Diskussion: Evangelikale


Beiträge zum Thema christlicher Fundamentalismus

 

 

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Hinweis in eigener Sache: Die vielstimmigen Diskussionsbeiträge und Zitate dieser Website geben nicht notwendig unsere eigene Meinung wieder.

Die nachstehende "Textlandschaft" aus Textfragmenten und Zitaten stellt den Versuch dar, zumindest exemplarisch Teilbereiche der aktuellen Fundamentalismusdebatte abzubilden. Wobei der Einstieg gelegentlich "bibelkritisch" aufgebaut ist und im Wechsel mit "bibeltreuen" Textfragmenten (manchmal erst im unteren Abschnitt) eine Art "Debatte" abbildet.
Fundamentalismusdebatte.de ist keine "bibeltreue" Webseite, sondern stellt "bibelkritische" und "bibeltreue" Inhalte unkommentiert nebeneinander. Ein bibeltreues Projekt findest Du in der Bibel. ツ

Ein weites Feld für Missverständnisse in der Fundi-Debatte kann übrigens darin bestehen, dass unter dem Wort "Gott" ganz Unterschiedliches verstanden wird. Das reicht von "Gott als (gemeinsame) Idee" (eine Idee kann sich auf Menschen bzw. eine Gemeinschaft auswirken, aber z.B. keine Naturgesetze durchbrechen oder selbst etwas sagen bzw. tun) bis zu "Gott als Person" (wenn Gott Gott ist, dann ist Ihm nichts unmöglich) und allem dazwischen.
Dieser Unterschied, von welchem Ausgangspunkt in der Fundi-Debatte argumentiert wird und was der Autor jeweils unter dem Wort "Gott" versteht, kann in der Kürze der Beiträge nicht dargestellt werden.

Über uns: Wir selbst glauben an einen persönlichen Gott, der sich in Jesus Christus und durch den Heiligen Geist geoffenbart hat und das noch immer tut. Wir respektieren Menschen, die das anders sehen oder etwas anderes glauben.

 

Harm Bengen, www.harmbengen.de

 


"Evangelikale Gemeinden sorgen insbesondere in den Vereinigten Staaten und in Lateinamerika für Aufsehen. Aber auch in Deutschland ziehen etliche Gemeinden Christen an, die von der etablierten Kirche enttäuscht sind […]

Für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sind die evangelikalen Glaubensbrüder ein Ärgernis. Viele von ihnen sind, wie Pastor Wenz mit seinem Gospel Forum [Stuttgart], in unabhängigen Freikirchen organisiert. Andere entwickeln innerhalb der evangelischen Landeskirchen ein scharfes Profil, das vom protestantischen Mainstream abweicht.
Fast hilflos müssen die Bischöfe der schrumpfenden Amtskirche beobachten, wie Evangelikale in Sachen Ehe, Sex und Erziehung erfolgreich erzkonservative Werte propagieren. [...]

1,3 Millionen Anhänger sind nach eigenen Angaben in einem Dachverband zusammengeschlossen, der sich Deutsche Evangelische Allianz nennt und sich als Zentralorgan der Evangelikalen versteht. Wie ihre Glaubensverwandten in den USA nehmen sie die Bibel wortwörtlich. [...]

Trotzdem fällt der EKD die Auseinandersetzung mit den evangelikalen Strömungen oft schwer. Zu unterschiedlich, zu bunt sind die Gruppen am Rand des Protestantismus. Neben vermeintlichen Wunderheilern und Charismatikern nach amerikanischem Vorbild gibt es fromme Pietisten, die sich auf Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts, etwa in Baden oder am Niederrhein, berufen. Mennoniten und Baptisten gehören ebenso dazu."

DER SPIEGEL (16. Mai 2015, Mareike Ahrens, Jan Friedmann, Peter Wensierski, Religion: „Böse Geister sind Realitäten“, Evangelikale Gemeinden erleben in Deutschland großen Zulauf. Die konservativen Christen irritieren die Amtskirche, DER SPIEGEL 21/2015, S. 30-32)

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"Zu den Pfingstkirchen und der ihnen verwandten charismatischen Bewegung zählen nach Schätzungen weltweit rund 600 Millionen Menschen. Sie betonen besonders die Gaben des Heiligen Geistes wie Prophetie, Krankenheilung sowie das Beten und Reden in fremden Sprachen („Zungen“), also in nur Gott verständlichen Lauten (Glossolalie). Das geschah zuerst bei der Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten."

Evangelische Nachrichtenagentur idea e.V. (26. Mai 2015, Empowered21 in Jerusalem. Weltkongress der Pfingstler: Geistesgaben weitergeben!, www.idea.de)

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"Man muss sich darüber im Klaren sein, dass der Pentekostalismus [Pfingstbewegung], also die pentekostalischen Bewegungen und die Pfingst-Kirchen, zahlenmäßig die zweitgrößte Realität in der Christenheit nach der römisch-katholischen Kirche sind. Man muss also von einer Pentekostalisierung des Christentums reden oder vielleicht sogar von einer vierten Form des christlichen Lebens: einer katholischen, einer orthodoxen, einer protestantischen und einer pentekostalischen Form."

Kardinal Prof. Dr. Kurt Koch (26. September 2014, Ein Papst, der Türen und Herzen öffnet, www.die-tagespost.de)"

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"Während die traditionellen Kirchen Mitglieder verlieren, sind die sogenannten Evangelikalen im Aufwind. Dahinter verbirgt sich ein breites Spektrum verschiedenster Glaubensgemeinschaften wie Pfingstgemeinden, Freikirchen, Gemeinschaften der charismatischen Bewegung oder Gemeinden evangelischer Landeskirchen."

Mareike Fuchs und Sinje Stadtlich (4. August 2014, NDR-Reporterinnen, Die Story im Ersten - Mission unter falscher Flagge. Radikale Christen in Deutschland, www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/ndr/04082014-story-im-ersten-mission-unter-falscher-flagge-100.html, Video verfügbar bis 05.08.2015)

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Mareike Fuchs, freie Journalistin und Redakteurin, Bild: www.ndr.de (2015)

 


"Das Wort "evangelikal" wurde zunächst im 16. Jahrhundert in England für die Anhänger der Reformation innerhalb der des englischsprachigen Raumes benutzt, bedeutete also zunächst nichts anderes als das deutsche Wort "evangelisch".
Später wurde der Begriff durch die Bezeichnung "protestantisch" verdrängt, bevor er im Rahmen der Erweckungsbewegung des 18. Jahrhunderts in England wieder auftauchte. […]

1846 schlossen sich in London die Evangelikalen aus vielen Ländern zur Evangelical Alliance zusammen. Aus einer Bezeichnung für die Protestanten überhaupt wurde nun endgültig ein Begriff für eine bestimmte innerprotestantische Bewegung, die auf Bekehrung und Treue zum Wort Gottes Wert legte."

Dr. Stephan Holthaus (1993, Prorektor der Freien Theologischen Hochschule FTH Gießen, Fundamentalismus in Deutschland: Der Kampf um die Bibel im Protestantismus des 19. und 20. Jahrhunderts. Biblia et symbiotica 1, Verlag für Kultur und Wissenschaft, Bonn, 2. korr. Aufl. 2003, S. 52)

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"Wenn von den Evangelikalen gesprochen wird, kann sehr Unterschiedliches damit gemeint sein: unabhängige frei kirchliche Bewegungen, die Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium", die Pfingstbewegung, die evangelistische Aktion „Pro- Christ", die „Willow-Creek-Bewegung", die Deutsche Evangelische Allianz, mit der sich ca. 1,3 Millionen Christen aus den evangelischen Landeskirchen (ca. die Hälfte) und den Freikirchen verbunden wissen.

Stellungnahmen zur evangelikalen Bewegung erfordern differenzierende Wahrnehmungen und Urteilsbildungen.
In Teilen der Medienöffentlichkeit werden Evangelikale pauschal mit christlichen Fundamentalisten gleichgesetzt, die gegen Homosexualität, gegen Feminismus, mithilfe exorzistischer Praktiken gegen Dämonen und den Teufel kämpfen. Eine solche Wahrnehmung trifft jedoch nur bestimmte Ausprägungen des Evangelikalismus. Sie wird der Vielfalt der Bewegung nicht gerecht."

Dr. Reinhard Hempelmann (Oktober 2011, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen - EZW, Neue christliche Religiosität - Evangelikale Bewegung. In: Reinhard Hempelmann u.a. (Hg.), Quellentexte zur neuen Religiosität, EZW-Texte 215, Berlin: EZW, 2011, S. 53)

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"Protestantischer Fundamentalismus"

"Mit Berufung auf die Bibel schafft der Fundamentalismus Eindeutigkeit und setzt der modernen Kultur des Zweifels eine feste Position entgegen. Er protestiert gegen kirchliche und theologische Kompromisse mit dem Zeitgeist.
Er reagiert auf den Abbruch der Tradition und die damit verbundene religiöse und kulturelle Identitätsgefährdung.

Für sein Selbstverständnis sind verschiedene Abgrenzungen charakteristisch: gegen den Feminismus, die Evolutionslehre, den Pluralismus, die historisch-kritische Bibelauslegung. Fundamentalismus ist immer etwas Zweites, eine Art Gegenmoderne.

Allgemeines

Was ist protestantischer Fundamentalismus? Die einfache und zutreffende Antwort auf diese Frage lautet: eine Strömung innerhalb des konservativ geprägten Protestantismus.

Ein herkömmlicher Sprachgebrauch bezeichnet denjenigen Bereich protestantischer Frömmigkeit mit fundamentalistisch, der hinsichtlich des Bibelverständnisses die Verbalinspirationslehre (wörtliche Eingebung der Worte der Bibel durch das Diktat des Heiligen Geistes) mit dem Glauben an ihre Unfehlbarkeit und absolute Irrtumslosigkeit verbindet und dies auf alle Aussagen der Bibel bezieht.

Um von Fundamentalismus im engeren Sinn des Wortes sprechen zu können, reicht das Motiv der Verbalinspiriertheit und Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift als Definitionskriterium noch nicht aus.
Es müssen weitere Motive hinzukommen: die konservative politische Gesinnung und der Wille, religiös begründete Überzeugungen auch politisch durchsetzen zu wollen, also die Verbindung von Politik und Religion.

Der christliche Fundamentalismus in diesem engeren Sinn ist in Europa kein politisch einflussreicher Faktor. Hier stellen sich fundamentalistische Strömungen in ihren protestantischen oder katholischen Spielarten vor allem als kirchenpolitische, seelsorgerliche und ökumenische Herausforderung dar.

Der Begriff Fundamentalismus wird im europäischen Kontext durchweg als wertender Begriff verwendet. Er bezeichnet die fragwürdigen Ausdrucksformen und Fehlentwicklungen protestantischer Erweckungsfrömmigkeit.

Religiöse Hingabebereitschaft kann ausgenutzt und missbraucht werden. Die Orientierung an charismatischen Führungspersonen kann das Mündig- und Erwachsenwerden im Glauben verhindern.
Die Berufung auf den Buchstaben der Bibel kann für ein problematisches Macht- und Dominanzstreben funktionalisiert werden. Das gesteigerte Sendungsbewusstsein einer Gruppe kann in ein elitäres Selbstverständnis Umschlägen, das sich scharf nach außen abgrenzt.

Selbstverständnis

Der Bibelfundamentalismus meint dem Streit um die rechte Auslegung der Bibel entfliehen zu können, indem er die Bibel gleichsam ins Credo mit aufnimmt und sagt: „Wir glauben an die Bibel als das von Gott gegebene ,irrtumslose' und unfehlbare' Wort Gottes."

Für die gegenwärtige Wahrnehmung fundamentalistischer Orientierungen ist die Unterscheidung zwischen einem Wort- und einem Geistfundamentalismus von zentraler Bedeutung. Beiden ist gemeinsam, dass sie auf die menschliche Sehnsucht nach Vergewisserung und Sicherheit antworten.

Der Wortfundamentalismus sucht rückwärts gewandt die Glaubensvergewisserung durch den Rekurs auf das unfehlbare Gotteswort in der Vergangenheit.
Der Geistfundamentalismus orientiert die Vergewisserung primär an sichtbaren Geistmanifestationen, die als unzweideutige Zeichen, ja Beweise der göttlichen Gegenwart angesehen werden (Heilungen, ekstatische Erfahrungen).

Der Wortfundamentalismus sieht Christus preisgegeben, wenn Adam nicht als historische Person verstanden wird.
Der Geistfundamentalismus meint, dass demjenigen etwas Entscheidendes im christlichen Leben fehlt, der nicht in Zungen redet.

Der Wortfundamentalismus vertritt eine kreationistische Position und ist daran interessiert, eine alternative Biologie und Geologie aufzubauen (Kreationismus).
Dem Geistfundamentalismus liegt an einer christlichen Psychologie oder am „Powermanagement in der Kraft des Heiligen Geistes".

Gegenwärtig stellt sich ein Geistfundamentalismus chancenreicher dar als ein reiner Wortfundamentalismus. Er knüpft an Ausdrucksformen der religiösen Alternativkultur an, für die Rationalitätsskepsis und ein Hunger nach erlebbarer Transzendenz charakteristisch sind.

Einschätzung

Dem Fundamentalismus ist entgegenzuhalten: Er greift die religiöse Tradition nicht in ihrer Fülle auf, sondern auswählend und reduziert. Er verwechselt Gewissheit mit Sicherheit. Die Verlässlichkeit des göttlichen Wortes lässt sich nicht durch den Glauben an eine wortwörtliche Inspiration sichern.
Die Bibel wird missverstanden, wenn ihr Charakter als Glaubenszeugnis verleugnet wird. In ihr lässt sich kein Vorrat unfehlbarer Fakten finden: zur Welterschaffung, zum Endzeitablauf, zur Strategie, Krankheiten schnell und wirksam zu heilen.

Fundamentalistische Strömungen verleugnen christliche Freiheit und sind von der Angst bestimmt, das Fundament christlicher Glaubensgewissheit könnte durch die Offenheit gegenüber moderner Wissenschaft und die Einsicht in die Geschichtlichkeit der christlichen Wahrheitsgewissheit ins Wanken geraten.

Man kann sich bemühen, den Fundamentalismus als Antwortversuch auf die Vergewisserungssehnsucht des Menschen in komplexen, unübersichtlichen Lebenskontexten zu verstehen. Dieser Versuch ist jedoch erfolglos. Glaubensgewissheit ist ein unverdientes Geschenk und menschlicher Verfügung entzogen."

"Quellen: The 1878 Niagara Creed, in: Sandeen, Ernest R., The Roots of Fundamentalism. British and American Millenarianism 1800 - 1930, Chicago 1970, 273 - 277 Torrey, R. A./Dixon, A. C. u. a. (Hg.), The Fundamentals. ATestimony to theTruth, Vol. I - IV, Los Angeles 191 7 (reprinted 1988)

Sekundärliteratur: Hemminger, Hansjörg (Hg.), Fundamentalismus in der verweltlichten Kultur, Stuttgart 1990 Hempelmann, Reinhard, Zur Attraktivität des christlichen Fundamentalismus, in: ders., Evangeli- kale Bewegungen. Beiträge zur Resonanz des konservativen Protestantismus, EZW-Texte 206, Berlin 2009, 29-42
Marty, Martin E./Appleby, R. Scott, Herausforderung Fundamentalismus. Radikale Christen, Moslems und Juden im Kampf gegen die Moderne, Frankfurt a. M. 1996 Riesebrodt, Martin, Die Rückkehr der Religionen. Fundamentalismus und der „Kampf der Kulturen", München 2000"


Dr. Reinhard Hempelmann (Oktober 2011, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen - EZW, Neue christliche Religiosität - Protestantischer Fundamentalismus. In: Reinhard Hempelmann u.a. (Hg.), Quellentexte zur neuen Religiosität, EZW-Texte 215, Berlin: EZW, 2011, S. 88-90)

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Dr. Reinhard Hempelmann, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

 


"Aufruhr unter evangelikalen Christen." (FAZ)

"Dem sogenannten Mainstream in Deutschland die Stirn zu bieten ist für die rund 600.000 evangelikalen oder pietistischen Christen in Deutschland nichts Ungewöhnliches. Dass sie dabei darüber streiten, wie strikt die Bibel auszulegen ist, ist ebenfalls nicht unüblich. Der Aufruhr, der allerdings derzeit in den evangelikalen Verbänden herrscht, geht über die üblichen Differenzen weit hinaus.

Im Zentrum der Debatte, die sich wieder einmal am Thema Homosexualität festmacht, steht Michael Diener. Der 53 Jahre alte Theologe aus der Pfalz steht nicht nur dem Gnadauer Gemeinschaftsverband vor, in dem etwa 300.000 innerhalb der evangelischen Landeskirchen organisierte Pietisten zusammengeschlossen sind. Diener ist seit einigen Jahren auch Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz, des Dachverbands der evangelikal, pietistisch oder charismatisch orientierten Christen.

Innerhalb dieses weiten Spektrums vertritt Diener eher liberale Auffassungen. Seit Jahren kritisiert er die Fokussierung seiner Bewegung auf das Thema Homosexualität nicht nur als einseitig, sondern auch als wenig zuträglich für das Grundanliegen, Menschen für den Glauben zu gewinnen. [...]

Zum Wortführer gegen Diener schwang sich ... Ulrich Parzany auf. […] Sein persönliches Verhältnis zu Diener sei sehr gut. "Gleichzeitig war mir aber klar: Wenn diese Äußerungen Dieners unwidersprochen bleiben, ist die Sache gelaufen." [...]"

Reinhard Bingener (20. Januar 2016, ev. Theologe, FAZ-Korrespondent, Aufruhr unter evangelikalen Christen. Der Streit über den Umgang mit Homosexualität wird zu einem Richtungsstreit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2016, Nr. 17, S. 8)

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"Die evangelikale Bewegung zerlegt sich: Die einen gehen auf Schmusekurs mit der Amtskirche, die anderen halten eine Annäherung schon für einen Sündenfall. Steht der Protestantismus vor einer neuen Spaltung? [...]

Gerade ist ihr Spitzenmann Michael Diener in die Führung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt worden. Doch ein geraumer Teil der intensiv Evangelischen hält die Amtskirche für lau und lasch. Nun streitet sich die Bewegung ...
Der Patriarch der Bewegung, Ulrich Parzany, hat sich aus dem Ruhestand zurückgemeldet und einen Aufstand gegen Michael Diener angezettelt. Im Streit der zwei spiegelt sich die Uneinigkeit der Evangelikalen. [...] Die Hälfte, so schätzen Kenner, liegt wahrscheinlich auf Dieners Reformkurs."

Hannes Leitlein und Wolfgang Thielmann (23. Januar 2016, Redakteure Christ & Welt, Wertestreit: Im Glauben zerissen, Christ & Welt Ausgabe 04/2016, www.christundwelt.de)

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Präses Dr. Michael Diener und Pfarrer Ulrich Parzany

 


"Chef der Evangelikalen will Homo-Verdammung stoppen. […]

Der Mann hat das Zeug, einen Glaubenskampf zu beenden. Er heißt Michael Diener und ist Chef der deutschen Evangelikalen und Pietisten. Also derjenigen, die seit Jahrzehnten in Grabenkriegen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) stecken. Wegen Homosexualität, Politik und Mission. Diener fordert ein neues Denken – über Homosexualität, Politik und Mission. Und über Selbstgerechtigkeit.

Fangen wir mit der Homosexualität an. Obwohl der 53-jährige Vater zweier erwachsener Kinder das Thema für überstrapaziert hält – was schon bemerkenswert ist, denn viele Evangelikale und Pietisten debattieren oft über Schwule und Lesben. Zu oft, findet Diener, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz und im Hauptberuf Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes in Kassel, eines Zusammenschlusses von rund 300.000 Pietisten in landeskirchlichen Gemeinschaften sowie missionarischen oder diakonischen Werken.

Für den Umgang mit Schwulen und Lesben fordert Diener etwas, was Christen oft machen müssen: Spannungen aushalten. Also sagt er im Gespräch mit der "Welt" erstens: "Ich vermag aus der Heiligen Schrift nicht herauszulesen, dass es einen Auftrag an die Kirche zur Segnung homosexueller Beziehungen und deren Gleichstellung mit der Ehe von Mann und Frau gäbe." Das ist eindeutig: Für die in fast allen evangelischen Landeskirchen praktizierten Segnungs- oder Trauungsgottesdienste bei Homosexuellen sieht er keinen Anhaltspunkt in der Bibel. Da sei er "klassisch konservativ".

Zweitens aber sagt er: "Als Pfarrer habe ich gelernt, anzuerkennen, dass Menschen bei dieser Frage die Bibel anders lesen. Diese Brüder und Schwestern sind mir genauso wichtig wie diejenigen, die meine Meinung teilen." Und das gelte auch "für Pfarrerinnen und Pfarrer, die ihre Homosexualität geistlich für sich geklärt haben und sich von Gott nicht zur Aufgabe dieser Prägung aufgefordert sehen".

Damit entzieht sich Diener dem evangelikalen Kampf gegen Homo-Ehen in Pfarrhäusern. "Da bin ich aus tiefster Überzeugung plural", fügt er hinzu und merkt an, wie manche Fromme das finden: "Das macht meiner Bewegung Probleme."

Dieser Bewegung sage er, dass man die Bibel genau lesen müsse. Dann stelle man fest, dass es dort "keine einzige Stelle gibt, wo sexualethische Verfehlungen allein gebrandmarkt werden". Vielmehr gehe es da immer auch um anderes, um Heuchelei, schlechte Nachrede oder Lieblosigkeit. Und bei diesen Themen, so Diener, "müssen wir Pietisten uns auch an die eigene Nase fassen".[…]

Auch in der EKD hat sich manche Aversion gegen die Frommen gelegt. Entsprechend wurde Diener kürzlich ins oberste EKD-Leistungsgremium gewählt, den Rat. Dort trennt ihn nicht viel vom Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, der bei allem Politisieren eine herzensfromme Christusgläubigkeit ausstrahlt. […]"

DIE WELT (19. Dezember 2015, Chef der Evangelikalen will Homo-Verdammung stoppen, www.welt.de/149946122)

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Pro Christ 2013 Pfarrer Ulrich Parzany

Pfarrer Ulrich Parzany (2013)

 


Offener Brief von Pfarrer Ulrich Parzany: "Lieber Michael,

ich schreibe diesen Brief, nachdem ich den Artikel in WELT ONLINE vom 14.12.15  [siehe Beitrag oben] gelesen habe. Nun weiß ich, dass man in Zeitungsartikeln oft verzerrt dargestellt wird. Schon der Titel ist gemein, als ob irgendjemand sich anmaßte, homosexuelle Menschen zu verdammen, wenn er homosexuelle Praxis nach Maßgabe der Bibel als Sünde bewertet. Vielleicht wirst Du Dich ja noch kritisch zu dem Artikel äußern. Aber gehe ich wohl recht in der Annahme, dass der Redakteur die Richtigkeit der Zitate, die er von Dir in dem Artikel bringt, von Dir hat prüfen und freigeben lassen? Das ist ja übliche Praxis. Auf diese Zitate beziehe ich mich.

Du hast die Evangelikalen öffentlich kritisiert, deren Sprecher Du als Präses von Gnadau und Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz ja bist. Ja, die Warnung vor Selbstgerechtigkeit ist berechtigt. Ich will mich täglich vor Gott prüfen, ob meine Kritik an der Missachtung der Bibel in Kirche und Theologie aus Hochmut und Selbstgerechtigkeit oder aus Liebe zu Gott und den Menschen kommt.

Aber ich verstehe nicht, warum Du das immer wieder öffentlich betonst und zugleich die Positionen relativierst, die wir doch gemeinsam vertreten. Einerseits betonst Du: „Ich vermag aus der Heiligen Schrift nicht herauszulesen, dass es einen Auftrag an die Kirche zur Segnung homosexueller Beziehungen und deren Gleichstellung mit der Ehe von Mann und Frau gäbe.“ Dann aber sagst Du: „Als Pfarrer habe ich gelernt, anzuerkennen, dass Menschen bei dieser Frage die Bibel anders lesen. Diese Brüder und Schwester sind mir genauso wichtig wie diejenigen, die meine Meinung teilen.“ Du wirst dann weiter zitiert, das gelte auch „für Pfarrerinnen und Pfarrer, die ihre Homosexualität geistlich für sich geklärt haben und sich von Gott nicht zur Aufgabe dieser Prägung aufgefordert sehen.“ Du hast recht, wenn Du im Blick auf diesen Widerspruch feststellst: „Das macht meiner Bewegung Probleme.“ Und zwar massive.

Die Bibel wurde schon immer von anderen auch anders verstanden. Das ist doch eine Banalität. Was soll die Berufung auf die Heilige Schrift, wenn Du sie der Beliebigkeit subjektiver Sichten auslieferst? Ich dachte immer, die Gemeinschaftsbewegung und die freien Werke wären deshalb in der Kirche, dass sie dort gegen Irrlehre und Gleichgültigkeit die Wahrheit der Heiligen Schrift bekennen und leben.

Ich habe Dir nicht zu Deiner Wahl in den Rat der EKD gratuliert, weil ich befürchtete, dass Du dort allzu sehr vereinnahmt wirst. Aber dass Du so schnell nach der Wahl öffentlich die eigenen Leute wegen ihrer angeblichen Abschottung kritisierst – „Sie leben wie hinter einer unsichtbaren Mauer.“ – und die EKD-Linie lobst, überrascht mich doch. Geht es wirklich nur um verschiedene Frömmigkeitsformen, in denen wir jeweils sozialisiert wurden? Sind es nicht doch theologische Wahrheitsfragen, um die gerungen werden muss?

Ich frage mit vielen anderen: Wo geht unser Weg hin? Ich frage das auch, weil ich mit der Initiative „Zeit zum Aufstehen“ die Hoffnung verbunden sah, dass deutschlandweit eine gemeinsame Widerstandsbewegung gegen die Irrlehren in den evangelischen Kirchen entstehen könnte. Nun aber nehme ich mehr Beschwichtigung und Anpassung als Aufstehen, Bekenntnis und Widerstand wahr. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der die EKD aus Anlass des Reformationsjubiläums die Grundlagen des evangelischen Glaubens demontiert.

Das Bekenntnis zu Jesus Christus als dem einzigen Retter für alle Menschen wird dem interreligiösen Dialog geopfert: „Die Herausforderung besteht darin, von Christus zu sprechen, aber so, dass dadurch nicht der Glaube des anderen abgewertet oder für unwahr erklärt wird. So wie für den Christen das Gehören zu Christus der einzige Trost im Leben und im Sterben ist, so ja auch für den Angehörigen der anderen Religionen sein spezifischer Glaube. Dies darf auf beiden Seiten des Gesprächs anerkannt werden.“ (Rechtfertigung und Freiheit, 500 Jahre Reformation 2017, Grundlagentext des Rates der EKD, 2014, S.58)

Die Bibel sei für uns heute nicht mehr das Wort Gottes wie für die Reformatoren: „Seit dem siebzehnten Jahrhundert werden die biblischen Texte historisch-kritisch erforscht. Deshalb können sie nicht mehr so wie zur Zeit der Reformatoren als ‚Wort Gottes‘ verstanden werden. Die Reformatoren waren ja grundsätzlich davon ausgegangen, dass die biblischen Texte wirklich von Gott selbst gegeben waren. Angesichts von unterschiedlichen Versionen eines Textabschnitts oder der Entdeckung verschiedener Textschichten lässt sich diese Vorstellung so nicht mehr halten. Damit aber ergibt sich die Frage, ob, wie und warum sola scriptura auch heute gelten kann.“ (Rechtfertigung und Freiheit, S.84)

Ihr hattet die Erstunterzeichner zum 17.12.15 eingeladen. Im vergangenen Jahr durften wir Erstunterzeichner unsere Meinung sagen, hatten aber keinen Einfluss auf den weiteren Weg der Initiative. Dieses recht hat sich der kleine Kreis der zwölf Initiatoren vorbehalten. Vielleicht erklärt das auch das geringe Interesse an der diesjährigen Veranstaltung, die deshalb abgesagt wurde. Umso gespannter bin ich zu hören, welchen Weg die Initiatoren von „Zeit zum Aufstehen“ weitergehen wollen. Deine öffentlichen Einlassungen werden dort ja sicherlich eine Rolle spielen. Ich erlaube mir deshalb, diesen Brief einem größeren Kreis zur Kenntnis zu geben. Da Deine Stellungnahme ja auch an eine große Öffentlichkeit gerichtet war, soll auch dieser Brief nicht privat und vertraulich sein.

In täglicher Fürbitte und in großer Sorge herzlich verbunden grüßt Dich
Dein Ulrich"

Pfarrer Ulrich Parzany / ideaSpektrum (16. Dezember 2015, Große Kontroverse in der evangelikalen Bewegung, www.idea.de)

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Michael Diener

Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Dr. Michael Diener (2015)

 


"Michael Diener ist ein Brückenbauer, der Freude am Glauben zum Ausdruck bringt und dabei das evangelikale Spektrum vertritt. Das empfinde ich als bereichernd für die Arbeit des Rates."

Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm (23. Dezember 2015, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD, Interview: Wie wollen Sie die Kirche prägen, Herr Landesbischof? ideaSpektrum 52/53.2015, S. 22)

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pro-medienmagazin: "Wer wird wen mehr prägen – Michael Diener die EKD, oder die EKD Michael Diener?

Dr. Michael Dienel: Die Frage finde ich schwierig. Kann ich das heute wissen? Und überhaupt: „Passt“ diese Frage zum Miteinander in einem Rat? Meines Erachtens nicht, denn als Kirchenmitglied und Pfarrer war ich schon immer „EKD“ und bin es immernoch – „EKD“ und „Pietist“ gleichermaßen.
Woran wollen Sie festmachen, wer wen prägt? Ich bin einer von 15 und fände es vermessen, meine Mitgliedschaft in diesem Kreis vom „Prägegewicht“ bestimmen zu lassen oder hier einen Wettbewerb zu suchen. Und auch im geprägt Werden, worauf ich mich freue, kann man prägen."

pro Magazin (20. November 2015, Diener will Brücken zwischen Allianz und EKD bauen, www.pro-medienmagazin.de)

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"Diener verteidigte auch den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, als dieser im Sommer von Evangelikalen wegen seines Engagements für den Bau eines Islamzentrums in München kritisiert wurde. Schon das missfiel einigen in Dieners eigenem Lager. Im Herbst wurde Diener dann auch noch als einziger Vertreter der Evangelikalen in den Rat der EKD gewählt.

Manche sehen das evangelikale Spektrum durch die Wahl eines versierten Theologen wie Diener in das Leitungsgremium gestärkt. Diejenigen, die diese Auffassung nicht teilen, konnten sich jedoch einige Tage vor Weihnachten durch Äußerungen Dieners in der Zeitung "Die Welt" bestätigt sehen. In dem Artikel forderte Diener, die Evangelikalen müssten endlich akzeptieren, dass viele andere die Bibel in der Frage der Homosexualität anders auslegten als man selbst. Diener kritisierte, die evangelikale Bewegung lebe zum Teil "wie hinter einer unsichtbaren Mauer", obwohl sie "erheblich schrumpft und altert".

Spätestens da stellten strikte Evangelikale die Frage, wer hier eigentlich wessen Trojanisches Pferd sei. In ihrem Schlachtplan war schließlich vorgesehen, dass der eigene Mann im EKD-Rat tapfer gegen die dort vertretenen Irrlehren anzukämpfen habe. Nun mussten sie befürchten, dass es womöglich genau umgekehrt ist - dass Diener im eigenen Lager für die Positionen des "Mainstreams" wirbt."

Reinhard Bingener (20. Januar 2016, ev. Theologe, FAZ-Korrespondent, Aufruhr unter evangelikalen Christen. Der Streit über den Umgang mit Homosexualität wird zu einem Richtungsstreit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2016, Nr. 17, S. 8)

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"Michael Diener kam als Dekan aus der mittleren Leitungsebene der pfälzischen EKD-Kirche. Er hat sich als trojanisches Pferd der EKD innerhalb der bekennenden Gemeinschaften erwiesen"

Dr. theol. Dieter Müller (23. Dezember 2015, Kontra: Diener spaltet, ideaSpektrum 52/53.2015, Seite 50)

Diskussion


"Wer in den Rat der EKD, das oberste Leitungsgremium der Evangelischen Kirche in Deutschland, gewählt wird, der hat eine Verantwortung fürs Ganze. Der sitzt da nicht als Brückenkopf einer Fraktion im Feindesland, sondern weil er sich einen Kopf um den Weg der Kirche insgesamt macht.

Michael Diener, Chef des evangelikalen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes und der Deutschen Evangelischen Allianz, spielt seine Rolle nicht schlecht. Persönlich hält er zwar an seiner „bibeltreuen“ Kritik der Homosexualität fest und votiert für die christliche Judenmission, aber er spielt nicht den wilden Mann und obstruiert nicht die Suche nach Kompromissen.

Dem erzkonservativen Fernsehprediger Ulrich Parzany geht das nicht weit genug, er fordert einen „entschiedenen Widerstand gegen Irrlehren“. Damit scheint er auch den jüdischen Glauben zu meinen und die Pläne der EKD, die Judenmission endgültig zu verurteilen. Lange nicht mehr hat ein Protestant seine eigene Kirche so drastisch beschädigt."

Eduard Kopp (19. Januar 2016, Theologe, chrismon-Redakteur, Evangelikaler Parzany gegen die "Irrlehren" der Kirche. Parzany in Feindesland, http://chrismon.evangelisch.de)

Diskussion

 

Eduard Kopp, chrismon-Redakteur

 


"Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Michael Diener, hat sich gegenüber pro dafür ausgesprochen, Homosexuelle in evangelikale Gemeinden zu integrieren. Zuvor äußerte er sich ähnlich in einem Porträt der Tageszeitung Die Welt.

Michael Diener, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz und seit November auch im Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), fordert, dass Christen im Umgang mit Schwulen und Lesben lernten, „Spannungen auszuhalten“. Das erklärte er in einem Porträt der Tageszeitung Die Welt. Zudem rief er Evangelikale zu mehr Selbstkritik auf: Üble Nachrede, Heuchelei und Lieblosigkeit spielten in der Bibel eine ebenso große Rolle wie sexualethische Fragen. […]

Dr. Michael Diener: Ich bin sehr dankbar für das Interview mit der Welt. Eine breite Öffentlichkeit soll pietistische und evangelikale Positionen kennenlernen! An dieser von Ihnen zitierten Stelle möchte ich den Zusammenhang präzisieren. Ich habe mehrfach klargemacht, dass ich persönlich eine konservative Einstellung habe, aber die Überzeugung vertrete, dass wir als evangelikale Bewegung auch andere Auslegungen der Heiligen Schrift in dieser Frage stehen lassen sollten. Daraus leitet sich ab, dass ich auch Menschen akzeptiere, die aufgrund ihrer Auslegung der Schrift zu anderen Erkenntnissen kommen als ich, und die sich in ihrer Homosexualität annehmen. […]

pro-medienmagazin: Können praktizierende Homosexuelle Ihrer Ansicht nach in einer evangelikalen Gemeinde Mitglied oder auch Mitarbeiter sein?

Dr. Michael Diener: Wenn Menschen für sich diese Frage geistlich geklärt haben, und der Meinung sind, dass die biblischen Aussagen über Homosexualität ihre Lebenssituation nicht treffen, dann sollten wir es möglich machen, dass sie bei uns angenommen sind, dass sie bei uns auch mitarbeiten können. Ich habe aber im Kontext der Gemeinschaftsbewegung auch gesagt, dass ich der Überzeugung bin, dass dies bei uns nicht immer umsetzbar ist. Aber mein Wunsch wäre es. Unsere evangelikalen Gemeinden sind an dieser Stelle nicht soweit. Und viele würden sagen, sie dürfen auch nie soweit kommen. Meine Meinung ist: Wir sollten so weit kommen, dass wir ein anderes Ergebnis aus der Schrift an dieser Stelle nicht gemeindetrennend auffassen. […]

pro-medienmagazin: Wenn es zum Thema Homosexualität in der Allianz unterschiedliche Meinungen gibt, könnte man auf den Gedanken kommen: Gibt es demnächst auch unterschiedliche Meinungen darüber, ob Jesus der einzige Weg zu Gott ist?

Dr. Michael Diener: Unterschiedliche Meinungen gehören doch zur Kirchengeschichte dazu! Ob es nun um die Taufe, den Dienst an der Waffe, die Rolle der Frau in der Gemeinde oder den Umgang mit Geschiedenen und Wiederverheirateten geht. Wir sind in komplexe Fragen hineingestellt, und man kann doch komplexe Fragen nicht dadurch verweigern, dass auch andere komplexe Fragen kommen könnten. Außerdem: Wer in der einen ethischen Frage für Pluralität eintritt, der kann in Fragen des Heils konservativ sein.

pro-medienmagazin: Franklin Graham hat kürzlich einen offenen Brief an Lesben und Schwule veröffentlicht. Darin schreibt er, dass sich genug Menschen finden, die Homosexuellen das sagen, was sie hören wollen. Christen sollten ihre Liebe dadurch zeigen, dass sie Homosexuelle zu dem Lebensstil und zu der Identität hinführen, zu der Gott sie berufen hat. Soll man Homosexuelle nun bestärken oder ihren Lebensstil in Frage stellen?

Dr. Michael Diener: Beides muss möglich sein. Meine eigene Position ist so, dass ich in der Bibel keine positive Unterstützung für homosexuelle Gemeinschaften erkennen kann. Zugleich lebe ich seit Langem mit vielen Menschen, die das können, und zwar nicht nur, weil sie selbst homosexuell sind, sondern weil sie gelernt haben, diese Stellen der Heiligen Schrift anders zu lesen. Ich bemühe mich einfach darum, das ernst zu nehmen. Ich sehe darin keinen Abfall, sondern auch eine Liebesbewegung. Dass Menschen, die einen konservativen Standpunkt zur Homosexualität haben und zur Veränderung einladen, das auch liebevoll meinen können, das möchte ich nicht bezweifeln. Die Frage ist immer, wie es beim Gegenüber ganz konkret ankommt."

Präses Dr. Michael Diener / pro Magazin (15. Dezember 2015, Diener: Homosexuelle können in Gemeinden mitarbeiten, www.pro-medienmagazin.de)

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Präses Dr. Michael Diener (2015)

 


"Selten hat eine Kontroverse die evangelikale Bewegung so sehr aufgewühlt wie der Streit zwischen dem Vorsitzenden ihres größten Dachverbandes, der Allianz, Michael Diener, und dem langjährigen proChrist-Hauptredner, Ulrich Parzany. Manche sprechen schon von einer Diener- und einer Parzany-Allianz. […]

Michael Diener steht für eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Allianz, Gnadauer Verband und der EKD. Deshalb hat er auch für die Leitung der EKD kandidiert, der er jetzt angehört. […] Ihm geht es um eine versöhnende Sicht „von evangelikaler und liberaler Welt.“"

Helmut Matthies (23. Dezember 2015, Journalist und Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, Kommentar: Was wird aus der evangelikalen Bewegung? ideaSpektrum 52/53.2015, S. 9f.)

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"„Warte ab, in 20 Jahren werden die Evangelikalen, wie die EKD, homosexuelle Praxis in der Kirche bejahen“, sagte ein Kollege in den 90er Jahren zu mir. Damals wies ich die Vorstellung als absurd zurück. Heute sind wir so weit. Die Wellen gehen hoch, und die Unsicherheit wächst. [...]

Viele sagen, die Evangelische Allianz dürfe nicht wegen Lehrdifferenzen in Sachen Homosexualität auseinanderbrechen. Aber hier geht es um weit mehr. Es geht umfassend um die Zuverlässigkeit der Bibel. Papier ist geduldig, und wenn man liest, was da steht, aber gleichzeitig gewärtig sein muss, dass auch das pure Gegenteil richtig sein könnte, dann ist die inhaltliche Gemeinschaft des Glaubens aufgekündigt.

Dies gilt übrigens nicht nur innerhalb der evangelikalen Bewegung, sondern betrifft die Überzeugung aller Kirchen durch die Jahrhunderte. Besonders die römisch-katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen sind über die ethische Auflösung im Protestantismus zutiefst beunruhigt. Entsprechendes gilt auch für die vielen wachsenden Kirchen in Afrika, Asien und Lateinamerika. [...]

Leider wird oft in der Debatte um die Homosexualität bewusst alles durcheinandergeworfen. Man spielt die ethische Wahrheitsfrage gegen die seelsorgerische Liebe aus. Beides gehört jedoch zusammen. Wer anderen nicht mit „sanftmütigem Geist“ zurechthilft, verletzt die Liebe; wer ihnen die Eindeutigkeit der Bibel verschweigt, enthält ihnen die Wahrheit vor."

Prof. Dr. theol. Rolf Hille (6. Januar 2016, Honorarprofessor Freie Theologische Hochschule Gießen, 1994 bis 2000 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz, 1993 bis 2013 Vorsitzender Arbeitskreis für evangelikale Theologie, 1995 bis 2009 Rektor Albrecht-Bengel-Haus Tübingen, Es geht um die Zuverlässigkeit der Bibel, ideaSpektrum 1.2016, S. 16f.) 

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Prof. Dr. theol. Rolf Hille

 


"Ich habe eine Art Déjà-vu-Erlebnis; in den 80er Jahren gab es schwere Auseinandersetzungen zwischen den Evangelikalen und vielen anderen Christen um die Fragen zur theologischen Bedeutung und Bewertung von Homosexualität. 30 Jahre später steigen die gleichen Akteure mit den gleichen Argumenten noch einmal in den Ring und sehen wieder den Glauben in Gefahr.
Die Schärfe dieser Intervention heute lässt mich vermuten, dass sich darin auch viel Enttäuschung ausdrückt, weil der damalige Kampf doch letztlich vergeblich war. [...]
 
Ich bedaure den nun von manchen angeschlagenen scharfen Ton, denn mit Michael Dieners Wahl in den Rat der EKD ist doch sichtbar geworden, dass die EKD sehr offen ist für unterschiedliche Frömmigkeitsstile. [...]
Der Vorwurf von Ulrich Parzany ist doch weder neu noch zutreffend; ich sehe allerdings mit Kummer, wie schwer es diesem großartigen Prediger fällt, jenseits seiner eigenen Überzeugungen anderes als Irrlehren zu erkennen.

Ich persönlich habe auch gar nichts gegen einen "Bekenntnistag" 2017, denn es gehört zum großen Garten Gottes, dass wir in der EKD von evangelikalen Positionen bis zu liberalen Überzeugungen viele verschiedene Glaubenshaltungen beherbergen, die dann sehr gut zusammenwirken, wenn niemand mit der Kategorie "Irrglauben" hantiert.
Denn auch Bruder Parzany weiß natürlich, dass die Wahrheit Gott gehört und nicht einem Menschen, und dass Gottes Wege zum Menschen groß und weit sind, weil seine Güte reicht, so weit der Himmel ist."

Vizepräsident Dr. Thies Gundlach (8. Januar 2016, Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD, Die Wahrheit gehört Gott, EKD-Vizepräsident Gundlach über den Bibelstreit mit Evangelikalen, epd, www.evangelisch.de)

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Vizepräsident Dr. Thies Gundlach

 


"Der Vorstand des Gnadauer Verbandes hat auf seiner heutigen Sitzung seinem Präses Michael Diener das volle Vertrauen ausgesprochen. Der Vorstand ist ihm dankbar für seinen engagierten Dienst. Mit seinen profunden theologischen Kenntnissen, seinem großen Einsatz und seinem strategischen Geschick hat er dem Verband seit der Amtsübernahme 2009 entscheidende neue Impulse gegeben und maßgeblich zur positiven Weiterentwicklung beigetragen.
 
Mit Bedauern stellt der Vorstand  des Gnadauer Verbandes fest, dass durch einzelne öffentliche Äußerungen (auf Welt Online  und im Magazin „pro“) Irritationen entstanden sind. Leider haben die in den Medien veröffentlichten Text den Duktus der Äußerungen von Michael Diener nicht in allen Teilen richtig wiedergeben."

Vorstand des Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband e.V. (21. Dezember 2015, Gnadauer Vorstand spricht dem Präses das Vertrauen aus, www.gnadauer.de)

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"Der Vorstand der Evangelischen Allianz sprang Diener halbherzig bei: Er sprach seinem Vorsitzenden das Vertrauen aus – doch Dieners Position zur Homosexualität liege quer zu den Verlautbarungen der Allianz. [...]

Einer Spaltung sehen manche Führungskräfte der Evangelischen Allianz inzwischen gelassen ins Auge. Kommt sie, können sie nichts daran ändern. Sie hoffen darauf, dass Parzany einlenkt."

Hannes Leitlein und Wolfgang Thielmann (23. Januar 2016, Redakteure Christ & Welt, Wertestreit: Im Glauben zerissen, Christ & Welt Ausgabe 04/2016, www.christundwelt.de)

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"Der Geschäftsführende Vorstand der Deutsche Evangelische Allianz (DEA) bedauert die eingetretene öffentliche Auseinandersetzung aufgrund eines Artikels in der Zeitung „Die Welt“ am 14. Dezember 2015, in dem der Erste Vorsitzende der DEA, Dr. Michael Diener, in seiner neuen zusätzlichen Funktion als Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland porträtiert wurde […]

Er hat im Gespräch mit dem Redakteur der „Welt“ im Hinblick auf Fragen der Homosexualität auch persönliche Auffassungen vertreten, die nicht den bisherigen öffentlichen Verlautbarungen der DEA entsprechen. […] Dabei wollen wir auch bei Kontroversen beieinander bleiben, aufeinander hören und einander vertrauen."

Präses Ekkehart Vetter (22. Dezember 2015, Zweiter Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses des Mülheimer Verbands Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden, Deutsche Evangelische Allianz: „Auch bei Kontroversen beieinander bleiben“, www.ead.de)

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Präses Ekkehart Vetter

 


"Die Sexualität darf uns als Christen nicht trennen!"

[...] "Schaut man sich im Lande um, was viele Fromme gerade leidenschaftlich beschäftigt, so gewinnt man den Eindruck, es geht beim christlichen Glauben vor allem um Sexualität: der christliche Glaube als Bewegung für heterosexuelle Partnerschaft.

In der Bibel spielen Ehe und Sexualität eine nicht unwichtige Rolle. Aber sind sexuelle Fragen wirklich unser Kerngeschäft, oder rückt hier ein Randthema in den Mittelpunkt? [...]
Jesus sprach mehr über Gier und Reichtum als über den Himmel. Und über Homosexualität? Wir finden keinen Hinweis. Man mag einwenden, dass dieses Thema für Jesus so abseitig war, dass er mit keinem Wort darauf einging. Das ist insofern verwunderlich, als dass Homosexualität in seiner Umwelt, der römisch-hellenistischen Antike, eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte.

Wohl gibt es in der Heiligen Schrift eine Reihe von Stellen, die sich kritisch mit Homosexualität auseinandersetzen. Die Frage, welche diejenigen umtreibt, für die die Bibel normativ ist, lautet: Wie gehen wir mit diesen Stellen angemessen um?

Es gibt, grob gesprochen, zwei Lager: Die einen sagen, dass die Zurückweisung homosexueller Lebensweise klar bezeugt ist. Daher muss die Kirche, wenn sie der Bibel folgt, Homosexualität als Sünde ablehnen. Die anderen betonen, dass für die Aussagen der Bibel die kulturellen und geschichtlichen Bedingungen zu berücksichtigen sind, in denen die biblischen Texte entstanden sind.

Man kann die Anweisungen der Heiligen Schrift nicht eins zu eins auf unsere Zeit übertragen. Dem stimmen auch sehr konservative Geister zu über Aussagen z. B. zu Krieg, Todesstrafe, Ehescheidung, Reinheitsvorschriften, Sklaverei, Frauen in geistlichen Leitungsämtern usw. Nur in dem Punkt, wie man Homosexualität zu bewerten habe, fordert man die zeitlose Gültigkeit biblischer Aussagen.

Die unterschiedliche Beurteilung von Homosexualität ist ein Faktum – nicht nur in der gesamten Kirche, auch innerhalb der evangelikalen Bewegung gibt es sich widersprechende Überzeugungen dazu. Und beide Lager haben gute Argumente.
Wer hat recht? Augustin (354–430), der Vater abendländischen Christseins, gibt einen weisen Rat: „In den notwendigen Dingen: Einheit, in den zweifelhaften: Freiheit, über allem die Liebe.“

Wir sind uns einig über Jesus, den Sohn Gottes, der für alle gestorben und auferstanden ist, über die Bibel als Gottes Wort, über die Notwendigkeit von Bekehrung und Heiligung des Lebens. Unser Fundament ist der apostolische Glaube, wie er in den altkirchlichen Bekenntnissen formuliert wurde.
Aber was ist mit der Beurteilung von Homosexualität? Da gehen die Überzeugungen auseinander. Halten wir das aus?"

Pfarrer Alexander Garth (6. Januar 2016, Junge Kirche Berlin - EKBO, Bereichsleiter Berliner Stadtmission, Die Sexualität darf uns als Christen nicht trennen, ideaSpektrum 1.2016, S. 18f.)

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Pfarrer Alexander Garth

 


Memorandum von Pfarrer Ulrich Parzany: "Kontroverse Stellungnahmen zu grundlegenden Fragen des christlichen Glaubens und der Ethik haben in letzter Zeit öffentlich sichtbar gemacht, dass auch im evangelikalen Bereich unterschiedliche Auffassungen in der Frage bestehen, wie wir uns in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen in den evangelischen Kirchen, Gemeinschaften und Freikirchen zu verhalten haben. Entscheidungen erscheinen notwendig und unausweichlich zu sein. Wo gehen wir hin?

Die sieben Thesen der Aktion „Zeit zum Aufstehen“ waren ein guter Beginn, an den wir anknüpfen können. Dieser Aufruf hat den Charakter eines Bekenntnisses. Die Positionen sind klar. Ja, wir wollen und brauchen den Ruf zur Mitte. Wir brauchen immer wieder die Erneuerung unseres Glaubens und Lebens sowie der Gemeinden und Gemeinschaften.

Aber wer Ja sagt, muss auch Nein sagen. Zum „Wir bekennen“ gehört auch das „Wir verwerfen die falsche Lehre“. Das ist im Aufruf „Zeit zum Aufstehen“ teilweise formuliert, an wichtigen Stellen aber nicht ausgesprochen und konkretisiert. Wir brauchen den entschiedenen Widerstand gegen die Irrlehren, die in den evangelischen Kirchen z.T. ausdrücklich vertreten und gefördert werden. Das ist angesichts der Erinnerung an die Reformation vor 500 Jahren besonders geboten.

Ich setze die sieben Thesen des Aufrufs als bekannt voraus. [siehe Beiträge unten] (www.zeit-zum-aufstehen.de/) Ich weise jetzt nur auf einige wichtige, kontroverse Punkte hin, zu denen wir deutlicher Stellung nehmen müssen:

• Die Bibel ist Gottes Wort. Sie ist Urkunde der Offenbarung Gottes. Die historisch-kritische Bibelauslegung wird dieser Tatsache nicht gerecht und ist zu überwinden. Es ist völlig unakzeptabel, dass die historisch-kritische Bibelauslegung in der Ausbildung der Pfarrer nach wie vor eine beherrschende Rolle hat. Es ist auch völlig unakzeptabel, dass die EKD im Grundlagentext ihres Rates zu 500 Jahre Reformation, „Rechtfertigung und Freiheit“ (S.84), behauptet, dass die biblischen Texte heute wegen der Erkenntnisse der historisch-kritischen Forschung nicht mehr wie von den Reformatoren als Wort Gottes verstanden werden könnten.

• Jesus Christus allein ist Retter für alle Menschen. Wir bekennen mit der ganzen Christenheit seine Menschwerdung, sein stellvertretendes Leiden und Sterben am Kreuz, seine Auferweckung und sein Wiederkommen zur Auferweckung der Toten und zum Gericht. Wir verwerfen die falsche Lehre, es gäbe auch andere Wege zum Heil, und das Evangelium von Jesus Christus müsse nicht allen Menschen zu ihrer Rettung verkündet werden. Es gilt auch daran festzuhalten, dass die rettende Botschaft von dem Messias Jesus nach wie vor den Juden zuerst gilt.

• Zur Offenbarung Gottes gemäß der Heiligen Schrift gehört die Ebenbildlichkeit des Menschen mit der Beziehung von Mann und Frau. Dieses Wort Gottes des Alten Testamentes (1.Mose 1,26 – 28) wird durch Jesus Christus ausdrücklich bestätigt (Matthäus 19,4 – 6). Darum verwerfen wir die falsche Lehre, homosexuelle Beziehungen entsprächen dem Willen Gottes und dürften von den Kirchen gesegnet werden.

Es ist dringend notwendig, den Gemeinden, Gemeinschaften und den einzelnen Christen klare Orientierung gemäß der Heiligen Schrift zu geben. Wie kann das geschehen?

• Biblische Lehre ist die wichtigste Aufgabe. Sie geschieht durch Auslegung der Bibel und Behandlung kontroverser Themen in Predigten, Bibelabenden, Bibelwochen, Bekenntnistagen, Bibelkreisen, Seminaren und durch Medien aller Art.

• Ein deutschlandweites „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ würde ein hilfreiches Instrument sein, die Orientierung der Christen zu fördern. Bestehende bundesweite Bewegungen haben ihre Integrationskraft verloren oder finden in den aktuell kontroversen Themen nicht zu gemeinsamen Überzeugungen und Stellungnahmen. Es gibt in verschiedenen Regionen Deutschlands bereits unterschiedlich starke Initiativen, die sich wirkungsvoller miteinander verbinden könnten.

• Die öffentliche Aufmerksamkeit für das Reformationsjubiläum 2017 kann für einen bundesweiten – vielleicht auch internationalen – Bekenntnistag genutzt werden. In evangelischen Kirchen vieler europäischer Länder, aber auch Afrikas, Asiens, Nord- und Südamerikas stehen Christen in den gleichen Auseinandersetzungen wie wir. Manche Kirchen in Osteuropa und auf der Südhalbkugel werden von bibelkritischen europäischen Kirchenleitungen, von denen sie teilweise finanziell abhängig sind, bedrängt, ihre biblischen Positionen aufzugeben. Sie könnten durch Zusammenarbeit gestärkt werden und uns Stärkung bieten.

Ich habe kein Leitungsamt mehr in Kirchen oder christlichen Organisationen. Ich habe mich darum gefragt, ob ich schweigen muss. Als ein Prediger des Evangeliums aber habe ich nach wie vor eine öffentliche Verantwortung für die Orientierung der Christen. Nach einer ersten Veröffentlichung der oben genannten Punkte, erreichte mich Zustimmung, aber auch Kritik. Wie angekündigt unterbreite ich dieses Memorandum nun einer Anzahl von Verantwortlichen aus christlichen Gemeinden und Werken, die mir ihre grundsätzliche Zustimmung mitgeteilt haben, zur weiteren Beratung.

Vor allem rufe ich zu intensivem Gebet auf:
„Weise mir, HERR, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; halte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte.“ (Psalm 86,11)"

Pfarrer Ulrich Parzany (2. Januar 2016, Memorandum: Gemeinsam widerstehen und Christen in den Auseinandersetzungen um Grundfragen des christlichen Glaubens Orientierung geben, www.idea.de)

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Pro Christ 2013

Pfarrer Ulrich Parzany, ProChrist - Stuttgart  (2013)

 


"Zeit zum Aufstehen“ wird nicht verändert [...]

Der Theologe und Evangelist Ulrich Parzany hatte vergangene Woche gefordert, dass der Aufruf „Zeit zum Aufstehen“ von Vertretern verschiedener kirchlicher Bewegungen um „das Verwerfen falscher Lehre“ erweitert wird. [siehe Beiträge oben] Die Initiatoren des Impulses haben dieser Forderung jetzt eine Absage erteilt. [...]

Eine Erweiterung oder Veränderung der Erklärung wäre „unangemessen“, denn „damit würde ein breit getragener Konsens verlassen“. Die Erklärung sei „keine vollständige Zusammenfassung unseres Glaubens“, sondern ein „schlichter Impuls zur Erneuerung der Kirche“.

Mit fett gedruckten Buchstaben verwehren sich die Initiatoren gegen Spaltungstendenzen im evangelikalen Raum: „Eindringlich rufen wir als Initiatoren dazu auf, zusammen zu stehen, sich gemeinsam am Wort Gottes zu orientieren, sich gegenseitig korrigieren und neu senden zu lassen."

pro Magazin (20. Januar 2015 „Zeit zum Aufstehen“ wird nicht verändert, www.pro-medienmagazin.de)

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"Im Streit um den Kurs der evangelikalen Bewegung haben die Initiatoren der Aktion „Zeit zum Aufstehen“ zur geistlichen Einheit aufgerufen. Die Verantwortlichen in Kirchen und Werken sollten angesichts der Debatte der Versuchung neuer Spaltungen widerstehen. [...]

Zu den Initiatoren gehören der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz und Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Michael Diener (Kassel), der proChrist-Vorsitzende Roland Werner (Marburg), Carsten Rentzing (Dresden) – seit 2015 sächsischer Landesbischof –, der Vorsitzende der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der EKD, Henning Dobers (Hann. Münden), und der Leiter des pietistischen württembergischen Gemeinschaftsverbandes „Die Apis“, Steffen Kern (Stuttgart).

Sie wenden sich in ihrer jetzigen Stellungnahme ferner gegen eine Ergänzung des „Rufs zur Mitte“ [siehe Beiträge oben]. Ein solches Ansinnen widerspreche der Absicht der Initiative. Sie wolle ein „schlichter Impuls zur Erneuerung der Kirche“ sein."

ideaSpektrum (18. Januar 2016, Streit um evangelikalen Kurs. Der Versuchung neuer Spaltungen widerstehen, www.idea.de)

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"Dabei halten wir es für unangemessen, wenn die sieben Thesen von .Zeit zum Aufstehen“ [siehe Beitrag unten], die über knapp zwei Jahre hinweg einen breiten Konsens gefunden haben, verändert und erweitert würden. Damit würde ein breit getragener Konsens verlassen."

Pfarrer Steffen Kern (18. Januar 2016, Erster Vorsitzender des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Württemberg, Zeit zum Aufstehen - und Zusammenstehen, www.ead.de/nachrichten) 

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Pfarrer Steffen Kern (2013)

 


"Zeit zum Aufstehen - ein Impuls für die Zukunft der Kirche."

"Als Christen stehen wir zusammen, denn wir sind durch Jesus Christus auf einzigartige Weise verbunden.

Wir laden dazu ein, von Herzen in das Bekenntnis mit einzustimmen: Allein Jesus Christus befreit uns. Allein durch seine Gnade sind wir gerettet. Allein durch den Glauben an ihn haben wir das Leben. Allein durch die Bibel finden wir einen Maßstab für das, was wir glauben und wie wir leben.

Aufstehen für...

1) Jesus Christus ist der Sohn Gottes. Er ist für uns am Kreuz gestorben und auferstanden.

Wir stehen ein für die Einzigartigkeit von Jesus Christus. Allein an ihm entscheidet sich das Heil aller Menschen. Wir stehen auf für Jesus Christus und gegen alle Lehren, die die Versöhnung durch seinen Tod am Kreuz in Frage stellen und seine leibliche Auferstehung leugnen.

2) Gott hat diese Welt geschaffen und jeden Menschen als sein Ebenbild mit unverlierbarer Würde.

Wir stehen ein für die unverletzliche Würde des Menschen in jeder Phase seines Lebens: Auch ungeborene, schwache, kranke, alte, arme, vertriebene, entrechtete Menschen wollen wir schützen und stärken. Wir stehen auf für die Gottesebenbildlichkeit des Menschen und gegen jede Ideologie, die ihm seine Würde und Gott die Ehre nimmt. Wir widersprechen einer eigenmächtigen Verfügung über das Leben, die darin nicht mehr eine anvertraute Gabe Gottes sieht.

3) Jesus Christus vergibt uns unsere Schuld – gerecht vor Gott werden wir allein durch seine Gnade.

Wir stehen ein für das Evangelium von Gottes Liebe und Barmherzigkeit. Jeder Mensch hat ein Recht darauf, diese gute Nachricht zu hören. Wir stehen auf für die Verkündigung des Evangeliums in aller Welt und gegen die Behauptung, Menschen bräuchten keine Erlösung.

4) Die ganze Bibel ist Gottes Wort – durch sie spricht Gott zu uns; er zeigt uns, wer er ist und was er will.

Wir stehen ein für das Vertrauen in die Heilige Schrift. Gottes Wort und menschliche Worte sind in ihr untrennbar verbunden. Einheit und Vielfalt ihres Zeugnisses finden ihre Mitte in Jesus Christus. Wir stehen auf für die Wahrheit des Wortes Gottes und gegen die Kritik an der Bibel als Autorität für die Lehre der Kirche und das Leben der Christen. Die Bibel ist immer aktueller als der jeweilige Zeitgeist.

5) Der Mensch ist als Mann und Frau geschaffen; dieses Gegenüber ist Gottes gute Schöpfungsgabe.

Wir stehen ein für die Ehe von Mann und Frau. Sie ist für jede Gesellschaft grundlegend. Wir wollen das aus dieser Gemeinschaft geschenkte Leben von Familien fördern. Wir stehen auf für die Stärkung der Ehe und gegen ihre Entwertung.

6) Allen Menschen auf der ganzen Welt steht das Recht zu, in Freiheit ihren Glauben zu leben und zum Glauben einzuladen.

Wir stehen ein für die Freiheit des Glaubens und des Religionswechsels, insbesondere in muslimischen Ländern und totalitär regierten Staaten. Wir stehen auf für Gewissens- und Religionsfreiheit und gegen jede Benachteiligung und Verfolgung von Christen und Angehörigen aller Religionen weltweit. Wir widersprechen jeder Form von Intoleranz, die Gewissen und Denken zwingen will.

7) Jesus Christus wird wiederkommen. Mit ihm hat unser Leben eine große Zukunft.

Wir stehen ein für die biblische Verheißung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde. Wir glauben, dass das Reich Gottes heute schon erfahrbar ist, wo Jesus uns bewegt, anderen in Liebe zu dienen. Wir stehen auf für ein Leben in Hoffnung und gegen jede Form der Resignation, denn unser Glaube erschöpft sich nicht im Diesseits."

"Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus. (1. Korinther 3,11)"

Deutsche Evangelische Allianz e. V. (April 2014, www.zeit-zum-aufstehen.de, Initiatoren: Ralf Albrecht, Prof. Johannes Berthold, Dr. Michael Diener, Henning Dobers, Steffen Kern, Gudrun Lindner, Gerhard Proß, Dr. Carsten Rentzing, Thomas Römer, Hartmut Steeb, Hans-Joachim Vieweger u. Dr. Dr. Roland Werner. 400 Erstunterzeichner aus pietistischen, charismatischen, pfingst, bekenntnisorientierten, evangelikalen und landeskirchlichen Kreisen.)

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Deutsche Evangelische Allianz e. V., www.zeit-zum-aufstehen.de (2014)

 


"„Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ formiert sich" (pro)

"Unter der Leitung von Ulrich Parzany haben sich am Samstag evangelikale Christen in Kassel getroffen und das informelle „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ gegründet. In einem Kommuniqué positionierten sich die Teilnehmer in einem Richtungsstreit innerhalb der evangelikalen Bewegung und fordern Klärung der Streitpunkte. Zu einer Spaltung der Bewegung ist es nicht gekommen."

pro Magazin (24. Januar 2016, „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ formiert sich, www.pro-medienmagazin.de)

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"Die Evangelikalen haben sich nicht gespalten. Das ist die erste Botschaft vom Samstag aus Kassel, wo eine 65-köpfige Gruppe evangelikaler Christen um den Evangelisten Ulrich Parzany ein Kommuniqué veröffentlicht hat. Die zweite ist: Dieses Dokument ist nicht der Abschluss eines Richtungsstreits in der evangelikalen Bewegung, sondern der Anfang einer öffentlich geführten Debatte. [...]

Es sind zudem keine theologischen oder kirchlichen Leichtgewichte, die dieses Kommuniqué verfasst haben - und auch keine verbitterten alten Männer. Unter ihnen sind namhafte Theologen, die nicht als Scharfmacher, sondern als ernstzunehmende und einflussreiche Evangelikale gelten. Mit Rolf Hille hat sich gar ein ehemaliger Allianz-Vorsitzender hinter die Kasseler Gruppe gestellt.

Deren Ziel sind „gemeinsame Gespräche“, die zur Klärung beitragen sollen. Die Evangelische Allianz und der Gnadauer Verband werden sich im Interesse der Einheit der Evangelikalen diesem Dialog öffnen müssen."

Nicolai Franz (26. Januar 2016, Christlicher Medienverbund KEP e.V., Parzany-Dokument: Ein Hauch Barmen, Kommentar, www.pro-medienmagazin.de)

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"Kommuniqué vom 23. Januar 2016 [www.bibelundbekenntnis.de]

Über uns:
Dem Netzwerk Bibel und Bekenntnis gehören Christen aus unterschiedlichen Kirchen und Gemeinden an. Uns eint die Überzeugung, dass die Bibel Gottes inspiriertes Wort ist. Wir bekennen uns mit der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz zur völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität der Heiligen Schrift in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung. Diesem Anspruch wollen wir auch im Zeitalter der Postmoderne und des Pluralismus treu bleiben. Wir wollen Christen in der Wahrheit einigen und stärken und dazu ermutigen, sich ganz auf Gottes Wort zu verlassen. Wichtige Feststellungen und Grundüberzeugungen haben wir im folgendem Kommuniqué zusammengefasst.

Kommuniqué über die Beratungen zum Thema „Gemeinsam widerstehen und Christen in den Auseinandersetzungen um Grundfragen des christlichen Glaubens Orientierung geben“

Wir, 65 Personen aus evangelischen Kirchen, Landeskirchlichen Gemeinschaften und Freikirchen, sind am 23. Januar 2016 in Kassel zu Beratungen zusammengekommen.

Folgende Beobachtungen haben uns dazu veranlasst:

- In den evangelischen Kirchen werden die Grundlagen des Glaubens zunehmend demontiert. In Frage gestellt wird insbesondere

◾ die Autorität der Bibel als Wort Gottes und höchste Norm für Glauben und Leben,

◾ dass Jesus Christus der einzige Weg zum Heil ist,

◾ dass Gott durch den stellvertretenden Tod Jesu am Kreuz und seine Auferstehung die Welt mit sich versöhnt hat,

◾ dass zur Offenbarung Gottes die Gottebenbildlichkeit des Menschen mit der Polarität und Gemeinschaft von Mann und Frau gehört,

◾ dass die Gebote Gottes auch heute die gültigen Maßstäbe für das Leben der Christen und der Gemeinden sind.

- In vielen Gemeinden und Gemeinschaften herrscht Verwirrung und besteht Besorgnis darüber, welchen Kurs führende Repräsentanten der evangelikalen Bewegung steuern.

- Es fehlt an deutlichem Widerstand gegen Entscheidungen von Kirchenleitungen und Synoden, die eindeutig Bibel und Bekenntnis widersprechen. Das betrifft aktuell die Beschlüsse zur Segnung und kirchlichen Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren, die kirchliche Förderung der Gender-Ideologie und Verlautbarungen zum interreligiösen Dialog.

Wir sind uns über die Bekenntnisgrundlagen einig,
auf deren Basis wir weiter gemeinsam handeln wollen.


Wir sind den altkirchlichen Bekenntnissen (Apostolicum, Nicaenum, Athanasianum) und den Bekenntnisschriften unserer verschiedenen Kirchen verpflichtet.

Wir sind dankbar für die Klarheit der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz. Deren Aussage „Wir bekennen uns… zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung“, gibt uns auch heute klare Orientierung.

In einigen neueren Bekenntnissen sehen wir ebenfalls notwendige und hilfreiche Orientierung. Zu nennen sind:

◾ Für die Freiheit des Glaubens und die Einheit der Kirche, Einladung zu gemeinsamem Zeugnis in sieben aktuellen Grundaussagen des christlichen Glaubens (2011)

◾ Persönliches Bekenntnis zur vollen Geltung der biblischen Glaubensaussagen (2015)

◾ Salzburger Erklärung, Eine theologische Wegweisung der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG) (2015)

Wir unterstützen den Aufruf „Zeit zum Aufstehen, Ein Impuls für die Zukunft der Kirchen“, den viele von uns unterschrieben haben.

In den gegenwärtigen Auseinandersetzungen halten wir folgende Konkretion für nötig:

◾ „Wir bekennen uns zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung“. (Glaubensbasis der Evangelischen Allianz)

◾ Wir stehen dafür ein, dass die rettende Botschaft von Jesus Christus allen Menschen gilt, den Juden zuerst. (Römer 1,16)

◾ Wir widersprechen der falschen Lehre, es gäbe auch andere Wege zum Heil.

◾ Wir widersprechen der falschen Lehre, dass Menschen durch die Taufe ohne den Glauben an Jesus Christus gerettet werden. (Markus 16,16)

◾ Wir stehen dazu, dass gemäß der Offenbarung Gottes der Mensch zum Ebenbild Gottes geschaffen wurde und dass die Polarität und Gemeinschaft von Mann und Frau zu dieser Ebenbildlichkeit gehört, wie Jesus Christus es ausdrücklich bestätigt hat. (1.Mose 1,26-28; Matthäus 19,4-6)

◾ Wir widersprechen der falschen Lehre, gleichgeschlechtliche Beziehungen entsprächen dem Willen Gottes und dürften von den Kirchen gesegnet werden.

Wir sind uns einig, dass im Gegensatz zum postmodernen Denken das Bekenntnis zu Jesus Christus und der Lehre der Apostel mit logischer und theologischer Notwendigkeit die Verwerfung falscher Lehren einschließt. So widersprechen wir Ansichten wie zum Beispiel:

◾ Man müsse für zentrale biblische Wahrheiten eintreten, doch gleichzeitig seien gegensätzliche Verständnisse und Lesarten der Bibel zu akzeptieren.

◾ Es sei dem Anliegen einer geistlichen Erneuerung der Kirche nicht zuträglich, wenn Missstände offen kritisiert werden. Ein „Ruf zur Mitte“ dürfe nicht ergänzt werden durch die Verwerfung von Irrlehre.

◾ Biblisch orientierte Gemeinden hätten ein Toleranzproblem und müssten sich für Pluralität in Lehrfragen öffnen. Sie müssten auch solche Mitchristen akzeptieren, die in Sünde leben und die diese Sünde gegen Gottes Willen rechtfertigen.

◾ Weil Jesus ein „Liebhaber“ und kein „Rechthaber“ gewesen sei, dürfe es auch keinen offenen, energischen Streit um die Wahrheit geben, wie er aber bei Jesus, bei den Aposteln, bei den Reformatoren und den Vätern der Barmer Erklärung stattfand.

Wir fordern die zuständigen Gremien des Gnadauer Verbandes und der Deutschen Evangelischen Allianz auf, zu diesen Irritationen klärend Stellung zu beziehen und bitten um gemeinsame Gespräche.

Wir fordern die evangelikalen und pietistischen Verbände und die Bekenntnisgemeinschaften auf, das Reformationsjubiläum 2017 für Veranstaltungen zu nutzen, bei denen die reformatorischen Prinzipien „Allein Christus, Allein die Schrift, Allein die Gnade, Allein der Glaube“ öffentlich bekannt werden und zugleich benannt wird, wo diese reformatorische Basis verloren zu gehen droht. Wir erklären uns bereit, bei diesen Veranstaltungen inhaltlich und organisatorisch mitzuwirken.

Wir laden alle Verantwortlichen in Kirchengemeinden, Gemeinschaften und Freikirchen ein, sich diesem Vorhaben anzuschließen. Wir wollen klären, stärken und einigen in der Wahrheit und nicht in der Unklarheit. Wir rufen auf zum Gebet für die Erneuerung unseres Lebens und unserer Gemeinden, Gemeinschaften und Kirchen.

Zur Weiterführung unserer Anliegen wurde eine Fortsetzungsgruppe unter Leitung von Pfr. Ulrich Parzany gebildet, der folgende Personen angehören: Sr. Heidi Butzkamm, Pfr. Dr. Tobias Eißler, Gemeinschaftspastor Martin Grünholz, Prof. Dr. Rolf Hille, Pfr. Johannes Holmer, Pfr. Ulrich Rüß, Pfr. Dirk Scheuermann, Rektor Dr. Rolf Sons, Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter.

Die Veröffentlichung dieses Kommuniqués wurde einstimmig beschlossen.
Kassel, den 23. Januar 2016"

Pfarrer Ulrich Parzany Netzwerk Bibel und Bekenntnis (23. Januar 2016, www.bibelundbekenntnis.de)

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Pfarrer Ulrich Parzany 

 


Persönliche Erklärung von Dr. Michael Diener (28. Januar 2016)

"Durch meine beiden, am 14. Dezember 2015 veröffentlichten Interviews in der „Welt“ und dem Magazin „pro“ sind in der pietistisch-evangelikalen Welt tief gehende Verwerfungen und Irritationen entstanden. Das bedauere ich zutiefst. Ich erkenne darin auch eine schmerzhafte Infragestellung meines Dienstes, den ich als einen verbindenden und die Einmütigkeit wahrenden Dienst ausüben will.

Für alle Äußerungen im Rahmen des „Welt“-Interviews, die im pietistisch-evangelikalen Raum teils als unangemessene, öffentliche Kritik verstanden wurden, bitte ich die Menschen, die ich dadurch verletzt habe, ausdrücklich um Entschuldigung.

Weiter betone ich, dass ich zu keinem Zeitpunkt eine „subjektivistische oder die Wahrheit der Heiligen Schrift relativierende“ Bibelauslegung vertreten habe. Die Bibel ist Gottes lebendiges Wort an uns. Als solches ist sie der Maßstab und die Richtschnur für unser Leben und unsere Lehre. Unsere jeweils persönliche Erkenntnis findet dabei Ihre Korrektur durch die Gemeinschaft der Glaubenden am Leib Christi, konkret in den Bekenntnissen der Kirchen oder Glaubensgemeinschaften.

Mir ist in den vergangenen Wochen sehr bewusstgeworden, dass ich mich als Vorsitzender zurückhaltender und vermittelnder zu in pietistisch-evangelikalen Bewegungen strittigen Fragen äußern muss, um viele Menschen durch meine Stellungnahmen nicht zu enttäuschen, zu verunsichern oder zu verärgern. Dieses Versäumnis tut mir aufrichtig leid und fordert mich zu großer Behutsamkeit und weitgehend abgestimmten Inhalten auf.

Zugleich bitte ich darum, dass wir die notwendigen inhaltlichen Diskussionen, gerade auch zu Hermeneutik und Sexualethik weniger personalisiert, sondern sachorientiert führen. Das wird in den kommenden Wochen auch in der Mitgliederversammlung des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes und im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz geschehen. Ich will gerne dazu beitragen, dass wir, aufgrund weitestreichender Übereinstimmungen in Fundament und Praxis unseres christlichen Glaubens auch dann beieinanderbleiben, wenn wir in einzelnen Sachfragen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Bis dahin werde ich mich öffentlich nicht weiter äußern und ich bitte auch um Verständnis, dass ich die zahlreiche zustimmende wie auch kritische Korrespondenz nur zum Teil werde beantworten können."

Präses Dr. Michael Diener (28. Januar 2016, Präses Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband und Vorsitzender Deutsche Evangelischen Allianz, Persönliche Erklärung von Dr. Michael Diener, www.idea.de)

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"Durch liberale Thesen in der "Welt" ist Michael Diener als oberster Repräsentant der frommen Protestanten unter heftigen Beschuss durch Bibeltreue geraten. Es geht um Homosexualität und Toleranz.

Ein Text in der "Welt" hat eine ganze religiöse Bewegung in die Krise gestürzt. Nachdem Michael Diener, der Chef der deutschen Evangelikalen, im Dezember von den frommen Protestanten mehr Gelassenheit gegenüber Homosexuellen sowie mehr Selbstkritik und religiöse Toleranz gefordert hatte (www.welt.de/149946122), sind unter Pietisten und Evangelikalen heftige Konflikte ausgebrochen.

Bibeltreue Konservative griffen Diener frontal an. Liberalere verteidigten ihn. Es gab Protestversammlungen und öffentliche Erklärungen. Nun hat Diener für manches "um Entschuldigung" gebeten. Aber seine Kritiker geben sich nicht zufrieden.

Viele Evangelikale empört besonders, dass ihr oberster Repräsentant keinen unnachgiebigen Widerstand gegen den liberalen Mehrheitsprotestantismus in der Evangelischen Kirche in Deutschland leiste. Kritisiert wird vor allem, dass er sich in der "Welt" bereit zeigte, Homosexuelle als Mitarbeiter in Gemeinden zu akzeptieren. […]

Bemerkenswert ist dabei, dass über all diese Themen jetzt die Frommen untereinander streiten. Während die EKD unbeteiligt zuschauen kann, reißen bei den Evangelikalen und Pietisten die internen Bruchlinien auf. Bruchlinien indes, die es bei Dieners Person selbst gibt.

Denn der 53-jährige Pfarrer hat zwei Ämter. Im Hauptberuf leitet er als Präses den Gnadauer Gemeinschaftsverband, den Zusammenschluss von rund 300.000 Pietisten in landeskirchlichen Gemeinschaften und missionarischen Werken. Diese Pietisten fühlen sich mehrheitlich den EKD-Landeskirchen zugehörig und wollen sich von ihnen trotz aller Kritik an Liberalisierungen nicht trennen.

Da die Gnadauer zudem Nachwuchssorgen haben, sehen sie Bedarf zu eigener Veränderung. Daher unterstützen sie Dieners Reformansätze, die er auch als Mitglied im EKD-Spitzengremium, dem Rat um Heinrich Bedford-Strohm, durchs Vermitteln zwischen Großkirche und Pietisten verfolgt. Entsprechend wurde Diener nach seinen Äußerungen in der "Welt" vom Gnadauer Verband das vollste Vertrauen ausgesprochen.

Zugleich aber ist er ehrenamtlich Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), der sich ungefähr 1,4 Millionen Evangelikale zurechnen lassen. Dort gibt es eine starke Gruppe von harten EKD-Verächtern. Die werfen Diener vor, er passe sich inakzeptablen Aufweichungstendenzen an. Zu den Wortführern gehört Ulrich Parzany, 74, altgedienter Erweckungsprediger – mit Diener zwar befreundet, aber in der Sache völlig überkreuz. […]
Zurückgewiesen wird damit Dieners gesamtes Programm. Sein Versuch, die Evangelikalen zur Selbstkritik aufzurufen, ihnen den theologischen Pluralismus schmackhaft zu machen und gläubige Schwule oder Lesben zur Mitarbeit in den Gemeinden einzuladen. Nichts da: Die Homosexuellen leben "in Sünde", dekretiert das Kommuniqué, und Bibeltreue haben kein Toleranzproblem.

Zudem warf die Parzany-Gruppe die Frage nach dem Personal an der DEA-Spitze auf: "In vielen Gemeinden und Gemeinschaften besteht Besorgnis darüber, welchen Kurs führende Repräsentanten der evangelikalen Bewegung steuern", heißt es im Kommuniqué. Das liest sich wie eine Vorstufe zur Rücktrittsforderung.

Das jedoch ließ viele in der Bewegung erschrecken. Jetzt bemüht man sich um Beruhigung. Den Anfang machte Diener selbst, durch eine einlenkende "persönliche Erklärung" in der vergangenen Woche. Zwar nahm er darin keine Äußerung zurück.

Diener schrieb aber: "Für alle Äußerungen im Rahmen des 'Welt'-Interviews, die im pietistisch-evangelikalen Raum teils als unangemessene öffentliche Kritik verstanden wurden, bitte ich die Menschen, die ich dadurch verletzt habe, ausdrücklich um Entschuldigung." Ihm sei klar geworden, dass er sich in seiner Funktion "zurückhaltender und vermittelnder zu in pietistisch-evangelikalen Bewegungen strittigen Fragen äußern" müsse.

Damit freilich machte Diener klar, dass es in der Bewegung strittige Fragen gibt. So sieht das auch Parzany, der danach eine "Stellungnahme" publizierte. Zwar würdigte Parzany darin Dieners Entschuldigung und versprach, sich künftig in der Öffentlichkeit zurückzuhalten. Doch betonte er, es müsse eine inhaltliche Diskussion geführt werden. Und ganz am Schluss fragte Parzany, ob Diener seine Erklärung "als Person" oder "Vorsitzender der DEA" abgegeben habe. Dass es darüber "Unklarheiten" gebe, schaffe "Irritationen", schreibt Parzany.

Damit lässt Parzany abermals die Frage nach Dieners Agieren im Evangelikalenvorsitz anklingen. Und wenn Diener selbst in seiner Erklärung schreibt, er sehe in den Angriffen auf ihn "eine schmerzhafte Infragestellung meines Dienstes", dann fragt man sich, wie lange er sich noch an der DEA-Spitze der Evangelikalen halten kann.

Da er aber bei den Gnadauer Pietisten fest im Sattel sitzt, könnte es zu einem Bruch kommen: Hier die Pietisten mit Diener, dort die Evangelikalen ohne ihn. Das wäre das Signal, dass sich in der Gesamtbewegung die unterschiedlichen Lager nicht mehr in einer Person verbinden lassen."

Dr. Matthias Kamann (30. Januar 2016, Politikredakteur"DIE WELT", Streit über Schwule entzweit deutsche Evangelikale, www.welt.de)

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Matthias Kamann

Dr. Matthias Kamann, Politikredakteur "DIE WELT" (2016)

 


"Liebe Mitglieder im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz,
liebe Schwestern, liebe Brüder,

mit diesen Zeilen möchte ich Sie/Euch darüber informieren, dass ich mein Amt als erster Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz mit dem Ende des Jahres 2016 - und damit ein Jahr vor Ende meiner sechsjährigen Wahlperiode - zur Verfügung stellen werde. [...]

Im Sommer 2015 erhielt ich dann die vertrauliche Anfrage, ob ich zur Kandidatur für den Rat der EKD zur Verfügung stehen könnte. Im September 2015 habe ich mich darüber ausführlich mit meinem Arbeitgeber, dem Vorstand des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, beraten. Nach intensiver Diskussion unterstützte dieser meine Kandidatur, unter der Maßgabe, dass ich bis Ende 2016 meine ehrenamtliche Arbeit als Vorsitzender der DEA aufgebe. [...]

Ich schildere Ihnen/Euch das so ausführlich, um deutlich zu machen, dass mein Rücktritt nicht im Zusammenhang mit den seit 15. Dezember 2015 (!) begonnenen Auseinandersetzungen steht. [...]

Lassen Sie mich Ihnen/Euch abschließend sagen, dass mit meinem Rücktritt meine Mitwirkung im Hauptvorstand und in der Allianzarbeit generell nicht endet. Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass wir als Deutsche Evangelische Allianz unserer Berufung „Einheit in Vielfalt“ folgen und in den tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbrüchen als „Salz der Erde und Licht der Welt“ wahrgenommen werden.

Ich bitte Sie/Euch alle herzlich um Verständnis für diese meine Entscheidung und danke für alles Vertrauen und alles Mittragen bis hierhin, ganz besonders in den vergangenen Monaten.

In dankbarer Verbundenheit und bis bald
Ihr/Euer

Michael Diener
Kassel, 1. März 2016"

Präses Dr. Michael Diener (1. März 2016, Präses Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband und Vorsitzender Deutsche Evangelischen Allianz, Brief des Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz, Dr. Michael Diener, an die Mitglieder des Hauptvorstandes, www.ead.de)

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Präses Dr. Michael Diener (2016)

 


"Der Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) hat sich am 8.und 9. März 2016 in Bad Blankenburg mit den Ereignissen und Diskussionen der letzten Monate um die Bewertung praktizierter Homosexualität und einem Portrait ihres Vorsitzenden Dr. Michael Diener in „Die Welt“ beschäftigt.

Im Bewusstsein um die unterschiedlichen Positionen innerhalb der Evangelischen Allianz, hat sich der Hauptvorstand die Erklärung des Geschäftsführenden Vorstandes vom 22.12.2015 zu eigen gemacht. Darin hatte sich dieser auf die Stellungnahme „Sucht der Stadt Bestes“ aus dem Jahr 2009 bezogen, in der es heißt:

„Wir wenden uns ebenso gegen die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und der geschlechtlichen Orientierung, auch angesichts der verhängnisvollen Unterdrückung der Homosexuellen im Dritten Reich. Wir begegnen Vertretern einer anderen geschlechtlichen Orientierung mit Respekt und Würde, sehen allerdings praktizierte Homosexualität – wie andere Formen der außerehelichen Sexualität – grundsätzlich als unvereinbar mit der für den christlichen Glauben maßgebenden biblischen Ethik an.“

Der Hauptvorstand sieht durch die aufgebrochene Kontroverse zugleich die Notwendigkeit, intensive Gespräche weiterzuführen. Darin sollen unter anderem die Ergebnisse verschiedener Foren der letzten Jahre zu diesem Thema einfließen. Diese Gespräche werden sich auch mit verschiedenen Verständnissen von Evangelischer Allianz in ihrer Bekenntnisorientierung, als Einheitsbewegung, Dach oder Netzwerk beschäftigen.

Michael Diener steht als Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz nur bis Ende 2016 zur Verfügung. Dies hatte er mit Blick auf sein Hauptamt als Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes bereits im Herbst 2015 für den Fall seiner Wahl in den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland intern angekündigt, die tatsächlich am 10.11.2015 erfolgte."

Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz e. V. (9. März 2016, Bestätigung bisheriger Beschlüsse und Weiterführung eines Gesprächsprozesses, Presseerklärung nach Abschluss der Sitzung des Hauptvorstandes der DEA in Bad Blankenburg, www.ead.de)

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"In den letzten Wochen hat eine Debatte die Bewegungen und Werke des Gnadauer Verbandes erschüttert, die inzwischen erhebliche Ausmaße angenommen hat. Die Art und Weise der Diskussion hat dabei Dimensionen angenommen, die teilweise weder den Sachfragen noch den beteiligten Personen und schon gar nicht den Menschen gerecht wird, die jeweils betroffen sind.

Als Gnadauer Mitgliederversammlung äußern wir uns zu wenigen Aspekten, die wir für wesentlich halten: zu unserem Umgang mit der Bibel, zur Ehe von Mann und Frau und zu unseren Konsequenzen hinsichtlich der Segnung und Mitarbeiterschaft von Menschen, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften leben.

Die Bibel – das Wort Gottes an uns

Wir achten die Bibel als Gottes Wort, auf das wir hören und dem wir im Leben und Sterben vertrauen. Die Heilige Schrift allein ist der Maßstab für all das, was wir glauben und verkünden. Sie ist „Regel und Richtschnur“ für unsere Lehre und für unser Leben. Aufgrund der Bibel glauben wir an Jesus Christus als die Wahrheit in Person und bekennen uns zum dreieinigen Gott.

Im Ringen um das rechte Verständnis der Schrift halten wir Unterschiede aus, die es nicht nur in unserer Kirche, sondern auch innerhalb des Pietismus immer gegeben hat und bis heute gibt. Wir wissen um die Begrenztheit unserer eigenen Erkenntnis. Unsere eigene Auslegung findet im Verständnis der Brüder und Schwestern immer wieder eine hilfreiche Korrektur.

Die Ehe – eine Stiftung Gottes für unser Leben

Wir bekennen uns unverändert dazu, dass Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat. In der lebenslangen Einehe hat die menschliche Sexualität einen einzigartigen Raum zur Entfaltung und Gestaltung. Menschen, die nicht in einer Ehe leben, sind unabhängig von Geschlecht und Alter zur Enthaltsamkeit aufgerufen, zu der Gott „Wollen und Vollbringen“ schenken kann.

Homosexuelle in der Gemeinde

Zunächst ist festzustellen, dass es Christinnen und Christen gibt, die homosexuell empfinden, dabei aber unterschiedliche Konsequenzen für ihre Lebensgestaltung ziehen. Homosexuelle haben selbstverständlich einen Raum in unseren Gemeinden wie alle anderen auch. Ihnen gilt die Liebe Gottes gleichermaßen ohne Vorbedingung. Das soll in unseren Gemeinden und Gemeinschaften erfahrbar sein. Homosexuelle erleben das oft anders; hier haben wir eine große Aufgabe.

Wir nehmen jedoch eine Spannung wahr zwischen dem biblischen Befund und dem Leben in einer homosexuellen Beziehung. Aus unserer Sicht lassen sich biblische Aussagen über den Willen Gottes und eine homosexuelle Lebensweise nicht in Einklang bringen. – Gleichwohl gibt es einige unter uns, die an dieser Stelle eine andere exegetische Einsicht haben oder die aus dem gleichen exegetischen Befund andere Schlussfolgerungen ziehen.

Gott segnet die Ehe von Mann und Frau in besonderer Weise. Der Trausegen ist ein einzigartiger Segen für die eheliche Gemeinschaft von Mann und Frau. Er kann darum nicht auf eine andere Lebensform übertragen werden.

Weil die Lebensform eines Menschen immer „mit-spricht“ und „mitverkündigt“, berufen wir Menschen, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben, weder in den Verkündigungsdienst noch in Leitungsaufgaben. Denn Leben und Lehre gehören zusammen.

Spannungen aushalten in einer Kultur der Barmherzigkeit

In unserem Miteinander wollen wir aufeinander hören und Spannungen bewusst aushalten. Dabei leitet uns die Liebe Jesu Christi, die sich Menschen vorbehaltlos zuwendet. Wir brauchen den klaren Standpunkt der Gebote Gottes und das weite Herz seiner Liebe. So wollen wir für die biblische Wahrheit eintreten und eine Kultur der Barmherzigkeit leben."

"Beschlossen von der Mitgliederversammlung des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes am 19.02.2016 in Schwäbisch Gmünd (Schönblick)."

Mitgliederversammlung des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (19. Februar 2016, Gottes Wort vertrauen – Barmherzigkeit leben, www.gnadauer.de)

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Vorstand des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Foto: www.idea.de (2016)

 


"Bibeltreue Christen vertreten und verbreiten eine kompromisslose Glaubensauffassung, die sich zum Teil massiv von einem aufgeklärten Glauben, wie zum Beispiel dem liberalen Protestantismus, unterscheidet.

Denn wer die Unfehlbarkeit der Bibel propagiert, steht einerseits im latenten Konflikt mit anderen Religionen, anderseits untergräbt ein Glaube, der aufgrund religiöser Absolutheitsansprüche gesellschaftliche Geltungsmacht beansprucht, die Religionsfreiheit als Freiheit von der Religion. […]

Der evangelikale Theologe Stephan Holthus schreibt, dass die Evangelikalen, neben Baden-Württemberg, besonders im sächsischen Vogtland und im Erzgebirge vertreten sind. (Vgl. Stephan Holthaus: Die Evangelikalen. Fakten und Perspektiven. Lahr 2007, S. 22.) Doch wer sind diese Evangelikalen?

Als Evangelikale werden heute zumeist bibeltreue evangelische Christen in Deutschland bezeichnet. Für sie ist die Bibel Lebens- und Glaubensgrundlage. Sie glauben häufig nicht nur an Gott, sondern auch an das Böse, an den Teufel, sie glauben an das Jüngste Gericht und sie glauben, dass Jesus auf die Erde zurückkommt.

Sie berufen sich auf ein konservativ protestantisches Verständnis, das dem persönlichen Glauben, der (teilweise als irrtumsfrei angesehenen) biblischen Autorität und der Evangelisation verpflichtet ist. (Vgl. Robert K. Johnston: Evangelikale Theologie. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, Hrsg.: Hans Dieter Betz u.a. Bd.2, 4. Auflage. 1999, S. 1700.)
Außerdem haben unter Evangelikalen häufig individuelle Erweckungs- und Bekehrungserlebnisse zentrale Bedeutung.

Evangelikale gehören verschiedenen protestantischen Konfessionen an. Sie können sich als reformiert, lutherisch, baptistisch, methodistisch oder anglikanisch verstehen, aber auch konfessionsübergreifenden Gruppierungen angehören.

Experten sprechen von einer weltweiten evangelikalen Bewegung, deren Anhängerschaft sich seit den siebziger Jahren verdoppelt hat und der sich laut eigenen Angaben gegenwärtig etwa eine halbe Milliarde Menschen zurechnen. (Vgl. Stephan Holthaus: Die Evangelikalen. Fakten und Perspektiven. Lahr 2007,S.22. Friedhelm Jung: Was ist evangelikal? Dillingen 2007, S.17. Oda Lamprecht/Christian Baars: Mission Gottesreich. Berlin 2009, S.11.)

Der evangelikale Dachverband Deutsche Evangelische Allianz spricht von etwa 1,3 Millionen so genannter "Bekennender Christen" in Deutschland. Schätzungen zufolge fühlt sich etwa die Hälfte von ihnen den Freikirchen, unabhängigen Gemeinden oder Hauskirchen zugehörig, während die andere Hälfte Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens angehört." (Oda Lamprecht/Christian Baars: Mission Gottesreich. Berlin 2009, S.10f.)

Jennifer Stange (Januar 2014, freie Journalistin, Evangelikale in Sachsen. Ein Bericht, Reihe: Schriften der Demokratie, Herausgegeben von Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, S. 6-7, www.weiterdenken.de/downloads/Evangelikale_Download_2014-01-13.pdf)

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"Für ein christliches Selbstverständnis, das sich eng mit der säkularen Kultur verbunden hat, sind charismatisch und evangelikal geprägte Gemeinden und Gruppen ein Thema, das in direkten Zusammenhang mit der Fundamentalismusdiskussion gestellt und als Bedrohung für ein modernes, aufgeklärtes Christentum empfunden wird.

Die Berichterstattung von Teilen der säkularen Medien zielte in den letzten Jahren immer wieder darauf ab, die evangelikale Bewegung als Gefahr darzustellen. Kritik, die gegenüber Einzelgruppen berechtigt und plausibel ist, wurde auf die Bewegung als ganze übertragen.

Wenn christliche Religion in intensiven Ausdrucksformen gelebt wird, ruft dies nicht nur Bewunderung und Zustimmung, sondern auch Distanz und Ablehnung hervor. Wo christlicher Glaube eine deutliche Gestalt gewinnt und mit großem persönlichem Einsatz und der Bereitschaft zu radikaler Christusnachfolge gelebt wird, treten auch Gefährdungen und Schatten ans Licht.
Die Ausbreitung des erwecklichen Christentums ist in den letzten Jahrzehnten von diesen Schatten begleitet worden. Es wäre jedoch falsch und verzerrend, die Wahrnehmung der Bewegungen allein auf die Schattenseiten zu konzentrieren. [...] (S. 5-7)

In der Medienöffentlichkeit wird heute zum Teil jede Form religiöser Hingabe unter Fundamentalismusverdacht gestellt. [...] Fundamentalismuskritik nimmt schnell und manchmal unbemerkt die Gestalt grundsätzlicher Religionskritik an.
Atheistische Kirchenkritiker vertreten die These, dass der Fundamentalismus nicht eine verzerrte Form des Christlichen darstelle, sondern sein wahres, unterdrückerisches Gesicht zeige. Aus einer solchen Perspektive müssen alle Formen christlicher Frömmigkeit - von liberal bis evangelikal - auf die Anklagebank gesetzt werden.

Jede monotheistische Religion, zu deren Offenbarungsverständnis Endgültigkeitsansprüche gehören, wird als fundamentalistisch angesehen. Der Verdacht wird ausgesprochen, dass die Anhänger der christlichen Religion Wahrheitsansprüche vertreten, die letztlich inhuman seien. [...]

Das Erstarken fundamentalistischer Strömungen bedeutet zwar nicht die Niederlage der Moderne, zeigt aber ihre Defizite an gemeinschaftsbildender Kraft, ethischer Verbindlichkeit und religiöser Orientierung auf.
Der Fundamentalismus fordert dazu heraus, den Fragen nach eigenen religiösen Grundlagen und Orientierungen nicht auszuweichen. Er mahnt Themen an, die für eine zukunftsorientierte Kirche wichtig sind: missionarische Verantwortung, Deutlichkeit des christlichen Zeugnisses, Glaubensvergewisserung als Aufgabe pastoralen Handelns.

Die Antworten, die er anbietet, sind verkürzt, falsch, teilweise äußerst fragwürdig, doch die Sehnsucht, die hinter ihnen steht, kann nicht dementiert werden.

Im christlichen Fundamentalismus kommen Aspekte zum Tragen, die den Protestantismus von Anfang an bestimmt haben: die Orientierung am Wort Gottes (sola scriptura), die Konzentration auf das Elementare und Fundamentale, das unbedingte Vertrauen auf den einen Gott, der sich in Christus den Menschen zuwendet.

Diese für den Protestantismus charakteristischen Anliegen begegnen im Fundamentalismus wieder, allerdings in fragwürdiger Form. [...]
Er beantwortet die offenen Fragen protestantischer Lebens- und Glaubensgestaltung, jedoch in einer verzerrenden Weise, indem er etwa die wahre Auslegung der Bibel durch ein Verbalinspirationsdogma zu sichern versucht.

Was falsch ist am christlichen Fundamentalismus?

Wenn seine Vertreter sagen, sie wollten die Bibel ernst nehmen, so ist dieses Anliegen berechtigt. Das Hören auf die Bibel ist eine Quelle zur Erneuerung der Kirche.

Falsch am christlichen Fundamentalismus ist, dass er der Bibel ein Informationswissen zur Weltentstehung, zum Endzeitablauf und Rezepte zur Heilung von Krankheiten entnehmen will.
Falsch an ihm ist, dass er die Vielfalt des biblischen Zeugnisses nicht hinreichend wahrnimmt, dass er die christliche Freiheit leugnet, dass er Stilfragen zu Grundsatzfragen macht.
Falsch an ihm ist, dass er die Verbindung von Glaube und Vernunft nicht ausreichend berücksichtigt.

Fundamentalistische Bewegungen beantworten die Frage nach christlicher Identität hauptsächlich durch Abgrenzung - antihermeneutisch, antievolutionistisch, antipluralistisch, antifeministisch - bei gleichzeitiger Aufrichtung starker „patriarchalischer" Autorität. [...]

Die Frage, ob Gruppen oder Personen als fundamentalistisch zu bezeichnen sind oder nicht, ist oft weniger wichtig als die andere, in welcher Dynamik sich eine Gruppe gerade befindet.
Fundamentalistische Orientierungen sind in diesem Umfeld, vor allem bei jungen Menschen, nicht selten eine vorübergehende Erscheinung. Deshalb ist zu fragen: Sind fundamentalistische Tendenzen für eine Gruppe oder eine Person wesentlich oder stellen sie eine vorübergehende Erscheinung dar?

In modernen Gesellschaften, in denen kontinuierliche Glaubens- und Lebensgeschichten nicht mehr vorausgesetzt werden können, ist es schwierig, Fundamentalist zu bleiben. Im Laufe der Zeit werden manche Fundamentalisten zu Evangelikalen oder gehen auf im konservativen Spektrum des Protestantismus. Das Umgekehrte ist allerdings auch möglich.

Auch wenn ökumenischer Dialog - oder bescheidener - lernbereite Kontaktaufnahme mit anderen Glaubens- und Frömmigkeitsformen kein Allheilmittel gegenüber fundamentalistischen Orientierungen darstellt und in manchen Situationen auch nicht möglich ist, hilft er doch, über die eigenen Grenzen hinauszuschauen, und ist ein wesentliches Instrument, Tendenzen fundamentalistischer Verfestigung und Selbstabschließung zu begegnen. Zum Dialog gibt es keine Alternative." (S. 34-36)

Dr. Reinhard Hempelmann (Dezember 2009, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen - EZW, Reinhard Hempelmann u.a. (Hg.), Evangelikale Bewegungen. Beiträge zur Resonanz des konservativen Protestantismus, EZW-Texte 206, Berlin: EZW, 2009, S. 5-7 u. S. 34-36)

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Präses Dr. Michael Diener (2013)

 


"Darf ich zuerst sagen, dass ich mit diesen "Pauschalisierungen" - auf der einen Seite "DIE verfasste Kirche" auf der anderen Seite "DIE Evangelikalen" nur wenig anfangen kann? Ich glaube, das Bild ist auf beiden Seiten viel, viel differenzierter. Die Landeskirchen sind genauso wenig wie die Menschen, die der Allianz nahestehen, monolithische Blöcke. [...]

Wie sehr wir uns gegenseitig brauchen, werden wir zukünftig noch merken."

Präses Dr. Michael Diener (19. Januar 2012, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz DEA, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, 2005 - 2009 Dekan d. Protestantischen Dekanat Pirmasens - Evangelische Kirche der Pfalz, Landeskirchen und Evangelikale kann man nicht trennen, www.evangelisch.de)

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"Es sind nunmehr fast eineinhalb Millionen [1,3 Millionen] Evangelikale, die sich unter dem Dach der "Deutschen Evangelischen Allianz" [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz] versammeln. Manche Schätzungen kommen sogar auf bis zu 2,5 Millionen Evangelikale in Deutschland." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

taz (10.01.2009, Evangelikale in Deutschland. Um Gottes willen! www.taz.de)

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"Die Evangelikalen sind nach der römisch-katholischen Kirche [1,214 Milliarden, Päpstliches Jahrbuch 2013] die größte Bewegung der Christenheit."

ideaSpektrum (28. Januar 2009, Ja zur Volkskirche, Nein zu Irrwegen. ideaSpektrum 5/2009 S. 22)


Die Mitglieder der Evangelischen Kirche in Deutschland stellen etwa 1,1 Prozent der weltweiten Christen [2,18 Milliarden]. 96 Prozent der Mitglieder der Evangelischen Kirche in Deutschland nehmen durchschnittlich nicht am Gottesdienst teil.

(Vgl.: EKD-Impulspapier: Kirche der Freiheit - Perspektiven für die Evangelische Kirche im 21. Jahrhundert, www.ekd.de/download/kirche-der-freiheit.pdf, 1. Juli 2006, S. 23)

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Pew Research Center’s Forum on Religion & Public Life, Global Christianity, December 2011, S. 21.

 

Pew Research Center’s Forum on Religion & Public Life, Global Christianity, December 2011, S. 17 u. 67.

 


"Die evangelikalen Kirchen [in der Schweiz] ziehen jeden Sonntag zweimal so viele Gläubige an wie die traditionellen protestantischen Gotteshäuser. [...]

Am Anfang des 20. Jahrhunderts waren es 52 Millionen, heute sind es fast eine halbe Milliarde: In einem Jahrhundert haben die Evangelikalen die Welt erobert."

swissinfo.ch (26. Dezember 2011, Der Boom der Evangelikalen erfasst auch die Schweiz, www.swissinfo.ch)

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"Trendforscher sehen in den "Bibeltreuen" sogar die Zukunft der Kirche; es spricht einiges dafür, dass innerhalb der protestantischen Christenheit in Deutschland jeden Sonntag mehr evangelikale als nichtevangelikale Christen an Gottesdiensten teilnehmen." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

DIE WELT (20. Februar 2008, Gernot Facius, Die "Frommen" sind auf dem Vormarsch)

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"Wir haben Mega-Kirchen auf dem Papier ... da ist ein Missverhältnis entstanden von Größe [25.385.618 getaufte evangelische Kirchenmitglieder in Deutschland - Stand 2005*] einerseits und Wenigen, die partizipieren [durchschnittliche Gottesdienstbeteiligung von etwa 4 Prozent** der getauften Kirchenmitglieder] und da sehe ich die große Gefahr, dass Fundamentalisten die Möglichkeit haben, gerade da einzubrechen."

Prof. Dr. Erich Geldbach (7. Oktober 2007, baptistischer Theologe, Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)

*  [http://www.ekd.de/statistik/mitglieder.html]
** [
http://www.ekd.de/download/kirche-der-freiheit.pdf, Seite 23]

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"Vor allem bei den Zahlen der Gottesdienstbesucher stehlen die Evangelikalen den Amtskirchen oft die Show - bundesweit gibt es dafür Beispiele: In Stuttgart kommen bei der „BGG", der „Biblischen Glaubensgemeinde", an vielen Sonntagen rund 4000 junge Menschen zusammen. In Bremen strömen zu den fünf Freikirchen mehr Gottesdienstbesucher als in alle traditionellen Kirchengemeinden der Stadt zusammen. …
Besonders rasant wachsen die oft erst in den vergangenen Jahren gegründeten neuen freikirchlichen Gemeinden. Zwischen 500 und 600 sollen es schon sein. […] Ziel muss es sein, in Deutschland die freimachende Botschaft Christi neu zu etablieren. …

Der traditionellen evangelischen Kirche bereitet die Entwicklung Sorgen. Sie befürchtet eine Abwanderung ihrer eigenen Mitglieder in die importierten Erweckungsgemeinden - oder eine schleichende Machtübernahme durch die Evangelikalen in ihren eigenen Reihen, die in immer mehr Gremien der EKD zu finden sind. [...]

Der Kampf, wer in Zukunft die religiöse Landschaft in Deutschland bestimmen wird, hat begonnen." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

DER SPIEGEL
(28.04.2008, Aufschwung Jesu, S. 38-41, Der Spiegel Nr. 18/2008)

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"Ansatzweise zeigt sich auch in Europa, was in globaler Perspektive vielfach beobachtet werden kann: Christliches Leben scheint gegenwärtig am augenfälligsten in den von den historischen Kirchen und Denominationen mehr oder weniger unabhängigen Gemeinschaftsgruppen, Gemeinden und Kirchen zu pulsieren."

Dr. Reinhard Hempelmann (Dezember 2013, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen - EZW Berlin, Stichwort. Neue freikirchliche Gemeinschaftsbildungen, EZW Materialdienst-Einzelheft 12/2013, S. 477)

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"Niemand kommt (mehr) an uns Evangelikalen vorbei."

"Die vergangenen fünf Jahre habe ich als eine Zeit zunehmender Auseinandersetzungen wahrgenommen. [...] Der Begriff „evangelikal“ war zum Schimpfwort geworden. Gelegentlich hatte ich in der Zeit den Eindruck: Alle paar Wochen wird „eine neue Sau durchs Dorf getrieben“. [...]

Zusammen mit anderen habe ich mich bemüht, die Allianz aus der fundamentalistischen Schmuddelecke herauszuhalten – oder zu holen … Begegnungen bis in die jüngere Vergangenheit zeigen mir aber: An dieser Stelle haben wir nach wie vor ein massives Imageproblem. [...]

Wir sind Evangelikale – was für manche schon schlimm genug ist –, aber keine Fundamentalisten. Wir suchen das Gespräch mit Andersdenkenden und Andersglaubenden. Und wir sind fähig, dieses Gespräch zu führen: klar, freundlich, auf Augen höhe, leidenschaftlich und vernünftig. [...]

Niemand kommt mehr an uns vorbei. In Zahlen: Der Weltkirchenrat (ÖRK) repräsentiert 349 evangelische, orthodoxe und anglikanische Kirchen in über 120 Ländern mit rund 560 Millionen Mitgliedern [ohne die römisch-katholische Kirche mit 1,18 Milliarden Mitgliedern].
Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) als Repräsentant der Evangelikalen ist in 128 Ländern vertreten; weltweit zählen rund 420 Millionen Menschen dazu, zum größten Teil aus protestantischen Kirchen."

Jürgen Werth (November 2011, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz DEA, 1994 bis 2014 Direktor des Evangeliums-Rundfunks ERF, Niemand kommt (mehr) an uns Evangelikalen vorbei, Zeitschrift der Deutschen Evangelischen Allianz EiNS 12/2011, Seite 20)

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"Inzwischen hat der schleichende Machtanspruch der Evangelikalen ein unerträgliches Ausmaß angenommen. Wir haben inzwischen fast schon eine zweite evangelische Kirche in Deutschland. [...]

Das wortwörtliche Bibelverständnis, die theologische Enge, das Ausschalten der kritischen Vernunft, dass sie für den historischen Kontext der Heiligen Schrift nicht offen sind [vgl. Historisch- kritische Methode] - das ist für mich fundamentalistisch."

Pfarrerin Kathinka Kaden (01.03.2009, Vorsitzende Offene Kirche in Württemberg. Evangelikale schüchtern massiv ein, www.taz.de)

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J. Werth, T. Schöll, Prof. Dr. M. Pally, Dr. M. Diener u. A. Malessa, ERF.de (2012)

 


"In Deutschland … ist - und jetzt kann man diskutieren wer daran schuld ist, das Etikett Evangelikal gleich; borniert, besserwisserisch, fundamentalistisch. … Das begrüße ich nicht, aber ich muss es feststellen. […]

Wenn Schüler sagen, Evangelikale - das sind doch ungefähr die Islamisten der protestantischen Kirche, haben sie natürlich in einem Punkt recht; unter den fundamentalistischen Muslimen, den fundamentalistischen Juden, Ultraorthodoxe und fundamentalistischen Protestanten, sind die letzteren die ungefährlichsten - zugegeben, aber in ihrer Art und Weise ihre heiligen Schriften zu lesen, sind sie vollkommen gleich. […]

Islamisten, christliche Fundamentalisten und ultraorthodoxe Juden sind Drillinge in der Hermeneutik – also sind Brüder im Geiste, wie man an einen heiligen Text herangeht. Die Öffentlichkeit kann das so nicht darlegen, wie ich das eben versucht habe - sie spürt es aber. Sie spürt es, und deswegen hegt man Vorurteile und deswegen würde ich mal sagen, sind es nicht immer übelwollende christenverfolgerische Medien, sondern es sind manches Mal Berichterstatter und Reporter, die den Eindruck haben, herzensliebe Menschen kommen aufgrund ihres holzschnittartigen Verhältnisses zur Bibel, zu den falschen Ergebnissen."

Andreas Malessa (17. Januar 2012, Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Journalist u. Autor, Wartburg-Gespräche, Evangelikal - was ist das?, ERF 1, www.erf.de)

Diskussion


"Einer der wesentlichen Punkte [...] ist die hermeneutische Frage. Wie verhält sich die ja auch kirchlicherseits immer wieder betonte umfassende Autorität der Heiligen Schrift zu ihrer gegenwartsbezogenen Auslegung?

Aus der Beantwortung dieser Frage ergeben sich fast alle Spannungsfelder. Aktuell könnte ich da die Diskussionen um das Verständnis des Sühnetodes Jesu nennen, aber natürlich auch die bleibenden ethischen Differenzen, etwa in der Bewertung der Homosexualität."

Präses Dr. Michael Diener (19. Januar 2012, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz DEA, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, 2005 - 2009 Dekan d. Protestantischen Dekanat Pirmasens - Evangelische Kirche der Pfalz, Landeskirchen und Evangelikale kann man nicht trennen, www.evangelisch.de)

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3. Juli 2011, Podiumsdiskussion - Kirchentag in Dresden 2011, www.pro-medienmagazin.de
(v.l.): Jürgen Werth, Annette Kick, Hansjörg Hemminger, Klaus Günther und Oda Lambrecht

 


"Nicht alle Evangelikalen sind Fundamentalisten - aber alle Fundamentalisten bezeichnen sich als Evangelikale."
 
Pfarrerin Annette Kick (3. Juli 2011, Beauftragte für Weltanschauungsfragen der Württembergischen Landeskirche, Podiumsdiskussion auf Kirchentag in Dresden 2011: Sind Evangelikale Fundamentalisten? in: Sind Evangelikale "extrem diskriminierend"?, Christliches Medienmagazin pro, www.pro-medienmagazin.de)

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"Mission Gottesreich: Fundamentalistische Christen in Deutschland [...] Ein weiteres ERF-Netzangebot ist das Frage-und-Antwort-Portal www.nikodemus.net. […] Der ERF-Direktor Jürgen Werth distanzierte sich auf Nachfrage von dieser Seite und ließ sie entfernen." [Kontext: Christlich-fundamentalistische Inhalte auf Nikodemus.net] [Thema im unteren Teil ausführlicher]

Oda Lambrecht u. Christian Baars (6. März 2009, ARD-Journalisten, Mission Gottesreich. Fundamentalistische Christen in Deutschland. Ch. Links Verlag, Berlin 2009, S. 176 f.)

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"Der Begriff „evangelikal“ ist zum Reizwort geworden. In der Außensicht werden Evangelikale oft als „fundamentalistische Kampftruppe ewig Gestriger“ wahrgenommen.

Dieses Image störe ihn, sagte der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), Pfarrer Michael Diener (Kassel), in Wetzlar in einem Vortrag vor der Mitgliederversammlung der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. […]

Sie träten teilweise gesetzlich, heuchlerisch, rechthaberisch, kleinkariert und exklusiv auf und sorgten so mit für eine Zersplitterung.
Biblisch begründete Grundsätze zur Sexualität seien freilich in der postmodernen Gesellschaft nicht mehrheitsfähig. Diener: „Homophobie [Feindseligkeit und/oder Angst vor homosexuellen Menschen und ihren Lebensweisen] ist zu einem Schlagwort geworden, das auch uns treffen wird.“ Evangelikale seien nicht genügend vorbereitet, solche Auseinandersetzungen sachlich, kompetent und sensibel zu führen. […]

In Gemeinden und Gemeinschaften solle man „mehr Demokratie wagen“ und insbesondere Frauen mehr Leitungsverantwortung übertragen. Der Präses warb ferner dafür, dass sich junge Christen in der Politik und im Journalismus engagieren."

idea / Präses Dr. Michael Diener (2. Juli 2010, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz DEA, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, 2005 - 2009 Dekan d. Protestantischen Dekanat Pirmasens - Evangelische Kirche der Pfalz, Pietisten-Präses: Manche Evangelikale tragen selbst zum schlechten Image bei. Mehr Demokratie wagen unter Evangelikalen, ideaSpektrum Nr.22/2010, S. 10)

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Präses Dr. Michael Diener, Vorsitzender DEA, Präses Gnadauer Gemeinschaftsverband

 


"Ich glaube, dass wir uns als Evangelikale grundsätzlich schwer tun mit allem Fremden, Andersartigen. Mich wundert, dass die Liebe Gottes, die uns doch so wichtig ist, oft zu lieblosem Verhalten führt."

Präses Dr. Michael Diener (4. Dezember 2013, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz DEA, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, 2005 - 2009 Dekan d. Protestantischen Dekanat Pirmasens - Evangelische Kirche der Pfalz, Die Sünden der Frommen. Hochmut, Heuchelei, Selbstgerechtigkeit. Christliches Medienmagazin pro - Ausgabe 6/2013, S. 13, www.pro-medienmagazin.de)

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"Die Tendenz zur Besserwisserei ist bei manchen nicht von der Hand zu weisen. Man vertraut auf sich, statt auf Gott. Man schlägt sich an die eigene Brust [...]

Pluralistische Beliebigkeit ist kein christlicher Wert. Es gibt im christlichen Glauben eine klare Grenze zwischen wahrer und falscher Lehre, zwischen Heil und Unheil. Aber unsere Grenzziehungen gehen oft weit darüber hinaus und sind mitunter willkürlich.

Hier spielen die eigenen Vorlieben und Traditionen oft eine wesentliche Rolle, insbesondere bei Äußerlichkeiten. Man verwechselt die unaufgebbaren Eckpfeiler des Glaubens mit der eigenen Interpretation und Tradition des Glaubens."

Dr. Stephan Holthaus (4. Dezember 2013, Prorektor der Freien Theologischen Hochschule FTH Gießen, Die Schwächen der Frommen, Christliches Medienmagazin pro - Ausgabe 6/2013, S. 7-8, www.pro-medienmagazin.de)

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Dr. Stephan Holthaus, Prorektor FTH Gießen

 


"Evangelikal - was ist das?" [Jürgen Werth] "Auch - gut - evangelisch" [Dr. Michael Diener] [...]

"Gut evangelisch", ist eine Bezeichnung für Evangelikale. Ich sage "auch", damit es sich nicht kritisch gegen andere richtet. Auch andere können "gut evangelisch" sein."

Präses Dr. Michael Diener (17. Januar 2012, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz DEA, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, 2005 - 2009 Dekan d. Protestantischen Dekanat Pirmasens - Evangelische Kirche der Pfalz, Wartburg-Gespräche, Evangelikal - was ist das?, ERF 1, www.erf.de)

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"Wenn es um die Einheit des Leibes Christi geht, sollten wir uns klarmachen, dass wir Evangelische und nicht Evangelikale Allianz heißen – und sich unsere Mütter und Väter im Glauben etwas dabei gedacht haben."

Präses Dr. Michael Diener (27. März 2012, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz DEA, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Deutsche Evangelische Allianz: Neu um Einheit bemühen, www.idea.de)

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"Bundeskanzlerin Angela Merkel fürchtet nicht den Islam, sondern ein zunehmendes Nachlassen des christlichen Glaubens in Deutschland. Das sagte die Kanzlerin in einem Gespräch mit Vertretern der Deutschen Evangelischen Allianz [...]

Zu der Frage des Selbstverständnisses der Evangelikalen sagte Merkel, dass sie die Evangelikalen in Deutschland als besonders „intensiv evangelische Christen“ wahrnehme."

Christliches Medienmagazin pro (27.10.2010, Merkel: Evangelikale sind "intensiv evangelische Christen", www.pro-medienmagazin.de)

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Oktober 2010, von links: W. Baake, J. Werth, A. Merkel, T. Schneider, www.ead.de

 


"Der Begriff evangelikal scheint sich einer genauen Definition zu entziehen. Er ist sowohl Selbstbezeichnung wie auch ein innerkirchlicher Kampfbegriff, der gerne abwertend benutzt wird. Die Sache gestaltet sich noch schwieriger, da viele Gruppen und Personen, die der Sache nach ‚evangelikal‘ gelten, für sich selbst andere Bezeichnungen wie ‚bibeltreu‘, ‚bekenntnisgebunden‘, ‚bekenntnistreu‘, ‚pietistisch‘ u. ä. vorziehen. [...]

Bei der Quantifizierung treffen wir auf die erwähnten Schwierigkeiten, dass Evangelikale keine sichtbare Kirche bilden und damit bezifferbare Mitglieder aufweisen. Die Schätzungen schwanken zwischen 1,5 bis zu 2 Millionen Evangelikalen in Deutschland. [...]

Ein Schlüsseldatum findet sich 1846. Damals gründeten Evangelikale aus verschiedenen Ländern die ‚Evangelical Alliance‘, um die äußerst vielgestaltigen evangelikalen Gruppen aus Kirchen und Freikirchen zu einer weltweiten ökumenischen Vereinigung zusammenzuschließen. [...]

Manfred Kock (Ratsvorsitzender der EKD von 1997-2003) gab den Evangelikalen noch zu verstehen, sie seien verzichtbar. In einem Interview, ausgerechnet mit dem evangelikalen Stammblatt Idea-spektrum zeigte er sich gelassen. Wenn die Evangelikalen behaupteten, „die Landeskirchen seien so liberal, dass wir nur noch zum Ausmarsch blasen können, dann sollten sie auch konsequent sein und ausziehen.“ [Kock, Manfred 1998, Interview in idea-Spektrum Nr. 12 (1998), S. 14-17]

Wolfgang Huber, von 2003 bis 2009 Ratsvorsitzender der EKD, erkannte die Bedeutung der Evangelikalen innerhalb seiner Kirche. Er, der ausgewiesene Liberale, versuchte eine erfolgreiche Umarmungsstrategie. Er band Gruppen und Personen in den kirchlichen Dienst ein, fand lobende Worte für evangelikale Initiativen (Großevangelisation ProChrist) und hinterließ den Eindruck, er hätte selbst eine innere Wandlung durchgemacht. Nähe und Sympathie der Evangelikalen erreichte er z. B. durch die Berufung des evangelikalen Vorzeigepredigers Ulrich Parzany als Prediger an die Berliner Gedächtniskirche im Jahr 2006.

Das Verhältnis der Evangelikalen zu den Landeskirchen wird ein Spannungsfeld bleiben. [...]

Der protestantische Fundamentalismus geht auf eine Selbstbezeichnung einer konservativen Gruppe zurück, die zwischen 1910 und 1915 mit einer Aufsatzserie an die Öffentlichkeit trat. Titel: „The Fundamentals. A Testimony to the truth“. Dort sind auch die bekannten fünf unaufgebbaren Punkte aufgeführt, die für ein wahres Christentum unverzichtbar seien:

(1) Der Glaube an die Gottheit Jesu und seine Jungfrauengeburt;
(2) Jesu stellvertretendes Sühneopfer;
(3) Jesu leibliche Auferstehung;
(4) Das Wiederkommen Jesu zum Endgericht.

„Solche Sätze waren zumindest hinsichtlich ihres literalen Gehalts ja auch in der christlichen Tradition durch die altkirchlichen Symbole gedeckt, etwa durch das Nicänum.“ Das grundlegend neue, eben fundamentale, war

(5) Die Irrtumslosigkeit und Unfehlbarkeit der Bibel.

An diesem Punkt ist auch der Unterschied zwischen Evangelikalen und Fundamentalisten zu bestimmen. [...] Evangelikale verweisen auf die die Irrtumslosigkeit (engl. infallibility) der Bibel in Bezug auf das Heil in Christus. Fundamentalisten beharren auf der Irrtumslosigkeit (engl. Inerrancy) der Bibel in allen ihren Aussagen, also auch in naturwissenschaftlichen und historischen Details. Für Fundamentalisten hängt die Verlässlichkeit der Heilsaussagen an der Zuverlässigkeit aller Aussagen der Bibel.

Evangelikale haben demgegenüber eine größere Freiheit in der Frage nach dem „Wie“ der Inspiration und haben sich mit modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen (Stichwort Evolution) arrangiert. Fundamentalisten sind eine Teilgruppe innerhalb der Evangelikalen Bewegung, die aber nur in den USA über nennenswerten Einfluss verfügen. [...]

Die Fraktion der Evangelikalen unterteilt sich in fünf (Interessen)gruppen:

(1) den Pietisten [u. a. Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband e.V.] [Angaben gekürzt aus dem Text entnommen],
(2) den Allianzevangelikalen [u. a. Deutsche Evangelische Allianz DEA],
(3) den Bekenntnisevangelikalen [u. a. Konferenz Bekennender Gemeinschaften (KBG), Bekenntnis-bewegung Kein anderes Evangelium, Evangelische Notgemeinschaft in Deutschland (ENiD)],
(4) den charismatischen Evangelikalen [u. a. Geistliche Gemeindeerneuerung (GGE), Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden KdöR (BFP)],
(5) den Fundamentalisten [u. a. Bibelbund, Studiengemeinschaft Wort und Wissen] [Angaben gekürzt aus dem Text entnommen].

Das aus der Politik gewählte Fraktionsmodell erlaubt es, von ‚den‘ Evangelikalen zu sprechen. Aus der bundesdeutschen Parlamentswelt wissen wir, dass es unterschiedliche Gruppen in den Fraktionen gibt, die um Vorherrschaft ringen."

Dr. Michael Hausin (September 2010, Politikwissenschaftler, Staat, Verfassung und Politik aus der Sicht der Evangelikalen Bewegung innerhalb des deutschen Protestantismus, Dissertation 1999, Grin Verlag: September 2010 (Überarbeitung), ISBN-13: 978-3640709601)

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"Unübersichtlichkeit provoziert die Sehnsucht nach Verlässlichkeit, nach Klarheit, nach Verbindlichkeit, auch nach Abgrenzung. Das für alle protestantischen Kirchen charakteristische Schriftprinzip wird in zahlreichen neuen freikirchlichen Gemeinschaftsbildungen zum Verbalinspirationsdogma gesteigert und gewissermaßen in den Rang des Bekenntnisses erhoben, um anfechtungsfreie Gewissheit herzustellen."

Dr. Reinhard Hempelmann (Dezember 2013, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen - EZW Berlin, Stichwort. Neue freikirchliche Gemeinschaftsbildungen, EZW Materialdienst-Einzelheft 12/2013, S. 477)

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"Im Unterschied zum Fundamentalismus gibt es im Pietismus der Gegenwart keine einheitliche Verbalinspirationslehre. Auch die kämpferische Haltung der Fundamentalisten findet in pietistischen Kreisen häufig kein Verständnis.
Obwohl man sich in der Ablehnung der rationalistischen Bibelkritik und in der grundsätzlichen Inspiriertheit der Schrift nahe steht, gibt es doch theologische und frömmigkeitsgeschichtliche Unterschiede"

Dr. Stephan Holthaus (1993, Prorektor der Freien Theologischen Hochschule FTH Gießen, Fundamentalismus in Deutschland: Der Kampf um die Bibel im Protestantismus des 19. und 20. Jahrhunderts. Biblia et symbiotica 1, Verlag für Kultur und Wissenschaft, Bonn, 2. korr. Aufl. 2003, S. 57)

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Prof. Dr. Ernst Troeltsch (1865-1923)

 


"Meine Herren, es wackelt alles"

Prof. Dr. Ernst Troeltsch (5. Oktober 1896, Ev. Theologe, Eisenacher Tagung „Freunde der Christlichen Welt“, Walther Köhler: Ernst Troeltsch. Tübingen, J. C. B. Mohr 1941, S.1)

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"Es gibt so viele Christenleute, welche erschrocken sind, wenn sie sehen, wie man an der Burg des Wortes Gottes abreißen und dazu bauen will. Es wird ihnen angst und bange. Und nun meinen sie, man müsse in diesem Sturm die Mauern stützen - durch eine Lehre über die Bibel.

So taucht die alte Lehre von der Verbal-Inspiration wieder auf. In Amerika gibt es viele solche Mauern-Stützer. Man nennt sie Fundamentalisten. Da hat man eine Lehre über die Bibel, die so lautet: Jedes Wort der Bibel ist von Gott inspiriert.

Ich bin überzeugt, dass diese Fundamentalisten es ernst meinen mit der Bibel und dasselbe wollen wie wir. Aber aus solch einer Lehre spricht die Sorge und die Angst, die Mauern der Bibel würden umfallen, wenn man sie nicht durch ein Dogma stützt.

Es hat mich immer misstrauisch gemacht, dass diese Lehre von der Verbalinspiration zuerst von der Orthodoxie aufgebracht wurde. Und die Orthodoxie ist zu allen Zeiten der schrecklichste Feind alles geistlichen Lebens gewesen. Die Orthodoxie züchtet einen rechthaberischen Kopfglauben, wobei Herz und Gewissen umkommen können.

Es ist mir auch immer unheimlich, wenn Menschen ein Urteil über die Bibel abgeben wollen, das man glauben soll, ehe man die Bibel aufgeschlagen hat. Ich meine, wir sollten jedem raten: Lies Du ohne Vorurteil und ohne vorher gefasstes Dogma dies Wort, dann wirst Du bald merken, dass die Bibel ein Urteil über uns hat.

Zur Zeit Tersteegens hat man über die Bibel gestritten. Orthodoxe und Aufklärer gaben ihre Urteile über die Bibel ab. Die Stillen im Lande haben sich daran nicht beteiligt. Sie haben vielmehr die Bibel aufgeschlagen, und sie haben sich richten und trösten lassen von diesem lebendigen Wort Gottes.

Wir brauchen die Autorität der Bibel nicht zu stützen mit irgendwelchen Dogmen, die wir von den Orthodoxen entlehnt haben. Die Bibel erweist sich schon selbst als das, was sie ist:

„Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn ein zweischneidig Schwert, und dringt durch, bis dass es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und keine Kreatur ist vor ihm unsichtbar; es ist aber alles bloß und entdeckt vor seinen Augen; von dem reden wir" (Hebr. 4,12 und 13)."

Pfarrer Wilhelm Busch (1957, 1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer - Essen, http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer), Was bremst denn da?: Aufsätze für ein unverkrampftes Christensein, Neukirchener Verlagsges.; 2. Aufl. 2002, ISBN 9783761535530, S. 59-60)

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Pfarrer Wilhelm Busch, 1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer, Essen

 


"Die "Frommen" [Kontext im Artikel: Evangelikale] sind auf dem Vormarsch [...] Es gibt "rechte" und "linke" Flügel, "Konservative" und "Progressive", und auch die "Mitte" ist stark vertreten. [...] Flügelkämpfe sind programmiert." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

DIE WELT (20. Februar 2008, Gernot Facius, Die "Frommen" sind auf dem Vormarsch)

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"Eine Zeitenwende bringt das neue Jahr für die Deutsche Evangelische Allianz. Erstmals in ihrer 165-jährigen Geschichte steht an der Spitze der evangelikalen Dachorganisation ein landeskirchlicher Theologe, der gleichzeitig als Präses des pietistischen Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften) amtiert.

Der 49-jährige Michael Diener (Kassel) .... war ... Dekan des Kirchenbezirkes Pirmasens und Pfarrer der dortigen Lutherkirchengemeinde."

idea (1. Januar 2012, Zeitenwende bei Deutscher Evangelischer Allianz, www.idea.de)

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"Die Evangelikalen - wer ist das eigentlich? … Es bleibt uns gar nichts anderes übrig als diesen Begriff zu akzeptieren und versuchen ihn neu zu füllen."

Jürgen Werth (7. Oktober 2007, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), 1994 bis 2014 Direktor des Evangeliums-Rundfunks (ERF), Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)

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"Der Evangelischen Allianz (DEA) muss es um die christliche Gemeinschaft als ganzer gehen. Und sie muss sich erkennbar in Distanz zu den zunehmenden fundamentalistischen Strömungen profilieren."

EiNS - Zeitschrift der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) (November 2007, EiNS 4/2007, Wer wir sind - und was wir können, Seite 28)

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"Einig gegen christliche Fundamentalisten"

"Vertreter von Landeskirchen, Freikirchen und Evangelischer Allianz (DEA) haben in einer Fernsehdiskussion des Hessischen Rundfunks am 7. Oktober Einigkeit in der Ablehnung eines „christlichen Fundamentalismus“ bekundet. […]

Christliche Fundamentalisten klebten an den Buchstaben der Bibel und betrieben „Wortterror“. Viele seien dazu übergegangen, sich nicht mehr fundamentalistisch, sondern „bibeltreu“ zu nennen."  [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Idea (07.10.07, Einig gegen christliche Fundamentalisten, www.idea.de)

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"Als der Begriff "Fundamentalismus" vor etwa anderthalb Jahrhunderten aufkam, bezeichnete er eine bestimmte Vorstellung von der Bibel: Sie sei gleich einem vom Himmel gefallenen Buch, ohne Fehl und Tadel, über jede Kritik erhaben. [...] Daneben gibt es immer wieder aktuelle Einzelfragen, bei denen sich der fundamentalistische Ungeist regt." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

EKD-Kirchenamtspräsident Dr. Hermann Barth (Oktober 2008, Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), WIR - gemeinsam unterwegs" Ausgabe Nr. 6 - Okt./ Nov. 2008, Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband e.V.)

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"Ich glaube, dass ich sagen kann - für unsere Bewegung [Evangelische Allianz], dass die Zahl derjenigen, die die Bibel Wort für Wort wörtlich nehmen - die sagen jedes Wort, jeder Buchstabe ist verbal von Gott inspiriert – und die Bibel ist sozusagen vom Himmel gefallen, dass der Kreis derjenigen nicht allzu groß ist."

Jürgen Werth (7. Oktober 2007, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), 1994 bis 2014 Direktor des Evangeliums-Rundfunks (ERF), Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)

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"Der Unterschied zwischen „Fundamentalists“ und „Evangelicals“ ist in Europa kaum bekannt."

Rheinischer Merkur (10.04.2008, Tragbalken des Protestantismus)

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"Heutzutage gibt es nicht mehr allzu viele Fundamentalisten. Ich weiß nicht, ob Sie das wissen oder nicht, aber sie sind eine kleine Minderheit. ...

Nun, das Wort "Fundamentalist" kommt tatsächlich aus einem Dokument aus den 1920er Jahren mit dem Titel “Die 5 Fundamente des Glaubens”.

[Die Irrtumslosigkeit der Bibel (1), die Jungfrauengeburt und Gottheit Jesu Christi (2), das stellvertretende Sühneopfer (3) und die leibliche Auferstehung (4) und Wiederkunft Jesu Christi (5)]

Und das ist eine sehr gesetzliche, enge Sicht des Christentums"

Dr. Rick Warren (23.05.2005, Evangelikaler Theologe [40 Tage Leben mit Vision] Pew Forum on Religion, Monday, May 23, 2005 - Key West, Florida)

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US-Präsident Barack Obama u. Dr. Rick Warren, Saddleback (rechts)

 

 


"»Bibeltreue« ist ein Kampfbegriff gegen die historisch-kritisch arbeitende Theologie. Auch die deutschen evangelischen Fundamentalisten (die neuerdings betonen, keine Fundamentalisten zu sein) - etwa jene von der Deutschen Evangelischen Allianz - berufen sich auf die in den USA ab 1910 erschienenen »Fundamentals«.

Daher kommt der Name. Als die fünf Fundamente des christlichen Glaubens wurden damals zusammengefasst:

Die Irrtumslosigkeit der Bibel,
die Gottheit Jesu Christi und seine Geburt von einer Jungfrau,
der Tod Jesu zur Sühne für die Sünden der Menschheit,
die leibliche Auferstehung Jesu, und
die Wiederkunft Christi.

Keine dieser Vorstellungen ist heute in der seriös forschenden Theologie unbestritten. Wenn ich von Fundamentalismus spreche, dann im Sinne dieser Definition."

Martin Urban (23. September 2013, Physiker, Wissenschaftspublizist u. Sachbuchautor, Nikolaus Schneider, Martin Urban: Was kann man heute noch glauben? Ein Disput, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, 2013, S. 39)

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"Nicht alles, was einem liberalen Theologen religiös nicht passt, ist deswegen Fundamentalismus."

Dr. Karsten Fischer (4. Februar 2009, Politikwissenschaftler, Fundamentalismus – ein brauchbarer Begriff? Veranstaltung des Forschungsbereichs "Religion und Politik" an der Berliner Humboldt-Universität, www.religion-and-politics.de, www.pro-medienmagazin.de)

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idea:
"Bleibt die Frage: Wer ist eigentlich ein christlicher Fundamentalist?"

Huber: "Da ist es doch gut, sich an den Ursprung des Wortes „Fundamentalist" zu erinnern: Der Ausdruck „The Fundamentals" wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA für fünf Aussagen verwendet:

1. Die Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift,
2. Christi Jungfrauengeburt,
3. der Sühneopfertod Jesu,
4. die leibliche Auferstehung,
5. die Wirklichkeit der in der Bibel bezeugten Wunder."

idea: "Zumindest Jungfrauengeburt und leibliche Auferstehung finden sich auch im Apostolischen Glaubensbekenntnis wieder."

Huber: "Es gibt dabei aber ein gewisses Spektrum von Auslegungsmöglichkeiten, die sich angesichts der unterschiedlichen Darstellungen in der Bibel auch förmlich aufdrängen.

Ohne jeden Interpretationsspielraum diese fünf Aussagen wortwörtlich bejahen zu müssen - das ist für mich Fundamentalismus!

Ob jemand Christ ist oder nicht, entscheidet sich nicht an solch einfachen Antworten. Eine Kirche mit der Spannweite von Positionen, wie wir sie haben -, einschließlich der Evangelikalen - kann gar nicht fundamentalistisch sein!"

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber (29. April 2009, 2003-2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, 1994-2009 Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Herr Bischof, wer ist eigentlich ein Fundamentalist? Interview. ideaSpektrum 18/2009, S. 17)

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"Theologischer Fundamentalismus" [Nikolaus Schneider, 1993]

"Die Irrtumslosigkeit der Bibel,
die Jungfrauengeburt, die Gottheit Jesu Christi,
das stellvertretende Sühneopfer
und die leibliche Auferstehung
und Wiederkunft Jesu Christi. [...]

Letztlich ist ein Streit um unsere Kirche, die sie tragende Theologie und ihre verfassungsmäßige Ausrichtung entbrannt. [...] In diesen theologischen Zusammenhängen ist die Kontroverse mit den Fundamentalisten zu führen. […]
Der Eifer derer, die permanent Bekenntnisse fordern und deren Arroganz gegenüber der Volkskirche scheinen mir zu einer Kirchlichkeit zu führen, die Züge des Sektiererischen trägt. [...]

Wenn heute viele Menschen dem kirchlichen Leben zwar mit Reserve begegnen, sich aber dennoch als Christen verstehen und ihre Bindung an die Kirche nicht preisgeben … dann haben wir das der von der Aufklärung beeinflussten Gestalt der Kirche als Volkskirche zu verdanken."

Dr. h.c. Nikolaus Schneider (1993, 2010 - 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD, 2003-2013 Präses der Ev. Kirche im Rheinland, zit. n. Regionale Informationen für das Rheinland - Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ Rheinland e.V., Nr. 20, März / April 1993. Vgl.: Rudolf Möckel u. Wolfgang Nestvogel (Hrsg.), Volkskirche am Abgrund? – „Fundamentalismus“ als Kampfbegriff, Neuhausen / Stuttgart: Hänssler 1996, S. 83)

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"Für deutliche Worte ist der 63-jährige Geistliche aus dem Rheinland bekannt. Bei Tacheles hatte Schneider jüngst vor Fundamentalismus – auch in christlichen Kirchen – gewarnt und für einen aufgeklärten Glauben plädiert." [siehe Beitrag unten]

Tacheles (November 2010, Evangelische Kirche: Schneider an der EKD-Spitze bestätigt, www.tacheles.tv)

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"Religionen können Gewalt hervorrufen und legitimieren. Und sie können vor Gewalt warnen. Dazu sind alle Religionen in der Lage. Dazu ist der Islam in der Lage, aber das Christentum auch. […]

Da, wo ein Glaube fundamentalistisch verstanden und gelebt wird, hat er eine Tendenz zur Gewalt. Weil es in allen heiligen Büchern, auch in der Bibel, Passagen gibt, die Gewalt legitimieren. Und die werden von Fundamentalisten als Selbstermächtigung genutzt, um andere mit Gewalt zu überziehen.

Wir haben auch das Problem mit christlichen Fundamentalisten in den USA, die etwa vor Abtreibungskliniken Ärzte erschießen und sich durch die heilige Schrift dazu ermächtigt fühlen."

Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider (7. Oktober 2010, Theologe, 2010 - 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, „Tacheles“ - die Talkshow der evangelischen Kirche: Marktkirche Hannover, Streit über Religion und Gewalt: Von Diskriminierung und Fundamentalismus, Sendung "Talk am roten Tisch", Ausgestrahlt von Phoenix am 17. Oktober 2010, www.tacheles.tv/streit-um-religion-und-gewalt.php)

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"Fundamentalismus ist eine Angstreaktion auf die Verunsicherung der Moderne. Für einen Fundamentalisten ist die Bibel das Fundament des Glaubens, in allen Aussagen völlig irrtumslos und unfehlbar. [...]

Der Pietist sagt: „Ich glaube an Jesus Christus, von dem in der Bibel Zeugnis abgelegt wird." Der Fundamentalist glaubt sowohl an Jesus Christus als auch an die Bibel."  [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Pfarrer Dr. Christoph Morgner (26.08.2009, Theologe, 1989 - 2009 Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften], Pietisten sind keine Fundamentalisten, ideaSpektrum 35/2009, S.15)

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"Fundamentalismus ist für mich die als Glaubensstärke verkleidete Angst"

Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider (16.11.2010, 2010 - 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD, Präses [vgl. Kirchenpräsident bzw. Landesbischof] der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Integration von Muslimen: Präses Schneider fordert mehr Engagement, Rheinische Post, www.rp-online.de)

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Warren [Evangelikaler Theologe] sagt voraus, dass der Fundamentalismus in allen Spielarten "einer der großen Feinde im 21. Jahrhundert sein wird."

"Muslimischer Fundamentalismus, christlicher Fundamentalismus, jüdischer Fundamentalismus, säkularer Fundamentalismus – sie werden alle von Furcht angetrieben."

Dr. Rick Warren
(08.01.2006, Evangelikaler Theologe, „The Purpose-Driven Pastor“, The Philadelphia Inquirer)

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"Ob islamistische Bewegungen in Indonesien und im Nahen Osten oder christliche Fundamentalisten in den USA, ob religiös fanatische jüdische Siedler auf palästinensischem Gebiet oder nationalistische Katholiken in Polen bzw. Orthodoxe in Russland: das religiöse Hasspotenzial ist dem Friedenspotenzial der Glaubensgemeinschaften wie das Unkraut dem Weizen beigesellt."

Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider (12. Januar 2009, 2010 - 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD, Präses [vgl. Kirchenpräsident bzw. Landesbischof] der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Präsesbericht - BERICHT ÜBER DIE FÜR DIE KIRCHE BEDEUTSAMEN EREIGNISSE, www.ekir.de/ekir/dokumente/ekir2009praesesbericht.pdf)

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2011, Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender EKD, www.evangelisch.de

 


"Haushaltsplan 2010 der Evangelischen Kirche in Deutschland" (EKD) [Auszug]

"idea Evangelische Nachrichtenagentur e.V.": "Zweckgebundene Zuweisung 2010 in €" "138.000,00"

(Stand März 2011, Haushaltsplan 2010 der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Beschlussfassung für die Synode, www.ekd.de/kirchenfinanzen/assets/haushaltsplan_2010.pdf, S. 19)

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"Man muss Nikolaus Schneider, der nun der wichtigste Vertreter von 24,5 Millionen Protestanten in Deutschland ist, einfach gern haben [...]

Wolfgang Huber, sein Vor-Vorgänger, dominierte die Kirche mit intellektueller Schärfe, Margot Käßmann schwebte manchmal über ihr, Nikolaus Schneider lebt in ihr."

idea-Redakteur Karsten Huhn (10. November 2010, Worte zur Wahl des EKD-Ratsvorsitzenden, www.idea.de/blog)

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"Mit Präses Nikolaus Schneider steht künftig ein Mann an der Spitze der EKD, der immer wieder versucht hat, Glauben und Leben, Kirche und Gesellschaft zusammen zu bringen. [...]

Als wichtigste Aufgabe der Kirche hat er während der Synode benannt: In Christus gegründet klar und verständlich von Gott reden. Hier hat er die uneingeschränkte Unterstützung der Deutschen Evangelischen Allianz.

Ich freue mich, dass wir trotz einiger Differenzen in theologischen oder politischen Einzelfragen in einem vertrauensvollen Gespräch sind und bleiben."

Jürgen Werth (9. November 2010, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), 1994 bis 2014 Direktor des Evangeliums-Rundfunks (ERF), Neuer EKD-Ratsvorsitzender Schneider: Klar und verständlich von Gott sprechen, Christliches Medienmagazin pro, www.pro-medienmagazin.de)

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"Meines Erachtens zeichnen ihn [Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD] vor allem tiefes Gottvertrauen, Offenheit, Hörbereitschaft, Glaubwürdigkeit, eine klare Sprache und Teamfähigkeit aus. [...]

Auf dieser Grundlage wird es auch möglich sein, die Fragen geschwisterlich zu erörtern, in denen es erkennbar unterschiedliche Standpunkte gibt. Es ist in unserer Zeit wichtiger denn je, dass evangelische Kirche öffentlich zum Glauben und Leben aus dem Evangelium einlädt und ermutigt"

Präses Dr. Michael Diener (9. November 2010, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, 2005 - 2009 Dekan d. Protestantischen Dekanat Pirmasens - Evangelische Kirche der Pfalz, Neuer EKD-Ratsvorsitzender Schneider: Klar und verständlich von Gott sprechen, Christliches Medienmagazin pro, www.pro-medienmagazin.de)

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2010, Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender d. Evangelischen Kirche in Deutschland,
neben Edeltraud Glänzer (l.), Mitglied des Hauptvorstandes der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie,
Energie (IGBCE), u. Christiane Tietz, Professorin für Systematische Theologie Universität Mainz (dapd).

 


Der konservative, evangelikale Flügel des deutschen Protestantismus kommt an der Spitze der EKD [EKD - Evangelische Kirche in Deutschland] und auch in dessen Rat kaum vor. [...]

Zugleich zählt die neue Ratsvorsitzende [Oktober 2009 - Februar 2010 Dr. Margot Käßmann] ohne Zweifel zu den liberalen Kräften im deutschen Protestantismus - ebenso ihr Stellvertreter Nikolaus Schneider, Chef ("Präses") der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Göring-Eckardt [Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bündnis 90/Die Grünen]."

taz (28.10.2009, Käßmann ist EKD-Ratsvorsitzende. Nicht Päpstin – Moderatorin, www.taz.de)

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"Nach dem Rücktritt Margot Käßmanns [siehe oben] von allen ihren Ämtern am Mittwoch fällt es nun Schneider als ihrem Stellvertreter zu, die Evangelischen Kirche in Deutschland zu führen [...] Unter ihm dürfte die EKD politisch eher noch ein wenig nach links rücken."

Frankfurter Allgemeine Zeitung (25. Februar 2010, Im Porträt: Präses Nikolaus Schneider. Sozial und überzeugt, www.faz.net) 

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"Der neue Ratsvorsitzende [Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider] wird nicht wie Wolfgang Huber von der Kommandobrücke einen Kurs diktieren oder wie Margot Käßmann als Galionsfigur in der Sonne glänzen, sondern mit Beharrlichkeit vom Maschinenraum aus wirken.

Wie kaum ein anderer verkörpert Schneider den inneren Konsens in der EKD. [...]

Nötig ist nicht weniger als eine neue Säkularisierung des Evangeliums. Dafür müsste die Kirche es wagen, ihren Themenhaushalt gründlich zu durchlüften [...] Dem stehen freilich in der Kirche starke Beharrungskräfte entgegen, die solche Änderungen nicht wollen."

Frankfurter Allgemeine Zeitung (6. November 2010, Der Diskussion: Evangelische Kirche in Deutschland. Kraft und Lust zur Erneuerung? www.faz.net)

Diskussion


"Wer sich als Fundamentalist bezeichnet, sagt damit dem anderen: Ich verfüge über die Wahrheit und bin deshalb keinerlei Argumenten mehr zugänglich. Ich kann nur noch ausposaunen, aber nicht mehr in einen Dialog eintreten."

Dr. Christoph Morgner (Februar 2007, Theologe, 1989 - 2009 Präses des Evangelischen Gnadauer Gemein-schaftsverbands [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften], Theologischer Bericht des Präses 2007, Seite 22 u. 23, http://www.gnadauer.de/aktuell/pdf/2007_02_praesesbericht.pdf)

Diskussion


"Ich würde für mich nicht sagen ich bin Fundamentalist, und ich glaube ich kann das auch nicht für die Evangelische Allianz [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz] sagen.

Fundamentalisten sind Leute, die letzten Endes gesprächsunfähig sind. Die sagen, so wie ich das sehe, ist das richtig - und so wie du das siehst, ist es falsch. Und die auch sagen würden es gibt nur schwarz und weiß und ja und nein und nichts dazwischen."

Jürgen Werth (7. Oktober 2007, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), 1994 bis 2014 Direktor des Evangeliums-Rundfunks (ERF), Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)

Kommenta


"Die Fähigkeit zum Dialog mit Menschen, die von der eigenen Überzeugung abweichende oder ihr widersprechende Haltungen haben, geht verloren. [...] Fundamentalistische Haltungen entstehen ... wenn folgende Merkmale anzutreffen sind:

1.   Ein Zurück zur idealen Urzeit.

2. Ein nicht-symbolisches, wortwörtliches Verstehen und konkret-politisches Umsetzen heiliger Schriften.

3.  Ein dualistisches Weltbild. (Die Welt ist der Kampfplatz von „Gut“ und „Böse“, nur eine von beiden Mächten kann siegen. Grautöne und ein „sowohl - als auch“ gibt es nicht, die Werte sind „schwarz – weiß“, es heißt „entweder – oder“.)

4.  Eine allergische Abwehrhaltung gegenüber pluralistischen Einstellungen."

[vgl. die Koexistenz verschiedener Religionen,  http://de.wikipedia.org/wiki/Pluralismus]
[vgl.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pluralismus_%28Theologie%29]

Dr. Fritz R. Huth (Februar 2002, Theologe, Beauftragte für Weltanschauungsfragen der EKHN Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Arbeitshilfe Fundamentalismus. Herausgegeben vom „Zentrum Ökumene“ der EKHN)

Diskussion


"Manche dieser Gemeinden oder dieser Gruppen haben ihren Anfang in einer Kirchengemeinde, in einer evangelischen Kirchengemeinde. Ein Jugendkreis, der plötzlich eine Art Erweckung erlebt und auf einmal sagt, ja wir wollen jetzt aber Kirche so, wie sie im neuen Testament steht, ohne Wenn und Aber - diese Verlockung man könne ganz zurückgehen auf den Anfang.

Dieser Anfang ist sehr gut nachvollziehbar, aber sie kapseln sich dann ab innerhalb der Gemeinde und dann kommt irgendwann der Punkt, wie auch Herr Werth [Jürgen Werth, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz] gesagt hat, dass sie die Vielfalt nicht mehr ertragen, dass sie alles, was die Bibel anders sieht, als falsch betrachten und sich dann abkapseln."

Pfarrerin Annette Kick (7. Oktober 2007, Ev. Weltanschauungsbeauftragte der Württembergischen Landeskirche, Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)

Diskussion


"Im Anfang war die Vielfalt und die Vielfalt war bei Gott und Gott war die Vielfalt. Ohne die Vielfalt ist nichts gemacht, was gemacht ist.

Es begab sich aber, dass grantige alte ›rechtgläubige‹ Leute die Vielfalt einengten und sie schließlich ausgrenzten und als Häresie ablehnten. Doch in der Fülle der Zeit (die natürlich unsere Zeit ist) erstand die Vielfalt und zerschmetterte die Rechtgläubigkeit.

Und nun, die Vielfalt sei gebenedeit, als einz’ge Häresie bleibt – die Rechtgläubigkeit." [Humor]

Prof. Dr. Donald Arthur Carson (Emergentes Glaubensbekenntnis, Humor, gesehen auf theoblog.de am 9. September 2010)

Diskussion

 

Pluralismus (http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Pluralismus.png, Stand 9/2010)

 


"Wir als Christen können nicht beanspruchen, ihn, den Unbegreiflichen, zu begreifen, ihn den Unerforschlichen, erfasst zu haben. Wir sind auf dem Weg zur Wahrheit und das zusammen mit Millionen anderer Menschen - auch Muslime.

Am Ende werden nicht Christentum oder Islam stehen. Am Ende wird überhaupt keine Religion stehen. Am Ende wird er stehen, Gott, der alles in allem sein wird."  [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Geschäftsführer von "Leben mit Vision" (Rick Warren) in Deutschland Kai Sutrisno Scheunemann (8. September 2002, Diplom-Theologe, Im Halbmondschein, www.islam.de/2453.php)

Diskussion


"Ich kenne viele Leute, die an den Messias Jesus glauben, ganz gleich, welcher Religion sie angehören, weil sie an ihn glauben. Es geht um eine Beziehung, nicht um eine Religion."

Dr. Rick Warren (02.12.2005, CNN Interview: Larry King Live,
Quelle: http://transcripts.cnn.com/TRANSCRIPTS/0512/02/lkl.01.html
[Stand Februar 2007],
Aired December 2, 2005 - 21:00 ET)

Diskussion


"Rick Warren [siehe Beiträge] … gilt als einer der mächtigsten Theologen der Welt. Sein Buch "Leben mit Vision: Wozu um alles in der Welt lebe ich?", das eine sinnvolle christliche Lebensführung lehrt, ist mit einer Auflage von mehr als dreißig Millionen [Weltauflage 52 Millionen, Stand Januar 2010] eines der weltweit erfolgreichsten Sachbücher." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Berliner Zeitung (17. Januar 2009, Ein Segen für Obama, www.berlinonline.de)

Diskussion

 

Dr. Wolfgang Nestvogel, 2005-2010 Leiter d. Akademie f. Reformatorische Theologie

 


"Seit langem schon wird von Seiten bibelkritischer und „ökumenischer Theologie“ versucht, die Gegensätze zwischen Islam und christlichem Glauben zu verharmlosen und eine gemeinsame geistliche Wurzel der vermeintlich „Abrahamitischen Religionen“ zu behaupten. [...]

Seine dramatische Dimension erhält der Vorgang dadurch, dass inzwischen führende Evangelikale aus dem englischsprachigen Raum die „Christliche Antwort“ [www.yale.edu/faith/acw/acw.htm] unterstützen und sich mit ihrer Unterschrift dazu bekannt haben. ... u.a. ... John Stott, Bill Hybels [Willow Creek], Rick Warren [Leben mit Vision], George Verwer.

Auch maßgebliche Vertreter der Evangelischen Allianz haben die Erklärung inzwischen unterzeichnet:

Geoff Tunnicliffe (Internationaler Direktor der Weltallianz), Bertil Ekström (Exekutiv-Direktor der Missionskommission), William Taylor (Internationaler Botschafter der WEA [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz]). [...]

Darin bitten die Unterzeichner um Vergebung für das von Christen an Moslems geübte Unrecht – und zwar erbittet man diese Vergebung sowohl von „dem Allerbarmenden Einen“ (All-Merciful One) als auch der weltweiten muslimischen Gemeinschaft.

Zugleich wird die „tiefe Einsicht“ gelobt, mit der die muslimische Erklärung gemeinsame Grundlagen zwischen der muslimischen und der christlichen Gemeinschaft identifiziere. Diese gemeinsame Basis betreffe nicht nur Nebensächliches, sondern sogar „Fundamente des Glaubens“ (fundamentals of faith)." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Dr. Wolfgang Nestvogel (07.12.2007, 2005 - 2010 Leiter der Akademie für Reformatorische Theologie (ART) Hannover)

Diskussion


"Vor Jahren wäre das, was vom 8. bis 12. August 2007 in Toulouse stattfand, in der Tat noch undenkbar gewesen [...]

Religiöse Verkündiger müssten anerkennen, dass keine Religion ein »Monopol auf die Wahrheit« habe und es viele Wege zum Heil gebe. Wer so redet, ist sich des Heils wohl selbst nicht mehr gewiss. Kann so etwas die Weltallianz mittragen? [...]

Wenn der Ruf zu Glaube und Buße aufhört, wie dies ja gefordert wurde, und die Weltallianz [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz] dies mit trägt, dann gibt sie damit nicht allein ihr ursprüngliches Ziel auf, sondern trägt auch, was weit schlimmer ist, zum Unheil von Menschen bei, wenn sie nicht mehr laut und deutlich bekennt:

Jesus Christus ist der einzige Weg zum Heil; Christus allein."  [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ (Dezember 2007, Informationsbrief Nr. 245, Seite 28 f., http://de.wikipedia.org/wiki/Kein_anderes_Evangelium)

Diskussion


"Wer den neuen Stern am Horizont, Rick Warren, entdeckt, dem gehen Lichter auf.

Ein Stern, der strahlt vor biographischen Erfahrungsberichten in unkonventioneller Sprache.
Ein Stern, der glänzt durch Praxisnähe, orientiert am Mitarbeiter, an der Gesellschaft, an Trends und Tendenzen.
Ein Stern, der leuchtet durch praktische, nachvollziehbare, umsetzbare Tipps zu Gemeindeaufbau und zur Gemeindeleitung."

Dr. Jörg Knoblauch (1998, Unternehmer und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Gemeindeaufbau AGGA, Kirche mit Vision, Seite 14 - Stimmen zum Buch, Projektion J Verlag, Asslar 1998, ISBN 3928093096)

Diskussion


"Wer unter euch will groß werden, der soll euer Diener sein" (Mark. 10,43). Jesus hat alle Autorität in der Gemeinschaft an den brüderlichen Dienst gebunden. Echte geistliche Autorität gibt es nur, wo der Dienst des Hörens, Helfens, Tragens und Verkündigens erfüllt wird.

Jeder Personenkult, der sich auf bedeutende Eigenschaften, auf hervorragende Fähigkeiten, Kräfte, Begabungen eines Andern - und seien sie durchaus geistlicher Art - erstreckt, ist weltlich und hat in der christlichen Gemeinde keinen Raum, ja er vergiftet sie.

Das heute so oft gehörte Verlangen nach den „bischöflichen Gestalten", nach den „priesterlichen Menschen", nach „vollmächtigen Persönlichkeiten" entspringt oft genug dem geistlich kranken Bedürfnis nach Bewunderung von Menschen, nach Aufrichtung sichtbarer Menschenautorität, weil die echte Autorität des Dienstes zu gering erscheint.

Nichts widerspricht solchem Verlangen schärfer als das Neue Testament selbst in seiner Schilderung des Bischofs (1. Tim. 3,1 ff.). Hier ist nichts von dem Zauber menschlicher Begabungen, von den glänzenden Eigenschaften einer geistlichen Persönlichkeit zu finden. Der Bischof ist der schlichte, in Glauben und Leben gesunde treue Mann, der seinen Dienst an der Gemeinde recht versieht. Seine Autorität liegt in der Ausrichtung seines Dienstes.

Am Menschen selbst ist nichts zu bewundern. Die Sucht nach unechter Autorität will zuletzt doch wieder irgendeine Unmittelbarkeit, eine Menschenbindung in der Kirche aufrichten. Echte Autorität weiß, dass alle Unmittelbarkeit gerade in Sachen der Autorität unheilvoll ist, dass sie nur im Dienste dessen bestehen kann, der allein Autorität hat. Echte Autorität weiß sich im strengsten Sinne gebunden an das Wort Jesu: „Einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder" (Matth. 23,8).

Die Gemeinde braucht nicht glänzende Persönlichkeiten, sondern treue Diener Jesu und der Brüder. Es fehlt ihr auch nicht an jenen, sondern an diesen.

Die Gemeinde wird ihr Vertrauen nur dem schlichten Diener des Wortes Jesu schenken, weil sie weiß, dass sie hier nicht nach Menschenweisheit und Menschendünkel, sondern mit dem Worte des guten Hirten geleitet wird. Die geistliche Vertrauensfrage, die mit der Autoritätsfrage in so engem Zusammenhang steht, entscheidet sich an der Treue, mit der einer im Dienste Jesu Christi steht, niemals aber an den außerordentlichen Gaben, über die er verfügt.
Seelsorgerliche Autorität kann nur der Diener Jesu finden, der keine eigene Autorität sucht, der selbst unter die Autorität des Wortes gebeugt ein Bruder unter Brüdern ist."

Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer (
September 1938, Gemeinsames Leben, 28. Aufl./ Juli 2006, Seite 91+92, ISBN: 978-3579071312)

Diskussion


"Ich würde vorschlagen, dass sie einen bestimmten Slogan, der sich auf ihren Dienst anwenden lässt, formulieren … Die Macht eines Slogans ist sehr wichtig.

Menschen erinnern sich nicht an Ansprachen, und sie erinnern sich nicht an Predigten. Sie erinnern sich an Phrasen. Sie müssen Phrasen haben, die kurz und bündig in ein paar wenigen Worten zusammenfassen, was sie versuchen zu erreichen, damit die Menschen es begreifen können …

Hier in der Saddleback Kirche haben wir Duzende dieser Slogans: "Jedes Mitglied ein Diener". Das ist eine kurze, aus vier Wörtern bestehende Aussage, die zusammenfasst, was wir hinsichtlich des Dienstes der Laien für richtig erachten.

"Pastoren sind die Administratoren, die Menschen sind die Diener."

Dr. Rick Warren (13.11.2006, Leadership Network [www.leadnet.org] Ministry Tool-Box [d.h. Handwerkszeug für den Dienst], zitiert nach: Was will Rick Warren wirklich? Das Konzept hinter dem Konzept, Dr. Martin Erdmann, Historiker, Riehen/Schweiz)

Diskussion


"Die Anforderungen an die Mitglieder unserer Gemeinde [Saddleback/Kalifornien, Gemeindeleiter Dr. Rick Warren] so hoch, dass die meisten unserer Kritiker gar nicht Mitglied werden könnten, weil sie die Verpflichtungen nicht unterschreiben könnten […]

Suchen Sie sich 500 unserer Mitglieder heraus, und vergleichen Sie deren geistliche Reife mit der geistlichen Reife von 500 Mitgliedern irgendeiner anderen Gemeinde der Welt - und ich bin überzeugt: Unsere Leute sind reifer!"

Dr. Rick Warren (8. November 2006, ideaSpektrum Nr. 45/2006, S. 17)

Diskussion

 

Erwin R. McManus, http://erwinmcmanus.com

 


"Mein Ziel ist nicht, dass alle an meine Vision glauben sollen. Mein Ziel ist eine visionäre Gemeinschaft, in der jeder - auch jeder Neuling - wilde, überdimensionale Träume und Visionen hat."

Erwin R. McManus (September 2005, Go wild! Schluss mit dem braven Christsein, Seite 75, ISBN: 3417244846)

Diskussion


"
Wer seinen Traum von einer christlichen Gemeinschaft mehr liebt als die christliche Gemeinschaft selbst, der wird zum Zerstörer jeder christlichen Gemeinschaft, und ob er es persönlich noch so ehrlich, noch so ernsthaft und hingebend meinte. Gott hasst die Träumerei; denn sie macht stolz und anspruchsvoll. [...]

Er tut, als habe er erst die christliche Gemeinschaft zu schaffen, als solle sein Traumbild die Menschen verbinden."

Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer (September 1938, Gemeinsames Leben, 28. Aufl./ Juli 2006, Seite 24, ISBN: 3579071319)

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"Der Künstler im geistlichen Leiter malt ein Bild von einer idealen Welt - seine Vorstellung davon, wie die neue Kultur aussehen sollte. Solche Leiter nutzen ganz unterschiedliche Begabungen, um ein solches Bild zu schaffen. Sie formen Metaphern durch Worte. Sie motivieren durch eine bezwingende Vision die Fantasie. Sie inspirieren Menschen dazu, an die Umsetzbarkeit des Ideals zu glauben." (Seite 187)

"Wenn Sie eine Gemeinde länger als fünf Jahre geleitet haben, spiegelt die Gemeinde ziemlich wahrscheinlich wider, wer Sie sind. Wenn Sie die Stellung des Leiters haben und das Ethos der Gemeinschaft nicht Ihre Kernwerte spiegelt, dann sind möglicherweise gar nicht Sie der Leiter, sondern jemand anderer." (Seite 191)

"Die Qualität eines Leiters zeigt sich in den Maßstäben, die er sich selbst setzt." (Zitat auf Seite 197, nach Ray Kroc)

Erwin R. McManus (November 2005, Eine unaufhaltsame Kraft. Gemeinde, die die Welt verändert, Vorwort: Dr. Rick Warren, ISBN 3865910572)

Diskussion


"Wachsende Gemeinden erfordern wachsende Leiter. Dieses Buch [siehe Beitrag oben: Erwin McManus, Eine unaufhaltsame Kraft. Gemeinde, die die Welt verändert] wird Ihnen auf dem Weg behilflich sein."

Dr. Rick Warren (November 2005, Vorwort von Rick Warren für Erwin R. McManus: "Eine unaufhaltsame Kraft. Gemeinde, die die Welt verändert", Seite 14, ISBN 3865910572)

Diskussion

 

Erwin McManus, Senior Pastor, Mosaic Church, Los Angeles, 2010, http://mosaic.org

 


"Erwin McManus ist Hauptpastor der Mosaik Church in Los Angeles in Kalifornien. Mosaik entstand als spiritueller Angelpunkt für die zukünftige Kirche.
Als Gründer von Awaken arbeitet Erwin mit einem Team von Träumern und Pionieren zusammen, die sich spezialisiert haben auf dem Gebiet, der Förderung und Freisetzung von persönlicher Kreativität."

www.newleaders.ch (November 2006, http://www.newleaders.ch/upload/kongressjournal_nl2006.pdf, Seite 3)

[Erwin McManus, Hauptreferent Jugendleiterkongress newleaders am 18. & 19. November 2006 auf St. Chrischona Schweiz]

Diskussion


"Mein Ziel ist es, das Christentum als eine Weltreligion zu zerstören und als ein Katalysator zu wirken für die Bewegung von Jesus Christus.

Manche Leute regen sich über mich auf, weil es so klingt, als sei ich antichristlich. Ich denke, sie könnten recht haben."

["My goal is to destroy Christianity as a world religion and be a recatalyst for the movement of Jesus Christ. Some people are upset with me because it sounds like I’m anti-Christian. I think they might be right."]

Erwin R. McManus (März 2005, Interview mit dem Christian Examiner,
Quelle: http://www.christianexaminer.com/Articles/Articles Mar05/Art_Mar05_09.html)

Diskussion


"Das [Willow Creek,  US-amerikanische Kirchengemeinde ohne denominationelle Zugehörigkeit in South Barrington, Illinois bei Chicago.] ist eine amerikanische Religionsfirma, privat organisiert mit drei bis vier Theologen und über 100 PsychologInnen und SozialarbeiterInnen. Das ist Amerikanismus pur. [...]
Was sie als Ersatz anbieten, sieht manchmal so aus wie ein entschiedener christlicher Bibel-Fundamentalismus. Aber er ist nicht einmal mehr das. Er tut nur „biblisch“. [...]

Wie viele Funktionsträger im Raum der Kirche helfen nun schon bei dieser Amerikanisierung auch unserer kirchlichen Verhältnisse – völlig unkritisch mit?
Wie viele unterstützen ohne nachzudenken die evangelikalen „World Changers“ (so nennen sie sich selbst), nur weil sie eben auch ein bisschen „Erfolg“ haben wollen? Es wird Zeit, aufzuwachen und mit einem entschlossenen „quod non“ die protestantische Identität zu bewahren, die es sehr wohl wert ist bewahrt zu werden."

Dr. Richard Ziegert (2006, Theologe, bis 2011 Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche der Pfalz, 1. Abschnitt: 14. Oktober 2006, "Politik der Götter, Europa und der neue Fundamentalismus" OK [Offene Kirche] Mitgliederversammlung, Stuttgarter Erlöserkirche. 2. Abschnitt: 2006, "Das protestantische Schisma", Pfälzisches Pfarrerblatt)

Diskussion


"Unsere Kirchenwelt wurde immer schwärzer gemalt und die Allianz [Evangelische Allianz] errichtete systematisch eine Parallelorganisation nach der anderen gegen die vorhandenen Kirchenstrukturen. [...]

Die Behauptung der Einheit und das rituell-feierliche Beschwören ihrer »Visionen« überspielt die großen internen Differenzen ... Immer deutlicher betont die »Allianz« ihre eigene »kirchliche« Rolle auch in der Öffentlichkeit. [...]

95–98% des Mitgliederzuwachses der neoevangelikalen Gruppen und Gemeinden sind nur Transfergewinne aus Landeskirchen und vor allem – und dort inzwischen besonders schmerzlich – aus den traditionellen Freikirchen und dem immer weiter abmagernden Gnadauer Verband [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften].

Das Schlimme daran ist für uns, dass die von uns oft selbst zugelassene Abwerbung nicht kirchliche Randsiedler betrifft, sondern unsere Kerngemeinde und uns nach jeder neuen Aktion irgendwo wieder wichtige Mitarbeiter fehlen."

Pfarrer Dr. Richard Ziegert (2003, bis 2011 Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche der Pfalz, Deutsches Pfarrerblatt, Nr. 6/ Juni 2003; S.291ff, Die EKD-Kirchen angesichts der Globalisierung)

Diskussion


"Ich stehe gerade jetzt voller Zuversicht vor Euch und sage Euch, dass Gott Euch gebrauchen wird, um die Welt zu verändern. […]
Ich sehe ein Stadium voller Leute, die Gott sagen, dass sie alles tun werden, was erforderlich ist, um Gottes Reich auf Erden aufzurichten, so wie es im Himmel ist. [...]

Unser Ziel ist es, eine Milliarde Fußsoldaten des Reiches Gottes einzuberufen, die dauerhaft das Gesicht der Weltmission verändern werden"

Dr. Rick Warren (17. April 2005, assistnews.net, www.assistnews.net/Stories/s05040087.htm)

Diskussion

 

Dr. John MacArthur

 


"Der Sturmangriff der „Emerging Church“ ["Die sich entwickelnde Kirche", http://de.wikipedia.org/wiki/ Emerging_Church] gegen die unmissverständliche Klarheit der Schrift, ist der gefährlichste Angriff den ich je gesehen habe. ... Wenn du bis heute noch nichts von der „Emerging Church“ gehört hast, dann wirst du es bestimmt in der Zukunft noch tun. [...]

Während die Christen aus Beröa (Apg 17,11) jede Lehre anhand der Schrift, dem einzig verbindlichen und zuverlässigen Maßstab, beurteilten, betrachten Anhänger der „Emerging Church“ Gottes Wort als zu mystisch, als dass man darin verbindliche Wahrheiten erkennen könnte. In ihren Augen gibt es keine allgemeingültige Wahrheit."

Dr. John MacArthur (02. Mai 2007, EMERGING CHURCH. Wie soll man auf die stetig wachsende „Emerging Church“ reagieren?, http://en.wikipedia.org/wiki/John_F._MacArthur)

Diskussion


"Ich muss hinzufügen, dass ich nicht der Auffassung bin, Jünger machen sei gleichbedeutend damit, jemanden an die christliche Religion zu binden.

Es mag unter vielen (nicht allen!) Umständen ratsam sein, Menschen zu helfen, Nachfolger Jesu zu werden und  sie dabei in ihrem buddhistischen, hinduistischen oder jüdischen Kontext zu belassen."

Dr. Brian McLaren (Februar 2006,  A Generous Orthodoxy: 293, Das TIME Magazine (US) zählt Dr. Brian McLaren zu den "25 einflussreichsten Evangelikalen Amerikas"
http://de.wikipedia.org/wiki/Emerging_Church)

Diskussion


"Ich kenne zufällig Leute, die Nachfolger Christi in anderen Religionen sind"

Dr. Rick Warren (Juli 2005, Aspen Ideas Festival 2005 July 5-10, http://www.aspeninstitute.org, zitiert nach: „Leben mit Vision“ und „Willow Creek“-Welle: Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung?, Rudolf Ebertshäuser, Dezember 2006, freier Verlagslektor, 1995 – 2003 Mitarbeit an der Revision der Schlachter-Bibel, Leonberg bei Stuttgart)

Diskussion


"Die Abgrenzung zum Fundamentalismus ist ganz klar da, wo Menschen ihre eigene Überzeugung für allein selig machend halten und nicht in der Lage sind, andere Überzeugungen stehen zu lassen."

Präses Dr. Michael Diener (07. September 2010, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, 2005 - 2009 Dekan d. Protestantischen Dekanat Pirmasens - Evangelische Kirche der Pfalz, Präses Diener: "Ich liebe meine Gemeinschaftsbewegung und meine Kirche", www.pro-medienmagazin.de)

Diskussion


"Es sind aber gerade die Frommen unter den Bibelkritikern, die am Ende selbst jene für die Bibelkritik einnehmen, die ihr zunächst - aus gutem biblischem Grund - widerstehen."

Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1998, Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie wissenschaftlich ist die wissenschaftliche Theologie?")

Diskussion


"Oft sind es die Freunde der Fundamentalisten, die am ehesten Einfluss auf sie haben." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Prof. Dr. Thomas Schirrmacher (15. Januar 2010, Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Fundamentalismus: Wenn Religion zur Gefahr wird, Scm Hänssler, ISBN 9783775152037, S.71)

Diskussion


"Diplomatie ist die Kunst, einen Hund so lange zu streicheln, bis Maulkorb und Leine fertig sind."

(Stand Juli 2010, http://de.wikipedia.org/wiki/Diplomatie)

Diskussion


"Wir müssen aufpassen, dass wir nicht - von bequemer Freiheit verwöhnt - selbst die Schere im Kopf betätigen und uns aus Feigheit den Mund verbieten."

Pfarrer Ulrich Parzany (13.02.2008, Theologe, Leiter und Redner von ProChrist e.V., 1984 - 2005 Generalsekretär des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland, 1987 - 2005 Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, 2002 - 2005 Leiter Lausanner Bewegung Deutschland, Steht auf, wenn ihr Christen seid. ideaSpektrum 7/2008, Seite 17, http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Parzany)

Diskussion

 

Christ

Thomas Plaßmann, Dann bis nächsten Sonntag! Herder, 2001, ISBN 9783451276316

 


"Ein weiteres ERF-Netzangebot ist das Frage-und-Antwort-Portal www.nikodemus.net [...] Der ERF-Direktor Jürgen Werth distanzierte sich auf Nachfrage von dieser Seite und ließ sie entfernen." [Kontext: Christlich-fundamentalistische Inhalte auf Nikodemus.net]

Oda Lambrecht u. Christian Baars (6. März 2009, ARD-Journalisten, Mission Gottesreich. Fundamentalistische Christen in Deutschland. Ch. Links Verlag, Berlin 2009, S. 176 f.)

Diskussion


"ERF Online [Dr. Jörg Dechert, Leitung ERF Online] hat am 1. Oktober 2008 Nikodemus.net mit einem Antworten-Archiv von 780 Artikeln von der Christlichen InterNet-Arbeitsgemeinschaft e.V. (CINA) übernommen und am 2. März 2010 abgeschaltet (bzw. durch www.mehrglauben.de ersetzt). Es gibt keine Möglichkeit mehr, das Antworten-Archiv aufzurufen.

Inzwischen geht Evangeliums-Rundfunk Medien e. V. (ERF) auch rechtlich gegen Webseiten vor, die Inhalte des abgeschalteten Antworten-Archivs von Nikodemus.net noch verbreiten (Abmahnkosten 899,40 Euro)."

(3. Dezember 2010)

Diskussion


"Strafbewehrte Unterlassungs- und Verpflichtungsverklärung" [3. September 2010, ERF]

[…] [betreffende Personen] "verpflichten sich gegenüber dem ERF Medien e.V., vertreten durch seinen Vorstand
[1994 bis 2014 Vorstandsvorsitzender ERF Jürgen Werth u. 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz - DEA], Berliner Ring 62, 35576 Wetzlar, - nachstehend ERF genannt -


1. es bei Meidung einer Vertragsstrafe in Höhe von EUR 5.100,00 (in Worten EURO fünftausendeinhundert) für jeden Fall einer Zuwiderhandlung, zu unterlassen, das zwischenzeitlich beendete Online-Angebot „www.nikodemus.net" ganz oder in Teilen und/oder die in ANLAGE D [ANLAGE D: Dr. Jörg Dechert: 43 Artikel, Joachim Bär: 15 Artikel, Deborah Vaßen: 12 Artikel, Jochen Werth: 4 Artikel] aufgeführten Sprachwerke ohne die erforderliche Zustimmung des ERF im Internet Dritten verfügbar zu machen und/oder verfügbar machen zu lassen.

2. dem ERF die ihm aus der Inanspruchnahme des Rechtsanwalts Frank Schilling [Dozent für die Christliche Medienakademie, Arbeitsbereich des Christlichen Medienverbundes KEP e.V.] gemäß Kostennote (ANLAGE C) entstandenen Kosten in Höhe von EUR 899,40 zu erstatten."

Vorstand ERF Medien e.V. / Rechtsanwalt Frank Schilling (3. September 2010, Strafbewehrte Unterlassungs- und Verpflichtungsverklärung bezüglich der abgeschalteten Webseite www.nikodemus.net)

Diskussion

 

fluter, Juli 2012, Hrsg.: bpb, fluter Nr.43, Hoi Polloi, S. 50

 


"Gerne können Sie die von mir verfassten Artikel wieder online stellen. Auch mich schmerzte das AUS von Nikodemus.net [...] Es würde mich persönlich sehr freuen wenn alle Artikel und Fragen wieder online wären und wenn so ein Portal zum Fragenstellen wieder aktiv wäre." (Autor von Nikodemus.net, 24.August 2010)

"Gerne gebe ich mein Einverständnis zur Weiterverwendung meiner Artikel, zu denen ich ja nach wie vor stehe. Ich lege keinen Wert darauf, dass mein Name genannt wird." (Autor von Nikodemus.net, 24.August 2010)

Exemplarisch Veröffentlichungsrechte von Autoren von Nikodemus.net (24. August 2010)

Diskussion


"Es ist sinnlos, wenn Sie versuchen die Autoren der ehemaligen Nikodemus.Net-Artikel wegen der Erteilung von Veröffentlichungsrechten anzuschreiben. Die Veröffentlichungsrechte für diese Inhalte liegen beim ERF."

Dr. Jörg Dechert (24. August 2010, Leitung ERF Online, seit Oktober 2014 Vorstandsvorsitzenden von ERF Medien, Evangeliums-Rundfunk Medien e.V., www.erf.de/online, www.pixelpastor.com
)

Diskussion

 

Dr. Jörg Dechert (7.3.2014, www.idea.de)
Seit Oktober 2014 Vorstandsvorsitzenden von ERF Medien.

 


"Grundsätzlich ist auch eine strafrechtliche Verfolgung möglich (§ 106 UrhG) [Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren], wenn die Nutzung der unautorisierten Werke, wie dies vorliegend wohl der Fall [Nikodemus.net] ist, vorsätzlich geschieht."

Justiziarin ERF Medien e.V. Gudrun Weber (26. August 2010, ERF Medien e.V., www.erf.de)

Diskussion


"Jesus geht immer liebevoll und geduldig mit uns um - wir sollen das auch tun."

Dr. Jörg Dechert (2002, Leitung ERF Online, seit Oktober 2014 Vorstandsvorsitzenden von ERF Medien, Tasc
henbuch Nikodemus.Net, Oncken Verlag Wuppertal und Kassel, Aufl. 2002, Seite 108, Evangeliums-Rundfunk Medien e.V., www.erf.de/online, www.pixelpastor.com)

Diskussion


"Jeder, der sich zu ihm hält, der sich nach ihm „Christ“ nennt, nimmt nun Maß an diesem Jesus Christus. Wie hat er gelebt? Wie ist er mit Menschen umgegangen?

Nie hat er einen übervorteilt. Immer hatte er den Vorteil des anderen im Blick, selbst wenn er hart mit ihm oder mit ihr ins Gericht gehen musste. Und am Ende ließ er sich selber buchstäblich übervorteilen, ließ sich aufs Kreuz legen, damit die Menschen für alle Zeit den Vorteil des ewigen Lebens ergreifen können.

Diesen Jesus will ich hineinlassen in meinen Alltag immer wieder. Ich will ihn auch hineinlassen in meine Geschäfte. Wie gut, dass er sich darauf einlässt."

Jürgen Werth (22.07.2009, 1994 bis 2014 Direktor des Evangeliums-Rundfunks - ERF, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz - DEA, Wort zum Tag, ERF Radio, www.erf.de)

Diskussion


"Unser Land braucht viel Evangelium in den Medien. […] Wir wollen noch kreativer und einfühlsamer werden. Und liebevoller […] Wer die Menschen nicht liebt, kann das Evangelium nicht weitergeben."

Jürgen Werth (14. Juni 2011, 1994 bis 2014 Direktor des Evangeliums-Rundfunks - ERF, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz - DEA, Werth: "Wir müssen eindeutig sagen, wofür wir stehen", Interview mit Jürgen Werth in: Christliches Medienmagazin pro 3/2011, www.pro-medienmagazin.de)

Diskussion


"Wer fragt, will mehr wissen und weiterkommen. Nikodemus.Net bietet heute eine hervorragende Möglichkeit, auch über das Internet Fragen zu stellen. Und dumme Antworten gibt es bei Nikodemus.Net auch nicht."


Pfarrer Ulrich Parzany (2002, Theologe,
Leiter und Redner von ProChrist e.V., 1984 - 2005 Generalsekretär des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland, 1987 - 2005 Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, 2002 - 2005 Leiter Lausanner Bewegung Deutschland, Taschenbuch Nikodemus.Net, Oncken Verlag Wuppertal und Kassel, Aufl. 2002, Seite 5, http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Parzany)

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"Das Team von nikodemus.net hat eine neues Angebot gestartet. Unter der Schirmherrschaft von Ulrich Parzany können sich Kleingruppen und Hauskreise aller Altersgruppen vom 3.-31. Oktober 2006 in Disziplinen wie Bibelwissen, Kreatives Texten oder diakonisch-missionarische Aktion messen. Weitere Infos gibt es unter nikodemus.net"

nikodemus.net (6. September 2006, www.nikodemus.net/olympiade)

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Pfarrer Ulrich Parzany (links) und Bundestagsabgeordneter Volker Beck, 2008, idea.de

 


Die Rettungsstation

"An einer gefährlichen Küste, die schon vielen Schiffen zum Verhängnis geworden war, befand sich vor Zeiten sine kleine, armselige Rettungsstation. Das Gebäude war nicht mehr als eine Hütte, und dazu gehörte nur ein einziges Boot; aber die Handvoll Freiwilliger versah unentwegt ihren Wachdienst und wagte sich tags wie nachts unermüdlich und ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben hinaus, um Schiffbrüchige zu bergen.

Dank diesem kleinen Stützpunkt wurden so viele Menschen gerettet, dass er bald überall bekannt wurde. Viele der Erretteten und andere Leute aus der Umgebung waren nun auch gern bereit, Zeit, Geld und Energie zu opfern, um die Station zu unterstützen. Man kaufte neue Boote und schulte neue Mannschaften. Die kleine Station wuchs und gedieh. Vielen Gönnern dieser Rettungsstation gefiel das ärmliche und schlecht ausgerüstete Gebäude nicht mehr.


Die Geretteten benötigten doch einen etwas komfortableren Ort als erste Zuflucht. Deshalb wurden die provisorischen Lagerstätten durch richtige Betten ersetzt und das erweiterte Gebäude mit besserem Mobiliar ausgestattet. Doch damit erfreute sich die Seerettungsstation bei den Männern zunehmender Beliebtheit als Aufenthaltsort; sie richteten sie sich noch gemütlicher ein, da sie ihnen als eine Art Clubhaus diente.

Immer weniger Freiwillige waren bereit, mit auf Bergungsfahrt zu gehen. Also heuerte man für die Rettungsboote eine eigene Besatzung an. Immerhin schmückte das Wappen des Seenotdienstes noch überall die Räume, und von der Decke des Zimmers, in dem gewöhnlich der Einstand eines neuen Clubmitgliedes gefeiert wurde, hing das Modell eines großen Rettungsbootes.


Etwa zu dieser Zeit scheiterte vor der Küste ein großes Schiff, und die angeheuerten Seeleute kehrten mit ganzen Bootsladungen frierender, durchnässter und halbertrunkener Menschen zurück. Unter den schmutzigen und erschöpften Schiffbrüchigen befanden sich Schwarze und Orientalen.

In dem schönen Clubhaus herrschte das Chaos. Das Verwaltungskomitee ließ deshalb gleich danach Duschkabinen im Freien errichten, damit man die Schiffbrüchigen vor Betreten des Clubhauses gründlich säubern könne.


Bei der nächsten Versammlung gab es eine Auseinandersetzung unter den Mitgliedern. Die meisten wollten den Rettungsdienst einstellen, da er unangenehm und dem normalen Clubbetrieb hinderlich sei. Einige jedoch vertraten den Standpunkt, dass Lebensrettung die vorrangige Aufgabe sei und dass man sich ja schließlich auch noch als „Lebensrettungsstation" bezeichnete. Sie wurden schnell überstimmt.

Man ließ sie wissen, dass sie, wenn ihnen das Leben all dieser angetriebenen schiffbrüchigen Typen so wichtig sei, ja woanders ihre eigene Rettungsstation aufmachen könnten. Das taten sie dann auch.


Die Jahre gingen dahin, und die neue Station wandelte sich genauso wie die erste. Sie wurde zu einem Clubhaus, und so kam es zur Gründung gar einer dritten Rettungsstation. Doch auch hier wiederholte sich die alte Geschichte.

Wenn man heute diese Küste besucht, findet man längs der Uferstraße eine beträchtliche Reihe exklusiver Clubs. Immer noch ist die Küste gefährlich; immer noch wird sie vielen Schiffen zum Verhängnis; nur - die meisten der Schiffbrüchigen ertrinken." (Unbekannter Verfasser)

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"Das Heil liegt also offensichtlich nicht in der Gründung neuer Kirchen, sondern darin, in der Kirche, in der man sich befindet, sich eindeutig und allein an der Bibel zu orientieren und sich gleichzeitig glaubwürdig zu Jesus Christus zu bekennen und entsprechend zu leben."

Pfarrer Hansfrieder Hellenschmidt (2002, Vorsitzender der Bekenntnisbewegung "Kein anderes Evangelium", www.idea.de - 23.06.2002)

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"Sollten aber in einer Gemeinde, bibeltreue Überzeugungen als „fundamentalistisch” bzw. „sektiererisch” vom Pfarramt abgelehnt und alle Versuche, eine geistliche Kurskorrektur zu bewirken, zurückgewiesen werden, haben Gemeindeglieder nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, eine solche Gemeinde zu verlassen und sich an anderer Stelle geistlich versorgen zu lassen.

Eine Gemeinde sollte - im Bilde gesprochen - ein Ort sein, an dem man Kraft für den Alltag tanken kann und nicht ein TÜV, auf dem Sonntag für Sonntag die Leidensstärke der Gläubigen geprüft wird."  [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Pfarrer Jens Motschmann (Juni 2007, seit 1987 Pastor der Ev. St. Martini-Gemeinde in Bremen, stellvertretender Vorsitzender des Gemeindehilfsbundes, In welche Gemeinde soll ich gehen?, www.sankt-martini.de)

[Die Ev. St. Martini-Gemeinde in Bremen ist Teil d. Bremischen Evangelische Kirche BEK. Die BEK ist eine von 23 Gliedkirchen (Landeskirchen) der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD]

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"Sollte der HERR Jesus Christus es schenken, dass ... noch einmal eine bibeltreue Allianz für Deutschland entsteht, dann wird es nicht um den Aufbau menschlicher Machtpositionen gehen, sondern um ein Sammeln der Herde Jesu Christi (Apg 20,28). Viele Glaubensgeschwister in unserem Land warten und hoffen darauf." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Dr. theol. Wolfgang Nestvogel (7. April 2010, Theologe, 2005 - 2010 Rektor der Akademie für Reformatorische Theologie (ART) Hannover, Eine neue Allianz? In: Gefährliche Stille: Wie die Mystik die Evangelikalen erobern will, CLV Verlag: Christliche Literaturverbreitung Bielefeld; Auflage April 2010, ISBN 9783866992269, Seite 95 – 96, www.clv-server.de/pdf/256226.pdf)

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"Es gibt in unserem Lande geistlich total versteppte Gebiete […] Da sollten dann getrost und fröhlich kirchliche Grenzen überschritten und Gemeinschaft der Gläubigen gelebt werden. Ja, auch in der anderen Richtung: von einer verkarsteten bibelkritischen Freikirche hin zu einer bibeltreuen, missionarischen landeskirchlichen Gemeinde."  [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Pfarrer Dr. Wilfried Reuter (04.07.2007, Theologe, ideaSpektrum Nr. 27/2007, Seite 5)

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"Wenn mich die Verzweiflung an der Kirche überflutet, dann tröstet mich ein Wort, ein Wort der Bibel, ein gewaltiges Wort. Und mit diesem Wort grüße ich euch, meine Freunde: So spricht der Herr: Ich will mich meiner Herde selbst annehmen." [Hesekiel 34, 11]

Pfarrer Wilhelm Busch (1966, Dortmund, Bekenntnistag in Dortmund d. Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, 1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer - Essen, http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer)

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"Die Faszination, die von der historisch-kritischen Theologie ausgeht, und der leider auch viele Evangelikale mehr oder weniger erlegen sind, beruht auf ihrem Anspruch der Wissenschaftlichkeit.

Man hält es für nötig, die wissenschaftlichen Ergebnisse zu respektieren und durchschaut nicht, dass diese »Ergebnisse« häufig nichts Anderes sind als unbewiesene Hypothesen, die vollmundig als Fakten ausgegeben werden, sobald sie eine breitere Zustimmung gefunden haben."

Prof. Dr. Eta Linnemann (1998, Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie wissenschaftlich ist die wissenschaftliche Theologie?")

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"Der Weg zur Bibeltreue geht durch die enge Pforte, durch Bekehrung und Buße als Umkehr zu Jesus als Heiland und Herrn.

Dazu gehört auch die Bekehrung des Denkens ... und das schließt für solche, die unter den Einfluss der historisch-kritischen Theologie geraten waren, eine Absage in Jesu Namen ein, denn diese Theologie ist ein okkultes [lat. occultus, was Wissen um Verborgenes] Phänomen."

Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1998, Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie wissenschaftlich ist die wissenschaftliche Theologie?")

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"Zu welchen Skurrilitäten fundamentalistische Schriftauffassung führen kann (!, nicht muss, und auch nicht allein sie führt!), zeigt sich immer wieder in den ausdrücklich auch von Thomas Schirrmacher [Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz] kritisch bewerteten Arbeiten der sich trotz ihrer Konversion in ihrer Radikalität treu gebliebenen Theologin Eta Linnemann [siehe oben]." [Prof. Dr. Eta Linnemann war vormals eine radikale Vertreterin der historisch-kritischen Theologie]

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (Dezember 2001, 1996 – 2005 Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, 2007 CTL-Dekan [Chrischona Tabor Liebenzell], Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Gemeinsame Liebe. Wie Evangelikale die Autorität der Bibel bestimmen, Seite 58)

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"Fundamentalismus und christliches Pfingstlertum werden zu neuen erfolgreichen Methoden und Strategien, wie man in den USA der im 19. Jahrhundert kirchlich immer einflussreicher gewordenen „deutschen“ Bibelkritik wie auch dem sich in der Mentalität und vor allem in den Schulbüchern sich durchsetzenden Darwinismus mit seiner Evolutionslehre sehr gut ausweichen kann."

Dr. Richard Ziegert (2006, Theologe, bis 2011 Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche der Pfalz, "Das protestantische Schisma" [Schisma: griechisch - abspalten, vgl. Kirchenspaltung], Pfälzisches Pfarrerblatt 2006)

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"Die historisch-kritische Methode wurde schon oft totgesagt oder zu einem angeblich „deutschen“ Sonderweg des akademischen Umgangs mit der Bibel erklärt.

Dies entspricht nicht der Wirklichkeit. So stehen etwa die historisch-kritischen Arbeiten an angloamerikanischen Unis denen in Deutschland in nichts nach und übertreffen sie quantitativ sogar.

Es zeugt von Naivität und Unkenntnis, wenn Hetty Lalleman vom Spurgeon's College (London) Gott und das Vertrauen in die biblischen Autoren zum Gegenstand oder zur Voraussetzung der Bibelwissenschaft erklären möchte. […] ohne sie würde das heutige Christentum dem radikalen Islamismus verdächtig ähneln."

Prof. Dr. Kim Strübind (15.09.2010, Baptistischer Theologe, Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Lehrstuhlverwalter für Altes Testament und Hebräisch, Baptistischer Theologieprofessor: Die historisch-kritische Methode lebt!, Idea Spektrum 37.2010, Seite 43)

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"Die protestantische Bibelwissenschaft ist stolz darauf, dass sie „historisch-kritisch" ist. Umgekehrt sehen viele Evangelikale und Pietisten sowie Fundamentalisten in „der historisch-kritischen Methode" die Verkörperung des Bösen schlechthin. Man dürfe die Bibel nicht „historisch-kritisch" auslegen. […]

"Die Bibel ist das Wort Gottes." Genau genommen und provokativ formuliert ist das ein bibelkritischer Satz. Denn hier fällt ja jemand ein (logisches) Urteil über die Bibel [...] Ein solches Urteil über die Qualität der Bibel wäre nur dem möglich, der über der Bibel steht und der die Kompetenz hätte, sie einzuschätzen. [...]

Im Rahmen einer Hermeneutik der Demut muss es ein Anliegen sein, wenn möglich alle Reste eines cartesianischen Urteilsstandpunktes auszumerzen und den, der die Bibel glaubend, vertrauend und hoffend liest, konsequent in die richtige Haltung zu ihr zu bringen." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (2004, Theologe, 1996 – 2005 Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, 2007 CTL-Dekan [Chrischona Tabor Liebenzell], Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr, S. 74-76)

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"Wer sind wohl die »schwarzen Schafe«? ... Die, die noch nicht auf Linie sind?"

Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ (Dezember 2007, Informationsbrief Nr. 245, Seite 28 f., http://de.wikipedia.org/wiki/Kein_anderes_Evangelium)

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"Je mehr die Strömung der Bibelkritik auch in gemäßigter Form sich vergrößert, umso mehr werden die Bibeltreuen zu unmöglichen Außenseitern gestempelt werden."

Prof. Dr. Samuel R. Külling (Ende der 1960er Jahre, Theologe, Gründer und erster Rektor der STH,  Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel)

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"Weitgehend unbemerkt von der evangelikalen und kirchlichen Öffentlichkeit nimmt seit einigen Jahren eine Bewegung Konturen an, die reichlich Anlass zum Nachdenken gibt, weil sie ein bezeichnendes Licht auf die kirchliche Gesamtsituation in unsrem Lande wirft. Es ist die Bewegung des „Stillen Rückzugs“ aus Gemeinden und Gemeinschaften. [...]

Lange Zeit als bloßes Randphänomen unterschätzt, hat diese Bewegung mittlerweile eine Größe erreicht, die guten Gewissens nicht mehr ignoriert werden kann. Mehr und mehr ziehen sich Christen aus Kirchen, Gemeinden, Gemeinschaften und Verbänden zurück, denen sie lange treu angehört haben, aber nun nicht mehr angehören können oder wollen."  [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Pfarrer Rudolf Möckel (2001, "Informationsbrief" Nr. 204/01 der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“)

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"Rick Warren gilt als einer der mächtigsten Theologen der Welt" (Berliner Zeitung, 2009)

 


"Rick Warren [Kai Sutrisno Scheunemann ist Geschäftsführer von "Leben mit Vision" (Rick Warren) in Deutschland] … gilt als einer der mächtigsten Theologen der Welt. Sein Buch "Leben mit Vision: Wozu um alles in der Welt lebe ich?", das eine sinnvolle christliche Lebensführung lehrt, ist mit einer Auflage von mehr als dreißig Millionen [Weltauflage 52 Millionen, Stand Januar 2010] eines der weltweit erfolgreichsten Sachbücher. […]

Mit rund 20 000 Gottesdienstbesuchern an jedem Wochenende ist Saddleback die viertgrößte Kirche in den Vereinigten Staaten. Und damit eines der mächtigsten evangelikalen Zentren des Landes."

Berliner Zeitung (17. Januar 2009, Ein Segen für Obama, www.berlinonline.de)

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"In der Zwischenzeit haben sich mehr als 700 Gemeinden in Deutschland, Österreich und der Schweiz für eine Kampagne ["Leben mit Vision", Rick Warren] entschieden. Weltweit haben inzwischen 40.000 Gemeinden verschiedenster Konfessionen, Ausprägungen und Denominationen an der Kampagne teilgenommen."

Kirche mit Vision K.m.V. Projektgesellschaft mbH (2008, K.m.V. Kirche mit Vision Projektgesellschaft mbH, Geschäftsführer Kai S. Scheunemann, http://www.kirche-mit-vision.de/index.php?id=16, Stand 2008)

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Kai Sutrisno Scheunemann, Kirche mit Vision K.m.V.

 


"Ich bin Pastor und soll am Sonntag über Sex predigen. Nun habe ich ein Problem. Ich bin Missionarssohn und bin ein wenig prüde aufgewachsen..."

Mit diesen Worten beginnt ein Brief, den Kai Scheunemann [Geschäftsführer von "Leben mit Vision" (Programm v. Dr. Rick Warren, Evangelikaler US-Prediger) in Deutschland], Pastor der evangelischen Andreasgemeinde in Niederhöchstadt, an die Beate Uhse AG geschickt hat. Darin bittet er zur Vorbereitung des "etwas anderen" Gottesdienstes "GoSpecial" im Kinopolis im Main-Taunus-Zentrum um Hilfe: "Was denken Sie als Profi: Wie hat sich Gott das mit dem Sex eigentlich wirklich vorgestellt?"

Die Beate Uhse AG ist die Antwort noch schuldig, als rund 500 Leute jeglichen Alters zum GoSpecial ins Kinopolis strömen. [...] Im Kino ist es plötzlich dunkel. Die Frankfurter Tanzgruppe "We got moves" schwingt auf der Bühne vor der Leinwand zu heißen Rhythmen die Hüften. [...]

Nun ist es an Scheunemann, sich mit einer Frage zu befassen, zu der eine Beate Uhse AG lieber schwieg. "Sexualität wurde von Gott zu unserem Genuss geschaffen", verkündet er. Zum Beweis verweist er auf die Bibel, in der geschrieben steht: "Erfreue dich an der Frau deiner Jugend. Ihre Brüste sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebe sollst du taumeln immerdar." Doch Vorsicht: Die Sexualität ist für die Ehe geschaffen. Die Bibel ist in dem Punkt laut Scheunemann unmissverständlich.

Ja wie? Erst Lust machen und dann auf die Spaßbremse treten? Der Pastor schüttelt den Kopf. Denn Ehe heißt für ihn nicht automatisch Trauschein. Ehe stehe vielmehr für exklusiv, haltbar und energieaufwendig. [...] Am Ausgang gibt's für alle den Playboy und Parfüm. GoSpecial ist eben der etwas andere Gottesdienst."

Frankfurter Rundschau (14.04.2010, GoSpecial-Gottesdienste, Jesus Christus als Blockbuster, www.fr-online.de)

[Kai Sutrisno Scheunemann ist Geschäftsführer von "Leben mit Vision" (Rick Warren) in Deutschland, pastoraler Mitarbeiter der Evangelischen Andreasgemeinde in Niederhöchstadt - Betreuung der Editionen „Willow Creek“ und „Kirche mit Vision“.]

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Playboy-Verteilung nach Gottesdienst (siehe Beiträge)

 


"Gott sei nicht spaßfeindlich beim Thema Sex und die Ehe brauche eine neue Definition, zukünftig auch für polygame Beziehungen.

Die kostenlose Verteilung der aktuellen Ausgabe vom Playboy rundete das Gottesdiensterlebnis für die erwachsenen und jugendlichen Besucher im Kinopolis Main-Taunus in Sulzbach am Sonntag ab."

Eschborner Stadtmagazin (14.04.2010, Tabuloser Gottesdienst in der Andreasgemeinde: 50 Euro für das "F-Wort" und Playboyhefte mit Erotik-DVD für die Gottesdienstbesucher, www.eschborner-stadtmagazin.de)

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"Man kann darüber streiten, ob es wirklich weise war, einen Playboy [US-amerikanisches Erotikmagazin] nach dem Gottesdienst zu verteilen. Ich war, als evangelikal Sozialisierter [Geschäftsführer von "Leben mit Vision" (Programm v. Dr. Rick Warren, Evangelikaler US-Prediger) in Deutschland], auch zunächst mal dagegen. Aber diese Idee kam von einer kirchendistanzierten Mitarbeiterin (!) von GoSpecial (ja, das ist das besondere von GoSpecial, dass er nicht nur FÜR, sondern auch VON Kirchendistanzierten gestaltet wird), und das hat mich für diese Idee eingenommen.

Martin Luther schreibt in seiner Vorrede zur Deutschen Messe, dass wir eine dritte Weise von Gottesdiensten brauchen, eine, die wir „feiern wie unter Heiden und Türken auf dem freien Felde“. In dieser Tradition sehen wir den GoSpecial, nur dass wir auch „Türken und Heiden“ mitten im GoSpecial-Team haben. Ja, GoSpecial ist ein Gottesdienst VON und FÜR Playboy-Leser – und dafür sind wir unwahrscheinlich dankbar! [...]

Auf die Frage: „Wenn man keine Freundin hat, soll man dann ganz auf Sex verzichten, oder kann man da auch zu einer Prostituierten gehen?“

Meine Antwort: „Ich kann Dir da gar nichts sagen … aber wenn Du den ersten Punkt nimmst „Gott hat Dir Sexualität zum Genuss gegeben“, und wenn es im Augenblick dir nicht möglich ist, Sex in einer Beziehung zu leben, die diese EHE-Kriterien erfüllt … es sind auch nur Hilfen, diese EHE-Kriterien (exklusive, haltbare, energieaufwendige Beziehungen). Wenn das nicht geht, und Du aber Sexualität gerne genießen möchtest, dann such Dir einen Ort, wo Du es verantwortlich leben kannst. Und wo Du es mit Deiner Partnerin, wer auch immer das ist, vielleicht gibst Du ihr auch Geld dafür … aber wo Du es auch mit ihr verantwortlich leben kannst. Dann, glaube ich, ist es schon in Ordnung. Du musst nicht auf Sexualität verzichten. Dafür ist es zu schön.“

Natürlich wurde diese Antwort auch in unserer Gemeinde heftig diskutiert. Und natürlich bin ich der Frage theologisch nicht gerecht geworden. Was ist z.B. mit 1. Kor. 6,16-20 – wo Paulus sehr dezidiert vor der Verbindung mit einer Hure warnt. Auch wäre es gut gewesen, wenn ich zu den Unterdrückungsstrukturen der Prostituierten noch etwas gesagt hätte. Oder, dass Sex nun wirklich nicht alles im Leben ist. Und es wäre wohl auch besser gewesen, die Beantwortung dieser Frage in einen seelsorgerlichen Rahmen zu verweisen – und nicht coram publicum.

Alles richtig. Nur, das ist nun mal das Kreuz – und der Segen! – des Kreuzverhörs, dass man frei von der Leber weg sprechen muss. Und hier halte ich mich an E. Troeltsch: „Ohne Wagnis, ohne Fehlgriff, ohne Martyrium gibt es kein Ergreifen von Wahrheiten und Werten."

Kai Sutrisno Scheunemann (01. Mai 2010, Geschäftsführer von "Leben mit Vision" (Programm v. Dr. Rick Warren) in Deutschland, pastoraler Mitarbeiter der Evangelischen Andreasgemeinde in Niederhöchstadt - Betreuung der Editionen „Willow Creek“ und „Kirche mit Vision“. Offener Brief von Kai S. Scheunemann, Der Prediger antwortet auf die Reaktionen zu "Reges Verkehrsaufkommen - Ein total unverkrampfter GoSpecial über Sex", www.gospecial.de)

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Jan. 24, 2010 Mosaic pastor, Erwin McManus, Los Angeles. Mosaic: 3,000-member megachurch

 


"Auf der Webseite „into the mystic“ von Alex McManus, dem Bruder und engen Mitstreiter von Erwin [Erwin McManus] … teilt er mit, dass er einen besonders radikalen und effektiven „barbarischen Jesusnachfolger“ einmal fragte, ob er sich vorstellen könne, ein Bordell zu eröffnen, um die „Kunden“ dort zu „erreichen“.

Er antwortete: „Das hört sich gut an“. Auch wenn Alex McManus dagegen Bedenken anmeldete, ist allein die Erörterung einer solchen Möglichkeit und die Antwort des verführten Aktivisten ein Beleg dafür, in welche Verirrungen dieses heidnische Pseudochristentum führen kann. […]

Ich kann nur vor der Bewegung der „Emerging Church“ warnen. Sie kommt nicht aus dem Geist Gottes […]
Auch vor Erwin McManus möchte ich warnen. Dieser Mann hat die nötigen intellektuellen und rhetorischen Fähigkeiten und die Ausrüstung verführerischer Geister, um unreife, noch nicht entschiedene Gläubige durcheinanderzubringen und zu verführen.

Seine Lehren und seine Bücher werden, so steht es zu befürchten, auch im deutschsprachigen Raum bewirken, dass jüngere Christen vom biblischen Christentum abgewandt werden und sich auf die neuheidnische Verführung der „Emerging Church“ einlassen. […]

Aber die Warnung muss auch an die Gemeindeältesten und Verantwortlichen in christlichen Werken gerichtet werden. Sie müssen vor Gott Rechenschaft ablegen, wo sie ihre jungen Leute hinschicken und wen sie als Redner einladen. […]

Aus der modernen „Gemeindewachstumsbewegung“, die vor allem durch „Willow Creek“ und „Leben mit Vision“ [Programm v. Dr. Rick Warren] bekannt wurde, hat sich eine neue Strömung entwickelt, die besonders jüngere Christen auch im deutschsprachigen Raum anspricht und eine radikale Veränderung bzw. „Neuerfindung“ des christlichen Gemeindelebens anstrebt: die sog. Emerging Church (imördsching tschörtsch ausgesprochen; bedeutet: „die neu aufkommende Kirche“).

Diese Strömung versteht sich als Vorhut der „auftauchenden“ oder „sich neu herausbildenden“ (engl. emerging) Kirche des 21. Jahrhunderts."

Rudolf Ebertshäuser (2008, freier Verlagslektor, 1995 – 2003 Mitarbeit an der Revision der Schlachter-Bibel, Wohin führt die „Emerging Church“? Die neue Verführungsströmung unter den Evangelikalen)

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"Online-Workshop zum Sinn des Lebens „Leben mit Vision“ […] Dieser Workshop [Workshop von mehrglauben.de] ist eine Kooperation von ERF online mit „Leben mit Vision Deutschland“ [Geschäftsführer Kai Sutrisno Scheunemann]."

www.erf.de (4. November 2010, www.erf.de)

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"Die Gottesdienstkasse konnte Kai Scheunemann [Geschäftsführer von "Leben mit Vision" (Programm v. Dr. Rick Warren, Evangelikaler US-Prediger) in Deutschland] durch eine gewonnene Wette an diesem Sonntag um 50 Euro auffüllen, in dem er während seiner Predigt ganz direkt vom "Ficken" sprach". Der pastorale Mitarbeiter für die Jugendarbeit in der Andreasgemeinde und Moderator des GoSpecial, Jakob Friedrichs, kam deshalb auf die Bühne und überreichte den verdienten Geldschein. [...]

Die Frage nach der Legitimität von homosexuellen Beziehungen vor Gott bejahte Kai Scheunemann eindeutig, allerdings auch mit dem Hinweis auf die eher verurteilenden Bibelstellen, die aber aus moderner theologischer Sicht nur für die damalige Zeit und besondere Situation gegolten hätten. [...]

Nach einigen Anbetungsliedern, den Fürbitten, dem gemeinsamen Vater Unser und dem Abschluss-Segen konnten alle Gottesdienstbesucher, die wollten, die aktuelle Ausgabe vom Playboy, samt Erotik-DVD kostenlos mit nach Hause nehmen."

Eschborner Stadtmagazin (14.04.2010, Tabuloser Gottesdienst in der Andreasgemeinde: 50 Euro für das "F-Wort" und Playboyhefte mit Erotik-DVD für die Gottesdienstbesucher, www.eschborner-stadtmagazin.de)

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Verteilung v. Playboy  (US-amerikanisches Erotikmagazin) nach Gottesdienst  (siehe oben)
K. S. Scheunemann, Geschäftsführer von "Leben mit Vision" (Rick Warren) in Deutschland

 


Hinweis in eigener Sache
:

Der nachfolgende Artikel zitiert Auszüge aus www.nikodemus.net (Stand 28. November 2006). Der ERF hat zwischenzeitlich nikodemus.net abgeschaltet und eine Verbreitung der Beiträge untersagt.

Das Zitieren des Beitrags kann straf - und zivilrechtliche Folgen seitens des Evangeliums-Rundfunk Medien e. V. (ERF) nach sich ziehen (Abmahnkosten 899,40 Euro).


"Unsere sexuellen Triebe sind sicher mit der stärkste Antrieb, den wir Menschen haben, und in einer Gesellschaft, in der das Pendel von der Tabuisierung der Sexualität und einer angstvollen Gesetzlichkeit ins andere Extrem der absoluten Freizügigkeit und des Verlusts jeglicher moralischer Maßstäbe umgeschwungen ist, ist der Umgang mit unserer Sexualität so, wie Gott sie sich gedacht hat, nicht leichter geworden. [...]

Gott vergibt gern unsere (moralische) Schuld ihm gegenüber, aber an den Wunden und den Narben der Sünde haben wir trotzdem zu tragen, und dieses Leid möchte uns Gott ersparen. Deshalb sagt Paulus: "Sollen wir denn in der Sünde beharren, auf dass die Gnade desto mächtiger werde? Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde wollen leben, der wir abgestorben sind?" (Römer 6,1-2). […]

In unserer sexuell sehr freizügigen Gesellschaft kann man sich - gerade als Mann - kaum den Impulsen zu sexuellen Gedanken erwehren. Wir können nicht verhindern, dass die Raben über unserem Kopf kreisen, aber es ist unsere Verantwortung, zu verhindern, dass sie ein Nest auf unserem Kopf bauen."

(www.nikodemus.net/359, Stand 28. November 2006)

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Rick Warren (links) US-Präsident Barack Obama

 


"Gehen sie eine persönliche Beziehung mit Schlüsselpersonen ein, die ihrem Werk Legitimität verleihen. Reden sie mit ihnen unter vier Augen. Teilen sie ihnen ihre Vision mit. Bringen sie sie dazu, ihnen auch die eigene Vision zu erzählen, bei einem Frühstück oder einem Mittagessen oder dergleichen. Dann werden sie ihre Hauptunterstützer." (Englische Ausgabe von „Kirche mit Vision“ „Purpose Driven Church“)

Dr. Rick Warren
(13.11.2006, Was will Rick Warren wirklich? Das Konzept hinter dem Konzept, Dr. Martin Erdmann, Historiker, Riehen/Schweiz)

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"Wer ist der Mann des Friedens in irgendeinem Dorf – es könnte auch eine Frau des Friedens sein – die das meiste Ansehen haben, die offen und einflussreich sind?
Sie müssen keine Christen sein. Sie könnten durchaus auch Muslime sein, aber sie sind offen und sie sind einflussreich, und Sie arbeiten mit ihnen zusammen, um die fünf Riesen** [siehe unten] anzugreifen.

Und das wird die Zweite Reformation herbeiführen."

Dr. Rick Warren (23.05.2005, Pew Forum on Religion, Quelle: http://pewforum.org/events/index.php?EventID=80 [Stand Februar 2007], Monday, May 23, 2005 - Key West, Florida)

**[P.E.A.C.E. Initiative: 1. Durch Partnerschaft mit den örtlichen Kirchen (partnership), 2. Ausbildung dienst­bereiter Leiter in Wirtschaft, 3. Politik und Kirche (equipping), 4. Hilfe für die Armen (assisting), 5. Fürsorge für die Kranken (caring) und Bildung für die große Menge der Analphabeten (educating)]

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"Rick Warren geht vom biblischen Auftrag der Gemeinde aus und landet bei einem überzeugenden Modell von »Kirche für andere«. Dieses Buch [Kirche mit Vision] ist randvoll mit übertragbaren Einsichten für gesundes Gemeindewachstum. Der Entwurf der Saddleback-Gemeinde hat alle Stärken des Willow Creek-Ansatzes zu bieten, führt in seiner Ausgewogenheit aber darüber hinaus.

Was hier vorgestellt wird, ist das Modell einer Gemeinde für Kirchendistanzierte, die nicht in den Kinderschuhen des Glaubens stecken bleibt. Dies wird für die nächsten Jahre das wichtigste Buch zum Thema »evangelistischer Gemeindebau« auf dem deutschen Markt werden."

Prof. Dr. Helge Stadelmann (1998, Rektor Freie Theologische Hochschule Gießen (FTH), Kirche mit Vision, Seite 13 - Stimmen zum Buch, Projektion J Verlag, Asslar 1998, ISBN 3928093096)

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"Das Buch von Rick Warren »Kirche mit Vision« [Kai Sutrisno Scheunemann ist Geschäftsführer von „Kirche mit Vision“ in Deutschland, siehe oben] eignet sich trotz des amerikanischen Hintergrundes sehr gut für deutsche Leser. Gerade im postkirchlichen Bereich sind wir noch immer zu sehr durch das »monarchische« Pfarramt geprägt. Es geht darum, ganz neu Teamarbeit einzuüben und so möglichst viele aktive Christen zum Dienst des Gemeindeaufbaus zu motivieren.

Hierzu bietet Rick Warren eine Fülle brauchbarer Anregungen. Dennoch ist sein Buch nicht rein pragmatisch geschrieben, sondern zeigt in solider Weise biblische Hintergründe und praktisch-theologische Reflexion."

Dr. Rolf Hille (1998, bis 2000 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz, Vorsitzender des Arbeitskreises für evangelikale Theologie, 1996 - 2008 Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz und  1995 - 2009 Rektor des Albrecht-Bengel-.Hauses in Tübingen. Dozent am Theologischen Seminar der Liebenzeller Mission. Kirche mit Vision, Seite 12 - Stimmen zum Buch, Projektion J Verlag, Asslar 1998, ISBN 3928093096)

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Dr. Rolf Hille, bis 2000 Vorsitzender d. Evangelischen Allianz

 


"Wenn wir die sieben Sendschreiben [Offenbarung Kapitel 2+3] anschauen, dann fällt die Tendenz der beiden letzten Schreiben auf.
Nicht wenige Ausleger sind ja der Meinung, dass die sieben Sendschreiben nicht nur an konkrete Gemeinden zur Zeit des Apostel Johannes geschrieben wurden, dass sie weiter eine allgemeine Botschaft an die Gemeinden aller Zeiten enthalten, sondern dass sie im Ablauf ein Schema der Entwicklung der Gemeinde Jesu bis zur Wiederkunft unseres Herrn darstellen. [...]

Sollte diese Auslegung Recht haben, dann stünde die Christenheit wohl am Übergang von Philadelphia zu Laodizea. Am Übergang von einer Gemeinde, die in der Gefahr steht alles zu verlieren, zu einer Gemeinde, die alles verloren hat."

Pfarrer Jakob Tscharntke
(Juni 2007, Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, Informations-brief Nr. 242, Seite 20)

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"Die Musik wurde lauter. Die Predigt kürzer. Der Mensch eroberte den Mittelpunkt des Geschehens. Die Lehre wurde angepasst."  [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Wilfried Plock (März 2004, Gott ist nicht pragmat
isch. Wie Zweckmäßigkeitsdenken die Gemeinde zerstört, Seite 11, ISBN-10: 3935558678)

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"Wohlfühltempel mit Unterhaltungsprogramm ... benutzerfreundlich, praktisch, lebensnah, modern. [...] Sie umwerben ihre Besucher mit beträchtlichem  Unterhaltungsaufwand,  ausgeklügelter technischer Ausstattung, Rundumangebot für Erfolg im Privatleben und Beruf und einer peppigen Alles-wird-gut-Botschaft."  [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

SPIEGEL spezial (September 2006, „Weltmacht Religion“, Seite 30 f)

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Dr. Rick Warren, Saddleback Church in Lake Forest, Kalifornien

 


"Ich bin es satt, dass man Christen immer nur für Dinge kennt, gegen die sie sind."

Dr. Rick Warren (September 2006, SPIEGEL spezial „Weltmacht Religion“, Seite 33)

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"Es ist, wie wenn sie auf der Titanic die Liegestühle ordentlich ausrichten, während das Schiff sinkt."

Dr. Rick Warren (10. November 2006, Willow-Creek-Leitungskongress in Bremen, www.baptisten.org)

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"Steveo [ERF Rundfunkmoderator u. Redakteur] ... ist die "Rampensau" bei CrossChannel.de. Er moderiert die Charts, CrossIn und EC Talk & Music, ist aber auch auf Deutschlands Konzertbühnen zu sehen und heizt dort ordentlich ein"

ERF CrossChannel.de (Stand November 2010, CrossChannel.de ist das junge Webradio von ERF Medien, www.crosschannel.de/christliche-themen/aktuelles/8625-october-light-im-tv.htm?CC=mfzgjnvl)

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"Ein bislang einmaliger Fall sorgt für heftige Debatten: In Freiburg ist der Evangelist Ralf Steinhart [siehe Beitrag unten] vom Missionswerk Janz Team als Redner der Jugendevangelisation „JesusHouse“ wieder ausgeladen worden.

Der Grund: Nach Ansicht der örtlichen Evangelischen Allianz habe er in seinen ersten Ansprachen „unangemessen“ mit Gottes Zorn gedroht. Auch Mitarbeiter hätten die Verquickung von der Einladung zum Glauben mit der Androhung von Gottes Gericht als unpassend empfunden."

ideaSpektrum (15. Dezember 2010, Christen, verschweigt nicht das Weltgericht, ideaSpektrum 50/2010, S. 16)

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"Musik, Nebelschwaden, alles ist wie bei einem Popkonzert. [...] Das "Jesushouse"-Festival [Freiburg] bietet bis Samstag Partystimmung und einen emotionalen Prediger [Ralf Steinhart]. […] "Ich mache Werbung für Gott." Er arbeitet für das christliche Missionsunternehmen "Janzteam" in Kandern [...]

Es werde ein Gericht geben. [Ralf Steinhart:] "Und dann gnade dir Gott, wenn du kein Freund Gottes bist, dann hast du nämlich keine Chance!"
Nur Jesus könne retten vor dem Zorn Gottes, ohne ihn könne kein Mensch bestehen. "Gott ist zornig, er ist ein Gott der Liebe, aber auch eifersüchtig – lies die Bibel!" Die Bibel, das sei "die Wahrheit"."

Badische Zeitung (25. November 2010, Viel Musik und viel Mission, www.badische-zeitung.de)

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"Nach einem Bericht in der Badischen Zeitung [siehe Auszug oben] haben die Verantwortlichen den Prediger [Ralf Steinhart, Janz Team] der Jesus House-Veranstaltung, die zur Zeit im Paulussaal stattfindet (23. bis 27. Nov. 2010), entlassen.

Die Evangelische Allianz und der Veranstaltungsleiter teilen jetzt (26. 11. 2010) in einer Presseerklärung mit: "Bezugnehmend auf den am 25. November in der Badischen Zeitung (Stadtausgabe) erschienenen Artikel über die Jugendveranstaltung "JesusHouse" möchten wir als Gemeinden, die für diese Veranstaltung verantwortlich sind, mitteilen:

Wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit von der im Artikel beschriebenen Form von Verkündigung.

Wir sehen unseren Auftrag darin, Jesus Christus als den Gottessohn, der in seiner Person die Menschenliebe und Vergebung Gottes verkörpert, bekannt zu machen. Im Mittelpunkt unserer Evangeliums-Verkündigung steht die Einladung zu einem Leben aus Glauben. Jedem Hörer steht frei, dieser Einladung zu folgen oder nicht.

Von "Gehirnwäsche", Drohungen und Druck distanzieren wir uns genauso, wie von den totalitär abgeschiedenen Absolutheitsansprüchen einer Sekte. Wir stehen für Meinungs- und Religionsfreiheit ein und achten Menschen, die zu anderen Überzeugungen kommen als wir selbst.

Die Verkündigung von Prediger Ralf Steinhart hat uns überrascht und enttäuscht. Wir entschuldigen uns bei allen Jugendlichen und ihren Eltern dafür und haben in der Konsequenz Herrn Steinhart aus der Veranstaltung ausgeladen. Sie wird in den kommenden Tagen in Eigenregie durchgeführt."

Unterzeichnet ist diese Erklärung von Veranstaltungsleiter Carsten Fokken und von Norbert Aufrecht, 1. Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Freiburg."

Kirchenbezirk Freiburg, Pressemeldung (26. November 2010, Distanzierung von Prediger: Kirchen entschuldigen sich für "Druck und Drohung". Evangelische Allianz "überrascht und enttäuscht", www.evangelisch-in-freiburg.de)

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"Die Aufgabe des Vorstandes der Evangelischen Allianz wäre gewesen, die unberechtigten Vorwürfe zurückzuweisen und sich schützend vor den Evangelisten zu stellen. Dass dies nicht geschehen ist, ist der eigentliche Skandal."

Pastor Helmut Weidemann (15. Dezember 2010, Rausschmiss: Dürfen Evangelisten heute nicht mehr vom Zorn Gottes reden?, ideaSpektrum 50/2010, S. 43)

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"Dass die aktuelle Aufregung um das Gericht Gottes gerade von JesusHouse angestoßen wird, überrascht. Dass eine örtliche Evangelische Allianz sich dagegenstellt, ist leider nicht mehr überraschend."

Lutz Scheufler (15. Dezember 2010, Jugendevangelist beim Landesjugendpfarramt der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen, PRO & KONTRA: Darf man mit dem Gericht Gottes drohen?, ideaSpektrum 50/2010, S. 15)

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"Gegenüber idea berichtete der Vorsitzende der Freiburger Evangelischen Allianz, Norbert Aufrecht, von mehreren negativen Rückmeldungen auf den Eröffnungsabend. Auch Mitarbeiter hätten die Verquickung von der Einladung zum christlichen Glauben mit einer Androhung von Gottes Gericht für unpassend empfunden. Steinhart habe damit „einem vorherrschenden Negativklischee von Evangelikalen entsprochen“. [...]

Laut Steinhart [Prediger, Janz Team, siehe Beiträge] wussten die Verantwortlichen, dass sie einen Prediger eingeladen hatten, „der kein Blatt vor den Mund nimmt“. Warnungen vor dem Gericht Gottes gehörten zur Kernbotschaft Jesu Christi, sagte der Evangelist gegenüber idea. Wer sie verschweigen wolle, gebe dem Druck einer kirchenkritischen Öffentlichkeit nach. „Dann kann man gleich auf Evangelisationen verzichten“, so Steinhart."

ideaSpektrum (8. Dezember 2010, Einmaliger Fall: Evangelische Allianz lädt einen Evangelisten aus, Seite 8, www.idea.de)

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"JesusHouse entlässt Evangelisten – zu biblisch! [...]

Christentum in unverdünnter Dosis ist ungenießbar und sogar toxisch. In unserer aufgeklärten Gesellschaft kann man Religion nur in homöopathischen Dosen konsumieren."

(7. Dezember 2010, https://blasphemieblog2.wordpress.com)

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Evangelischen Allianz Freiburg entlässt Evangelisten, 25.11.2010, Badische Zeitung (Bild)

 


"Halten Sie nicht auch manche Aussagen der Bibel für überholt? Und sind nicht viele Passagen für Ihre nichtchristlichen Freunde völlig ungeeignet?

Dann brauchen Sie den neuen Bl-BA-BO, den Bibel-Bastel-Bogen, der Bibellesen wieder zum Vergnügen macht.
Der Bibel-Bastel-Bogen, das ist eine Bibel mit vorperforierten Seiten zum leichten Raustrennen unbequemer Passagen. Stellen Sie sich Ihre ganz individuelle Bibel selbst zusammen - mit dem neuen Bl-BA-BO ein Kinderspiel.

Fragen Sie noch heute bei Ihrem freundlichen christlichen Buchhändler nach dem Bl-BA-BO und machen Sie für nur 12,95 € aus Ihrer schweren Bibel ein handliches Give-Away, für dessen Inhalt Sie sich nicht mehr schämen müssen."

(www.superzwei.de)

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"Natürlich ist das Evangelium eine frohe Botschaft, aber diese Botschaft wird von Warnungen vor dem ewigen Verlorengehen begleitet. […] Dieser Gedanke ist in der gesamten neutestamentlichen Botschaft so tief verankert, dass wir ihn nicht einfach ignorieren können.

Es wäre eine Anmaßung, diese Teile aus der Bibel herauszupräparieren. Christen können sich nicht eine nette Religion erfinden. Die christliche Botschaft ist die, die Jesus gebracht hat und nicht die, von der wir denken, Jesus hätte sie bringen sollen. Und Jesus redet nun mal von der Gefahr, endgültig verloren zu gehen."

Prof. Dr. Robert Spaemann (30. April 2010, Philosoph, Christen können nicht eine nette Religion erfinden, www.idea.de)

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"Die Hölle [...] Es gibt keine Lehre, die ich lieber aus dem Christentum tilgen möchte als diese - wenn es nur in meiner Macht läge. Aber sie wird sehr eindeutig durch die Heilige Schrift gestützt und vor allem durch die Worte unseres Herrn Jesus Christus selbst. [S. 119] [...]

Bei allen Erörterungen über die Hölle müssen wir uns ständig vor Augen halten, dass sie wahrhaft möglich ist – nicht für unsere Feinde, nicht für unsere Freunde (beide trüben den klaren Blick der Vernunft), nein: für uns selbst." [S. 129]

Prof. Dr. theol. h.c., Dr. h.c. Clive Staples Lewis (1940, britischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, The Problem of Pain, 1940; Über den Schmerz, Köln/Olten: Hegner 1954; Gießen: Brunnen, 7. Aufl. 2009, S. 119 u. 129)

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Clive Staples Lewis, 1960, britischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler

 


Hinweis in eigener Sache
:

Die nachfolgenden 3 Artikel zitieren Auszüge aus www.nikodemus.net (Stand 28. November 2006). Der ERF hat zwischenzeitlich nikodemus.net abgeschaltet und eine Verbreitung der Beiträge untersagt.

Das Zitieren des Beitrags kann straf - und zivilrechtliche Folgen seitens des Evangeliums-Rundfunk Medien e. V. (ERF) nach sich ziehen (Abmahnkosten 899,40 Euro).


"Es ist wirklich ein schwieriges Thema, weil es überhaupt nicht in unsere Zeit passt [...] Aber deshalb dürfen wir nicht die Hölle wegdiskutieren oder verstecken.

Niemand hat jeden einzelnen von uns Menschen jemals so sehr geliebt wie Jesus Christus. Und doch stammen einige der deutlichsten Worte in der Bibel zum Thema Hölle und ewige Bestrafung von ihm."

(www.nikodemus.net/391, Stand 27. September 2006)

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"Du hast Recht, dass Gott alle Menschen liebt, auch die, die nichts von ihm wissen wollen. Und gerade weil er sie liebt, wird er sie nicht zwingen, in Ewigkeit mit ihm leben zu müssen, obwohl sie das gar nicht wollen. Sie können sich selbst entscheiden.

Ein sündiger Mensch kann in der Gegenwart Gottes aber nur bestehen, wenn er durch Jesus Vergebung seiner Sünden erfahren hat. Manche kommen mit der Vorstellung, dass dies eine Tatsache und kein religiöses Märchen ist, überhaupt nicht zurecht und weisen sie ab. [...] Bleibt nur noch die Frage: Wo stehst du?"

(www.nikodemus.net/1086, Stand 27. September 2006)

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"Nun ist es aber so, dass nicht ich mir ein Bild von Gott basteln will, das mir gut gefällt, sondern ich will mir mein Gottesbild von ihm selbst malen lassen. Das hat Gott in der Bibel getan, davon bin ich überzeugt.

Deshalb nehme ich auch die Dinge an, die mir nicht gefallen - in der Erkenntnis, dass ich nur sehr begrenzt die gerechten Wege Gottes verstehe. Aber von einem bin ich überzeugt: Gott ist gerecht, absolut gerecht, gerechter als jeder Mensch, der seine Gerechtigkeit in Frage stellt.

Wenn ich Gott und seinem Wort vertraue, lässt Gott aus dem anfänglichen Dorn in meinem Auge (der Tatsache des Gerichts) letztlich sogar etwas Gutes erwachsen. Dann nämlich, wenn ich das einzig Vernünftige tue und der gerechten Strafe entrinne, indem ich die Vergebung und das ewige Leben annehme, die mir im Glauben an Jesus Christus geschenkt wird.

Gott will nicht, dass Menschen den zweiten Tod erleiden - darum hat er seinen unschuldigen Sohn für ihre Schuld bezahlen lassen. Er will, dass alle umkehren und gerettet werden (2.Petrus 3,9). Doch dies kann nur geschehen, indem sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1.Timotheus 2,4) - der Wahrheit über ihre eigene Schuld und über Gottes Gerechtigkeit und Gnade in Jesus Christus."

(www.nikodemus.net/1003, Stand 27. September 2006)

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Die Verbreitung von Nikodemus.net kann straf - und zivilrechtliche Folgen seitens
des Evangeliums-Rundfunk ERF nach sich ziehen (Abmahnkosten 899,40 Euro).


 

"Retter – das ist ein starkes Wort. Von Rettung reden wir, wenn es um Tod und Leben geht. Nicht jede Lebenshilfe in Schwierigkeiten verdient die Bezeichnung Rettung.[...] Die Lebensgefahr, aus der Jesus rettet, ist das Gericht Gottes.

Und Jesus selbst sagt: „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen“ (Johannes 5,24).

Wer das Evangelium von Jesus, dem Retter, verkündigt, muss also vom Gericht Gottes reden. Jesus redet klar vom Gericht Gottes [...] Widerspricht das der Tatsache, dass Jesus die Liebe Gottes in Person ist? Offensichtlich gehört zur Liebe Gottes, dass er den Menschen die volle Wahrheit sagt. [...]

Wer das Gericht Gottes und die schreckliche Möglichkeit der ewigen Verdammnis verschweigt, belügt die Menschen und bietet Opium-Religion zur Betäubung der Gewissen an. [...] Wer Opium-Religion verkaufen will, predige Christentum ohne Gericht Gottes und ohne Kreuz und Auferstehung des Jesus Christus, Religion ohne Bekehrung.

Im spirituellen Supermarkt mag der Kunde König sein. Aber Gott und sein Evangelium sind keine Waren. Und seine Boten sind keine Verkäufer, sondern Zeugen und Botschafter des Christus."

Pfarrer Ulrich Parzany (15. Dezember 2010, Theologe, Leiter und Redner von ProChrist e.V., 1984 - 2005 Generalsekretär des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland, 1987 - 2005 Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, 2002 - 2005 Leiter Lausanner Bewegung Deutschland, http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Parzany, Christen, verschweigt nicht das Weltgericht, ideaSpektrum 50/2010, S. 16)

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"Es macht mich krank, mit Kerlen zusammen zu sein, die mir erzählen, was ich hören will. Hör doch auf, mir diesen Scheiß zu erzählen. Sag mir die Wahrheit." [2009]

"Ich hasse die Wahrheit. Ich hasse sie so sehr, dass mir ein Haufen Mist lieber wäre als die Wahrheit." [2010]

Stefani Germanotta  (2009/2010, US-amerikanische Popsängerin und Songwriterin, Mauren Callahan, Lady Gaga: die Biografie, S. 12-13, gesehen auf www.theoblog.de am 15. Dezember 2010, Gaga: »Sag mir die Wahrheit«)

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"Vor vielen Jahren fragte Gerhard Maier [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Maier], damals Rektor des Albrecht-Bengel-Hauses in Tübingen, seine Studenten, worauf es beim missionarischen Zeugnis ankomme. Die klassischen Antworten kennen wir:

«Das Christentum muss attraktiv sein. Wir müssen das Evangelium verständlich kommunizieren. Es geht darum, Beziehungen aufzubauen, nicht Bibelstellen um die Ohren zu schmeißen.»

Gerhard Maier sagte damals lapidar: «Sagen Sie die Wahrheit.»" [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Ron Kubsch (Februar 2008, Dozent für Seelsorge und Neuere Theologiegeschichte am Martin Bucer Seminar in Bonn, www.factum-magazin.ch, www.theoblog.de)

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"Ich predige als ein sterbender Mann zu sterbenden Männern und Frauen und Jugendlichen. Und ich werde predigen, als ob ich nie wieder predigen würde und ich werde euch Dinge sagen, die ihr missverstehen werdet und ich werde euch Dinge sagen, die euch so wütend auf mich machen werden. Und ich werde euch Dinge sagen, die ihr leugnen werdet. Und ich werde euch Dinge sagen, von denen ihr sagen werdet, ich habe kein Recht, euch das zu erzählen. [...]

Ich stehe hier heute und ich habe keine Sorgen um deinen Selbstwert, mein Herz wird nicht geplagt davon, ob du dich gut fühlst mit dir selbst, ob das Leben sich so entwickelt, wie du es dir gewünscht hast oder ob du gerade schwarze Zahlen schreibst.

Es gibt nur eine einzige Sache, die mir eine schlaflose Nacht gab. Es gibt nur eine einzige Sache, die mich den ganzen Morgen geplagt hat. Und zwar dies: In hundert Jahren wird eine große Anzahl der Menschen in diesem Gebäude möglicherweise in der Hölle sein. […]

Die Person, die dich am meisten liebt, wird dir am meisten die Wahrheit sagen. Was eines der offensichtlichsten Zeichen eines falschen Propheten ist, dass er dir immer das erzählen wird, was du hören willst. Er wird dir niemals in die Parade fahren.
Er wird dich zum klatschen und hüpfen bringen, er wird dich schwindlig machen und dich bei Laune halten und er wird dir ein Christsein präsentieren, welches deine Kirche so aussehen lässt wie ein Jesus-Fun-Event, eine Unterhaltungsshow. Und unterhält dich so sehr, dass du niemals an solch wichtige Punkte kommst wie an diese: Wirkt Gott in meinem Leben? [...]

Wir als Southern-Baptists [http://de.wikipedia.org/wiki/Southern_Baptist_Convention] predigen, dass du durch die einzig richtige Pforte gehen solltest, die Jesus Christus ist. Aber wir haben etwas vergessen. Und ich will, dass Pastoren, Jugendpastoren, Eltern, wer auch immer wissen: Wir haben eine sehr wichtige Lehre des Evangeliums vergessen…. Diese Lehre sagt nicht nur, dass die Pforte schmal ist, sondern sagt, dass der Pfad schmal ist.

Was wir im Grunde tun ist jemand zu Christus zu führen, jemand in ein Gebet zu führen und dann verbringen sie ihr ganzes Leben damit, geradewegs wie die Welt zu leben.[...] Das meiste unserer Christenheit kommt von Songschreibern und nicht von der Bibel. Das meiste, was wir für Wahrheit halten, ist uns von unserer Kultur diktiert worden und kommt nicht aus der Bibel.[...]

Schau dir dein Leben an, schau, wie lebst, wie du redest, wofür brennt dein Herz? Ist Jesus dort drin? Oder ist er einfach so ein Anhängsel, das du noch an dein Leben anheftest? Ist er einfach etwas, was du tust am Mittwoch oder Sonntag? Ist er etwas, dem du gedanklich zustimmst? Ist er ein Zusatz oder ist er das einzige Zentrum deines Lebens?
Welche Frucht trägst du? Siehst du aus wie die Welt, benimmst dich wie die Welt? Hast du am gleichen Spaß wie die Welt? Kannst du Sünde lieben und sie genießen? Kannst du Rebellion lieben und sie genießen? Dann kennst du Gott nicht. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Gott hat die Kraft zu verändern.[...]

Wenn irgendjemand anfängt, von Gesetz, von biblischen Grundsätzen zu reden, was wir tun sollen und nicht tun sollen, wie wir leben sollten und nicht leben sollten, fangen alle an zu schreien: Gesetzlichkeit. Gesetzlichkeit.[...] Gott ist ein heiliger Gott. Das ist etwas, was die Amerikaner vergessen haben. Viele der Dinge, die ihr liebt zu tun, die hasst Gott. Habt ihr das gewusst?

Betet für Erweckung, ihr wollt eine Jugendversammlung haben, ihr wollt, dass Gott wirkt, aber bevor ihr das tut, schaut ihr Videos, die Gott absolut verachtet. Und dann wundert ihr euch, warum der Heilige Geist nicht wirkt an diesem Ort und ihr falsches Feuer und falsche Spannung erzeugen müsst.

Denn Gott hat damit nichts zu tun, denn Gott ist ein heiliger Gott und der einzige Weg, auf dem wir jemals mit Gott versöhnt werden können ist durch den Tod von Gottes einzigem Sohn als er an diesem Holz hing.[...] Dann steht er von den Toten auf, mächtig zu retten. Das ist das Evangelium Jesu."

Paul David Washer (2002, Prediger, Südliche Baptisten USA, Shocking Message, Jugendkongress: Youth Evangelism Conference 2002 mit 5000 Jugendlichen in Montgomery, US-Bundesstaates Alabama, USA, www.youtube.com/watch?v=czXElEux9nM, http://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Washer)

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               Paul David Washer, Oktober 2008, Südliche Baptisten USA

 


"Der schottische Philosoph und Historiker David Hume (1711-1776) ging trotz seiner skeptischen Ansichten ab und zu in den Gottesdienst zu einem rechtgläubigen Geistlichen namens John Braun.

Auf die Frage, wie er das mit seinen Anschauungen vereinbaren könne, antwortete Hume: "Ich glaube nicht alles, was er sagt, aber er glaubt es. Und dann und wann höre ich gern einem Mann zu, der glaubt, was er sagt."

(Das große Buch des christlichen Humors, Annegret Kokschal, St. Benno; Auflage: Mai 2006)

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"Als ein junger Missionar lebte ich viele Jahre in einem Land, das von Krieg zerrissen wurde. […] Die Schönheit des Menschen wird durch den Tod zerstört. Die Hoffnung aller Menschen wird durch den Tod zerstört. Meine Familie wurde durch den Tod zerrissen. Mein Bruder wurde getötet, als er sechs Jahre alt war. Mein Vater starb in meinen Armen inmitten eines Feldes. Und vor wenigen Jahren predigte ich zum Begräbnis meiner Schwester.
Ich weiß viel über den Tod. Aber der Tod ist ein zu starker Gegner um ihn zu bezwingen. Egal wie sehr du mit ihm ringst, egal wie sehr du gegen ihn kämpfst, egal wie sehr du das Wissen unterdrücken magst, dass er an deiner Tür klopfen wird, wisse dies: Er wird dich einholen! Und es gibt nichts, was du dagegen tun könntest.

Wie David sagte: „Es sind nur noch wenige Schritte zwischen mir und dem Tod. Innerhalb nur wenigen Jahren werden einige von euch tot sein. In 25 Jahren werden noch mehr Menschen von euch tot sein. Und in 100 Jahren werden wir nicht nur alle tot sein, sondern wir werden vergessen sein. All unsere Hoffnungen werden zerstört sein. Jede Erinnerung an alles, was wir je getan haben, wird verschwunden sein.

Von allen Geschöpfen sind wir die bemitleidenswertesten. Denn der Tod kommt nicht nur zu uns, wir wissen es. Du weißt es und Du weißt es. Du tust alles, was in deiner Macht steht, um diesen Gedanken zu verdrängen. Aber er wird dich einholen, vielleicht sogar heute Abend. Er kommt zu euren Kindern und es gibt nichts, was du dagegen unternehmen kannst.

Aber es gibt Einen, der dem Tod entgegentrat. Es gibt Einen, einen mächtigen Kriegshelden, der in die Festung des Todes stieg und ihn an seiner stärksten Stelle bezwang. Da ist Einer, der des Menschen größten Feind bezwungen hat.
Sein Name ist Jesus Christus. Und er trug die Sünden der Welt. Und er starb an jenem Holz. Und er bezahlte für genau das, was die Ursache für unseren Tod ist. Und am dritten Tag erweckte ihn der Vater aus den Toten. Und am dritten Tag erweckte der Heilige Geist aus den Toten. Und am dritten Tag erweckte er sich selbst aus den Toten. […]

Versteht ihr, das Evangelium ist eine gute Nachricht, es ist eine großartige Botschaft und Gott schreit es dir zu. Sagte nicht der Apostel Paulus selbst: „Ich flehe euch an, aber es ist so, dass Gott euch durch mit anfleht. Warum willst du ein Leben fristen, das keinen Sinn hat? Warum willst du ein Leben fristen, das wörtlich auseinander fallen wird? Warum willst du dir selbst erlauben, vom Tod verschlungen zu werden? Warum kommst du nicht zu Christus? Was hält dich ab? Was ist das für ein Ding, das die Kontrolle über deinen Verstand hat? Komm zu Christus!"

Paul David Washer (Juni 2009, Prediger, Südliche Baptisten USA, www.youtube.com)

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"Diese traumatische Vergangenheit erklärt, warum Washer [siehe Beitrag oben] so ein fanatischer Fundamentalist geworden ist. Er klammert sich verzweifelt an Mythen aus der Antike, die Menschen die Illusion geben, sie könnten den Tod bezwingen. Man muss sich nicht schämen, so schwach zu sein, aber ich finde es traurig, dass nicht mehr Menschen die Stärke aufbringen, den Tod als das zu sehen was er ist: endgültig."

(www.youtube.com, April 2010)

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"Welterfahrung und Weltbemächtigung sind in Wissenschaft und Technik so weit entwickelt, dass kein Mensch im Ernst am neutestamentlichen Weltbild festhalten kann und festhält.

Welchen Sinn hat es, heute zu bekennen: "niedergefahren zur Hölle" oder" aufgefahren gen Himmel" ... den "Himmel" im alten Sinne gibt es für uns gar nicht mehr. Und ebenso wenig gibt es die Hölle, die mythische Unterwelt ...

Erledigt sind damit die Geschichten von der Himmel- und Höllenfahrt Christi; erledigt ist die Erwartung des mit den Wolken des Himmels kommenden "Menschensohnes" und des Entrafftwerdens der Gläubigen in die Luft, ihm entgegen."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1941, Theologe, [laut http://www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml: bedeutendster Exeget des 20. Jahrhunderts], Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung (1941). in: H.-W. Bartsch (Hg.): Kerygma und Mythos, Band 1. 1948. 4. Aufl. Reich, Hamburg, 1960, 15-48)

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"Die Evangelikalen, die religiösen Rechten Amerikas und die derzeit weltweit wachsenden fundamentalchristlichen Pfingstgemeinden versuchen derzeit mit Macht, wieder weit hinter Bultmann [siehe oben] und die Aufklärung zurückzugehen. […]

Diesen muss man entgegentreten, nicht der wissenschaftlichen Theologie. Sie wäre genau das Mittel, das es heute bräuchte, um die Gespenster der Vergangenheit in ihre Grüfte zurückzutreiben."

Christian Nürnberger (November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für Zweifler)

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"Ich freue mich sehr darüber, dass Kirchen in Deutschland nicht mehr an die Hölle glauben und diese nicht mehr lehren. Doch in Südamerika oder den USA wird das immer noch gelehrt."

Prof. Dr. Richard Dawkins (15.11.2007, Evolutionsbiologe,
Eine Frage des Glaubens JBK - ZDF)

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"Herr Dawkins
[siehe oben] … für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass nach ihrem Tod doch … Gott vor ihnen steht ... haben Sie einen Notfallplan?"

Johannes B. Kerner (15.11.2007, Eine Frage des Glaubens JBK - ZDF)

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Johannes B. Kerner, deutscher Fernsehmoderator

 


"Die Menschen können sich zwar einen Gott zurechtmachen, den »lieben Herrgott« zum Beispiel, der einen ehrlichen Deutschen nicht im Stiche lässt, wenn er jeden Tag nur fünf Glas Bier trinkt. Aber das ist doch nicht Gott! [...]

Gott ist ein verborgener Gott. Das hat ein Mann, Jesaja hieß er, verstanden und aus Herzensgrund geschrieen: »Herr, wir können nicht zu dir kommen. Ach, dass du die Nebelwand zerrissest und kämest zu uns!«
Und denken Sie: Gott hat diesen Schrei gehört! Er hat die Nebelwand zerrissen und ist zu uns gekommen - in Jesus.“ „Ohne Jesus wüsste ich nichts von Gott. Er ist die einzige Stelle, wo ich Gewissheit über Gott bekommen kann! Wie kann man nur sagen: »Ich kann ohne Jesus auskommen«!“

„Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einem Journalisten, der mich interviewte und fragte: »Warum halten Sie eigentlich solche Vorträge?« Darauf habe ich ihm geantwortet: »Die halte ich, weil ich Angst habe, dass die Leute in die Hölle kommen.« Da lächelte er und erwiderte: »Gibt's doch gar nicht!« Und da habe ich gesagt: »Warten Sie's doch ab! In hundert Jahren wissen Sie es, ob Sie recht haben oder Gottes Wort.“

„Gott will, dass allen Menschen geholfen werde." "Und darum hat er seinen Sohn gegeben - zur Rettung, zur Versöhnung.
Gehen Sie mit mir nach Jerusalem. Da ist ein Hügel vor der Stadt.“ „Sehen Sie ihn an, den Mann mit der Dornenkrone, den Sohn des lebendigen Gottes!" «Warum hängt er da? Dieses Kreuz ist der Altar Gottes. Und Jesus ist das Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt, das versöhnt mit Gott. Sehen Sie: Solange Sie Jesus nicht gefunden haben, stehen Sie unter Gottes Zorn, auch wenn Sie's nicht merken, auch wenn Sie's leugnen. Und nur wer zu Jesus gekommen ist, steht unter dem Frieden Gottes: »Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten.«“
„Ohne Jesus habe ich keinen Frieden im Herzen, da kann ich tun, was ich will. Ohne Jesus kann ich nicht sterben ohne tödliche Angst. Und nun ruhen Sie nicht, bis Sie diesen Frieden Gottes haben, bis Sie gerettet sind!"

"Seit die Menschen sich planmäßig von Gott abgesetzt haben, können sie auch ganz gemütlich und harmlos von Ihm reden." "Erst wenn ein moderner Mensch in die Nähe Gottes kommt, dann merkt er: «Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.»"
"Kein Mensch hält es ungeschützt aus bei dem lebendigen Gott, dem verzehrenden Feuer. Darum kann man schon verstehen, dass die Menschen sich von Ihm absetzen. Aber das ist Wahnsinn. Gott trifft uns ja doch eines Tages. Die Bibel zeigt den besseren Weg: Versöhnung mit Gott. Also: Wer Gott wirklich will, der braucht Versöhnung!

Das hebräische Wort, das in unserem Text steht, heißt «kafar». Das bedeutet zunächst «bedecken», dann «vergeben», und schließlich hat es die Bedeutung «versöhnen». Daraus wird uns klar, warum eine Versöhnung nötig ist: um unserer Schuld vor Gott willen. Betrügt doch eure Seelen nicht, dass ihr euch einredet, ihr hättet vor Gott keine Schuld. Diese Schuld muss «bedeckt» werden, wir müssen «Vergebung» der Sünden haben. Und so geschieht die «Versöhnung» mit Gott." "«Jesus ist unser großer Hohepriester, der uns durch Sein Blut mit Gott versöhnt. Darum wollen wir zu Ihm gehen und Frieden mit Gott finden.»

Es gibt keinen anderen, keinen schwierigeren und keinen bequemeren Weg, als dass man wirklich ernst macht mit Jesus und sich Ihm ausliefert."

Pfarrer Wilhelm Busch (1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer - Essen, Jesus unser Schicksal, Aussaat: Aufl. 2005, ISBN 978-3761553558, http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer)

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Thomas Plaßmann, Wir wollen nicht provozieren: Cartoons über Gott und die Welt, 2009

 


"Positionen der historisch-kritischen Bibelexegese sind nicht mehr des Teufels; auch unter den Evangelikalen wird über Widersprüche und Irrtümer in der Schrift debattiert." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

DIE WELT (20. Februar 2008, Gernot Facius, Die "Frommen" sind auf dem Vormarsch)

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"Es sind nunmehr fast eineinhalb Millionen Evangelikale, die sich unter dem Dach der "Deutschen Evangelischen Allianz" [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz] versammeln. Manche Schätzungen kommen sogar auf bis zu 2,5 Millionen Evangelikale in Deutschland. [...]

Sie kuschelten sich in ihren frommen Ghettos ein, kritisierten selbst die Vertreter der Evangelikalen die eigenen Schäfchen immer wieder." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

taz (10.01.2009, Evangelikale in Deutschland. Um Gottes willen! www.taz.de)

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"Wir lassen uns nur in ein unwissenschaftliches Ghetto abdrängen, solange wir denen, die Offenbarungskritik betreiben, ihre Wissenschaftlichkeit nicht bestreiten. [...]

Die protestantische Bibelwissenschaft ist stolz darauf, dass sie „historisch-kritisch" ist. Umgekehrt sehen viele Evangelikale und Pietisten sowie Fundamentalisten in „der historisch-kritischen Methode" die Verkörperung des Bösen schlechthin. Man dürfe die Bibel nicht „historisch-kritisch" auslegen. […]

"Die Bibel ist das Wort Gottes." Genau genommen und provokativ formuliert ist das ein bibelkritischer Satz. Denn hier fällt ja jemand ein (logisches) Urteil über die Bibel der Art: x kommt (nicht) die Qualität/die Eigenschaft y zu. Auch mit der Aussage "die Bibel ist (nicht) x" stellst sich jemand über die Bibel und kategorisiert sie.
Ein solches Urteil über die Qualität der Bibel wäre nur dem möglich, der über der Bibel steht und der die Kompetenz hätte, sie einzuschätzen. [...]

Im Rahmen einer Hermeneutik der Demut muss es ein Anliegen sein, wenn möglich alle Reste eines cartesianischen Urteilsstandpunktes auszumerzen [Das Verb ausmerzen ist von Selektionstätigkeit abgeleitet und bezeichnet heute in etwa als ungeeignet aussondern oder auch beseitigen. Merzvieh sind zur Zucht ungeeignete Nutztiere, die daher ausgemerzt werden. Der Begriff stammt aus dem 16. Jahrhundert aus dem Bereich der Schafzucht. Dort wurden im März die zur weiteren Zucht ungeeignet erscheinenden Tiere aus der Herde ausgesondert. vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Merzvieh] und den, der die Bibel glaubend, vertrauend und hoffend liest, konsequent in die richtige Haltung zu ihr zu bringen."

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (2004, Theologe, 1996 – 2005 Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, 2007 CTL-Dekan [Chrischona Tabor Liebenzell], Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr)

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"Wer sind wohl die »schwarzen Schafe«? ... Die, die noch nicht auf Linie sind?"

Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ (Dezember 2007, Informationsbrief Nr. 245, Seite 28 f., http://de.wikipedia.org/wiki/Kein_anderes_Evangelium)

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"Vor allem die Evangelikalen ... opponierten heftig gegen das, was ihnen die Theologie-Professoren mit - wie mir schien - heimlicher Lust an der Provokation vorsetzten. Und etliche Studenten gefielen sich sehr in ihrer Rolle als Aufklärer, gerierten sich wie kleine Voltaires [http://de.wikipedia.org/wiki/Voltaire] und zogen, ein Vierteljahr tausend nach Voltaire, viel Lustgewinn aus ihrem Bestreben, die Evangelikalen als bemitleidenswerte Hinterwäldler vorzuführen.

Ich selbst saß meistens eher still dabei, litt ein wenig mit den Evangelikalen, konnte sie gut verstehen, aber nicht verteidigen. Jahrelang hatten sie in ihren christlichen Jugendgruppen engagiert gearbeitet, waren sie in ihren Gemeinden meistens die Einzigen, die noch was auf die Beine gestellt kriegten, hatten sie für ihr Leben viel Kraft aus den wörtlich geglaubten Geschichten der Bibel gezogen.

Ihnen, denen es wirklich ernst war mit ihrem Glauben, wurde nun dieser Glaube ausgerechnet von der geistigen Elite der Kirche zertrümmert. Das musste ihnen teuflisch vorkommen - der Theologieprofessor als Antichrist."

Christian Nürnberger (November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für Zweifler)

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"Die Ergebnisse sog. historisch-kritischer Arbeit sind nicht schon deshalb falsch, will sie kritisch, oder zu kritisch, zu radikal, glaubensschädigend etc. wären. [...]

Wir können eine Position nicht wegen ihrer negativen, unangenehmen oder ärgerlichen Ergebnisse ablehnen, - sondern nur aus einem Grund: weil sie falsch ist, weil ihre Voraussetzungen nicht tragen: theologisch nicht und wissenschaftlich nicht. [...] Die Kritik an der „historisch-kritischen Methode" trägt nicht [vgl. Historisch- kritische Methode]."

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (2004, Theologe, 1996 – 2005 Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, 2007 CTL-Dekan [Chrischona Tabor Liebenzell], Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr)

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"Um einen Wort- oder auch Geistfundamentalismus aufzubrechen und zu öffnen, bedürfte es einer tieferen Wahrnehmung des Verhältnisses von Wort und Geist. Der „Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig" (2. Kor 3,6), meinte Paulus. Fundamentalistische Strömungen sind blind für diese Unterscheidung zwischen Buchstabe und Geist […]

Evangelikal geprägte Christen sollten an einer Selbstunterscheidung gegenüber fundamentalistischen Tendenzen interessiert sein. Diese können nur von innen überwunden werden."

Dr. Reinhard Hempelmann (Dezember 2009, Theologe, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen EZW Berlin, Evangelikale Bewegung. Beiträge zur Resonanz des konserativen Protestantismus, EZW-Texte Nr. 206/2009)

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"Gratulation und herzlichen Dank, Dr. Hempelmann [siehe oben], können wir da als Evangelikale nur sagen. Evangelikale wie Nichtevangelikale in den Kirchen sollten diese Studie [EZW-Texte Nr. 206/2009, siehe oben] lesen und als Grundlage für intensivere Gespräche nutzen."

Prof. Dr. Thomas Schirrmacher (Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz)
Dr. Frank Hinkelmann (Vorsitzender der Österreichischen Evangelischen Allianz)
(2. Februar 2010, Dr. Reinhard Hempelmann schafft eine Grundlage für das Gespräch mit den Evangelikalen, www.thomasschirrmacher.info)
 

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Dr. Thomas Schirrmacher, Vorsitzender d. theol. Kommission der WEA, www.bucer.eu

 


"Dass die anders Denkenden nicht unterdrückt, sondern gewonnen werden sollen. Durch Diffamierung überzeugt und gewinnt man nicht, sondern man stößt die besten der Gegner ab."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (2. Mai 1933, Ev. Theologe, Die Aufgabe der Theologie in der gegenwärtigen Situation, Theologische Zeitschrift ThZ 53 (1997) Heft 3, Theologische Fakultät Uni Basel. Verlag F. Reinhardt 1997, Wichmann von Meding: Rudolf Bultmanns Widerstand gegen die Mythologisierung der christlichen Verkündigung, Seite 215)

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"Es sind aber gerade die Frommen unter den Bibelkritikern, die am Ende selbst jene für die Bibelkritik einnehmen, die ihr zunächst - aus gutem biblischem Grund - widerstehen."

Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1998, Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie wissenschaftlich ist die wissenschaftliche Theologie?")

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"Oft sind es die Freunde der Fundamentalisten, die am ehesten Einfluss auf sie haben. Wirft man diese mit Fundamentalisten oder gar mit Terroristen in einen Topf, erreicht man genau das Gegenteil von dem, was man erreichen möchte. […]

Wenn man etwa Gerhard Maier, Theologieprofessor und dann Bischof der Evangelischen Kirche in Württemberg, wegen seines differenzierten, aber letztlich evangelikalen Hermeneutiklehrbuches [Biblische Hermeneutik, siehe unten] als Fundamentalisten bezeichnet, übersieht man, welch großen ausgleichenden Einfluss Männer und Frauen wie er auch auf wirklich fundamentalistische Kreise haben.

Wer wirklich - auch innerhalb der Kirchen - den wahren Fundamentalismus austrocknen will, muss Menschen wie Maier [siehe Beiträge unten] fördern, nicht abschießen."

Prof. Dr. Thomas Schirrmacher (15. Januar 2010, Theologe, Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Fundamentalismus: Wenn Religion zur Gefahr wird, Scm Hänssler, ISBN 9783775152037, S.71)

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"Diplomatie ist die Kunst, einen Hund so lange zu streicheln, bis Maulkorb und Leine fertig sind."

(Stand Juli 2010, http://de.wikipedia.org/wiki/Diplomatie)

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"Zur Verständigung über den Begriff des Fundamentalismus ist es notwendig, seine Geschichte im Auge zu behalten. Von 1909 an erschienen in den Vereinigten Staaten insgesamt zwölf Bände unter dem Titel »The Fundamentals« [siehe unten]. Theologen wie G. Campbell Morgan, H.C.G. Moule, James Orr, A.T. Pierson, R.A. Torrey und B.B. Warfield beteiligten sich daran.

Es handelte sich um den groß angelegten Versuch, ein Übergreifen der historisch-kritischen Forschung, wie man sie vor allem in Europa betrieb, auf die nordamerikanische Theologie und auf die nordamerikanischen Ausbildungsstätten zu verhindern.

So schoben sich Themen wie Inspiration und Autorität der Schrift, Wunder, Heilstatsachen, Eschatologie, Gebet und Evangelisation in den Vordergrund."

Prof. Dr. Gerhard Maier (Theologe, 1990, 2001 - 2005 Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, 1980 - 1995 Rektor Albrecht-Bengel-Haus Eberhard Karls Universität Tübingen, Biblische Hermeneutik, Scm R. Brockhaus; Auflage: 6., Aufl. April 2009, ISBN 9783417293555, S.320)

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"Da ist es doch gut, sich an den Ursprung des Wortes „Fundamentalist" zu erinnern: Der Ausdruck „The Fundamentals" [siehe oben] wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA für fünf Aussagen verwendet:

1. Die Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift,
2. Christi Jungfrauengeburt,
3. der Sühneopfertod Jesu,
4. die leibliche Auferstehung,
5. die Wirklichkeit der in der Bibel bezeugten Wunder. [...]

Ohne jeden Interpretationsspielraum diese fünf Aussagen wortwörtlich bejahen zu müssen - das ist für mich Fundamentalismus!"

Bischof Dr. Wolfgang Huber (29. April 2009, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Herr Bischof, wer ist eigentlich ein Fundamentalist? Interview. ideaSpektrum 18/2009, Seite 17)

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"Wenn man heute in angemessener Weise von einem wissenschaftlichen Fundamentalismus sprechen will, dann bezeichnet man damit am besten eine breite theologische Strömung, die in irgendeiner Weise auf jene Fundamentals [siehe oben] zurückzuführen ist und die auch heute noch die Inspiration der ganzen Schrift (»plenary inspiration«) und ihre Irrtumslosigkeit betont, wobei zumindest der eine oder andere jener oben angegebenen Grundzüge in Erscheinung tritt. Auf diese Weise hätte man einen angemessenen und praktikablen Begriff. [...]

Es vier Gründe, weshalb wir uns dem oben skizzierten Schriftverständnis des wissenschaftlichen Fundamentalismus nicht anschließen können:

Da ist zunächst die einfache Tatsache, dass wir aus einer anderen Geschichte herkommen. […] Ferner haftet dem Fundamentalismus immer noch ein defensiver Charakter an. … Er muss mindestens zeigen, dass die Bibel nicht notwendig irrt. So gerät man leicht in den Verdacht, »verkrampft« zu sein. […] Drittens ist zu sagen, dass der Fundamentalismus ebenso wie die Orthodoxie starke deduktive [http://de.wikipedia.org/wiki/Deduktiv] Züge trägt. […]

Der vierte Grund hängt eng mit dem dritten zusammen. Öfters argumentiert man im Fundamentalismus logisch-rational [siehe unten] anstatt biblisch-exegetisch."

Prof. Dr. Gerhard Maier (Theologe, 1990, 2001 - 2005 Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, 1980 - 1995 Rektor Albrecht-Bengel-Haus Eberhard Karls Universität Tübingen, Biblische Hermeneutik, Scm R. Brockhaus; Auflage: 6., Aufl. April 2009, ISBN 9783417293555, S. 320 u. 325-326)

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"Es zeigt sich, wie verführerisch und gefährlich ein rationalistisches, philosophisch-heidnisches, der Domino-Theorie [siehe unten] (auch der Chicago-Erklärung [http://de.wikipedia.org/wiki/Chicago-Erklärung]) zugrunde liegendes Wahrheitsdenken ist." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (Dezember 2001, 1996 – 2005 Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, 2007 CTL-Dekan [Chrischona Tabor Liebenzell], Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Gemeinsame Liebe. Wie Evangelikale die Autorität der Bibel bestimmen., Seite 53+54)

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"Es muss alles stimmen, bis aufs I-Tüpfelchen, und wenn nicht alles, auch das I-Tüpfelchen nicht stimmt, dann ist alles falsch [vgl. Domino-Theorie, siehe oben]. Das ist heidnische Philosophie, und das ist in der Vergangenheit ein Einfallstor des Teufels gewesen, mit dem er biblische Theologie buchstäblich madig gemacht hat."

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (2004, Theologe, Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr, Seite 108)

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"Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht."

Jesus Christus (Matthäus 5,18)

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"Besser ein Patient Christi als ein Doktor der Theologie."

Bodo Riedel (2003, Pädagoge, Bremen)

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"Die neuzeitliche Exegese wird bis in die Gegenwart hinein durch die historisch-kritische Methode bestimmt. Gegenüber dieser Methode erschien die Schriftauslegung der Väter als minderwertig, ja als nicht eigentlich »wissenschaftlich«."

Prof. Dr. Andreas Merkt (2006, Regensburg, http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/Theologie/alte-kg/ntp/)

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"Schwärmer und Mucker [Anhänger des Pietismus, http://de.wikipedia.org/wiki/Mucker] sind beide schrifttoll."

Herrnhuter [http://de.wikipedia.org/wiki/Herrnhuter_Br%C3%BCdergemeine] und Pietist [http://de. wikipedia.org/wiki/Pietismus] Böhm [BÖHME, Anton Wilhelm, alias Anthony William Boehm, 1673 - 1722, einflussreichster Pietist in London, www.bautz.de]. Guyon [Jeanne Marie Guyon du Chesnoy, http://de.wikipedia.org/wiki/Jeanne_Marie_Guyon_du_Chesnoy]."

Prof. Dr. Immanuel Kant (1798, Philosoph, Kant: AA XV, Reflexionen zur Anthropologie, Seite 219, www.korpora.org/Kant/aa15/219.html)

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"Früher galten Fundamentalisten als Schwärmer [siehe oben]"

Das Erste (5. Dezember 2007, Dokumentation "Fanatisch, fundamentalistisch, fromm." "SWR, NDR und WDR begeben sich in den USA, in Israel und im Jemen auf Spurensuche, wie aus Frömmigkeit Fundamentalismus und Fanatismus werden kann." www.daserste.de)

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"Historisch ist der Fundamentalismus eine christliche Erfindung; seine Wurzeln hat er in einer konservativen Bewegung im US-Protestantismus im 19. Jahrhundert, als deren organisatorische Gründerfigur ein baptistischer Geistlicher gilt, der 1872 verstorbene James Inglis.

Sein Nachfolger, der Presbyterianer James H. Brookes, gab eine einflussreiche religiöse Zeitschrift mit dem bezeichnenden Titel „The Truth“ heraus. Zwölf programmatische Streitschriften gegen die wissenschaftlich-kritische Auseinandersetzung mit der Bibel erschienen 1902 unter dem Titel „The Fundamentals“ [The Fundamentals, 1910-1915] und sollten Namensgeberinnen der Bewegung werden.

Das kategorische Nein zu irgendeiner anderen Bibellektüre als der wörtlichen und der unbedingte Glaube an die Unfehlbarkeit der Bibel war – und ist – denn auch die Kernüberzeugung jener fundamentalistischen Christen."

DER TAGESSPIEGEL (9.8.2009, Andrea Dernbach, Fundamentalismus ist eine christliche Erfindung,  www.tagesspiegel.de)

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Hinweis in eigener Sache:

Der nachfolgende Artikel zitiert Auszüge aus www.nikodemus.net (Stand 28. November 2006). Der ERF hat zwischenzeitlich nikodemus.net abgeschaltet und eine Verbreitung der Beiträge untersagt.

Das Zitieren des Beitrags kann straf - und zivilrechtliche Folgen seitens des Evangeliums-Rundfunk Medien e. V. (ERF) nach sich ziehen (Abmahnkosten 899,40 Euro).


"Wo hört es auf, und wo fängt es an? Hat es die Schöpfung nicht oder gar anders gegeben? Hat Gott zu Abraham gesprochen? Gab es die Sintflut nicht oder jedenfalls nicht in einem globalen Ausmaß?

All diese Punkte sind nicht nebensächlich, denn Jesus Christus bezieht sich im Neuen Testament auf sie, um die Zuverlässigkeit seiner Botschaft und die Glaubwürdigkeit seiner Person zu unterstreichen.

[Jesus Christus: "..von Beginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau."  Markus 10, 6

Jesus Christus: "Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut - sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging; und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin -, so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohns." Matthäus 24, 38+39]

Wenn diese Aussagen der Bibel falsch sind, fällt damit auch die Autorität Jesu.

Entweder ist Gott der, für den er sich ausgibt, oder er ist es nicht. Gott stellt sich durch die Bibel als zuverlässig, allmächtig, allwissend, omnipräsent [allgegenwärtig], glaubwürdig, richtend, liebend, ehrwürdig, erhaben usw. dar.

Wenn die Bibel das nicht richtig wiedergibt, dann muss ich mir einen anderen Glauben suchen, und du solltest erst gar nicht damit anfangen. Schließlich geht es hier nicht um ein Hobby oder eine Philosophie. Es geht um nichts geringeres als um dein Leben.

Glaubst Du dem, was Gott über dich und sich selbst in der Bibel sagt?"

(www.nikodemus.net/478, Stand 27. September 2006)

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Sibylle u. Steffen Beck, Pastoren ICF Karlsruhe, www.icf-karlsruhe.de (2015)


 

"Die Bibel im 1. Buch Mose ist keine wissenschaftliche Abhandlung wie die Welt entstand […] das sind keine Geschichtsberichte […] sondern sind Sagen, Fabeln von der literarischen Gattung her und Geschichten die man sich erzählt hat. […]
Damals ging's einfach so, die Götter haben die Sternchen an den Himmel gesetzt und die Götter haben gesprochen und ruck es war"

Pastor Steffen Beck (23 März 2014, Leitender Pastor ICF-Karlsruhe, Vorsitzender der Evangelischen Allianz Karlsruhe, Podcast: Die Schöpfungsgeschichte, www.icf-karlsruhe.de/media/podcast.html, Stand März 2014)

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Jürgen Werth (ERF): "Die ganze Frage der Schöpfung wird sehr unterschiedlich gesehen." […]

Meinhard Schmidt - Degenhard: "Würden Sie - Stichwort Kreationismus [vgl. Kreationismus] - für sich sagen, ich glaube, dass Gott das wirklich vor sechs bis siebentausend Jahren in sechs Tagen gemacht hat?"

Jürgen Werth (ERF): "Ich für mich glaube das nicht."

Meinhard Schmidt - Degenhard: "Sie glauben das nicht?"

Jürgen Werth (ERF): "Ich kann jetzt nicht für die ganze Bewegung [Evangelische Allianz] sprechen. Ich glaube zwar, dass Gott das tun kann - also wenn ich an Gott glaube, glaube ich auch, dass das ihm möglich ist. Aber ich glaube auch, dass ihm das möglich ist, das in einem Prozess zu machen, der über viele Millionen Jahre geht."

Jürgen Werth (7. Oktober 2007, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), 1994 bis 2014 Direktor des Evangeliums-Rundfunks (ERF), Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)

Diskussion


"Es ist wahrlich eine großartige Ansicht, dass der Schöpfer den Keim alles Lebens, das uns umgibt, nur wenigen oder nur einer einzigen Form eingehaucht hat, und dass, während unser Planet den strengsten Gesetzen der Schwerkraft folgend sich im Kreise geschwungen, aus so einfachem Anfange sich eine endlose Reihe der schönsten und wundervollsten Formen entwickelt hat und noch immer entwickelt."

Charles Darwin (24. November 1859, britischer Naturforscher, Die Entstehung der Arten, Herausgeber: Heinrich Schmidt, J. V. Carus, 1884)

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Volker Panzer:
"Glauben Sie, dass Darwin Recht hat?"

Jürgen Werth (ERF):
"Das ist eine Frage, auf die ich keine wirkliche Antwort habe. Ich glaube aber auch nicht, dass es eine wirklich entscheidende Frage ist."

Jürgen Werth (16. November 2009, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), 1994 bis 2014 Direktor des Evangeliums-Rundfunks (ERF), Gehet hin in alle Welt!, ZDF Nachtstudio, www.zdf.de)

Diskussion


"Über 99 Prozent der bisherigen Daseinszeit unseres Planeten kam dieser Planet prima ohne uns Menschen aus. Aber machen wir nicht den eigentlichen Reiz dieses gigantischen Unternehmens aus?
Vorher blieb das Spektakel ohne Zuschauer.
Erst in uns, in unserem Schauen und Bewundern, in unserer Freude, unserer Dankbarkeit und unserem Lobpreis, in unserem verschwenderischen Geben und Nutzen kommt die Schöpfung nach Jahrmilliarden endlich, endlich zu ihrer Erfüllung."

Pfarrer Werner Tiki Küstenmacher (22. September 2008, JesusLuxus: Die Kunst wahrhaft verschwenderischen Lebens, S. 256)

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"Die Erschaffung der Welt stellt kein Rätsel dar, dem wir hinterherrechnen und dessen Existenz wir beweisen könnten, sondern sie ist göttliches Geheimnis. Deshalb sind wir im Gefolge eines reformatorischen Pietismus kritisch gegenüber einem fundamentalistischen Kreationismus [lat. creare „erschaffen“, Schöpfungsglauben], der die biblischen Schöpfungszeugnisse als naturwissenschaftliche Darlegungen versteht."

Dr. Christoph Morgner (11.02.2008, Theologe, 1989 - 2009 Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften], Theologischer Bericht des Präses, „Euer Werk hat seinen Lohn“, Mitgliederversammlung des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes)

Diskussion


"Anders als die Erzählungen von der Befreiung Israels aus Ägypten, der Übermittlung des Gotteswillens am Sinai oder die prophetische Botschaft von Gericht und Heil gehört das Bekenntnis zu Gott als „Schöpfer des Himmels und der Erde“ (vgl. Gen 14; 19) nicht zum ältesten Traditionsbestand des Alten Testaments. ...

Dabei hat Israel auf Schöpfungsvorstellungen aus seiner altorientalischen Umwelt zurückgegriffen und sie im Rahmen seiner Erfahrungen mit Gott und seines Weltverständnisses völlig neu interpretiert."

Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) (01. April 2008,  EKD-Orientierungshilfe. Rat der EKD: Weltentstehung, Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube in der Schule, EKD-Text 94, http://www.ekd.de/download/ekd_texte_94.pdf)

Diskussion


"Viele der Erzählungen oder Erzählungsstoffe müssen schon vorher bestanden haben, ehe sie im Munde Israels diesen neuen Sinn erhalten haben.
Sie müssen als schöne Geschichten längst umgelaufen sein und werden ihrem Ursprung nach reine Gebilde der Phantasie sein […] vielleicht wird man den Ausdruck „märchenhaft“ vorziehen. […] Die Genesis [griech.: Schöpfung, 1. Buch Mose] ist eine Sammlung von Sagen."

Prof. Dr. Hermann Gunkel (1901, Theologe, Hauptvertreter der Religionsgeschichtlichen Schule und Begründer der Form- und Gattungsforschung am Alten Testament. Genesis (GenesisDiskussion), 9. Aufl.: 1977, Auflage: 9. A. Juni 1999, ISBN 978-3525516515)

Diskussion


"Der Kreationismus
[lat. creare „erschaffen“, Schöpfungsglauben] - das ist ein definierendes Merkmal des Fundamentalismus."

Prof. Dr. Erich Geldbach (7. Oktober 2007, Theologe, Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)

Diskussion

 

Baptistischer Theologe Prof. Dr. Erich Geldbach

 


"Je mehr die Strömung der Bibelkritik auch in gemäßigter Form sich vergrößert, umso mehr werden die Bibeltreuen zu unmöglichen Außenseitern gestempelt werden."

Prof. Dr. Samuel R. Külling (Ende der 1960er Jahre, Theologe, Gründer und erster Rektor der STH,  Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel)

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"Einig gegen christliche Fundamentalisten"

"Vertreter von Landeskirchen, Freikirchen und Evangelischer Allianz (DEA) haben in einer Fernsehdiskussion des Hessischen Rundfunks am 7. Oktober Einigkeit in der Ablehnung eines „christlichen Fundamentalismus“ bekundet. […]

Nach Auffassung des baptistischen Theologen Prof. Erich Geldbach (Marburg) ist es das zentrale Kennzeichen christlicher Fundamentalisten, die Bibel als irrtumslos und unfehlbar zu betrachten. Daraus folge etwa der Kreationismus, die Vorstellung, dass Gott die Erde in sechs Tagen geschaffen habe.
Christliche Fundamentalisten klebten an den Buchstaben der Bibel und betrieben „Wortterror“. Viele seien dazu übergegangen, sich nicht mehr fundamentalistisch, sondern „bibeltreu“ zu nennen.

Die gemäßigten Gruppen in der Evangelischen Allianz ließen sich zu sehr von diesen Fundis einbinden."

Idea (07.10.07, Einig gegen christliche Fundamentalisten, www.idea.de)

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"Moderiert wurde die Sendung [Hardliner Gottes - Hessischer Rundfunk, siehe oben] von Schmidt-Degenhard – der ob einer nicht zu übersehenden Einigkeit zwischen den Teilnehmern in einigen Fragen sogar von einer "Großen Koalition" von Evangelischen und Evangelikalen sprach.

Überwiegend einig waren sich die Teilnehmer in der Abgrenzung von "christlichen Fundamentalisten"."

Christliches Medienmagazin pro (8.10.2007, HR-Diskussion: Offene Fragen in der "Großen Koalition", www.pro-medienmagazin.de)

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"Wir machen alles so wie alle anderen auch, nur 20 Jahre später."

Pfarrer Rudolf Westerheide (Mai 2007, Bundespfarrer des Jugendverbands „Entschieden für Christus“ (EC), Hauptamtlichen-Kongress des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften)

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"Als der Begriff "Fundamentalismus" vor etwa anderthalb Jahrhunderten aufkam, bezeichnete er eine bestimmte Vorstellung von der Bibel: Sie sei gleich einem vom Himmel gefallenen Buch, ohne Fehl und Tadel, über jede Kritik erhaben. [...]

Daneben gibt es immer wieder aktuelle Einzelfragen, bei denen sich der fundamentalistische Ungeist regt. Dann ist die Kirche gefordert, nach innen wie nach außen, gegenüber den Kirchenmitgliedern wie gegenüber der Öffentlichkeit für Aufklärung zu sorgen."

EKD-Kirchenamtspräsident Dr. Hermann Barth (Oktober 2008, Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), WIR - gemeinsam unterwegs" Ausgabe Nr. 6 - Okt./ Nov. 2008, Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband e.V.)

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"Ich glaube, dass ich sagen kann - für unsere Bewegung [Evangelische Allianz], dass die Zahl derjenigen, die die Bibel Wort für Wort wörtlich nehmen - die sagen jedes Wort, jeder Buchstabe ist verbal von Gott inspiriert – und die Bibel ist sozusagen vom Himmel gefallen, dass der Kreis derjenigen nicht allzu groß ist."

Jürgen Werth (7. Oktober 2007, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), 1994 bis 2014 Direktor des Evangeliums-Rundfunks (ERF), Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)

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"Heutzutage gibt es nicht mehr allzu viele Fundamentalisten. Ich weiß nicht, ob Sie das wissen oder nicht, aber sie sind eine kleine Minderheit." ... "Nun, das Wort "Fundamentalist" kommt tatsächlich aus einem Dokument aus den 1920er Jahren mit dem Titel “Die 5 Fundamente des Glaubens”. ** [siehe unten]

Und das ist eine sehr gesetzliche, enge Sicht des Christentums"

Dr. Rick Warren (23.05.2005, Evangelikaler Theologe [40 Tage Leben mit Vision] Pew Forum on Religion, Monday, May 23, 2005 - Key West, Florida)

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** "Die so genannten "Fundamentalismen" waren folgende:

(1)  Die Unfehlbarkeit der Bibel;
(2)  die Jungfrauengeburt bzw. die Göttlichkeit Jesu;
(3)  der Sühnetod Jesu;
(4)  seine leibliche Auferstehung;
(5)  die sichtbare Wiederkunft Christi."

Katharina Reiss (2005, Fanatischer Fundamentalismus in christlichen Gemeinschaften, Merkmale und Entstehungsbedingungen)

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Dr. Rick Warren, Saddleback Church in Lake Forest, Kalifornien

 


"Der Unterschied zwischen „Fundamentalists“ und „Evangelicals“ ist in Europa kaum bekannt."

Rheinischer Merkur (10.04.2008, Tragbalken des Protestantismus)

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Warren sagt voraus, dass der Fundamentalismus in allen Spielarten "einer der großen Feinde im 21. Jahrhundert sein wird."

"Muslimischer Fundamentalismus, christlicher Fundamentalismus, jüdischer Fundamentalismus, säkularer Fundamentalismus – sie werden alle von Furcht angetrieben."

Dr. Rick Warren
(08.01.2006, Evangelikaler Theologe, „The Purpose-Driven Pastor“, The Philadelphia Inquirer)

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Morgner: "Fundamentalismus ist eine Angstreaktion auf die Verunsicherung der Moderne. Für einen Fundamentalisten ist die Bibel das Fundament des Glaubens, in allen Aussagen völlig irrtumslos und unfehlbar."

idea: "Ist sie das denn nicht?"

Morgner: "Diese Begriffe werden der Bibel nicht gerecht. Sie liegt uns nicht im Original vor. Sie ist vielmehr aus zahlreichen hebräischen und griechischen Handschriften zusammengestellt worden, in denen manche Stellen kaum zu übersetzen sind, d. h. es ist nicht immer deutlich, was eigentlich gemeint ist.
Von daher kann man nicht einfach behaupten, die Bibel sei in allem unfehlbar. Sie ist Gottes Wort, das jedoch von Menschen - geleitet durch den Heiligen Geist - geschrieben ist. Und wo Menschen etwas wiedergeben, schleichen sich auch mal Unzulänglichkeiten ein. Entscheidend ist, dass uns die Bibel auf dem Weg des Heils führt."

idea: "Und was ist nun der Unterschied zwischen einem Pietisten und einem Fundamentalisten?"

Morgner: "Der Pietist sagt: „Ich glaube an Jesus Christus, von dem in der Bibel Zeugnis abgelegt wird." Der Fundamentalist glaubt sowohl an Jesus Christus als auch an die Bibel."

Pfarrer Dr. Christoph Morgner (26.08.2009, Theologe, 1989 - 2009 Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften], Pietisten sind keine Fundamentalisten, ideaSpektrum 35/2009, S.15)

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"Herr Dr. Hempelmann, woran erkennt man eigentlich christlichen Fundamentalismus?"

"Zum christlichen Fundamentalismus gehört ein bestimmtes Schriftverständnis. Es besagt, dass die Schrift in allen ihren Aussagen unfehlbar und irrtumslos gültig ist, nicht nur in ihren theologischen, den Glauben bezeugenden Aussagen. Man sucht und findet in der Bibel auch ein Informationswissen zur Weltentstehung, zum Endzeitablauf, zur wirksamen und schnellen Heilung von Krankheiten." [...]

"Kann man mit Fundamentalisten reden, oder verlässt man die Gemeinde am Besten sofort?"

"Es ist schwer, mit Fundamentalisten zu reden. Es gibt aber keine Alternative zum Versuch eines Dialoges. Jesus redete mit allen, auch mit seinen Kritikern und Gegnern. Fundamentalismus ist eigentlich eine Angstreaktion, die aus einer tiefen Verunsicherung kommt. Wer sich auf fundamentalistische Glaubensgrundsätze einlässt, sucht in einer komplexen, unübersichtlichen Welt nach einem festen Halt. ...

Gottes Geist bewirkt Vielfalt. Die Anerkennung von Vielfalt ist ein Weg, fundamentalistischen Verfestigungen zu begegnen."

Dr. Reinhard Hempelmann (Oktober 2008, Theologe, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) Berlin, WIR - gemeinsam unterwegs, Ausgabe Nr. 6 - Okt./ Nov. 2008, Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband e.V.)

Diskussion


"Manche dieser Gemeinden oder dieser Gruppen haben ihren Anfang in einer Kirchengemeinde, in einer evangelischen Kirchengemeinde. Ein Jugendkreis, der plötzlich eine Art Erweckung erlebt und auf einmal sagt, ja wir wollen jetzt aber Kirche so, wie sie im neuen Testament steht, ohne Wenn und Aber - diese Verlockung man könne ganz zurückgehen auf den Anfang.

Dieser Anfang ist sehr gut nachvollziehbar, aber sie kapseln sich dann ab innerhalb der Gemeinde und dann kommt irgendwann der Punkt, wie auch Herr Werth [Jürgen Werth, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz] gesagt hat, dass sie die Vielfalt nicht mehr ertragen, dass sie alles, was die Bibel anders sieht, als falsch betrachten und sich dann abkapseln."

Pfarrerin Annette Kick (7. Oktober 2007, Ev. Weltanschauungsbeauftragte der Württembergischen Landeskirche, Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)

Diskussion


"In christlichen Hauskreisen entsteht „eine Religion von unten, die kein kirchliches Angebot ist“. Manche Kreise entwickeln ein eigenes Tauf- oder Abendmahlsverständnis und feiern die Sakramente ohne Beteiligung eines Pfarrers. Das ist das Ergebnis einer Promotionsarbeit … „Die hausgemachte Religion“ … Dekan Richard Reininghaus […]

Viele Pfarrer schätzten, dass Hauskreismitglieder oft gleichzeitig auch engagierte Gemeindemitarbeiter seien. Andere gingen auf Distanz, wenn sie merkten, dass ihr Einfluss auf die Hauskreise begrenzt sei. „Manche Pfarrer wollen ihre Macht behalten“, so Reininghaus."

idea (25.02.2009, Württemberg: Hauskreise fördern „Religion von unten“, www.idea.de)

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"Zwar kommt es auch ... zu massiven Konflikten zwischen liberalen und evangelikalen Christen innerhalb der Kirchgemeinden. Die meisten konservativen Christen indes sind in den von der Landeskirche unabhängigen Freikirchen «ausgelagert».

Fundament des Fundamentalismus ist dort nicht die Institution Kirche, sondern eben die Heilige Schrift."

Michael Meier (Juli 2005, Schweizer Journalist, Mit aggressiver Kulturkritik gegen die gottlose Welt, Tages-Anzeiger v. 13.07.2005)

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"Die Spannungen zwischen Landeskirchen und Evangelikalen sind heute eher zu vernachlässigen, wenn so gar nicht mehr vorhanden.

Dies liegt zum einen daran, dass sich verschiedene Gemeinden innerhalb der Evangelischen Allianz aus der landeskirchlichen Gemeinschaft zurückgezogen haben, d.h. die Mitglieder sind nicht selten samt Prediger aus der Landeskirche ausgetreten."

Bischof Prof. Dr. Friedrich Weber (7. März 2009, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Die Herausforderung konfessionsüberschreitender christlicher Strömungen. Vortrag zur Tagung „30 Jahre ACK Sachsen-Anhalt“ am 7. März 2009 in Magdeburg, www.landeskirche-braunschweig.de)

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Dr. Friedrich Weber, Landesbischof d. Ev.-Luth. Landeskirche in Braunschweig

 
 

"Wer sich als Fundamentalist bezeichnet, sagt damit dem anderen: Ich verfüge über die Wahrheit und bin deshalb keinerlei Argumenten mehr zugänglich. Ich kann nur noch ausposaunen, aber nicht mehr in einen Dialog eintreten."

Dr. Christoph Morgner (Februar 2007, Theologe, 1989 - 2009 Präses des Evangelischen Gnadauer Gemein-schaftsverbands [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften], Theologischer Bericht des Präses 2007, Seite 22 u. 23, http://www.gnadauer.de/aktuell/pdf/2007_02_praesesbericht.pdf)

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"Die Fähigkeit zum Dialog mit Menschen, die von der eigenen Überzeugung abweichende oder ihr widersprechende Haltungen haben, geht verloren. [...] Fundamentalistische Haltungen entstehen ... wenn folgende Merkmale anzutreffen sind:

1.   Ein Zurück zur idealen Urzeit.
2. Ein nicht-symbolisches, wortwörtliches Verstehen und konkret-politisches Umsetzen heiliger Schriften.
3.  Ein dualistisches Weltbild. (Die Welt ist der Kampfplatz von „Gut“ und „Böse“, nur eine von beiden Mächten kann siegen. Grautöne und ein „sowohl - als auch“ gibt es nicht, die Werte sind „schwarz – weiß“, es heißt „entweder – oder“.)
4.  Eine allergische Abwehrhaltung gegenüber pluralistischen Einstellungen."
[vgl. die Koexistenz verschiedener Religionen,  http://de.wikipedia.org/wiki/Pluralismus]
[vgl.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pluralismus_%28Theologie%29]

Dr. Fritz R. Huth (Februar 2002, Theologe, Beauftragte für Weltanschauungsfragen der EKHN Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Arbeitshilfe Fundamentalismus. Herausgegeben vom „Zentrum Ökumene“ der EKHN)

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"Ich würde für mich nicht sagen ich bin Fundamentalist, und ich glaube ich kann das auch nicht für die Evangelische Allianz [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz] sagen.

Fundamentalisten sind Leute, die letzten Endes gesprächsunfähig sind. Die sagen, so wie ich das sehe, ist das richtig - und so wie du das siehst, ist es falsch. Und die auch sagen würden es gibt nur schwarz und weiß und ja und nein und nichts dazwischen.

Die Evangelische Allianz ist eine sehr bunte, sehr breite Bewegung."

Jürgen Werth (7. Oktober 2007, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), 1994 bis 2014 Direktor des Evangeliums-Rundfunks (ERF), Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)

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"Ich kenne keinen modernen Theologen, der die Bibel wirklich wörtlich auslegt."

Prof. Dr. Ulrich Kutschera (31. Oktober 2006,  Evolutionsbiologe, Kreationisten im Aufwind, DIE ZEIT)

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"Einer der zentralen Sätze des christlichen Fundamentalismus ist der, dass die Bibel als Wort Gottes wörtlich zu nehmen sei."

Melanchthon-Akademie - Evangelischer Kirchenverband Köln u. Region (07.02.2006, "Christlicher Fundamentalismus heute", Vortrag in Overath, www.theologie-koeln.de/PDFs/Fundamentalismus.pdf)

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"Tatsächlich besteht eine der schlimmsten Sünden des Christentums darin, die Bibel zum Gegenstand des Glaubens gemacht zu haben. [...]

Dabei ist der Gegenstand des christlichen Glaubens doch gerade nicht die Schrift, sondern Jesus. Mit der Behauptung, dass die Bibel Wort für Wort von Gott inspiriert sei, hat man die historische Kritik an der Bibel erst heraufbeschworen und damit die Krise des traditionellen Christentums mit erzeugt."

Prof. Dr. Herbert Schnädelbach (25. März 2009, Philosoph. Das Streitgespräch, ideaSpektrum 13/2009, S. 18)

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"Es muss unter uns dem Missverständnis gewehrt werden, als sei das Bibelbuch das Fundament unseres Glaubens."

"Paulus sagt uns anderes: Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus (1Kor 3,11). Damit wird die Basis unseres Glaubens markiert." [...]

"Unser Glaube ist Personglaube, der sich auf Jesus Christus richtet. Betrachten wir dagegen die Bibel als unser Glaubensfundament, kommen wir aus der ständigen Defensive nicht heraus.

Dann werden uns die Zeitgenossen genüsslich auf manche Stellen im Alten Testament hinweisen, in denen von göttlich legitimierter Gewalt die Rede ist. Dann haben wir mit Abwehr und Apologetik [griechisch apologia - Verteidigung, Rechtfertigung], z.B. in der Schöpfungsfrage [vgl. Kreationismus], genug zu tun, ohne missionarisch auch nur einen Schritt voranzukommen." (Seite 22) 

"Wir haben ein Fundament - aber wir sind keine Fundamentalisten." (Seite 23)

Dr. Christoph Morgner (Februar 2007, Theologe, 1989 - 2009 Präses des Evangelischen Gnadauer Gemein-schaftsverbands [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften], Theologischer Bericht des Präses 2007, Seite 22 u. 23, http://www.gnadauer.de/aktuell/pdf/2007_02_praesesbericht.pdf)

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"Evangelikale sollten sich nicht Fundamentalisten nennen, empfiehlt der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), Pfarrer Christoph Morgner (Kassel).
Sie würden sonst mit „Bomben legenden Hamas-Anhängern, fanatischen Hisbollahs und sonstigen religiösen und politischen Radikalinskis gleichgesetzt,“ sagte er bei der Mitgliederversammlung des pietistischen Dachverbands am 13. Februar in Wildberg (Nordschwarzwald).

Auch aus theologischen Gründen sei Fundamentalismus abzulehnen."

idea / Dr. Christoph Morgner (13.02.2007, Theologe, Pietisten wollen keine Fundamentalisten sein, www.idea.de)

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"Ein in sich geschlossenes System, wie es der Fundamentalismus darstellt, nimmt gefangen – weil es darin zumindest scheinbar leichter ist, mit dem Leben zurechtzukommen, auf alle Fragen gibt es ja klare Antworten.

Zudem spielt im Fundamentalismus oft der Machtfaktor eine wichtige Rolle. Letztlich kommen Sie aus so einem geschlossenen System nur heraus, indem Sie ausbrechen. Und das geht womöglich nicht aus eigener Kraft. In den USA gibt es analog zu den Anonymen Alkoholikern die „Fundamentalists Anonymous“."

"Insofern sehe ich den Fundamentalismus als das Gegenteil der Evangelischen Freiheit."

Prof. Dr. Erich Geldbach (September 2006, baptistischer Theologe, SMD transparent Marburg, http://www.smd.org/nc/lesestoff/transparent/archiv/3-06-fundamentalismus/?file=285&uid=1429)

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"Der Monatsspruch für den Juni [Galater 5,1] benennt eine Freiheit, die nicht nur Symbol, sondern erfahrbare Wirklichkeit des neuen Lebens mit Christus ist. Mit ihr öffnet sich im wahrsten Sinne des Wortes eine „Neue Welt", die ihre Vollendung in Gottes Neuer Welt findet."

"Doch diese Freiheit ist gefährdet durch einen gefährlichen Virus."

Gemeinschaftsinspektor Otto-Erich Juhler (Juni 2006, Gemeinschaft unterwegs – Nr. 6, Ausgabe Juni 2006, 86. Jahrgang, Seite 2 – Editorial und Impuls, Mitteilungsblatt Evangelischer Gemeinschaftsverband Pfalz e.V.: Verband landeskirchlicher Gemeinschaften - freies Werk innerhalb der Evangelischen Kirche der Pfalz)

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E-Coli-Bakterien, REUTERS/Eric Erbe/USDA

 


"Europa scheint von dem "fundamentalistischen" Bazillus aufgrund des Zaubertranks "Säkularität" weitgehend frei zu sein."

Prof. Dr. Volkhard Krech  (1. Juli 2005, Ev. Theologe, Ruhr-Universität Bochum, Europa als Wertegemeinschaft? Integralistische Tendenzen im Diskurs über die europäische Identität.
- Die europäische Situation. In: Stefan Alkier / Hermann Deuser / Gesche Linde (Hg.), Religiöser Fundamentalismus. Analysen und Kritiken, Tübingen: Francke, 2005, S. 48)

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"Fundamentalisten sind auch Menschen."

Prof. Dr. Dr. Heinrich Schäfer (30. Mai 2006, Ev. Theologe u. Soziologe, Universität Bielefeld, Fundamentalismen und Modernen, Evangelischer Pressedienst epd, epd-Dokumentation 22/2006, S. 11, Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik GEP)

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"Zum einen muss ich der Berichterstattung von idea entnehmen, dass in dieser Sendung [Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte] von Jürgen Werth [2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz] die anscheinend zutreffende Feststellung gemacht wurde, dass der Kreis derjenigen, die die Bibel Wort für Wort als vom Heiligen Geist inspiriert betrachtet, zu denen auch ich gehöre, nur noch eine Minderheit innerhalb der Evangelischen Allianz darstellt. Das bedauere ich sehr und beobachte es mit großer Sorge.

Zum anderen hat mich die Formulierung von Prof. Erich Geldbach aufgewühlt, der Christen, die die Bibel als irrtumslos verstehen, als „Wortterroristen" tituliert und damit die bereits zweideutige Bezeichnung „Fundamentalist" noch weiter überspannt.

Mich macht es auch betroffen, wenn sich Vertreter eines konservativen Bibelverständnisses als gesprächsunfähig oder rechthaberisch erweisen. Die aggressive Wortwahl von Prof. Erich Geldbach  [baptistischer Theologe] beschädigt jedoch mindestens genauso nicht nur den theologisch Andersdenkenden, sondern auch das allgemeine Bild der Christen in der Öffentlichkeit."

Andreas Klotz (17. Oktober 2007, Direktor der Evangelischen Gesellschaft für Deutschland,
http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Gesellschaft_für_Deutschland, ideaSpektrum 42/2007, S. 4 u. ideaSpektrum 43/2007, S. 4 [Richtigstellung])

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"Wenn die Öffentlichkeit ständig einseitig und gezielt verzerrt unterrichtet wird, dann spricht man von Kampagnen. Eine Kampagne ist also die vorsätzliche Weitergabe von manipulierten Informationen. Nicht weit davon entfernt ist das, was man Desinformation nennt. Desinformation ist die bewusste oder unbewusste Weitergabe oder Zurückhaltung von Informationen, die beim Empfänger eine falsche Meinungsbildung bewirken sollen.

Seit etwa einem Jahr hat man in Deutschland den Eindruck, dass gewisse Medien sich auf die Evangelikalen einschießen. Keine Frage, dass es auch bei diesen Christen Dinge gibt, die mit Recht zu kritisieren sind.
Aber darum geht es in diesem Fall nicht. Diese Christen werden hauptsächlich deswegen angegriffen, weil sie sich in ihrem Glauben, ihrem Denken und ihrem Leben an der Bibel als dem unfehlbaren Wort Gottes orientieren. Fast automatisch werden sie als Fundamentalisten abgestempelt und dadurch unwillkürlich in die Ecke selbstmörderischer islamistischer Verbrecher gestellt. […]

Wie sollen die Gescholtenen nun darauf reagieren? Jedenfalls nicht, indem sie Gleiches mit Gleichem vergelten, oder Diffamierung mit Polemik und Oberflächlichkeit mit Pauschalurteilen beantworten. Nein, aber die Christen sollen sich auch nicht resigniert aus der Welt zurückziehen (was praktisch sowieso nicht möglich ist), sondern sie sollen ihren Herrn aktiv nachahmen.
„Er wurde beleidigt und schimpfte nicht zurück, er litt und drohte nicht mit Vergeltung, sondern überließ seine Sache dem, der gerecht richtet“ (1Petr 2,23). Er selbst betete noch für seine Feinde, als sie ihn lebendig ans Kreuz genagelt hatten. Seinen Jüngern empfahl er generell: „Segnet die, die euch verfluchen! Betet für die, die euch beleidigen!“ (Lk6,28)

Darum dürfen unsere Äußerungen nicht von Ärger und Protest gekennzeichnet sein. Unser Herr verlangt allerdings auch nicht, dass wir Unrecht schweigend dulden. Er selbst sagte zu dem, der ihm beim Verhör ins Gesicht geschlagen hatte: „Wenn ich etwas Unrechtes gesagt habe, dann beweise es mir! Bin ich aber im Recht, warum schlägst du mich dann?“ (Joh 18,23)

Wir sollen schon Stellung nehmen, aber mit Liebe und Wahrheit, Konsequenz und Mut. Die folgenden Aufzählungen wollen darum keine Empörung hervorrufen, sondern Gebet und die Gesinnung, die der Herr seinen Jüngern gegenüber in seiner Endzeitrede so ausdrückte: „Wenn das alles anfängt, dann hebt den Kopf und richtet euch auf, denn dann ist eure Erlösung nicht mehr weit“ (Lk 21,28)."

Karl-Heinz Vanheiden (August 2007, Physiker, Bibelübersetzer, Mitglied im Ständigen Ausschuss des Bibelbundes, seit 1994 Verlagsleiter des Bibelbund-Verlags, Biblisch Glauben, Denken, Leben (BGDL) Nr. 76 S. 4)

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"11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen?"

Matthäus 5, 11-13

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"Es ist ein Fehler, der häufig von gebildeten Menschen ... gemacht wird, zu glauben, dass der Fundamentalismus eine neue und merkwürdige Form des Denkens ist. Das ist keineswegs der Fall. Vielmehr ist er das teilweise und wissenschaftlich nicht ausgeformte Überleben einer Theologie, die einmal weltweit von allen Christen vertreten wurde.

Wie viele gab es zum Beispiel in den christlichen Kirchen des achtzehnten Jahrhunderts, die die unfehlbare Inspiration der gesamten Schrift anzweifelten? Einige wenige vielleicht, aber nur sehr wenige.

Nein, der Fundamentalist mag sich irren, und ich glaube, dass er sich irrt, aber wir sind es, die von der Tradition abgewichen sind, nicht er. Und ich bedaure das Los eines jeden, der versucht, mit einem Fundamentalisten zu argumentieren.
Die Bibel und das corpus theologicum der Kirche sind auf der Seite der Fundamentalisten."

Prof. Dr. Kirsopp Lake (1926, anglikanischer Theologe und neutestamentlicher Textkritiker, Professor für neutestamentliche Exegese in Leiden (1904-1914), Professur für altchristliche Literatur und Kirchengeschichte an der Harvard University in Cambridge/USA (1914-1938), The Religion of Yesterday and Tomorrow, Boston: Houghton 1926, S. 61)

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"Den alten Glauben zu verteidigen ist freilich mühsam. Vielleicht ist er auch wirklich nicht mehr zu halten. Dann muss das aber gesagt werden.

Ihn einfach umzudefinieren, wegzuinterpretieren, in einen neuen Glauben umzumünzen und zu behaupten, es sei trotzdem weiterhin der alte, ist nicht redlich."

Christian Nürnberger (Dezember 2000, Journalist. Kirche, wo bist du?)

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Christian Nürnberger, Journalist u. Schriftsteller, pro-medienmagazin.de, 12.11.2010

 


"Fundamentalismus und christliches Pfingstlertum werden zu neuen erfolgreichen Methoden und Strategien, wie man in den USA der im 19. Jahrhundert kirchlich immer einflussreicher gewordenen „deutschen“ Bibelkritik wie auch dem sich in der Mentalität und vor allem in den Schulbüchern sich durchsetzenden Darwinismus mit seiner Evolutionslehre sehr gut ausweichen kann."

Dr. Richard Ziegert (2006, Theologe, bis 2011 Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche der Pfalz, "Das protestantische Schisma" [Schisma: griechisch - abspalten, vgl. Kirchenspaltung], Pfälzisches Pfarrerblatt 2006)

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"Das Christuskerygma ist also Kultuslegende, und die Evangelien sind erweiterte Kultuslegenden."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1921, Theologe, [laut http://www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml:
bedeutendster Exeget des 20. Jahrhunderts], Die Geschichte der synoptischen Tradition. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 8.Aufl. 1970 2. Aufl. 1931, S. 395)

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"Die Evangelien sind … Nacherzählungen etwa 40 bis 70 Jahre nach den Ereignissen. […] Historisch verbürgt ist im Detail aber nichts."

Oberkirchenrat Dr. Thies Gundlach (17.03.2004, Leiter der Abteilung "Verkündigung, Kirchliche Dienste und Werke" im EKD-Kirchenamt Hannover, "Das sind die Hollywood-Bilder von Jesus", Interview mit der taz, www.taz.de)

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"... weil ich ggf. in meinem intellektuellen Gewissen darin gebunden bin und es nicht anders denken und sehen kann, als dass ein bestimmtes Jesus-Wort nicht von ihm stammt, sondern auf einen Interpretationsakt der nachösterlichen Gemeinde zurückgeht" [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (Dezember 2001, 1996 – 2005 Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, 2007 CTL-Dekan [Chrischona Tabor Liebenzell], Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Gemeinsame Liebe. Wie Evangelikale die Autorität der Bibel bestimmen., Seite 54)

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"Hinsichtlich der Datierung der Evangeliumschriften existieren unterschiedliche Überzeugungen. Treten die meisten Anhänger der kritisch-historischen Methode für eine Spätdatierung (insbesondere des Johannes-Evangeliums) ein, so setzt sich allmählich -unter dem Einfluss der Kritik an der historisch-kritischen Methode- wieder eine in der Tradition verwurzelte Frühdatierung durch."

(http://www.kathpedia.com/index.php/Evangelium, Stand Februar 2009)

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"Wir wissen zu wenig, als dass wir es uns leisten könnten, in hyperkritischer und d. h. zugleich geschichtsfeindlicher Attitüde Quellenaussagen ohne genau ins Detail gehende Prüfung von vornherein zu verwerfen, d.h. wertvolle, da spärliche Quellen vor eingehender Prüfung zu ‘zerstören’.

Dies geschieht, wenn man Lukas ohne wirkliche Begründung vorwirft, er habe diese oder jene Fakten frei erfunden. Eine derartige Haltung müsste heute, nach über 200 Jahren ‘historisch-kritischer’ Arbeit am Neuen Testament und den damit verbundenen Sünden, eher als unkritisch-unhistorisch bezeichnet werden.
Die eigentliche Gefahr in der (Evangelien- und) Actaauslegung ist nicht mehr eine ängstliche Apologetik, sie führt inzwischen in der wissenschaftlichen Arbeit weithin ein Schattendasein, sondern die hyperkritische Ignoranz und Arroganz, die – oft in Verbindung mit einer enthemmten Phantasie – jedes Verständnis für die lebendige geschichtliche Wirklichkeit verloren hat.

Die Apostelgeschichte halten wir gegen eine verbreitete Anti-Lukas-Scholastik für ein Werk, das bald nach dem 3. Evangelium von Lukas dem Arzt verfasst wurde, dem Reisebegleiter des Paulus ab der Kollektenreise nach Jerusalem. D.h., sie ist, zumindest zum Teil, als Augenzeugenbericht für die Spätzeit des Apostels, über die wir aus den Briefen nur wenig erfahren, eine Quelle aus erster Hand."

Prof. Dr. Martin Hengel (30. Juni 1998, Theologe, Paulus zwischen Damaskus und Antiochien, S. 10, ISBN 978-3161467493)

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"Mit der Bibelkritik hat man die Kirchen leergepredigt, weil nur wenige einen Grund finden, zum Gottesdienst zu gehen, wenn ihnen anstelle des Brotes des Wortes Gottes nur die Steine unmaßgeblicher persönlicher Meinung dargeboten werden. [...]

Aber wir sind nicht verpflichtet, "ausgeklügelten Fabeln" (2. Petr. 1,16) zu folgen. Es besteht kein Grund, die Evangelien als die originale und göttlich inspirierte Grundlage unseres christlichen Glaubens aufzugeben. [...]
In der historisch-kritischen Theologie wird als "wissenschaftliches Arbeiten" deklariert, wenn man eine Hypothese aufstellt, sie durch eigene Argumente stützt und durch weitere Hypothesen stabilisiert. [...]

Als wissenschaftliche Erkenntnis wird gewertet, was sich im Spiel der Meinungen durchgesetzt hat."

Prof. Dr. Eta Linnemann (1998, Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie wissenschaftlich ist die wissenschaftliche Theologie?")

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"Die Faszination, die von der historisch-kritischen Theologie ausgeht, und der leider auch viele Evangelikale mehr oder weniger erlegen sind, beruht auf ihrem Anspruch der Wissenschaftlichkeit.

Man hält es für nötig, die wissenschaftlichen Ergebnisse zu respektieren und durchschaut nicht, dass diese »Ergebnisse« häufig nichts Anderes sind als unbewiesene Hypothesen, die vollmundig als Fakten ausgegeben werden, sobald sie eine breitere Zustimmung gefunden haben."

Prof. Dr. Eta Linnemann (1998, Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie wissenschaftlich ist die wissenschaftliche Theologie?")

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"Zu welchen Skurrilitäten fundamentalistische Schriftauffassung führen kann (!, nicht muss, und auch nicht allein sie führt!), zeigt sich immer wieder in den ausdrücklich auch von Thomas Schirrmacher [Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz] kritisch bewerteten Arbeiten der sich trotz ihrer Konversion in ihrer Radikalität treu gebliebenen Theologin Eta Linnemann [siehe oben]." [Prof. Dr. Eta Linnemann war vormals eine radikale Vertreterin der historisch-kritischen Theologie]

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (Dezember 2001, 1996 – 2005 Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, 2007 CTL-Dekan [Chrischona Tabor Liebenzell], Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Gemeinsame Liebe. Wie Evangelikale die Autorität der Bibel bestimmen, Seite 58)

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"Mir ist ganz wichtig, dass wir den Ehrentitel „Wissenschaft“ nichts lassen"

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (2004, Theologe, Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr, Seite 47)

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"Liebenzell lehrt nicht die Evolution. Es gibt zwar nicht bloß „die" eine Evolutionstheorie, sondern sehr viele unterschiedliche Theorieansätze. Aber das ihnen gemeinsame Prinzip ist theologisch völlig inakzeptabel.

Aber es ist auch nicht sachgemäß, als allein möglich eine 6-Tage-Schöpfung, also eine 6x24-Slunden-, also eine 6x24x60-Sekunden-Schöpfung zu vertreten."

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (2004, Theologe, Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr, Seite 69)

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"Es muss alles stimmen, bis aufs I-Tüpfelchen, und wenn nicht alles, auch das I-Tüpfelchen nicht stimmt, dann ist alles falsch [vgl. Domino-Theorie]. Das ist heidnische Philosophie, und das ist in der Vergangenheit ein Einfallstor des Teufels gewesen, mit dem er biblische Theologie buchstäblich madig gemacht hat."

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (2004, Theologe, Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr, Seite 108)

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"Es zeigt sich, wie verführerisch und gefährlich ein rationalistisches, philosophisch-heidnisches, der Domino-Theorie (auch der Chicago-Erklärung [http://de.wikipedia.org/wiki/Chicago-Erklärung]) zugrunde liegendes Wahrheitsdenken ist.
Wir dürften der Auferstehungsbotschaft und das heißt dem Evangelium (IKor 15,3) nicht mehr glauben, wenn wir annehmen müssten, dass ein einzelnes Wunder Jesu vielleicht eher nicht geschehen oder falsch berichtet ist.

Wir müssten am Evangelium vom auferstandenen und für mich gekreuzigten Gottessohn zweifeln, weil wir an einem Detail der Bibel, etwa der Hineinführung aller Stämme in das Gelobte Land [Landnahme Kanaans, siehe nächster Themen-Abschnitt], Zweifel haben?

Ich darf Jesu Anspruch, das Wort Gottes, der Messias, der Menschensohn zu sein, ich darf das Wort Gottes, das mich durch die Bibel hindurch erreicht, womöglich nicht als solches ernst nehmen und für mich wahrnehmen, weil ich ggf. in meinem intellektuellen Gewissen darin gebunden bin und es nicht anders denken und sehen kann, als dass ein bestimmtes Jesus-Wort nicht von ihm stammt, sondern auf einen Interpretationsakt der nachösterlichen Gemeinde zurückgeht?"

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (Dezember 2001, 1996 – 2005 Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, 2007 CTL-Dekan [Chrischona Tabor Liebenzell], Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Gemeinsame Liebe. Wie Evangelikale die Autorität der Bibel bestimmen., Seite 53+54)

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"Mit dem neuen Wissen begann ich, die biblischen Berichte über Jesus mit anderen Augen zu lesen. Ich spürte mit einer Art sechstem Sinn, wo Erzählungen legendenhaft ausgeschmückt waren und wo der wahre, ganz lebendige Kern ist."

Pfarrer Werner Tiki Küstenmacher (22. September 2008, JesusLuxus: Die Kunst wahrhaft verschwenderischen Lebens, S. 16)

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"Wir dürfen uns nicht auf Jesu Schriftgebrauch beschränken.

Wenn das ganze Neue Testament Wort Gottes ist, dann ist der Schriftgebrauch bei Paulus, im Hebräer- und im Judasbrief etc. ebenso normativ. […]
Das alles macht deutlich, dass der Rückgriff auf jesuanischen oder apostolischen Schriftumgang sich nicht einfach gestaltet und nicht ohne erheblichen Reflexionsaufwand möglich ist."

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (Dezember 2001, Theologe, Gemeinsame Liebe. Wie Evangelikale die Autorität der Bibel bestimmen., Seite 90)

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"Es gibt Exegeten, die zur Beantwortung strittiger einleitungswissenschaftlicher Fragen auf Jesu Umgang mit dem Alten Testament rekurriert haben.

Es ist sicherlich von Bedeutung, welche Schriften Jesus als autoritativ für sich und seine Botschaft und sein Wirken angesehen hat. Es besteht hier aber die Gefahr, dass wir moderne Fragestellungen, die die Texte so gar nicht hatten, an diese heran- oder gar in diese hineintragen und von ihnen Antworten erwarten oder pressen, die sie nicht geben wollen und auch gar nicht können.

Ich behaupte einfach einmal, dass Jesus an der Frage der Ein- oder Mehrverfasserschaft des Jesaja-Buches nicht interessiert war - so wenig wie die Zuhörer, an die er sich wandte."

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (Dezember 2001, Theologe, Gemeinsame Liebe. Wie Evangelikale die Autorität der Bibel bestimmen., Seite 90)

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"Wir gehen in Liebenzell davon aus, dass Mose der entscheidende Gewährsmann und die überragende Quelle für den Textbestand ist, den wir im Pentateuch [griechischer Ausdruck für die fünf Bücher Moses] vor uns haben, ohne doch jeden Vers der 5 Bücher Mose auf ihn zurückführen zu müssen oder zu wollen.

Mit W.S.La Sor/ D. A. Hubbard/ F. W. Bush und H. Egelkraut (Das Alte Testament. Entstehung - Geschichte -Botschaft, Gießen/Basel 1989, 76 f.)
gehen wir davon aus, „dass entscheidende Teile des Erzählrahmens und der Gesetzestexte auf ihn und seine Anregungen zurückgehen und die in diesem Epos dargestellten Umstände und Ereignisse authentisch wiedergeben.

Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass Mose den Pentateuch [die fünf Bücher Moses] in der Form schrieb, in der er uns jetzt vorliegt, lässt die Einheitlichkeit der Überlieferung keinen Zweifel daran, dass bei ihm der eigentliche Ursprung dieses Werkes liegt."

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (2004, 1996 – 2005 Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, 2007 CTL-Dekan [Chrischona Tabor Liebenzell], Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr, Seite 35+36)

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Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann, Württembergische Landeskirche, liebenzell.org

 


"Weitgehend unbemerkt von der evangelikalen und kirchlichen Öffentlichkeit nimmt seit einigen Jahren eine Bewegung Konturen an, die reichlich Anlass zum Nachdenken gibt, weil sie ein bezeichnendes Licht auf die kirchliche Gesamtsituation in unsrem Lande wirft. Es ist die Bewegung des „Stillen Rückzugs“ aus Gemeinden und Gemeinschaften. [...]

Lange Zeit als bloßes Randphänomen unterschätzt, hat diese Bewegung mittlerweile eine Größe erreicht, die guten Gewissens nicht mehr ignoriert werden kann. Mehr und mehr ziehen sich Christen aus Kirchen, Gemeinden, Gemeinschaften und Verbänden zurück, denen sie lange treu angehört haben, aber nun nicht mehr angehören können oder wollen.
Jenseits des kirchlich bzw. freikirchlich verfassten Christentums leben sie ihr Christsein in Hausgruppen, Hauskreisen und Hausgemeinschaften.

Was sind die Gründe dafür? Was sind die Hintergründe?

Faktisch ist es so, dass eine wachsende Anzahl von Christen unter grassierender geistlicher Heimatlosigkeit leiden. Sie finden in erreichbarer Nähe vor Ort keine Gemeinde oder Gemeinschaften mehr, der sie sich guten Gewissens zuordnen könnten:

In ihrer Landeskirchlichen Gemeinde werden sie nicht selten mit bibelkritischen, politisierenden bzw. psychologisierenden Predigten konfrontiert, die den Hunger nach klarer biblischer Verkündigung, nach geistlicher Gemeinschaft und biblischer Seelsorge ungestillt lassen.

In den freikirchlichen Gemeinden vor Ort begegnen sie oftmals charismatisch geprägtem Gemeindeleben, das sie aus guten (biblischen) Gründen so nicht mitmachen können.

In den Gemeinschaften stoßen sie immer wieder auf eher kurzlebige neue Trends in Evangelisation und Gemeindeaufbau, die das Leben der Mitglieder unübersehbar (manchmal auch polarisierend) beherrschen.

Die Folge ist Heimatlosigkeit. Eine wachsende Zahl von Christen schafft es – trotz vorhandenen guten Willens – nicht mehr, in Gemeinden und Gemeinschaften vor Ort Fuß zu fassen."

Pfarrer Rudolf Möckel (2001, "Informationsbrief" Nr. 204/01 der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“)

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"Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der HERR, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des HERRN, es zu hören; dass sie hin und her von einem Meer zum andern, von Norden nach Osten laufen und des HERRN Wort suchen und doch nicht finden werden."

Amos 8, 11-12

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"Unsere Kirche, die in diesen Jahren nur um ihre Selbsterhaltung gekämpft hat, als wäre sie ein Selbstzweck, ist unfähig, Träger des versöhnenden und erlösenden Wortes für die Menschen und für die Welt zu sein. …
Es ist nicht unsere Sache, den Tag vorauszusagen - aber der Tag wird kommen - , an dem wieder Menschen berufen werden, das Wort Gottes so auszusprechen, dass sich die Welt darunter verändert und erneuert. …
Bis dahin wird die Sache der Christen eine stille und verborgene sein; aber es wird Menschen geben, die beten und das Gerechte tun und auf Gottes Zeit warten. Möchtest du zu ihnen gehören"

Pfarrer Dr. theol. Dietrich Bonhoeffer (Mai 1944, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Gütersloher Verlagshaus; Auflage: 17., 2002, ISBN 9783579004570)

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"Wir müssen die heilige Schrift erst wieder kennen lernen wie die Reformatoren, wie unsere Väter sie kannten. Wir dürfen die Zeit und die Arbeit dafür nicht scheuen. Wir müssen die Schrift kennen lernen zuallererst um unseres Heiles willen.

Aber es gibt daneben genug gewichtige Gründe, um uns diese Forderung ganz dringlich zu machen. Wie sollen wir z. B. in unserm persönlichen und kirchlichen Handeln jemals Gewissheit und Zuversicht erlangen, wenn wir nicht auf festem Schriftgrund stehen?
Nicht unser Herz entscheidet über unsern Weg, sondern Gottes Wort. Wer aber weiß heute noch etwas rechtes über die Notwendigkeit des Schriftbeweises?

Wie oft hören wir zur Begründung wichtigster Entscheidungen ungezählte Argumente „aus dem Leben“, aus der „Erfahrung“, aber der Schriftbeweis bleibt aus, und gerade er würde vielleicht in genau entgegengesetzter Richtung weisen?"

Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer (1906 - 1945, Evangelisch-lutherischer Theologe)

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Dr. theol. Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)

 


"In welche Gemeinde soll ich gehen?"

"Seit den sechziger Jahren hat sich in den Leitungsgremien vieler evangelischer Landeskirchen ein theologischer Pluralismus durchgesetzt. Das bedeutet im Klartext, dass in ein und derselben Landeskirche biblische Grundaussagen gegenteilig ausgelegt werden können.

Das betrifft so wesentliche Aussagen wie die Auferstehung Jesu, die Einsetzung von Taufe und Abendmahl, die Echtheit der Worte Jesu, aber auch ethische Fragen wie die Stellung zur Homosexualität oder zu Ehe und Familie.

Es gibt kirchenleitende Persönlichkeiten, die begeistert sind über die feministisch orientierte „Bibel in gerechter Sprache”, während andere sie als häretisch und ganz schlimm bezeichnen. Das Chaos ist schier grenzenlos! Kein Wunder, dass auch in der säkularen Presse der Eindruck vorherrscht, die evangelische Volkskirche sei ein „großer Gemischtwarenladen”. [...]

Die einzelne Gemeinde ist in der geistlichen Kursbestimmung auf sich selbst gestellt. Darum ist zu prüfen, zu welcher Gemeinde man gehören will. Es gibt genügend bibeltreue Gemeinden, in denen ein evangelischer Christ ein geistliches Zuhause haben kann.

Es gibt daneben andere Gemeinden, in denen die kirchliche Arbeit zwar nicht auf ganzer Linie bibeltreuen Grundsätzen folgt, aber durchaus offen für sie ist. Auch da lohnt es sich, zu bleiben und wenn möglich verantwortlich mitzuwirken.

Sollten aber in einer Gemeinde, bibeltreue Überzeugungen als „fundamentalistisch” bzw. „sektiererisch” vom Pfarramt abgelehnt und alle Versuche, eine geistliche Kurskorrektur zu bewirken, zurückgewiesen werden, haben Gemeindeglieder nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, eine solche Gemeinde zu verlassen und sich an anderer Stelle geistlich versorgen zu lassen.

Eine Gemeinde sollte - im Bilde gesprochen - ein Ort sein, an dem man Kraft für den Alltag tanken kann und nicht ein TÜV, auf dem Sonntag für Sonntag die Leidensstärke der Gläubigen geprüft wird.

Wenn man bedenkt, wie viele Menschen weite Wege auf sich nehmen, um an kulturellen Ereignissen oder am sportlichen Leben teilzunehmen, dann sollte es auch selbstverständlich sein, dass wir für die Teilnahme am geistlichen Leben keine Wege scheuen. Auch hier gilt die Verheißung des Herrn: „Suchet, so werdet ihr finden."

Pfarrer Jens Motschmann (Juni 2007, seit 1987 Pastor der Ev. St. Martini-Gemeinde in Bremen, stellvertretender Vorsitzender des Gemeindehilfsbundes, In welche Gemeinde soll ich gehen?, www.sankt-martini.de)

[Die Ev. St. Martini-Gemeinde in Bremen ist Teil d. Bremischen Evangelische Kirche BEK. Die BEK ist eine von 23 Gliedkirchen (Landeskirchen) der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD]

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"Die Liebe zur Kirche wird diesem Hirten der Gemeinde [Pfarrer Jens Motschmann, siehe oben] jeder abspüren; aber doch ist ihm die Liebe zum Herrn der Kirche das ungleich höhere Gut. Darum seine aus der Not geborene Empfehlung, die Gemeinde gegebenenfalls zu wechseln, um nicht geistlich auf eine Nulldiät gesetzt zu werden." […]

"Es gibt in unserem Lande geistlich total versteppte Gebiete" […] "Da sollten dann getrost und fröhlich kirchliche Grenzen überschritten und Gemeinschaft der Gläubigen gelebt werden. Ja, auch in der anderen Richtung: von einer verkarsteten bibelkritischen Freikirche hin zu einer bibeltreuen, missionarischen landeskirchlichen Gemeinde."

Pfarrer Dr. Wilfried Reuter (04.07.2007, Theologe, ideaSpektrum Nr. 27/2007, Seite 5)

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"Ich beobachte im evangelikalen Bereich eine Neigung, die Bindung vor allem an die großen kirchlichen Institutionen zu lösen und kleine, aber feine selbstständige Gemeinden zu bilden. Diese Neigung ist nicht durchgängig, wohl aber in wachsendem Maße festzustellen, nicht zuletzt bei den jüngeren Menschen."

EKD-Kirchenamtspräsident Dr. Hermann Barth (30. September 2006, Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), Die Zukunft der evangelikalen Bewegung - Wünsche, Anfragen, Anregungen - Kurzreferat beim Deutschen Evangelischen Allianztag in Bad Blankenburg)

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"In den letzten Jahren haben sich etwa 2.250 Gemeinden mit etwa 250.000 Mitgliedern gebildet, die sich als völlig unabhängig verstehen, also weder einer Landes- noch einer Freikirche angehören wollen."

idea (21.01.2008, Wenn wir doch ehrlicher wären. www.ead.de)

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8 "Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder.
9 Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist.
10 Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus."

MATTHÄUS / 23. Kapitel, 8-10

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Jesus Christus: "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."

MATTHÄUS / 18. Kapitel, 20

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"Eine neue Allianz?"

"Umso dringender wird das Anliegen einer neuen, bibeltreuen Sammlungsbewegung, wie immer man sie auch nennen mag. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Bereits im Jahr 2002 hatte ich in einem Vortrag dieses Anliegen einer neuen, bekennenden, bibeltreuen Evangelischen Allianz artikuliert, in der wir gemeinsam den Herausforderungen der Stunde begegnen können.
Damals erinnerte ich an ein Vorbild aus den USA - die Allianz Bekennender Evangelikaler (engl. Alliance of Confessing Evangelicals - ACE). Die darin zusammengeschlossenen Theologen nennen sich »bekennende Evangelikale«, weil sie den Eindruck haben, dass viele Evangelikale sich von den Grundpfeilern der Reformation abgekehrt und ihre Identität eingebüßt haben.

Herausgefordert durch die geistlichen Auflösungserscheinungen in weiten Teilen der evangelikalen Bewegung gründeten die bekannten Prediger, Professoren und Autoren eine neue Allianz. Die Grundlage ihres Bekennens dokumentierten sie in der Cambridge Declaration von 1996. Darin werden die sola-Bestimmungen angeführt, mit denen die Reformation ihr Anliegen markiert hat: Allein die Schrift (sola scriptum) - Allein Christus (solus Christus) - Allein aus Gnade (sola gratia) - Allein durch den Glauben (sola fide) - Allein Gott gebührt die Ehre (soli Deo gloria).

Ein besonderes Kennzeichen dieser bibeltreuen Allianz ist die konfessionelle Herkunft der handelnden Personen. Sie gehören zu verschiedenen evangelischen Kirchen und Gemeinschaften. Zu den Mitarbeitern und Unterstützern der ACE zählen unter vielen anderen John MacArthur [http://en.wikipedia.org/wiki/John_F._MacArthur] und R. C. Sproul. Hier wirken Brüder zusammen, die zwar z. B. in der Tauffrage unterschiedliche Auffassungen vertreten, aber sich in ihrem bibeltreuen Grundanliegen einig wissen. Deshalb betonen sie die absolute Vorrangstellung der Bibel und unterwerfen sich »allem der Schrift als einzigem endgültigen Maßstab für Glauben und Leben«.

Seit 2002 ist auch in Deutschland einiges geschehen, nicht zuletzt durch die Gründung des Maleachi-Kreises [www.maleachi-kreis.de] und die Durchführung der Maleachi-Konferenzen. Damit wurde ein Teil dieses Anliegens bereits aufgenommen. Die in unserem Buch behandelten Vorgänge unterstreichen erneut, welche Bedeutung eine solche Gemeinschaft hat.
Dabei ist die Kritik an Missständen und Fehlentwicklungen nicht das Lebenselixier unserer Bewegung, sondern eine unvermeidliche Last, die um Christi und seiner Gemeinde willen getragen werden muss.

Darüber hinaus brauchen wir die gegenseitige brüderliche Korrektur und die Bereitschaft, aufeinander zu hören und zu achten. Der Druck der geistlichen und geistigen Kämpfe, zu denen wir durch den Zeitgeist herausgefordert sind, soll uns nicht in Selbstisolation, Separatismus und Selbstgerechtigkeit treiben, sondern in die Nähe der Brüder und Schwestern in Christus.

Sollte der HERR Jesus Christus es schenken, dass daraus noch einmal eine bibeltreue Allianz für Deutschland entsteht, dann wird es nicht um den Aufbau menschlicher Machtpositionen gehen, sondern um ein Sammeln der Herde Jesu Christi (Apg 20,28). Viele Glaubensgeschwister in unserem Land warten und hoffen darauf."

Dr. theol. Wolfgang Nestvogel (7. April 2010, Theologe, 2005 - 2010 Rektor der Akademie für Reformatorische Theologie (ART) Hannover, Eine neue Allianz? In: Gefährliche Stille: Wie die Mystik die Evangelikalen erobern will, Ulrich Skambraks (Idee), Alexander Seibel (Autor), Roland Antholzer (Autor), Eberhard Platte (Cover Design), Martin Vedder (Autor), Johannes Pflaum (Autor), Wolfgang Nestvogel (Autor), Lothar Schäfer (Autor), Maleachi-Kreis (Herausgeber), CLV Verlag: Christliche Literaturverbreitung Bielefeld; Auflage April 2010, ISBN 9783866992269, Seite 95 – 96, www.clv-server.de/pdf/256226.pdf)

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2010, Gefährliche Stille: Wie die Mystik die Evangelikalen erobern will

 


"Fundamentalisten geben auf Fragen, die eine sehr komplexe Lebenswirklichkeit aufwirft, sehr schlichte, geradezu billige Antworten. Das ist eine ängstliche Reaktion auf Verunsicherung. ...

Jesus begegnet mir im offenen Dialog mit anderen Menschen, vielleicht im obdachlosen Atheisten. ... Nehme ich den anderen als Betreuungsobjekt wahr, der meine Wahrheit einfach noch nicht verstanden hat oder ist er oder sie ein Subjekt, dem ich zuhöre? ...

Der Missionsbegriff erfährt tatsächlich gerade eine Renaissance in der Evangelischen Kirche und soll positiv besetzt werden. Ich finde, das geht nicht, weil Mission im Kolonialismus einfach mit Gewalttaten verbunden ist, da klebt Blut dran."

Pfarrer Bernd Klingbeil-Jahr (07.04.2008, Evangelischer Theologe, Evangelische Friedensgemeinde Bremen, Glaube als Sonderangebot, www.taz.de)

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Meinhard Schmidt - Degenhard: "Wortterror, was meinen Sie damit?"

Prof. Geldbach: "Wortterror - damit meine ich, dass der Fundamentalismus am Buchstaben klebt."

Prof. Dr. Erich Geldbach (7. Oktober 2007, baptistischer Theologe, Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)

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"Ihre Waffe ist nicht Sprengstoff, sondern Mission"

"Der Film [„Jesus liebt dich – Evangelikale auf WM-Mission“, Filmfestspiele „Berlinale“ vom 7. bis 17. Februar in Berlin] rege zum Nachdenken „über die erschreckenden Konsequenzen von religiösem Fundamentalismus“ an. Er stelle die Evangelikalen als „ernst zu nehmende Bedrohung für rationale Aufklärung und demokratische Werte“ dar. ... "Es sind 52.000 Neubekehrte jeden Tag weltweit."

idea (27.12.07, Film nimmt Evangelisation bei Fußball-WM aufs Korn, www.idea.de)

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"Christliche Fundamentalisten" - das klingt zunächst wie eine kleine Minderheit religiöser Fanatiker, die sich irgendwo unter der modernen, aufgeklärten Gesellschaft verstecken.

Laut dem Artikel Rechts und fromm von Susan Neiman [DIE ZEIT  Nr.42, 07.10.2004] sieht die Lage ganz anders aus: Die Weltanschauung, welche die Bibel für Gottes Wort und alleinige Wahrheit hält, gewinnt weltweit immer mehr Anhänger."

Andreas Mueller (18. August 2006, Redakteur beim Humanistischen Pressedienst (hpd), Christliche Fundamentalisten rüsten für den Endkampf)

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"Wir gehen von 1,3 Millionen Evangelikalen [in Deutschland] aus, die die Bibel wörtlich auslegen. Leider werden es mehr"

Prof. Dr. Ulrich Kutschera (31. Oktober 2006,  Evolutionsbiologe,
Kreationisten im Aufwind, DIE ZEIT)

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"Wir haben Mega-Kirchen auf dem Papier ... da ist ein Missverhältnis entstanden von Größe [25.385.618 getaufte evangelische Kirchenmitglieder in Deutschland - Stand 2005*] einerseits und Wenigen, die partizipieren [lat.: particeps = an etwas teilnehmend] [durchschnittliche Gottesdienstbeteiligung von etwa 4 Prozent** der getauften Kirchenmitglieder - d.h. rund 1 Million Kirchenmitglieder, "Evangelikale Christen" eingerechnet] und da sehe ich die große Gefahr, dass Fundamentalisten die Möglichkeit haben, gerade da einzubrechen."

Prof. Dr. Erich Geldbach (7. Oktober 2007, baptistischer Theologe, Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)

*  [http://www.ekd.de/statistik/mitglieder.html]
** [
http://www.ekd.de/download/kirche-der-freiheit.pdf, Seite 23]

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"Aufschwung Jesu" [DER SPIEGEL]

"Deutschland gilt als säkular, Religion war im Land der Reformation kontinuierlich auf dem Rückzug. Jahr für Jahr lieferten die Kirchen neue Belege für die fortschreitende Säkularisierung [lat. saecularis = weltlich] – sechsstellige Austrittszahlen erweckten den Eindruck, als sei das Aussterben der Kirche nur noch eine Frage der Zeit. Doch zwischen diesem Bild und der Wirklichkeit klafft eine erhebliche Lücke.

Offensichtlich, so analysieren es Meinungsforscher aus Allensbach, haben der Hype um den Papst und das weltweite Erstarken des Islamismus auch in Deutschland Religion wieder zum Thema gemacht. Die jüngste Umfrage über Glaube und Religiosität der Bertelsmann Stiftung kam zu der überraschenden Erkenntnis, dass auch hierzulande Religiosität trotz der Kirchenaustritte bedeutsam geblieben ist. Fast jeder fünfte Deutsche sei „hoch religiös", selbst Nicht-Kirchenmitglieder seien zu 31 Prozent „religiös".

Vom neuen Interesse an Glaube und Seelenheil jedoch profitieren die beiden großen Amtskirchen kaum. Ihr aufgeblähter Apparat mit Konsistorien und Landeskirchenämtern, mit Oberkirchenräten und Generalsuperintendenten ist zu schwerfällig, um auf die neue religiöse Welle reagieren zu können.

Es ist jenes unübersichtliche Spektrum evangelikaler Gruppierungen, die in der Evangelischen Allianz [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz] vereint sind und von der neuen Sehnsucht nach Sinn profitieren - christliche Freikirchen, religiöse Vereine, freie Gemeinden, charismatische Gruppen, missionarische Zentren. Sie erleben einen Aufschwung Jesu.
Ihr Kirchenverständnis ist leger in der Form - ihre Gottesdienste sind unkonventioneller gestaltet als die der etablierten Kirche. Inhaltlich aber sind sie konservativ und streng bibeltreu, pietistisch [http://de.wikipedia.org/wiki/Pietismus]. Viele dieser Gruppen sind aus frommen Erweckungs-bewegungen hervorgegangen, manche haben ihre Zentren in den USA ...

Der Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin, Reinhard Hempelmann, bestätigt das „Wachstumsphänomen" evangelikaler Kräfte. Es sei „offensichtlich größer, als die Statistiken nahelegen", und nicht nur „ein Protestphänomen gegen die fehlende Flexibilität" der Amtskirchen. „Es fordert die Kirchen heraus."

Vor allem bei den Zahlen der Gottesdienstbesucher stehlen die Evangelikalen den Amtskirchen oft die Show - bundesweit gibt es dafür Beispiele: In Stuttgart kommen bei der „BGG", der „Biblischen Glaubensgemeinde", an vielen Sonntagen rund 4000 junge Menschen zusammen. In Bremen strömen zu den fünf Freikirchen mehr Gottesdienstbesucher als in alle traditionellen Kirchengemeinden der Stadt zusammen. …
Besonders rasant wachsen die oft erst in den vergangenen Jahren gegründeten neuen freikirchlichen Gemeinden. Zwischen 500 und 600 sollen es schon sein. …

Anleitungen zur Missionsarbeit kursieren im Internet, etwa die „Toolbox Gemeindebau" der „Konferenz für Gemeindegründung e.V." [http://de.wikipedia.org/wiki/Konferenz_für_Gemeindegründung]. Stolz präsentiert sie im Internet, wie ganz Deutschland mit neuen Gemeinden überzogen wird. Auch die evangelikale „Deutsche Inlandmission" befeuert den Eroberungskurs: „Ziel muss es sein, in Deutschland die freimachende Botschaft Christi neu zu etablieren. …

Der traditionellen evangelischen Kirche bereitet die Entwicklung Sorgen. Sie befürchtet eine Abwanderung ihrer eigenen Mitglieder in die importierten Erweckungsgemeinden - oder eine schleichende Machtübernahme durch die Evangelikalen in ihren eigenen Reihen, die in immer mehr Gremien der EKD zu finden sind. …

„Der Erfolg der Evangelikalen ist erklärbar", meint Lamprecht [Dr. theol. Harald Lamprecht, Weltanschauungsbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen]. „Diese schlichte Form von Religiosität ermöglicht den Leuten in einer komplizierter gewordenen Welt einfaches Denken und Handeln." …

Jürgen Heumann [Prof. Dr. Jürgen Heumann, Prodekan der Fakultät IV, Institut für Ev. Theologie und Religionspädagogik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg] ... hat seine Kollegen vor Gruppen mit dem scheinbar harmlosen Label „christliche Gruppe" gewarnt: Sie sollten genau prüfen, ob deren Ansichten dem Grundgesetz widersprächen und Veranstaltungsräume deshalb zu verweigern seien. ...
[Hintergrund: Prof. Dr. Jürgen Heumann riet u.a. davon ab, "Campus für Christus" an Universitäten Räume zur Verfügung zu stellen. http://www.gaynial.net/pdf/gutachten_heumann.pdf. Campus für Christus ist der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste der EKD (AMD) und dem Ring Missionarischer Jugendbewegungen (RMJ) angeschlossen. Campus für arbeitet auf der Glaubensgrundlage der Evangelischen Allianz als überkonfessionelles Missionswerk mit (fast) allen Kirchen und Gemeinden zusammen. www.cfc-online.org/studentenarbeit]


Der Kampf, wer in Zukunft die religiöse Landschaft in Deutschland bestimmen wird, hat begonnen. ...

Ein Hauch von Kulturkampf liegt über der Hansestadt Bremen. Zehntausende Christen [20.000 Teilnehmer, 4. Mai 2008, idea. "Von den Teilnehmern gehören 54,8 Prozent zur Evangelischen Kirche, 43 Prozent zu Freikirchen und die übrigen 2,2 Prozent zur Katholischen Kirche. 25.04.08, www.pro-medienmagazin.de] haben sich angesagt, sie wollen ein Fest feiern, sie wollen beten und singen; Morgenandachten stehen auf dem Programm, Gottesdienste, Live-Konzerte. "Christival" [http://de.wikipedia.org/wiki/Christival] nennt sich das Event. ...

Pfarrer wie Bernd Klingbeil-Jahr von der Bremer Friedensgemeinde [Evangelische Friedensgemeinde Bremen, Bremische Evangelische Kirche BEK - Gliedkirche / Landeskirche der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD] machen mobil gegen die Organisatoren. "Fundamentalistische Missionsarbeit" wirft der Pastor ihnen vor, eine "schwarz-weiße, allzu schlichte Geisteshaltung". ... Christival, das sei "finsteres Mittelalter", warnt der Bremer Grünen-Fraktionsvize Klaus Möhle."

DER SPIEGEL
(28.04.2008, Aufschwung Jesu, S. 38-41, Der Spiegel Nr. 18/2008)

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"Während es früher an den Hochschulen oft eine Gleichgültigkeit gegenüber unseren Angeboten [Campus für Christus, siehe Beitrag oben] gab, ist in den letzten Jahren eine Hetze gegen Christen zu bemerken."

Hans Reil (8. Februar 2009, Leitungsteam der Studentenarbeit Campus für Christus, Spiegel Online: Christliche Eiferer hetzen an der Uni, www.idea.de)

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"Der Einfluss wächst – Evangelikale und die Landeskirchen [...]

Wir würden uns wünschen, dass mehr Menschen, die die Werte der Evangelikalen und ihren Absolutheitsanspruch nicht teilen, Stellung beziehen – auch mehr Christen aus den Landeskirchen. Der Mitgliederrückgang darf kein Grund sein, sich widerspruchslos fundamentalistischen Positionen anzunähern. [...]

Fundamentalismus ... wir definieren ihn über das Bibelverständnis."

Oda Lambrecht u. Christian Baars (6. März 2009, ARD-Journalisten, Mission Gottesreich - Fundamentalistische Christen in Deutschland, Christian Links-Verlag. Berlin)

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"Die Sektenexpertin der Hamburger Innenbehörde, Ursula Caberta, kritisierte in einem Radiointerview unter anderem das konservative Frauenbild der Evangelikalen. Die Kirchen dürften "nicht der Versuchung unterliegen, über diese evangelikalen, fundamentalistisch Abdriftenden zu meinen, sie könnten ihre Kirche beleben", sagte sie dem Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen."

Ursula Caberta / Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen (2. Mai 2008, Jugendkirche hofft auf spirituellen Input beim Christival, www.jugendkirchen.org)

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"Nicht die reformatorischen Kirchen, sondern evangelikale oder pflingstlerische Gruppen gewinnen an Anhängerschaft – oft in einer Weise, die fundamentalistische Antworten an die Stelle verstehenden Glaubens setzt."

Bischof Dr. Wolfgang Huber (28. Februar 2001, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Diakonische Kirche mit Zukunft, Bethel, www.ekd.de)

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"Christentum wie Islam sind Buchreligionen. […] In unseren beiden Religionen gibt es Gruppen, die sich einem reflektierten und wissenschaftlich fundierten Umgang mit den grundlegenden Schriften [vgl. Historisch- kritische Methode] entziehen und fundamentalistische Auslegungen vertreten."

Bischof Dr. Wolfgang Huber (16. März 2009, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, „Herausforderungen des interreligiösen Dialogs. Hermeneutische Fragestellungen.“ - Vorlesung in der Theologischen Fakultät in Ankara, www.ekd.de)

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"Die Evangelikalen in Deutschland sind keine Fundamentalisten. Das sagte der EKD-Ratsvorsitzende [2003 - 2009], Bischof Wolfgang Huber (Berlin), am 2. Mai vor Journalisten beim Christival in Bremen. „Evangelikale und Fundamentalisten gleichzusetzen widerspricht meiner Erfahrung“, erklärte er.

Die Evangelikalen in Deutschland könnten nicht mit evangelikalen Strömungen aus den USA verglichen werden, bei denen es vereinzelt durchaus fundamentalistische Tendenzen gebe. Vielmehr seien sie im Pietismus [http://de.wikipedia.org/wiki/Pietismus] verankert und engagierten sich zum großen Teil in den Landeskirchen.
Und die profitierten von der Lebendigkeit, die evangelikale Christen in die Gemeinden einbrächten. Huber sagte, er freue sich, dass die Frontstellungen zwischen Landes- und Freikirchen in den vergangenen Jahren mit vereinten Kräften weithin überwunden worden seien."

idea (2. Mai 2008, Huber: Evangelikale in Deutschland sind keine Fundamentalisten. www.idea.de)

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"Der Begriff „Fundamentalismus“ trifft auf die evangelikale Bewegung in Deutschland nicht zu. Darin stimmten der Pfälzer Kirchenpräsident, Eberhard Cherdron (Speyer), und der Rektor der Freien Theologischen Hochschule in Gießen, Prof. Helge Stadelmann, auf einer Podiumsdiskussion am 17. Oktober in Neustadt an der Weinstraße überein. [...]

Allerdings gebe es auch in Deutschland einige evangelikale Splittergruppen, die trotz ihrer Selbstbezeichnung als bibeltreu andere Christen verletzten und verleumdeten. Deren aggressive, gesprächsunfähige Geisteshaltung entspreche dem modernen Fundamentalismusbegriff. Mit gelebter Bibeltreue habe sie nichts zu tun. Namen nannte Stadelmann nicht. Echte Treue zum Wort Gottes zeichne sich dadurch aus, dass Liebe und Wahrheit eine Einheit bildeten.

Die Podiumsdiskussion wurde vom Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz und Direktor von ERF Medien (Evangeliums-Rundfunk), Jürgen Werth (Wetzlar), geleitet. Veranstalter war die Evangelische Allianz in Neustadt."

idea (19.10.08, Deutsche Evangelikale sind keine Fundamentalisten, www.idea.de)

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"Der Vorsitzende des Rates der EKD [2003 - 2009], Bischof Wolfgang Huber, bekräftigte, dass der im Reformprozess „Kirche der Freiheit“ begonnene Aufbruch nur mit allen Kräften in der evangelischen Kirche gemeinsam gelingen könne. […]
In der EKD sei es in den vergangenen zehn Jahren zunehmend unstrittig geworden, dass der Pietismus seinen festen Ort mitten in den Gemeinden der Landeskirchen und damit auch mitten in der EKD habe, sagte der Ratsvorsitzende."

Pressestelle der EKD (10. Dezember 2008, Gemeinsam evangelische Kirche gestalten. Treffen zwischen Vertretern des Rates der EKD und Vertretern des Vorstandes des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, www.ekd.de)

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"Aus Gemeinschaften werden - wo notwendig - Gemeinden"

"Auch strukturell zeichnen sich Veränderungen ab: Haben wir in der Gemeinschaftsbewegung anfänglich nur einen begrenzten Dienst wahrgenommen, der die Arbeit der Kirchengemeinden ergänzt hat, so wachsen wir zunehmend in einen stellvertretenden Dienst hinein.

Das geschieht - in Absprache mit den jeweiligen Landeskirchen - in doppelter Weise: Zum einen übernehmen hauptamtliche Prediger für ihre Klientel und darüber hinaus kirchliche Kasualien [Amtshandlung, kirchliche Zeremonie: Taufe, Konfirmation, Trauung, Beerdigung].
Zum anderen kommt es vermehrt zur Gründung von Personalgemeinden (Gemeinschaftsgemeinden), in denen aus Gemeinschaften organisatorisch Gemeinden werden, in denen von der Taufe bis zur Beerdigung ein umfassendes geistliches Zuhause geboten wird.

Diese verstehen sich als Bestandteil evangelischer Kirche. Das Impulspapier der Leitung der EKD, des Rates, „Kirche der Freiheit" geht davon aus, dass derartige Gemeindeformen zukünftig ca. 25% der volkskirchlichen Gemeinden ausmachen werden."

Pfarrer Dr. Christoph Morgner (28. Januar 2009, Theologe, 1989 - 2009 Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften], Ja zur Volkskirche, Nein zu Irrwegen. ideaSpektrum 5/2009 S. 23)

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"Die "Frommen" sind auf dem Vormarsch" [DIE WELT]

"In den USA blühen die evangelikalen Megakirchen. Viele von ihnen haben sich vom "alten" Protestantismus verabschiedet. In Deutschland gehen die Uhren (noch) anders. Zwar wächst auch hier die evangelikale Bewegung, vor allem unter jüngeren Menschen.

Trendforscher sehen in den "Bibeltreuen" sogar die Zukunft der Kirche; es spricht einiges dafür, dass innerhalb der protestantischen Christenheit in Deutschland jeden Sonntag mehr evangelikale als nichtevangelikale Christen an Gottesdiensten teilnehmen.

Aber amerikanische Verhältnisse haben sich nicht eingestellt: Von den geschätzten 1,4 Millionen Evangelikalen hat immerhin noch die Hälfte ihre Heimat in den 23 Landeskirchen, und die andere, freikirchliche, Hälfte ist in diverse Gruppierungen gespalten. Tatsache aber ist: Landeskirchen und die oft in die religiöse Extremismusecke abgeschobenen Evangelikalen nähern sich immer weiter an." [...]

"Ist der deutsche Evangelikalismus also ein Hort des Fundamentalismus? Wenn damit das gewaltsame Durchsetzen religiöser Überzeugungen gemeint ist, dann geht der Schlag ins Leere. Gewalt geht von den Evangelikalen nicht aus.
Selbst im Kampf gegen die Abtreibung, bei dem Glaubensgeschwister in den USA zu Militanz gegen Ärzte und Kliniken neigen, belassen sie es bei verbalen Protesten.

Sind sie wortfundamentalistisch, gar "wortterroristisch", wenn sie auf der uneingeschränkten Autorität der Bibel beharren? Der Kreis derjenigen, die die Schrift Wort für Wort als verbalinspiriert betrachteten, sei in der Deutschen Evangelischen Allianz [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz], einem starken Zweig des Evangelikalismus, nicht allzu groß, beschwichtigt der Allianz-Vorsitzende Jürgen Werth [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Werth].

Der evangelische Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber spricht von einer theologischen Richtung, in die sämtliche konservative und orthodoxe Ausprägungen des evangelischen Glaubens eingeordnet werden könnten: "Sie sind das Salz in der Suppe der Landeskirche." [...]

"Dabei ist Pluralität auch längst für die "Frommen" Realität geworden. Die Evangelikalen sind kein homogener Block, sondern ein buntes Gebilde aus Allianz-Evangelikalen in der Tradition der Erweckungsbewegung, Bekenntnis-Evangelikalen und Charismatikern mit einer gefühls- und erfahrungsbetonten Frömmigkeit.

Es gibt "rechte" und "linke" Flügel, "Konservative" und "Progressive", und auch die "Mitte" ist stark vertreten.
Positionen der historisch-kritischen Bibelexegese sind nicht mehr des Teufels; auch unter den Evangelikalen wird über Widersprüche und Irrtümer in der Schrift debattiert. ...
Tendenziell wachse die Zahl der Progressiven seit etwa 20 Jahren kontinuierlich und die der Konservativen gehe langsam zurück, hat der am Southwestern Baptist Theological Seminary in Texas und am Bibelseminar in Bonn lehrende Professor Friedhelm Jung beobachtet.

Flügelkämpfe sind programmiert." ...

"Evangelikalismus, das wurde bisher von der Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen, ist heute kein ausschließliches protestantisches Phänomen mehr. Es gibt inzwischen Evangelikale in der römisch-katholischen Kirche und in den orthodoxen Kirchen. Rom beginnt sich dem Dialog mit der Bewegung zu öffnen.
Papst Johannes Paul II. hatte noch 1992 die lateinamerikanischen Bischöfe vor "reißenden Wölfen" gewarnt und davon gesprochen, dass die Evangelikalen "sich wie eine Ölspur über die Region verbreiten und drohen, die Glaubensstrukturen in zahlreichen Ländern zu zerstören".
Sein Nachfolger Benedikt XVI., der Papst aus Deutschland, hat ebenfalls Vorbehalte, aber er bedient sich nicht solch martialischen Vokabulars.

Umgekehrt entdecken Evangelikale Gemeinsamkeiten mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche. In seiner Modernitäts- und Relativismuskritik spreche der jetzige Papst vielen Evangelikalen aus dem Herzen, sagt Reinhard Hempelmann, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin.
Das sieht auch Helge Stadelmann, Rektor der Freien Theologischen Akademie Gießen [Freie Theologische Hochschule FTH], so: "Vermutlich könnten die meisten Evangelikalen sehr gut mit dem Schriftverständnis und dem daraus resultierenden Jesus-Verständnis leben, das Benedikt XVI. in seinem neuesten Jesus-Buch [2007, Dr. Joseph Ratzinger, Jesus von Nazareth, Herder] formuliert und in Abgrenzung zu vielen kritischen Zugängen der letzten 150 Jahre herausgearbeitet hat."

DIE WELT (20. Februar 2008, Gernot Facius, Die "Frommen" sind auf dem Vormarsch)

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"Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz] und der Vatikan wollen im kommenden Jahr eine neue Runde theologischer Gespräche starten. Die Tagungen sollen bis 2013 jährlich stattfinden und vorwiegend Lehrfragen behandeln, etwa betreffend die Dreieinigkeit, Jesus Christus, die Glaubensbekenntnisse, das Heil und das Abendmahl." ...

"In ethischen Fragen, etwa in der Haltung zum Schutz des menschlichen Lebens in allen Phasen, sind sich Evangelikale und Katholiken nahe. Auf anderen Gebieten, etwa dem Kirchenverständnis, der Lehre vom kirchlichen Amt und den Sakramenten ist man hingegen teilweise weit entfernt." ...

"Die römisch-katholische Kirche hat über 1,3 Milliarden Mitglieder; die WEA [Weltweite Evangelische Allianz] repräsentiert etwa 420 Millionen Evangelikale in 128 Staaten."

idea (7.03.08, Evangelikale und Vatikan planen theologische Gespräche, www.idea.de)

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"Nachdem die Anhängerzahlen der Protestanten und Pfingstler [http://de.wikipedia.org/wiki/Pfingstler] in den letzten dreißig Jahren in die Höhe geschnellt sind, sind die katholischen Würdenträger zunehmend reizbarer und aufgebrachter geworden.
Mit Unterstützung des Vatikans werden lateinamerikanische Bischöfe nicht müde, die Zunahme von „Sekten“ zu verurteilen, einem Begriff, der nach römischem Sprachgebrauch eine gefährliche Randbewegung bezeichnet, was die amerikanischen Medien eher als Kult betiteln würden.

1992 warnte Papst Johannes Paul II. den Rat der lateinamerikanischen Bischöfe CELAM vor diesen „reißenden Wölfen“. Er sagte auch, dass die Evangelikalen sich wie eine Ölspur über die Region verbreiten und drohen, die Glaubensstrukturen in zahlreichen Ländern zu zerstören.

Der Journalist Diego Cevallos beschrieb die giftige Rhetorik, die zum Gemeinplatz geworden ist: „«Man muss schamlos sein, um Protestant zu sein,» erklärte der Kardinal von Guadalajara, Mexiko, Juan Sandoval Iñiguez, und der frühere päpstliche Nuntius in Mexiko, Girolamo Prigione, bemerkte, «diese Sekten sind wie Fliegen, die man mit der Zeitung totschlagen muss».”

Der honduranische Kardinal Oscar Rodríguez verglich die neuevangelischen Kirchen mit „einer Unternehmensneugründung … Dafür reicht es, eine Kirche zu eröffnen, und wenn es nur eine Garage ist.
Dabei zählen nur zwei entscheidende Faktoren: das Unternehmen ist anti-katholisch und verlangt einen Obolus. Damit wird es zu einem sehr lohnenden Geschäft. Man braucht keine theologische Ausbildung oder sonstige Vorbereitung. Es genügt, die Bibel in die Hand zu nehmen und irgendetwas zu sagen, Hauptsache die Gelder fließen.”

Noch schlimmer, die Evangelikalen werden bisweilen als ein Gringo Export [http://de.wikipedia.org/wiki/Gringo] bezeichnet. Eine brasilianische Studie über die neuen Kirchen trägt den Titel Os Demônios Descem Do Norte, „Die Dämonen kommen aus dem Norden.“ ...

"Andrew Chesnut stellt fest: „Die Katholische Kirche entschied sich für die Armen, aber die Armen entschieden sich für die Pfingstler“, sehr zum Ärgernis der Kirche."

Prof. Dr. Philip Jenkins (2. Mai 2006, Lehrstuhl für Religionswissenschaft an der Pennsylvania State University, USA. Referat: Verbreitung des Christentums – Wachstumstrends und Rückgangs-tendenzen. Vortrag beim Missionskongress 2006, http://dbk.de)

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"Großereignis im Vatikan: Von Sonntag an beraten 250 katholische Bischöfe aus aller Welt über den Umgang mit der Bibel – gegen den Fundamentalismus, aggressive Sekten und die schwindende Lesekultur im Zeitalter des Internets. ...

Von der Bibel wird im Motto der Synode nicht direkt gesprochen, weil das „Wort Gottes“ nach katholischer Auffassung über „das Buch“ der Heiligen Schrift hinausgeht. Ergänzt beziehungsweise korrekt ausgelegt wird die Bibel demnach von der „lebendigen Tradition der kirchlichen Überlieferung“ sowie vom normgebenden Lehramt des Papstes.

Das unterscheidet die katholische Kirche von den evangelischen und bezeichnet im Inneren der Kirche selbst ein dauerndes Spannungsfeld. Andererseits sieht die katholische Kirche in ihrer Interpretation der Offenbarung eine „radikale Absage an jeglichen eigensinnigen Bibelfundamentalismus“.

Das Vorbereitungsdokument zur Synode bedauert denn auch, dass der Fundamentalismus „auch unter Katholiken immer mehr Anhänger“ finde. Bischöfe vor allem aus Südamerika wiederum sehen sich der aggressiven Mission evangelisch- fundamentalistischer Sekten gegenüber."

DER TAGESSPIEGEL (4.10.2008, Bischöfe: Fundamentalismus auf dem VormarschAnzeige)

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"Die zweite Weltbischofssynode im Pontifikat von Papst Benedikt XVI. geht an diesem Wochenende zu Ende. Das Treffen befasste sich mit einem Thema, das dem Papst schon seit seiner Zeit als Theologieprofessor besonders am Herzen liegt: Die Bibel und ihre Rolle für die katholische Kirche.

Das Thema ist, anders als bei den Kirchen der Reformation, für die katholische Kirche keine Selbstverständlichkeit. Denn ihre Grundlage ist nicht "allein die Schrift", wie Martin Luther einst kundtat, sondern ein geschichtlich gewachsenes Ganzes aus Schrift, Tradition, Theologie, Philosophie und - seit einigen Generationen - historisch-kritischer Wissenschaft.

Bei der Weltbischofssynode in Rom ging es neben diesen grundsätzlichen Fragen, die eine Trennungslinie zwischen aufgeklärten Christentum und allen Spielarten des Fundamentalismus markieren, auch um Praktisch-Seelsorgerisches. [...]

Das eigentliche Ergebnis der dreiwöchigen Beratungen ist in rund 50 halbseitigen "Empfehlungen" festgehalten, aus denen der Papst demnächst ein Lehrschreiben erstellt. Dabei hat der Theologe auf dem Papstthron diesmal deutlicher als sonst in die Beratungen eingegriffen.

Benedikt XVI. brach eine Lanze für die historisch-kritische Exegese.

Er trat einem mainstream in der Synode entgegen, der Berührungsängste gegenüber diesem akademischen Zugang zur Heiligen Schrift äußerte und stattdessen für die geistliche Schriftlesung plädierte. Beide Wege gehörten zusammen, so der Pontifex. Die Synodalen griffen das auf und nannten die wissenschaftliche Methode in ihrer "Botschaft" ein "Gegengift gegen einen Fundamentalismus"."

Kipa Katholische Internationale Presseagentur (24.10.2008, Die katholische Kirche sucht ihr Verhältnis zum Wort Gottes, www.kipa-apic.ch)

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"Trendforscher sehen in den "Bibeltreuen" sogar die Zukunft der Kirche; es spricht einiges dafür, dass innerhalb der protestantischen Christenheit in Deutschland jeden Sonntag mehr evangelikale als nichtevangelikale Christen an Gottesdiensten teilnehmen." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

DIE WELT (20. Februar 2008, Gernot Facius, Die "Frommen" sind auf dem Vormarsch)

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"Vor allem bei den Zahlen der Gottesdienstbesucher stehlen die Evangelikalen den Amtskirchen oft die Show - bundesweit gibt es dafür Beispiele: In Stuttgart kommen bei der „BGG", der „Biblischen Glaubensgemeinde", an vielen Sonntagen rund 4000 junge Menschen zusammen. In Bremen strömen zu den fünf Freikirchen mehr Gottesdienstbesucher als in alle traditionellen Kirchengemeinden der Stadt zusammen. …
Besonders rasant wachsen die oft erst in den vergangenen Jahren gegründeten neuen freikirchlichen Gemeinden. Zwischen 500 und 600 sollen es schon sein. […] Ziel muss es sein, in Deutschland die freimachende Botschaft Christi neu zu etablieren. …

Der traditionellen evangelischen Kirche bereitet die Entwicklung Sorgen. Sie befürchtet eine Abwanderung ihrer eigenen Mitglieder in die importierten Erweckungsgemeinden - oder eine schleichende Machtübernahme durch die Evangelikalen in ihren eigenen Reihen, die in immer mehr Gremien der EKD zu finden sind. [...]

Der Kampf, wer in Zukunft die religiöse Landschaft in Deutschland bestimmen wird, hat begonnen. ...

Ein Hauch von Kulturkampf liegt über der Hansestadt Bremen. Zehntausende Christen haben sich angesagt, sie wollen ein Fest feiern, sie wollen beten und singen; Morgenandachten stehen auf dem Programm, Gottesdienste, Live-Konzerte. "Christival" nennt sich das Event. ... [http://de.wikipedia.org/wiki/Christival]  [20.000 Teilnehmer, 4. Mai 2008, idea. "Von den Teilnehmern gehören 54,8 Prozent zur Evangelischen Kirche, 43 Prozent zu Freikirchen und die übrigen 2,2 Prozent zur Katholischen Kirche. 25.04.08, www.pro-medienmagazin.de]

Pfarrer wie Bernd Klingbeil-Jahr von der Bremer Friedensgemeinde [Evangelische Friedensgemeinde Bremen, Bremische Evangelische Kirche BEK - Gliedkirche / Landeskirche der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD] machen mobil gegen die Organisatoren. "Fundamentalistische Missionsarbeit" wirft der Pastor ihnen vor, eine "schwarz-weiße, allzu schlichte Geisteshaltung." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

DER SPIEGEL
(28.04.2008, Aufschwung Jesu, S. 38-41, Der Spiegel Nr. 18/2008)

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"Das Woodstock der Evangelikalen liegt in Chemnitz. Am Sonntag klingt dort das Missionsfestival ProChrist [http://de.wikipedia.org/wiki/Pro_Christ] aus, das Zehntausende anzieht.

Der EKD-Ratschef [2003 - 2009] Huber will die Bibeltreuen jetzt in die Kirche integrieren. Viele Positionen dieser frommen Protestanten unterscheiden sich kaum von Ansichten des Papstes."

DIE WELT (4. April 2009, Wie Evangelikale jugendliche Herzen erobern, www.welt.de)

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"Seit mehr als hundert Jahren gibt es die historisch-kritische Theologie. Aber deren Erkenntnisse werden nicht beachtet. Das würde die gerne zitierten “geistlich Armen” beleidigen. [...]

Wolfgang Huber [2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland] hat seine Kirche überdies den historisch-unkritisch bibeltreuen Fundamentalisten – den Evangelikalen, den Pietisten – geöffnet und ist stolz darauf. Er geht damit analog den selben Weg wie Papst Benedikt XVI., der die Pius-Brüder, die fundamentalistischen Anglikaner und die Orthodoxen der römisch-katholischen Kirche näherbringen will."

Süddeutsche Zeitung (13. November 2009, Der Außenseiter Vernunft. In der Amtskirche bleibt die kritische Theologie unerwünscht, Feuilleton, Martin Urban, Süddeutsche Zeitung Nr.262, 13. November 2009 , Seite 13)

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Bischof Dr. Wolfgang Huber: "Wenn ich … für missionarische Aktivitäten eintrete, dann erlebe ich ja manche, die mir deswegen sagen: Wolfgang Huber ist offenbar evangelikal geworden, weil er für Mission ist. Da haben wir eine ungeheure Verdrehung der Debatte. […]

Also wenn da jemand sagt: ich mache mir Sorgen, dass junge Leute in eine andere Gemeinde gehen, weil sie eine andere, eine intensivere, eine fröhlichere Form von Frömmigkeit suchen, dann hat das zwei mögliche Antworten.
Die eine heißt, ich versuche in meiner eigenen Gemeinde jugendgemäßer Gottesdienste zu feiern. Die andere heißt, es ist gut, wenn es ergänzende Profile in Kirchengemeinden in der Nachbarschaft gibt.

Das einzige was ich nicht für eine kluge Reaktion halte ist, davor Angst zu haben - und zu sagen, ich muss versuchen die jungen Leute bei mir zu halten, auch wenn ich ihnen nichts anzubieten habe. Das funktioniert einfach nicht. […] Wenn es inhaltlich etwas zu kritisieren gibt, dann soll man es kritisieren. Aber man soll jetzt keine Angstfiguren aufbauen. […]

Erstens lasse ich keinen Menschen, der Mitglied unserer Kirche ist, irgendwo außen vor und ich weiß ganz genau, dass ProChrist [http://de.wikipedia.org/wiki/Pro_Christ] einen großen Überschneidungsbereich mit unseren Kirchen hat - und ich weiß ganz genau, habe das auch erlebt, dass auch beim Christival [http://de.wikipedia.org/wiki/Christival] viele junge Leute aus dem landeskirchlichen Bereich gewesen sind. […]

Ich habe noch nie einleuchtend gefunden, dass Dialogverweigerung, dass Ausgrenzung, dass Angst vor dem Gespräch mit anderen ein guter Ratgeber sein könnte. Und ich bin außerordentlich irritiert durch diejenigen Stimmen, die uns neue Formen der Abgrenzung, der Ausgrenzung des verweigerten Dialogs nahe legen wollen. Das kann ich überhaupt nicht gut finden."

Deutschlandradio Kultur: "Das heißt Umarmung als Strategie - oder politisch, Wandel durch Annäherung?"

Bischof Dr. Wolfgang Huber: "Ja, man muss dabei auch berücksichtigen, wenn man diese Formel - Wandel durch Annäherung, verwendet, dann muss man doch noch mal schauen wie sich bei uns die Haltung von evangelikalen Gruppen in unserer Kirche auch verändert hat."

Bischof Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber (16. März 2009, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Eine ungeheure Verdrehung der Debatte. Interview Deutschlandradio Kultur, www.dradio.de)

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"Unter dem Etikett „evangelikal" eingeordnet zu werden, bereitet mir und vielen meiner Freunde in den Landeskirchen theologische Bauchschmerzen.

Denn „evangelikal" ist ein sogenannter Containerbegriff. Da hat alles Mögliche Platz: vom beinharten Fundamentalisten über den martialischen [lat. Martialis, eigtl. "zum Kriegsgott Mars gehörend": kriegerisch, bedrohlich, aggressiv; grimmig, wild, verwegen] Gotteskämpfer bis hin zum exaltierten [exaltiert: außer Fassung, außer sich, leidenschaftlich und übereifrig für etwas begeisternd] Pfingstler.

In solcher Gesellschaft fühle ich mich nicht wohl. Dennoch muss ich damit leben, zu den Evangelikalen gezählt zu werden."

Pfarrer Dr. Christoph Morgner (28. Januar 2009, Theologe, 1989 - 2009 Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften], Ja zur Volkskirche, Nein zu Irrwegen. ideaSpektrum 5/2009 S. 22)

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Dr. C. Morgner, 2010, predigtpreis.de

 


"Der Streit um die Bibel ist ein Streit um Jesus."

"Die Konservativen halten dabei an der Jungfrauengeburt, am Opfertod, an Auferstehung und Wiederkunft Jesu Christi fest. [...] Für sie meint die Bibel, was sie sagt.

Das wird zwar den schlicht Gläubigen nur zu oft von Ungläubigen bestritten. Daran gewöhnen sich die Kirchentreuen. Sie nehmen von dieser Seite Kritik als eine natürliche Erscheinung hin. Wenn aber der auf „Heilstatsachen" gründende Glaube auch von Theologen in Frage gestellt wird, weiß man nicht mehr, woran man ist. [...]

Es ist verwunderlich, dass man sich bisher die Unvermeidbarkeit des Konflikts zwischen der herrschenden Theologie und der Gemeindefrömmigkeit kaum klargemacht hat." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Dr. Reinhold Lindner (1971, Theologe, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Information Nr. 45 Stuttgart III/1971, Streit in der Kirche, Seite 4+5)

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"Es ist ein Fehler, der häufig von gebildeten Menschen ... gemacht wird, zu glauben, dass der Fundamentalismus eine neue und merkwürdige Form des Denkens ist. Das ist keineswegs der Fall. Vielmehr ist er das teilweise und wissenschaftlich nicht ausgeformte Überleben einer Theologie, die einmal weltweit von allen Christen vertreten wurde. [...]

Nein, der Fundamentalist mag sich irren, und ich glaube, dass er sich irrt, aber wir sind es, die von der Tradition abgewichen sind, nicht er." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Prof. Dr. Kirsopp Lake (1926, anglikanischer Theologe und neutestamentlicher Textkritiker, Professor für neutestamentliche Exegese in Leiden (1904-1914), Professur für altchristliche Literatur und Kirchengeschichte an der Harvard University in Cambridge/USA (1914-1938), The Religion of Yesterday and Tomorrow, Boston: Houghton 1926, S. 61)

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"Es sind nunmehr fast eineinhalb Millionen Evangelikale, die sich unter dem Dach der "Deutschen Evangelischen Allianz" [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz] versammeln. Manche Schätzungen kommen sogar auf bis zu 2,5 Millionen Evangelikale in Deutschland.

Hunderte neue freikirchliche Gemeinden, die dem evangelikalen Spektrum zugerechnet werden, haben sich in den vergangenen Jahren gegründet. Viele von ihnen sind deutlich radikaler als die klassischen Freikirchen, die oft bereits im 19. Jahrhundert entstanden sind. Dazu kommt eine unübersichtliche Zahl von Bibelhauskreisen, missionarischen Zentren, evangelikalen Vereinen und Sozialeinrichtungen - von Drogentherapiegruppen auf Bauernhöfen bis zu Armenspeisungen in den Städten.

Seit wenigen Wochen haben die Evangelikalen auch eine staatlich genehmigte Hochschule, die Freie Theologische Hochschule in Gießen, die vorher lediglich den Status einer Akademie hatte. [...]

Sie geben sich proisraelisch - und missionieren dennoch auch unter Juden. Denn in ihren Augen wird nur errettet, wer Jesus als den Messias anerkennt."

taz (10.01.2009, Um Gottes willen! www.taz.de)

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"Die Christenheit hat nicht den Auftrag, das jüdische Nein zum Messias Jesus aufzubrechen. Im Gegenteil!"

Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider (17. September 2009, Theologe, 2010 - 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD, Präses [vgl. Kirchenpräsident bzw. Landesbischof] der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Rabbiner-Brandt-Vorlesung in der Evangelischen St. Mariengemeinde in Dortmund, Pressemitteilung Nr. 147/2009, www.ekd.de/PT_Praeses_zu_Judenmission_17092009.pdf)

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"An der Mission von Evangelikalen kritisieren wir, dass sie glauben, sie haben die einzige Wahrheit gefunden, die für alle Menschen gut oder sogar das Beste ist.

Dahinter steht ein Verständnis, das sich aus unserer Sicht mit einem wirklichen fruchtbringenden Dialog nicht vereinbaren lässt. Wenn man etwa sagt, dass jeder, der nicht an Gott glaubt, vor einem Gericht oder in der Hölle landet, dann ist das für uns schon sehr abwertend.

Wenn man zum Beispiel jemanden "erretten" möchte, dann steht da zum Beispiel dahinter, dass man die Glaubensform oder das Nicht-Glauben des Anderen abwertet. Denn wenn man die nicht für falsch halten würde, müsste man den anderen ja nicht erretten.

Die Sprache und das Verständnis lassen erkennen, dass man selbst die Wahrheit gefunden hat.

Das heißt ja, dass alles andere falsch ist und es nicht darum geht, sich mit anderen Positionen auseinander zu setzen und zu akzeptieren, dass der andere vielleicht an einen anderen Gott glaubt oder nicht glaubt. Und wir haben doch den Eindruck, dass das Evangelikale nicht akzeptieren, weil es eben ihr tiefes inneres Ziel ist, andere zu missionieren. [...]

Unser Buch [Mission Gottesreich - Fundamentalistische Christen in Deutschland, Oda Lambrecht u. Christian Baars, Christian Links-Verlag. Berlin] ist auch ganz sicher kein Buch gegen Glaube oder gegen Kirche, sondern gegen fundamentalistische Positionen."

Oda Lambrecht (16.03.09, ARD-Journalistin, Lambrecht und Baars im pro-Interview: "Mission ist fundamentalistisch", www.pro-medienmagazin.de)

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"Missionare. Es gibt sie wirklich noch.

Angeworben von evangelikalen Missionswerken wollen sie den rechten Glauben vor allem in solchen Weltgegenden verbreiten, die sie als „unerreicht" beschreiben. Unerreicht von der Lehre Jesu: Und das sind weite Teile der Welt - Nordafrika, der Mittlere Osten, Asien. Willkommen sind die Verkünder des Gotteswortes dort nicht: Manche bezahlen ihr Missions-Abenteuer mit dem Leben. Und sind dazu auch bereit […]

Für Gott als Märtyrer zu sterben hat eine lange, unheilige Tradition. Auf dem Missionarsfriedhof in Korntal liegen jene, die den Evangelikalen noch heute als Vorbild dienen. [...] Bereit sein, für Gott zu sterben: Das klingt vertraut – bei islamischen Fundamentalisten. Doch auch für radikale Christen scheint das zu gelten."

ZDF - Frontal21 (4. August 2009, Beitrag: Sterben für Jesus – Missionieren als Abenteuer, ZDF - Frontal21-Sendung vom 4. August 2009, Arndt Ginzel, Martin Kraushaar und Ulrich Stoll, http://frontal21.zdf.de)

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"Spätestens seit den Anschlägen islamischer Terroristen auf das World Trade Center mit Verkehrsflugzeugen am 11. September 2001 ist der Fundamentalismus in allen seinen Spielarten als Problem für die gesamte Welt offensichtlich geworden […]

In Deutschland finden sich christliche Fundamentalisten vor allem in den Freikirchen des evangelikalen und pfingstlerischen Frömmigkeitsspektrums.
Die Deutsche Evangelische Allianz, ein Zusammenschluss evangelikaler Christen aus unterschiedlichen Strömungen bzw. Richtungen, vertritt fundamentalistische Ansichten und strahlt in die Volkskirchen hinein. Charismatische und pfingstlerische Gruppen verbinden fundamentalistisches Gedankengut mit enthusiastischen Frömmigkeitsformen.

Nach Schätzungen sind weltweit ca. 1/3 aller Christen Fundamentalisten bzw. stehen fundamentalistischen Bewegungen bzw. fundamentalistischem Gedankengut nahe. Die Tendenz ist steigend."

Fachstelle Medien und Kommunikation der evangelischen und katholischen Kirche in München (März 2009, FUNDAMENTALISMUS. Ein Überblick, Diakon Gottfried Posch, medien und kommunikation - Fachstelle des Dekanatsbezirks München der evangelisch-lutherischen Kirche und der Erzdiözese München und Freising, www.m-u-k.de)

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"Fundamentalist ist nicht einfach jeder, der meint, die Wahrheit zu haben, denn dann wäre die große Mehrheit der Menschheit Fundamentalisten und nur die Westeuropäer wären gute Menschen. Fundamentalismus heißt vielmehr, einen Wahrheitsanspruch mit Gewalt oder wenigstens undemokratischen Mitteln durchsetzen zu wollen. Das ist, wovor die Menschen Angst haben.

Demnach hat der Islam einen leider zu großen, insgesamt aber kleinen Flügel an gewaltbereiten Fundamentalisten, die Christen und auch die Evangelikalen dagegen praktisch keinen – die wenigen Ausnahmen lehnen alle selbst den Kontakt zur evangelikalen Mehrheit ab"

Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas Schirrmacher (22. Dezember 2009, Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Den wahren Unterschied zwischen dem Wachstum von Islam und Christentum hat der SPIEGEL nicht erfasst, www.thomasschirrmacher.info)

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"Die Berufung von Fundamentalisten auf die absolute Geltung offenbarter Wahrheiten steht zweifellos in Widerspruch zu unseren Kriterien von Vernunft."

Prof. Dr. theol. Hans Gerhard Kippenberg (1996, Theologe, Fundamentalismus: es herrscht Klärungsbedarf. Nachwort zu M.E.Marty / R.S. Appleby, Herausforderung Fundamentalismus. Radikale Christen, Moslems und Juden im Kampf gegen die Moderne. Frankfurt: Campus 1996, S. 230)

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"Fundamentalistische Christen [...] Wir können über diese Menschen lachen, aber wir sollten sie nicht abweisen. Dass ihr Glaube schwachsinnig ist, bedeutet nicht, dass sie eine Randerscheinung sind."

Schulbuch Crossover 2 - Englischbuch 12./13. Schuljahr (Februar 2009, Schulbuch Crossover 2 - The New Edition 12./13. Schuljahr, Band 2, Berlin: Schulbuchverlag Cornelsen, 1. Auflage, 2009, ISBN 978-3060204830)

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"Der Baptistenpastor Dr. Kim Strübind [Wechsel zur Evangelischen Kirche 2012] … bezeichnete manche angeblich bibeltreue Überzeugungen als  »kollektive Verdummung«."

www.portal-oncken.de (7. Oktober 2005, Jahrestreffen der Gesellschaft für Freikirchliche Theologie und Publizistik (GFTP) in Berlin, Was heißt heute bibeltreu? Freikirchliche Theologen gegen »kollektive Verdummung«. www.portal-oncken.de/news/newsarchiv.php?lfdnr=1582, Stand 7. Oktober 2005)

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"Ziehen Sie also mit mir in die letzte Schlacht zwischen Intelligenz und Dummheit."

William „Bill“ Maher (März 2009, Schauspieler, Schriftsteller und Fernsehproduzent, Bill Maher über Religulous. Religulous – man wird doch wohl Fragen dürfen. www.religulous.centralfilm.de)

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Baptistischer Theologe Prof. Dr. Kim Strübind

 


"Das Problem des Fundamentalismus besteht vor allem darin, dass er seinem Wesen nach eine Theorie intellektueller Verstocktheit ist und dem Aberglauben näher steht als der Theologie.

Der Fundamentalismus ist, wenn es um die Bibel geht, unbelehrbar, dialogunfähig und scheidet schon deshalb als ernsthafter Gesprächspartner für den alle paar Jahre in unseren Kreisen aufbrechenden Streit um das Schriftverständnis aus. […]

Wo immer man auch anfängt, konkreter und ernsthaft über das fundamentalistische Verständnis biblischer Inspiration nachzudenken, wird der ganze Unfug dieser Theorie nur umso deutlicher und absurder, die keinen anderen Zweck hat, als sich gegen kritische Anfragen von vornherein zu immunisieren und sich in ein ideologisches Nirwana zu verabschieden. Eine Art Wahabismus des Christentums. […]

Denn den Vater Jesu Christi für alles Morden und jede Bosheit verantwortlich zu machen, die in seinem Namen in der Bibel geschahen, hieße einen [Auslassung] zu verehren […] So sind etwa die im Zusammenhang der „Landnahme" durch die Israeliten vollzogenen Vernichtungsorgien an den Kanaanäern (Jos 1-11) - gottlob - gar nicht geschehen. […]

Auch die Überlieferungen der Erzväter Abraham, Isaak und Jakob, die kaum wirklich miteinander „verwandt" waren oder auch nur denselben Gott verehrten, verweisen historisch nicht auf die Zeit vor der Staatsgründung. […]

Es kann noch nicht einmal als gesichert gelten, dass der salomonische Tempel wirklich dem Gott [wir lassen hier den Namen Gottes aus] geweiht war. Vieles spricht dagegen, etwa die durchgängig El- oder Baalhaltigen Namen in Israel während [wir lassen hier den Namen Gottes aus], der ursprünglich wohl ein midianitischer Kriegs- und Wettergott war, wurden nun auch die Eigenschaften aller anderen und einst neben [wir lassen hier den Namen Gottes aus] verehrten Götter, zugeschrieben. […] [Anmerkung: Der Beweis für die im Text genannten Hypothesen steht noch aus.]

So hat die Religionsgeschichte eine die Gewissen entlastende Funktion, indem sie religiöse Vorstellungen der Bibel kontextualisiert und damit auch relativiert. Ohne solche notwendigen Relativierungen wird der Glaube Ideologien aller Art empfänglich sein. […]

Darum dürfen wir als Theologinnen und Theologen die Bibel nicht allein den theologischen Laien überlassen, deren manchmal schlichte Schrifterkenntnis einer Ideologisierung der Bibel Tür und Tor öffnen und in die Tyrannis der Unkundigen münden kann.
Das Urchristentum hat seine Lehre auch nicht „demokratisiert", sondern die Verantwortung dafür Aposteln, Propheten und Lehrern übertragen, was eine frühe Spezialisierung in den Gemeinden voraussetzt. […]

Älteste gerieren sich gerne als „religiöse Experten" der Gemeinde, auch wenn sie es de facto nicht sind, und den Pastorinnen und Pastoren sowohl hinsichtlich ihrer theologischen Kompetenz als auch ihrer pastoralen Berufserfahrung in professioneller Hinsicht gar nicht ebenbürtig sein können - dies betrifft besonders Fragen der Lehre und der Auslegung der kirchlichen oder gemeindlichen Traditionen.

Hinter der hybriden Annahme, Älteste seien eine Art Pastorinnen und Pastoren „nur ohne theologische Ausbildung", verdeckt eher die Probleme, als sie zu lösen. Hinter einer solchen Annahme verbirgt sich der Stolz einer Laienkirche, die das theologische und seelsorgerliche Amt und die dafür erforderliche Professionalität traditionell unterschätzt. […]

Für Fundamentalisten ist die Bibel nicht geschrieben, sondern für Menschen, die sich nach Immanuel Kant nicht scheuen, „sich ihres Verstandes ohne Hilfe (oder besser: Bevormundung) anderer zu bedienen"."

Prof. Dr. theol. Kim Strübind (Mai 2008, Lehrstuhlverwalter Altes Testament - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Warum die Bibel (nicht immer) Recht hat. Auf dem Weg zu einem „Schriftverständnis“ zwischen Fundamentalismus und Religionsgeschichte, Zeitschrift für Theologie und Gemeinde (ZThG) − 13. Jahrgang 2008, Verlag der GFTP e.V., Hamburg, S. 32–44)

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"In christlichen Hauskreisen entsteht „eine Religion von unten, die kein kirchliches Angebot ist." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

idea (25.02.2009, Württemberg: Hauskreise fördern „Religion von unten“, www.idea.de)

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"In den letzten Jahren haben sich [in Deutschland] etwa 2.250 Gemeinden mit etwa 250.000 Mitgliedern gebildet, die sich als völlig unabhängig verstehen, also weder einer Landes- noch einer Freikirche angehören wollen."

idea (21.01.2008, Wenn wir doch ehrlicher wären. www.ead.de)

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"Aus Sicht von Experten ist freilich völlig unstrittig, dass es innerhalb der evangelikalen Bewegung auch in Deutschland einen fundamentalistischen Kern gibt.

Annette Kick, Weltanschauungsbeauftragte der evangelischen Landeskirche in Württemberg, würde rund 300.000 Evangelikale in Deutschland als Fundamentalisten bezeichnen"

taz (19.12.2008, Bundeszentrale knickt ein, www.taz.de)

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"Fanatisch, fundamentalistisch, fromm." [ARD]

"Würden sie sich selbst als Fundamentalist bezeichnen?", fragt der Filmautor eine Frau, die an der Expedition im Grand Canyon teilnimmt.

"Ja", antwortet diese, "wenn sie darunter verstehen, dass alle Christen, die an die Bibel als das Wort Gottes glauben, Fundamentalisten sind."

pro-medienmagazin.de / Das Erste (5. Dezember 2007, Dokumentation "Fanatisch, fundamentalistisch, fromm." "SWR, NDR und WDR begeben sich in den USA, in Israel und im Jemen auf Spurensuche, wie aus Frömmigkeit Fundamentalismus und Fanatismus werden kann." www.daserste.de)

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"Ich glaube wirklich an die Bibel und denke, dass ich dabei keinen intellektuellen Selbstmord begangen habe."

Prof. David W. Gooding (1992, Die Bibel – Mythos oder Wahrheit?, Vortrag Universität Belfast, Nordirland)

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"Welche Bibel meinen wir denn überhaupt? Das von unserer Kritik gnädig übrig gelassene Gerippe theologischer Allgemeinplätze oder das ewig gültige Wort Gottes?"

Peter Hahne (März 2008, Theologe, 1992 - 2009 Ratsmitglied der EKD [EKD - Evangelische Kirche in Deutschland], Stv. Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios Berlin, Suchet der Stadt Bestes, Werte wagen – für Politik und Gesellschaft. Johannis, ISBN 9783501051337, S. 17)

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"Als im Mittelalter der große Glaubensstreit entbrannte, stand Luther eines Tages vor dem Reichstag zu Worms. Alle weltliche und geistliche Macht war da mit großer Pracht versammelt. Und dann wurde er aufgefordert, er sollte alles, was er je geschrieben hatte, zurücknehmen.
Und was hat er geantwortet?

»Man soll mir aus der Bibel nachweisen, dass ich geirrt habe. Dann will ich widerrufen. Sonst nicht.«

Pfarrer Wilhelm Busch (1944, protestantischer Jugendpfarrer - Essen,
http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer),
Sonntag Invokavit 1944)

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"Für Martin Luther war der biblisch fundierte Glaube an Jesus Christus die alles bestimmende, klare und verbindliche Mitte. Gerade das ist innerhalb der Volkskirche zum Riesenproblem geworden. Nicht einige Details am Rande, sondern das Zentrum ist ins Wanken geraten. […]

Sie vertritt nur noch Teilwahrheiten, Teilerkenntnisse und Teilüberzeugungen, die heute gelten und morgen wieder verworfen werden können. Aber der Anspruch auf die eine, verbindliche .. Wahrheit ist längst aufgegeben. Natürlich werden angehende Pastoren offiziell noch auf Bibel und Bekenntnisschriften verpflichtet. Aber im tatsächlichen Leben der Kirche haben Bibel und Bekenntnis längst ihre normierende Kraft verloren. [...]

In den letzten Jahren zeigte sich immer deutlicher, dass dieselbe Volkskirche, die mit dem Anspruch der Toleranz auftritt, sich ausgesprochen intolerant zeigte, wann immer und wo immer Menschen für die absolute Gültigkeit und Wahrheit der Bibel eintraten. [...]

Wer immer dieses volkskirchliche Tabu brach und den Anspruch der Bibel, Gottes zuverlässiges und verbindliches Wort zu sein, öffentlich zur Sprache brachte, musste - und muss - mit scharfem Gegenwind rechnen."

Pfarrer Rudolf Möckel (1996, Volkskirche am Abgrund?, Hänssler Aufl. 2001, ISBN 978-3775124676 )

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2007, Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender d. Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

 


"Ob islamistische Bewegungen in Indonesien und im Nahen Osten oder christliche Fundamentalisten in den USA, ob religiös fanatische jüdische Siedler auf palästinensischem Gebiet oder nationalistische Katholiken in Polen bzw. Orthodoxe in Russland: das religiöse Hasspotenzial ist dem Friedenspotenzial der Glaubensgemeinschaften wie das Unkraut dem Weizen beigesellt."

Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider (12. Januar 2009, 2010 - 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD, Präses [vgl. Kirchenpräsident bzw. Landesbischof] der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Präsesbericht - BERICHT ÜBER DIE FÜR DIE KIRCHE BEDEUTSAMEN EREIGNISSE, www.ekir.de/ekir/dokumente/ekir2009praesesbericht.pdf)

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"Christlicher und muslimischer Fundamentalismus haben viele Gemeinsamkeiten und müssen mit demselben Maß gemessen werden.

Als religiöse Anschauungen fallen sie unter die Religionsfreiheit, wenn keine anderen Grundrechte tangiert werden. Es darf christlichen Fundamentalismus geben, aber er muss als solcher erkannt werden.
Fundamentalismus wird nur sehr selten als Fundamentalismus benannt, wenn es um christlichen geht. Die radikalen fundamentalistischen Gemeinden nennen sich schlicht "evangelische Freikirche" und segeln so unter dem Vertrauensvorschuss der evangelischen Landeskirchen und den etablierten ev. Freikirchen. […]

Trotz vieler Überschneidungen und Bündnisse scheint es mir sinnvoll, zwischen Evangelikalismus und Fundamentalismus zu unterscheiden.
Ein "ordentlicher" Evangelikaler ist für mich jemand, der keinen Buchstaben-Glauben hat, sondern für den die Beziehung zu Jesus Christus im Mittelpunkt steht, und der die Bibel auch nach einer Mitte hin auslegt.
Ein "ordentlicher" Evangelikaler mag einzelne fundamentalistische Positionen vertreten, aber er vertritt seine Position nicht gegen alle Anderen, sondern kann auch andere Formen des Christseins neben sich dulden."

Pfarrerin Annette Kick (2007, Ev. Weltanschauungsbeauftragte der Württembergischen Landeskirche, Christlicher Fundamentalismus: „Bibeltreue“ Christen in Kirche, Politik und Gesellschaft. Referat 2. Elterninitiative zur Hilfe gegen seelische Abhängigkeit und religiösen Extremismus e.V. Bayerische Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Kreise e.V. München/Pfaffenhofen)

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"Christlicher Fundamentalismus ist nicht besser als islamischer. [...]

Das Problem ... ist, dass die Religion – obwohl ihre Freiheit im Grundgesetz geschützt ist – durchaus zum Problem für den freiheitlichen Staat werden kann. Schon für die Vergangenheit, gerade auch für die christliche, galt der Doppelsatz: Nie kann die Freiheit die Religion beschädigen, sehr wohl aber die Religion die Freiheit.
Nun sehen wir: Dieser Satz kann auch für die Zukunft gelten – auch hier nicht nur für islamischen, sondern durchaus auch für christlichen Fundamentalismus."

Prof. Dr. h.c. Robert Leicht (17.09.2007, 1997 bis 2003 Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin, Christlicher Fundamentalismus ist nicht besser als islamischer, Der Tagesspiegel)

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"Wer gegen islamischen Fundamentalismus mit allen Mitteln des Rechtsstaates vorgehen will, muss das auch gegen christlichen Fundamentalismus tun."

Jennifer
Becke (30.10.2006, Sprecherin der Jusos, Gießen. Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD, Jusos protestieren gegen christliche Bekenntnisschule, www.idea.de)

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"Recherchen im Internet zeigen, dass es sich bei 'Pro Christ' [http://de.wikipedia.org/wiki/Pro_Christ] um eine Veranstaltung mit eindeutig missionarischer Zielstellung und mit Bezug auf Homosexualität um grundgesetzwidrige Positionen handelt."

Fraktion DIE LINKE. Chemnitz (24. März 2009, Hubert Gintschel, Fraktionsvorsitzender der Ratsfraktion „Die Linke“ in Chemnitz, Anfrage an den Stadtrat der Stadt Chemnitz vom 24. März 2009, www.pro-medienmagazin.de, www.freiepresse.de)

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"Wer in Deutschland das Wort von der die Demokratie gefährdenden Parallelgesellschaft im Mund führt und dabei nur an muslimische Gruppen denkt, sollte die christliche Seite in diesem Zusammenhang nicht übersehen."

Deutschlandfunk (13.07.2009, Brigitte Baetz, Freie Journalistin, Andruck: Religion mit Absolutheits-anspruch, www.dradio.de)

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"Q-rage" [siehe oben] ist nicht irgendeine Schülerzeitung, die auf ein, zwei lokalen Pausenhöfen verkauft wird. In Millionenauflage geht sie an alle Schulen in Deutschland, herausgegeben von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". [...]
Finanziell unterstützt wird die Initiative aus dem EU-Sozialfonds, vom Bundesarbeitsministerium, Bundespresseamt und der Bundeszentrale für politische Bildung (Bpb)."

DER SPIEGEL (20.12.2008, Evangelikale führen Kreuzzug gegen Schüler-Autoren, www.spiegel.de)

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"In der Zeitung [Q-rage, siehe unten] finden sich interessante Informationen, wie islamische und evangelikale Gruppen, die wichtige Freiheitsrechte in Frage stellen, Jugendliche umwerben."

[Unter anderem wurde das "Christival" in Bremen
http://de.wikipedia.org/wiki/Christival, eine Großveranstaltung mit 20.000 Jugendlichen, scharf kritisiert.]

Thomas Krüger (17.12.2008, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung [SPD], Evangelischer Theologe, Begleitbrief zum Schülermagazin "Q-rage", Auflage: 1 Million Exemplare an 20.000 Schulen, Bundeszentralen-Chef vergleicht Evangelikale mit Islamisten, DIE WELT, www.welt.de)

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Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

 


"Prämissen der evangelikalen (Sammel-) Bewegung können in vier Hauptpunkte gefasst werden:

a) individual-persönlicher Bekehrungsglaube,
b) biblizistischer Bibelglaube,
c) moral-ethischer Bekennerglaube und
d) quantitativ-globaler Evangelisierungsglaube. [...]

In der Verschärfung der evangelikalen Sprache würde die Antwort auf die Frage, ob die Evangelikalen noch zu retten sind,  ›vielleicht‹  lauten.  

– Vielleicht, wenn die Evangelikalen abschwören
   der Instrumentalisierung Gottes als dualistischem Schöpfergott.

– Vielleicht, wenn sie abschwören
   der Begrenzung des befreienden Evangeliums auf Evangelisation.

– Vielleicht, wenn sie abschwören
   der Simplifizierung der biblischen Vielfalt durch »buchstabierten Glauben«.

– Vielleicht, wenn sie abschwören
   dem Missbrauch der Kirchen und ihrer Strukturen für die evangelikale Sache.

– Vielleicht, wenn Sie abschwören,
   die Freiheit des Evangeliums für die Menschen fundamental zu begrenzen. [...]
 
Es gilt in die kommunikative Offensive umzusteigen, indem die Re-Missionierung der Evangelikalen durch Nutzung des evangelikalen Sprachmusters zu einer kirchlichen Aufgabe wird."


Pfarrer Dr. Dieter Becker (2003, Theologe, 1998–2000 Pfarrdienste für die Ev. Akademie Arnoldshain, Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 9/2003)

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"Die Türen, die von einer wörtlichen Auslegung wegführen, lassen sich nicht von innen öffnen.

Die «Mäßigung», die wir unter Gläubigen vorfinden, die keine Fundamentalisten sind, ist kein wie auch immer geartetes Zeichen dafür, dass der Glaube sich weiterentwickelt hat; sie ist vielmehr das Resultat zahlreicher Hammerschläge der Moderne, die gewisse Glaubensinhalte dem Zweifel ausgesetzt hat.

Nicht die unbedeutendste dieser Entwicklungen war das Hervortreten der Tendenz, den Wert von Beweisen zu erkennen und von einer Behauptung nur bis zu jenem Grad überzeugt zu sein, in dem diese Behauptung sich nachweisen lässt. [...] Eine Fortentwicklung in der Religion, wie auch auf anderen Gebieten, müsste sich den Fragen von heute stellen, anstatt hartnäckig die Lehrmeinungen der Vergangenheit nachzubeten. [...]

«Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Ihr sollt nichts dazutun und nichts davontun.» [
5. Mose 13, 1] ... Dies ist für die «Mäßigung» in der Religion kein geringes Problem: Sie wird von nichts anderem gestützt als von einer uneingestandenen Missachtung der Buchstaben des göttlichen Gesetzes.
Der einzige Grund, weshalb heute jemand in Glaubensfragen «gemäßigt» ist, besteht darin, dass er einige Früchte des menschlichen Denkens der letzten zweitausend Jahre (demokratische Politik, wissenschaftlicher Fortschritt an jeder Front, Einhaltung der Menschenrechte, das Ende der kulturellen und geografischen Isolation und so weiter) verinnerlicht hat. [...]

Die Gemäßigten haben zwar nicht vor, jemanden im Namen Gottes zu töten, aber sie wollen, dass wir das Wort «Gott» weiterhin benutzen, als wüssten wir, was wir damit meinen. Und sie wollen nicht, dass allzu kritische Worte über Menschen gesagt werden, die wirklich an den Gott ihrer Väter glauben, denn die Toleranz ist heilig, vielleicht mehr als alles andere. ...

Den Luxus einer solchen Political Correctness können wir uns aber nicht länger leisten. [...] Wir sollten endlich begreifen, dass Glauben keine Privatsache ist; er war nie etwas rein Privates."

Dr. Sam Harris (September 2007, US-amerikanischer Schriftsteller, Philosoph u. Neurowissenschafter, Das Ende des Glaubens. Religion, Terror und das Licht der Vernunft.)

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"Selbstverständlich sind alle Gläubigen Fundamentalisten - beruht Glaube doch auf der Überzeugung, per Erleuchtung privilegierten Zugang zu Erkenntnis und Wahrheit zu haben, der anderen Menschen verschlossen ist."

Dr. Erhard Berner (2007, Associate Professor of Development Sociology, Institute of Social Studies ISS, Den Haag NL, http://www.iss.nl/iss/profile/178, DER SPIEGEL Nr.23/4.6.07)

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"Die friedliche Koexistenz mit den Gläubigen ist vorbei. [...] Zurück zu der Fackel der Aufklärung"

DER SPIEGEL (26.05.2007, Nr.22, Gott ist an allem Schuld. - Der Kreuzzug der Gottlosen. Der Spiegel, Seite 56f)

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"Die Aufklärung lässt sich auf Dauer nicht an die Ketten des Dogmas legen. Sie stürzt wie ein brausender Strom heran, gegen den alle Glaubensschleusen und -dämme machtlos sind."

Prof. Dr. Gerd Lüdemann (20.09.2008, Theologe, Georg-August-Universität Göttingen, Vertrag von Staat und Kirche, Ketten des Dogmas. Frankfurter Rundschau, www.fr-online.de)

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"Christlicher Fundamentalismus heute"

"1909 erscheint die erste kommentierte Bibel, die berühmte Scofield Reference Bible, ein Standardwerk des Fundamentalismus mehr oder weniger bis heute. Und dann erscheint ein Jahr später die erste Nummer (1910) der Schriftenreihe „The Fundamentals".

Ihr Ziel ist es, Zeugnis abzulegen, „damit der Unglaube, der auf der Kanzel und der Kirchenbank die Kirche Christi gelähmt hat, überwunden wird und daraus eine weltweite Erweckung folgt" (FO, 22).

Hier werden nun fünf fundamentale Glaubensaussagen formuliert:

1.   Verbalinspiration
      Die Bibel ist absolut irrtumsfrei und wahr und genügt vollkommen.
      Das heißt, dass der „Fundamentalismus" sich als protestantische Buchreligion zeigt:
      sola scriptura [lat. „Allein die Schrift“]. Da sie das Buch hat, hat sie die Wahrheit. [...]
2.   Jungfrauengeburt [...]
3.   Sühneopfer Jesu
4.   Leibliche Auferstehung
5.   Wiederkunft Christi" [...]

"Diese fünf Fundamente sollen den verwirrten Kindern der Moderne zur eigenen Identität helfen, ihnen klare und einfache Entscheidungen ermöglichen im Entweder-Oder, damit sie in der verwirrenden Vielfalt der Moderne nicht zu Grunde gehen." [...]

"So steht der Fundamentalismus mit dem ersten Erscheinen des Begriffs sofort im deutlichen Gegensatz zu „Kanzel [Predigtort Kirche] und Katheder“ [Pult eines Schul- oder Hochschullehrers]."

"Auch, wenn im Deutschland des Jahres 1994 nicht mit Mordanschlägen fundamentalistischer Christen zu rechnen ist, müssen wir Geschichte und Gefahren des Fundamentalismus kennen, weil auch nur latente (lat.: latens = verborgen), auch nur geistige und geistliche Gewaltbereitschaft immer gefährlich ist. Zu sehr war und ist das Christentum für diese Gefährdung anfällig." [...]

"Es gibt wohl keine scharfe Trennlinie zwischen noch religiösem Fundamentalismus und schon kriminellem Terrorismus. Das macht es für uns alle so dringend, Geschichte und Denkweise des christlichen Fundamentalismus so gründlich zu studieren und auch seine feinsten Formen schon in unserem kirchlichen Alltag aufzuspüren und zu bekämpfen."

Melanchthon-Akademie - Evangelischer Kirchenverband Köln u. Region (07.02.2006, "Christlicher Fundamentalismus heute", Vortrag in Overath, www.theologie-koeln.de/PDFs/Fundamentalismus.pdf)

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"Man muss nicht Christ, Zeuge Jehovas oder Moslem sein, um Mitgefühl für eine löbliche Eigenschaft zu halten und Armut für ein zu bekämpfendes Übel, aber man muss ganz bestimmt Fundamentalist sein, um die Burka für Frauen zu fordern, seinen Kindern Blutkonserven zu verweigern oder Abtreibungsärzte zu erschießen."

PD Dr. theol. Gesche Linde (1. Juli 2005, Ev. Theologin, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Christlicher Fundamentalismus in Downing Street No. 10?; in: Stefan Alkier / Hermann Deuser / Gesche Linde (Hg.), Religiöser Fundamentalismus. Analysen und Kritiken, Tübingen: Francke, 2005, S. 83)

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"Er war der prominenteste Abtreibungsarzt der USA. Jetzt wurde George Tiller, von Feinden "Massenmörder" genannt, in Kansas erschossen. Der mutmaßliche Todesschütze: ein militanter Abtreibungsgegner. Die Tat zeigt, dass der tot geglaubte Kulturkampf um die Abtreibung in Amerika immer noch läuft. [...]

George Tiller ist der vierte Abtreibungsarzt, der seit 1993 in den USA ermordet wurde. Es war das erste geglückte Attentat seit 1998, als Barnett Slepian in Buffalo in seinem Haus erschossen wurde. Der Krieg zwischen den Heeren von „Pro Choice“ und „Pro Life“, den Abtreibungsbefürwortern und den Gegnern, schien in den Jahren der Bush-Regierung erkaltet, wenn auch nie beendet. [...]

Scott P. Roeder (51) hatte ein gutes Gewissen, als er schoss. Er war einem Todesengel gleich gekommen, dem „Massenmörder“ in den Arm zu fallen, „dem Mengele unserer Tage in seinem Todeslager“. Der Kreuzzügler war gekommen, all die Ungeborenen zu rächen, die „Tiller the baby killer“ in seiner Abtreibungsklinik getötet hatte. Er hatte den Mord hundertfach erträumt und angekündigt, er wusste, dass das Auge des Herrn wohlgefällig auf ihm ruhte.

Roeder betrieb amerikanischen Dschihad. Auge um Auge, alttestamentarisch, der Scharfrichter Gottes.

Als ihn Polizisten drei Stunden nach der Tat auf der Autobahn in Kansas stoppten, ließ sich Roeder willig festnehmen. Auf seinem blauen 1993er Ford Taurus klebten die rote Rose der Abtreibungsgegner und das christliche Fischsymbol mit dem Wort „Jesus“."

DIE WELT (1. Juni 2009, Abtreibungsarzt ermordet, Dr. Tiller, Opfer eines amerikanischen Kulturkampfs, www.welt.de)

Diskussion


"Zählt man etwa die Attentate und Gewaltakte, die in den USA aus christlich deklarierter Motivation in den letzten ein, zwei Jahrzehnten verübt worden sind (nicht nur gegen Abtreibungskliniken und -ärzte), so kann man durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass dieser religiöse Terrorismus es in der Summe mit dem 9/11-Anschlag [http://de.wikipedia.org/wiki/9/11] aufnehmen kann."

Prof. Dr. h.c. Robert Leicht (17.09.2007, 1997 bis 2003 Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin, Christlicher Fundamentalismus ist nicht besser als islamischer, Der Tagesspiegel)

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"Der ehemalige Chefredakteur der ZEIT und Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin [Prof. Dr. h.c. Robert Leicht] schrieb für den Berliner Tagesspiegel einen Diskussion, in dem er den islamischen Fundamentalismus mit dem christlichen verglich."
[siehe Auszug oben - gesamter Text:
http://www.tagesspiegel.de/meinung/Diskussione-Integration;art141,2380944]
[...]

"Leicht nennt keine Fälle (bis auf die Gewaltakte gegen Abtreibungsärzte) und keine Zahlen, und deswegen müssen wir uns auf sein Wort verlassen. Ein ehemaliges Ratsmitglied der EKD
[EKD - Evangelischen Kirche in Deutschland] lügt nicht.

“In der Summe” kann es also der christlich-religiöse Terrorismus mit dem islamischen aufnehmen. Das entspricht auch unserer Alltagserfahrung. [...]

Die Geiselnahmen unschuldiger Pilger und Touristen durch christliche Terroristen, die ihre Opfer erst mit Weihwasser foltern, bevor sie ihnen die Kehlen durchschneiden; die Selbstmordattentate vor Striptease-Lokalen, bei denen die Täter “Im Namen Jesu, des Allmächtigen!” rufen, bevor sie die Leine ziehen. “In der Summe” kommt da was zusammen."

Henryk M. Broder (18.09.2007, Journalist, Die Freiheit des Robert Leicht)

Diskussion


"Im September hatte der Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin, Robert Leicht, in der Tageszeitung „Tagesspiegel“ (Berlin) [siehe Beiträge oben] einen Vergleich zwischen Toten durch islamisch-extremistisch motivierte Terrorakte und Opferzahlen von Gewalttaten des christlichen Fundamentalismus gezogen. [...]
Zumindest im Blick auf Abtreibungsgegner sei dieser Vergleich unzutreffend, so das Institut für Religionsfreiheit.
Juristisch dokumentiert seien sieben Morde an Abtreibungsbefürwortern in den Jahren 1993 bis 1998. Die Vorfälle hätten sich ausschließlich in den USA ereignet, und die Täter seien zwar religiös motiviert gewesen, hätten aber keiner bedeutenden Lebensrechtsorganisation angehört. Ein Mörder habe vermutlich eine Verbindung zum Klu-Klux-Klan gehabt.

Niemals habe eine fundamentalistisch geprägte oder evangelikale Kirche Gewalt gegen Abtreibungsärzte oder –kliniken befürwortet oder sich hinter einen der Täter gestellt. Dies sei auch niemals von einer Pro-Abtreibungsorganisation behauptet worden.

Nach Ansicht des Institutsdirektors, Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn), können Evangelikale erwarten, nicht wegen einiger weniger, teils ungeklärter Fälle vor zehn Jahren und in einem einzigen Land weltweit in „Sippenhaft“ genommen zu werden.

Schirrmacher
[
http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Schirrmacher] zog eine Parallele zu Verbrechen von muslimischen Extremisten. Wenn ein kleiner Prozentsatz Mord und Totschlag in aller Welt verübe und ein weiterer kleiner Prozentsatz dies begrüße, würden Politiker und Kirchenführer nicht müde, davor zu warnen, alle Muslime in einen Topf zu werfen. Eine ähnliche Fairness müsse es auch gegenüber den 420 Millionen Evangelikalen weltweit geben."

idea / Prof. Dr. mult. Thomas Schirrmacher
(20.10.07,
Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Christliche Fundamentalisten sind keine Mörder, www.idea.de)

Diskussion


"Der spätmoderne Rationalismus und Relativismus bläst zur Christenjagd. Dem, der die Bibel ernst nimmt, wird das Etikett „Fundamentalist" angeheftet; damit wird er in die Nähe zu islamistischen Fundamentalisten gerückt, so als sei auch er fanatisch, militant und gewaltbereit."

Werner Graf (Oktober 2007, Studiendirektor, Die Gottesfrage in der Postmoderne)

Diskussion


"Nach der Abschaffung der großen politischen Ideologien wird Deutschland zunehmend von neuen Schlagwort-Ideologien geprägt. Diese Ansicht hat der in Heidelberg und Mannheim lehrende Theologieprofessor Rainer Mayer (Stuttgart) bei einem Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar in Stuttgart vertreten.

Unklare Begriffe wie Fundamentalismus, Diskriminierung, Antidiskriminierung oder Gleichstellung beeinflussten zunehmend die Gesellschaft, ohne dass man sich ihrer Gefahren für den demokratischen Rechtsstaat bewusst werde. Sie würden als Keule benutzt, um angeblich politisch korrekte Sichtweisen durchzusetzen [...]

Als Beispiel nannte er die Angriffe auf das christliche Jugendtreffen Christival im Mai [http://de.wikipedia.org/wiki/Christival], dessen evangelikale Initiatoren als Fundamentalisten bezeichnet und dadurch mit fundamentalistischen Bombenlegern gleichgesetzt worden seien."

idea / Prof. Dr. Dr. Rainer Mayer
(28.01.2009, Theologe, Vortrag »Das politische Testament Dietrich Bonhoeffers« im Haus der Geschichte - Stuttgart, Neue Schlagwort-Ideologien breiten sich aus, www.idea.de)

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"Nicht nur der Islam, auch das Christentum hat seinen Fundamentalismus. […] Der Antifundamentalist wird nationalreligiöse israelische Siedler und bibelfixierte amerikanische Evangelikale mit ähnlichem Misstrauen betrachten wie die Anhänger des politischen Islam. […]

In seinem ursprünglichen, terminologischen Sinn bezeichnet Fundamentalismus das Wörtlichnehmen einer heiligen Schrift, ihrer Sachaussagen wie ihrer Handlungsnormen. Fundamentalistisch ist etwa die Auffassung, dass Gott die Welt tatsächlich, wie im Buch Genesis geschildert, in sechs Tagen erschaffen hat. […]

Was an der Fundamentalismusdiskussion indes bedenklich stimmt, ist eine oft geradezu irrationale Angst vor jeder Art von unbedingten Wahrheitsansprüchen und Glaubensgewissheiten. Als Gefahr für die liberale Gesellschaft gilt vielfach nicht nur, wer dem anderen seine Überzeugungen aufzwingen will, sondern schon, wer überhaupt welche hat.
Der Papst ist offenbar ein besonders schwerer Fall [...] Das Bekenntnis zu Dogmen, Credos, Offenbarungen zieht beinahe automatisch den Verdacht der Intoleranz auf sich. […]

Was sich der Antifundamentalismus freilich selten klarmacht, ist die Tatsache, dass die Trennung von Religion und Politik selbst religiöse Wurzeln hat. Jesu Satz "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist" hat sich zu einer Grundformel des Abendlandes entwickelt. Von hier stammt die Unterscheidung von geistlicher und weltlicher Sphäre, von Kirche und Staat, die in der europäischen, in der "westlichen" Geschichte allenthalben anzutreffen ist.
Der mittelalterliche Dualismus von Papst und Kaiser, Luthers Zwei-Reiche-Lehre, die liberale Errungenschaft der Glaubens- und Gewissensfreiheit in einer weltanschaulich neutralen Rechtsordnung - das alles sind Variationen über dieses Thema aus dem Neuen Testament. […]

Von den Arenen der römischen Imperatoren bis zu den Konzentrationslagern und Gulags [Repressionssystem in der Sowjetunion] des 20. Jahrhunderts sind es nicht zuletzt Gläubige gewesen, die sich dem Allmachts- und Absolutheitsanspruch herrschender Gewalten verweigert haben.
Und sie haben es deshalb getan, weil sie ihrerseits von der absoluten Verpflichtung zur Glaubenstreue überzeugt und nicht bereit waren, sich auf Kompromisse einzulassen, weil sie also insofern "fundamentalistisch" dachten.

Es stimmt, manchen dieser Tapferen hätte man nach dem Sieg ihrer eigenen Sache nicht in die Hände fallen mögen, und ebenso stimmt es, dass Standhaftigkeit bis zum Letzten auch ohne den Rückhalt in letzten Gewissheiten vorkommt; vielleicht ist sie dann umso bewundernswerter. Aber die Geschichte des Märtyrertums rät zur Zurückhaltung mit dem Urteil, dass unbedingte Wahrheitsüberzeugungen einfach freiheitsfeindlich seien. Sie gehören auch zu den stärksten Bollwerken gegen die Knechtschaft."

Jan Ross (September 2001, Redakteur der ZEIT, Glaubenswahn. Was ist Fundamentalismus?, DIE ZEIT - Nr. 40, 2001, Aktualisiert am 4. September 2006, www.zeit.de)

Diskussion


"Die Kirchen begeben sich in eine bedenkliche Kooperation mit dem Staat, etwa dort, wo es um die Eliminierung unerwünschter Fundamentalismen oder Sekten geht.

Kürzlich habe ich gelesen, dass ein französischer EU-Parlamentarier einen Gesetzentwurf eingebracht hat, der den Kreationismus, also die Behauptung, dass die Welt vor 6000 Jahren erschaffen und der Mensch aus Erde gemacht wurde, unter Strafe stellen will.
[The dangers of creationism in education (Gefahren des Kreationismus im Bildungswesen) Resolution 1580 (2007)
http://assembly.coe.int/Main.asp?link=/Documents/AdoptedText/ta07/ERES1580.htm]

Da müssen bei uns die Alarmglocken schrillen. Es gibt auch einen – falschen – Totalitätsanspruch der Wissenschaft, etwa gegenüber der Homöopathie.
Dieser französische Abgeordnete behauptet, dass der Kreationismus [lat. creare „erschaffen“, Schöpfungsglauben] dadurch, dass er wissenschaftsfeindlich ist, notwendigerweise demokratiefeindlich sei und deshalb verboten werden müsse.
Die Kirchen müssten hier misstrauisch werden. Wir müssen sehr darauf aufpassen, dass auch Leute, die Unsinn reden, ohne Strafe dies tun dürfen."

Prof. Dr. Robert Spaemann (08.07.2007, Philosoph, Der Tagesspiegel, Es sind die Gläubigen, die die Vernunft verteidigen.)

Diskussion

 

Quelle: Spektrum der Wissenschaft, Dossier 3/2005, http://www.spektrum.de

 


"Unter dem Schlagwort Fundamentalist wird gleichsam ein neuer Jude aufgebaut, in den man alles Unliebsame und Gefährliche hinein interpretieren kann."

Pfarrer Christfried Kulosa (1993, Theologe, Argumentationsstrukturen der Fundamentalismusdebatte und Konsequenzen für das Selbstverständnis der Evangelikalen in Deutschland. Diplomarbeit, Die Fundamentalismusdebatte und die Evangelikalen, Idea-Doku 25/1993)

Diskussion


"Man verwende den Kampfbegriff "Fundamentalismus" und schon erspart man sich die Argumente, weil der Leser oder Hörer die so Diffamierten sowohl für dumm, als auch für höchstgefährlich hält."

Prof. Dr. Thomas Schirrmacher (15. Januar 2010, Theologe, Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Fundamentalismus: Wenn Religion zur Gefahr wird, Scm Hänssler, ISBN 9783775152037, S.33)

Diskussion


"Nach Meinung des Konfessionskundlers Prof. Dr. Erich Geldbach (Bochum) geht von den "christlichen Fundamentalisten" eine Gefahr für den Weltfrieden aus.

Wie der Leiter des Ökumenischen Instituts der Evangelischen Fakultät an der Ruhr-Universität Bochum [Prof. Dr. Erich Geldbach] in einem Interview mit der Tageszeitung "Heilbronner Stimme" über den Glauben in den USA sagte, sei der Unterschied zwischen christlichen und islamischen Fundamentalisten "höchstens graduell".

Nach seiner Überzeugung sind christliche Fundamentalisten in den USA dadurch zu charakterisieren, "dass sie die Heilige Schrift wortwörtlich verstehen und dass sie besonders großes Gewicht auf so genannte Endzeitaussagen legen". Gefährlich für den Weltfrieden sei dabei, "dass sie eine letzte Schlacht zwischen Gut und Böse mit der Existenz Israels verknüpfen und von daher eine vorbehaltlose Unterstützung Israels einklagen".

aref / Prof. Dr. Erich Geldbach (2003, Theologe, www.aref.de/news/allgemein/2003/fundamentalismus-in-usa.htm)

Diskussion


"Orientiert man im christlich assoziierten Bereich die Begriffsbestimmung von „fundamentalistisch“ nicht nur historisch, sondern geht von gegenwärtigen Konflikten und ihrer öffentlichen Diskussion aus, so tritt eine dunkle Seite protestantischer Erweckungsfrömmigkeit ins Blickfeld. […]

Fanatisten im christlich anmutenden Gewand sind eine Gefahr für die Gesundheit von Kirche und Kirchen-assoziierten Bewegungen. […] Fanatisch-fundamentalistische Strömungen gibt es in vielfältigen Ausprägungen und “Gefahren-Klassen” […]

Welches evangeliumsgemäße “Kraut” heilt das Christentum unsrer Tage von den “sonderlichen” Gemeindepraktiken radikal “Frommer”?"

Pfarrer Carsten Heß (2009, Theologe, fundamentalismus-debatte, www.vitamin-c-online.com, Stand März 2009)

Diskussion


"Der Fundamentalismus ist eine ignorante Gegenbewegung gegen den Modernismus. Seine Haltungen sind nicht diskutierbar, seine Antworten einfach, sein Weltbild nicht selten schwarz-weiß.

Fundamentalisten, gleich welcher religiösen Couleur [franz. Farbe] sind gefährlich"

Bischof Prof. Dr. Friedrich Weber (7. März 2009, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Die Herausforderung konfessionsüberschreitender christlicher Strömungen. Vortrag zur Tagung „30 Jahre ACK Sachsen-Anhalt“ am 7. März 2009 in Magdeburg, www.landeskirche-braunschweig.de)

Diskussion


"Heute klingt das Wort „Fundamentalismus“ [lat.: fundamentum = Grundlage, Grundanschauung] verrufen und gefährlich. Auch dann, wenn es, nahe der ursprünglichen Bedeutung, auf Protestanten des konservativeren theologischen Spektrums bezogen wird.

Dabei wird gerne, gerade in den Medien, alles in einen Topf geworfen: Christen, die die Bibel ernst nehmen; die religiöse Rechte der USA; Splittergruppen – alle „fundamentalistisch“. Man kann diesen Vorwurf als unqualifiziert abtun und es sich verbitten, mit gewaltbereiten Fanatikern gleichgesetzt zu werden. Aber ist die Sache damit befriedigend gelöst?

Einerseits kann hinter Fundamentalismusvorwürfen eine „geradezu irrationale Angst vor jeder Art von unbedingten Wahrheitsansprüchen und Glaubensgewissheiten“ stecken, wie Jan Ross in der „Zeit“ kurz nach dem 11. September 2001 schrieb. Derart motivierte Vorwürfe kann man als Christ fast als Anerkennung hören.

Andererseits kann ein Fundamentalismusvorwurf auch treffende Kritik enthalten: Christliche Ideen und Ideale sind schließlich nicht davor gefeit, in ideologische Korsette eingewebt zu werden – oder in einer Weise gelebt zu werden, die unnötig starr und unattraktiv wirkt."

Ulrich Pontes (September 2006, SMD-Öffentlichkeitsreferent,
Quelle: http://www.smd.org/lesestoff/transparent/archiv/3-06-fundamentalismus)

Diskussion


"Fundamentalisten" werden wir zuweilen geschimpft. Jawohl, geschimpft. Denn seit den 70er Jahren denkt wohl jeder bei diesem Begriff vor allem an den militanten islamischen Fundamentalismus. An Ayatolla Khomeini und Osama Bin Laden, an Selbstmordattentäter und Flugzeugentführer.

Sind Evangelikale Fundamentalisten?

Ja, wenn es um das unbedingte Festhalten an der christlichen Wahrheit geht. Nein, wenn daraus auf Militanz, Verbohrtheit und Unversöhnlichkeit geschlossen wird."

Jürgen Werth (Februar 2007, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), 1994 bis 2014 Direktor des Evangeliums-Rundfunks (ERF), Allianz-Magazin „EiNS“ 1/2007 ZKZ 65099, Bad Blankenburg, Seite 25)

Diskussion


"Evangelikal" heißt international nichts anderes als evangelisch. Was evangelisch ist, legen die vier „Allein"-Aussagen der Reformation aus:

- Allein Jesus Christus:
  Die evangelikale Bewegung betont den Absolutheitsanspruch Christi.
  Jesus Christus ist das Fundament unseres Glaubens.

- Allein die Schrift:
  Die evangelikale Bewegung betont die Autorität der Heiligen Schrift für alle Fragen des Glaubens
  und des Lebens. Die Mitte der Heiligen Schrift ist Christus.

- Allein aus Gnade:
  Nicht menschliche Verdienste ebnen den Weg zu Gott, sondern Jesu versöhnende Tat am Kreuz.

- Allein durch den Glauben:
  Im Glauben nehmen wir in Anspruch, was Jesus Christus für uns getan hat.
  Deshalb gehört der Ruf zum Glauben unabdingbar zur evangelikalen Bewegung.

Pfarrer Dr. Christoph Morgner (28.03.2007, Theologe, 1989 - 2009 Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften], idea Spektrum, Nr.13, S. 3)

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Dr. Reinhard Hempelmann, Leiter EZW Berlin

 


"Sind Evangelikalismus und Fundamentalismus identisch?"

"Wenn deutsche Medien über Evangelikale in den USA berichten, wird in der Regel vorausgesetzt, dass Evangelikalismus und christlicher Fundamentalismus im Wesentlichen identisch sind." […]

"Der Hang von Teilen des amerikanischen Evangelikalismus zur Verwischung der Grenze zwischen Religion und Politik kann im Blick auf Europa und Deutschland nicht bestätigt werden. Evangelikale Strömungen gewinnen zwar auch hier zunehmend an Bedeutung, allerdings vorrangig im gemeindlichen und kirchlichen Kontext, nicht im politischen.

Dabei wird auch deutlich, dass sich die Evangelikale Bewegung in Deutschland – zu ihr gehören nach Angaben der Deutschen Evangelischen Allianz ca. 1,3 Millionen Christinnen und Christen hauptsächlich aus evangelischen Landeskirchen und Freikirchen – keineswegs einheitlich darstellt.

Sie umfasst verschiedene Richtungen und reicht vom in den evangelischen Landeskirchen verwurzelten pietistischen Gemeinschaftschristentum [http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaftsbewegung] bis zu enthusiastischen und separatistischen Gruppen, die in landeskirchlichen Gemeinden „unbiblische Systeme“ sehen." […]

"Stellungnahmen zur evangelikalen Bewegung und zum christlichen Fundamentalismus erfordern differenzierende Wahrnehmungen und Urteilsbildungen, insbesondere eine Klärung dessen, was gemeint ist, wenn von Fundamentalismus bzw. Evangelikalismus geredet wird."

Dr. Reinhard Hempelmann (2006, Theologe, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Welt-anschauungsfragen (EZW) Berlin, EZW Materialdienst-Einzelheft 1/2006, Sind Evangelikalismus und Fundamentalismus identisch?)

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"In der ... Podiumsdiskussion fragte Kathinka Kaden zuerst Dr. Richard Ziegert, Weltanschauungs-beauftragter der rheinland-pfälzischen Kirche, wie er Evangelikale von Fundamentalisten abgrenze.

Er betrachtet den Pietismus [http://de.wikipedia.org/wiki/Pietismus] nicht als Evangelikalismus, sondern als Frömmigkeit in der evangelischen Kirche seit der Reformation. In dieser Gemeinschaftsbewegung ging es von Anfang an um ethische Fragen und die Auslegung der Bibel.

Fundamentalisten wollen Markt und Macht. Pietisten und Evangelikale sind nicht gleichzusetzen mit Fundamentalisten, haben aber offene Flanken."

Renate Lück (14. Oktober 2006, Online-Redaktion der OK [Offene Kirche], Podiumsdiskussion OK Mitgliederversammlung, Stuttgarter Erlöserkirche, www.offene-kirche.de/?select=2&sub=0&id=158)

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"Fundamentalismus ist eine Strömung innerhalb des konservativ geprägten Christentums. Für sein Selbstverständnis sind verschiedene Abgrenzungen charakteristisch:
gegen den Feminismus, gegen die Evolutionslehre, gegen den Pluralismus, ["Der theologische Pluralismus bezeichnet eine Form der möglichen Koexistenz von Religionen. In ihm werden alle Religionen als prinzipiell gleichberechtigt angesehen, sodass durch alle ein Heilsweg im Diesseits gefunden und ggf. eine weitere Existenz im Jenseits gesichert werden kann." Wikipedia/Enzyklopädie, Stand 2006] gegen die historisch-kritische Bibelauslegung." […]

"Für die gegenwärtige Wahrnehmung fundamentalistischer Orientierungen ist die Unterscheidung zwischen einem Wort- und einem Geistfundamentalismus von zentraler Bedeutung. Beiden gemeinsam ist, dass sie auf die menschliche Sehnsucht nach Vergewisserung und Sicherheit antworten.

Der Wortfundamentalismus sucht rückwärts gewandt die Glaubensvergewisserung durch den Rekurs auf das unfehlbare Gotteswort in der Vergangenheit.
Der Geistfundamentalismus orientiert die Vergewisserung primär an sichtbaren Geistmanifestationen, die als unzweideutige Zeichen, ja Beweise der göttlichen Gegenwart angesehen werden (Heilungen, ekstatische Erfahrungen, ...).

Der Wortfundamentalismus sieht Christus preisgegeben, wenn Adam nicht als historische Person verstanden wird.
Der Geistfundamentalismus meint, dass demjenigen etwas Entscheidendes im christlichen Leben fehlt, der nicht in Zungen redet.

Der Wortfundamentalismus vertritt eine kreationistische Position [vgl. Kreationismus] und ist daran interessiert, eine alternative Biologie und Geologie aufzubauen.
Dem Geistfundamentalismus liegt an einer christlichen Psychologie oder am „Powermanagement in der Kraft des Heiligen Geistes“.

Gegenwärtig stellt sich ein Geistfundamentalismus chancenreicher dar als ein reiner Wort-fundamentalismus. Er knüpft an Ausdrucksformen der religiösen Alternativkultur an, für die Rationalitätsskepsis und ein Hunger nach erlebbarer Transzendenz charakteristisch ist." […]

"Man kann sich bemühen, den Fundamentalismus als Antwortversuch auf die Vergewisserungs-sehnsucht des Menschen in komplexen, unübersichtlichen Lebenskontexten zu verstehen."

Dr. Reinhard Hempelmann (Oktober 2005, Theologe, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) Berlin, Quelle: http://www.ekd.de/ezw/42787_42604.php, Stand Oktober 2005)

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"Verwirklichen die Evangelikalen mit ihrer Bindung an die Bibel lediglich das reformatorische Prinzip des "sola scriptura" (Allein die Schrift)? Ihre Sprecher berufen sich, zur Abwehr ungerechter Fundamentalismusvorwürfe, wieder stärker auf Luther. Sie teilen dessen Bibelverständnis, seine Lehre von der Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnade, sie verwerfen wie er jede Art von Werkgerechtigkeit.

Dennoch kann die Reformation nicht als Vorläufer des Evangelikalismus bezeichnet werden, sie ist allenfalls eine seiner Wurzeln, wie der Gießener Theologe Stephan Holthaus festhält: In zentralen Glaubensüberzeugungen mag es zwar eine Kontinuität zwischen Reformation und evangelikaler Bewegung geben, in ihrer Gewichtung und in der praktizierten Frömmigkeit sind jedoch signifikante Unterschiede nicht zu übersehen.

Wichtige Lehren der Reformatoren wie die Sakramente, die Erwählung oder das geistliche Amt werden von den Evangelikalen "weniger oder gar nicht hervorgehoben" (Holthaus). Das führt immer wieder zu Spannungen mit den Landeskirchen."

DIE WELT (20. Februar 2008, Gernot Facius, Die "Frommen" sind auf dem Vormarsch)

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Bischof Dr. Ulrich Fischer, Vorwort »Appell aus Baden«

 


"Die Christen haben zwar Zwangschristianisierungen, Kreuzzüge, Hexen- und Ketzerverbrennungen inzwischen überwunden. Aber fundamentalistische Strömungen sind nach wie vor bereit, im Namen Gottes Absolutheits- und Dominanzansprüche zu erheben" [...]

"Heinz Zahrnt hat "bereits 1980 zum »Dialog zwischen den Weltreligionen« aus neuen Zusammenhängen neue Schlüsse gezogen. „Angesichts der entstehenden einen Welt, des Zusammenwachsens der Völker zur einer Menschheit, verlangt er (im Piper-Bändchen: »Aufklärung durch Religion«) »von allen Weltreligionen, auch vom Christentum die Bewahrheitung ihrer Botschaft im Hinblick auf eine künftige Weltgesellschaft.

Daher geht die Christenheit unserer Tage ... auf eine größere Ökumene als bisher zu: auf die Ökumene der Religionen. [...]

Endlich können die Christen ehrlich sein und ihren so lange mit Gewalt, Kattun und Gelehrsamkeit verteidigten Anspruch auf die Alleinvertretung Gottes aufgeben und sich in die Gemeinschaft der Weltreligionen einreihen"

»
Appell aus Baden« (Mai 2006, Vorwort v. Bischof Dr. Ulrich Fischer - Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Hans-Joachim Girock, Dr. Gerhard Liedke u. Prof. Dr. Gottfried Gerner-Wolfhard, Baden-Baden, epd Dokumentation 26/2006, http://www.ekiba.de/images/Was-jetzt-dringlich-ist.pdf). Wortlaut/Quelle: http://www.ekiba.de/images/Was-jetzt-dringlich-ist.pdf)

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"Katholiken, Orthodoxe, Protestanten, Muselmanen [veraltete Bezeichnung für Muslime], Hinduisten, Buddhisten, Freidenker und gläubige Denker sind bei uns nur Vornamen. Unser Familienname ist Freimaurerei."

Baron Yves Marsaudon (1964, L’oecuménisme vu par un Franc-Maçon de Tradition, EditionsVitiano Paris-IX, 1964, S. 126 u. Erich Brüning, Harry Graf: Die unterschätzte Subkultur: Freimaurerei – Wolf im Schafspelz. Berneck: Schwengeler-Verlag 2001, ISBN 9783856663841)

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"Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz und der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Rektor Rolf Hille (Tübingen) [1999], erklärte gegenüber idea, dass die Glaubensbasis der Evangelischen Allianz und die Lehren der Freimaurer miteinander unvereinbar seien.

Deshalb könne es keine Zusammenarbeit oder Verbindungen zwischen Vertretern von Allianz und Freimaurerei geben."

ideaSpektrum
(1999, Evangelische Allianz: Keine Verbindungen zum Freimaurertum, ideaSpektrum 28/29/1999, S. 9)

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"Die Evangelische Allianz wurde durch Thomas Chalmers [siehe unten] mitbegründet, er wurde am 26.4.1800 in Arbroath, Schottland, zum Freimaurer aufgenommen."

Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland e.V. (Stand September 2010, www.freimaurerei.de/index.php?id=38)

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"Eine der frühen ökumenischen Organisationen war die Evangelische Allianz.

Durch einen Aufruf des schottischen Theologen Thomas Chalmers (1780-1847) [siehe unten] an Kirchen und Denominationen in England, Wales und Irland nahm die Allianzbewegung ihren Ausgang.

Das Programm des überkonfessionell und übernational geplanten christlichen „Brüderbundes" bestand einerseits in einer Abwehr des Papsttums und der protestantischen Irrtümer, andererseits in einer Förderung biblischen Christentums. Vom 19. Mai bis 2. September 1846 fand in London die konstituierende Versammlung des Bundes statt."

Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Gerhard Besier (8. März 2000, 1992-2003 Historische Theologie u. Konfessions-kunde Theologischen Fakultät Universität Heidelberg, Kirche, Politik und Gesellschaft im 19. Jahrhundert, Enzyklopädie deutscher Geschichte, Bd. 48, Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2000, ISBN 9783486564372, S. 45)

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"Thomas Chalmers [siehe oben] Scottish theologian and philosopher. Initiated in Lodge St. Vigean No. 101, Arbroath, Scotland April 26, 1800."

William R. Denslow, Harry S. Truman* (1957, William R. Denslow, Harry S. Truman: 10,000 Famous Freemasons from A to J, Part One. Kessinger Publishing, 1957, ISBN 1-4179-7578-4, S. 196)

* [Autor: Harry S. Truman, 1945 - 1953 der 33. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika]

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Prof. Dr. Thomas Chalmers, Mitgründer der Evangelischen Allianz

 


"Promiliste 18./19.Jahrhundert: Graf v. Zinzendorf, Gründer der Herrenhuter Brüdergemeinde" [Anlage 11]

"Graf v. Zinzendorf, Nikolaus Ludewig 26.05.1700 - 09.05.1760; Schwerterloge 03.02.1759, Matr. Nr. 183" [Anlage 9]

Altstuhlmeister Karl-Dieter Holz (12.02.2007, Altstuhlmeister der Johannis-Freimaurerloge: Zum goldenen Apfel,  Dresden, Matrikel Nr. 119 gegründet 1776, Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland, www.freimaurer-lesebuch.de/download/Anlage11.pdf u. www.freimaurer-lesebuch.de/download/Anlage9.pdf)

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"Es ist bemerkenswert, dass Graf Zinzendorf Freimaurer war, aber nicht nur er war es, viele Gründer von Freikirchen und Sekten in neuerer Zeit waren Freimaurer. […]

Graf Zinzendorf hat zeitlebens zahlreiche Kontakte mit den verschiedenartigsten Kirchen gepflegt, mit den Anglikanern, den Kopten, den Katholiken usw., ebenso aber auch mit Freigeistern und Freimaurern.

Er vertrat die Meinung, keine der christlichen Kirchen dürfe den Anspruch erheben, die alleinseligmachende zu sein."

Prof. Dr. Joseph Schumacher (2007, Theologische Fakultät d. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Vorlesung Sommersemester 2007: Die kleineren christlichen Gemeinschaften (Freikirchen und Sekten), Die Herrnhuter Brüdergemeine, S. 112 u. 121, www.theologie-heute.de)

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"In der 1727 von Zinzendorf [siehe oben] konstituierten Herrnhuter Brüdergemeine sollte statutengemäß eine philadelphische Gemeinschaft verwirklicht werden: Sie sollte „in beständiger Liebe mit allen Brüdern und Kindern Gottes in allen Religionen stehen" (Zinzendorf und die Herrnhuter Brüder 75).

Zinzendorfs philadelphisches Gemeindekonzept war gerahmt durch seine Tropenlehre, wonach die verschiedenen Konfessionen als tropoi paideias (Erziehungsweisen Gottes) unter Leugnung jeglichen exklusiven Wahrheitsanspruchs (1 Kor 13,12) gerade in ihrer geschichtlichen Verschiedenheit legitimiert seien."

Theologische Realenzyklopädie (TRE) (1. Dezember 1991, Theologische Realenzyklopädie (TRE) Band 21, Berlin/New York: Walter de Gruyter, Aufl. 1991, S. 158)

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"Die Gründungskonferenz der Evangelischen Allianz [World Evangelical Alliance] fand am 19. August 1846 im größten Freimaurersaal Londons statt, was auch offiziell im Berichtsband der Konferenz festgehalten wurde."

Erich Brüning, Harry Graf (2001, Erich Brüning, Harry Graf: Die unterschätzte Subkultur: Freimaurerei – Wolf im Schafspelz. CH-Berneck: Schwengeler-Verlag, S. 383)

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"Man hatte herausgefunden [u. a. publiziert durch Prof. Dr. Ernst Wilhelm Hengstenberg in der Evangelischen Kirchenzeitung, 1858, Sp. 21], dass sich unter den Konferenzbesuchern [September 1857, Konferenz der Evangelische Allianz in Berlin] eine Reihe namhafter Berliner Freimaurer befanden. Das war Anlass genug, die Allianz mit der Freimaurersache in enge wechselseitige Beziehung zu bringen.

Die Londoner Allianz verdächtigte man, weil sie ihre Routinesitzung in einem Logenhaus abhielt. Man übersah dabei aber geflissentlich, dass dort regelmäßig Räume an viele nichtfreimaurerische Gruppen vermietet wurden. Jetzt geriet eben alles in ein Zwielicht."

Prof. Dr. Erich Beyreuther (1969, Der Weg der Evangelischen Allianz in Deutschland, R. Brockhaus Verlag Wuppertal 1969, ISBN 3417245893, S. 37)

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"Wir entsagen dem okkulten Freimaurertum und erklären, dass wir als Vertreter der SEA-DS [Schweizerischen Evangelischen Allianz, Deutschschweiz] uns allein dem dreieinigen Gott der Bibel und seinen Grundsätzen verpflichtet wissen.

Wir tun Busse und stellen uns unter die Schuld unserer Vorgänger, wo sie durch Arroganz, Besserwisserei, Hochmut und Verschleierung dem Reich der Finsternis Raum gewährt haben. Wir brechen im Namen von Jesus Christus den Fluch des Freimaurertums über der Evangelischen Allianz-Bewegung.

Wir erbitten die Führung des Heiligen Geistes zur Einheit des Leibes Christi und zum Wohle aller Menschen im Sinne des Evangeliums."

Zentralvorstand der Schweizerischen Evangelischen Allianz - Deutschschweiz (8. März 1999, Lihn in Filzbach, Jürg Opprecht, Präsident; Elfi Mösch; Thomas Bucher; Kurt Spiess; Erica Maurer; Katharina Walthert; Fritz Herrli; Christine Anliker, idea-Spektrum 28/29/1999, Evangelikale gegen Freimaurer)

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"Zwischen der Schweizer Evangelischen Allianz [siehe oben] und dem Freimaurertum gibt es keine Verbindungen. Das hat der Allianz-Zentralvorstand angesichts von Gerüchten über angebliche Beziehungen klargestellt.

Nach Angaben des Medienbeauftragten, Fritz Herrli (Zürich), wurde dem Vorstand wiederholt vorgeworfen, Verbindungen zum Freimaurertum zu verschleiern. Recherchen eines Vorstandsmitgliedes hätten jedoch keinerlei Hinweise auf Kontakte zwischen offiziellen Allianz-Vertretern und der Freimaurerei ergeben, teilte Herrli idea mit.

Die einzige Beziehung sei die bekannte Tatsache, dass die Evangelische Allianz 1846 im Lokal einer Londoner Freimaurerloge gegründet wurde.

Da geheime Kontakte einzelner Allianz-Mitarbeiter jedoch nie auszuschließen seien, habe sich der Allianz-Vorstand im März mit einem Gebet von allen denkbaren Verbindungen zur Freimaurerei losgesagt.
Herrli zufolge ist die Freimaurerei eine religionsvermischende Weltanschauung, für die alle Götter dieselbe Bedeutung haben. Aufgrund ihrer humanistischen Ideale, dass alle Menschen von sich aus gut seien, lehne sie Jesus Christus als persönlichen Erlöser ab."

ideaSpektrum
(1999, Evangelische Allianz: Keine Verbindungen zum Freimaurertum, ideaSpektrum 28/29/1999, S. 9)

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"Freimaurerei versteht sich nicht als Religion. Sie vereint Menschen unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften."

(Stand September 2010, http://de.wikipedia.org/wiki/Freimaurerei)

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Hinweis in eigener Sache
:

Der nachfolgende Artikel zitiert Auszüge aus www.nikodemus.net (Stand 28. November 2006). Der ERF hat zwischenzeitlich nikodemus.net abgeschaltet und eine Verbreitung der Beiträge untersagt.

Das Zitieren des Beitrags kann straf - und zivilrechtliche Folgen seitens des Evangeliums-Rundfunk Medien e. V. (ERF) nach sich ziehen (Abmahnkosten 899,40 Euro).


"Die Freimaurerei ist ein "Geheimbund," der sich nach den Graden Lehrling, Geselle und Meister gliedert sowie in Logen und übergeordneten Großlogen organisiert ist. Ein erster definierter Beginn der Freimaurerei ist die Gründung der Großloge von London im Jahre 1717, ein Zusammenschluss von vier bereits bestehenden Logen.

Die Freimaurerei sieht sich in Tradition der "Steinmetz-Sozietäten" (engl. "lodge"=" Bauhütte"), die gewisse bürgerliche Sonderrechte hatten und aus beruflichen Gründen nach außen hin verschwiegen sein mussten. In diese Sozietäten konnten zu späterer Zeit auch Nicht-Steinmetze aufgenommen hatten. Die meisten Symbole der Freimaurer (Winkel, Zirkel, Schurz, Setzhammer, Stein und Senkblei) sind dieser Tradition entnommen.

Über das Leben in den Logen erfährt man relativ wenig, da es nach den "Alten Pflichten" von 1723, den Logenbrüdern ausdrücklich verboten ist, davon zu berichten. In diesem historischen Dokument heißt es wörtlich:

"Ihr sollt in Reden und Betragen vorsichtig sein, dass auch der scharf sinnigste Fremde nicht zu entdecken vermöge, was nicht geeignet ist, ihm eröffnet zu werden. Zuweilen müsst Ihr auch ein Gespräch ablenken und es klüglich zur Ehre der Ehrwürdigen Bruderschaft leiten."

Logenmitglieder müssen einen "fremden Bruder" auch erst prüfen, ob er ein wirklicher "Bruder" ist, damit er nicht Kenntnisse erlangt, die er nicht erlangen soll. Als "Lehrling" kann nur "ein vollkommener Jüngling" aufgenommen werden, "ohne körperliche Mängel und Gebrechen, welche ihn unfähig machen könnten, die Kunst zu erlernen, dem Bauherrn seines Meisters zu dienen [...]

Der weltanschauliche Hintergrund ist dem Deismus verwandt. Letzterer vertritt die Ansicht, Gott habe die Welt erschaffen, lenke sie aber nicht mehr. Religion und Glaube werden nicht generell abgelehnt, jedoch jedes Eingreifen Gottes in die Welt und jede übernatürliche Offenbarung.

Allerdings ist die Freimaurerei eine der klassischen Quellen für die bekannte These, alle Religionen würden letztlich denselben Gott verehren. Das Ziel der Religion sieht die Freimaurerei letztlich in der ethischen Verbesserung des Menschen. [...]

Der klassische Ausdruck dieses freimaurerischen Denkens ist die "Ringparabel" aus "Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing. [...]
Fazit für Lessing: Die Religionen haben den Zweck zu einer "von Vorurteilen freien Liebe" zu motivieren. Die Echtheitsfrage jedoch stünde dem Sinn der Ringe sogar entgegen, da der Vater die "Tyrannei des einen Ringes" - also einer Religion - nicht dulden möchte. Lessing spricht damit als Freimaurer die Ideologie des Geheimbundes klar aus: Religion ist wichtig, aber nicht aus sich selbst, sondern als Motiv zu ethischem Handeln. [...]

Aus meiner Sicht ist interessant, dass beispielsweise Lessing einer der "Väter" der Bibelkritik wurde und auch deutlich antichristliche Werke herausgab (beispielsweise vom Philosophen Reimarus). [...]

Das Hauptproblem der Freimaurerei ist ihr religiöser Relativismus, die Ansicht, dass es keine uneingeschränkt geltende Wahrheit gibt. [...] Die Bibel bezeugt jedoch unmissverständlich, dass ein Mensch nur durch den Glauben an Jesus Christus vor Gott bestehen und gerettet werden kann:

Hier einige Beispiele:

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Johannes 14,6

(Petrus sprach:) So sei euch und dem ganzen Volk Israel kundgetan: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch. Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist. Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden. Apostelgeschichte 4,10-12

Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat dieses Zeugnis in sich…. Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes. 1.Johannes 5,10-13

Aufgrund der Aussagen der Bibel ist die Ideologie, die der Freimaurerei zugrund liegt, klar abzulehnen. Freimaurerei und christlicher Glaube sind unvereinbar! [...]

Die Tatsache, dass in der Freimaurerei ausdrücklich nur die Religion gilt, "in welcher alle Menschen übereinstimmen," steht dem Anspruch Jesu entgegen, der einzige Weg zum Vater zu sein. In diesem Sinne kann man die Freimaurerei als antichristlich bezeichnen.

Über "Antichristen" schreibt der Apostel Johannes:

Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet." 1.Johannes 2,22

Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt…. ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er kommen werde, und er ist jetzt schon in der Welt. 1.Johannes 4,1-3

Wie diese Bibelstellen zeigen, wird nichtchristliche Religiosität und Weltanschauung immer als etwas Dämonisches bezeichnet. So sagt Paulus in seiner Predigt auf dem Athener Areopag, dem auch Philosophen angehörten (vgl. Apostelgeschichte 17,18):

..Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter* in allen Stücken sehr verehrt. Apostelgeschichte 17,22

*Im Griechischen steht hier ein Wort, das im Neuen Testament sonst nur für "Dämonen" verwendet wird

Und auch im ersten Korintherbrief:

Was will ich nun damit sagen? Dass das Götzenopfer etwas sei? Oder dass der Götze etwas sei? Nein, sondern was man da opfert, das opfert man den bösen Geistern und nicht Gott. Nun will ich nicht, dass ihr in der Gemeinschaft der bösen Geister seid. Ihr könnt nicht zugleich den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der bösen Geister; ihr könnt nicht zugleich am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der bösen Geister. 1.Korinther 10,19-21

Diese Aussagen bedeuten jedoch nicht, dass es sich um praktizierten Okkultismus handeln muss. [...] Man kann der Freimaurerei daher sicher nicht generellen Okkultismus unterstellen, wenngleich der ein oder andere Okkultist unter ihnen zu finden sein mag."

(www.nikodemus.net/776, Stand 28. November 2006)

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Deutsche Evangelische Allianz (DEA), www.ead.de, 2010

 


"Vor Jahren wäre das, was vom 8. bis 12. August 2007 in Toulouse stattfand, in der Tat noch undenkbar gewesen: Erstmals beteiligten sich Vertreter der missionarisch gesonnenen Evangelikalen an einem gemeinsamen Studienprozess von Vatikan und Ökumenischem Rat der Kirchen (ÖRK) - und dabei zeigten sich Repräsentanten der evangelikalen Bewegung optimistisch über die Möglichkeit, zu allgemein anerkannten christlichen Verhaltensmaßstäben beim Thema Bekehrung zu kommen." [...]

"Eine Beteiligung der Weltallianz [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz] sei entscheidend, wenn es darum gehe, »schwarze Schafe« für eine Evangelisation mit Respekt für andere Glaubensüberzeugungen zu gewinnen.

Wer sind wohl die »schwarzen Schafe«?

Die, die noch nicht auf Linie sind und nicht in den angestrebten Verhaltenskodex passen? Der Verhaltenskodex könnte sehr wohl das Ende von Evangelisation und Mission bedeuten, wenn sich das, was der Generalsekretär des Kirchenrates von Malaysia Hermen Shastri (Kuala Lumpur) bei derselben Konferenz in guter »ökumenischer Tradition« forderte, durchsetzt:

Religiöse Verkündiger müssten anerkennen, dass keine Religion ein »Monopol auf die Wahrheit« habe und es viele Wege zum Heil gebe.

Wer so redet, ist sich des Heils wohl selbst nicht mehr gewiss. Kann so etwas die Weltallianz mittragen? ... Bis etwa 2010 soll aber auch der Verhaltenskodex umgesetzt und kontrolliert werden, wobei offen bleibt, wie dies geschehen soll. [...]

Wenn der Ruf zu Glaube und Buße aufhört, wie dies ja gefordert wurde, und die Weltallianz dies mit trägt, dann gibt sie damit nicht allein ihr ursprüngliches Ziel auf, sondern trägt auch, was weit schlimmer ist, zum Unheil von Menschen bei, wenn sie nicht mehr laut und deutlich bekennt:

Jesus Christus ist der einzige Weg zum Heil; Christus allein."

Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ (Dezember 2007, Informationsbrief Nr. 245, Seite 28 f., http://de.wikipedia.org/wiki/Kein_anderes_Evangelium)

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"Seit langem schon wird von Seiten bibelkritischer und „ökumenischer Theologie“ versucht, die Gegensätze zwischen Islam und christlichem Glauben zu verharmlosen und eine gemeinsame geistliche Wurzel der vermeintlich „Abrahamitischen Religionen“ zu behaupten. [...]

Im Oktober [2007] hatte zunächst eine Gruppierung von 38 muslimischen Gelehrten einen „Offenen Brief“ an den Papst und weitere Kirchenführer u.a. von Orthodoxie, Luthertum, Reformierten und Baptismus geschickt. Er steht unter dem Motto: „Ein gemeinsames Wort zwischen uns und euch“. Durch den Vergleich von Koran- und Bibeltexten will man belegen, dass es eine substantielle Gemeinsamkeit zwischen dem angeblich auf beiden Seiten gelehrten Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe gebe. Es soll suggeriert werden, dass es sich bei Allah und Jahwe letztlich um den einen Gott handele, dem beide Religionen von ganzem Herzen zu dienen versuchten. [...]

So wundert es nicht, dass der „Offene Brief“ schon bald eine zustimmende „christliche Antwort“ [http://www.yale.edu/faith/acw/acw.htm] erhielt (A Christian Response). Darin bitten die Unterzeichner um Vergebung für das von Christen an Moslems geübte Unrecht – und zwar erbittet man diese Vergebung sowohl von „dem Allerbarmenden Einen“ (All-Merciful One) als auch der weltweiten muslimischen Gemeinschaft. Zugleich wird die „tiefe Einsicht“ gelobt, mit der die muslimische Erklärung gemeinsame Grundlagen zwischen der muslimischen und der christlichen Gemeinschaft identifiziere. Diese gemeinsame Basis betreffe nicht nur Nebensächliches, sondern sogar „Fundamente des Glaubens“ (fundamentals of faith). [...]

Seine dramatische Dimension erhält der Vorgang dadurch, dass inzwischen führende Evangelikale aus dem englischsprachigen Raum die „Christliche Antwort“ [http://www.yale.edu/faith/acw/acw.htm] unterstützen und sich mit ihrer Unterschrift dazu bekannt haben. ...
u.a. ... John Stott, Bill Hybels [Willow Creek], Rick Warren [Leben mit Vision], George Verwer. Auch maßgebliche Vertreter der Evangelischen Allianz [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz] haben die Erklärung inzwischen unterzeichnet: Geoff Tunnicliffe (Internationaler Direktor der Weltallianz), Bertil Ekström (Exekutiv-Direktor der Missionskommission), William Taylor (Internationaler Botschafter der WEA [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz]).

Angesichts dieses interreligiösen Engagements der Allianz wirft ein anderes Projekt, an dem sie beteiligt ist, neue Fragen auf.
Im August fand in Toulouse eine gemeinsame Tagung des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog (Vatikan), des ÖRK-Programms für Interreligiöse Zusammenarbeit (Ökumenischer Rat der Kirchen, Genf) und der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) statt. Letztere war u.a. durch den deutschen Theologen Thomas Schirrmacher [http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Schirrmacher]  vertreten.

Gemeinsam will man einen Ethik-Kodex für Bekehrungen [siehe unten] erarbeiten, mit dem dann „schwarze Schafe“, die sich laut Schirrmacher in allen theologischen Lagern befinden, zur Rechenschaft gezogen werden sollen."

Dr. Wolfgang Nestvogel (07.12.2007, 2005 - 2010 Leiter der Akademie für Reformatorische Theologie (ART) Hannover)

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"Muslime sind Gottes Kinder."

Präses
Dr. h.c. Nikolaus Schneider (27. März 2010, 2010 - 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Ein beängstigendes Islambild, Interview: Der EKD-Ratsvorsitzende Schneider über fremde Facetten des Islam, deutsche Skepsis und unchristliche Radikale, DIE WELT, www.welt.de)

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"Dürfen arabische Christen Gott ‚Allah‘ nennen? [...] Ich möchte […] für die Sicht, dass ‚Allah‘ die beste und natürlichste Gottesbezeichnung für den biblischen Gott ist, folgende Argumente anführen: 1. Argument: ‚Allah‘ entspricht der alttestamentlichen Gottesbezeichnung ‚El‘ und ‚Elohim‘. [...]
[Vollständiger Text siehe:
www.bucer.eu/uploads/media/mbstexte096.pdf]

Im übrigen ist die Frage danach, ob man an denselben Gott glaubt, nicht ganz so einfach, wie sie im ersten Moment klingt, da man an denselben Gott glauben, aber ein völlig anderes Bild von ihm haben kann.
Wer wollte bestreiten, dass die Juden an denselben Gott wie die Christen glauben, und dennoch haben sie ein falsches Gottesbild, das ihnen den Weg zum Heil in Jesus Christus verstellt."

Prof. Dr. phil. Dr. theol. Thomas Schirrmacher (2008, Theologe, Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Rektor des Martin Bucer Seminars, www.bucer.eu, MBS Texte 96, Dürfen arabische Christen Gott ‚Allah‘ nennen?, www.bucer.eu/uploads/media/mbstexte096.pdf)

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"Ich kenne zufällig Leute, die Nachfolger Christi in anderen Religionen sind"

Dr. Rick Warren (Juli 2005, Aspen Ideas Festival 2005 July 5-10, http://www.aspeninstitute.org, zitiert nach: „Leben mit Vision“ und „Willow Creek“-Welle: Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung?, Rudolf Ebertshäuser, Dezember 2006, freier Verlagslektor, 1995 – 2003 Mitarbeit an der Revision der Schlachter-Bibel, Leonberg bei Stuttgart)

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"Ich kenne viele Leute, die an den Messias Jesus glauben, ganz gleich, welcher Religion sie angehören, weil sie an ihn glauben. Es geht um eine Beziehung, nicht um eine Religion."

Dr. Rick Warren (02.12.2005, CNN Interview: Larry King Live,
Quelle: http://transcripts.cnn.com/TRANSCRIPTS/0512/02/lkl.01.html
[Stand Februar 2007],
Aired December 2, 2005 - 21:00 ET)

[Rick Warren war neben Willow Creek-Pastor Bill Hybels Hauptredner des Willow Creek-Leitungskongress "Geistlich leiten – auf klarem Kurs"  vom 8. bis 11. November 2006 in Bremen, http://www.glaube24.de/3576-542-1621-Artikel.html]

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"Wer ist der Mann des Friedens in irgendeinem Dorf – es könnte auch eine Frau des Friedens sein – die das meiste Ansehen haben, die offen und einflussreich sind?

Sie müssen keine Christen sein. Sie könnten durchaus auch Muslime sein, aber sie sind offen und sie sind einflussreich, und Sie arbeiten mit ihnen zusammen, um die fünf Riesen** [P.E.A.C.E. Initiative, siehe unten] anzugreifen.

Und das wird die Zweite Reformation herbeiführen."

Dr. Rick Warren (23.05.2005, Pew Forum on Religion, Quelle: http://pewforum.org/events/index.php?EventID=80 [Stand Februar 2007], Monday, May 23, 2005 - Key West, Florida)

**[P.E.A.C.E. Initiative: 1. Partnerschaft mit den örtlichen Kirchen (partnership), 2. Ausbildung dienst­bereiter Leiter in Wirtschaft, 3. Politik und Kirche (equipping), 4. Hilfe für die Armen (assisting), 5. Fürsorge für die Kranken (caring) und Bildung für die große Menge der Analphabeten (educating)]

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"Rick Warren will bis 2020 eine Milliarde Christen mobilisieren, um eine "Zweite Reformation" einzuleiten." [...]

Rick Warren: "Unser Ziel ist es, eine Milliarde Fußsoldaten des Reiches Gottes einzuberufen, die dauerhaft das Gesicht der Weltmission verändern werden, indem sie die fünf 'globalen Giganten' [P.E.A.C.E. Initiative**, siehe oben] bekämpfen."

Dr. Martin Erdmann (22.10.06, Historiker, Rick Warren und das Programm "Leben mit Vision", Riehen/Schweiz, http://www.nuntia.info)

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"Religiöse Toleranz ist einer Studie zufolge in den USA weit verbreitet. 70 Prozent der gläubigen US-Amerikaner seien der Ansicht, nicht nur ihre eigene, sondern viele Religionen führten "zum ewigen Leben", berichtete das Meinungsforschungsinstitut "Pew Forum" am Montag (Ortszeit) in Washington."

epd (24. Juni 2008, Studie: Religiöse Toleranz in den USA weit verbreitet, www.epd.de, http://religions.pewforum.org/pdf/report2religious-landscape-study-key-findings.pdf)

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"Ich muss hinzufügen, dass ich nicht der Auffassung bin, Jünger machen sei gleichbedeutend damit, jemanden an die christliche Religion zu binden.

Es mag unter vielen (nicht allen!) Umständen ratsam sein, Menschen zu helfen, Nachfolger Jesu zu werden und  sie dabei in ihrem buddhistischen, hinduistischen oder jüdischen Kontext [lateinisch contexo = zusammenweben, zusammensetzen; contextus = verflochten, fortlaufend, con-textus = Zusammenhang] zu belassen."

Dr. Brian McLaren (Februar 2006,  A Generous Orthodoxy: 293, Das TIME Magazine (US) zählt Dr. Brian McLaren zu den "25 einflussreichsten Evangelikalen Amerikas"
http://de.wikipedia.org/wiki/Emerging_Church)

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"Es gibt Wahrheit in jeder Religion. [...]

Christen glauben, dass es in jeder Religion Wahrheit gibt. Aber wir glauben einfach, dass es nur einen einzigen Retter gibt. ... Ich glaube, ich habe viel Wahrheit von verschiedenen Religionen gelernt; denn sie haben alle einen Teil der Wahrheit."

Dr. Rick Warren (22.11.2004, CNN Interview: Larry King Live,
Quelle: http://transcripts.cnn.com/TRANSCRIPTS/0411/22/lkl.01.html [Stand Februar 2007],
Aired November 22, 2004 - 21:00 ET)

[Rick Warren war Referent beim Willow Creek-Leitungskongress "Geistlich leiten – auf klarem Kurs"  vom 8. bis 11. November 2006 in Bremen, http://www.glaube24.de/3576-542-1607-Artikel.html]

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"Für mich ist Jesus "der Weg, die Wahrheit und das Leben", und die Beziehung zu diesem Gott ist für mich so lebensstiftend, dass ich diese wunderschöne Erfahrung allen Menschen wünsche. Aber: Keine Religion hat die ganze Wahrheit, die ganze Wahrheit hat nur Gott allein. Nur Gott selbst ist die Wahrheit.

Auch wir als Christen können nicht beanspruchen, ihn, den Unbegreiflichen, zu begreifen, ihn den Unerforschlichen, erfasst zu haben. Wir sind auf dem Weg zur Wahrheit und das zusammen mit Millionen anderer Menschen - auch Muslime.

Am Ende werden nicht Christentum oder Islam stehen. Am Ende wird überhaupt keine Religion stehen. Am Ende wird er stehen, Gott, der alles in allem sein wird."

Kai Sutrisno Scheunemann (8. September 2002, Diplom-Theologe, Geschäftsführer von "Leben mit Vision" (Rick Warren) in Deutschland, Im Halbmondschein, http://www.islam.de/2453.php)

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"As a follower of Jesus I believe He is the truth and the way. So I look for my inspiration from Him as documented in the Bible."
["Als ein Nachfolger Jesu glaube ich, dass Er die Wahrheit und der Weg ist. Deshalb suche ich meine Inspiration bei Ihm, wie in der Bibel belegt."]


"And yet, in our company we have people of all faiths as well as people who center their faith in the goodness of human beings. [...] As a result, many of our people would delete my morning messages if they thought I was only coming from a Christian perspective."
["Doch in unserer Firma haben wir sowohl Leute aller Religionen als auch Leute, die ihren Glauben in das Gute im Menschen richten. [...] Als Folge davon würden viele unserer Leute meine Morgenbotschaft löschen, wenn sie denken würden, sie käme (wörtlich: ich käme) nur aus einem christlichen Blickwinkel.]

"
So I look for inspirational messages from a variety of sources besides Jesus. Our folk get to hear words of wisdom form great prophets and spiritual leaders like Buddha, Mohammed, Moses, Mahatma Gandhi, Yogananda, and the Dalai Lama" [...]
[Deshalb suche ich inspirative Botschaften aus einer Vielfalt von Quellen neben Jesus. Unsere Leute hören Worte der Weisheit von großen Propheten und spirituellen Führern wie Buddah, Mohammed, Moses,"] [...]


"Throughout this book, Buddhas insights and words help us create a kinder and gentler workplace. Jesus would approve. ..." [...]
["Durch das ganze Buch hindurch helfen uns Buddhas Erkenntnisse und Worte einen netteren und sanfteren Arbeitsplatz zu schaffen. Jesus würde es gutheißen..."]


Dr. Kenneth Blanchard (Juni 2001, Kenneth Blanchard wrote the foreword to: “What Would Buddha do at Work?” Seastone, ISBN: 1569753008, Seite 11-12)
[Dr. Ken Blanchards Vorwort zum Buch "Was würde Buddha am Arbeitsplatz tun?", Seite 11-12]

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"Ken Blanchard [siehe oben] und Bill Hybels [Gründer der Willow Creek Community Church] sprechen auf Tagungen und Zusammenkünften in der ganzen Welt. Ihre Botschaften sind auch auf Hör- und Videokassetten erhältlich."

Dr. Kenneth Blanchard
, Dr. Bill Hybels u. Phil Hodges (November 2000, Das Jesus-Prinzip. Führen mit biblischer Weisheit,
Seite 175, Verlag: Gerth Medien; Auflage: 3., Aufl. ISBN: 3894903392)

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"Lead Like Jesus" [...]
"Jesus is simply the greatest leadership modell of all time"

Dr. Rick Warren
[Leben mit Vision], Dr. Kenneth Blanchard [siehe oben] und Dr. Bill Hybels [Gründer der Willow Creek Community Church] (30. Juni 2004, Lead Like Jesus, Audio CD, Verlag: Oasis Audio, ISBN: 1589267281)

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"Je älter ich werde, desto mehr merke ich, dass „Wahrheit“ für uns Menschen ein höchst relativer Begriff ist.

Früher dachte ich: Es gibt nur Ja oder Nein, Schwarz oder Weiß, Richtig oder Falsch. Heute sehe ich, dass in den „Wahrheiten“, von denen wir am meisten überzeugt sind, oft viel Lüge eingemischt ist. Und das, was wir für Lüge halten, nicht selten eine wichtige Wahrheit für uns transportiert.

Es gibt zwei Arten von Wahrheiten: kleine Wahrheiten und große Wahrheiten. Eine kleine Wahrheit erkennt man daran, dass ihr Gegenteil falsch ist. Das Gegenteil einer großen Wahrheit ist oft eine andere große Wahrheit."

Dr. Klaus Douglass (2006, theologischer Referent Personalabteilung d. Kirchenverwaltung der EKHN [Evangelische Kirche in Hessen und Nassau], 1989-2009 Gemeindepfarrer in d. Ev. Andreasgemeinde Niederhöchstadt bei Frankfurt a. M. (EKHN), http://www.douglass.de/person/philosophie)

[Dr. Klaus Douglass hat das Vorwort zum Buch "Kirche mit Vision" (Dr. Rick Warren) geschrieben, Projektion J Verlag, Asslar 1998, ISBN 3928093096]

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"Es gibt zwei Arten von Wahrheiten. Bei der flachen ist das Gegenteil von einer wahren Aussage falsch.
In der tieferen ist das Gegenteil von einer wahren Aussage ebenso wahr."

Prof. Dr. Niels Bohr (1885 - 1962, dänischer Physiker, 1922 Nobelpreis für Physik)

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"Eine Wahrheit zu verkündigen, die gleichzeitig Unwahrheit sein könnte, ist widersinnig. Darauf kann kein Mensch sein Leben bauen."

Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) (November 2006, Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Klarheit und gute Nachbarschaft - Christen und Muslime in Deutschland, Eine Handreichung des Rates der EKD, http://www.ekd.de/download/ekd_texte_86.pdf, Seite 17)

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"Die gefährlichsten Unwahrheiten sind Wahrheiten, mäßig entstellt."

Prof. Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799, Schriftsteller und erster deutscher Professor für Experimentalphysik)

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"Unser höchster Schutz ... welches die Artikel von Christo sind: nämlich dass Christus der Sohn Gottes sei, für unsere Sünden gestorben, wieder auferweckt, damit wir leben, dass wir durch den Glauben an ihn gerecht und durch die Vergebung der Sünden selig sind" ...

"Mahomet leugnet, dass Christus der Sohn Gottes sei, er leugnet, dass er auferstanden sei, um uns zum Leben zu bringen, er leugnet, dass durch den Glauben an ihn die Sünden vergeben und wir gerechtfertigt werden,
er leugnet, dass er kommen werde als Richter über die Lebendigen und Toten, wiewohl er eine Auferstehung der Toten und einen Tag des Gerichts glaubt, er leugnet den Heiligen Geist, er leugnet dessen Gaben.

Durch diese und ähnliche Artikel muss das Gewissen befestigt werden wider die Zeremonien des Mahomet."

Dr. Martin Luther (1530, Reformator, Vorrede: Von der Religion und den Sitten der Türken. Walch 2, Bd 14)

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Jesus Christus: 32 "Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. 33 Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater."

Matthäus 10, 32-33

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SPIEGEL ONLINE: "Wofür steht der Protestantismus im Jahr 2012? Was sind ureigenste protestantische Themen?"

Schneider: "Der Protestantismus steht für den Glauben an Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist. Und die Themen sind im Evangelium vorgegeben: Die Würde des Menschen, der Umgang mit den Armen, Kranken, Schwachen und Benachteiligten, soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit."

Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider (15. Juni 2012, 2010 - 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, 2003-2013 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland EKiR, Evangelische Kirche. EKD-Chef Schneider lehnt Betreuungsgeld ab, www.spiegel.de)

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"Wird eine Kirche zur Moschee, erwecken wir den Anschein, der Unterschied zwischen Christentum und Islam sei geringfügig. Das würde den Eindruck nahe legen, es sei derselbe Gott, zu dem Christen wie Muslime beten.

"Christen bekennen sich zu dem Gott, der sich in Jesus Christus offenbart, während der Islam die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus ablehnt."

Bischof
Dr. Wolfgang Huber (22. November 2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, FOCUS Nr. 48, "Nicht der gleiche Gott. Der Vorsitzende der EKD [2003 - 2009], Wolfgang Huber, definiert die Grenzen des Dialogs mit dem Islam härter und enger denn je.")

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"Christentum wie Islam sind Buchreligionen. […] In unseren beiden Religionen gibt es Gruppen, die sich einem reflektierten und wissenschaftlich fundierten Umgang mit den grundlegenden Schriften [vgl. Historisch- kritische Methode] entziehen und fundamentalistische Auslegungen vertreten. [...]

Keine Religion kann mehr davon ausgehen, dass sie für sich allein existiert und eine absolute Wahrheit nur für sich beanspruchen kann."

Bischof Dr. Wolfgang Huber (16. März 2009, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, „Herausforderungen des interreligiösen Dialogs. Hermeneutische Fragestellungen.“ - Vorlesung in der Theologischen Fakultät in Ankara, www.ekd.de)

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"Die Religionen müssen sich von dem Gedanken verabschieden, die Wahrheit allein zu besitzen. Gott ist immer größer als unsere Wahrheitserkenntnis"

Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider (2. Juni 2011, 2010 - 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, 2003-2013 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland EKiR, 33. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Dresden: Dialogveranstaltung mit d. EKD-Ratsvorsitzendem Nikolaus Schneider u. Großmufti von Bosnien-Herzegowina Dr. Mustafa Efendi Cerić, EKD-Ratsvorsitzender: Absolutheitsanspruch von Religionen überholt, www.kirchentag.de)

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"Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach, ist's aber Baal, so wandelt ihm nach. Und das Volk antwortete ihm nichts."

1. KÖNIGE / 18. Kapitel, 21

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"Der HERR ist unser Gott, der HERR allein.

Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft."

5. MOSE / 6. Kapitel, 4-5

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"Ich glaube an ein höheres Wesen. Ob ich das nun Allah, Gott, Vorsehung oder Schicksal nenne, ist doch wohl gleichgültig." Ich erwiderte: „Vielleicht kommen Sie bald in eine Krise oder große Not. Flüchten Sie dann zur Vorsehung! Rufen Sie das Schicksal an! Ergreifen Sie die Hand des höheren Wesens!
Dann stellt es sich heraus: Sie kennen Gott nicht einmal dem Namen nach. Sie sind ihm fremd und er ist Ihnen fern."

"Aber Jesus! Der geoffenbarte Gott und Heiland! Der ist ein festes Schloss. Wer ihn anruft, kennt Gott mit Namen. Wer Jesus anrufen kann, wohnt in dem festen Schloss. Vor dem Namen Jesus flieht die Hölle. Beim Namen Jesus schweigt sogar Gottes Gericht, weil Jesus für uns Sünder am Kreuz gebüßt hat."

Pfarrer Wilhelm Busch (1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer - Essen, "365 x ER. Tägliche Andachten", Aussaat; 14. Auflage 2006, ISBN-13: 978-3761541586,
http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer)

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"Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh. 14,6).
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden. (Joh 10,1.9).

Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen."

1. These der Barmer Theologischen Erklärung (31. Mai 1934, Bekennenden Kirche, ab 1945 Lehr- und Glaubenszeugnis der EKD [Evangelische Kirche in Deutschland], Wortlaut: Evangelisches Gesangbuch, u. a. Dr. Karl Barth)

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Karl Barth

Prof. Dr. Karl Barth, Schweizer evangelisch-reformierter Theologe (siehe oben)


 

"Wenn an einer Wahrheit Ärgernis genommen wird, ist es nützlicher, das Ärgernis entstehen zu lassen, als auf die Wahrheit zu verzichten."

Augustinus von Hippo (354-430, Bischof und Kirchenvater)

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"Um der Wahrheit willen [...] Die Männer, die sich nur auf ihr Gewissen stellen können, "das in Gottes Wort gefangen ist", werden dem Politiker immer sehr unbequem sein. Denn sie verstehen die größte Kunst des Politikers nicht: die Kunst des Kompromisses! ...  (Karl Hesselbacher)"

Walter Rominger (Juni 2007, Theologe, "Ich bin ein Gast auf Erden" - Paul Gerhardt, Albstadt bei Tübingen)

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"Brauchen wir ein „jein" in unserem christlichen Sprachgebrauch? [...]

Erstaunlich ist, dass die Gegner der „christlichen Fundamentalisten" so vehement darauf beharren, dass Einstellung und Glaube der „Fundamentalisten" falsch sei. Ist das die Intoleranz der Toleranz?

Die Gründer der Freikirchen würden sich im Grab umdrehen bei all den interessanten Äußerungen ihrer Nachfolger."

Johannes Vogel (17. Oktober 2007, Schulleiter Bibel-Center - Freie Theologische Fachschule e.V., ideaSpektrum 42/2007, Seite 4)

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"Um nicht in den Verdacht des Fanatismus zu geraten, haben sich die modernen Prediger etwas ausgedacht, was sie mit Bescheidenheit das Wort Gottes nennen. Es besteht darin, stundenlang zu salbadern und sich mit vollendeter Geschicklichkeit um das Ja und Nein herumzudrücken."

Léon Bloy (1846-1917, französischer Dichter)

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"Wo Gottes Wort nicht mehr das Fundament ist, setzen sich Pragmatismus
[http://de.wikipedia.org/wiki/Pragmatismus] und Säkularisierung [mlat. saecularis = weltlich] durch."

Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (22. Januar, 2002, kath.net/idea)

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"Wissen wir, wohin das führt? Damit stehen wir wieder bei der "Aufklärung". Das war eine geistige Bewegung, die um das Jahr 1800 die Kirche verwüstete, weil man nicht mehr Vergebung der Sünden predigen wollte, sondern "Lebenshilfe". [...]

Die moderne Jugend fragt uns nicht, ob wir in die Welt hineinpassen, sondern sie fragt uns, ob wir eine göttliche Botschaft für sie haben, die wirklich dem Menschen im tiefsten Grunde hilft. ... Die heutige Jugend fragt uns:

1. Habt Ihr eine ernst zu nehmende Botschaft?
2. Seid Ihr Eurer Botschaft gewiss? [...]

So lassen die "modernen" Vertreter der "neuen Wege" eine suchende Jugend verschmachten. Sie bieten ihnen Steine statt Brot und rühmen sich dessen sogar noch. Sie gehen an der eigentlichen Problematik der Jugend vorbei und finden sich enorm zeitgemäß. [...]

Die eigentliche Not, die in dieser ganzen Sache offenbar wird, ist doch die, dass man kein Vertrauen mehr hat in die "efficacia verbi divini", das heißt in die Wirklichkeit des Wortes Gottes. Man traut dem Evangelium nicht mehr zu, dass eine Jugend im Zeitalter der Technik und der Sputniks diese alte Botschaft hören könnte. Da kann man nur sagen: Arme Boten, die kein Vertrauen zu ihrer Botschaft haben!
Arme Kirche! Gott hat ihr einen starken "Freudenwein" anvertraut - und sie macht eine dünne Limonade daraus. Arme Christenheit! Gott hat ihr das "Dynamit" des Evangeliums anvertraut - und sie legt es beiseite und sucht die Steine mit einem Hämmerchen loszubrechen. [...]

Schmerzerfüllt schrieb einst der Apostel Paulus von einem seiner bisherigen Mitarbeiter: "Demas hat mich verlassen und die Welt lieb gewonnen."
Wenn dieser Demas heute lebte, dann hätte er es nicht nötig, die christliche Gemeinde zu verlassen. Er würde bleiben, weil er in der Jugendarbeit der Christenheit ein großartiges Betätigungsfeld fände. Ja, er würde bald zu hohen Ehren aufsteigen.

Und dann würde er in irgend einem Jugendblatt einen Aufsatz schreiben, in welchem er dem Apostel Paulus nachweisen würde, dass er eine "pietistische" [http://de.wikipedia.org/wiki/Pietismus] oder gar "introvertierte" Theologie hätte und dass er, der Paulus, schuldig sei an dem gesetzlichen Wesen in der bisherigen Gemeindearbeit.

In einem zweiten Aufsatz würde er den Aposteln sagen: Es geht nicht an, dass ihr solch einen Trennungsstrich zieht zwischen Gemeinde und Welt, wie es der Johannes tut in dem Satz: "Habt nicht lieb die Welt!" So darf man nicht sagen und tun! [...]

Aber nun möchte ich sehr laut rufen im Namen all derer, die noch etwas wissen von der Macht des Evangeliums - im Namen all derer, die heute seufzen über all diese Allotria -: "Macht Schluss damit, dass der Demas unsere Jugendarbeit führt und prägt! Wir wollen, dass diese Arbeit geführt werde von dem Herrn der Kirche und geprägt werde von Seinem herrlichen Wort. [...]

"Predige zur Zeit und zur Unzeit!" Da haben wir die klare Anweisung, nicht nach dem Erfolg zu fragen, sondern unseren Auftrag auszurichten.
Der Herr wird mich an jenem Tage nicht fragen, ob ich ungeschickt war, wenn ich mit der Tür ins Haus fiel und einem jungen Menschen sagte: "Du brauchst Jesus!" Aber Er wird mich richten, wenn ich in fleischlicher Klugheit meinen Auftrag zurückstellte."

Pfarrer Wilhelm Busch (1958, protestantischer Jugendpfarrer - Essen, Wird der „Schmale Weg“ verbreitert? Ein Wort zur evangelischen Jugendarbeit, http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer))

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Andreas Malessa, November 2006, "Baustelle Leben" , friedenskirche-lueneburg.de

 


"Wo kommen wir denn da hin? Dann denken sie an Lothar Zenetti, der gesagt hat: „Wenn allzu viele Leute sagen wo kommen wir dahin, wird es Zeit, dass mal einer aufsteht und nachschaut wo wir dahin kämen. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm wo wir dahin kämen. Es ist nur ungewohnt und nicht mehr heimatlich, nicht mehr vertraut. […]

Übergänge und Schwellen machen jeden hindurchgehenden unsicher, denn der neue Rahmen hinter dem Türrahmen, der neue Raum hinter dem Türrahmen, das fremde Terrain hinter dem Torbogen sind ja unbekannt und noch unbetreten und immer wenn Vertrautes wegbricht, und wenn eine geölte Routine stoppt, dann suchen wir nach Halt, und dann suchen wir nach Sicherheiten, nach Fixpunkten - und finden sie am ehesten natürlich im Rückgriff  auf Erinnerung und Erfahrung.

Deswegen ist ein Ruck zum Konservativen, zum Gesetzlichen, Biblizistischen, eine Zunahme fundamentalistischer Gruppen, oder eine Zunahme fundamentalistischer Positionen, moralisch rigider Positionen, überhaupt nicht verwunderlich – es ist überhaupt nicht verwunderlich – es ist nur nicht zukunftsweisend."

Andreas Malessa  (26. August 2007, Pastor im Bund der Baptisten, Journalist, Westfälisches Gemeindefestival "Maximale", Evangelische Kirche von Westfalen, Forum: Aufbruch im Abbruch der Kirche)

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"Je fundamentalistischer, je radikaler, je simpler eine Bewegung, eine Bibelschule, eine Gemeinde argumentiert, umso attraktiver ist sie zunächst für den postmodernen Sinn- und Heimatsuchenden."

Andreas Malessa (10.06.2008, Pastor im Bund der Baptisten, Journalist, Journalist kritisiert "Christival"-Berichterstattung, www.pro-medienmagazin.de)

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"Bibel-treu oder Jesus-treu?" [...]

"Die evangelikale Beziehungskrise zu Jesus. Sprich: Das Verherrlichen einer bibel-gebundenen Rechtgläubigkeit, die sich ans Wort hält und deswegen so gut auch ohne die mühsam-zeitfressende Rückkopplung mit dem lebendigen Jesus auskommen kann.

Bibel-treu statt Jesus-treu.. Bibeltreu ist einfach, klar, schwarz-weiß, lässt sich schriftlich fassen, klar abgrenzen, bis zum bitteren Ende auskämpfen, intellektuell abarbeiten.

Jesus-treu? Was ist denn das? Ist das nicht schwammig? Und mühsam? [...]

Bei einer Buch-Religion muss ich gar nicht mehr um Wunder beten, den Lebendigen suchen, auf das Flüstern des Heiligen Geistes setzen - ich habe ja das Buch. [...]

Wir sind keine Buch-Religion wie der Islam, sondern leben einen Beziehungs-Glauben."

Ulrich Eggers (2006, Vorsitzender von Willow Creek Deutschland, Pastor im Bund Freier evangelischer Gemeinden, Leiter des Bundes-Verlags Witten und "Aufatmen"-Chefredakteur, Aufatmen 02/06, Seite 95-96)

Diskussion


"Inspiration heißt nicht: möglichst viel Gott, möglichst wenig Mensch! Dann wäre der Koran oder das Buch Mormon doch das überlegene Buch."

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (2004, Theologe, Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr, Seite 101)

Diskussion


"Wahrheit ist in der Bibel vor allem ein Beziehungsbegriff. ... Wahrheit ist hebräisch ämät, und ämät bedeutet: Wahrheit, Treue, Zuverlässigkeit, Bestehen in Bewährungen."

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (2004, 1996 – 2005 Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, 2007 CTL-Dekan [Chrischona Tabor Liebenzell], Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr, Seite 108)

Diskussion


"Die Bibel ist uns nicht das Buch der tausend Richtigkeiten, sondern das Buch der Wahrheit."

Dr. Christoph Morgner (5. Februar 2009, Theologe, 1989 - 2009 Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften], Theologischer Bericht des Präses 2009, www.gnadauer.de)

Diskussion


"Das Christentum, der christliche Glaube, ist eine Beziehungsreligion."

Jürgen Werth (7. Oktober 2007, 2006 - 2011 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), 1994 bis 2014 Direktor des Evangeliums-Rundfunks (ERF), Hardliner Gottes - die Diskussion. Diskussion mit Meinhard Schmidt - Degenhard über christliche Fundamentalisten in Deutschland. Hessischer Rundfunk, Sonntag, 7. Oktober 2007, 10:00 Uhr, HR Horizonte)

Diskussion


"Jesus Christus treu zu sein ist wichtiger, als der Bibel treu zu sein. Nur dort, wo wir Jesus Christus treu bleiben können, dürfen wir auch der Bibel treu bleiben. Im Konfliktfall argumentieren wir ohne jedes Zögern mit Jesus Christus gegen die Bibel! [...]

Hätte Jesus auch alle erstgeborenen Söhne der ägyptischen Bevölkerung im Schlaf erwürgt, weil der Pharao verstockt war (vgl. Ex 11)? Hätte Jesus auch sämtliche Baalspriester umbringen lassen, wie es von Elia berichtet wird (vgl. 1 Kg 18,40)? [...]

Der Ausdruck »bibeltreu« hat auf diejenigen, die mit ihm aufgewachsen sind, eine tiefe emotionale Wirkung. Das Gegenteil von »treu« ist »untreu« bzw. »treulos«. Diese Worte sprechen die tiefsten Schichten des Menschen an. Die indirekte und direkte Botschaft des Ausdrucks »bibeltreu« lautet: »Nur wenn du unser Bibelverständnis beibehältst, bist du der Bibel und damit auch Gott treu. Wenn du dieses Bibelverständnis aufgibst, wirst du der Bibel und Gott untreu. Und das kannst du doch nicht wollen.«

Im Blick auf eine Öffnung gegenüber der Bibelwissenschaft kann die tief sitzende Wirkung dieses Worts eine Blockade hervorrufen und Angst verursachen: »Werde ich jetzt der Bibel und Gott untreu? Das will ich auf keinen Fall.« In dieser Situation ist es wichtig, sich über Folgendes klar zu werden: Wenn ich mich der Bibelwissenschaft öffne, werde ich keineswegs der Bibel oder sogar Gott untreu. Ich werde lediglich einer bestimmten Sicht der Bibel »untreu« und auch das nur, weil ich eine angemessenere Sicht der Bibel kennengelernt habe."

Prof. Dr. theol. Siegfried Zimmer (1. März 2007, Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, Schadet die Bibelwissenschaft dem Glauben? Klärung eines Konflikts, 2. Aufl.)

Diskussion


"Als Widerpart zum liberalen Schriftverständnis und als Antwort darauf hat sich – in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts aus den USA kommend - die gegenläufige Bewegung des Fundamentalismus etabliert, die „das Evangelium zu einer Buchreligion macht“.

Häufig begegnen uns hier Begriffe wie „bibelgläubig“, „bibeltreu“ oder „schriftgläubig“. […]

Die Hoffnung des Glaubenden richtet sich auf ein Buch. Es kommt zu einer elliptischen Glaubensbasis: Jesus und die Bibel. Doch hier begibt sich der Glaube auf ein falsches Fundament. Dieses heißt ausschließlich Jesus Christus (1Kor 3,11). Nur hier bekommt der Glaube dauerhaften und festen Halt.

Wird eine fundamentalistische Position eingenommen, pflegen sich unverzüglich Verteidigungs-strategien einzustellen, die dem Ziel dienen, die Würde der Bibel allseitig zu sichern. […] Dabei wird übersehen, dass man bei solchem Vorgehen einen Standpunkt außerhalb der Bibel einnimmt. Man will die Autorität ihrer Botschaft durch Maß nahmen von außen sichern.

Doch Heinzpeter Hempelmann [siehe Beiträge unten] verweist darauf, dass dieser Standpunkt illusorisch und gefährlich ist. Das „Bemühen um ein letztgültiges, allgemein einsehbares Fundament, auf das die Kirche ihre Wahrheiten begründen könnte, .. (ist) ja schon vom Neuen Testament her verboten“.
Es gibt für die christliche Botschaft kein anderes Fundament als das, das Jesus Christus heißt (1Kor 3,11). […] Insofern haben wir es beim christlichen Fundamentalismus mit einer Variante des Rationalismus zu tun. Er „ist - zugespitzt gesagt - ‘Bibelkritik von rechts’."

Dr. Christoph Morgner (5. Februar 2009, Theologe, 1989 - 2009 Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften], Theologischer Bericht des Präses 2009, www.gnadauer.de)

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"Die Bibel ist das Wort Gottes." Genau genommen und provokativ formuliert ist das ein bibelkritischer Satz. Denn hier fällt ja jemand ein (logisches) Urteil über die Bibel"

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (2004, Theologe, 1996 – 2005 Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, 2007 CTL-Dekan [Chrischona Tabor Liebenzell], Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr, Seite 74-76)

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"Nicht wir Menschen können die Bibel zum Wort Gottes machen, sondern die Bibel selbst beansprucht, Gottes gültiges Wort zu sein."

Pfarrer Ulrich Parzany (25. März 2009, Theologe, Das Streitgespräch, ideaSpektrum 13/2009, S. 18)

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Pfarrer Ulrich Parzany, Leiter ProChrist e.V., 1984 - 2005 Generalsekretär CVJM

 


"Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott."

Micha 6, 8

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"Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren."

Jesus Christus (Lukas 11, 28)

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9 "Wie fein hebt ihr Gottes Gebot auf, damit ihr eure Satzungen aufrichtet! [...] 13 und hebt so Gottes Wort auf durch eure Satzungen, die ihr überliefert habt; und dergleichen tut ihr viel."

Jesus Christus (Markus 7, 9+13)

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11 "Ich will rühmen Gottes Wort; ich will rühmen des HERRN Wort."

Psalm 56, 11

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17 "Und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes."

Epheser 6, 17

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13 "Und darum danken wir auch Gott ohne Unterlass dafür, dass ihr das Wort der göttlichen Predigt, das ihr von uns empfangen habt nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das in euch wirkt, die ihr glaubt."

1. Thessalonicher 2, 13

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14 "Ich habe euch Kindern geschrieben; denn ihr kennt den Vater. Ich habe euch Vätern geschrieben; denn ihr kennt den, der von Anfang an ist. Ich habe euch jungen Männern geschrieben; denn ihr seid stark und das Wort Gottes bleibt in euch, und ihr habt den Bösen überwunden."

1. Johannes 2, 14

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12 "Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens."

Hebräer 4, 12

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"Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen."

Jesus Christus (Matthäus 24, 35)

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14 "Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
15 Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.
16 Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
17 Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit."

Jesus Christus (Johannes 17, 14-17)

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Babylon rund 300 Jahre v. Chr., Computerbild, www.welt.de


 

"Stammt die Bibel aus Babel?" [vgl. Babylonisches Exil von 598 v. Chr. bis 539 v. Chr.]

"Im Irak haben die Ausgrabungsarbeiten eine Reihe Täfelchen zutage gefördert, auf denen man Berichte über die Schöpfung und die Flut [vgl. Gilgamesch-Epos] fand. Ihre Entdeckung erregte allgemein großes Aufsehen. Als man die Texte mit der Bibel verglich, entstand unter den Forschern ein Streit, der unter dem Stichwort 'Bibel und Babel' [http://de.wikipedia.org/wiki/Babel-Bibel-Streit] bekannt wurde. In ihm ging es um die Frage, welche der beiden Darstellungen von der anderen abhängig sei." [...]

"1. Die Täfelchentexte aus Babylonien sind vergröberte Nachahmungen der biblischen Berichte.

2. Die biblischen Berichte stammen von den babylonischen Darstellungen ab. Die Schreiber der Bibel haben diese nur vorher von allen phantastischen Verzerrungen des Polytheismus [Vielgötterei] gereinigt.
[Die Bibel sei von Babylon inspiriert.]

Wie nicht anders zu erwarten, schlossen sich die konservativen Forscher genauso selbstverständlich der ersten Erklärung an wie die Vertreter der kritischen Schule der zweiten." [...]

"Man ging von der Voraussetzung aus, dass die Genesis [Schöpfung] zu einer viel späteren Zeit geschrieben ist als die babylonischen Täfelchen, woraus sich ergab, dass die biblischen Darstellungen später als die Babylonischen entstanden und infolgedessen auch von jenen abgeschrieben worden sind.

Dass sie reiner waren und ohne die phantastischen Verzerrungen, entsprach außerdem der allgemeinen Ansicht, nach der sich die Religionen erst langsam vom Polytheismus [Vielgötterei] zum Monotheismus [Glaube an einen einzigen Gott] hin entwickelt hat (Evolutionstheorie). Danach hat es am Anfang der Geschichte nur ganz niedrige polytheistische, animistische Vorstellungen gegeben, die sich erst mit der Zeit geläutert und verfeinert haben."

Armin Held (Theologie. Den Glauben behalten, ohne den Verstand zu verlieren.)

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"Sie sehen, was Sie zu sehen erwarten."

Prof. Dr. Steven J. Sherman & Prof. Dr. David L. Hamilton (1989, Personality and Social Psychology Bulletin, Vol. 15, No. 4, 559-571. 1989, Attenuation of Illusory Correlation)

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"Wie mit der Sintflut-, der Mose- und der Sinai-Geschichte verhält es sich mit vielen Geschichten der Bibel. Sie transportieren ältere Erzählstoffe aus anderen Kulturen. Unsere heiligen Texte sind oft nur heidnische Texte, die jüdisch umgearbeitet und später von Christen übernommen wurden."

Christian Nürnberger (November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für Zweifler)

Diskussion


"Der Weg zur Bibeltreue geht durch die enge Pforte, durch Bekehrung und Buße als Umkehr zu Jesus als Heiland und Herrn.

Dazu gehört auch die Bekehrung des Denkens ... und das schließt für solche, die unter den Einfluss der historisch-kritischen Theologie geraten waren, eine Absage in Jesu Namen ein, denn diese Theologie ist ein okkultes [lat. occultus, was Wissen um Verborgenes] Phänomen."

Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1998, Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie wissenschaftlich ist die wissenschaftliche Theologie?")

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"»Warum sagen Sie NEIN zur historisch-kritischen Theologie?« Diese Frage wurde mir gestellt und ich möchte vorab auf sie antworten: Mein NEIN zur historisch-kritischen Theologie entspringt dem JA zu meinem wunderbaren Herrn und Heiland Jesus Christus und zu der herrlichen Erlösung, die Er auf Golgatha auch für mich vollbracht hat."

Prof. Dr. Eta Linnemann (1994, Theologin, Original oder Fälschung. Historisch-kritische Theologie im Licht der Bibel, ISBN 978-3893977543)

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Dr. Ernst Troeltsch, 1865 - 1923

 


"Das ist die offenkundige vor Augen liegende Wirkung der historischen Methode. Sie relativiert Alles und Jedes. [...] (S. 9)

Wer ihr den kleinen Finger gegeben hat, wird von ihr so energisch ergriffen, dass er ihr die ganze Hand geben muss. [...] (S. 7)
Jedenfalls können wir nun einmal nicht mehr ohne und gegen diese Methode denken und müssen wir alle unsere Forschungen über Wesen und Ziele des menschlichen Geistes auf sie aufbauen.

So hat die historische Methode auch die Theologie ergriffen, erst schüchtern und fragmentarisch mit allerhand Vorbehalten und Einschränkungen, dann immer energischer und umfassender, bis sie auch hier bewirken musste, was sie überall sonst bewirkt hat, eine prinzipielle Veränderung der gesamten Denkweise und der ganzen Stellung zum Gegenstande [Bibel]." (S. 8)

Prof. Dr. Ernst Troeltsch (1900, Ev. Theologe, Friedemann Voigt (Hrsg.): Ernst Troeltsch Lesebuch. Ausgewählte Texte. Über historische und dogmatische Methode in der Theologie (1900). UTB; Bd. 2452. Mohr Siebeck, Tübingen 2003, S. 7 ff.)

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"Vor allem die Evangelikalen ... opponierten heftig gegen das, was ihnen die Theologie-Professoren mit - wie mir schien - heimlicher Lust an der Provokation vorsetzten. Und etliche Studenten gefielen sich sehr in ihrer Rolle als Aufklärer, gerierten sich wie kleine Voltaires [http://de.wikipedia.org/wiki/Voltaire] und zogen, ein Vierteljahr tausend nach Voltaire, viel Lustgewinn aus ihrem Bestreben, die Evangelikalen als bemitleidenswerte Hinterwäldler vorzuführen.

Ich selbst saß meistens eher still dabei, litt ein wenig mit den Evangelikalen, konnte sie gut verstehen, aber nicht verteidigen. Jahrelang hatten sie in ihren christlichen Jugendgruppen engagiert gearbeitet, waren sie in ihren Gemeinden meistens die Einzigen, die noch was auf die Beine gestellt kriegten, hatten sie für ihr Leben viel Kraft aus den wörtlich geglaubten Geschichten der Bibel gezogen.

Ihnen, denen es wirklich ernst war mit ihrem Glauben, wurde nun dieser Glaube ausgerechnet von der geistigen Elite der Kirche zertrümmert. Das musste ihnen teuflisch vorkommen - der Theologieprofessor als Antichrist."

Christian Nürnberger (November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für Zweifler)

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"Die Folge der historisch-kritischen Theologie ist in erster Linie der Verlust des Vertrauens in die Bibel und damit der Verlust des Glaubensfundaments. Unglaube gegenüber Gottes Wort ist die Wurzel dieser Theologie - und es ist auch ihre Saat und ihre Frucht.

Die Folge des inneren Glaubensverlusts ist naturgemäß eine geistliche Leere und wortklingelnde Sprachlosigkeit. Liberale Theologie wird in immer kleiner werdenden Gemeinden in immer leereren Kirchengebäuden gepredigt." [...]

"Die historisch-kritische Theologie liegt wie ein Mehltau über dem geistlichen Leben" der Kirchen."

Ingmar Niederkleine (2006, Rechtsanwalt)

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"Das feine Gewebe der historisch-kritischen Methode ergab eine neue babylonische Gefangenschaft der Kirche."

Prof. Dr. Gerhard Maier (2001 bis 2005 Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Das Ende der historisch-kritischen Methode, http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Maier)

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"Wer sich nicht bewegt, spürt seine Ketten nicht."

Unbekannter Autor?

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"Kierkegaard [dänischer Theologe, 1813-1855] verschaffte der Bibelkritik einen breiten Eingang in die Theologie, indem er sie total verharmloste: einem Glauben, der echt ist, könne sie keinen Schaden tun. Das wirkte sich gerade deshalb verheerend aus, weil Kierkegaard persönlich zweifellos ein frommer Mann gewesen ist, dessen Mund manches rechte Wort hervorbrachte.

Es sind aber gerade die Frommen unter den Bibelkritikern, die am Ende selbst jene für die Bibelkritik einnehmen, die ihr zunächst - aus gutem biblischem Grund - widerstehen."

Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1998, Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie wissenschaftlich ist die wissenschaftliche Theologie?")

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"Oft sind es die Freunde der Fundamentalisten, die am ehesten Einfluss auf sie haben."

Prof. Dr. Thomas Schirrmacher (15. Januar 2010, Theologe, Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Fundamentalismus: Wenn Religion zur Gefahr wird, Scm Hänssler, ISBN 9783775152037, S.71)

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"Zimmerlings [Prof. Dr. Peter Zimmerling, Universität Leipzig] Behauptung, „die in den 70er und 80er Jahren vorherrschende Furcht, dass Theologie den Glauben zerstören könne, sei heute unbegründet" [ideaSektrum Nr. 26/2007, Seite 10], ist in sich selbst unstimmig.

Dass die historisch-kritische Theologie in vielen den Glauben zerstört, war nicht die Furcht vor einer Möglichkeit, sondern bittere Erfahrung und trifft heute nicht weniger zu, als in den 70er und 80er Jahren.

Die Furcht mag nachgelassen haben, doch die Gefahr ist geblieben. Heute sind andere Fragen aktuell als damals und einige Schulmeinungen haben sich geändert. Die historisch-kritische Theologie hat aber ihre Identität bewahrt."

Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (04. Juli 2007, Theologin, ideaSpektrum Nr. 27/2007, Seite 4)

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Es gibt "gewisse Charakteristika, die die unterschiedlichen Formen der historischen Kritik miteinander verbinden.

Ein solches Charakteristikum ist, dass die Bibel als das Wort des Menschen über Gott betrachtet wird statt als Gottes Wort über den Menschen und an den Menschen." [...] "Der wirkliche Inhalt der Theologie besteht nicht aus von Gott geoffenbarten Wahrheiten, sondern aus der menschlichen religiösen Erfahrung. ... Ist das der Fall? Die Antwort auf diese Frage wird bestimmen, wie und ob man das Wort Gottes überhaupt wirksam predigen kann.

Ein zweites Charakteristikum eines großen Teils der historischen Kritik ist ihr Glaube daran, dass die Bibel das Ergebnis eines evolutionären Prozesses sei. Dies ist bei der Entwicklung der Quellentheorie des Pentateuchs [griechischer Ausdruck für die fünf Bücher Moses] in der alttestamentlichen Wissenschaft am deutlichsten geworden. Aber es ist auch in der Formkritik Bultmanns offenkundig, die das Neue Testament als das Ergebnis des wachsenden religiösen Bewusstseins der frühen christlichen Gemeinden betrachtete." [...]

"Rohe Auffassungen, wie etwa der Zorn Gottes, Opfer und eine sichtbare zweite Wiederkunft des Herrn Jesus Christus, müssen verworfen werden. Ebenso verhält es sich mit den verschiedenen Aspekten der Leitung einer Gemeinde und des biblischen Ethos.
Wenn wir beschließen, dass die Homosexualität heute keine Sünde mehr sein soll, dann ist es so. Wir können sogar auf die anhaltende Tätigkeit des Heiligen Geistes hinweisen, der uns neue Wahrheiten offenbart, um unsere Verwerfung solcher „aus der Mode gekommenen" ethischen Grundsätze zu unterstützen." [...]

"Das dritte Charakteristikum eines großen Teils der historischen Kritik ist eine direkte Folge der ersten beiden: Es besteht darin, dass man über die Schrift hinausgehen muss, wenn man Gottes Willen für heute erfahren will."

Dr. theol. James Montgomery Boice (1938 – 2000, Theologe, Der Prediger und das Wort Gottes)

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1941, Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1884 - 1976), 1912 - 1951 Uni Prof.
Rudolf Bultmann in Alpirsbach im Juni 1941 (Photo Antje Bultmann Lemke), Gesine Diesselhorst.
Konrad Hamman: Rudolf Bultmann. Eine Biographie. Mohr Siebeck Tübingen, 2009, Seite 336

 


"Beruf der Theologie"

".. die Seelen zu gefährden, in den Zweifel hineinzuführen, die naive Gläubigkeit zu erschüttern" "Erziehung zur Kritik"

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1926, Theologe, [laut
http://www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml: bedeutendster Exeget des 20. Jahrhunderts], zit.n. Rudolf Augstein, Jesus Menschensohn, Seite 368, 3. Aufl. 2003)

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"Anlässlich der Erwähnung von Rudolf Bultmann möchte ich nicht versäumen zu erwähnen, dass er sich vor seinem Tod bekehrt und seine Schüler und Studenten um Vergebung gebeten hat."

Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1. Oktober 2007, Theologin, Bibel oder Bibelkritik? Was ist glaubwürdig?, ISBN 9783937965864, S.13)

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"Ausgangspunkt der modernen, exegetischen Arbeit am Neuen Testament ist zunächst ganz allgemein der wissenschaftliche Zweifel."

Prof. Dr. Hans Conzelmann u. Prof. Dr. Andreas Lindemann (1975, Arbeitsbuch zum Neuen Testament, UTB Bd.52, Stuttgart; Aufl.: Mai 2004)

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"Es ist inkonsequent, prinzipielle Bedenken bei dem zu haben, was extreme Kritiker äußern, wenn man der Bibel selbst in bestimmten Punkten kritisch gegenübersteht. Entweder ist die Bibel Autorität, der ich mich vollständig unterwerfe, oder ich bin die Autorität, die bestimmen kann, was in ihr gilt oder nicht.

Wenn wir z.B. meinen, nur „religiöse" Aussagen der Bibel ernst nehmen zu müssen, die andern aber der menschlich-irrtümlichen Seite der Schrift zuschreiben zu dürfen, dann haben wir kein Recht, verhindern zu wollen, dass andere auch die „religiösen" Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt hin prüfen oder als menschliche, zeitbedingte Vorstellung ablehnen."

Prof. Dr. Samuel R. Külling (Ende der 1960er Jahre, Theologe, Gründer und erster Rektor der STH, Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel)

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"Glaube, Naturwissenschaft und Geschichte sind ja nicht getrennte Gebiete unseres Wissens, sondern lediglich Kategorien, die wir der besseren Verständigung wegen benutzen.

Zum Beispiel betrifft der Bericht von der Auferstehung Jesu den Glauben, die Naturwissenschaft und die Geschichte, je nachdem von welchem Gesichtspunkt aus wir diesen Bericht betrachten. Nehmen wir einen Aspekt fort, so stürzt das Ganze zusammen."

J. H. Jauncey (1964, Naturwissenschaft auf den Spuren Gottes, Kassel: Oncken, S. 24)

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"Wenn die Bibel nicht das Wort Gottes ist, besitzt sie keine göttliche Autorität. Wir wissen, dass einige, die mit der Irrtumslosigkeit der Bibel nicht einverstanden sind, doch für Teile der Bibel, für die so genannten heilsnotwendigen Teile, an der Inspiration festhalten.

Nun gut, aber dann können sie ihren Standpunkt nicht als Festhalten an der biblischen Autorität, sondern nur als Festhalten an einer eingeschränkten, partiellen biblischen Autorität bezeichnen."

"Sie sprechen zwar von den 'heilsnotwendigen Teilen', aber sie teilen uns nicht mit, wo sich diese Teile befinden und wie wir sie von den nicht inspirierten, mit Irrtum behafteten und nicht heilsnotwendigen Teilen unterscheiden können."

Dr. John H. Gerstner (1995, Theologe, Die Unfehlbarkeit der Bibel, Riehen: Immanuel, 1995 (2. Auflage), S. 9, ISBN 978-3952013885)

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"Für Martin Luther war der biblisch fundierte Glaube an Jesus Christus die alles bestimmende, klare und verbindliche Mitte. Gerade das ist innerhalb der Volkskirche zum Riesenproblem geworden. Nicht einige Details am Rande, sondern das Zentrum ist ins Wanken geraten." […]

"Sie vertritt nur noch Teilwahrheiten, Teilerkenntnisse und Teilüberzeugungen, die heute gelten und morgen wieder verworfen werden können. Aber der Anspruch auf die eine, verbindliche .. Wahrheit ist längst aufgegeben. Natürlich werden angehende Pastoren offiziell noch auf Bibel und Bekenntnisschriften verpflichtet. Aber im tatsächlichen Leben der Kirche haben Bibel und Bekenntnis längst ihre normierende Kraft verloren." [...]

"In den letzten Jahren zeigte sich immer deutlicher, dass dieselbe Volkskirche, die mit dem Anspruch der Toleranz auftritt, sich ausgesprochen intolerant zeigte, wann immer und wo immer Menschen für die absolute Gültigkeit und Wahrheit der Bibel eintraten." [...]

"Wer immer dieses volkskirchliche Tabu brach und den Anspruch der Bibel, Gottes zuverlässiges und verbindliches Wort zu sein, öffentlich zur Sprache brachte, musste - und muss - mit scharfem Gegenwind rechnen."

Pfarrer Rudolf Möckel (1996, "Volkskirche am Abgrund?")

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"Jede Lehre, die nicht mit der Schrift vereinbar ist, ist abzulehnen, und sollte es jeden Tag Wunder schneien."
 
Dr. Martin Luther (1483-1546, Reformator)

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"Wenn wir die Schrift fallen lassen und außerhalb des Wortes nach Christus tappen, so ergreift man den Teufel."

Dr. Martin Luther

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"Jesus hat ohne jede Einschränkung die Inspiration und Autorität der Heiligen Schrift anerkannt. "Die Schrift sagt" war für ihn gleichbedeutend mit "Gott sagt".

Der Apostel Paulus bekennt vor dem Stadthalter Felix: "Ich bekenne dir aber dies, dass ich gemäß der Glaubensrichtung, die sie eine Sekte nennen, dem Gott der Väter diene, indem ich allem Glauben schenke, was dem Gesetz gemäß ist, und was in den Propheten geschrieben steht.
(Apg. 24,14; damit ist der ganze Inhalt des Alten Testaments zusammengefasst.)"

Prof. Dr. Samuel R. Külling (2001, Theologe, Generalangriff gegen den biblischen Fundamentalismus)

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"Eine bibeltreue Theologie darf dagegen nie vergessen, dass alle, die an Jesus Christus, unseren Herrn glauben, von Gott gelehrt sind. Der Heilige Geist ist ausgegossen in unsere Herzen und wird uns in alle Wahrheit führen. Ja, unser Herr Jesus dankt seinem Vater im Himmel dafür, dass er dieses vor den Weisen und Verständigen verborgen hat, den Unmündigen aber offenbart [Matthäus 11, 25].

Wehe uns, wenn wir uns zu einem Expertentum aufschwingen, das dem so genannten Laien Vorschriften darüber macht, was er aus Gottes Wort herauslesen darf und was nicht."

Prof. Dr. Eta Linnemann (1998, Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie wissenschaftlich ist die wissenschaftliche Theologie?")

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"Gott, Wort und Glaube gehören untrennbar zusammen. Wo jedoch die Heilige Schrift nicht als Wort des Dreieinigen Gottes erkannt und anerkannt wird, da löst sich der Glaube in alle möglichen Gefühle, Erfahrungen und Schwärmereien auf, in denen zwar viel über Gott geredet werden kann, wo jedoch Gott selbst überhaupt nicht mehr zu Wort kommt in Gericht und Gnade.

Dies aber ist von altersher das Kennzeichen der Gnosis, die eine Erlösung durch Erkenntnis, Gefühle und Erfahrungen anstrebt, was übrigens auch mit besonders durch Musik, Räucherstäbchen, Tanz und dergleichen die Gefühle ansprechenden Gottesdiensten verbunden ist." [...]

"An dem Grundsatz, dass die Heilige Schrift Wort des Dreieinigen Gottes ist, scheiden sich die Geister, auch wenn uns solche Trennungen menschlich gesehen oft sehr schwer ankommen. Doch gerade dies gehört auch zur Wirkung des Wortes Gottes, dass es trennt und scheidet."

Prof. Dr. Reinhard Slenczka (29.06.2007, Theologe, Die Heilige Schrift - Wort des Dreieinigen Gottes)

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Prof. Dr. Gerd Lüdemann (Theologe, Georg-August-Universität Göttingen)

 


"Das Christentum versteht sich seit alters als eine Religion, die auf den Geschichtstaten Gottes ruht, von denen im Alten und im Neuen Testament die Rede ist. In den Satz "Gott hat Israel aus Ägypten geführt und Jesus Christus von den Toten erweckt" konnten bisher die meisten Theologen einstimmen. Nun war die Auferstehung Jesu schon immer Gegenstand der Kritik auch in der Öffentlichkeit, während der Auszug Israels aus Ägypten davon verschont blieb.

Doch gerade am Exodus und dem mit ihm verbundenen Thema des vorstaatlichen Israel hat sich, fast unbemerkt, eine wissenschaftliche Revolution vollzogen. …
Das in der Bibel entworfene Bild des vorstaatlichen Israel (vor 1000 v. Chr.) [vgl. Landnahme Kanaans - laut biblischer Zeitrechnung im 14.-13. Jahrhundert v. Chr.] entspringt theologischen Fiktionen [lat. fictio, Erdichtung] aus der nachstaatlichen Zeit (ab dem 6. Jh. v. Chr.) [babylonisches Exil von 598 v. Chr. bis 539 v. Chr. ]. ...

"Die Kirche betrachtet - weil sie sich als neues Israel auffasst - von Beginn an das im Alten Testament berichtete Handeln Jahwes an Israel als festen Bestandteil der Heilsgeschichte, die zu Jesus Christus führt.
Wenn jedoch der historische Rahmen der Geschichtsbücher des Alten Testaments fiktiv ist und es sich beim biblischen Israel, ja selbst bei dem exklusiven Gott Jahwe um theologische Konstrukte des nachstaatlichen Judentums [Zeit nach dem babylonischen Exil] handelt, dann sind die biblische Frühgeschichte Israels und damit die Vorgeschichte Jesu Christi vollständig entleert.

Sie lösen sich in Nebel auf und mit ihnen auch die Auferstehung Jesu, denn das Zentraldatum christlichen Glaubens gilt in der Theologie inzwischen auch als unhistorisch.
Diese Erkenntnisse besiegeln nicht nur den Tod des alttestamentlichen Geschichtsgottes, sondern auch das Ende des Vaters Jesu Christi." [Anmerkung: Der Beweis für die im Text genannten Hypothesen steht noch aus.]

Prof. Dr. Gerd Lüdemann (01.10.2006, Theologe, Georg-August-Universität Göttingen, Gott wurde spät erfunden. Gerd Lüdemann beschreibt neue Entwicklungen in der Wissenschaft vom Alten Testament, DIE WELT)

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"Wie Bultmann vor knapp einem halben Jahrhundert, so erregte Lüdemann [siehe oben] ... die Gemüter. Dabei geben selbst seine Kritiker zu, dass er mit seinen Aussagen eigentlich kaum über das hinausgeht, was andere Theologen auch schon gesagt haben.

Im Gegensatz zu diesen aber versteckt Lüdemann das Anstößige nicht, sondern sagt es offen, und er verklausuliert es nicht mithilfe beliebter theologischer Termini, die nur in der eigenen Zunft verstanden werden, sondern er sagt es geradeheraus und so verständlich, dass seine Kollegen reflexartig von »Vereinfachung«, »Verfälschung« und »Simplifizierung« reden.

Aber Lüdemann spitzt eigentlich nur zu, was seine Kollegen langatmig, unverständlich und zu Tode differenzierend auch sagen"

Christian Nürnberger (Dezember 2000, Journalist. Kirche, wo bist du?)

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"So ist die Landnahme [Landnahme Kanaans, siehe oben] des verheißenen Landes eine grundlegende Heilstat Gottes. Es ist keine historische Darstellung, sondern eine Mut machende Darstellung des Glaubens der Israeliten."

Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband e.V. - KiMat (2006, KiMat Heft 3 - Januar-März 06, Erklärungen zum Text, Seite 14, KiMat baut auf einem vierjährigen Textplan auf. In dieser Zeit bekommen die Kinder einen Gesamtüberblick über die Bibel, www.gnadauer.de)

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"Von den bibelkritischen Vertretern der deutschen Universitätstheologie kennt man das Erklärungs-muster: Etwas, das historisch nie geschehen ist, ist dennoch bedeutsam für den Glauben."

Pfarrer Jörg Gintrowski (14. November 2007, Ev.-luth. Kirchgemeinde Jena, ideaSpektrum 46/2007)

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"Die Theologen haben doch längst die Bibel und den ganzen Volks- und Aberglauben entmythologisiert" [...]
"
Kein Theologe sagt es so platt, aber auf diese Plattheit laufen all ihre Erklärungen hinaus, wenn man sie von den theologieüblichen Verschleierungen und Wissenschaftlichkeit vortäuschenden Komplizierungen befreit und über die Rücksichten auf die Kirche und religiöse Gefühle hinweggeht."

Christian Nürnberger (November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für Zweifler)

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"Scharfe Kritik an einer „bibeltreuen“ Auslegung der Heiligen Schrift hat der baptistische Theologe Prof. Kim Strübind (Oldenburg) geübt. Sie sei dialogunfähig und scheide als ernsthafter Gesprächpartner für „den alle paar Jahre aufbrechenden Streit um das Schriftverständnis“ aus, schreibt der an der Universität Oldenburg lehrende Theologe in einem Aufsatz unter der Überschrift „Warum die Bibel (nicht immer) Recht hat“. ...

Der Fundamentalismus sei seinem Wesen nach eine „Theorie intellektueller Verstocktheit“ und stehe dem Aberglauben näher als der Theologie. In Strübinds Freikirche, dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), wird derzeit eine Debatte um das Schriftverständnis geführt. ...

So seien etwa die im Alten Testament geschilderten von den Israeliten vollzogenen Vernichtungsorgien an den Kanaanäern (Josua 1-11) [Landnahme Kanaans - siehe Artikel oben - im 14.-13. Jahrhundert v. Chr.] gar nicht geschehen.
Diese Texte seien erst in der Zeit nach dem babylonischen Exil [babylonisches Exil von 598 v. Chr. bis 539 v. Chr.] geschrieben worden, „mit denen das Judentum seine Erfahrung bitterer Unterdrückung kompensiert“ habe. Eine Landnahme von zwölf Stämmen habe es nie gegeben. ...

Nach Strübinds Ansicht dürfen Theologen die Auslegung der Bibel nicht allein den theologischen Laien überlassen. Deren manchmal schlichte Schrifterkenntnis öffne auch „einer Ideologisierung der Bibel Tür und Tor“ und münde gelegentlich in die „Tyrannis der Unkundigen“. Schon das Urchristentum habe seine Lehre nicht demokratisiert, sondern die Verantwortung dafür den Aposteln, Propheten und Lehrern übertragen." [Auszüge des Essays von Prof. Dr. Kim Strübind]

idea / Prof. Dr. Kim Strübind (21.04.08, baptistischer Theologe, Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Baptistischer Theologe gegen „bibeltreue“ Schriftauslegung, www.idea.de)

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"Strübinds [siehe Artikel oben] Freikirche - der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden) - sieht keine Veranlassung, die Äußerungen zu kommentieren. Wie dazu Pressesprecherin Julia Grundmann (Eistal) auf Anfrage von idea mitteilte, sei es das Anliegen von Präsidium und Bundesgeschäftsstelle, „einen Gesprächsprozess über den Umgang mit der Bibel anzustoßen".
Man wolle, dass in den Gemeinden über die Bibel gesprochen und verstärkt in ihr gelesen werde. Die leitenden Mitglieder des Präsidiums und der Bundesgeschäftsführung sähen sich „eher in der Rolle der Moderatoren und Impulsgeber", ohne sich vorab durch eine Stellungnahme positionieren zu wollen."

ideaSpektrum (30. April 2008, Welches Bibelverständnis hat die größte Freikirche? ideaSpektrum 18/2008, Seite 9)

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Prof. Dr. Kim Strübind, 2009, Carl von Ossietzky Uni Oldenburg, struebind.de

 


"Es wäre ... höchst einseitig und kurzschlüssig, wollte man die gesamte theologische Reflexion dem "Diktat der Praxis" unterwerfen. Wo bliebe sonst denn die notwendige kritische Funktion der Theologie?"
Prof. Dr. Dr. h.c. Norbert Mette (1998, Theologe, Technische Universität Dortmund, Praktisch-theologische Erkundungen, LIT 1998)

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"Schaffenberger strebt eine „gesunde Verbindung von Praxis und Theorie“ an. Er möchte erforschen, welche Kompetenzen von künftigen Predigern und Pastoren gefordert werden, sich aber nicht dem „Diktat der Praxis beugen“. In diesem Sinne versteht er das Theologische Seminar ... auch als „Korrektiv für Gemeinden“."

tsc / Dr. Horst Schaffenberger (25.08.2006, Theologe, Dekan der CTL gemeinnützige GmbH, http://www.tsc.chrischona.ch/cms/tsc/de/tsc/ma/ueber/1,100050,5358.html)

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"Die Bibel ist das Wort Gottes." Genau genommen und provokativ formuliert ist das ein bibelkritischer Satz. Denn hier fällt ja jemand ein (logisches) Urteil über die Bibel der Art: x kommt (nicht) die Qualität/die Eigenschaft y zu. Auch mit der Aussage "die Bibel ist (nicht) x" stellst sich jemand über die Bibel und kategorisiert sie.
Ein solches Urteil über die Qualität der Bibel wäre nur dem möglich, der über der Bibel steht und der die Kompetenz hätte, sie einzuschätzen." [...]

"Im Rahmen einer Hermeneutik der Demut muss es ein Anliegen sein, wenn möglich alle Reste eines cartesianischen Urteilsstandpunktes auszumerzen [Das Verb ausmerzen ist von Selektionstätigkeit abgeleitet und bezeichnet heute in etwa als ungeeignet aussondern oder auch beseitigen. Merzvieh sind zur Zucht ungeeignete Nutztiere, die daher ausgemerzt werden. Der Begriff stammt aus dem 16. Jahrhundert aus dem Bereich der Schafzucht. Dort wurden im März die zur weiteren Zucht ungeeignet erscheinenden Tiere aus der Herde ausgesondert. vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Merzvieh] und den, der die Bibel glaubend, vertrauend und hoffend liest, konsequent in die richtige Haltung zu ihr zu bringen."
 

Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (2004, Theologe, 1996 – 2005 Direktor des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, 2007 CTL-Dekan [Chrischona Tabor Liebenzell], Oberkirchenrat der württembergischen Landeskirche, Nicht auf der Schrift, sondern unter ihr, Seite 74-76)

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"Wer sind wohl die »schwarzen Schafe«? ... Die, die noch nicht auf Linie sind?"

Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ (Dezember 2007, Informationsbrief Nr. 245, Seite 28 f., http://de.wikipedia.org/wiki/Kein_anderes_Evangelium)

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Organisationen, die ... als fundamentalistisch zu verstehen sind ... (in Auswahl):

- Die rund 200 unabhängigen Gemeinden der „Konferenz für Gemeindegründung“ (KFG). [www.kfg.org]
[http://de.wikipedia.org/wiki/Konferenz_für_Gemeindegründung]

- Baptistische und mennonitische Aussiedlergemeinden.
[http://de.wikipedia.org/wiki/Russlandmennoniten]

- „Evangelische Gesellschaft für Deutschland“,
[http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Gesellschaft_für_Deutschland]

teilweise ... landeskirchliche Gemeinschaftsverbände.
[http://de.wikipedia.org/wiki/Landeskirchliche_Gemeinschaft]

- Teile des „Bundes Freier evangelischer Gemeinden“,
[http://de.wikipedia.org/wiki/Bund_Freier_evangelischer_Gemeinden_in_Deutschland] der

Pfingst - und charismatischen Bewegung [http://de.wikipedia.org/wiki/Pfingstbewegung] und der

Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“. [www.keinanderesevangelium.de]
[http://de.wikipedia.org/wiki/Kein_anderes_Evangelium]

Dr. Fritz R. Huth (Februar 2002, Beauftragte für Weltanschauungsfragen der EKHN Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Arbeitshilfe Fundamentalismus. Herausgegeben vom „Zentrum Ökumene“ der EKHN)

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"Je mehr die Strömung der Bibelkritik auch in gemäßigter Form sich vergrößert, umso mehr werden die Bibeltreuen zu unmöglichen Außenseitern gestempelt werden."

Prof. Dr. Samuel R. Külling (Ende der 1960er Jahre, Theologe, Gründer und erster Rektor der STH,  Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel)

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"Der Baptistenpastor Dr. Kim Strübind … bezeichnete manche angeblich bibeltreue Überzeugungen als „kollektive Verdummung“."

Zeitschrift Die Gemeinde / Prof. Dr. Kim Strübind (07.10.05, baptistischer Theologe, Was heißt heute bibeltreu? Freikirchliche Theologen gegen »kollektive Verdummung«. Zeitschrift Die Gemeinde. Herausgeber: Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, K.d.ö.R.)

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"Wenn aber die Heilige Schrift nicht als Wort Gottes erkannt wird, dann rückt unweigerlich die jeweilige Situation und - nicht zu vergessen - die Autorität der Ausleger an die Stelle des Wortes Gottes."

Prof. Dr. Reinhard Slenczka (April 1994, Theologe, Die Autorität der Heiligen Schrift - Grund und Grenze kirchlicher Vollmacht, Vortrag beim Theologischen Konvent der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in Erfurt)

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"Die historisch-kritische Methode wird ... als unumgängliche Sicherung gegen Unwissenschaftlichkeit, Verwilderung der Theologie, Verarmung der Predigt, Schwärmerei und Gefährdung des Glaubens statuiert!

Ist diese Feststellung richtig, dann müssen die 1700 Jahre Kirchen- und Theologiegeschichte vor der Aufklärung geistlich-theologisch eine einzige Katastrophe gewesen sein!"

Prof. Dr. theol. Armin Sierszyn (1978, Schweizer Theologe, Die Bibel im Griff? − Historisch-kritische Denkweise und biblische Theologie, Hänssler; Auflage: 2001, ISBN 978-3775136853)

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"Die neuzeitliche Exegese wird bis in die Gegenwart hinein durch die historisch-kritische Methode bestimmt. Gegenüber dieser Methode erschien die Schriftauslegung der Väter als minderwertig, ja als nicht eigentlich »wissenschaftlich«."

Prof. Dr. Andreas Merkt (2006, Regensburg, http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/Theologie/alte-kg/ntp/)

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"Leute, die sich für gelehrt ausgeben, versuchen immer wieder den Glauben schlichter Gotteskinder zunichte zu machen, aber ihre Versuche schlagen fehl, ihre Beweise halten nicht Stich, ihre Theorien versinken unter ihrem eigenen Gewicht.“ (C.H. Spurgeon , Kleinode Göttlicher Verheißungen)

„Höre ich jemanden sagen: „Aber man muss sich doch den Schlussfolgerungen der Wissenschaft unterwerfen.“ … Aber was verstehen Sie unter Wissenschaft? Ist das Ding, was „Wissenschaft“ genannt wird, unfehlbar? …

Der phantastische Teil der Wissenschaft, vielen so teuer, ist das, was wir nicht annehmen. Das ist für viele der wichtige Teil der Wissenschaft – der Teil, der bloße Mutmaßung ist, für den die Mutmaßenden mit aller Gewalt fechten. …
Soweit Tatsachen in Betracht kommen, ist die Wissenschaft nie in Widerstreit mit den Wahrheiten der Heiligen Schrift, aber die hastigen Schlüsse, die aus diesen Tatsachen gezogen werden."

Charles H. Spurgeon (1834 - 1892, englischer Baptistenpastor, 
http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_ Haddon_Spurgeon)

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"Wie konnte es dazu kommen, dass weithin die Kirche die Kritik an der Bibel zur Grundlage ihrer Theologenausbildung gemacht hat? ...

Indem die Theologie auch die Aufklärungsphilosophie zu ihrer Denkgrundlage machte, wurde sie zur bibelkritischen Theologie. Die Theologie hat also von der Philosophie nicht nur die antitheistische Denkvoraussetzungen übernommen, sondern auch die einzelnen Elemente der Bibelkritik. ...

Intellektuelle Gottesleugnung und Frömmigkeit ... die für die Aufklärung weithin charakteristisch ist und von der auch die liberale und die historisch-kritische Theologie geprägt sind. ...

Alle Waffen des Atheismus wurden in der Philosophie geschmiedet. In Gebrauch genommen hat man sie vor allem in der bibelkritischen Theologie und der Literatur. ... Eine Theologie, die sich leiten lässt durch die Philosophie anstatt durch Gottes Wort, verfehlt Gottes Offenbarung. ...

Der lebendige Gott wurde in den Gott der Philosophie verwandelt, der nichts sieht, nichts hört, nichts sagt und nichts tut, der nur noch Götze ist, von dem man nichts erwarten darf. ... Sie hält das, was sie von ihren Kathedern lehrt, für wissenschaftliche Ergebnisse und kultiviert es als angeblich wissenschaftliche Methoden. Dadurch sichert sie sich ihren Verbleib an der Universität. ...

Es ist nichts in der historisch-kritischen Theologie, was nicht zuvor in der Philosophie gewesen ist. …Wundern, Auferstehungsberichten und Ähnlichem wurde von vornherein die Historizität abgesprochen, weil die historisch-kritische Theologie im Gefolge der Aufklärungsphilosophie kein Handeln Gottes in der Geschichte gelten ließ.
Durch Vor-Urteil wurde das alles für mythisch erklärt. … Geschichte wurde auf das Menschliche begrenzt. Gott ließ man darin keinen Raum. Alles singuläre Handeln Gottes wurde ausgeschlossen. …

Lebendiger Glaube an Gottes Offenbarung in seinem Wort und eine „wissenschaftliche“ Theologie, die arbeitet „als ob es Gott nicht gäbe“ schließen sich aus. … Der Jesus der Bibel und der Jesus der Bibelkritik sind Gegensätze, die sich ausschließen. Jeder muss sich entscheiden, welchen Jesus er wählt. Er soll aber wissen, dass der Jesus der Bibelkritik nicht zu retten vermag." …

Eine Theologie, die auf antitheistische Voraussetzungen beruht, ist ein Widerspruch in sich selbst. Die Kirche kann nicht gedeihen, wenn sie sich mit solch einer Theologie die Ausbildung ihrer Pastoren betreibt, kann nicht gedeihen, wie man allerorten sehen kann."

Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1. Oktober 2007, Theologin, Bibel oder Bibelkritik? Was ist glaubwürdig?, ISBN 9783937965864)

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"Manipulation ist die Kunst, jemand zu einem Zweck zu gebrauchen, den dieser nicht kennt.“ So definierte es der konservative Philosoph und Soziologe Arnold Gehlen.
„Bei der Manipulation wird das Denken enteignet“, formulierte der deutsche Informationstheoretiker Karl Steinbuch." […]

"Bei manchen Theologen funktioniert das so, dass sie den Gegnern zunächst eine falsche Ansicht unterschieben, zum Beispiel, sie würden glauben, Gott habe die Bibel diktiert, um dann diese Sicht lächerlich zu machen. Als einzige Alternative bieten sie Bibelkritik.

Oder wie im Fall eines eben erschienenen Buches, das einen Konflikt zwischen der „Bibelwissenschaft“ und dem Glauben klären will. Hier behauptet der Verfasser zunächst, dass die Fundamentalisten an die Bibel glauben würden, statt allein an Jesus Christus. Anschließend erklärt er, wie „unbiblisch“ das sei, um dann „ohne jedes Zögern mit Jesus gegen die Bibel“ argumentieren zu können." […]

"Lassen wir uns das Denken nicht „enteignen“ und prüfen bei allem an der Heiligen Schrift, ob es sich wirklich so verhält!"

Karl-Heinz Vanheiden (Juli 2007, Physiker, Bibelübersetzer, Mitglied im Ständigen Ausschuss des Bibelbundes, seit 1994 Verlagsleiter des Bibelbund-Verlags, Bibel und Gemeinde 3/07 – 107. Jahrgang)

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"Wer Jesus-treu sein will, muss absolut Bibel-treu sein, sonst macht er sich ein eigenes Bild von Gott."

Karl-Heinz Vanheiden (2006, Physiker, Bibelübersetzer, Bibel und Gemeinde 3/06 – 106. Jahrgang)

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"Nun ist der Jünger bekanntlich nicht größer als sein Herr (Joh. 13,16). Er ist auch nicht schlauer als sein Herr. Bibelkritik, auch in gemäßigter Form, besagt nun mit anderen Worten:

„Herr Jesus, du bist zwar der Schöpfer Himmels und der Erde und in dir wohnen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis, wir glauben auch an dich, doch was die Bibel angeht, sind wir eben durch die Aufklärung inzwischen etwas besser informiert als du, der du ja offenbar ein Kind deiner (unaufgeklärten) Zeit warst.“

Gerade für eine vom Geist der Kulturrevolution geprägte Generation ist eine absolute Autorität, in unserem Fall fixiert in Gottes Wort, und eine damit verbundene Abgrenzung (2. Kor. 6,14-7,1) zutiefst zuwider."

Alexander Seibel (2006, Evangelist - Evangelischen Gesellschaft,
http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Gesellschaft_für_Deutschland)

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"Die Genesis [1. Buch Mose] ist eine Sammlung von Sagen. […] Das deutlichste Kennzeichen der Sage ist, dass sie nicht selten Dinge berichtet, die uns unglaubwürdig sind. […] So werden in der Genesis viele Dinge berichtet, die unserem besseren Wissen widersprechen. […]

Man hält entgegen, dass Jesus und die Apostel diese Erzählungen offenbar für Wirklichkeit und nicht für Poesie gehalten haben. Sicherlich. Aber die N.T.lichen Männer haben in solchen Fragen keine besondere Stellung, sondern teilen darin die Meinung ihrer Zeit."

Prof. Dr. Hermann Gunkel (1901, Theologe, Hauptvertreter der Religionsgeschichtlichen Schule und Begründer der Form- und Gattungsforschung am Alten Testament. Genesis (GenesisDiskussion), 9. Aufl.: 1977, Auflage: 9. A. Juni 1999, ISBN 978-3525516515)

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"Hermann Gunkel [siehe oben] gehört zu den großen Gelehrten, die für das 20. Jahrhundert das wissenschaftliche Fundament zur Auslegung biblischer Texte und ihrem religionsgeschichtlichen Verständnis gelegt haben."

Pressemitteilung d. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (16. Mai 2008, Akademische Ehrung von Prof. Dr. Hermann Gunkel, Prof. Dr. Ernst-Joachim Waschke, Theologische Fakultät, Altes Testament)

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"Der moderne Klerus [geweihte Amtsträger] glaubt, den Menschen näher an Christus heranzuführen, wenn er dessen Menschtum betont. - Er vergisst, dass wir Christus nicht vertrauen, weil er Mensch ist, sondern weil er Gott ist."

Nicolás Gómez Dávila (1913 - 1994, kolumbianischer Philosoph, Aufzeichnungen des Besiegten. Fortgesetzte Scholien zu einem inbegriffenen Text. Wien: Karolinger, 1994, S.91)

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"Als Gott in der Person Jesus Christus unter uns war, erklärte er das Alte Testament als in jeder Hinsicht zuverlässig (Matthäus 5,18; Johannes 10,35).
Wer sich zum Richter über Gottes Wort macht, hat Paulus (1. Timotheus 3,16), Petrus (2. Petrus 1,21) und die Reformatoren gegen sich, die die Schrift als Gottes Wort ansahen. Luther zum Beispiel sagt, dass „der Geist sich verbuchstabt" hat.

Der Begriff „bibeltreu" war als Synonym für „evangelikal" von jeher die Abgrenzung gegen historisch-kritischen Unglauben. So wie in keinem anderen als in Jesus das Heil ist, so gibt es neben der Bibel keine andere Offenbarungsquelle, um die von Gott für uns als sinnvoll befundenen Informationen zu erlangen.

Die Autoren der Bibel sind nach Epheser 2,20 das Fundament der Christen. Anstelle des lateinischen Kampfbegriffs „fundamentalistisch" hat man früher einfach „christlich" gesagt. Der Begriff „fundamentalistisch" ist der Versuch, Christen in Verruf zu bringen. Der Begriff ist eine unredliche Doppelsinnigkeit, durch die bibeltreue Christen mit islamitischen Selbstmordattentätern in einen Topf geworfen werden." [...]

"Christen wissen: „Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist's nicht um tausend Welten aber um dein Wort zu tun" (Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, Gründer der Herrnhuter Brüdergemeine, 1700-1760)."

Christian Lepperhoff (17. Oktober 2007, Theologe [M.Th.], Pro & Kontra: Wer hat Angst vor christlichen Fundamentalisten? Zur Meldung „Alle einig gegen christliche ,Fundis'" ideaSpektrum Nr. 41, S. 30, ideaSpektrum 42/2007, Seite 4)

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"Der nicht erklärte, aber praktizierte Grundsatz alttestamentlicher und neutestamentlicher Wissenschaft ist: So, wie es dasteht, kann es auf keinen Fall gewesen sein.

Der Exeget ist darauf eingestellt, »Schwierigkeiten« im »Bibeltext« zu entdecken und zu lösen. Je besser der Ausleger ist, umso größer wird seine Findigkeit darin sein. Denn wenn er als Professor etwas taugen will, muss er sich »einen Namen machen«. […]
Abgesehen von einigen Grundannahmen und der Übereinstimmung in den Methoden kann man sicher sein, dass da, wo sich zwei Theologen über Ergebnisse ihrer Arbeit austauschen, in der Regel zwei verschiedene Meinungen zutage treten. […]

»Die Pastoralbriefe sind nicht von Paulus«, hat man gelernt; »der Verfasser des Johannesevangeliums ist natürlich nicht der Zebedaide Johannes«, »die 5 Bücher Mose sind nicht von ihm, sondern aus verschiedenen Quellen zusammengeschrieben«. Wer das im 6. Semester noch nicht gelernt hat, gilt als »bescheuert«. […]

Der kritische Verstand entscheidet in der historisch-kritischen Theologie darüber, was in der Bibel Realität ist."

Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1994, Theologin, Original oder Fälschung. Historisch-kritische Theologie im Licht der Bibel.)

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"Der Theologe mag über eine bessere Astronomie, Geografie, Zoologie, Psychologie, Physiologie und dergleichen verfügen als die biblischen Zeugen. Er soll sich aber ihnen gegenüber nicht gebärden, als ob er über das Wort Gottes besser Bescheid wisse als sie.

Er ist also kein vir spectabilis [zweithöchsten Ehrenbezeichnung innerhalb der spätrömischen Titel-hierarchie], der den Propheten und Aposteln als seinen Fakultätskollegen das Wort zu erteilen oder auch zu entziehen befugt wäre - und noch weniger ein Gymnasial-Lehrer, der ihnen gütig oder verdrießlich über die Schultern zu blicken, ihre Hefte zu korrigieren, ihnen gute, mittlere oder schlechte Noten zu erteilen befugt und beauftragt wäre."

Prof. Dr. Karl Barth (1886 - 1968, Theologe u. „Kirchenvater des 20. Jahrhunderts“, Das Wort Gottes und die Theologie, http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Barth)

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"Das Handwerkszeug zur Zertrümmerung der Bibel haben tragischerweise die Theologen in Gestalt der historisch-kritischen Theologie selbst geliefert. Das ist die Theologie die in den letzten 250 Jahren die deutsche Szene beherrscht hat, deren Kernstück die so genannte historisch kritische Methode ist.

Diese Methode ist kein neutrales Instrument, sondern stellt in sich selbst eine geschlossene Weltanschauung dar, ein Glaubensbekenntnis." "Der Mensch zitiert die Bibel vor seinen Richterstuhl."

"Das Glaubensbekenntnis der historisch-kritischen Theologie steht gegen das Glaubensbekenntnis der Bibel." 

Dr. Wolfgang Nestvogel (1996, 2005 - 2010 Rektor der Akademie für Reformatorische Theologie (ART) Hannover)

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"Die Faszination, die von der historisch-kritischen Theologie ausgeht, und der leider auch viele Evangelikale mehr oder weniger erlegen sind, beruht auf ihrem Anspruch der Wissenschaftlichkeit.

Man hält es für nötig, die wissenschaftlichen Ergebnisse zu respektieren und durchschaut nicht, dass diese »Ergebnisse« häufig nichts Anderes sind als unbewiesene Hypothesen, die vollmundig als Fakten ausgegeben werden, sobald sie eine breitere Zustimmung gefunden haben."

Prof. Dr. Eta Linnemann (1998, Theologin, "Bibelkritik auf dem Prüfstand: wie wissenschaftlich ist die wissenschaftliche Theologie?")

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"Wir machen alles so wie alle anderen auch, nur 20 Jahre später."

Pfarrer Rudolf Westerheide (Mai 2007, Bundespfarrer des Jugendverbands „Entschieden für Christus“ (EC), Hauptamtlichen-Kongress des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften)

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"Die wahre Meinung der Theologen steht oft in der Fußnote, kleingedruckt wie auf der Rückseite des Versicherungsformulars; mit Fremdwörtern"

Rudolf Augstein  (September 2001, Jesus Menschensohn, Seite 11, 3. Aufl. 2003)

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"Die historisch-kritische Theologie sagt: Wir können die Bibel nicht als Heilige Schrift betrachten, sondern höchstens als ein Buch, das den Anspruch erhebt, Heilige Schrift zu sein. Es gibt andere Bücher, welche den gleichen Anspruch erheben: den Koran, die Veden [Texte des Hinduismus] und andere mehr. […]

Es stimmt, dass es auch andere Bücher gibt, die den Anspruch erheben, Heilige Schrift zu sein. Sollen wir deshalb die Bibel als eine Schrift unter vielen ansehen? Sollen wir sie vergleichen mit den Veden oder dem Koran, um zu sehen, ob sie nicht vielleicht hier und da noch ein wenig besser ist?

Das tut die historisch-kritische Theologie. Aber sie ist damit auf einem verkehrten Weg." […] "Wir möchten das für ehrwürdig halten, was anderen Menschen, die wir achten, lieben und schätzen, heilig ist. Aber der Satz ist dennoch wahr. Wenn nach Gottes Wort die Götter aller Völker »Nichtse« [1Chr 16,26; Ps 96,5; Ps 97,7; Jer 2,11; Jer 5,7] sind, dann sind zwangsläufig auch ihre heiligen Bücher, welche den Anspruch auf Offenbarung erheben, nichts, denn sie offenbaren nicht den einen wahren Gott, der nicht nur Schöpfer Himmels und der Erden, sondern auch der Vater unseres Herrn Jesus Christus ist und mit Ihm und dem Heiligen Geist ein Gott und sie können nicht den Weg zur Rettung weisen. [...]
"Mit wem wollt ihr denn Gott vergleichen?" (JESAJA / 40. Kapitel, 18)

Es wird unterstellt, dass Bibelwort und Gotteswort nicht identisch sind. Das, was zwischen den beiden Buchdeckeln des Bibelbuches an Gedrucktem stehe, sei an und für sich noch nicht Gottes Wort. Gottes Wort sei es lediglich dann, wenn es sich je und dann beim Lesen oder im Hören der Predigt als solches erweise."

Prof. Dr. Eta Linnemann (1994, Theologin, Original oder Fälschung. Historisch-kritische Theologie im Licht der Bibel.)

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"Die historisch-kritische Methode, die so gerne als Barriere gegen Willkür und Schwärmerei ins Feld geführt wird, hat uns wiederum zu einer noch nie da gewesenen Fülle von exegetischen „Ergebnissen“ geführt, die sich in ihrer Gegensätzlichkeit zum Teil selbst aufheben. [...]

Es ist schlechthin unerfindlich, wie dieser Wirrwarr von Ergebnissen für den christlichen Glauben noch eine Bedeutung haben könnte."

Prof. Dr. theol. Armin Sierszyn (1978, Schweizer Theologe, Die Bibel im Griff? − Historisch-kritische Denkweise und biblische Theologie, Hänssler; Auflage: 2001, ISBN 978-3775136853)

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"Abgesehen von einigen Grundannahmen und der Übereinstimmung in den Methoden kann man sicher sein, dass da, wo sich zwei Theologen über Ergebnisse ihrer Arbeit austauschen, in der Regel zwei verschiedene Meinungen zutage treten."

Prof. Dr. Eta Linnemann (1994, Theologin, Original oder Fälschung. Historisch-kritische Theologie im Licht der Bibel.)

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"Immer findet sich bei Theologen, auch bei den bekanntesten, eine Gegenmeinung."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1884-1976, Theologe, Die Geschichte der synoptische Tradition, Seite 97, 10. Aufl. Göttingen 1995)

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"Wer sich ein Bild vom historischen Jesus machen will, findet alles, und auch das Gegenteil, und alles ist angeblich irgendwie wissenschaftlich abgesichert. [...]

Dazwischen tummeln sich jene, die schwer verständlich drumherumreden und eine Art Prediger-Konsens produzieren, der sich auf den Nenner bringen lässt: Gott ist Liebe, und darum meint er es gut mit uns Menschen, aber er kann nicht viel für uns tun. [...]

Es hat keinen Sinn, das Unglaubliche so lange umzudeuten, bis wir es wieder glauben können. Es ist dann einfacher zu sagen: Ich kann es nicht glauben, was da geschrieben steht."

Christian Nürnberger (November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für Zweifler)

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"Von wem wird dieser Autor beeinflusst; zu welcher Schule gehört er? [...]

Ist es progressiv?, Ist es konservativ?,
Ist es wissenschaftlich?,
Ist es veraltet?", Ist es zeitgemäß?,
Ist es nützlich?, Ist es unbarmherzig?

- aber nicht:  Ist es wahr? [...]

..die Frage nach der Wahrheit ... unbequem und ...unzeitgemäß"

Prof. Dr. theol. h.c., Dr. h.c. Clive Staples Lewis (1898-1963, britischer Schriftsteller und Literatur-wissenschaftler, Nach der Wahrheit fragen, Dr.phil. Jürgen Spieß, Brunnen-Verlag, Gießen; Aufl. 2007, ISBN: 978-3765532238)

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"Die historische Methode ... ist ein Sauerteig, der alles verwandelt und der schließlich die ganze bisherige Form theologischer Methoden zersprengt."

Prof. Dr. Ernst Troeltsch (1898, Theologe, Über historische und dogmatische Methode in der Theologie, Gesammelte Schriften Bd. 2: Zur religiösen Lage, Religionsphilosophie und Ethik, Bonn 21922, 729-753, 730)

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24 "Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25 Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon."

MATTHÄUS / 13. Kapitel, 24 - 25

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"Rings um uns her wächst immer mehr das ... Unkraut der modernen Theologie auf, das nichts anderes ist als Unglaube, der zu feige ist, seinen eigenen Namen zu tragen. [...]

Ich sehe diesen Sauerteig des Unglaubens nach allen Richtungen hin wirken, und viele sind in dem einen oder anderen Punkt angesteckt. Er frisst sich wie ein Krebs in die Seelen der Gemeinden hinein."

Charles H. Spurgeon (1834 - 1892, englischer Baptistenpastor - galt als einer der bekanntesten Prediger des 19. Jahrhunderts, vgl. "Auf Dein Wort", 1982)

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"Lass das Wort da stehen!" [Das Wort sie sollen lassen stahn, Martin Luther 1528]

"Ich habe ihnen gegeben Dein Wort." [Johannes 17, 14] „Einst das Volk der Reformation, einst das Volk des Pietismus [http://de.wikipedia.org/wiki/Pietismus], jetzt ein Volk des Unglaubens, der Kritik, der Negation. Diese Tatsache, die sich unsern Augen enthüllt hat, sollte alle Kinder Gottes mehr wie bisher ins Gebet treiben, zu beten und zu flehen um eine Erweckung."

"Zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn die Stätte, darauf du stehst, ist heilig. Und so tat Josua.“ [Josua 5, 15]
„Da rief ihn Gott und er trat vor den HERRN. Das musst du auch, in allen Lagen: vor den HERRN! Was ist es, was dich hindert, in die Nähe Gottes zu treten? Zieh deine Schuhe aus! Von Josua lesen wir: Und Josua tat also. O tu du es auch, dass du auf den heiligen Boden der Gegenwart Gottes treten und gesegnet werden kannst!"

Pfarrer Ernst Modersohn (1905, Vorstandsmitglied des Gnadauer Verbandes [Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften])

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"Wenn wir die sieben Sendschreiben [Offenbarung Kapitel 2+3] anschauen, dann fällt die Tendenz der beiden letzten Schreiben auf.
Nicht wenige Ausleger sind ja der Meinung, dass die sieben Sendschreiben nicht nur an konkrete Gemeinden zur Zeit des Apostel Johannes geschrieben wurden, dass sie weiter eine allgemeine Botschaft an die Gemeinden aller Zeiten enthalten, sondern dass sie im Ablauf ein Schema der Entwicklung der Gemeinde Jesu bis zur Wiederkunft unseres Herrn darstellen." [...]

"Sollte diese Auslegung Recht haben, dann stünde die Christenheit wohl am Übergang von Philadelphia zu Laodizea. Am Übergang von einer Gemeinde, die in der Gefahr steht alles zu verlieren, zu einer Gemeinde, die alles verloren hat."

Pfarrer Jakob Tscharntke
(Juni 2007, Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, Informations-brief Nr. 242, Seite 20)

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"Ihr werdet gehasst sein von jedermann um meines Namens willen. 18 Und kein Haar von eurem Haupt soll verlorengehen. 19 Seid standhaft, und ihr werdet euer Leben gewinnen."

28 "Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.
29 Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: 30 wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. 31 So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist."

Lukas 21, 18-19 + 28-31

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"Die Musik wurde lauter. Die Predigt kürzer. Der Mensch eroberte den Mittelpunkt des Geschehens. Die Lehre wurde angepasst.

Einige zumeist ältere Christen verließen schweren Herzens die Gemeinde. Sie konnten nicht fassen, was sich binnen weniger Jahre ereignet hatte."

Wilfried Plock (März 2004, Gott ist nicht pragmat
isch. Wie Zweckmäßigkeitsdenken die Gemeinde zerstört, Seite 11, ISBN-10: 3935558678)

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"Wohlfühltempel mit Unterhaltungsprogramm ... benutzerfreundlich, praktisch, lebensnah, modern.

Der Christ ist Kunde hier, denn die Kirchen haben viel von Malls und anderen Errungenschaften des Kapitalismus gelernt. Sie umwerben ihre Besucher mit beträchtlichem  Unterhaltungsaufwand,  ausgeklügelter technischer Ausstattung, Rundumangebot für Erfolg im Privatleben und Beruf und einer peppigen Alles-wird-gut-Botschaft."

SPIEGEL spezial (September 2006, „Weltmacht Religion“, Seite 30 f)

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"Schluss mit dem Geschwätz!" [DIE ZEIT]

"Vorbei die Zeiten, als der Reformator [Martin Luther] seinen Unmut ... laut herausposaunte. So wetterte er am ersten Adventssonntag anno 1530, es solle sich niemand einbilden, die Bibel verstanden zu haben, und niemand das Wort Gottes verachten ... Doch heute hat die Verachtung des Wortes längst auf die Predigt durchgeschlagen.

Heute wird aus der Bibel möglichst wenig zitiert, sondern von der Kanzel herab Sozialtherapie betrieben.
Heute gibt es nur noch wenige mutige Männer wie Pastor Senz, der ... erklärte, er lasse sich diese Mischung aus Oktoberfest und Bauernhochzeit nicht mehr bieten. Sprach’s, klappte das Buch zu und verließ die Kirche."

DIE ZEIT (13.12.2007, Nr. 51, Schluss mit dem Geschwätz!)

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"Im Jahr 2004 erschien das Buch "Gott ist nicht pragmatisch. Wie Zweckmäßigkeitsdenken die Gemeinde zerstört". Verfasser ist Wilfried Plock, der als "Evangelist und Gemeindeberater" tätig und seit 1995 Vorsitzender der Konferenz für Gemeindegründung [www.kfg.org] ist, einer Initiative, in der sich in den letzten Jahren zahlreiche neue Gemeinden (freie Brüdergemeinden, freie Baptisten, Biblische Missionsgemeinden etc.) netzwerkartig zusammengeschlossen haben.

Plocks Buch setzt sich kritisch mit in Deutschland populären evangelikalen Initiativen und Trends auseinander. Thematisiert werden u.a. die Gemeindewachstumsbewegung, Alpha-Glaubenskurse für Erwachsene, die evangelistische Aktion ProChrist mit Satellitenübertragung in zahlreiche europäische Länder, das Konzept von besucherzentrierten Gottesdiensten (Willow Creek), die Bücher des Gründers der Saddleback Community Church, Rick Warren, "Kirche mit Vision" und "Leben mit Vision", die auch in Deutschland intensiv gelesen und als Therapie für kleiner werdende und missionsmüde Gemeinden empfohlen werden.

Plock hat den Eindruck, dass in manchen evangelikal geprägten Gemeinden Marketingmethoden mehr Gewicht haben "als die Briefe des Apostels Paulus".
Er kritisiert das Zahlen- und Wachstumsfieber, spricht von "verhängnisvollen Veränderungen", von Prozessen problematischer kultureller Anpassung und dem Verzicht evangelikaler Gemeinschaftsbildungen darauf, Kontrastgesellschaft zu sein.

"Der Pragmatismus [http://de.wikipedia.org/wiki/Pragmatismus] verändert zuerst die "Verpackung" des Evangeliums, dann die Botschaft selbst und schließlich die Identität von Gemeinden." [...]

"In der Außenperspektive lassen sich sowohl Plocks Position wie auch die von ihm kritisch beleuchteten evangelikalen Initiativen unter dem Stichwort Evangelikalismus zusammenfassen. Das Beispiel zeigt, wie schwer es ist, von den Evangelikalen zu sprechen.

Welche Evangelikalen sind gemeint?

Die  Bekenntnisbewegung  "Kein anderes Evangelium"  [www.keinanderesevangelium.de],  die  sich ähnlich wie Plock [www.kfg.org] äußert, oder die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) [http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Allianz], die ProChrist und Willow Creek [vgl. US-Evangelikale] mit Nachdruck unterstützt?

Stellungnahmen zur evangelikalen Bewegung und zum christlichen Fundamentalismus erfordern differenzierende Wahrnehmungen und Urteilsbildungen, insbesondere eine Klärung dessen, was gemeint ist, wenn von Fundamentalismus bzw. Evangelikalismus geredet wird."

Dr. Reinhard Hempelmann (2006, Theologe, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) Berlin, EZW Materialdienst-Einzelheft 1/2006, Sind Evangelikalismus und Fundamentalismus identisch?)

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"Heute ist Mission auf intellektuell niedrigstem Niveau in Mode. [...] Ihren schlichten Glauben aller Welt zu vermitteln, ist das Hauptziel der Fundamentalisten. Das gilt für alle diese Gruppierungen.

In Deutschland ist der Glaube an Gott Privatsache.

Doch die fundamentalistischen Gemeinschaften, die im Lande nichts zu melden haben, ziehen auch von Deutschland aus, um die Welt zu beglücken. Der Vorsitzende des Arbeitskreises für evangelikale Theologie, Rolf Hille, schrieb im Jahre 2002: "Im Rahmen der biblischen Heilsgeschichte ist Mission in der Zeitperiode, in der wir jetzt leben, Gottes Grundanliegen ... Christus hat in seiner Autorität Mission an die oberste Spitze seiner Tagesordnung gestellt." Woher er das so genau weiß, hat der Mann freilich nicht verraten.
Allerdings bezeichnete Anfang dieses Jahres auch der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz [1987 - 2008], Kardinal Karl Lehmann, die Mission als "Überlebensfrage" für seine Kirche. [...]

Dabei lassen sich Indizien für eine zunehmende Militanz evangelikaler Gruppen
– analog [vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Analogie] zur Militanz islamistischer Vereinigungen –
beobachten. Junge Leute werden ebenso in "Jesus-Camps" in Süddakota/ USA indoktriniert wie im hessischen Kirchheim in einem Gebets- und Kriegslager (Worship-and-Warfore-Camp), wie das ZDF im Frühjahr dokumentiert hat.

Eine der evangelikalen Gruppen, die Jesus Revolution Army, 1997 vom ehemaligen evangelischen Osloer Jugendpfarrer und seiner Frau gegründet, besteht aus Kindermissionaren, die unter anderem auch in München ihr Unwesen treiben. Missionierung von Leichtgläubigen durch Leichtgläubige."

Martin Urban (31.08.2007, Wissenschaftsjournalist, Gründer u. Leiter der SZ-Wissenschaftsredaktion bis 2001, Missionieren im Wandel der Zeit - Provozieren, um zu mobilisieren, SZ Süddeutsche Zeitung)

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"Fundamentalismus und christliches Pfingstlertum werden zu neuen erfolgreichen Methoden und Strategien, wie man in den USA der im 19. Jahrhundert kirchlich immer einflussreicher gewordenen „deutschen“ Bibelkritik wie auch dem sich in der Mentalität und vor allem in den Schulbüchern sich durchsetzenden Darwinismus mit seiner Evolutionslehre sehr gut ausweichen kann." [...]

"Für „Graham“ [Billy Graham - amerikanischer Baptistenpastor] können die Namen aller anderen modernen evangelikalen Top-Redner ebenso eingesetzt werden. Das evangelikale Strickmuster ist überall dasselbe: Die Botschaft verblüfft durch ihre Plattheit und ihren Infantilismus" [infantil - kindlich].

Dr. Richard Ziegert (2006, Theologe, bis 2011 Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche der Pfalz, "Das protestantische Schisma" [Schisma: griechisch - abspalten, vgl. Kirchenspaltung], Pfälzisches Pfarrerblatt 2006)

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"Der Streit um die Bibel ist ein Streit um Jesus."

"Die Konservativen halten dabei an der Jungfrauengeburt, am Opfertod, an Auferstehung und Wiederkunft Jesu Christi fest. Für Menschen mit einem schlichten Glauben sind die Deutungen dieser „Heilstatsachen", wie sie die historisch-kritische und existential-interpretierende Theologie versucht, schwer verständlich.

Für sie meint die Bibel, was sie sagt. Das wird zwar den schlicht Gläubigen nur zu oft von Ungläubigen bestritten. Daran gewöhnen sich die Kirchentreuen. Sie nehmen von dieser Seite Kritik als eine natürliche Erscheinung hin. Wenn aber der auf „Heilstatsachen" gründende Glaube auch von Theologen in Frage gestellt wird, weiß man nicht mehr, woran man ist.

Das kritische Rückfragen nach dem "Eigentlichen" der biblischen Botschaft wird nicht verstanden, schon weil ein abstrahierender Denkprozess nicht nachvollziehbar ist. Sie haben davor Angst und wehren sich darum heftig gegen alles, was sie in ihrem bisherigen Christenleben unsicher macht." [Seite 4]

"Es ist verwunderlich, dass man sich bisher die Unvermeidbarkeit des Konflikts zwischen der herrschenden Theologie und der Gemeindefrömmigkeit kaum klargemacht hat." [Seite 5]

Dr. Reinhold Lindner (1971, Theologe, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Information Nr. 45 Stuttgart III/1971, Streit in der Kirche, Seite 4+5)

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"Ein grausames Dilemma: entweder die Bibelkritik zu akzeptieren und die Bibel zu einem gewöhnlichen Studienobjekt zu erklären, auf die Gefahr hin, das übernatürliche Element zu töten, was zum Unglauben führt;
oder aber in aller Strenge am heiligen und inspirierten Charakter festzuhalten, und damit alle der Vernunft und der Intelligenz Hohn sprechenden Ungereimtheiten in Kauf zu nehmen, auf die Gefahr hin, die Köpfe zu entmutigen, die sich nicht dazu durchringen können, ihre Vernunft zu opfern."

Georges Minois (2000, Französische Historiker)

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"Ich glaube wirklich an die Bibel und denke, dass ich dabei keinen intellektuellen Selbstmord begangen habe."

Prof. David W. Gooding (1992, Die Bibel – Mythos oder Wahrheit?, Vortrag Universität Belfast, Nordirland)

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"Die Berufung von Fundamentalisten auf die absolute Geltung offenbarter Wahrheiten steht zweifellos in Widerspruch zu unseren Kriterien von Vernunft."

Prof. Dr. theol. Hans Gerhard Kippenberg (1996, Theologe, Fundamentalismus: es herrscht Klärungsbedarf. Nachwort zu M.E.Marty / R.S. Appleby, Herausforderung Fundamentalismus. Radikale Christen, Moslems und Juden im Kampf gegen die Moderne. Frankfurt: Campus 1996, S. 230)

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"Wenn dir der Gedanke kommt, dass alles, was du über Gott gedacht hast, verkehrt ist und dass es keinen Gott gibt, so gerate darüber nicht in Bestürzung. Es geht vielen so.

Glaube aber nicht, dass dein Unglaube daher rühre, dass es keinen Gott gibt. Wenn du nicht mehr an den Gott glauben kannst, an den du früher geglaubt hast, so rührt das daher, dass in deinem Glauben etwas verkehrt war, und du musst dich besser bemühen zu begreifen, was du Gott nennst.

Wenn ein Wilder an seinen hölzernen Gott zu glauben aufhört, heißt das nicht, dass es keinen Gott gibt, sondern nur, dass der wahre Gott nicht aus Holz ist."

Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi (1828 – 1910, russischer Schriftsteller,
http://de.wikiquote.org/wiki/Leo_Tolstoi)

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"Wahrheit ist doch nur was für Idioten», hört man derzeit im Radio, wenn die deutschen Popmusiker von Rosenstolz ihren Song «Ich geh in Flammen auf» singen. Und Tocotronic, eine Hamburger Band, die den Zeitgeist ebenfalls klug zu predigen weiß, singt auf ihrer Platte «Pure Vernunft darf niemals siegen»: «Pure Vernunft darf niemals siegen. Wir brauchen dringend neue Lügen. Die unsere Schönheit uns erhalten. Uns aber tief im Innern spalten.»

Wer meint, diese zynischen Lobeshymnen auf die Lüge seien nicht zu überbieten, muss sich von dem Amerikaner Harry Frankfurt eines Besseren belehren lassen. Noch schlimmer als die Anstiftung zur Lüge oder das Lügen ist nämlich für ihn die Verbreitung von «Bullshit».
Das muss ich kurz erläutern. Der Philosoph Harry Frankfurt versteht unter «Bullshit» Aussagen, die vortäuschen, um Wahrheit und Aufrichtigkeit bemüht zu sein, für deren Absender jedoch letztlich ein Wahrheitsbezug mehr oder weniger belanglos ist.

«Bullshiter» tun so, als betrieben sie Vermittlung von Informationen, tatsächlich manipulieren sie Meinungen und Einstellungen von Menschen in ihrem eigenen Interesse. ...

Dieser allgegenwärtige Bullshit ist nun nach Harry Frankfurt moralisch verwerflicher als die Lüge. Der Lügner hat nämlich noch einen gewissen Respekt vor der Wahrheit. Wer lügt, weiß, dass ihm die Wahrheit gefährlich werden kann. Der Bullshiter kümmert sich nicht um Wahrheiten, da sie ihm «gleich gültig» sind. Er sorgt vor allem für die Durchsetzung seiner Ambitionen.

Diese zunehmende Entfremdung von der Wahrheit führt unsere Gesellschaft in einen tiefen Vertrauensverlust. Wir sind inzwischen von so viel Meinungsmüll umgeben, dass eine Unterscheidung von Wahrheit und Lüge kaum mehr möglich ist. ...

Doch können wir ohne Wahrheit leben? In allen Dingen, die wir unternehmen, und daher im Leben überhaupt, hängt der Erfolg oder Misserfolg davon ab, ob wir uns von der Wahrheit leiten lassen oder ob wir in Unwissenheit oder auf der Grundlage von Unwahrheit vorgehen. So schlussfolgert Frankfurt: «Wir brauchen die Wahrheit nicht nur, um zu verstehen, wie wir gut leben sollen, sondern auch, um zu wissen, wie wir überhaupt überleben können.»"

Die Entfremdung von der Wahrheit ist kein neues Phänomen. Schon der Prophet Jesaja warnt im 59. Kapitel vor «Bullshit»: Die Menschen brüten Lügenworte aus und reden bedenkenlos daher (Vers 13). Das «Recht ist zurückgewichen, und die Gerechtigkeit hat sich entfernt; denn die Wahrheit ist auf der Gasse zu Fall gekommen, und die Aufrichtigkeit findet keinen Eingang» (Vers 14).

Die «Wahrheit ist dahin» (Vers 15).

Im 1. Kapitel des Römerbriefes spricht der Apostel Paulus sogar davon, dass wir Menschen die Wahrheit Gottes niederdrücken und in Lüge verkehren. Gott missfällt das sehr und er sucht nach Menschen, die diesem Trend entgegentreten (also gegen den Strom schwimmen). «Aber niemand ist auf dem Plan» (Jesaja 59,15).

Nach dem Zeugnis der Bibel ist Gott selbst wahr (z. B. Jeremia 10,10; Johannes 14,6 und 1. Johannesbrief 5,6 und 20). Seine Wahrheit ist die Festigkeit und Verlässlichkeit, mit der er zu dem steht, was er tut und sagt.
In Jesus Christus brachte er den Menschen Gnade und Wahrheit (vgl. Johannes 1,14-17). Wer sein Leben auf Gottes Wahrheit aufbaut, baut nicht auf Sand, sondern auf Fels und kann deshalb die Stürme des Lebens überstehen (vgl. Matthäus 7,24-27).
Wer auf Jesus Christus hört und ihm folgt, der «ist aus der Wahrheit» (Johannes 18,37). Weil die Wahrheit «Jesus» ist (vgl. Johannes 14,6 und Epheser 4,21), gilt es, ihr zu gehorchen (Galater 5,7).

Das Annehmen und Bleiben in dieser Wahrheit führt in die Freiheit und zum Leben (Johannes 8,31-32). Deshalb legen Christen die Lüge ab und reden die Wahrheit (Epheser 4,25). Sind wir Menschen, die in und mit der Wahrheit leben?

Vor vielen Jahren fragte Gerhard Maier [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Maier], damals Rektor des Albrecht-Bengel-Hauses in Tübingen, seine Studenten, worauf es beim missionarischen Zeugnis ankomme. Die klassischen Antworten kennen wir:

«Das Christentum muss attraktiv sein. Wir müssen das Evangelium verständlich kommunizieren. Es geht darum, Beziehungen aufzubauen, nicht Bibelstellen um die Ohren zu schmeißen.»

Gerhard Maier sagte damals lapidar: «Sagen Sie die Wahrheit.»

Gott sucht Menschen, die sich von Jesus Christus in die Wahrheit bringen lassen, diese Wahrheit lieben und sie «in die Gassen tragen». Sind Sie dabei?"

Ron Kubsch (Februar 2008, Dozent für Seelsorge und Neuere Theologiegeschichte am Martin Bucer Seminar in Bonn, www.factum-magazin.ch, www.theoblog.de)

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"Ich für meinen Teil habe mich mittlerweile damit abgefunden, dass „Pseudo-Religiotisch" eine Art „Dialekt" ist, den ich als Rationalist ebenso wenig verstehen kann wie ein Oberbayer das Ostfriesische.

Kapiert habe ich aber zumindest, dass für Pseudo-Religioten Wörter wie „Auferstehung", „Schöpfung", „Hölle", „Himmel", „Gott", „Teufel", „Wunder" oder „Dämonen" gänzlich andere Bedeutungen zu haben scheinen als für jeden anderen, der diese Worte gebraucht.

Welche Bedeutungen dies genau sind, vermochte ich bislang trotz aller Anstrengungen zwar nicht zu eruieren, doch es sollte klar sein, dass wir uns wegen der Pseudo-Religioten eigentlich keine größeren Sorgen machen müssen. Sie sprechen zwar zugegebenermaßen mit einem höchst seltsamen, religiotischen Akzent, sind aber im Grunde harmlos. […]

So habe ich mich in den letzten Jahren regelmäßig auf öffentlichen Podiumsdiskussionen mit Theologen gestritten, die, wie ich beim abschließenden Biere feststellen konnte, in Wirklichkeit keine Spur gläubiger waren als ich."

Humanistischer Pressedienst hpd (18. März 2009, Die wundersame Welt der Religioten, Diskussion, www.hpd.de)

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"Dieser neue Rationalismus - unter weitgehender Beibehaltung des biblischen Vokabulars - raubt der Gemeinde die Heilsereignisse. Die Heilsbotschaft bleibt auf der Strecke.

"Wenn wir nicht aufpassen, haben wir zuletzt nur noch die Hülsen geistreicher Worte und kunstvoller Liturgien, aber nicht mehr den Kern der frohen, errettenden Botschaft."

Pfarrer
Paul Tegtmeyer (1886-1967, Zuallererst ein Zeuge Christi)

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"C.S. Lewis [http://de.wikipedia.org/wiki/C.S._Lewis] hat sich intensiv mit der „Korruption der Sprache“ auseinandergesetzt. Sprache kann heilen oder zerstören, sagte er. Die Sprache heilt, wenn sie eine Wahrheit klar ausspricht. Die korrupte Sprache dagegen ist die unverständliche Sprache. …

Die Umdeutung von Gut zu Böse, sagte Lewis, zeigt sich zuerst in der Sprache. Wenn man die Worte oder ihre Bedeutung verändert, verändert sich die öffentliche Wahrnehmung einer Sache. Ziel dabei ist es, Menschen dazu zu bringen, etwas gutzuheißen, was sie nie tun würden, wenn sie genau wüssten, worum es geht."

Dr. med. Christl Ruth Vonholdt (2007, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, factum 6/2007, S.30)

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"Als einziges unter all den Lastern ist die Feigheit ausschließlich schmerzhaft - sie ist entsetzlich, wenn man sie kommen sieht, entsetzlich, wenn man sie empfindet, und entsetzlich, wenn man sich ihrer erinnert."

Prof. Dr. theol. h.c., Dr. h.c. Clive Staples Lewis (1898-1963, britischer Schriftsteller und Literatur-wissenschaftler)

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Jesus Christus: "Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.

Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit?"

JOHANNES / 18. Kapitel, 37+38

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Jesus Christus zu seinem Vater: "Dein Wort ist die Wahrheit."

JOHANNES 17. Kapitel, 17

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Jesus Christus: "Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen."

MATTHÄUS / 24. Kapitel, 35

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"Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen."

Jesus Christus (Johannes 8, 31-32)

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13 "Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind's, die auf ihm hineingehen. 14 Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind's, die ihn finden!

15 Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.

16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? 17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte. 18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen."

Jesus Christus (Matthäus 7, 13-18)

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"Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe."

Jesus Christus (Matthäus 10, 16)

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5 "Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen?

6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich."
23 "Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen."

Johannes 14, 5-6 + 23

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"Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin."

Jesus Christus (Johannes 16, 26+27

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"Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts."

1. Korinther 13, 2

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"Wenn Jesus Christus, so wie die Bibel es berichtet, tatsächlich der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, dann ist alles, was er gesagt und getan hat, wahr. Wenn Jesus Christus nicht die Wahrheit ist, dann ist er ein Lügner.

Jeder Mensch, der mit dem Evangelium konfrontiert wird, muss sich für die eine oder andere Möglichkeit entscheiden.
Niemand geht den »goldenen Mittelweg«, auf dem er sich beide Möglichkeiten offen halten kann, denn in der Mitte steht ein Zaun. Und wir befinden uns immer entweder auf der linken oder auf der rechten Seite des Zauns.

Die beiden Seiten des Zaunes benennt die Bibel mit »in Christus sein« oder »außerhalb Christus sein«. Wenn ein Mensch in Christus ist, dann ist er »im Leben«, denn Christus ist das Leben. Und wenn ein Mensch nicht in Christus ist, dann ist er »nicht im Leben«, weder hier noch in der Ewigkeit." […]

Es geht "nicht um Religion, Kirche, Rechtgläubigkeit, Konfession oder ein Bekehrungserlebnis. Denn es kann sein, dass ein Mensch religiös, kirchlich, getauft, rechtgläubig und bekehrt ist, aber dennoch nicht »in Christus« lebt. Wir mögen die Bibel lesen und auswendig lernen, großes Interesse an theologischen Büchern und Kirchengeschichte haben, und dennoch kann es sein, dass wir Gott nicht oder kaum kennen. Wir mögen über Christus Bescheid wissen, aber wir kennen ihn nicht, weil wir nicht »in ihm« sind und leben.

Der Ausdruck »in Christus« begegnet uns etwa 170-mal in verschiedenen Formulierungen im Neuen Testament. Wir können Gott nicht näher sein, als wenn wir »in ihm« sind. Aber um in Christus zu sein, müssen wir ihm unser ganzes Leben hingeben. Nicht nur unsere sündhaften Gewohnheiten, unser  falsches  Denken  und unsere bösen Motive, sondern unser ganzes Leben. Das Einzige, was wir wirklich besitzen, ist unser Leben und darum ist es auch das Einzige, was wir Gott tat­sächlich geben können." [...]

"Da, wo ein Mensch sein Leben an Jesus verliert, stellt er mit Erstaunen fest, dass er es gewinnt.
Denn wir müssen sterben, bevor wir leben, damit wir leben, bevor wir sterben."

Hans Peter Royer (Juni 2006, Leiter einer Bergsteigerschule und Direktor des Christlichen Schulungszentrums "Tauernhof" Österreich, Du musst sterben, bevor Du lebst, damit du lebst, bevor Du stirbst!, Hänssler 2006, ISBN: 3775144781)

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"Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt ihr auch weggehen?"

Johannes 6, 67

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"Da stand der Herr Jesus und erlebte es, wie unter seiner Rede die Menschen wegliefen. „Das ist eine harte Rede!" sagten sie empört. Jesus wandte sich an seine Jünger: „Und ihr?"

Nun antwortete Petrus ... : „Herr! Wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!" [Johannes 6, 66-69]

Es ist wundervoll, wenn ein Herz nach mancherlei Kämpfen zu dem Entschluss kommt: „Dein sind wir, / Dein in Ewigkeit!"

Pfarrer Wilhelm Busch (1966, protestantischer Jugendpfarrer - Essen, "365 x ER. Tägliche Andachten", Aussaat; 14. Auflage 2006, ISBN-13: 978-3761541586,
http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer)

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"Jedes mal, wenn ich sage: "Jesus, das kann ich nicht", sagt er: "Ich weiß, aber ich kann". Jedes mal, wenn ich sage: "Jesus, ich bin nicht fähig", dann sagt er: "Na und? Ich bin fähig." Jedes mal, wenn du sagst: "Jesus, ich bin es nicht", dann sagt Jesus: "Macht gar nichts, ich bin".

Es kommt ja nicht auf dich an, er kommt auf Jesus an. Und das nächste Mal, wenn du glaubst eine Entschuldigung zu haben, warum Gott dich nicht gebrauchen kann, dann denke an die folgenden Personen, die ich jetzt aufzähle. Ein lieber Freund von mir, Peter Reid - von dem hab ich eine Kopie genommen.

"Noah hat sich betrunken. Abraham war zu alt. Isaak war ein Tagträumer. Jakob war ein Lügner. Lea war hässlich. Josef wurde misshandelt. Moses war ein Mörder - so wie David und Paulus. Deborah war ein weiblicher Richter. Gideon hatte Angst. Simson hatte sogar lange Haare. Rahab war eine Prostituierte. David war zu jung - übrigens so wie Jeremia und Timotheus. David gab vor geistesgestört zu sein - hatte eine Affäre und rannte weg von seinem Sohn. Elia war ein Selbstmordkandidat. Jeremia war depressiv. Jesaja predigte nackt. Jona rannte weg von Gott und Naomi war eine Witwe. Hiob hat alles verloren.
Johannes der Täufer aß Heuschrecken. Petrus war jähzornig. Johannes war selbstgerecht. Die Jünger schliefen beim beten. Matthäus war ein Dieb. Simeon war fanatisch. Martha hat sich um alles zersorg. Maria war faul. Maria Magdalena war Dämonenbesessen. Der Junge mit dem Fischen und Brot war unbekannt - bis heute. Die Sameritanerin schlief mit mehreren Männern. Zachäus war zu klein. Paulus war allein stehend. Markus hat aufgegeben. Timotheus hatte ein Magengeschwür und Lazarus war tot."

Was ist deine Entschuldigung?
Sag mir noch einen Grund, warum Gott dich nicht gebrauchen kann? Gott will und kann dich gebrauchen, nicht weil du so toll bist, sondern weil er dir ein zusätzliches Leben gegeben hat und das ist Christus in dir. Und aus seiner Kraft kannst du leben lernen."

Hans Peter Royer (13.01.2003, Leiter einer Bergsteigerschule und Direktor des Christlichen Schulungszentrums "Tauernhof" Österreich, Leute, die Jesus brauchen kann, 10. Jugendkonferenz für Weltmission, Stuttgart/Killesberg)

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"S
ind wir noch brauchbar?"

"W
ir sind mit vielen Wassern gewaschen, wir haben die Künste der Verstellung und der mehrdeutigen Rede gelernt, wir sind durch Erfahrung misstrauisch gegen die Menschen geworden und mussten ihnen die Wahrheit und das freie Wort oft schuldig bleiben, wir sind durch unerträgliche Konflikte mürbe oder vielleicht sogar zynisch geworden – sind wir noch brauchbar?

Nicht Genies, nicht Zyniker, nicht Menschenverächter, nicht raffinierte Taktiker, sondern schlichte, einfache, gerade Menschen werden wir brauchen. Wird unsere innere Widerstandskraft gegen das uns Aufgezwungene stark genug und unsere Aufrichtigkeit gegen uns selbst schonungslos genug geblieben sein, dass wir den Weg zur Schlichtheit und Geradheit wiederfinden?"

Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer (Ende 1942, Evangelisch-lutherischer Theologe)

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"Wenn mich die Verzweiflung an der Kirche überflutet, dann tröstet mich ein Wort, ein Wort der Bibel, ein gewaltiges Wort. Und mit diesem Wort grüße ich euch, meine Freunde: So spricht der Herr: Ich will mich meiner Herde selbst annehmen." [Hesekiel 34, 11]

Pfarrer Wilhelm Busch (1966, Dortmund, Bekenntnistag in Dortmund d. Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“, 1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer - Essen, http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer)

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"Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen."
 
Jesaja 42, 3

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"Das Heil liegt also offensichtlich nicht in der Gründung neuer Kirchen, sondern darin, in der Kirche, in der man sich befindet, sich eindeutig und allein an der Bibel zu orientieren und sich gleichzeitig glaubwürdig zu Jesus Christus zu bekennen und entsprechend zu leben."

Pfarrer Hansfrieder Hellenschmidt (2002, Vorsitzender der Bekenntnisbewegung "Kein anderes Evangelium", www.idea.de - 23.06.2002)

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"Düsseldorfer Erklärung der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ (1967)"

"Am Buß- und Bettag, dem 22. November 1967, hat die Bekenntnisbewegung ,,Kein anderes Evangelium" auf einer Kundgebung in Düsseldorf eine theologische Erklärung bekannt gegeben. Der Bundesarbeitskreis hatte sich zu diesem klärenden Wort entschlossen, als immer mehr Gemeindemitglieder nach einer eindeutigen Gegenüberstellung verlangten, um zwischen der biblischen Wahrheit und den Irrlehren der heutigen Zeitgeist-Theologie unterscheiden zu können.

Dieser Wunsch war und ist berechtigt; denn evangelische Christen haben ein Recht und die Pflicht, die Predigt auf den Kanzeln nach der Richtschnur der Heiligen Schrift zu beurteilen und die Geister zu prüfen. Sie tragen vor Gott, unserem Herrn, Verantwortung für das Leben ihrer Gemeinde und der Kirche. [...]

Die Erklärung soll weder Ersatz noch Ergänzung zu den Bekenntnisschriften unserer Kirche sein. [...]


Düsseldorfer Erklärung

„Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?" Psalm 27, 1

Im Jahre des 450. Reformationsgedächtnisses wissen wir uns verpflichtet, den Gemeinden ein theologisches Wort zu sagen und ihnen inmitten kirchlicher Verwirrung eine klare Wegweisung zu bieten. Wir sehen seit langem zunehmend die Grundlage der evangelischen Lehre und Verkündigung durch theologische Meinungen bedroht, welche Schrift und Bekenntnis zuwider laufen. Daher dürfen wir nicht schweigen.

Die folgende Erklärung beschränkt sich auf die Mitte des Christusbekenntnisses. Hier fällt die Entscheidung des Glaubens. Mit ihr steht und fällt die Existenz der Kirche.


DER HERR IST MEIN LICHT

1. ,,Niemand kann Jesus den Herrn heißen ohne durch den Heiligen Geist!" (1. Kor. 12,3)

,,Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes,, es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, denn es muss geistlich verstanden sein!" (1. Kor. 2,14)

Wir bekennen das Evangelium, dass Gott, der Heilige Geist, es uns schenkt. dem Zeugnis der Heiligen Schrift zu glauben und in Jesus den Sohn Gottes zu erkennen.

Es muss daher die falsche Lehre verworfen werden, eine wissenschaftliche Forschung könne die Heilige Schrift ohne diese Gnade des Heiligen Geistes als Gottes Wort und als Urkunde seiner geschehenen Offenbarung sachgemäß verstehen und anerkennen.


2. Jesus Christus spricht: ,,Wer mich sieht, der sieht den Vater." (aus Joh. 14, 9) Jesus Christus spricht: ,,Niemand kennt den Vater denn nur der Sohn und wem es der Sohn will offenbaren." (aus Matth. 11, 27)

Wir bekennen das Evangelium, dass der ewige Sohn Gottes in dem geschichtlichen Jesus von Nazareth Mensch wurde und zugleich Gott blieb.

Wir bekennen das Evangelium, dass der Sohn Gottes uns seinen Vater als unseren Schöpfer und als unseren Vater offenbart.

Es muss daher die falsche Lehre verworfen werden, Jesus sei nur bloßer Mensch, und wir könnten auch ohne den Glauben an den Sohn Gottes wissen, wer Gott ist, und mit Gott Gemeinschaft haben.


DER HERR IST MEIN HEIL

3. ,,Die Strafe liegt auf Ihm, auf dass wir Frieden hätten!" (aus Jesaja 53, 5)

Jesus Christus spricht: ,,Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele!" (Mark. 10, 45)

Wir bekennen das Evangelium. dass Jesus Christus stellvertretend für uns und für die ganze Welt am Kreuz die Strafe für alle unsere Sünde gelitten und damit alle unsere Schuld gesühnt hat.

Es muss daher die falsche Lehre verworfen werden, Jesus habe sich nicht bewusst für uns geopfert oder es sei der wirkliche Opfertod Jesu Christi zur Versöhnung der Welt nicht notwendig gewesen und es dürfe die Verkündigung vom Sühnetod als eine zeitgebundene Einkleidung der Heilsbotschaft verstanden werden.


4. „Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten!“ (1. Kor. 15, 20)

„Der Herr ist wahrhaftig auferstanden!“ (aus Luk. 24,34)

Wir bekennen das Evangelium, dass Gott den am Kreuz gestorbenen Jesus von den Toten leiblich auferweckt und zum Herrn erhöht hat.

Es muss daher die falsche Lehre verworfen werden, Jesu Leib sei verwest, er sei nur geistig auferstanden und lebe nur unpersönlich in seinem Wort weiter.

Es muss auch die falsche Lehre verworfen werden, die Osterzeugen des Neuen Testamentes hätten ihre Botschaft in mythisch gefärbte Legenden gekleidet oder nicht die Absicht gehabt, die Erscheinungen des Auferstandenen als Grund und Voraussetzung des Glaubens so zu berichten, wie sie wirklich geschehen sind.

Es muss die falsche Lehre verworfen werden, es könne eine Nachfolge des Gekreuzigten ohne Bindung an die Person des Auferstandenen geben.


5. „Ihr habt euch bekehrt zu Gott von den Götzen, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, welchen er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zukünftigen Zorn errettet.“ (aus 1. Thess. 1, 9 und 10)

„Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welcher Gerechtigkeit wohnt." (2. Petr. 3,13)

Wir bekennen, dass der auferstandene Jesus Christus sich selbst vor den Gläubigen und Ungläubigen als universaler Herr und Richter enthüllen und die Welt in einer neuen Schöpfung zur Vollendung führen wird.

Es muss daher die falsche Lehre verworfen werden, die Erwartung der Wiederkunft Jesu Christi sei sinnlos und allein die diesseitige Welt besitze Realität.


DER HERR IST MEINES LEBENS KRAFT

6. Jesus Christus spricht: ,,Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe!" (aus Matth. 28, 20)

,,Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus!" (Phil. 4,13)

Wir bekennen das Evangelium, dass Jesus Christus den Seinen durch die Vergebung der Sünden und durch die Erneuerung im Geist immer wieder den Mut zur Nachfolge schenkt und die Kraft gibt, seinen Geboten zu gehorchen.

Es muss daher die falsche Lehre verworfen werden, wir hätten ein Recht, die Gebote Gottes je nach dem Geschmack der Zeit oder einer angeblich wissenschaftlichen Neuerkenntnis abzuändern und so die Richtlinien für unser Handeln selbst zu erfinden.


VOR WEM SOLLTE MIR GRAUEN?

7. Jesus Christus spricht: ,,Ich sende euch!" (aus Luk. 10, 3)

,,Die Gemeinde des lebendigen Gottes ist ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit." (1. Tim. 3, 15)

Wir bekennen, dass Jesus Christus seiner Kirche den Auftrag gegeben hat, die großen Taten Gottes ohne Menschenfurcht zu verkündigen. Durch solches Zeugnis werden verlorene Menschen für Zeit und Ewigkeit gerettet.

Wir halten es für ein Missverständnis des kirchlichen Auftrages, wenn die Gemeinde zum Experimentierfeld für einander widersprechende theologische Meinungen gemacht und wenn in solcher Vielstimmigkeit ihre Freiheit und ihr Reichtum gesehen wird.

Die kirchliche Verkündigung wird unglaubwürdig, wenn Kirchenleitungen Menschen in das Predigtamt berufen, die sich das Evangelium im Sinne der geltenden Bekenntnisse nicht zu eigen machen und das Glaubensbekenntnis mit der Gemeinde nur unter Vorbehalten sprechen können.

„Lasset uns halten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat!" (Hebräer 10.23)"

Düsseldorfer Erklärung (22. November 1967, Düsseldorf – am Buß- und Bettag, Düsseldorfer Erklärung der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ gegen die Irrlehren der modernen Zeitgeist-Theologie, www.keinanderesevangelium.de)

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"Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet."

Offenbarung 3, 8

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5 "Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen?

6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich."
23 "Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen."

Johannes
14, 5-6 + 23

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37 "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.

38 Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39 Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich's auferwecke am Jüngsten Tage.

40 Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage."

JOHANNES / 6. Kapitel, 37-40

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"Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein."

Offenbarung 21, 6-7

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"Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort."

JESAJA 66, 2

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8 "Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. 9 Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 10 Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.

11 Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch. 12 So ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. 13 Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht (Psalm 116,10): «Ich glaube, darum rede ich», so glauben wir auch, darum reden wir auch; 14 denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch. 15 Denn es geschieht alles um euretwillen, damit die überschwängliche Gnade durch die Danksagung vieler noch reicher werde zur Ehre Gottes.

16 Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. 17 Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, 18 uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig."

2. KORINTHER / 4. Kapitel, 8-18

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 Dann war da noch..  Schlusslichter

 

"Immer mehr Dillkreis-Bürger sind besorgt durch die anhaltenden Berichte über radikal fundamentalistische Gruppierungen aus dem kirchlichen und evangelikalen Lager. Gerüchte über waffenfähige Liederbücher lassen Angst und Misstrauen um sich greifen.

Die Behörden reagieren bereits: Einschlägig bekannte Organisationen, wie die Heilsarmee wurden aufgefordert, sich freiwillig zu entwaffnen und ihre paramilitärische Kleidung abzugeben. Es wurden Abgabeplätze für Gulaschkanonen eingerichtet, ausgelegte Gideon-Bibeln auf mögliche Gefahren hin untersucht und Gitarren- und Trompetenkoffer durchleuchtet.

Jungscharen und Kindergottesdienste, die schon lange als subversive Kaderschmieden dieser mutmaßlichen Terroristen bekannt sind, werden schon vom CIA und von ARTE unter die Lupe genommen. Besonders an Sonntagen soll jetzt schärfer kontrolliert werden, wenn Woche für Woche tausende Schläfer in den Gottesdiensten sitzen und auf Aufträge warten.

Die Pastoren wurden aufgefordert, nicht mehr im hiesigen Dialekt, sondern auf Hochdeutsch zu predigen. Die Gefahr, die von diesen Gruppen, die mit Slogans wie „Gott ist der Schöpfer“, „Jesus liebt dich“ und „Liebe deinen Nächsten“ die Weltherrschaft anstreben, ist nicht zu unterschätzen.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Gotteskrieger es nie schaffen werden, unser sinnentleertes Weltbild zu gefährden."

Derek Henrich
(2007, gesehen bei Arno Backhaus, http://www.arno-backhaus.de, Leserbrief von Derek Henrich)

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Ein Mann geht über eine Brücke und sieht dort jemanden, der sich gerade herunterstürzen will.
"Halt!", ruft er, "warum wollen Sie das tun? Es gibt so viel, für das es sich zu leben lohnt!"

"Ach ja?", antwortet der Selbstmörder, "was denn zum Beispiel?"
"Nun ja - sind Sie religiös?"
"Ja"

"Sind Sie Christ?"
"Ja, bin ich."

"Wunderbar! Ich auch! Katholik oder Protestant?"
"Protestant."
"Denken Sie: Ich auch! Welche Kirche?"

"Baptist."
"Halleluja!! Ich bin auch Baptist! Reformierte Baptisten oder Liberale Baptisten?"

"Reformierte Baptisten."
"Ein Bruder! Reformierte Baptisten der alten oder neuen Provenienz?"

"Alte Provenienz"
"O, es ist nicht zu fassen. Was für ein Wunder! Alte Provenienz der Elberfelder oder der Barmender Reformation?"

"Reformierter Baptist Alter Provenienz der Elberfelder Reformation."
"Ich kann es nicht fassen. Ich auch! Gesangbuch von 1856 oder 1877?"

"1877."
Dann spring, Du Ungläubiger!

Unbekannter Autor
?

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"Was macht ein Jude, der wie Robinson auf einer einsamen Insel strandet?  Er baut zwei Synagogen.

Und was sagt der einsame Jude, wenn man ihn nach Jahren endlich findet? Die erste Synagoge ist für mich. Die zweite ist die, in die ich niemals gehen würde."

(30. Mai 2005, Vom Kommen und vom Gehen, www.tagesspiegel.de)

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Schlammismus gegen Anti-Schlammismus

Auf einer Konferenz für Urchristen begegnen sich zwei Männer. Wie sich in ihren Gesprächen herausstellt, waren sie beide blind gewesen und von Jesus sehend gemacht worden.

»Es ist doch großartig«, berichtet der eine: »Jesus nimmt Schlamm, legt ihn auf die blinden Augen, befiehlt sich zu waschen und dadurch verschwindet die Blindheit. Man kann nachher wirklich sehen.«

»Schlamm?« fragt der andere verwundert. »Jesus verwendet zur Heilung von Blindheit doch keinen Schlamm! Er spricht nur ein Wort - und dann kann man sehen.«
»Natürlich verwendet Jesus Schlamm.« »Nein, das ist ganz und gar unmöglich, er verwendet keinen Schlamm!« »Doch, das tut er!«
»Nein, das tut er nicht!« Die Diskussion erhitzt sich. »Ich weiß es doch ganz genau. Ich war blind. Jesus sprach: 'Sei sehend', und jetzt sehe ich.«

»Wenn Jesus bei deiner Heilung keinen Schlamm verwendet hat, dann kannst du gar nicht geheilt worden sein. Du bist immer noch blind. Du meinst nur, dass du sehen kannst. Weil du eine so grundlegende Glaubenslehre - den Schlammismus - verleugnest, will ich mit dir nichts mehr zu tun haben!«

Am Ende der Konferenz bilden sich jetzt zwei »Denominationen« - die Schlammisten und Anti-Schlammisten. Ihre ganze Energie ver(sch)wenden sie bei Versuchen, sich gegenseitig zu überzeugen. Dabei vergessen sie ganz, dass um sie herum viele »Blinde« auf Heilung warten.

Schlammismus kontra Anti-Schlammismus kann leicht zum Schlamassel werden!

Arno Backhaus
(1997, Lache, und die Welt lacht mit dir! Schnarche, und du schläfst allein!, Seite 56+57, ISBN 3870676752)

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"Nichts in unserem Leben ist so einfach, dass wir nicht imstande wären, es kompliziert zu machen."

Ernst Ferstl (*1955, Dichter und Aphoristiker, Hauptschullehrer in Krumbach Österreich,
Zitatsammlung:
http://de.wikiquote.org/wiki/Ernst_Ferstl)

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"Was ist Lieben? Bevor ich darüber nachdachte, wusste ich es noch."

Dr. phil. Arnold Stadlers (Mai 2007, Schriftsteller, Komm, gehen wir. Fischer 2007)

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"Liebe darf aber auch nicht erdrückend sein. Es sei denn, der Bernhardiner will auf den Schoss."

Unbekannter Autor?

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"Eine ältere Frau kommt zum Rabbi und sagt, sie wolle sich scheiden lassen. Ihr Mann erfülle seine ehelichen Pflichten nicht und lasse sich kaum noch zu Hause blicken. "Du hast Recht, gute Frau", sagt der Rabbi, "so geht es nicht."

Eine Stunde später kommt der Mann der Frau zum Rabbi und sagt, er wolle sich scheiden lassen. Seine Frau kümmere sich nicht um ihn und lasse das Haus verkommen. "Du hast Recht, guter Mann", sagt der Rabbi, "so geht es nicht."

Die Frau des Rabbiners hat alles mitbekommen. "Du kannst nicht beiden Recht geben", sagt sie. "Du hast Recht gute Frau", sagt der Rabbi, "das geht nicht."

Henryk M. Broder (24.10.2007, Der Tagesspiegel)

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Erzählt der Pastor der Baptistengemeinde in einem kleinen Dorf: "In unserem Dorf gab es zwei Gemeinden: Eine Baptistenkirche und eine Methodistenkirche. Aber dann hat der Wind der Einigkeit über uns geweht, und wir haben uns vereinigt."

"Also gibt es jetzt nur noch eine Kirche in deinem Dorf?" "Nein", sagt der Pastor. "Jetzt gibt es drei: Eine Baptistengemeinde, eine Methodistenkirche und eine Vereinigte."

Unbekannter Autor?

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Wie viele Atheisten braucht man, um eine Glühbirne auszuwechseln?

Keinen: Weil Atheisten die Glühbirne im Dunkeln nicht sehen können, glauben sie nicht an ihre Existenz.

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Wie viele Christen braucht es, um eine Glühbirne zu wechseln?

Charismatiker: Nur einen. Die Hände hat er schon oben.

Historisch-kritische Fraktion: Unterschiedliche Expertenkommissionen versuchen das genaue Herstellungsdatum der Glühbirne zu datieren, sowie deren Vor- und Entstehungsgeschichte. Bei der Bestimmung des historischen Kontextes, sowie deren situative Einbindung, zeichnen sich erste Spannungen ab. Neuere Forschungsergebnisse müssen abgewartet werden. Bis dahin erklärt man Dunkelheit zum Standard.

Katholiken: Keinen - Kerzen genügen.

Evangelisch: Wir ziehen es vor, weder für noch gegen Glühbirnen Stellung zu nehmen. Wenn Sie aber auf Ihrem eigenen Weg zu einem gelingenden Leben erkannt haben, dass Glühbirnen für Sie hilfreich sind, ist das okay. Ob Ihr Licht hell, schummrig oder völlig ausgebrannt ist - Sie sind von Gott geliebt. Sie können ein helles Licht sein, oder ein anderes, oder keines. Sie sind eingeladen, für den nächsten Sonntagsgottesdienst ein Gedicht zu verfassen oder einen modernen Tanz über ihre Glühbirne zu gestalten. In diesem Gottesdienst werden wir verschiedene Glühbirnentraditionen betrachten.

Lutheraner: Sechs. Eine Frau ersetzt die Glühbirne, während fünf Männer die Beleuchtungsgrundsätze der Kirche erörtern und wie man die Glühbirne anders hätte wechseln können.

Pietisten: Zwei. Einer ruft den Elektriker und einer schildert die Vorzüge der alten Glühbirne.

Calvinisten: Keinen. Das Licht geht zu vorbestimmten Zeiten an und aus.

Baptisten: Mindestens 15. Eine Person, um die Birne auszuwechseln, und drei Komitees, die über den Wechsel befinden und entscheiden, wer den Kartoffelsalat bringt.

Brüdergemeinden: Wir verwenden keine Glühbirnen, weil diese im Neuen Testament offenbar nicht vorkommen.

Mennoniten: Was ist eine Glühbirne?

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