheiten und Unkenntnis, trotz Schwäche und Schuld auf Seiten der
Christen ändert sich nichts an der Wahrheit Gottes, der Menschen
rechtfertigt, bejaht, liebt und erlöst. Die demütige Erkenntnis des
menschlichen „Wissens als Stückwerk“ (1. Kor. 13,9) stellt nicht den
Horizont der Liebe und Gnade Gottes in Frage, die der Glaubende erfährt und
die über alles menschliche Zeugnis hinausgeht.
Die Glaubensgewissheit
an den dreieinigen Gott leitet die evangelische Kirche auch, wenn sie die
Begegnung mit Muslimen sucht. Sie kann sich nicht auf die Ebene bloß
menschlicher Gewissheiten begeben und die Wahrheit Gottes relativieren, der
sich in Jesus Christus und in der Kraft des Geistes allen Menschen zu ihrem
Heil zuwendet.
Eine Wahrheit zu verkündigen, die gleichzeitig
Unwahrheit sein könnte, ist widersinnig. Darauf kann kein Mensch sein Leben
bauen. [...] (Seite 16/17)
Da
Christen und Muslime - jedoch auch Juden - an den Gott glauben, der zu
Abraham als Stammvater gesprochen hat, scheint die Grundlage für ein
gemeinsames Gebet gegeben. Trotz dieser Gemeinsamkeit besteht jedoch ein
grundlegender Unterschied darin, dass Christen glauben, dass sich der Gott
Abrahams in Jesus Christus als seinem Sohn geoffenbart hat.
Die
Heilsbedeutsamkeit von Jesu Tod und der Glaube an den dreieinigen Gott sind
christliche Glaubensüberzeugungen, denen Muslime bei aller Wertschätzung
Jesu als Prophet nicht folgen, die sie vielmehr ausdrücklich ablehnen.
Ein gemeinsames Gebet in dem Sinne, dass Christen und Muslime ein Gebet
gleichen Wortlautes zusammen sprechen, ist nach christlichem Verständnis
nicht möglich, da sich das christliche Gebet an den Einen Gott richtet, der
sich in Jesus Christus offenbart hat und durch den Heiligen Geist wirkt."
(Seite 114/115)
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) (November 2006, Kirchenamt der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Klarheit und gute Nachbarschaft -
Christen und Muslime in Deutschland, Eine Handreichung des Rates der EKD,
http://www.ekd.de/download/ekd_texte_86.pdf, Seite 16/17 u. 114/115)
"Christen bekennen sich zu dem Gott, der sich
in Jesus Christus offenbart, während der Islam die Selbstoffenbarung Gottes
in Jesus Christus ablehnt."
Bischof
Dr.
Wolfgang Huber (22.
November 2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland,
FOCUS Nr. 48, "Nicht der gleiche Gott. Der Vorsitzende der EKD, Wolfgang
Huber, definiert die Grenzen des Dialogs mit dem Islam härter und enger denn
je.")
"Es ist für die evangelische Kirche ausgeschlossen, das Zeugnis von Jesus
Christus zu verschweigen oder es Angehörigen anderer Religionen schuldig zu
bleiben. Das würde auch die Begegnung mit den Muslimen von vornherein
unwahrhaftig machen."
EKD-Kirchenamtspräsident Dr.
Hermann Barth
(03.11.2006, Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche
Deutschlands (EKD), Frankfurter Allgemeinen Zeitung F.A.Z.
03.11.2006, Nr. 256 / Seite 4)
"Christentum wie Islam sind
Buchreligionen. […] In unseren beiden Religionen gibt es Gruppen, die sich
einem reflektierten und wissenschaftlich fundierten Umgang mit den
grundlegenden Schriften [vgl.
Historisch- kritische Methode] entziehen und
fundamentalistische Auslegungen vertreten. [...]
Keine Religion kann mehr davon ausgehen, dass sie für sich allein existiert
und eine absolute Wahrheit nur für sich beanspruchen kann."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (16. März 2009,
2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD,
„Herausforderungen des interreligiösen Dialogs.
Hermeneutische Fragestellungen.“ - Vorlesung in der Theologischen Fakultät
in Ankara, www.ekd.de)
DIE WELT:
"Im Kontext der politischen Debatten der jüngsten Zeit ist von der Gefahr
eines christlichen Fundamentalismus gewarnt worden. Wird jetzt die
Fundamentalismus-Keule geschwungen?"
Huber:
"Ich selbst bin auch schon Fundamentalist genannt worden, ich habe das
gelassen hingenommen. Oft wird die Klarheit bestimmter religiöser
Grundüberzeugungen abwertend als Fundamentalismus bezeichnet. Dem sollten
wir widerstehen.
Es gibt aber Haltungen, die mit einer Abwertung des
Fremden verbunden sind, auch mit der Legitimation von Fremdenfeindlichkeit
aus religiösen Gründen. Damit kann man sich nicht abfinden. Ich erinnere an
den christlichen Antijudaismus, der seinen Beitrag geleistet hat zum
Antisemitismus des 20. Jahrhunderts."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (20.11.2003, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der
Evangelischen Kirche in Deutschland, DIE WELT)
"Viele
erklären heute das, was unaufgebbare Grundlage des Christenglaubens ist und
bleiben muss, zur fundamentalistischen Sonderansicht." [...]
"Lange haben viele Menschen, und zwar mehr als die Verantwortlichen in den
obersten Etagen der Kirchen ahnten, gehofft: »Die Bischöfe und Synoden
müssen diesem Treiben doch endlich Einhalt gebieten!
Es muss doch
endlich mal gesagt werden: „Schluss mit dem Ausverkauf des Glaubens!“ Doch
darauf hat man vergeblich gewartet. Muss man sich also damit abfinden, dass
die Konturen des Christenglaubens immer weiter abgehobelt werden?" […]
»Lasst euch doch nicht vom Wind des Zeitgeistes bewegen und umtreiben!«
"Diesen Impuls möchte ich auch heute weitergeben. Christen sollen die
Überzeugung gewinnen: »Ich will keine Wetterfahne sein!«" [...]
"Von einzelnen Bekennern kann neues Leben ausgehen. Von einzelnen Christen,
die nicht wie Blätter im Wind sind. Von einzelnen Menschen, die das
wiedergewinnen wollen, was doch eigentlich für alle Christen und für die
ganze Christenheit unaufgebbar ist."
Pfarrer
Rolf Scheffbuch (Juni 2006, "Ich will keine Wetterfahne sein!"
Seite 5+6, Hänssler, ISBN: 3775141650)
"Ich wäre schon dankbar, wenn ich auf
Kirchenvertreter treffen würde, die glaubwürdig verkörpern, dass sie
glauben."
Giovanni di Lorenzo (15.04.2008, Chefredakteur
der Wochenzeitung DIE ZEIT, Mitherausgeber des Berliner Tagesspiegels,
"Zeit"-Chefredakteur vermisst kirchliche Vorbilder, www.evlka.de, epd
Niedersachsen-Bremen)
"Wenn ich bei der Predigt am Sonntag den Eindruck
habe, dass der Pastor im Augenblick dabei ist, die Erkenntnisse zu
vermitteln, die er in der vergangenen Woche im Feuilleton der ‚Frankfurter
Rundschau’ gelesen hat, dann spüre ich, dass er vielleicht noch die Köpfe,
aber nicht mehr die Herzen seiner Gemeindeglieder erreicht.
Es gibt
Formen der innerkirchlichen Kulturkritik, die in jedem Bibeltext die ‚Dritte
Welt’ entdeckt und den eigenen Konsumverzicht anmahnt – das ist mir zu
wenig." […]
"Bei vielen Pastoren stelle ich eine große Differenz
zwischen dem, was sie der Gemeinde sagen, und dem, was sie die Gemeinde
singen lassen, fest … Die entscheidende Frage ist: Habt Ihr eine
Existenzberechtigung, die sich aus Eurer Botschaft ergibt? Sagt Ihr das den
Menschen auch? Da bin ich vielleicht ein alter Pietist
[http://de.wikipedia.org/wiki/Pietismus]."
[…]
"Die Boten müssen Boten bleiben!"
Altbundespräsident Johannes Rau (1994, 1931 - 2006, 1999 - 2004
achter Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Interview Rheinisches
Pfarrerblatt)
Johannes Rau, 2005, 1999 - 2004 achter
Bundespräsident
"Warum ist es möglich, dass Tausende und
Abertausende an der Kirche gelangweilt vorübergehen? Warum ist es so
geworden, dass das Kino oft wirklich interessanter, aufregender,
menschlicher, packender ist als die Kirche? Sollte das wirklich nur die
Schuld der anderen sein und nicht auch unsere?
Die Kirche war doch einmal anders. Es wurden doch einmal die Fragen des
Lebens und des Todes hier ausgetragen und entschieden. Warum ist das nicht
mehr so?
Weil wir selbst die Kirche zu etwas gemacht haben und immer wieder machen,
was sie nicht ist. Weil wir zu viel von falschen, nebensächlichen,
menschlichen Dingen und Gedanken in der Kirche reden und zu wenig von Gott
selbst." […]
"Weil wir zu gemütlich von Gott reden und denken und uns von ihm und seiner
Gegenwart nicht stören und beunruhigen lassen wollen; weil wir selbst im
Grunde nicht glauben wollen, dass er wirklich jetzt hier mitten unter uns
ist und unser Leben und Tod, Herz und Seele und Leib von uns fordert.
Und schließlich, weil wir Pfarrer immer wieder zu viel von kurzlebigen
Gedanken reden, von dem, was wir vielleicht selbst erdacht oder erfahren
haben, statt zu wissen, dass wir nichts sind als die Botschafter der großen
Wahrheit des ewigen Christus." […]
"So sendet nun auch der unsichtbare Herr des ewigen Reiches und der Kirche
seine Botschafter in diese Welt, mit einem Auftrag, der um so viel größer
ist als jeder andere, wie der Himmel größer ist als die Erde, wie die
Ewigkeit größer ist als die Zeit. Und die Vollmacht, die dieser Herr
seinen Botschaftern gibt, ist ebenso viel größer als alle Vollmachten dieser
Welt.
Gottes ewiges Wort, Gottes ewige Entscheidung, Gottes Gericht
und Gottes Gnade, Gottes Zorn und Gottes Barmherzigkeit, Heil und
Verdammnis, Versöhnung durch Christus, diese Worte sind in die Hände der
Botschafter Christi gelegt als heiligstes und kostbarstes Gut, das
auszuteilen sie mit der Gnade Gottes berufen sind." […]
"Und nun fragen wir: welcher Mensch kann das? Wer kann diesen Auftrag
erfüllen? Wer kann diese Last tragen, ohne unter ihr zusammenzubrechen?
Kein Mensch kann es, auch der frömmste nicht, und kein Mensch wird sich nach
diesem Auftrag vorwitzig drängen. Aber weil es Auftrag ist, weil Christus
gepredigt werden muss, und weh uns, wenn wir ihn nicht predigten, darum
trägt uns dieses muss, dieser Auftrag.
Wir können ja nicht anders, auch wenn wir es schlecht und verkehrt machen,
auch wenn wir immer wieder zusammenbrechen und versagen unter dieser Last;
aber wir müssen dann wissen, dass die Gemeinde mit uns trägt, uns hilft, uns
beisteht, uns auf Fehler hinweist und für uns betet, und uns unsere Schuld
vergibt.
Kein Pfarrer, der das
nicht wissen darf, kann sein Amt recht führen, und es ist so mancher Pfarrer
hieran gescheitert, dass er seine Gemeinde tragen wollte, aber seine
Gemeinde ihn nicht getragen hat. Eine Gemeinde, die nicht für das Amt des
Pfarrers betet, ist keine Gemeinde mehr. Ein Pfarrer, der nicht täglich für
seine Gemeinde betet, ist kein Pfarrer mehr." […]
"Lasset euch versöhnen mit Gott. D.h. doch nichts anderes als: Lasset euch
ein Königreich schenken, lasset euch den Himmel zum Geschenk geben, lasset
euch die Liebe des Höchsten, des Herrn aller Welt schenken, werdet seine
Freunde, seine Kinder, seine Schützlinge: Kommt, ergebt euch ihm und seinem
Willen und ihr werdet frei sein von allem Bösen, von aller Schuld, von allen
Fesseln. Ihr werdet frei sein von euch selbst, ihr werdet die Heimat
gefunden haben, ihr werdet zu Hause sein bei eurem Vater."
Pfarrer Dr.
Dietrich Bonhoeffer (22. Oktober 1933, Theologe, Dietrich
Bonhoeffer Werke (DBW), Bd. 13: London 1933-1935, Christian Kaiser
Verlag/Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994, S. 313-319)
"Eine der Hauptmerkmale der heutigen Theologie ist der Verlust des
Vaterbildes Gottes. Christ sein bedeutet nicht Gott in einer Lehre zu
vermitteln" […]
"Doch uns muss immer bewusst bleiben, dass wir Gott nicht in einem System
vermitteln oder ihn begreifen können. Der Weg zu Gott führt durch das Kreuz"
Prof. Dr. Dr.
Georg Huntemann (Mai 2002, Theologe, emeritierter Professor für
Ethik und Apologetik an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule in
Basel (STH), 1957-58 u. 1974-87 Pfarrer der Martinikirche Bremen)
"Weder
seine Existenz noch seine Nichtexistenz lassen sich beweisen. Gelassen
bleiben und abwarten. Es wird sich herausstellen. Leider nach dem Ende. So
oder so."
Dr.
Roland
Brandel
(04.06.2007, DER SPIEGEL, Nr.23/4.6.07, Seite 10)
"Kann sein, dass nach dem Tod für immer alles vorbei ist, kann sein, dass
Gott überhaupt nicht existiert. Kann aber auch sein, dass er existiert und
am Ende unseres Lebens eine Überraschung für uns parat hat. Ich halte diese
Frage in der Schwebe."
Christian Nürnberger (3. November 2003,
Journalist, Autor,
34. Rhein. Pfarrerinnen- und Pfarrertag in Bonn)
"Allen Menschen ist der Glaube an Gott ins Herz gesät. Es lügen jene, die da
sagen, dass sie nicht an die Existenz Gottes glauben; denn in der Nacht und
wenn sie allein sind, zweifeln sie."
Luciua Annaeus Seneca der
Jüngere (4 v. Chr.-65 n.Chr., römischer Politiker, Philosoph und Dichter)
"Angenommen es sei sicher, dass es Gott gibt
oder ihn nicht gibt, und dass es keinen Mittelweg gibt.
Für welche Seite werden wir uns entscheiden?
Lassen Sie uns ein Spiel spielen, bei dem es zu einer Entscheidung für "Kopf
oder Zahl" kommt. Mit Vernunft können
wir weder das eine noch das andere versichern;
mit Vernunft können wir weder das eine noch das andere ausschließen.
Verfallen Sie also nicht dem Irrtum, dass hierbei eine richtige Wahl
getroffen werden könnte, denn Sie
wissen nicht, ob Sie falsch liegen oder schlecht gewählt haben ...
Sowohl wer sich für "Kopf" entscheidet, als auch wer sich für "Zahl"
entscheidet, beide liegen falsch:
Die Wahrheit kann nicht durch eine Wette entschieden werden, aber es muss
gewettet werden. Es gibt keine
Freiwilligkeit, Sie müssen sich darauf einlassen.
Wenn Sie nicht wetten, dass es Gott gibt,
müssen Sie wetten, dass es ihn nicht gibt.
Wofür entscheiden Sie sich? Wägen wir
den Verlust dafür ab, dass Sie sich dafür entschieden haben, dass es Gott
gibt: Wenn Sie gewinnen, gewinnen Sie
alles, wenn Sie verlieren, verlieren Sie nichts."
Blaise Pascal (* 19. Juni
1623 in Clermont-Ferrand; † 19. August 1662 in Paris, französischer
Mathematiker, Physiker, Literat und Philosoph,
Zitat aus den Penseés Nr. 233)
"Pascalsche Wette" [siehe oben]
"Das Argument besagt, dass eine sorgfältige Analyse der Optionen
hinsichtlich des Glaubens an Gott zu folgenden Möglichkeiten führt:
Man glaubt an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall kommt man in den
Himmel.
Man glaubt an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt man
nichts.
Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt
man ebenfalls nichts.
Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird man
bestraft.
Aus dieser Analyse der Möglichkeiten folgerte Pascal mit Hilfe der
Prinzipien der Statistik, dass es besser sei, bedingungslos an Gott zu
glauben. Es ist ein klassisches Verfahren der Spieltheorie, die Optionen und
die jeweiligen Gewinne zu spezifizieren, und die Qualität dieser Annahmen
bestimmt die Qualität der Ergebnisse.
Geht man von den Werten aus, die Pascal vorgeschlagen hat, dann ist der
Gewinn, den man im Falle des Glaubens an Gott zu erwarten hat, stets
mindestens so groß wie im Falle des Unglaubens – oder größer.
Pascal ordnete den beiden Möglichkeiten – Existenz oder Nichtexistenz Gottes
– gleiche Wahrscheinlichkeiten zu.
Er begründete das damit, dass „die Vernunft durch die eine Wahl nicht
stärker erschüttert werde als durch die andere“, infolge unseres Unwissens.
Spätere Autoren haben darauf hingewiesen, dass die Größe der angenommenen
Wahrscheinlichkeiten keinen Einfluss auf das Ergebnis hat, solange beide
Wahrscheinlichkeiten größer als 0 sind; denn jede positive
Wahrscheinlichkeit würde bei der Multiplikation mit Unendlich einen
unendlichen Erwartungswert ergeben."
"Die Krankheit zum Tode [...] Wenn der Mensch zum Äußersten gebracht ist,
so dass da menschlich gesprochen keine Möglichkeit mehr ist. Dann gilt es,
ob er glauben will, dass alles möglich ist bei Gott, das heißt, ob er
glauben will. Aber dies ist ganz und gar die Formel für ‚den Verstand
verlieren’ ..., um Gott zu gewinnen."
Søren Kierkegaard (1849,
dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller, Die Krankheit zum Tode,
GW, 24. Abtlg., 1957, 35)
"Wenn
man auf dem Sterbebette liegt, wird man sehr empfindsam und weichselig, und
möchte Frieden machen mit Gott und der Welt. […]
Ja, ich bin
zurückgekehrt zu Gott, wie der verlorene Sohn, nachdem ich lange Zeit bei
den Hegelianern
[Hegel - deutscher Philosoph]
die Schweine gehütet. War es die Misere, die mich zurücktrieb? Vielleicht
ein minder miserabler Grund. Das himmlische Heimweh überfiel mich."
Heinrich Heine (30.
September 1851, deutscher Dichter, Paris)
"Wir sind heutigentags sehr schüchtern, den Himmel auch nur zu erwähnen.
Wir fürchten uns vor dem Spott über »das bessere Jenseits«. Der Vorwurf
ist uns unangenehm, wir suchten uns vor der Pflicht zu drücken, hier und
jetzt eine bessere Welt zu schaffen, und träumten stattdessen von einer
glücklichen Welt anderswo.
Aber entweder gibt es das bessere Jenseits oder nicht. Wenn nicht, dann
ist der christliche Glaube falsch; denn sein ganzes Gefüge ist von
dieser Lehre durchwirkt. Wenn aber doch, dann muss ich mich dieser
Wahrheit wie jeder anderen Wahrheit stellen - mag das nun in politischen
Versammlungen zweckmäßig sein oder nicht. […]
Vielleicht bist du der Meinung, es gebe noch einen anderen Grund für
unser Schweigen über den Himmel, dass wir nämlich gar nicht wirklich
danach verlangen. Das kann aber eine bloße Täuschung sein. Was ich nun
sagen werde, ist nichts als meine privateste Meinung ohne den geringsten
Autoritätsanspruch; und ich unterwerfe sie dem Urteil besserer Christen
und gelehrterer Männer, als ich es bin.
Es gibt Zeiten, da auch ich glaube, dass wir gar nicht nach dem Himmel
verlangen. Noch häufiger aber frage ich mich, ob wir - im Innersten
unseres Herzens - jemals nach etwas anderem verlangt haben."
Prof. Dr. theol. h.c., Dr. h.c. Clive
Staples Lewis (1940, britischer Schriftsteller und
Literaturwissenschaftler, The Problem of Pain, 1940; Über den Schmerz,
Köln/Olten: Hegner 1954; Gießen: Brunnen, 7. Aufl. 2009, S. 147 f.)
"Seltsam, wie still nachts um 2 Uhr
die Grosstadtstrassen sein können, die am Tage mit Lärm erfüllt sind!
Schwarz und schweigend stehen die Häuser. Trübe scheinen die Lampen durch
den dunklen Nebel. Fröstelnd biege ich ein in die Strasse, die zu dem
Krankenhaus führt. Mitten in der Nacht hat mich das Telefon geweckt: Ein
Sterbender verlangt nach dem Pfarrer. Aus einem Hause fällt Licht.
Zankende Stimmen stören die Ruhe der Nacht. Um welche Kleinigkeit man sich
dort wohl streitet? Und in dem Krankenhaus schickt sich eine Seele an, in
die Ewigkeit zu gehen.
Es ist so wunderlich: Ich sollte das Sterben
doch gewohnt sein! Wie viele habe ich dahingehen sehen – auf Schlachtfeldern
und auf Krankenbetten! Aber – es ist und bleibt eine erschütternde Sache,
wenn der lebendige Gott ruft: „Kommt wieder, Menschenkinder!“ Ich muss
mich beeilen! Bald stehe ich vor dem großen Gebäude. Der Pförtner weiß schon
Bescheid und weist mich auf die richtige Station. Und nun betrete ich das
Krankenzimmer. Im Bett ein noch junger Mann. Seine Frau sitzt erregt bei
ihm. Als sie mich sieht, springt sie auf: „Herr Pfarrer, geben Sie meinem
Mann schnell das Abendmahl!“ Ich schaue auf den Patienten. Der Tod hat
das Gesicht schon gezeichnet. Der Kranke nimmt keine Notiz mehr von meinem
Kommen.
Nein! Ich werde den Mann nicht mehr mit einer Abendmahlsfeier
quälen. Aber es ist meine Überzeugung, dass die Sterbenden unser Wort noch
hören, auch wenn der Leib keine Zeichen des Verständnisses mehr gibt. Und
darum will ich den Mann in die Ewigkeit begleiten mit meinem Gebet und mit
den Worten der Gnade. Die Frau hält meine Hand fest: „Herr Pfarrer,
schnell! Geben Sie meinem Manne das Abendmahl!“ Ich schiebe sie beiseite.
Ihre Unruhe ist bedrückend. Dann beuge ich mich zu dem Kranken und sage ihm
ganz langsam das Bibelwort: „Das Blut Jesu Christi macht uns rein von aller
Sünde …“ Langsam schlägt er die Augen auf und sieht mich an. Die Frau
packt meinen Arm: „Schnell! Das Abendmahl!“ Wenn ich doch die Frau zur
Ruhe bringen könnte! Ich führe sie auf den Korridor hinaus und versuche ihr
klar zu machen, dass ihr Verlangen sinnlos sei. „Sehen Sie, Ihr Mann ist
schon viel zu elend. Das Abendmahl quält ihn jetzt nur.“ Sie schluchzt
auf: „Aber er soll doch selig werden!“ Was soll man da sagen? „Frau!“
erkläre ich ihr erregt, „meinen Sie denn, eine äußerliche Zeremonie könne
vom Gericht Gottes erretten? Wenn Ihr Mann den Herrn Jesus Christus kennt
als seinen Heiland und an Ihn glaubt, dann ist er errettet – auch wenn er
jetzt nicht das Abendmahl nimmt. Und ohne Jesus – ja, da hilft auch kein
Abendmahl!“ Aber sie lässt nicht nach! Sie erzählt, wie sehr ihr Mann
nach dieser Feier begehre. Sie drängt … Ach, ich war damals ein junger
Anfänger im Amt. Auf der Universität hatte mich kein Mensch auf solche Fälle
vorbereitet. Hilflos stand ich im Zweifel, was zu tun sei. Dann gab ich
nach. Wir gingen in das Zimmer. Schnell richtete ich die Geräte. Der Mann
war durch die leise Unruhe aufgewacht. Still und – wie mir schien –
gesammelt, war er jetzt ganz bei der Sache. „Dies ist der Kelch des neuen
Testaments in meinem Blute, das für euch und für viele vergossen wird zur
Vergebung der Sünden …“ In der unendlich stillen Nachtstunde standen diese
gewaltigen Worte wie Felsen der ewigen Errettung … Betend wartet der
Krankenwärter im Hintergrund. Ich kannte ihn als einen von Herzen gläubigen
Christen. Als die Feier zu Ende war, sank der Mann befriedigt zurück in
die Kissen. Ich verließ mit dem Wärter das Zimmer. Nun sollten die beiden
Eheleute allein sein, um Abschied zu nehmen.
Aber – ich kam noch
nicht fort. Der Wärter verwickelte mich in ein Gespräch. Und ich ließ es
gern geschehen. Mir war, als sei diese Sache noch nicht zu Ende. Es
verging eine halbe Stunde. Alles war still. „Wir wollen nach dem Kranken
sehen“, sagte ich und öffnete die Tür. Da bot sich mir ein verblüffendes
Bild: aufrecht saß der Mann im Bette. Lachend rief er uns zu: „Ich bin über
den Berg. Es geht besser!“ Und lachend und weinend warf sich die Frau an
seinen Hals. Es war erstaunlich. Aber warum sollte das nicht stimmen? Es
läuft mancher durch die Strassen, den die Ärzte einmal aufgegeben hatten.
Und die Freude der beiden steckte einfach an. Da musste man sich mitfreuen.
Ich nahm die Hand des Kranken: „Wie glücklich bin ich, dass ich das
miterleben darf.“ Und nun ergriff mich dieser Wechsel der Situation mächtig.
Ich musste noch ein Wort sagen: „Lieber Mann, als Sie an den Pforten der
Ewigkeit standen, ist der Herr Jesus zu Ihnen gekommen mit Seiner Gnade.
Lassen Sie nun nicht mehr von diesem Heiland!“ Da ging auf einmal ein
abscheuliches Grinsen über das Gesicht des Mannes – es war wie ein
Flammenschein der Hölle. Spöttisch lächelnd sagte er: „Ach, das alles
brauche ich doch nicht mehr. Ich lebe ja wieder!“ Erschüttert stand ich.
Jedes Wort blieb mir in der Kehle stecken. Und während ich noch so stand,
griff der Patient plötzlich nach seinem Herzen und – sank langsam zurück. Er
war tot! Da bin ich in die Nacht geflohen …
"Wer nicht an Gott glaubt, sollte das konsequent tun. Das Leben ist kurz,
der Tod endgültig. Und jede Unentschiedenheit kostet unwiederholbare
Lebenszeit." […]
"Je wichtiger die Dinge für alle Menschen sind, desto
allgemeinverständlicher und einfacher muss man sie ausdrücken können.
Auch Akademiker, die für ihren Glauben aufs Schafott gehen, können ihre
Gründe für diesen existenziellen Schritt auf ganz einfache Weise kurz und
bündig und ohne Fremdwörter ausdrücken, und ebenso können das Atheisten, die
sich zum Freitod entschließen.
Dennoch sind das die wichtigsten Argumente, die sie jemals in ihrem Leben
gehabt haben."
Dr. Manfred Lütz (21. September 2007,
Psychiater u. Theologe, Gott. Eine kleine Geschichte des Größten. Pattloch,
ISBN 978-3629021588)
"Als Bonhoeffer in Flossenbürg
[KZ Flossenbürg bei Weiden im Oberpfälzer Wald, 9. April 1945]
nackt zum Galgen gehen musste, lautete sein letzter Satz:"
"Das ist das Ende. Für mich der Beginn des Lebens."
Dr. Dietrich Bonhoeffers (9.
April 1945, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche, KZ Flossenbürg,
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/18/0,3672,3792370,00.html)
"Ich
will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein und
er wird mein Sohn sein."
"Teuer ist diese Gnade, die in die Nachfolge ruft.
Gnade ist sie, weil sie in die Nachfolge Jesu Christi ruft.
Teuer ist sie, weil sie den Menschen das Leben kostet.
Gnade, weil sie ihm gerade so das Leben schenkt."
Pfarrer Dr.
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945, Evangelisch-lutherischer
Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche, http://www.ekiba.de/glaubeakt_6366.htm)
5
"Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können
wir den Weg wissen? 6 Jesus spricht zu
ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater
denn durch mich." 23 "Wer mich liebt,
der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu
ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen."
37
"Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den
werde ich nicht hinausstoßen.
38
Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern
den Willen dessen, der mich gesandt hat.
39
Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts
verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich's auferwecke am
Jüngsten Tage.
40
Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an
ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage."
"So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab,
damit die, die an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben
haben."
"Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten will; denn er
selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich
von Gott ausgegangen bin."
"Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch
abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist
empfangen, durch den wir rufen:
Abba, lieber Vater!"
[Papa, lieber Vater]
[Abba (aramäisch) bedeutet Vater, im eigentlichen Sinne ist die kindliche
Anrede eines Vaters gemeint, so dass man das eher im Deutschen mit
"Papa" übersetzen könnte.]
"Gottes zu bedürfen ist des Menschen höchste Vollkommenheit"
[Gottesebenbildlichkeit]
Søren Kierkegaard (1844, dänischer Theologe u. Philosoph,
Erbaulichen Reden)
"Du hast uns zu Deinem Eigentum erschaffen und ruhelos ist unser Herz, bis
es ruht in Dir."
[lat.: "Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et
inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te."]
Augustinus
von Hippo (354-430, Theologe und Philosoph, Confessiones 1, 1)
"Neulich habe ich einen Bekannten
getroffen, der drei süße kleine Kinder hat, einen Jungen und zwei Mädchen.
Als er mir so entgegenkam, sah ich, wie die Kinder auf ihren Vater
einredeten: wie die Bücher, alle zur gleichen Zeit. Und der Vater hatte
Mühe, allen zu antworten. Da komme ich dazu und sage: »Guten Tag, Herr
Sowieso! Guten Tag, ihr Kinderchen!« Wie man's so macht! Und siehe da: Die
Kinder verstummten sofort. Dem Fremden gegenüber verstummten sie. Das heißt:
Kinder können eigentlich nur mit ihrem Vater oder ihrer Mutter richtig
reden. Wenn ein Fremder kommt, dann werden sie verlegen. So können wir nur
richtig beten, wenn wir Kinder Gottes geworden sind! Darum können wir nicht
beten, weil wir nicht Kinder Gottes sind.
Ach ja, wir sind
»kirchlich«, wir sind konfirmiert; wir sind »christlich«, wir gehen
Weihnachten in die Kirche; wir sagen dem Pastor »Guten Tag« und boxen ihm
nicht in die Rippen, so höflich sind wir. Ein Erweckungsprediger hat einmal
gesagt: »Sie sind getaufte Hasen!« Da hat einer gefragt: »Was soll das
heißen?« Und da hat er geantwortet: »Wenn du einen Hasen fangen und taufen
würdest, dann würde er doch gleich wieder weg ins Feld springen. So machen
sie es auch: Gerade getauft - und dann geht's gleich wieder in die Welt
hinein!«
Liebe Freunde, da kann man nicht beten. Nur Kinder Gottes
können richtig beten!" "Ein Kind wird man nur durch Geburt, ein Kind Gottes
wird man nur durch Wiedergeburt." "Ich will Ihnen kurz sagen, wie man ein
Kind Gottes wird: Nur durch Jesus! Der sagt: »Ich bin die Tür. Wer durch
mich eingeht, wird selig werden.« "Der erste Schritt, wie ich ein Kind
Gottes werde, ist: Jesus erkennen. Und der zweite Schritt ist, dass ich
gegen diesen Jesus ein großes Vertrauen kriege: Er kann mein Innenleben,
meine Friedlosigkeit, meine heimliche Schuld, meine Jugendsünden in Ordnung
bringen!
Im Alten Testament spricht ein Mann Gottes: »Du führst die
Sache meiner Seele.« Auf einmal bekommt man Vertrauen zu Jesus. Und man
vertraut ihm so, dass man es wagt, von seinem bisherigen Leben abzuspringen
und ihm das ganze Leben in die Hand zu geben. Wir nennen das Bekehrung. Das
war die Stunde in meinem Leben, als ich mit achtzehn Jahren absprang von
einem Gott- losen Leben und mein Leben Jesus gab. Da hat mir kein Mensch
geholfen. Ich kann Ihnen auch nicht helfen. Sie müssen es mit ihm alleine
ausmachen. Aber riskieren Sie es nur und sagen Sie ihm: »Nimm mein Leben,
Jesu, dir / Übergeb ich's für und für!« In dem Augenblick, wo Sie das tun,
sind Sie ein Kind Gottes geworden.
Da kommen Leute zu mir und
erklären mir, dass man auch auf andere Art und Weise selig werden kann.
Versuchen Sie es! Ich sage Ihnen: Es gibt nur eine Tür ins Reich Gottes! Und
diese Tür heißt Jesus!
Jesus: für uns gestorben und für uns
auferstanden! Und sehen Sie: Wenn Sie ein Kind Gottes geworden sind - ach,
suchen Sie doch Jesus, bitte, er sucht Sie schon so lange! -, dann können
Sie beten, dann hört das Elend Ihres Lebens auf, dann können Sie Ihr Herz
vor ihm ausschütten - wie ein Kind dem Vater." "Was tun, wenn man nicht
glauben kann? Bitten Sie Gott um Licht! Er ist ja neben Ihnen. Sagen Sie:
»Herr, lass mich doch zum Glauben kommen. lass mich doch Licht sehen!« Er
hört das!"
"Warum
sehen die Christen nicht erlöster aus?" [...]
"Vielleicht haben wir
uns schon zu lange bei dieser Frage aufgehalten. Wenn wir nämlich nur ein
Argument gegen das Christentum suchen - und ich weiß noch genau, wie eifrig
ich nach solchen Argumenten suchte, als ich zu fürchten begann, es könnte
wahr sein -, dann werden wir leicht irgendeinen bornierten und wenig
überzeugenden Christen finden, um sagen zu können: „Hier habt ihr euern
vielgepriesenen neuen Menschen! Mir ist der alte lieber."
Sind wir
aber einmal zu der Einsicht gelangt, dass vieles für das Christentum
spricht, dann wissen wir genau, dass solch ein Satz den Kern verfehlt. Was
können wir schon in Wirklichkeit von Seelen anderer Leute wissen, ihren
Versuchungen, ihren Möglichkeiten, ihren Kämpfen?
Es gibt eine
einzige Seele in der ganzen Schöpfung, die wir kennen, und es ist die
einzige, deren Schicksal in unsere Hände gegeben ist. Wenn es einen Gott
gibt, sind wir mit ihm allein.
Wir können ihn nicht abweisen mit
Vermutungen über unsere Nachbarn oder Erinnerungen an Dinge, die wir
irgendwo gelesen haben. Wie wenig wird all dieser Tratsch und dieses Gerede
zählen (werden wir überhaupt noch daran denken?), wenn der betäubende Nebel
zerreißt, den wir „Natur" oder „die wirkliche Welt" nennen, und die
Gegenwart Gottes offenbar, unmittelbar und unausweichlich wird!"
Prof. Dr. theol. h.c., Dr. h.c. Clive Staples Lewis (1898-1963,
britischer Schriftsteller und Literatur-wissenschaftler,
Pardon - ich bin Christ, Aufl. 2006)
"Wenn ein Mensch Gott begegnet, so wird er
erleben, ob er es will oder nicht, dass all die Dinge von ihm abfallen, die
ihn von Menschen anderer Epochen (oder sogar von seinem früheren Selbst) so
verschieden zu machen schienen. Er ist dahin zurückgekehrt, wo er schon
immer war, wo jeder Mensch immer ist. «Eadem sunt omnia semper» - alles ist
immer dasselbe. Betrügen wir uns doch nicht selbst!
Wir können mit
unserem Forschen bis zu den Grenzen des Möglichen vordringen und uns ein
noch so komplexes Weltbild schaffen - es kann uns nicht vor Gott verbergen.
Kein Gestrüpp, kein Wald, kein Dschungel ist dicht genug, um uns
Unterschlupf zu gewähren. In der Offenbarung heißt es von ihm, «der auf dem
Throne saß»: «Vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel.»
[Offenbarung 20, 11]
Das kann jeder von uns schon im
nächsten Augenblick erleben. Wirklich: In einem Augenblick, in einer
unmessbar kurzen Zeit und an jedem beliebigen Ort kann alles, was scheinbar
zwischen uns und Gott stand, fliehen, sich in nichts auflösen, und wir
finden uns nackt und bloß vor ihm wie der erste Mensch, wie der einzige
Mensch, als gäbe es sonst nichts mehr - nur ihn und mich.
Und weil
wir dieser Begegnung auf lange Sicht nicht ausweichen können, und weil sie
Freude oder grauenvollen Schrecken über uns bringen wird, gibt es im Leben
nichts Wichtigeres, als dass wir lernen, uns darauf zu freuen. Das ist
unsere erste und größte Lebensaufgabe."
Prof. Dr. theol. h.c.,
Dr. h.c. Clive Staples Lewis (1898-1963, britischer Schriftsteller
und Literatur-wissenschaftler, Nach der Wahrheit fragen, Dr.phil. Jürgen
Spieß, Brunnen-Verlag, Gießen; Aufl. 2007, ISBN: 978-3765532238)
11 "Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein
geworden ist. 12 Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer
Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig
werden.
13 Sie sahen aber den Freimut des Petrus und Johannes und wunderten sich;
denn sie merkten, dass sie ungelehrte und einfache Leute waren, und wussten
auch von ihnen, dass sie mit Jesus gewesen waren. 14 Sie sahen aber den
Menschen, der gesund geworden war, bei ihnen stehen und wussten nichts
dagegen zu sagen. 15 Da hießen sie sie hinausgehen aus dem Hohen Rat und
verhandelten miteinander und sprachen:
16 Was wollen wir mit diesen Menschen tun?
Denn dass ein offenkundiges Zeichen durch sie geschehen ist, ist allen
bekannt, die in Jerusalem wohnen, und wir können's nicht leugnen. 17 Aber
damit es nicht weiter einreiße unter dem Volk, wollen wir ihnen drohen, dass
sie hinfort zu keinem Menschen in diesem Namen reden." Apostelgeschichte 4, 11 - 17
"Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden,
denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem
Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott
geboren sind."
"Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich,
wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so
kann er das Reich Gottes nicht sehen."
"Da stand der Herr Jesus und erlebte es, wie
unter seiner Rede die Menschen wegliefen. „Das ist eine harte Rede!" sagten
sie empört. Jesus wandte sich an seine Jünger: „Und ihr?"
Nun
antwortete Petrus ... : „Herr! Wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des
ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du bist Christus,
der Sohn des lebendigen Gottes!" [Johannes 6,
66-69]
Es ist wundervoll, wenn ein Herz nach mancherlei
Kämpfen zu dem Entschluss kommt: „Dein sind wir, / Dein in Ewigkeit!"
Prof. Dr. Harald Lesch (7. Oktober 2009,
Physiker, Astronom, theoretische Astrophysik -
Ludwig-Maximilians-Universität München, Auf der Suche nach der Gottesformel,
ZDF: Abenteuer Forschung, http://abenteuerforschung.zdf.de)
"Für mich gilt der alte Satz der
Atheisten: Gott existiert nicht, aber ich vermisse ihn sehr."
Dr. Paul Verhoeven (13. April 2009, 1964
Promotion in Mathematik und Physik, niederländischer Filmregisseur,
Drehbuchautor und Filmproduzent, Ich protestiere gegen die Schöpfung,
Frankfurter Allgemeine Zeitung, www.faz.net)
"Ein Theologe sagt zu
einem erklärten Atheisten: "Sie glauben also fest daran, dass Gott nicht
existiert. Sehen Sie, ich dagegen bin Skeptiker. Ich glaube nicht einmal
das."
Dekan Rheinhold Föckersperger
(2007, Dipl.-Theol., Pfarrgemeinde St. Johannes, Erding, DER SPIEGEL
Nr.23/4.6.07, Seite 6)
"Bei einem Empfang hatte ein Geistlicher einen
Tischnachbarn, der sich in ziemlich abfälliger Weise über Religion und
Kirche äußerte. So sagte er, direkt an den Geistlichen gewandt: „Wissen Sie,
ich habe für den ganzen faulen Zauber, der in den Kirchen veranstaltet wird,
nicht viel übrig. Ich glaube nur, was ich mit meinem Verstand begreifen
kann.“
„Mit anderen Worten“, sagte darauf der Geistliche, „Sie
glauben also an gar nichts."
(Das große Buch des
christlichen Humors, Annegret Kokschal, St. Benno; Auflage: Mai 2006)
"Zwei Pfarrer über die Frage, wie man den
Kirchenbesuch wieder beleben könne:
„Wir haben jetzt gepolsterte
Sitze, die Kniebänke sind abgeschafft, jede Woche halten wir einen Vortrag
über aktuelle Themen, und zweimal im Monat spielt eine Jazzkapelle. Aber die
Kirche wird und wird nicht voll. Können Sie mir wohl sagen, was wir noch
versuchen sollten?“
„Lieber Mitbruder, ich würde es mal mit Religion
versuchen.“
(Das große Buch des
christlichen Humors, Annegret Kokschal, St. Benno; Auflage: Mai 2006)
"Ich bin völlig erschöpft", sagt der
evangelische Pfarrer zu seiner Frau. "Wiso?" "Der Dekan hat heute eine Rede
von über zwei Stunden gehalten." "Und worüber?" "Das hat er nicht gesagt."
(Das große Buch des
christlichen Humors, Annegret Kokschal, St. Benno; Auflage: Mai 2006)
Vier Geistliche sitzen nach getaner Arbeit am Montag zusammen. "Wisst Ihr“, sagt der eine, "wir sind doch wirklich gute Freunde.
Vielleicht nutzen wir die Gelegenheit einmal, um uns über unsere
Probleme auszusprechen." Alle nicken zustimmend.
"Lasst mich
Euch anvertrauen, dass ich zu viel trinke.", bekennt der erste. Die
anderen drei seufzen.
Der zweite: "Da du, lieber Bruder, so
ehrlich zu uns warst, wage ich zu gestehen, dass ich der
Spielleidenschaft fröne. Mich hat sogar schon der Wunsch heimgesucht,
Geld aus dem Opferstock zu nehmen." Wieder seufzen die anderen drei.
Darauf sagt der dritte: "Liebe Brüder, ich bin ganz und gar
durcheinander, ich habe Zuneigung zu einer Frau in meiner Gemeinde
gefasst - und sie ist sogar verheiratet." Die anderen drei seufzen
wieder.
Schließlich soll der Vierte auch sein größtes Problem
äußern, doch er sträubt sich noch. Die anderen drei reden ihm aber gut
zu: "Mach Dir keine Gedanken, Dein Problem ist bei uns gut aufgehoben.
Wir sind verschwiegen und werden niemandem etwas sagen." "
Nun
ja, ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, aber mein Problem ist:
Ich bin eine furchtbare Klatschtante und kann kein Geheimnis für mich
behalten..." Unbekannter Autor?
"Eine Ordensschwester ist mit dem Auto auf einer
einsamen Landstraße unterwegs. Plötzlich geht ihr das Benzin aus. Ein
Reservekanister ist nicht an Bord. Sie marschiert zu Fuß zu einer kleinen
Landtankstelle und fragt nach einem Kanister:
"Diese Woche ist vielleicht was los", klagt der Besitzer, "zwei waren schon
vor Ihnen da, und jetzt habe ich keinen Kanister mehr."
"Es kann auch ein anderer Behälter sein", sagt die Ordensfrau.
Nach langem Suchen findet der Tankwart einen alten Nachttopf und füllt
diesen voll Benzin.
Die Ordensschwester wandert mit dem Nachttopf zu ihrem Auto zurück und
schüttet das Benzin vorsichtig in den Tank. Da hält ein Lastwagen neben ihr
an. Der Trucker beobachtet eine Zeitlang die Szene und sagt: "Schwester,
Ihren Glauben möchte ich haben!"
Im Unterricht frag der Religionslehrer die Schüler nach der
Bedeutung des Wortes Schalom.
Martha meldet sich: „Schalom heißt
übersetzt Friede!“ Der Religionslehrer: „Richtig Martha! Und was
heißt El-Schalom? Der kleine Bob ruft dazwischen: „Elfriede!“
Ein Rabbi wird im ehemals kommunistischen Polen
verhört:
"Sie haben Verwandte im Ausland?"
"Nein"
"Was heißt: "Nein"? Wer ist David Cohn in Tel Aviv?"
"Das ist mein Bruder."
"Wer ist Chaia Goldbaum in Haifa?"
"Das ist meine Schwester."
"Zum Donnerwetter, ich frage nun nochmals: Haben Sie Verwandte im
Ausland, ja oder nein?"
"Nein, Bestimmt nicht! Von der ganzen Familie bin ich der einzige, der
im Ausland lebt."
Gegen den deutschen Musiker Dieter Bohlen war
vor dem Hamburger Landgericht ein Verfahren eröffnet worden, weil er einen
Polizisten geduzt hatte.
Dieter Bohlen: „Wenn ich abends bete, dann duze ich Gott ja auch. Wenn ich
sogar Gott duzen darf, wüsste ich nicht, warum ich irgendeinen Menschen
siezen soll.“
Diese Webseite stellt den Versuch dar, zumindest Teilbereiche der aktuellen FundamentalismusDebatte abzubilden. Bitte beteiligt Euch an der Diskussion! Im
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Die vielstimmigen Diskussionsbeiträge und Zitate dieser Website geben nicht notwendig unsere eigene Meinung (fundamentalismusdebatte.de) wieder.
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Wir lieben unsere Kirche, und wir leiden mit unserer Kirche und würden uns deshalb freuen, auch (mehr)
positive und Mut machende Beiträge/Standpunkte zur
Evangelischen Kirche (EKD) zu erhalten. Danke!