Diskussion: Freikirchen im Nationalsozialismus


Beiträge zum Thema christlicher Fundamentalismus

 

 

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Datei:Bundesarchiv Bild 137-004055, Eger, Besuch Adolf Hitlers.jpg

Oktober 1938, Adolf Hitler, Sudetenland, Bundesarchiv Bild 137-004055

 


"Auf meinen vielen Reisen kreuz und quer durch Deutschland stoße ich in allen ernstchristlichen Kreisen beständig auf folgenden Tatbestand: Man steht mit ganzer, freudiger Hingabe zu und hinter Adolf Hitler und bekennt sich zum nationalsozialistischen Staat."

Friedrich Heitmüller (Februar 1934, Prediger und Evangelist, 1933 Mitglied der NSDAP und der "Deutschen Christen", stellvertretender Vorsitzender des Gnadauer Verbandes, Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, ab 1954 Präsident des internationalen Bundes freier evangelischer Gemeinden, Friedrich Heitmüller: Sieben Reden eines Christen und Nationalsozialisten, Hamburg 1934, S. 5)

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"Zwar liegen liegen viele Forschungen zum Verhalten der Landeskirchen während der NS-Zeit vor, jedoch kaum zu den Freikirchen."

Ulrike Heitmüller (Oktober 2010, Mein Großvater, der Antisemit: Prediger Friedrich Heitmüller. In: Wolfgang Benz (Hg) 2010, Jahrbuch für Antisemitismusforschung Band 19, Metropol Berlin, S. 178-179)

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"Insgesamt muss man ... den Eindruck gewinnen, dass die Mehrzahl der verantwortlichen Freikirchler in Deutschland politisch blind war und durch eine partielle Sympathie die kritische Distanz zum „Führer" und seinen Vasallen verloren hat. Keiner wagte einen offenen, heftigen Protest als Weck- und Mahnruf."

Pastor Karl Heinz Voigt (Januar 2004, evangelischer Kirchenhistoriker und Pastor der evangelisch-methodistischen Kirche, Vizepräsidenten der World Methodist Society, Freikirchen in Deutschland (19. und 20. Jahrhundert). Evangelische Verlags-Anstalt, Leipzig 2004, Reihe Kirchengeschichte in Einzeldarstellungen III/6, S. 164)

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Deutsche Evangelische Allianz (DEA), Sitz Bad Blankenburg

 


"Während des Nationalsozialismus fand auch die Evangelische Allianz in Deutschland keinen Anlass oder Mut zu Widerspruch. […] Ihr Verhältnis zu Barmen 1934 und zur Bekennenden Kirche ist bisher nicht aufgearbeitet. In einem 1946 veröffentlichten Wort Hundert Jahre Evangelische Allianz wird kurz formuliert:

"Auch darüber beugen wir uns, dass wir in den hinter uns liegenden Jahren nicht immer sofort den Irrtum jener Zeit erkannt und ihm ein klares, mutiges Bekenntnis entgegengesetzt haben." Gesamttext in: Karl Heinz Voigt, Schuld und Versagen der Freikirchen im "Dritten Reich". Aufarbeitungsprozesse seit 1945. Frankfurt/M., 2005, 97 f."

Pastor Karl Heinz Voigt (September 2008, Die Methodisten, die Gemeinschaftsbewegung und die Evangelische Allianz, Edition Ruprecht Göttingen, Aufl. September 2008, S. 246, u. Fußnote 105, S. 246)

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"1945 bekannte der deutsche Zweig der Evangelischen Allianz "Wir sind den Mächten des Unglaubens [...] nicht stark genug entgegengetreten [...]". Die freikirchlichen Mitverantwortlichen in der Leitung waren, wie in den eigenen Kirchen, nicht mutig und ihr Bekenntnis vor 1945 nicht stark genug. [...]

Es bleibt unbestreitbar, dass die Evangelische Allianz in vorökumenischer Zeit eine wichtige Rolle für die einzelnen freikirchlichen Gemeinden und ihre Leitungen gespielt hat. [...] Was heute für viele Christen ökumenische Gesinnung bedeutet, wurde damals als „Allianzgesinnung" bezeichnet. Die Evangelische Allianz hat der Ökumene in Deutschland den Boden bereitet."

Pastor Karl Heinz Voigt (Januar 2004, Freikirchen in Deutschland (19. und 20. Jahrhundert). Evangelische Verlags-Anstalt, Leipzig 2004, Reihe Kirchengeschichte in Einzeldarstellungen III/6, S. 126-127)

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2009, Pastor Karl Heinz Voigt, www.emk-del.de

 


"Gustav Friedrich Nagel hat 22 Jahre hindurch als Redakteur des Evangelischen Allianzblattes, als erster Vorsitzender des Deutschen Zweiges und als Mitglied des Blankenburger Allianzkomitees in bewegten und schwierigen Zeiten das Geschick der Evangelischen Allianz an vorderster Front entscheidend mitgeprägt. [S. 214] [...]

Wie viele andere öffnete sich Nagel den nationalistischen Gedanken von deutschem Volkstum mit deren Blut-und-Boden-Theorie. Er verband seine antidemokratischen, national-konservativen Überzeugungen mit biblischer Eschatologie und geriet damit unversehens in nationalsozialistisches Fahrwasser. [S. 212] [...]

Im Ev. Allianzblatt waren so unglaubliche Sätze zu lesen, wie: „Die Juden berauben das Volk aber nicht nur der materiellen, sondern auch der geistigen und sittlichen Güter." Oder: „Nach Sach. 13,7-9 werden zwei Drittel der Juden ausgerottet... Das Reformjudentum wird also von den Zorngerichten Gottes in der Endzeit verzehrt werden." Und in Voraussehung der sich anbahnenden Vernichtung jüdischer Mitmenschen durch die Nationalsozialisten kam man zu der schrecklichen Behauptung: „Die Judenverfolgung fördert die Erfüllung der Propheten, und alles wird geschehen, wie es das Wort Gottes verkündigt hat."

Man kann aufgrund solcher erschütternden Sätze ziemlich leicht vermuten, mit welcher Einstellung oder sogar Bejahung Nagel und Teile der Evangelischen Allianz die Judenverfolgung im Dritten Reich begleiteten.

Am Anfang dieser stand die Identifikation mit antisemitischen Äußerungen Adolph Stoeckers (1835-1909). Sie setzte sich fort mit der umstrittenen Streichung des Fürbittegebetes für Israel aus dem Programm der Allianzgebetswoche, obwohl man an der Judenmission festhalten wollte. Und sie gipfelte in der Behauptung, der Antichrist werde ein Jude sein." [S. 213]

Pastor Hartmut Weyel (April 2010, Gustav Friedrich Nagel (1868–1944). Biografische Porträts aus der Geschichte und Vorgeschichte Freier evangelischer Gemeinden. In: Wolfgang Heinrichs, Michael Schröder, Hartmut Weyel (Hrsg.): Zukunft braucht Herkunft. Band II, SCM Bundes-Verlag Witten 2010, ISBN 978-3-933660-03-9, S. 212-214]

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"Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herren."

Adolf Hitler (Juli 1925, Mein Kampf, München Aufl. 1933, S. 69 f.)

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Adolf Hitler (5. September 1934)

 


"Im Jahr 1924 übernahm Nagel [Gustav Friedrich Nagel, 1868 - 1944, Theologe des Bundes Freier evangelischer Gemeinden] den zweiten Vorsitz und 1926 den ersten Vorsitzen der Evangelischen Allianz in Deutschland. Schon 1918 hatte er die Schriftleitung des „Evangelischen Allianzblattes“ übernommen "

(Stand Mai 2011, http://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Friedrich_Nagel)

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"Als Hitler die Macht ergriff, schwieg man im Evangelischen Allianzblatt – mehr als in den kirchlichen Blättern – über die bösen Dinge, die geschahen. ... Man wollte sich aus dem Kirchenkampf mit guten Gründen fernhalten"

Prof. Dr. Erich Beyreuther (1969, Prof. f. Kirchengeschichte Uni Erlangen u. Uni München, Der Weg der Evangelischen Allianz in Deutschland, R. Brockhaus Verlag Wuppertal 1969, ISBN 3417245893, S. 94)

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"Flugschrift: Hundert Jahre Evangelische Allianz [Flugblatt anlässlich einer Festveranstaltung der Ev. Allianz im September 1946 in Berlin]  [...]

[Auszug] Das Ev. Allianzblatt hat jahrzehntelang einen gesegneten Dienst getan. Beim Rückblick haben wir für das alles Gottes unverdiente Barmherzigkeit zu preisen und ihm innigen Dank zu sagen. Gott hat das von jenen Männern vor hundert Jahren begonnene Werk der Allianz gesegnet und sein „Ja" dazu gesprochen.
Es gilt aber nicht nur „der Propheten Gräber zu schmücken" (Matth. 23, 29), sondern dieses gesegnete Werk der Ev. Allianz tatkräftig weiterzuführen. Da beugen wir uns tief vor Gott im Blick auf alle Not, die uns bedrückt, und alle äußere und innere Zerrissenheit, die wir schmerzlich empfinden.

Wir bekennen, dass das Zeugnis der Evangelischen Allianz oft nicht klar und geistesmächtig genug gewesen ist. Wir sind den Mächten des Unglaubens in unserem Volk nicht stark und tapfer genug entgegengetreten und haben auch die Bedürfnisse unserer Zeit zu wenig in treuer Fürbitte und heißer Inbrunst vor Gott gebracht. Wir hätten mehr Leucht- und Salzkraft des Evangeliums beweisen müssen.

Auch darüber beugen wir uns, dass wir in den hinter uns liegenden Jahren nicht immer sofort den Irrtum jener Zeit erkannt und ihm ein klares, mutiges Bekenntnis entgegengesetzt haben. Wir sind uns bewusst, dass die Kirche Christi sich hier zu demütigen hat und sich viel entschlossener, geschlossener und verantwortungsbewusster einsetzen muss für die ernsten und großen Aufgaben der Gegenwart. [...]  [Unterzeichnet] Der Deutsche Zweig der Evangelischen Allianz [...]

Das Flugblatt [siehe Textauszug] ist nicht im Ev. Allianzblatt zu finden."

Prof. Dr. Erich Beyreuther (1969, Der Weg der Evangelischen Allianz in Deutschland, R. Brockhaus Verlag Wuppertal 1969, ISBN 3417245893, S. 160-162)

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"Man wird sagen müssen, dass der Weg der Evangelischen Allianz im Dritten Reich nicht nur schwierig, sondern auch schuldhaft war ... als man sich ferner vom Weg der "Bekennenden Kirche" betont absetzte und alle die mied, die infolge ihrer freimütigen Verkündigung des ganzen Ratschlusses Gottes der Bestrafung durch die Gestapo verfallen waren."

Friedrich Heitmüller (1949, Prediger und Evangelist, 1933 Mitglied der NSDAP und der "Deutschen Christen", stellvertretender Vorsitzender des Gnadauer Verbandes, Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, ab 1954 Präsident des internationalen Bundes freier evangelischer Gemeinden FeG, Friedrich Heitmüller: Aus vierzig Jahren Dienst am Evangelium, Bundes-Verlag Witten (Ruhr) 1950, S. 128-129)

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Deutsche Evangelische Allianz (DEA), Sitz Bad Blankenburg

 


"Auf der Weltkirchenkonferenz in Oxford am 22. Juli 1937 erschienen von Deutschland ... Bischof Dr. Melle [Vorsitzender des Blankenburger Komitees d. Ev. Allianz] von der Methodistenkirche und Bundesdirektor Paul Schmidt [1935 - 1959 Bundesdirektor Bund Ev-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland BEFG, 1958 - 1967 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz] für die Baptisten. Sie erhielten ihren Auftrag von der Vereinigung Evangelischer Freikirchen [...]

Bischof Dr. Otto Melle: "Oft wurde ich gefragt: Wie ist denn eure, der Freikirchen, Stellung zum nationalsozialistischen Staat? Darauf kann ich nur antworten, dass die in der Vereinigung evangelischer Freikirchen verbundenen Kirchen dankbar sind für die volle Freiheit der Verkündigung des Evangeliums von Christo und für den Dienst in Evangelisation, Seelsorge, sozialer Fürsorge und Gemeindeaufbau.

Sie haben die nationale Erhebung des deutschen Volkes als eine Tat göttlicher Vorsehung betrachtet ... [Auslassung im Buch von Prof. Dr. Erich Beyreuther: "ihre Gemeinden in den kritischen Tagen des Umbruchs auf die grundlegenden Worte des Apostels Paulus über die Stellung der Christen zum Staat in Römer 13 hingewiesen und sie ersucht, in treuer Fürbitte für die Obrigkeit anzuhalten."]

Mit der Fürbitte (für die Obrigkeit) haben wir den Dank verbunden, dass Gott in seiner Vorsehung einen Führer gesandt hat, dem es gegeben war, die Gefahr des Bolschewismus in Deutschland zu bannen und ein 67-Millionen-Volk vom Abgrund der Verzweiflung, an den es durch Krieg, Vertrag von Versailles und dessen Folgen geführt worden war, zurückzureißen und ihm anstelle der Verzweiflung einen neuen Glauben an seine Sendung und an seine Zukunft zu geben."

Bischof Dr. Otto Melle (22. Juli 1937, 1936-1946 Bischof der Methodistenkirche, Vorsitzender des Blankenburger Komitees d. Ev. Allianz, Rede als Vertreter der Vereinigung evangelischer Freikirchen vor dem Plenum der ökumenischen Weltkirchenkonferenz in Oxford 1937, Der Weg der Evangelischen Allianz in Deutschland, R. Brockhaus Verlag Wuppertal 1969, ISBN 3417245893, S. 100)

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September 1937, Reichsparteitag der NSdAP, Zeppelin-Feld Nürnberg


 

"Ganz offen ließ sich Paul Schmidt [1935 - 1959 Bundesdirektor Bund Ev-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland BEFG, 1958 - 1967 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianzzusammen mit dem Methodisten Melle [Vorsitzender des Blankenburger Komitees d. Ev. Allianz] 1937 auf der ökumenischen Weltkonferenz in Oxford [siehe Beitrag oben] vom NS-Staat instrumentalisieren, indem man erklärte, dass in Deutschland Religionsfreiheit herrsche und man ungehindert das Evangelium verkündigen könne.

Dies stieß vor allem in Kreisen der Bekennenden Kirche auf Empörung, da man hier besonders den Repressionen des Staates ausgesetzt war. Dieser Anpassungskurs wurde bis zum Ende des Krieges fortgesetzt."

Dr. Andreas Liese (2009, Die Geschichte der Baptisten in Deutschland, 1933 - 1945: Die Baptisten im Dritten Reich, 175 Jahre Baptisten in Deutschland, www.baptisten-nuertingen.de)

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Bischof  Dr. Otto Melle (1875 - 1947)
1936 - 1946   Bischof der Methodistenkirche
Vorsitz Blankenburger Komitees (Ev.Allianz)
Präsident Vereinigung Ev. Freikirchen (VEF)

 


"Der Führer ist tief religiös, aber ganz antichristlich."

Dr. Joseph Goebbels (29. Dezember 1939, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Ralf Georg Reuth, Joseph Goebbels Tagebücher, München 1992)

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"Jedes Wort, das aus Hitlers Munde kommt, ist Lüge: Wenn er Frieden sagt, meint er den Krieg, und wenn er in frevelhaftester Weise den Namen des Allmächtigen nennt, meint er die Macht des Bösen, den gefallenen Engel, den Satan."

Hans und Sophie Scholl / Die Weiße Rose (Juli 1942, Widerstandsgruppe in München während der Zeit des Nationalsozialismus, Flugblatt IV, in: Rainer Bucher: Hitlers Theologie. Echter Verlag, Würzburg 2008, S. 124)

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"Es ist erschreckend, dass Christen nicht erkannten, dass Hitlers Gott ein völlig anderer als der christliche Gott war"

so Schirrmacher bei der Vorstellung seines Buches [Thomas Schirrmacher. Hitlers Kriegsreligion. Die Verankerung der Weltanschauung Hitlers in seiner religiösen Begrifflichkeit und seinem Gottesbild. 2 Bände. VKW: Bonn, 2007]. Besonders die ‚Frommen im Lande‘ seien wegen ihrer angeblichen politischen Abstinenz nicht nur auf Hitlers politische Parolen hereingefallen, sondern letztlich auf eine alternative Religion.
 
Hitler habe viel vom Schöpfer gesprochen, der das Naturgesetz des Rassenkampfes geschaffen habe, nie aber vom Gott der Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Jesus erscheine zwar oft als das große Vorbild im Hass gegen die Juden, nie aber als Begründer der christlichen Botschaft oder als Gottes Sohn."

Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas Schirrmacher / Bonner Querschnitte (28. Juni 2007, Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Im Dritten Reich saßen die Christen einer Konkurrenzreligion auf, Bonner Querschnitte 09b/2007 Ausgabe 38b)

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"Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists"

1. Johannes 4, 2-3 

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"Wie haben mich die Augen meiner Jungens damals oft angeleuchtet, wenn ich ihnen die Notwendigkeit ihrer Mission auseinandersetzte, ihnen immer und immer wieder versicherte, dass alle Weisheit auf dieser Erde erfolglos bleibt, wenn nicht die Kraft in ihre Dienste tritt, sie beschirmt und schützt, dass die milde Göttin des Friedens nur an der Seite des Kriegsgottes wandeln kann, und dass jegliche große Tat dieses Friedens des Schutzes und der Hilfe der Kraft bedarf! [S. 334]

Bis dass das Angstgebet unserer heutigen Vereinspatrioten "Herr, mach uns frei!" sich in dem Gehirn des kleinsten Jungen verwandelt zur glühenden Bitte: "Allmächtiger Gott, segne dereinst unsere Waffen; sei so gerecht, wie du es immer warst; urteile jetzt, ob wir die Freiheit nun verdienen; Herr, segne unseren Kampf!" [S. 426]

Adolf Hitler (Juli 1925, Mein Kampf, München Aufl. 1933, Seite 334 u. 426)

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Amt für Presse und Propaganda (Hg.): Unsere Feiern, 1944

 


"Zur rechten Zeit hat Gott uns in Adolf Hitler den Führer gegeben, der unser Volk aus seiner tiefen Erniedrigung herausgeführt hat ... Ich danke Gott, dass ich diesen Aufstieg Deutschlands aus tiefster Schmach noch habe erleben dürfen." [Textpassagen der Seiten 387 - 388 wurden in späteren Auflagen entfernt]

Pfarrer Ernst Modersohn (1939, Leitung des Thüringischen Gemeinschaftsbundes u. Allianzhauses der deutschen Evangelischen Allianz in Bad Blankenburg, Vorstandsmitglied des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, des Jugendbundes für entschiedenes Christentum und des Gemeinschafts-Diakonieverbandes, Mitbegründer des Pfarrergebetbundes, Er führet mich auf rechter Straße, Harfe-Verlag Bad Blankenburg, 3. Auflage 1940, S. 387-388)

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"1940 blockierte die Gestapo seine Wirksamkeit. Zwar hatte Modersohn dem Dritten Reich den verlangten Tribut gebracht. Er druckte zu Hitlers Geburtstag 1938 dessen Foto mit der Überschrift »Gott segne unsern Führer!« auf die Titelseite von »Heilig dem Herrn«. In seinen Lebenserinnerungen »Er führet mich auf rechter Straße« (2. Auflage 1940) schrieb er: »Zur rechten Zeit hat Gott uns in Adolf Hitler den Führer gegeben, der unser Volk aus seiner tiefsten Erniedrigung herausgeführt hat.«

Andererseits hatte er genügend Klarsicht, um die Abwärtsentwicklung im Dritten Reich zu erkennen. Manches, was in den Nervenkliniken geschah, wusste er. Auch ahnte er etwas von dem Geschehen in Buchenwald."

Werner Beyer (1995, 1989 - 2001 Direktor Gnadauer Theologisches Seminar Falkenberg, Hrsg.: Einheit in der Vielfalt. Aus 150 Jahren Evangelischer Allianz. Brockhaus, Wuppertal; Zürich 1995, S. 114)

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1939, Pfarrer Ernst Modersohn


 

"Karl Heinz Knöppel, Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, benannte in einer biblischen Besinnung zur »Reichskristallnacht« 1938 den Rassismus als »widergöttliche und widerliche Blüte menschlichen Hochmutes«, der »Überzeugungstäter und üble Aktivisten« gehabt habe, aber auch »Eingeschüchterte und Ängstliche«, die das Unrecht nicht gewollt, aber »sich doch für den Vorteil des Augenblicks« entschieden hätten.

Er schäme sich, weil dies in Deutschland möglich war, und fragte: »Wer in der Gemeinde Jesu würde sich nicht mitschämen, wenn wir an das Versagen der Gemeinde erinnert werden?« [Der Gärtner, 5. November (1978), 707 f.] [...]

Knöppels Nachfolger im Amt, Peter Strauch [1991 bis 2007 Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland FeG], äußerte sich »im Auftrag der Bundesleitung« zur Schuld der FeG im »Dritten Reich« mit den Worten:

Wir als Freie evangelische Gemeinden haben während des Hitler-Regimes versagt. Politische Abstinenz, ein falsches Obrigkeitsverständnis und sicher auch Angst haben uns schweigen lassen. [...] Wie viele Juden und andere Menschen wurden bestialisch ermordet. [... Als] Männer und Frauen, deren Leben Christus gehört, [...] hätten wir gegen das Unrecht aufstehen müssen. Wir haben es nicht getan. Wir haben gesündigt und sind schuldig. Ohne dieses Eingeständnis, ohne dieses Bekenntnis gibt es keine Vergebung." [Christsein heute, 7. Mai (1995) Nr. 10, 8 f.]

Pastor Hartmut Weyel  (Januar 2011, Die Freien evangelischen Gemeinden und die »Judenfrage« im Nationalsozialismus in: Daniel Heinz (Hg.), Freikirchen und Juden im »Dritten Reich«. Instrumentalisierte Heilsgeschichte, antisemitische Vorurteile und verdrängte Schuld, Kirche – Konfession – Religion, Band 54, V&R unipress Göttingen, Aufl. 2011, S. 212 - 213)

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FeG Bund freier evangelischer Gemeinden

 


"Innerhalb des Bundes Freier evangelischer Gemeinden gab es um das Bekennen von Schuld längere Auseinandersetzungen. Ihr Verlauf ist gut dokumentiert. [Ritter, Zwischen 1945 und 1995 - Teil I., a. a. O.] In einer Debatte um die Schuldfrage am 28. Mai 1948 setzte sich Friedrich Heitmüller als ein Verfechter eines Schuldbekenntnisses mit Heinrich Wiesemann auseinander"

Pastor Karl Heinz Voigt (Januar 2004, evangelischer Kirchenhistoriker, Freikirchen in Deutschland (19. und 20. Jahrhundert). Evangelische Verlags-Anstalt, Leipzig 2004, Reihe Kirchengeschichte in Einzeldarstellungen III/6, S. 192)

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"Im Blick auf meinen Weg spreche ich mich nicht frei von Schuld. Das Gegenteil ist der Fall [...] Ich bekenne mich persönlich, meine Gemeinde, unsere Freikirchen und darüber hinaus unser ganzes Volk schuldig. [... ]

Wir Freikirchen sind, von Ausnahmen abgesehen, unseren Weg der Bejahung und der Unterstützung des Nationalsozialismus auch dann noch gegangen, als es bereits in voller Deutlichkeit am Tage lag, dass er eine von satanisch-dämonischen Geistes- und Geistermächten getragene und erfüllte Bewegung war. [...]

Auch unser Bund der Freien evangelischen Gemeinden ging einen falschen Weg. [... ] Es ist allerhöchste Zeit, dass wir ein neues evangelisches Verständnis von Rom 13 und den anderen diesbezüglichen Schriftstellen gewinnen. [...] Unsere Fehlrechnung von 1933 bis 1945 enthält eine erschreckende Zahl von Schuldposten [... ]

Wohl antworten viele oder die meisten, sie hätten von allem nichts gewusst. [...] Aber seien wir ehrlich! Dass es KZ gab, wusste jeder. [...] Dass Schwachsinnige systematisch ermordet wurden, konnte uns gleichfalls nicht entgehen, und dass Gotteshäuser brannten und Geschäfte geplündert wurden, haben wir doch mit eigenen Augen gesehen. Wir wussten auch, dass Menschen um ihres Glaubens willen verfolgt und eingesperrt wurden. [... ]

Es ist und bleibt meine tiefe Überzeugung, dass alle Prediger des Evangeliums ins Konzentrationslager gesperrt worden oder aber in sonstige schwere Konflikte mit der Gestapo geraten wären, wenn sie getan hätten, was ihnen befohlen war, d.h. wenn sie nicht beharrlich geschwiegen bzw. nicht nur hinter verschlossenen Türen Stellung genommen hätten zu der Lästerung Gottes und Christi, dem Angriff auf die Bibel und auf die Gemeinde Jesu und der Misshandlung des jüdischen Volks, und wenn sie den antichristlichen Forderungen der staatlichen und parteiamtlichen Behörden und Dienststellen mit Berufung auf Gott und ihre wissensmäßige Bindung an ihn in mutigem Protest das Nein des Glaubens entgegengestellt hätten. Hier liegt unsere Schuld."

Friedrich Heitmüller (ab 1954 Präsident des internationalen Bundes freier evangelischer Gemeinden FeG, Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, Heinz-Adolf Ritter, »Zur Geschichte der Freien evangelischen Gemeinden zwischen 1945 und 1995 - Teil I«, in: Christsein heute forum (1996) Nr. 94/95, 10 ff. u. Daniel Heinz (Hg.), Freikirchen und Juden im »Dritten Reich«. Instrumentalisierte Heilsgeschichte, antisemitische Vorurteile und verdrängte Schuld, Kirche – Konfession – Religion, Band 54, V&R unipress Göttingen, Aufl. 2011, S. 212)

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1954  FeG Präsident  Friedrich Heitmüller

 


"Mein Großvater, der Antisemit [...] Heitmüller war erst Gegner, dann Anhänger und schließlich Verfolgter der Nationalsozialisten. ... Sein Antisemitismus ist fast vergessen. [...]

Friedrich Heitmüller erklärte öffentlich, dass in seinem Krankenhaus [Kranken- und Diakonissenhaus Elim, Hamburg] kein jüdischer Arzt arbeiten dürfe."

Ulrike Heitmüller (Oktober 2010, Mein Großvater, der Antisemit: Prediger Friedrich Heitmüller. In: Wolfgang Benz (Hg) 2010, Jahrbuch für Antisemitismusforschung Band 19, Metropol Berlin, S. 178 f., 183)

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Juden sind in Behringersdorf nicht erwünscht, Photographie: Otto Schönstein
Behringersdorf, 1933, DHM, Berlin, Schönstein 2506

 


"Wir haben es am Anfang des Jahres 1927 für nötig gehalten und gewagt, unser Krankenhaus [Kranken- und Diakonissenhaus Elim, Hamburg] für jüdische Ärzte zu sperren. [... ] Wir kämpften um des Christen- und Deutschtums willen gegen die zersetzenden Einflüsse des gottlosen Reformjudentums nicht nur mit billigen Worten, sondern auch mit folgenschweren Maßnahmen."

Friedrich Heitmüller (1934, Prediger und Evangelist, 1933 Mitglied der NSDAP und der "Deutschen Christen", stellvertretender Vorsitzender des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, ab 1954 Präsident des internationalen Bundes freier evangelischer Gemeinden FeG, Friedrich Heitmüller, Die Christliche Gemeinschaft Hamburg, Hamburg 1934, S. 9 in: 2011, Daniel Heinz (Hg.), Freikirchen und Juden im »Dritten Reich«. Instrumentalisierte Heilsgeschichte, antisemitische Vorurteile und verdrängte Schuld, Kirche – Konfession – Religion, Band 54, V&R unipress Göttingen, Aufl. 2011, ISBN 978-3-89971-690-0, S. 187)

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Demütigung der 31-jährigen Martha V. aus Altenburg,
7.2.1941, Thüringisches Staatsarchiv Altenburg

 


"Den Christen möchte ich das Grundsätzliche im Nationalsozialismus deutlich machen, um sie aus ihrer Reserve zu herauszulocken und sie in die freudige Mitarbeit am Dritten Reich zu führen. [...] Ohne die stille, freudige Mitarbeit der "Stillen im Lande" wäre das hoffnungsvolle Werk  Adolf Hitlers in Frage gestellt. [S. 6] [...]

Diejenigen Leser, die sich mit den einzelnen Fragen und Gegenständen, die ich in meinen Reden anspreche, eingehender beschäftigen wollen, verweise ich auf die von mir dankbar benutzen Quellen. Es sind folgende: Adolf Hitler: Mein Kampf. Engelbert Huber: Das ist Nationalsozialismus. Hans Hofer: Die Weltanschauungen der Neuzeit. Gerhard Kittel: Die Judenfrage. [S. 7] [...]

Mit dem Durchbruch der nationalsozialistischen Revolution sind Staat und Volk grundsätzlich auf die "unerschütterlichen Fundamente des Christentums" gestellt worden. Denn der nationalsozialistische Staat steht grundsätzlich auf dem Boden des positiven Christentums" [S. 39] [...]

Friedrich Heitmüller (Februar 1934, Prediger und Evangelist, 1933 Mitglied der NSDAP und der "Deutschen Christen", stellvertretender Vorsitzender des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, ab 1954 Präsident des internationalen Bundes freier evangelischer Gemeinden FeG, Friedrich Heitmüller: Sieben Reden eines Christen und Nationalsozialisten, Hamburg Selbstverl. 1934)

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Friedrich Heitmüller, Antisemitische Hetzschrift, Febr.1934
Stellvertr. Vorsitzender d. Gnadauer Gemeinschaftsverband
1954 Präsident  Bund freier evangelischer Gemeinden FeG
Mitglied Hauptvorstand d. Deutschen Evangelischen Allianz

 


"Der zersetzende Einfluss der Juden in der Welt war und ist immer noch auf allen Lebens- und Kulturgebieten katastrophal. [S. 68]
Die Judenfrage ist zunächst eine Rassenfrage und dann eine Religionsfrage. [...] Der große Geschichtsforscher und Politiker Heinrich von Treitschke hat darum in völliger Übereinstimmung mit dem Wort Gottes recht, wenn er sagt: "Die Juden sind unser Unglück" [...] Rassenmischung ist und bleibt Verletzung einer göttlichen Erhaltungsordnung [S. 67-68] [...]

Die Lösung der Judenfrage ist gegenwärtig nur möglich auf dem Weg der Zurückdrängung des Judentums [...] Ein jüdischer Minister des deutschen Reiches oder des Freistaates Sachsen, ein jüdischer Polizeipräsident in Berlin, ein jüdischer Richter in Hamburg, ein jüdischer Oberlehrer oder Professor an einer deutschen Schule oder Universität usw. - das alles sind glatte Unmöglichkeiten für den, der begriffen hat, dass das jüdische Volk nicht nur eine andere Religion, sondern auch eine andere Rasse hat. [ S. 70] [...]

Weil ein Nationalsozialist das weiß, darum fordert er die Scheidung und Reinigung des deutschen Blutes von dem Blute anderer Rassen. Und indem er das fordert, ist es sich dessen bewusst, dass er zurückstrebt zu einer "Erhaltungsordnung" des Gottes, der nicht nur der Schöpfer des einzelnen Menschen, sondern auch des Volkes und der Völker ist.
Auch der entschiedene christliche Nationalsozialist - und er erst recht! - fordert diese Rückkehr zu göttlicher Ordnung und damit zur bestmöglichen Reinigung des deutschen Blutes [...]

Auch die Rassenhygiene (= Gesundheitspflege der Rasse) und damit die Kastrierung (= Entmannung) der Sittlichkeitsverbrecher und die Sterilisierung (= Unfruchtbarmachung) aller Minderwertigen: der Verbrecher, Geisteskranken, Schwachsinnigen und Psychopathen." [S. 83]

Friedrich Heitmüller (Februar 1934, Prediger und Evangelist, 1933 Mitglied der NSDAP und der "Deutschen Christen", stellvertretender Vorsitzender des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz, ab 1954 Präsident des internationalen Bundes freier evangelischer Gemeinden FeG, Friedrich Heitmüller: Sieben Reden eines Christen und Nationalsozialisten, Hamburg Selbstverl. 1934)

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"Selektion" ungarischer Juden an der Rampe von Auschwitz, Mai 1944, DHM, Berlin, F 62/368

 


"Die Neugestaltung des gesamten Staats- und Volkslebens im Dritten Reich überwindet die bisherige Form der Jugendarbeit. Wir erkennen die einheitliche staatspolitische Erziehung der deutschen Jugend durch den nationalsozialistischen Staat und die Hitlerjugend als Trägerin der Staatsidee an […]

Im Hinblick darauf lösen wir mit dem 10. Februar den Jugendbund der deutschen Baptistengemeinden mit all seinen Gliederungen auf. Wir stellen es unseren jugendlichen Mitgliedern anheim, sich in das Jungvolk, in die Hitlerjugend und den Bund deutscher Mädel einzugliedern."

Bundesdirektor Paul Schmidt (1934, 1958 bis 1967 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz, 1935 - 1959 Bundesdirektor Bund Ev-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland BEFG, Leiter des Baptistischen Jugendbund BJB, Der Wahrheitszeuge 56, S. 59, Herausgeber: Bund der Baptistengemeinden, Kassel 1928–1939, Kösling, Baptisten, S. 233)

Diskussion

 

Hitler zeichnet HJ-Mitglieder des »Volkssturms« aus, Franz Gayk, Berlin, 20.3.1945

 


"Um weiter seine Loyalität unter Beweis zu stellen, bekundete man seine Zustimmung zum NS-Staat öffentlich. So gratulierten die beiden Vorsitzenden der VEF [Vereinigung Evangelischer Freikirchen] – Melle [1936 - 1946 Bischof der Methodistenkirche, Vorsitzender des Blankenburger Komitees] und Paul Schmidt [1935 - 1959 Bundesdirektor Bund Ev-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland BEFG, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz von 1958 - 1967] – Hitler zu seinen Siegen im Krieg gegen die Sowjetunion.

Besonders deplatziert wirkt heute ihre Glückwunschadresse an Hitler nach dem misslungenen Attentat vom 20. Juli 1944. Es gelang dem BEFG [Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland], seine Existenz bis zum Ende des Krieges zu sichern – allerdings um den Preis einer mehr oder minder großen Anpassung an den NS-Staat."

Dr. Andreas Liese (2007, Kleine Religionsgemeinschaften zwischen Widerstand und Anpassung: Baptisten und Brüderbewegung, S. 9, www.bruederbewegung.de, vgl. Strübind, Freikirche, S. 305 u. S. 308, vgl. Selbstbehauptung und Opposition. Kirche als Ort des Widerstandes gegen staatliche Diktatur, hrsg. von Wolfgang Benz, Perspektiven und Horizonte 1, Berlin Metropol 2003)

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1943, Warschau (links), E. Schmidt (5 Jahre, rechts) Mord durch Dr. Mengeles Experimente in Auschwitz

 


Glückwunschtelegramm der VEF [Vereinigung Evangelischer Freikirchen] an Adolf Hitler zur Rettung vom Attentat des 20. Juli 1944:

"Zur Rettung vor ruchlosem Attentat senden mit inniger Freude, Dank gegen Gott und der Versicherung weiterer Fürbitte herzlichste Glückwünsche namens der Vereinigung evangelischer Freikirchen."

Bundesdirektor Paul Schmidt u. Bischof Dr. Otto Melle (20. Juli 1944, Amtsblatt des BEFG 8/44 v. 10. August 1944, Gieske, Uwe A., Die unheilige Trias. Nation – Staat – Militär. Baptisten und andere Christen im Hitlerismus, Berlin 1999, S. 78)

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1963, Bundesdirektor Paul Schmidt (1888 - 1970) (links im Bild)
1929 - 1959 Vorstandsmitglied Vereinigung Evangelischer Freikirchen VEF
1935 - 1959 Bundesdirektor Bund Ev-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland BEFG
1958 - 1967 Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz
1961 - 1967 Vorsitz der Europäischen Evangelischen Allianz

 


"Vom damaligen Bundeshaus hat Paul Schmidt [1935 - 1959 Bundesdirektor Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland BEFG] Johannes Brückner empfohlen, sich von seiner [judenchristlichen] Ehefrau zu trennen, um so allen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Diese Lösung konnte Johannes Brückner aus ethischen Gründen als Pastor und gläubiger Christ nicht annehmen.“ [...]

In Chemnitz wird Prediger Brückner in einem offenen Brief von einem Gemeindeglied 1933 wegen „nichtarischer Abstammung [seiner Frau], judenfreundlicher Gesinnung, politischer Meinungs-verschiedenheiten“ angeklagt und beim Sächsischen Ministerium angezeigt"

Pastor Roland Fleischer (15. Oktober 2009, Judenchristliche Mitglieder in Baptistengemeinden im „Dritten Reich“, Katharina Elsa Brückner, geb. Bick, S. 161, aus Hans-Joachim Leisten, Wie alle anderen auch. Baptistengemeinden im Dritten Reich im Spiegel ihrer Festschriften, WDL-Verlag Hamburg 2010, ISBN 9783866821378)

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Konzentrationslager Auschwitz

Januar 1945, Konzentrationslager Auschwitz nach der Befreiung 

 


"Ein düsteres Kapitel stellt das Verhalten der Baptisten gegenüber der Judenverfolgung dar. So bezog der Baptistenbund [Bundesdirektor Paul Schmidt] beispielsweise keine Stellung zum Novemberpogrom 1938. Über organisierte Hilfsmaßnahmen des Bundes für verfolgte Juden ist nichts bekannt.

Christen jüdischer Herkunft erfuhren in einzelnen Fällen Unterstützung, vielfach wurden sie aber in den Gemeinden ausgegrenzt, so beispielsweise Joseph Haimos in der Baptistengemeinde in München; er kam 1943 in Auschwitz um. Erst 1997 wurde diese Schuld in einer Handreichung des BEFG explizit benannt."

Dr. Andreas Liese (2009, Die Geschichte der Baptisten in Deutschland, 1933 - 1945: Die Baptisten im Dritten Reich, 175 Jahre Baptisten in Deutschland, www.baptisten-nuertingen.de)

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Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG)

 


"Am 13. April 1937 wurden die „geschlossenen“ Brüdergemeinden von den Nationalsozialisten verboten, da man ihnen aufgrund ihrer starken Betonung der Absonderung von der Welt eine staatsfeindliche (und damit antinationalsozialistische) Haltung unterstellte (was auf die meisten aber nicht zutraf).

Bereits im Mai 1937 konnte sich der größte Teil der „geschlossenen Brüder“ mit Erlaubnis der Behörden als Bund freikirchlicher Christen (BfC) neu organisieren. Diesem Bund, zu dessen Statuten ausdrücklich das Bekenntnis zum nationalsozialistischen Staat gehörte, traten im November 1937 auch die „offenen Brüder“ bei. 1942 vereinigte sich der BfC mit dem Bund der Baptisten zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG)."

(Stand Februar 2011, http://de.wikipedia.org/wiki/Brüderbewegung)

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"Es dürfen nur solche Christen aufgenommen werden [im Bund freikirchlicher Christen BfC, siehe oben], die staatsbejahend sind. Staatsbejahung ist nicht die Haltung, die zwar nichts gegen den Staat unternimmt, aber ihm doch mit mehr oder weniger Gleichgültigkeit gegenübersteht."

Dr. jur. Hans Becker (30. Mai 1937, 1937 – 1942 Reichsbeauftragter des Bund freikirchlicher Christen u. 1942 - 1963 2. Vorsitzende des Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, Sandra Zimmermann: Zwischen Selbsterhaltung und Anpassung. Die Haltung der Baptisten- und Brüdergemeinden im Nationalsozialismus, Staatsexamensarbeit Siegen 2001, S. 57, www.bruederbewegung.de)

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Dr. jur. Hans Becker (1895 - 1963)
Reichsbeauftragter Bund freikirchl. Christen BfC
1942 - 1963    2. Vorsitzende Bund Evangelisch -
Freikirchlicher Gemeinden Deutschland  (BEFG)

 


Erlass über die die Gründung des BfC [Bund freikirchlicher Christen, siehe Beiträge oben]
v. Gestapo-Chef Reinhard Heydrich:


Erlass v. 23.4.37 und FS-Erlass v. 24.5.1937 – II B 2 – 145/37 – S.

Dr. Hans Becker [siehe oben, 1937 – 1942 Reichsbeauftragter des Bund freikirchlicher Christen u. 1942 - 1963 2. Vorsitzende des Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland], geb. am 13.3.1895 zu Essen-Borbeck, wohnhaft Dortmund, Adolf-Hitler-Allee 62, ist ... die Gründung eines ›Bundes freikirchlicher Christen‹ mit denjenigen Mitgliedern der ehemaligen Christlichen Versammlung gestattet worden, die durchaus auf dem Boden des Nationalsozialismus stehen und zum Teil alte Parteigenossen sind.

Dr. Becker hat daraufhin in einem Rundschreiben die Mitglieder der ehemaligen ›Christlichen Versammlung‹ zur Gründung des ›Bundes freikirchlicher Christen‹ aufgerufen und gebeten, für diesen Zweck die Erlaubnis zu Versammlungen der Mitglieder dieser aufgelösten Sekte zu erwirken.[...]

Örtlich erfolgt die Gründung des ›Bundes freikirchlicher Christen‹ durch die von Dr. Becker berufenen Personen. Mitgliederversammlungen dieses Bundes dürfen erst dann abgehalten werden, wenn der örtliche Leiter des Bundes seine Bestätigung durch Dr. Becker und eine Mitgliederliste der örtlichen Organisation der zuständigen Staatspolizeistelle eingereicht hat und diese überprüft sind."

Gestapo-Chef Reinhard Heydrich (3. Juni 1937, Gestapo-Chef u. SS-Gruppenführer Reinhard Heydrich,
1941 mit der „Endlösung der Judenfrage“ beauftragt als "Organisator des Holocausts", Jordan, Volker: Widerstand der Brüderbewegung im Dritten Reich, VTR; Auflage: 3., Aufl. 27. September 2004)

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Adolf Hitler (1935, Heinrich Hoffmann: Hitler in seinen Bergen, Bild 39)

 


"Zwischen 5 und 12 % vor allem der „geschlossenen Brüder“ verweigerten sich sowohl dem BfC [Bund freikirchlicher Christen, siehe Beiträge oben] als auch dem BEFG [1942 vereinigte sich der BfC mit dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland] und versammelten sich während der NS-Zeit im Untergrund."

(Stand Februar 2011, http://de.wikipedia.org/wiki/Brüderbewegung)

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"Gestapo-Chef Reinhard Heydrich [siehe Beiträge oben] war die Personifikation des Bösen."

stern (17. Februar 2005, Reinhard Heydrich: Biografie eines Dämons, www.stern.de)

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1940, Gestapo-Chef u. SS-Gruppenführer  Reinhard Heydrich
1941  mit  der   „Endlösung  der  Judenfrage“   beauftragt   als
"Organisator des Holocausts",  Bundesarchiv 146196905416


 

"Es gilt zunächst festzustellen, dass die Brüdergemeine keine Ausnahme vom allgemeinen Trend der evangelischen Bevölkerung darstellte, sondern die nationale Begeisterung und die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 bis auf wenige Ausnahmen begrüßte."

Dr. theol. Dietrich Meyer (Januar 2011, Landeskirchenarchivdirektor i. R., Daniel Heinz (Hg.), Freikirchen und Juden im »Dritten Reich«. Instrumentalisierte Heilsgeschichte, antisemitische Vorurteile und verdrängte Schuld, Kirche – Konfession – Religion, Band 54, V&R unipress Göttingen, Aufl. 2011, ISBN 978-3-89971-690-0, S. 247)

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"Es kann keinen Deutschen geben, der in diesen Tagen nicht mit heißem Herzen hinter dem Führer und den Männern seines Vertrauens steht, die um die Beseitigung des Unrechts von Versailles ringen […] Als Christen stehen wir in unbedingter Treue und in selbstverständlichem Gehorsam zu unserem Volk und seiner Führung."

Bund der Baptistengemeinden (3. September 1939, Zeitschrift Der Wahrheitszeuge 61, Herausgeber: Bund der Baptistengemeinden, Kassel 1928–1939, Gieske, Uwe A., Die unheilige Trias. Nation – Staat – Militär. Baptisten und andere Christen im Hitlerismus, Berlin 1999, S. 73.)

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Adolf Hitler und Eva Braun (30. April 1945 Eva Hitler)

 


"Der nationalsozialistische Staat als Diener Gottes vertritt die Ordnungen der Gerechtigkeit, der Sittlichkeit und der Gemeinschaft. So sind wir berufen, uns hierbei mit allen Kräften einzusetzen."

»Botschaft des Bundesältesten an die Gemeinden« (22. April 1934, Zeitschrift Der Wahrheitszeuge 56, S. 123, Herausgeber: Bund der Baptistengemeinden, Kassel 1928–1939, Andrea Strübind, Die unfreie Freikirche. Der Bund der Baptistengemeinden im Dritten Reich, Neukirchener Aufl. 1991, S. 141)

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16. Mai 2010, Bischöfin Rosemarie Wenner, 2. Ökumenischer Kirchentag in München

 


"Sehr spät hat man in den Freikirchen begonnen, das dunkle Kapitel der weitgehenden Anpassung im Nationalsozialismus aufzuarbeiten. Schuldbekenntnisse gegenüber dem Judentum ließen noch länger auf sich warten. Dass die Freikirchen mit Ausnahme der Quäker zur Judenverfolgung und zum Holocaust schwiegen oder gar Antisemitismus rechtfertigten, wurde lange Zeit verdrängt.

In Festschriften, die in vielen Gemeinden zu Jubiläen erstellt werden, erzählt man ausführlich von der Zeit der Gemeindegründung und dann wieder von den Aufbrüchen der Nachkriegszeit. Was im »Dritten Reich« geschah, wird kaum recherchiert oder gar verschwiegen. Man berichtet allenfalls von einzelnen Persönlichkeiten, die zum Teil unter großem persönlichem Risiko jüdische Mitbürger versteckten"

Bischöfin Rosemarie Wenner (Januar 2011, Präsidentin der Vereinigung Evangelischer Freikirchen u. Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Daniel Heinz (Hg.), Freikirchen und Juden im »Dritten Reich«. Instrumentalisierte Heilsgeschichte, antisemitische Vorurteile und verdrängte Schuld, Kirche – Konfession – Religion, Band 54, V&R unipress Göttingen, Aufl. 2011, ISBN 978-3-89971-690-0, S. 7)

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Mai 1944, Ankunft von Juden im KZ Auschwitz II - Birkenau, Bildarchiv
Preußischer Kulturbesitz / B. Walter, E. Hofmann Jerusalem, Yad Vashem

 


"Während der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland schon sehr bald nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein Schuldbekenntnis - die bekannte Stuttgarter Erklärung vom 19. Oktober 1945 - formulierte, das zur Frage der deutschen Schuld »an vielen Völkern und Ländern« und damit indirekt auch an den Juden Stellung bezog und die römisch-katholische Kirche auf dem Zweiten Vatikanum (1962-1965) ausdrücklich die ununterbrochene Liebe Gottes zu Israel betonte und jede Form von Antisemitismus beklagte, liegen ähnliche Erklärungen und Stellungnahmen aus dem freikirchlichen Raum erst aus verhältnismäßig später Zeit oder gar nicht vor.

Die Frage nach dem »Warum« steht bis heute offen im Raum. Haben sich die Freikirchen in der Zeit des NS-Regimes so grundsätzlich anders verhalten als die Volkskirchen? Hat ihnen die aufgrund ihrer Strukturen und Geschichte aufgegebene Distanz zu weltlicher Regierung und Politik ermöglicht, »neutral« zu bleiben oder gar dem Zeitlauf zu widerstehen?
Oder trifft gerade auf die Freikirchen die Feststellung zu, dass ein Eingeständnis von Schuld und Versagen umso schwerer ist, je höher die eigenen ethischen Ansprüche an sich selbst und an die Gemeinde sind? [...]

Aufgrund ihres Minoritätsstandes lebten die Freikirchen im NS-Staat im Windschatten wachsender Konflikte zwischen den großen Kirchen und dem Staat und konnten daraus gewisse Freiräume für sich nutzen, die sie früher nicht hatten [...]
Diese ungewohnte Akzeptanz durch den Staat, zumindest in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft, entpuppte sich jedoch als große Versuchung und trug mit dazu bei, dass die Freikirchen die Entwicklung im eigenen Land nicht nur unkritisch, sondern sogar anerkennend würdigten.

Distanz und Widerstand geschahen - ähnlich wie in den Volkskirchen - zumeist nur auf der Ebene der persönlichen Gewissensentscheidung. Falsch verstandener Obrigkeitsgehorsam, irregeleitete nationale Begeisterung, ängstliche Anpassung, Repressionsfurcht und resignative Passivität haben verhindert, sich mit dem rassisch verfolgten Nachbarn, ja sogar mit dem judenchristlichen Bruder zu solidarisieren. Eine gemeinschaftliche Ausnahme scheinen hier nur die Quäker zu bilden.

Auch in den Freikirchen - ähnlich wie in der Mehrheit des Volkes - war man vom völkischen Denken und vom Nationalismus geblendet. [...] Als mit dem Jahr 1941/42 der erzwungene Exodus der Juden begann und, wie wir heute wissen, in den Todeslagern endete, hatte man sich in den Kirchenleitungen längst an das Schweigen und die Gleichgültigkeit gewöhnt.[...]

Christen, ganz gleich ob aus den Volks- oder Freikirchen, hätten eine andere Wahl treffen können. Sie hätten es tun müssen, denn es gibt immer eine bessere Wahl. Nachfolgende Generationen können daraus nur ihre Lehren ziehen. Der Band ist schließlich all jenen gewidmet, die damals gelitten haben, und denen, die nicht der »Menge zum Bösen« (Ex 23,2a) gefolgt sind."

Daniel Heinz M.A., Ph.D. (November 2010, Theologische Hochschule Friedensau, Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Daniel Heinz (Hg.), Freikirchen und Juden im »Dritten Reich«. Instrumentalisierte Heilsgeschichte, antisemitische Vorurteile und verdrängte Schuld, Kirche – Konfession – Religion, Band 54, V&R unipress Göttingen, Aufl. 2011, ISBN 978-3-89971-690-0, S. 9-12)

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Synagoge 1938

Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 (6.11.2008, www.welt.de)

 


"Es steht uns, die wir nach dem Zweiten Weltkrieg geboren worden sind, nicht zu, über unsere Mütter und Väter den Stab zu brechen. Doch wir haben die Aufgabe, die Geschichte unserer Kirchen während des »Dritten Reiches« aufzuarbeiten und speziell an das Schweigen zur Judenvernichtung zu erinnern.

Wir sind dies den Opfern und den wenigen Überlebenden des Holocaust schuldig, die unsägliches Leid zu erdulden hatten. Und wir sind es uns selbst schuldig, um nicht nur die Stärken der freikirchlichen Existenz zu erkennen und weiterzuentwickeln, sondern auch an ihre Gefährdungen zu erinnern."

Bischöfin Rosemarie Wenner (Januar 2011, Präsidentin der Vereinigung Evangelischer Freikirchen u. Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Daniel Heinz (Hg.), Freikirchen und Juden im »Dritten Reich«. Instrumentalisierte Heilsgeschichte, antisemitische Vorurteile und verdrängte Schuld, Kirche – Konfession – Religion, Band 54, V&R unipress Göttingen, Aufl. 2011, ISBN 978-3-89971-690-0, S. 8)

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"Heute hör‘ ich, wir soll‘n das in die Geschichte einreihen,
Und es muss doch auch mal Schluss sein, endlich, nach all den Jahr‘n.

Ich rede und ich singe und wenn es sein muss, werd‘ ich schreien,
Damit unsre Kinder erfahren, wer sie war‘n."

Reinhard Mey (3. März 2003, Liedermacher, Die Kinder von Izieu, Album: Immer Weiter, Hintergrund: http://de.wikipedia.org/wiki/Kinder_von_Izieu)

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5 "Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. 6 Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. 7 Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. 8 Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.

9 Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. 10 Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns."

1. Johannesbrief, Kapitel 1, Verse 5-10

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Hintergrund: http://de.wikipedia.org/wiki/Kinder_von_Izieu

 


Dann war da noch..  Schlusslichter

 

"Der verstorbene Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, hatte einen Lieblingswitz. Vielleicht sollte ich den ihm zu Ehren hier erzählen:

Im Warschauer Ghetto schleicht ein alter Jude des Nachts in seine ärmliche Behausung zurück. Plötzlich kommt aus der Dunkelheit ein SS-Mann und hält ihm die Pistole vor die Brust:
»Jude, ich knall dich ab! Ach, ich hab heute meinen guten Tag: Hier ist ein kleines Rätsel für dich, wenn du richtig rätst, lasse ich dich laufen. Ich habe ein Glasauge, das ist täuschend echt gemacht. Wenn du herausfindest, welches das ist, lasse ich dich laufen.«
Da guckt der Jude ihm eine Minute lang tief in die Augen und sagt: »Es ist das rechte.«
»Richtig«, sagt der Nazi und steckt die Pistole zurück. »Wie hast du das rausgekriegt?«
»Es guckt so menschlich.«"

Jürgen Becker (22. September 2008, Religion ist, wenn man trotzdem stirbt: Ein Handbuch für Humor im Himmel, Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., S.147)

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