Diskussion: Kirche im Nationalsozialismus


Beiträge zum Thema christlicher Fundamentalismus

 

 

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Die vielstimmigen Diskussionsbeiträge und Zitate dieser Website geben nicht notwendig unsere eigene Meinung (www.fundamentalismusdebatte.de) wieder.

Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von antisemitischen Inhalten, Leugnung des Holocaust, oder sonstigen menschenverachtenden und diskriminierenden Zitaten distanzieren.


"Zwischen 1933 und 1945 war Deutschland von den Nazis besetzt. Die überwiegende Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat das allerdings nicht gewusst und, wenn doch, es nicht gewollt."

Jan Böhmermann (4. August 2009, Hörfunk- und Fernsehmoderator, Satiriker u. Autor, Alles, alles über Deutschland: Halbwissen kompakt, Kiepenheuer & Witsch Verlag, S. 83)

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"Die Gesamtzahl der Toten, zwischen dem 1. September 1939 und dem 2. September 1945, die Verbrechen und Kriegsfolgen einbeziehen, reichen bis zu 80 Millionen Kriegstoten. Für die durch direkte Kriegseinwirkung Getöteten werden meist zwischen 50 und 56 Millionen angegeben."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegstote_des_Zweiten_Weltkrieges, Stand Juli 2015)

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Adolf Hitler (1934) und Dr. Joseph Goebbels (25. August 1934)

 

Adolf Hitler (1934) und Dr. Joseph Goebbels (1926)

 


Wenn ein erwachsener Mann ein wehrloses Kind tötet, ist das nicht tapfer, sondern ein feiges Verbrechen - immer. Wenn im Dritten Reich bewaffnete SS-Männer ein jüdisches Kinderheim stürmen, ist das nicht tapfer, sondern feige. Dass in denen über das Land verteilte Konzentrationslagern in großer Zahl jüdische und damit schutzlose Kinder zusammen mit ihren Familien ermordet wurden, zeigt das Ausmaß an Ehrlosigkeit und Feigheit hinter der Großtuerei der Nationalsozialisten.

Im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten wurden zwischen 1933 und 1945 rund 1.000 Konzentrations- und Nebenlager sowie sieben Vernichtungslager errichtet (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Konzentrationslager, Stand Juli 2015). Wie war das möglich, dass das Böse so tief in unser Land eindringen konnte und schließlich die ganze Welt in Brand steckte? Wo waren die Kirchen? Wo waren die Universitäten? Was war mit unseren Urgroßeltern los? Und wir? Wie hätten wir uns verhalten?

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Bildausschnitt: Ein im Original mit „Ukraine 1942 – Judenaktion in Iwangorod“ beschriftetes Foto, zeigt vermutlich
die Ermordung von Juden durch Einsatzgruppen. Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Bildnummer 30011071.

 

Mai 1944, Ankunft von Juden im KZ Auschwitz II - Birkenau (Vernichtungslager).
Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz / B. Walter, E. Hofmann Jerusalem, Yad Vashem.

 

Karte der Vernichtungslager und der großen Konzentrationslager (1942)

Im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten wurden rund 1.000 Konzentrations- und Nebenlager sowie
sieben Vernichtungslager errichtet. (Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Konzentrationslager, Stand Juli 2015)

 


"In Auschwitz wurden Kindern Brandwunden am ganzen Körper zugefügt, andere Häftlinge bekamen in Hungerversuchen noch weniger zu Essen als andere Lagerinsassen. [...]

Josef Mengele [SS-Hauptsturmführer, Eisernes Kreuz I u. II und weitere Auszeichnungen], von Mai 1943 an verantwortlicher Arzt im Frauenlager von Auschwitz, unternahm neben etlichen anderen grausamen Menschenversuchen Infektionsexperimente mit Typhus an Zwillingen."

Süddeutsche Zeitung (25.10.2006, Menschenversuche: Die Perversion des Heilens, sueddeutsche.de)

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"Bei einem Transport aus Litauen, durch den ca. 80 bis 90 Kinder und Jugendliche ins Lager kamen, stellte Mengele einen ca. 1,20 bis 1,40 m hohen Rahmen auf. Wer durch diesen Rahmen ging, ohne anzustoßen, war zur Ermordung bestimmt. Diese Methode der Selektion wird auch von weiteren Zeugen bestätigt. [...]

Allein durch die Selektionen innerhalb des Lagers war Mengele an der Tötung Zehntausender Menschen beteiligt. Joachimowski schätzt, dass Mengele 1943 und 1944 allein in den Lagerabschnitten B II b, B II c, B II e und B III rund 51.000 Frauen in den Tod schickte. Die Zahl der Opfer seiner Krankenselektionen geht ebenfalls in die Tausende, denn bei jeder Selektion seien jeweils 400 bis 800 Häftlinge „aussortiert“ worden."

http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Mengele (Stand Juli 2015)

34 Jahre nach Kriegsende starb Dr. Josef Mengele im brasilianischen Badeort Bertioga am 7. Februar 1979 bei einem Badeunfall. Er konnte sich zeit seines Lebens einem Gerichtsverfahren entziehen.

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Jana Ecksteinova, 9 Jahre altes jüdisches Kind, KZ Auschwitz (1944)

 

Erdmann Schmidt (5 Jahre) ermordet durch Dr. Mengeles Experimente im KZ Auschwitz.
Photographie, vor 1945, Gedenkstätte u. Museum Auschwitz-Birkenau, Neg.-Nr. 21664/8.

 


"Frauen, die bis zur Bewusstlosigkeit geprügelt und [...] katholische Pfarrer, die Klaus Barbie [SS-Hauptsturmführer und Gestapo-Chef von Lyon] mit Elektroschocks quälte und an den Füßen aufhängen ließ, bis ihnen das Blut aus Mund, Nase und Ohren schoss, Kinder, die er Tag für Tag prügelte und hungern ließ. Wer tut so etwas? [...]

Auf seinen Befehl hin überfielen Bewaffnete am 6. April 1944 ein Heim jüdischer Kinder in Izieu [http://de.wikipedia.org/wiki/Kinder_von_Izieu]. 41 Verschleppte im Alter zwischen 3 und 13 Jahren starben wenig später in den Gaskammern von Auschwitz."

DER SPIEGEL (2. Juli 2007, NS-Verbrecher Klaus Barbie: "Ich bin gekommen, um zu töten", von Jörg Diehl, www.spiegel.de)

[Nach dem Krieg arbeitete Klaus Barbie u.a. als Informant für den Bundesnachrichtendienst (BND). 1983 wurde er in Frankreich vor Gericht gestellt. Klaus Barbie starb 1991 im Alter von 77 Jahren in französischer Haft in Lyon.]

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Prügelbock - KZ Dachau (22. März 1933 bis 29. April 1945)

 


"Heute hör‘ ich, wir soll‘n das in die Geschichte einreihen,
Und es muss doch auch mal Schluss sein, endlich, nach all den Jahr‘n.

Ich rede und ich singe und wenn es sein muss, werd‘ ich schreien,
Damit unsre Kinder erfahren, wer sie war‘n."

Reinhard Mey (3. März 2003, Liedermacher, Die Kinder von Izieu, Album: Immer Weiter, Hintergrund: http://de.wikipedia.org/wiki/Kinder_von_Izieu)

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Paul von Hindenburg und Adolf Hitler (1933)

Paul von Hindenburg und Adolf Hitler (1933)

1. Mai 1933, Reichspräsident von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler, Berlin

 


"Im Jahre 1933 gehörten etwa 95 % der deutschen Bevölkerung einer der großen christlichen Kirchen an [41 Millionen evangelische und 21 Millionen katholische Kirchenmitglieder]."

Prof. Dr. Josef Pilvousek (1. November 2006, Kirchenhistoriker, Die katholische Kirche vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart, in: Wolf, Hubert (Hg.): Ökumenische Kirchengeschichte Band 3: Von der Französischen Revolution bis 1989, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2007, S. 311)

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"Wie der Wolf in die Schafherde einbricht, so kommen wir"

Dr. Joseph Goebbels (30. April 1928, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Was wollen wir im Reichstag?, Der Angriff. S. 1)

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"Der Führer ist tief religiös, aber ganz antichristlich."

Dr. Joseph Goebbels (29. Dezember 1939, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Ralf Georg Reuth, Joseph Goebbels Tagebücher, München 1992)

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Adolf Hitler (1935, Heinrich Hoffmann: Hitler in seinen Bergen, Bild 39)


 

"Jedes Wort, das aus Hitlers Munde kommt, ist Lüge: Wenn er Frieden sagt, meint er den Krieg, und wenn er in frevelhaftester Weise den Namen des Allmächtigen nennt, meint er die Macht des Bösen, den gefallenen Engel, den Satan."

Hans und Sophie Scholl / Die Weiße Rose (Juli 1942, Widerstandsgruppe in München während der Zeit des Nationalsozialismus, Flugblatt IV, in: Rainer Bucher: Hitlers Theologie. Echter Verlag, Würzburg 2008, S. 124)

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"Die Pforten der Hölle waren offen." [Prof. Gert Weisskirchen]

"Am 20. Januar 1942 hatten sich ranghohe Nationalsozialisten am Großen Wannsee getroffen, um die Vernichtung der Juden detailliert zu planen. Das Datum gilt als Beginn des Holocaust."

Christliches Medienmagazin pro (20.01.2012, Die Pforten der Hölle waren offen, www.pro-medienmagazin.de)

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Erzbischof Cesare Orsenigo und Adolf Hitler (1935)

 


"Es ist erschreckend, dass Christen nicht erkannten, dass Hitlers Gott ein völlig anderer als der christliche Gott war" so Schirrmacher bei der Vorstellung seines Buches [Thomas Schirrmacher. Hitlers Kriegsreligion. Die Verankerung der Weltanschauung Hitlers in seiner religiösen Begrifflichkeit und seinem Gottesbild. 2 Bände. VKW: Bonn, 2007].

Besonders die ‚Frommen im Lande‘ [siehe auch: Freikirchen im Nationalsozialismus] seien wegen ihrer angeblichen politischen Abstinenz nicht nur auf Hitlers politische Parolen hereingefallen, sondern letztlich auf eine alternative Religion.
 
Hitler habe viel vom Schöpfer gesprochen, der das Naturgesetz des Rassenkampfes geschaffen habe, nie aber vom Gott der Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Jesus erscheine zwar oft als das große Vorbild im Hass gegen die Juden, nie aber als Begründer der christlichen Botschaft oder als Gottes Sohn."

Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas Schirrmacher / Bonner Querschnitte (28. Juni 2007, Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Im Dritten Reich saßen die Christen einer Konkurrenzreligion auf, Bonner Querschnitte 09b/2007 Ausgabe 38b)

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"Den Geist Gottes erkennt ihr daran: Er bekennt, dass Jesus Christus als Mensch aus Fleisch und Blut zu uns gekommen ist. Ein Geist, der das leugnet, ist nicht der Geist Gottes, sondern der Geist des Antichristen. Dass dieser kommen wird, habt ihr schon gehört, ja er ist schon jetzt in der Welt."

1. Johannes 4, 2-3 

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"Wie haben mich die Augen meiner Jungens damals oft angeleuchtet, wenn ich ihnen die Notwendigkeit ihrer Mission auseinandersetzte, ihnen immer und immer wieder versicherte, dass alle Weisheit auf dieser Erde erfolglos bleibt, wenn nicht die Kraft in ihre Dienste tritt, sie beschirmt und schützt, dass die milde Göttin des Friedens nur an der Seite des Kriegsgottes wandeln kann, und dass jegliche große Tat dieses Friedens des Schutzes und der Hilfe der Kraft bedarf! [S. 334]

Bis dass das Angstgebet unserer heutigen Vereinspatrioten "Herr, mach uns frei!" sich in dem Gehirn des kleinsten Jungen verwandelt zur glühenden Bitte: "Allmächtiger Gott, segne dereinst unsere Waffen; sei so gerecht, wie du es immer warst; urteile jetzt, ob wir die Freiheit nun verdienen; Herr, segne unseren Kampf!" [S. 426]

Adolf Hitler (Juli 1925, Mein Kampf, München Aufl. 1933, Seite 334 u. 426)

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Hitler Kirche    Adolf Hitler kirche

22. April 1934, Adolf Hitler, Evangelium im Dritten Reich (Kirchenzeitung)

 


"Diese unsere Bewegung ist tatsächlich christlich."

Adolf Hitler (1928, zit. n. Eberhard Röhm / Jörg Thierfelder: „Juden-Christen-Deutsche. Band 1“, Stuttgart 1990ff., S. 65)

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"Am besten erledigt man sich der Kirchen, wenn man sich selbst als positiver Christ ausgibt."

Dr. Joseph Goebbels (28. Dezember 1939, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Ralf Georg Reuth, Joseph Goebbels Tagebücher, München 1992) 

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"Nicht Partei gegen Christentum, sondern wir müssen uns als die einzig wahren Christen deklarieren. Dann aber mit der ganzen Wucht der Partei gegen die Saboteure."

Dr. Joseph Goebbels (23. Februar 1937, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Ralf Georg Reuth, Joseph Goebbels Tagebücher, München 1992) 

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Deutsche Christen (DC), 1933, http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Christen, 2010

 


"Diplomatie ist die Kunst, einen Hund so lange zu streicheln, bis Maulkorb und Leine fertig sind."

(Stand Juli 2010, http://de.wikipedia.org/wiki/Diplomatie)

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"Und wieder darf ich mich auf ein Wort Ad.Hitlers berufen, dass die anders Denkenden nicht unterdrückt, sondern gewonnen werden sollen. Durch Diffamierung überzeugt und gewinnt man nicht, sondern man stößt die besten der Gegner ab. Man gewinnt durch den Kampf des Geistes, in dem man den Gegner ehrt.

Ich muss als Christ das Unrecht beklagen, das gerade auch den deutschen Juden durch solche Diffamierung angetan wird. Ich weiß wohl, wie kompliziert das Judenproblem gerade in Deutschland ist."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (2. Mai 1933, Ev. Theologe, Die Aufgabe der Theologie in der gegenwärtigen Situation, Theologische Zeitschrift ThZ 53 (1997) Heft 3, Theologische Fakultät Uni Basel. Verlag F. Reinhardt 1997, Wichmann von Meding: Rudolf Bultmanns Widerstand gegen die Mythologisierung der christlichen Verkündigung, Seite 215)

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Prof. Dr. Martin Heidegger
(1933 - 1945 NSDAP Parteimitglied)

 


"Ich erwartete vom Nationalsozialismus eine geistige Erneuerung des ganzen Lebens, eine Aussöhnung sozialer Gegensätze und eine Rettung des abendländischen Daseins vor den Gefahren des Kommunismus.

Diese Gedanken wurden ausgesprochen in meiner Rektoratsrede (haben Sie diese ganz gelesen?), in einem Vortrag über 'Das Wesen der Wissenschaft' und in zwei Ansprachen an die Dozenten und Studenten der hiesigen Universität."

Prof. Dr. Martin Heidegger (1947, Philosoph, Martin Heidegger Gesamtausgabe GA 16, Vittorio Klostermann Verlag, GA 16, S. 430)

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"Palmier berichtet, dass er mit Ernst Jünger vor Jahren über Heideggers Schweigen gesprochen habe. Und Jünger gab damals boshafte Auskunft:

Heidegger habe sich für seinen politischen Irrtum deshalb nicht entschuldigen wollen, weil er von seinem Standpunkt aus eher hätte erwarten müssen, dass Hitler wiederauferstünde und um Verzeihung bäte, ihn, Heidegger, irregeführt zu haben."

DER SPIEGEL (18. August 1986, PHILOSOPHEN. Führer der Führer, DER SPIEGEL 34/1986, S. 167)

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"Martin Heidegger bleibt dieses Buch gewidmet in dankbarem Gedenken an die gemeinsame Zeit in Marburg"

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1933 [und 1954 - 2. Auflage], Ev. Theologe, Widmung, Glauben und Verstehen (GuV). Gesammelte Aufsätze, Band 1, Tübingen 1933 u. 2. Aufl. 1954)

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Adolf Hitler und Eva Braun (ab 30. April 1945: Eva Hitler)

 



"Der Krieg wird sein Ende nehmen, und ich werde meine letzte Lebensaufgabe darin sehen, das Kirchenproblem noch zu klären. Erst dann wird die deutsche Nation ganz gesichert sein."

Adolf Hitler (13. Dezember 1941, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, Heim, Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.), Orbis; Auflage: 2000, ISBN 978-3572011568 1991, S. 150) 

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"Das Christentum ist so etwas Fades -, so hätten wir viel eher noch den Mohammedanismus übernommen [...] Die Germanen hätten die Welt damit erobert, nur durch das Christentum sind wir davon abgehalten worden." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Adolf Hitler (27. August 1942, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, Heim, Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.), Orbis; Aufl. 2000, ISBN 978-3572011568 1991, S. 370)

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"Das Christentum ist das Tollste, das je ein Menschengehirn in seinem Wahn hervorgebracht hat, eine Verhöhnung von allem Göttlichen. […]

Wer es hat, hat stets Bazillen bei sich!"

Adolf Hitler (13. Dezember 1941, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, Heim, Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.), Orbis; Auflage: 2000, ISBN 978-3572011568, S. 150 u. 152) 

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"Die christlich-jüdische Pest gehe jetzt wohl ihrem Ende entgegen. [...]

Der Führer sagte, es sei natürlich auch ein harter machtpolitischer Eingriff denkbar; aber nur dann, wenn Deutschlands außenpolitisch vollkommen unabhängig sei. Sonst könnte die doch entbrennende innenpolitische Auseinandersetzung uns die Existenz kosten."

Dr. Alfred Ernst Rosenberg (19. Januar 1940, Reichsminister Ostministerium, Hans-Günther Seraphim: Das politische Tagebuch Alfred Rosenbergs aus den Jahren 1934/35 und 1939/40, Göttingen / Berlin / Frankfurt Aufl. 1964, S. 97-98)

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Dr. Alfred Ernst Rosenberg und Adolf Hitler (4. November 1923)

 


"Der größte Volksschaden sind unsere Pfarrer beider Konfessionen. Ich kann ihnen jetzt die Antwort nicht geben [...] Es wird der Augenblick kommen, da ich mit ihnen abrechne ohne langes Federlesen."

Adolf Hitler (8. Februar 1942, Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus, Henry Picker, Propyläen; 2. Aufl. Februar 2009, ISBN 978-3549071854, S. 144) 

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"Aber diesen Kampf der deutschen Geschichte werde ich endgültig einmal für immer zum Austrag bringen. Das mag manchen schmerzen, aber ich werde die Pfaffen die Staatsgewalt spüren lassen [...]

Ich schaue ihnen jetzt nur zu."

Adolf Hitler (11. August 1942, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, Heim, Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.), Orbis; Auflage: 2000, ISBN 978-3572011568, S.337) 

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"Unerbitterlich ist im Verlaufe des vergangenen Winters der Entschluss des Führers geworden, die christlichen Kirchen nach dem Sieg zu vernichten. [...]

Wir machen heute noch gute Miene zum bösen Spiel [...] Wir tragen heute in der Tat den größten Weltkampf, der je ausgefochten worden ist. Wir müssen uns zu diesem Weltkampf materiell und seelisch rüsten."

Dr. Joseph Goebbels (24. Mai 1942, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Elke Fröhlich (Hrsg.): Die Tagebücher von Joseph Goebbels. K. G. Saur, München. Teil II/Band 4, 1997–2005)

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"Wir erstreben eine einheitliche deutsche Volkskirche auf der Grundlage eines wirklich artgemäßen deutschen Christentums [...] Es werden Jahre des Kampfes und der gründlichen Säuberung sein. […]

Wenn dieser Kampf bisher überhaupt noch nicht oder nur mit sehr zagen Mitteln geführt ist, dann muss man dafür Verständnis haben. [...]

Die Zeit für diesen allerdings unausbleiblichen Entscheidungskampf ist noch nicht reif." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Handbuch der Judenfrage (September 1943, Schriftleitung des Handbuches der Judenfrage - Theodor Fritsch: Handbuch der Judenfrage. Die wichtigsten Tatsachen zur Beurteilung des judischen Volkes, Neunundvierzigste Auflage, Hammer-Verlag, Leipzig 1944)

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"Durch die vernichtende Niederlage des Hitlerfaschismus im Jahre 1945 sind die Christen und die christlichen Kirchen Deutschlands vor einer furchtbaren Heimsuchung bewahrt geblieben. Denn es ist heute unbestritten, dass das NS-Regime auch ihre Vernichtung vorgesehen hatte."

Dr. Karl Zehrer (1986, Evangelische Freikirchen und das »Dritte Reich«. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1986, S. 11)

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Nichtkirchliche Taufzeremonie durch SS-Männer vor dem Bild Adolf Hitlers, Verein Lebensborn

 


"Vorgestern war ich 3 Stunden bei Göring ... und begann plötzlich eine eingehende religiöse Aussprache. [...] [Göring zu Rosenberg] Sie sind nächst dem Führer der einzige, der diese Fragen fundiert behandelt hat."

Dr. Alfred Ernst Rosenberg (22. August 1939, Reichsminister Ostministerium, Hans-Günther Seraphim: Das politische Tagebuch Alfred Rosenbergs aus den Jahren 1934/35 und 1939/40, Göttingen / Berlin / Frankfurt Aufl. 1964, S. 74)

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Göring und Hitler auf dem Obersalzberg (1. Oktober 1936)

 


"Je mehr einer an Wunder glaubt, umso weniger Religion hat er. Darum ist der Jude ein religionsloser Mensch; und der verjudete Christ täuscht sich über seine religiöse Armut mit der Fülle alttestamentlichen Erzählungen und neutestamentlichen magischen Legenden hinweg."

Dr. Alfred Ernst Rosenberg (Juli 1939, 1941 Reichsminister Ostministerium, Hans-Günther Seraphim: Das politische Tagebuch Alfred Rosenbergs aus den Jahren 1934/35 und 1939/40, Göttingen / Berlin / Frankfurt Aufl. 1964, S. 209)

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"Der Christus, der verkündigt wird, ist nicht der historische Jesus, sondern der Christus des Glaubens und des Kultes. [...] Das Christuskerygma ist also Kultuslegende, und die Evangelien sind erweiterte Kultuslegenden."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1921, Ev. Theologe, Die Geschichte der synoptischen Tradition. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 8.Aufl. 1970 2. Aufl. 1931, S. 395
)

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"Es fragt sich also, wie die Entmythologisierung zu vollziehen ist. An ihr arbeitet die Theologie nicht erst seit heute."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1941, Ev. Theologe, Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung, Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg. von Eberhard Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 24)

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"Das Neue Testament braucht nicht entmythologisiert zu werden, weil es keinen Mythos enthält"

Prof. Dr. Hermann Sasse (1942, lutherischer Theologe, Flucht vor dem Dogma. Bemerkungen zu Bultmanns Entmythologisierung des Neuen Testaments, Luthertum 53 - 1942, S. 161)

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"Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen."

2. Petrus 1, 16

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"Die Schriftbeweise des Neuen Testamentes müssen fallen, nicht erst auf Grund rationaler historischer Kritik"

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1930, Ev. Theologe, Die Bedeutung des Alten Testaments für den christlichen Glauben, Glauben und Verstehen (GuV). Gesammelte Aufsätze, Band 1, 9. Aufl. Tübingen 1993, Seite 335)

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"Das Dogma des Christentums zerbricht vor der Wissenschaft." [Zitat unten ausführlicher]

Adolf Hitler (14. Oktober 1941, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, Heim, Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.), Orbis; Aufl. 2000, ISBN 978-3572011568 1991, S. 83)

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Dr. Joseph Goebbels

 


"Der Führer spricht über Christentum und Wissenschaft. Der Katholizismus stellt sich in immer schärferen Gegensatz zur exakten Wissenschaft. Sein Ende wird dadurch beschleunigt. Der Protestantismus ist gewissermaßen schon ein Abklingen."

Dr. Joseph Goebbels (23. April 1940, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Elke Fröhlich (Hrsg.): Die Tagebücher von Joseph Goebbels. K. G. Saur, München. Teil I/Band 8, 1997–2005)

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"Anders als Rosenberg nämlich schied Hitler «die religiösen Elemente aus, die er mit dem völkischen Gedanken aufgenommen hatte», und bezeichnete dessen Buch [Mythus des Zwanzigsten Jahrhunderts], wie Albert Speer berichtet, «kurzweg als ‹Zeug, das niemand verstehen kann›, verfasst von ‹einem engstirnigen Balten, der furchtbar kompliziert denkt›», ja als «Rückschritt in mittelalterliche Vorstellungen».

Trotzdem bleibt es dabei: «Rosenberg verkaufte seinen 700seitigen ‹Mythus des Zwanzigsten Jahrhunderts› zu Hunderttausenden. Das Buch wurde in der Öffentlichkeit weithin als Standardwerk der Partei-Ideologie angesehen»."

PD Dr. Wichmann von Meding (1997, Rudolf Bultmanns Widerstand gegen die Mythologisierung der christlichen Verkündigung, in: Theologische Fakultät der Universität Basel (Hrsg.): Theologische Zeitschrift ThZ 53, Heft 3, Basel: Reinhardt 1997, S. 203)

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Adolf Hitler übt Posen für seine Reden, Fotograf Henrich Hoffman (August 1927)

Adolf Hitler übt Posen für seine Reden, Fotograf Henrich Hoffman (August 1927)

Adolf Hitler übt Posen für seine Reden, Fotograf Henrich Hoffman (August 1927)

 


"Am besten, man lässt das Christentum langsam verklingen; ein langsames Ausklingen hat auch etwas Versöhnendes in sich: Das Dogma des Christentums zerbricht vor der Wissenschaft. [...]

Man darf der Masse das eine nicht nehmen, solange sie das andere nicht schon besitzt [...] Es ist nun aber auch nicht wünschenswert, dass die ganze Menschheit verblödet. Man kann sich deshalb vom Christentum nicht besser lösen als dadurch, dass man es ausklingen lässt.

Eine Bewegung wie die unsere wird sich auf dieses metaphysische Gebiet ganz unkontrollierbarer Gedankengänge nie ziehen lassen dürfen. Sie hat auf dem Gebiet einer exakten Wissenschaft zu bleiben. Die Partei soll kein Ersatz sein für die Kirche. Ihre Aufgabe ist wissenschaftlich-methodischer Art. [...]

Wird damit nicht überhaupt der Gottesglaube beseitigt werden? [...] Das würde nicht gut sein! Der breiten Masse ist der Begriff der Gottheit nur eine Substantiierung. Diese Substantiierung ist wunderbar. Warum sollen wir den Sammelbegriff für das Unbegreifliche zerstören?
Wenn wir jetzt die Kirche mit Gewalt beseitigen, würde das ganze Volk schreien: Wo ist der Ersatz? [...] Die Zukunft denke ich mir deshalb so: Jeder hat zunächst seinen Privatglauben; Aberglaube wird auch immer eine Rolle spielen. [...]

Es muss durchgesetzt werden, dass die Kirche im Staat nichts mehr dreinredet. Die Erziehung von Jugend auf sorgt dafür, dass jeder weiß, was richtig ist im Sinne der Staatserhaltung. [...] Wir werden dafür sorgen, dass die Kirchen keine Lehren mehr verkünden, die mit unseren Lehren in Widerspruch stehen. Wir werden weiter unsere nationalsozialistischen Lehren durchsetzen, und die Jugend wird nur mehr die Wahrheit hören."

Adolf Hitler
(14. Oktober 1941, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, Heim, Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.), Orbis; Aufl. 2000, ISBN 978-3572011568 1991, S. 83-85)

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Der mehrfache Wiederholer Hitler (Mitte) verließ die Schule ohne Abschluss.

 

Adolf Hitler (Obersalzberg bei Berchtesgaden)

 


"Das Problem des kommenden Reiches der deutschen Sehnsucht besteht also darin, diesen gequälten, irregeleiteten Millionen eine neue Weltanschauung zu predigen, ihnen aus einem neuen Mythus heraus einen alles formenden Höchstwert zu schenken, oder richtiger gesagt, den in allen schlummernden Wert des Volkstums und der Nationalehre vom Schutt der Jahrhunderte zu reinigen und in sein Zeichen das ganze Leben zu stellen. Erst wenn das geschehen ist, kann ein Deutsches Reich entstehen"

Dr. Alfred Ernst Rosenberg (1930, 1941 Reichsminister Ostministerium, führender Ideologe der NSDAP sowohl in der Weimarer Republik als auch in der Zeit des Nationalsozialismus, 1934 Beauftragter des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP, Der Mythus des 20. Jahrhunderts. Hoheneichen - Verlag München 34. Auflage 1934, S. 545, www.scribd.com/doc/2628285/Der-Mythus-des-20-Jahrhunderts-Alfred-Rosenberg)

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 18. Februar 1939,  Alfred Rosenberg (Mitte) spricht zur Judenfrage vor Diplomaten, Bundesarchiv

 


"Bekennen wir uns alle zu diesen Grundsätzen und schließen wir den großen Ring unserer Gemeinschaft, stark im Vertrauen auf unser Volk, erfüllt im Glauben an unsere Mission und bereit zu jedem Opfer, das der Allmächtige von uns fordert."

Adolf Hitler
(14. September 1936, Der Parteitag der Ehre vom 8. bis 14. September 1936: Offizieller Bericht über den Verlauf des Reichsparteitages mit sämtlichen Kongressreden. Zentralverlag der NSDAP, Franz Eher Nachf.: München, 1936. S. 308, Schlussrede des Reichsparteitags in Nürnberg am 14.9.1936. S. 308)

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"Der Glaube schließt Ernst ein, und der Ernst weiß, was Ad.Hitler in seiner Rede gestern wieder betonte, dass wir erst am Anfang stehen, und dass noch unendlich viel von uns gefordert ist an geduldiger Arbeit und klarer Opferbereitschaft.

Und ich brauche kaum darauf hinzuweisen, dass jene leichtsinnige Sicherheit am schnellsten umschlägt in Enttäuschung, wenn die Führung Opfer verlangt. Der Versuchung des Leichtsinns gegenüber haben wir den Ernst der Aufgabe einzuschärfen.

Ich weiß, dass z.B. der Kultusminister täglich Körbe voll Denunziationen erhält; ich weiß zum Glück auch, dass sie in die verdienten Papierkörbe wandern.

Aber es liegt dabei nicht nur an dem etwaigen Erfolg der Denunziationen; sondern das Schlimmste ist dieses, dass solches Denunziantentum die Atmosphäre vergiftet, Misstrauen zwischen den Volksgenossen stiftet und das freie und ehrliche Wort des Mannes unterdrückt.

«Wir wollen die Lüge ausmerzen», – dazu gehört auch, dass man das freie Wort ehrt, auch dann, wenn es anders lautet, als man zu hören wünscht. Denn sonst erzieht man zur Lüge."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (2. Mai 1933, Ev. Theologe, Die Aufgabe der Theologie in der gegenwärtigen Situation, Theologische Zeitschrift ThZ 53 (1997) Heft 3, Theologische Fakultät Uni Basel. Verlag F. Reinhardt 1997, Wichmann von Meding: Rudolf Bultmanns Widerstand gegen die Mythologisierung der christlichen Verkündigung, Seite 214 - 215)

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"Jetzt ist die Endzeit gekommen; »als die Zeit erfüllt war«, sandte Gott seinen Sohn. Dieser, ein präexistentes Gottwesen [Präexistenz Christi: Jesus Christus hat bereits vor seinem irdischen Leben existiert], erscheint auf Erden als ein Mensch; sein Tod am Kreuz, den er wie ein Sünder erleidet, schafft Sühne für die Sünden der Menschen.

Seine Auferstehung ist der Beginn der kosmischen Katastrophe, durch die der Tod, der durch Adam in die Welt gebracht wurde, zunichte gemacht wird; die dämonischen Weltmächte haben ihre Macht verloren. Der Auferstandene ist zum Himmel erhöht worden zur Rechten Gottes; er ist zum »Herrn« und »König« gemacht worden.

Er wird wiederkommen auf den Wolken des Himmels, um das Heilswerk zu vollenden; dann wird die Totenauferstehung und das Gericht stattfinden; dann werden Sünde, Tod und alles Leid vernichtet sein. Und zwar wird das in Bälde geschehen […] Die Glaubenden haben schon das » Angeld «, nämlich den Geist, der in ihnen wirkt und ihre Gotteskindschaft bezeugt. […]

Das alles ist mythologische Rede, und die einzelnen Motive lassen sich leicht auf die zeitgeschichtliche Mythologie der jüdischen Apokalyptik und des gnostischen Erlösungsmythos zurückführen."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1941, Ev. Theologe, Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung, Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg. von Eberhard Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 12-13)

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"Die Lehre vom Gericht und von der Wiederkunft, die Lehre vom Tod als einem Opfertode, die Lehre von der Auferstehung [...] dass kleine Mucker  [Anhänger des Pietismus] und Dreiviertel-Verrückte sich einbilden dürfen, dass um ihretwillen die Gesetze der Natur beständig durchbrochen werden [...]

Kleine Missgeburten von Muckern und Lügnern fingen an, die Begriffe „Gott“ „Wahrheit“ „Licht“ „Geist“ „Liebe“ „Weisheit“ „Leben“ für sich in Anspruch zu nehmen, gleichsam als Synonyma von sich, um damit die „Welt“ gegen sich abzugrenzen, kleine Superlativ-Juden, reif für jede Art Irrenhaus, drehten die Werte überhaupt nach sich um, wie als ob erst der Christ der Sinn, das Salz, das Maass, auch das letzte Gericht vom ganzen Rest wäre [...]

Diese kleinen Mucker verrechnen sich nämlich in der Hauptsache. Sie greifen an, aber Alles, was von ihnen angegriffen wird, ist damit ausgezeichnet. Wen ein „erster Christ“ angreift, den besudelt er nicht … Umgekehrt: es ist eine Ehre, „erste Christen“ gegen sich zu haben. [...]

Wir leugnen Gott als Gott… Wenn man uns diesen Gott der Christen bewiese, wir würden ihn noch weniger zu glauben wissen. [...] Der „Glaube“ als Imperativ ist das Veto gegen die Wissenschaft […]

Todkrieg gegen das Laster: das Laster ist das Christentum. Lasterhaft ist jede Art Widernatur. Die lasterhafteste Art Mensch ist der Priester: er lehrt die Widernatur. Gegen den Priester hat man nicht Gründe, man hat das Zuchthaus. […]
Man soll die „heilige“ Geschichte mit dem Namen nennen, den sie verdient, als verfluchte Geschichte; man soll die Worte „Gott“, „Heiland“, „Erlöser“, „Heiliger“ zu Schimpfworten, zu Verbrecher-Abzeichen benutzen.

Der Rest folgt daraus. Der Antichrist"

Prof. Dr. Friedrich Nietzsche
(1888, Philosoph, Der Antichrist. Fluch auf das Christentum und Gesetz wider das Christentum, Friedrich Nietzsche Digitale Kritische Gesamtausgabe Werke und Briefe: www.nietzschesource.org)

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Adolf Hitler (Landsberg 1924)

 


Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt Denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden! [...]

Unheimlich ist das menschliche Dasein und immer noch ohne Sinn […] Ich will die Menschen den Sinn ihres Seins lehren: welcher ist der Übermensch, der Blitz aus der dunklen Wolke Mensch. [...]

Das Böse ist des Menschen beste Kraft. »Der Mensch muss besser und böser werden« – so lehre ich. Das Böseste ist nötig zu des Übermenschen Bestem."

Prof. Dr. Friedrich Nietzsche
(1883, Philosoph, Also sprach Zarathustra. Teil I: Zarathustra's Vorrede und 1885, Also sprach Zarathustra, Teil IV,5: Vom höheren Menschen, Friedrich Nietzsche Digitale Kritische Gesamtausgabe Werke und Briefe: www.nietzschesource.org)

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"Ich komme zu früh, sagte er dann, ich bin noch nicht an der Zeit. Dieses ungeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert, – es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen. [...]

Man erzählt noch, dass der tolle Mensch des selbigen Tages in verschiedene Kirchen eingedrungen sei und darin sein Requiem aeternam deo [seine ewige Totenmesse für Gott] angestimmt habe."

Prof. Dr. Friedrich Nietzsche (1882, Philosoph, Die fröhliche Wissenschaft, Friedrich Nietzsche Digitale Kritische Gesamtausgabe Werke und Briefe: www.nietzschesource.org)

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"Die Lehre vom „Übermenschen“ [siehe oben] ist – vor allem im deutschsprachigen Raum – mit der vermeintlichen "Herrenrasse" der Arier assoziiert worden. 1934 wurde ein Exemplar im Grabgewölbe des Reichsehrenmals Tannenberg neben Hitlers Mein Kampf und Alfred Rosenbergs "Der Mythus des 20. Jahrhunderts" [siehe unten] niedergelegt."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Also_sprach_Zarathustra, Stand Juni 2010, Bernhard Taureck, Nietzsche und der Faschismus. Eine Studie über Nietzsches politische Philosophie und ihre Folgen, Hamburg 1989, S.80)

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Oktober 1935, Im Grabgewölbe des Reichsehrenmals Tannenberg wurde je ein Exemplar folgender Schriften niedergelegt (teilweise auch in die Fundamente offizieller NSDAP Bauten):

Adolf Hitler: Mein Kampf
Dr. Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra [siehe Beiträge oben]
Dr. Alfred Rosenberg: Der Mythus des 20. Jahrhunderts
[siehe Beitrag unten]

(http://de.wikipedia.org/wiki/Also_sprach_Zarathustra, Stand Juni 2010)

 


Bitte um Hilfe: Auf dieser Seite wird öfters Dr. Rudolf Bultmann zitiert (mit Schriften aus der Zeit des Nationalsozialismus,
z. B. 1941, Neues Testament und Mythologie).

Das Problem dabei ist, wir wissen zum Teil nicht, wie wir die Zitate von Dr. Rudolf Bultmann zu verstehen haben. Einige Zitate weisen eine auffallende Ähnlichkeit mit den Schriften von Dr. Alfred Rosenberg
auf.

Aus dem Textzusammenhang kann sich bisweilen die Schlussfolgerung ergeben, dass manche Passagen Bultmanns ironisch (damit auch kritisch) gemeint sein könnten (siehe 2. Beispiel unten), oder Textpassagen von nationalsozialistischen Schriften (Dr. Alfred Rosenberg,
Der Mythos des 20. Jahrhunderts, 1933) aufgegriffen und kritisch beleuchtet werden (siehe 1. Beispiel mit farbig hinterlegtem Text). Oder sie sind einfach abgeschrieben?

Leider liegen uns bis heute keine Informationen vor, welche Textabschnitte von Dr. Rudolf Bultmann im Wortsinn gemeint sind und welche gegen den Wortsinn verstanden werden sollten. Wir wissen von keiner Schrift (während oder nach dem 3. Reich) in der Dr. Rudolf Bultmann (1884 - 1976) die Situation aufgeklärt hätte.

Falls dennoch Quellen existieren, die hier für Klarheit sorgen könnten, wären wir für Hinweise darauf außerordentlich dankbar (
Email:  Kontakt).

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Hier ein Beispiel für Texte von Dr. Rudolf Bultmann, die den von
Dr. Alfred Rosenberg ähnlich sind:


[1930, Der Mythus des 20. Jahrhunderts, Dr. Rosenberg]


"Christlichen Legenden, die allen Ernstes noch heute den Europäern verkündet werden: "Jungfrauengeburt", stoffliche" Auferstehung" Christi, "Himmel- und Höllenfahrt [...]

Noch immer aber haben es Millionen nicht begriffen, dass Kopernikus ... die gesamte Höllenfahrts- und Auferstehungsmythologie restlos überwunden, ein für allemal erledigt hat."


Dr. Alfred Ernst Rosenberg (1
930, Der Mythus des 20. Jahrhunderts. Hoheneichen - Verlag München 34. Aufl. 1934, S. 132-133)

 

[1941, Neues Testament und Mythologie, Dr. Bultmann]

"So kann sich das Weltbild ändern etwa infolge der kopernikanischen Entdeckung [...] Welterfahrung und Weltbemächtigung sind in Wissenschaft und Technik so weit entwickelt, dass kein Mensch im Ernst am neutestamentlichen Weltbild festhalten kann und festhält. [...]

Erledigt sind damit die Geschichten von der Himmel- und Höllenfahrt Christi [...] Die Wunder des Neuen Testaments sind damit als Wunder erledigt [...]

Neben dem historischen Ereignis des Kreuzes steht die Auferstehung, die kein geschichtliches Ereignis ist. ... Neben der Behauptung der Präexistenz (Paulus, Johannes) steht ja die Legende von der Jungfrauengeburt (Matthäus, Lukas) ... stehen die Legenden vom leeren Grab und von der Himmelfahrt."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1941, Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung, Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg. von Eberhard Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, S. 14-16,53)

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Dr. Alfred Rosenberg (Reichsminister, NSDAP Chefideologe)

 


Hier ein Beispiel für Aussagen von Dr. Rudolf Bultmann, die als ironisch (kritisch) gedeutet werden könnten (im Kontext des Gesamttextes). Oder sie sind so gemeint wie abgedruckt?


"Im kirchlichen Christentum ist nach Alfred Rosenberg die „große Persönlichkeit Jesu" „missbraucht worden". [...]

Der Mythos des 20. Jahrhunderts*, 1933, S. 74. Nach S. 76, Anm. liegt nicht der geringste zwingende Grund zu der Annahme vor, dass Jesus jüdischer Herkunft gewesen ist. [...]

Noch scharfer hat Johannes, der nach Rosenberg
* noch aristokratischen Geist atmet, und der sich gegen die Verbastardierung, Verorientalisierung und Verjudung des Christentums gewehrt haben soll, das ausgedrückt, dass Jesu Kommen die Wende der Zeit war, dass Gottes Gericht sich eben damit schon vollzogen hat" [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1936, Jesus und Paulus: Jesus Christus im Zeugnis der Heiligen Schrift und der Kirche. Beihefte 2 zur Evangelischen Theologie, 1936, Seite 68 - 70 u. 85; Vgl. Jesus und Paulus, Exegetica: Aufsätze zur Erforschung des Neuen Testaments, Tübingen, 1967, Seite 210 - 212 u. 224)

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19.11.1933, Feier zum Luthertag vor dem Berliner Schloss, Fahnenbanner mit DC = "Deutsche Christen"

 


"Eine Religion, die ihr ganzes Dasein an dem Seidenfaden des Glaubens an ein überliefertes "Faktum" hängt, gegen alles innere Erleben ... gerät in ihren Grundfesten ins Wanken, wenn dieses "Faktum" immer mehr als Legende erkannt, bzw. aufgefasst wird.

Das "Faktum" aber (Sühnetod - Himmelfahrt - Auferstehung), an das das 16. Jahrhundert noch kindlich und in innerer Wahrhaftigkeit glauben konnte, ist heute in seinem entscheidenden Teil nicht mehr als geschichtliche Tatsache lehrbar [...]

Für den nordischen Menschen ist Religion von Eckard bis Lagarde steht's inneres Erleben gewesen, immer Gegenwart, kein Pochen auf ein Faktum [...]

Immer wieder tönt allem Seelenreichtum das wüstendürre Wort entgegen: "Außerhalb dieser Offenbarung [Bibel], der allein göttliche Autorität zukommt, kann Gott in seiner Gottheit nicht erkannt werden" [...]

Wie schon ausgeführt, darf in den Augen der neuen Sektierer auch innere Erfahrung nicht als echte Religion gelten [...] Aber von dieser "frohen Botschaft" wollen unsere düsteren, leichenbitteren "Bekenner" ... nichts wissen. [...]

Von welcher Seite immer man der heute verkündigten "Rechtgläubigkeit" auch nahen mag, immer trifft man auf grundsätzliche Starrheit dem Leben gegenüber ... auf verknöcherten Sektierergeist. Und deshalb auf grundsätzliche Feindschaft nicht nur der von mir persönlich vertretenen Religionsphilosophie"

Dr. Alfred Ernst Rosenberg (1932, 1941 Reichsminister Ostministerium, Protestantische Rompilger. Der Verrat an Luther und der Mythus des 20. Jahrhunderts, Hoheneichen Verlag München 1937, Seite 48 - 50)

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"Augenblicklich ist mein größter Ärger die Dogmatik [altgr. dógma, Denkart, Lehrsatz, Glaubenslehre]. Da brauchen wir wirklich eine Reform.

Was wird da noch für ein Unsinn beibehalten von ‚Offenbarung’ [Bibel], ‚Trinität’ [lat. trinitas ‚Dreizahl‘, Gott Vater, Gott Sohn Jesus Christus und Gott Heiliger Geist], ‚Wunder’, ‚göttliche Eigenschaften’, es ist fürchterlich."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (5. Juni 1905, Ev. Theologe, Brief an Walther Fischer, Mn 2-2198, Nachlass Rudolf Bultmann, Universitätsbibliothek Tübingen)

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"Kann die christliche Verkündigung dem Menschen heute zumuten, das mythische Weltbild als wahr anzuerkennen? Das ist sinnlos und unmöglich. Sinnlos; denn das mythische Weltbild ist als solches gar nichts spezifisch Christliches, sondern es ist einfach das Weltbild einer vergangenen Zeit, das noch nicht durch wissenschaftliches Denken geformt ist."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1941, Ev. Theologe, Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung, Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg. von Eberhard Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 14)

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Adolf Hitler (Heinrich Hoffmann: Hitler in seinen Bergen, Bild 53, Zeitgeschichte Verlag Berlin 1935)

 


"Das Nizäische Glaubensbekenntnis ... die Lehrsätze ... sind tot, innerlich unwahr, und nichts offenbart deutlicher die Hilflosigkeit und Unwahrhaftigkeit unserer Kirchen, als dass sie auf Dinge pochen, die mit Religion überhaupt nichts zu tun haben, dass sie noch Lehrsätze verteidigen, an die sie selbst nicht mehr glauben können.

Sie haben ganz recht, wenn sie erklären: dass, falls das "Alte Testament" oder das Nizäische Glaubensbekenntnis aus dem Bau der Kirchen gezwängt werden würden, dann die Ecksteine fehlten, der ganze Bau also Zusammenstürzen müsse.
Das könnte wahr sein, aber noch nie ist durch eine fadenscheinige, nur auf etliche Jahrzehnte berechnete Zweckmäßigkeitsausrede ein Zusammenbruch verhindert worden. Im Gegenteil, je später ein solcher eintrat, desto fürchterlicher wurde er."

Dr. Alfred Ernst Rosenberg (1930, 1941 Reichsminister Ostministerium,
Der Mythus des 20. Jahrhunderts. Hoheneichen - Verlag München 34. Auflage 1934, S. 133, www.scribd.com/doc/2628285/Der-Mythus-des-20-Jahrhunderts-Alfred-Rosenberg)

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"Vielmehr hätte alles bisher Gesagte auch vor 30 oder 40 Jahren schon ähnlich gesagt sein können; und es ist eigentlich ein testimonium paupertatis [Zeugnis der Bedürftigkeit, Armutszeugnis] für unsere theologische Situation, dass es heute wieder gesagt werden muss. [...]

Wenn nun in den letzten 20 Jahren zurückgerufen wurde von der Kritik zur einfachen Übernahme des neutestamentlichen Kerygmas [griech. kérygma, Botschaft], so gerieten Theologie und Kirche in Gefahr, unkritisch die Mythologie des Neuen Testaments zu repristinieren [lat. aufwärmen von Gestrigem] und damit das Kerygma für die Gegenwart unverständlich zu machen.

Die kritische Arbeit früherer Generationen darf nicht einfach weggewischt werden, sondern sie muss positiv aufgenommen werden. Geschieht das nicht, so werden früher oder später - wenn Kirche und Theologie überhaupt weiterbestehen - die alten Kämpfe zwischen Orthodoxie und Liberalismus noch einmal gekämpft werden müssen.

Das ist freilich die bequemste Weise, der kritischen Frage auszuweichen, indem man alles im wörtlichen Verstände bestehen lässt"

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1941, Ev. Theologe
, Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung, Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg. von Eberhard Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 24-25)

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"Wir glauben an die Inspiration. ... Lass dir das kostbare Erbgut des heiligen Buches nicht aus der Hand schlagen." Und Pfarrer R. im Rheinland nannte von der Kanzel herab den "Mythus des 20. Jahrhunderts" [siehe Beiträge oben von Dr. Alfred Ernst Rosenberg] und das "Handbuch der Judenfrage" Schundschriften.
So stellt sich die Romkirche der Weltanschauung des Nationalsozialismus durchaus ablehnend gegenüber. Der Protestantismus - wenigstens soweit er im rechtgläubigen Luthertum sich darstellt - in kaum minderem Maße. [...]

Wir erstreben eine einheitliche deutsche Volkskirche auf der Grundlage eines wirklich artgemäßen deutschen Christentums [...] Es werden Jahre des Kampfes und der gründlichen Säuberung sein. […]

Wenn dieser Kampf bisher überhaupt noch nicht oder nur mit sehr zagen Mitteln geführt ist, dann muss man dafür Verständnis haben. [...] Die Zeit für diesen allerdings unausbleiblichen Entscheidungskampf ist noch nicht reif." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]

Handbuch der Judenfrage (September 1943, Schriftleitung des Handbuches der Judenfrage - Theodor Fritsch: Handbuch der Judenfrage. Die wichtigsten Tatsachen zur Beurteilung des judischen Volkes, Neunundvierzigste Auflage, Hammer-Verlag, Leipzig 1944)

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"Alfred Rosenberg [siehe Beiträge] hat in seinen Werken in hervorragendstem Maße die Weltanschauung des Nationalsozialismus wissenschaftlich und intuitiv begründen und festigen geholfen. In einem unermüdlichen Kampf um die Reinheit der nationalsozialistischen Weltanschauung hat er sich ganz besonders Verdienste erworben.

Erst eine spätere Zeit wird voll zu ermessen vermögen, wie tief der Einfluss dieses Mannes auf die geistige und weltanschauliche Gestaltung des nationalsozialistischen Reiches ist."

Dr. Joseph Goebbels (1937, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Verleihung des Nationalpreises an Dr. Alfred Ernst Rosenberg. Der Deutsche Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft war die höchste Friedensauszeichnung des nationalsozialistischen Deutschen Reiches. Er wurde 1937 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte an die Stelle des Nobelpreises treten.

Raimund Baumgärtner, Weltanschauungskampf im Dritten Reich. Die Auseinandersetzung der Kirchen mit Alfred Rosenberg, Mainz : Matthias-Grünewald-Verlag, 1977)

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"Leider gibt es noch keine große wissenschaftliche Bultmannbiographie [Rudolf Bultmann]. Nur ihr ließe sich entnehmen, wann der Vortrag [1941, Neues Testament und Mythologie, siehe Beiträge oben] konzipiert wurde, welche Lektüre voranging […]

So ist es derzeit unmöglich, den Entmythologisierungsvortrag als Reaktion auf bestimmte Ereignisse zu deuten. Nur generell lässt sich auf eine Fülle an Erfahrungen hinweisen, die ein seit 1908 publizierender Theologe und Mitglied der Bekennenden Kirche seit dem Weltkrieg hat machen müssen mit einem mythologisierenden Einfluss auf die Verkündigung, wie er im germanischen Mythus des Hitlerreiches gipfelte.

Dieser kommt am profiliertesten zur Sprache in Alfred Rosenbergs Buch «Der Mythus des 20. Jahrhunderts» [siehe Beiträge] Rosenberg verkaufte seinen 700seitigen ‹Mythus des Zwanzigsten Jahrhunderts› zu Hunderttausenden. Das Buch wurde in der Öffentlichkeit weithin als Standardwerk der Partei-Ideologie angesehen. In dieser Rolle beeinflusste es auch Prediger."

PD Dr. Wichmann von Meding (1997, Rudolf Bultmanns Widerstand gegen die Mythologisierung der christlichen Verkündigung, in: Theologische Fakultät der Universität Basel (Hrsg.): Theologische Zeitschrift ThZ 53, Heft 3, Basel: Reinhardt 1997, S. 203 f.)

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Rudolf Bultmann (1884 - 1976), 1912 - 1951 Univ.-Prof.

 


"Im kirchlichen Christentum ist nach Alfred Rosenberg (Der Mythos des 20. Jahrhunderts, 13.-16. Aufl. 1933, S. 76.) [Auszüge der Fußnoten des Originaltextes stehen in der Klammer] die „große Persönlichkeit Jesu" „missbraucht worden".

„Die große Persönlichkeit Jesu Christi, wie immer sie auch gestaltet gewesen sein mag, wurde gleich nach ihrem Hinscheiden mit allem Wust des vorderasiatischen, des jüdischen und afrikanischen Lebens beladen und verschmolzen." (Der Mythos des 20. Jahrhunderts, 1933, S. 74. Nach S. 76, Anm. liegt nicht der geringste zwingende Grund zu der Annahme vor, dass Jesus jüdischer Herkunft gewesen ist.)

Speziell bilden die Lehren des Paulus, „den jüdisch-geistigen Grundstock, gleichsam die talmudisch-orientalische Seite der römischen, aber auch der lutherischen Kirche" (Der Mythos des 20. Jahrhunderts, 1933, S. 74 f. - Man vergleiche weiter die Zitate aus ROSENBERG im „Kirchlichen Anzeiger für die Erzdiözese Köln", amtl. Beilage Dez. 1934 „Der Apostel Paulus und das Urchristentum", Nachtrag zu den „Studien zum Mythos des 20. Jahrhunderts").

Die in solchen Äußerungen wirkende Fragestellung ist nicht neu; sie ist in der theologischen Forschung der vorigen Generation ernsthaft diskutiert worden, nachdem sie vor allem durch W. Wredes „Paulus" (1905) zum Bewusstsein gebracht worden war. […]

„Die ganze Neuerung des Paulus ist darin beschlossen, wie er diese Heilstatsachen, die Menschwerdung, den Tod und die Auferstehung Christi, zum Fundamente der Religion gemacht hat." (W. WREDE, Paulus S. 104, 102, 103.)

Diese christliche Heilslehre hat den Charakter des Mythos. […]

Wir gedenken dankbar dieser Forscher, denn der Ernst und die Wahrhaftigkeit ihres Fragens musste zu einer immer radikaleren Selbstbesinnung des christlichen Glaubens auf sein eigentliches Wesen führen. Wir gehen nicht darauf ein, wie die Diskussion damals geführt wurde, denn uns ist die Frage heute neu gestellt [1936].

Und das ist zu einem guten Teil das Verdienst der „religionsgeschichtlichen Schule die mit rücksichtsloser Energie weiter in jene Selbstbesinnung hineintrieb. Sie wies nach, dass der „Christus-Mythos" aus der zeitgeschichtlichen Mythologie erwachsen ist.

Aus der messianischen Mythologie des Judentums stammt die Gestalt des Messias-Königs, stammt - im Zusammenhang mit der Lehre von den zwei Äonen - die Vorstellung vom Menschensohn.

Aus den hellenistischen Mysterienreligionen stammt die Vorstellung vom sterbenden und wieder zum Leben erwachenden Gott-Heiland und von den Sakramenten (Taufbad und heiliges Mahl), durch die der Myste am Schicksal der Gottheit teilgewinnt.

Aus der Gnosis stammt die Vorstellung von der himmlischen Erlösergestalt, ihrer Menschwerdung und Erhöhung, die dem Gläubigen den Weg in die himmlische Heimat bahnt.

Die historische Erforschung der christlichen Heilslehre scheint zugleich ihre Destruktion zu bedeuten; aber sie scheint damit auch den Weg frei zu machen: zurück zum schlichten Evangelium Jesu! [...]

Noch scharfer hat Johannes, der nach ROSENBERG [Alfred Rosenberg, siehe Beiträge] noch aristokratischen Geist atmet, und der sich gegen die Verbastardierung, Verorientalisierung und Verjudung des Christentums gewehrt haben soll, das ausgedrückt, dass Jesu Kommen die Wende der Zeit war, dass Gottes Gericht sich eben damit schon vollzogen hat"

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1936, Jesus und Paulus: Jesus Christus im Zeugnis der Heiligen Schrift und der Kirche. Beihefte 2 zur Evangelischen Theologie, 1936, Seite 68 - 70 u. 85; Vgl. Jesus und Paulus, Exegetica: Aufsätze zur Erforschung des Neuen Testaments, Tübingen, 1967, Seite 210 - 212 u. 224)

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1925 München (Alfred Rosenberg 3. von links neben dem stehenden Adolf Hitler)

 


"Für Rudolf Bultmann ist kennzeichnend, dass er sich von Anfang an (1933) ohne jedes Wanken als Mitglied der „Bekennenden Kirche" und später des „Pfarrernotbundes" offen gegen die Ideologie des Nationalsozialismus gestellt hat. In vielen Predigten und manchen Schriften „machte er auf die Differenz zwischen biblischem Glauben und der (NS-) Weltanschauung jener Zeit aufmerksam. […]

Gehört hierher, also zu dieser Widerstandshaltung Bultmanns gegen das Dritte Reich und seine Ideologie nicht auch sein „Programm der Entmythologisierung"? Musste dieses Programm, verkündet 1941, für damalige Ohren nicht unüberhörbar an die aus christlicher Sicht notwendige Kritik am „Mythos des 20. Jahrhunderts"  [siehe Beiträge oben, Dr. Alfred Ernst Rosenberg] erinnern?

Alfred Rosenberg hatte 1930 unter diesem Titel das im Dritten Reich nach Hitlers „Mein Kampf" meistverbreitete Buch veröffentlicht, ein dezidiert antichristliches Buch, das programmatisch die religiös-völkische Weltanschauung, die Religion des Blutes, den Mythos des Blutes vertrat.

Befand sich Bultmann mit dem Schlagwort der „Entmythologisierung" als Theologe nicht an vorderster Bekenntnisfront, wenn er sich gegen den völkischen Rasse-Mythos, gegen die vom Nationalsozialismus ausdrücklich gepflegte Wiederkehr des Mythischen und Irrationalen mit einem „Programm zur Entmythologisierung" wandte?"

Pfarrer Christian Horn (8. Juni 2009, Christen im Gespräch mit der Moderne: Vorträge für eine kritische Gemeinde, Verlag: Pro Business, ISBN 978-3868054019, Seite 62)

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"In der Zeit des Nationalsozialismus schloss Rudolf Bultmann sich der Bekennenden Kirche und dem Pfarrernotbund an. Er wies in Predigten auf Widersprüche zwischen nationalsozialistischer Ideologie und christlichem Glauben hin, übte jedoch keinen offenen Widerstand und blieb daher bis zu seiner Emeritierung 1951 in Amt und Würden."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Bultmann, Stand April 2010)

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"Wir können hier in Bonn nur Professoren brauchen, die ein inneres Verhältnis zum Nationalsozialismus haben, um mit dem Erbe Karl Barths [Schweizer Theologe, gilt als "Kirchenvater des 20. Jahrhunderts", http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Barth] und seines Kreises restlos aufräumen zu können"

Stellvert. Dekan d. Universität Bonn Prof. Dr. Dr. Anton Jirku  (26.11.1934, Archiv der Universität Bonn, Presseinformation 2004/502 v. 22.11.2004 - Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, "Volk ans Gewehr", www.uni-bonn.de/Aktuelles/Presseinformationen/2004/502.html)

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"Beamte, die nach ihrer bisherigen politischen Betätigung nicht die Gewähr dafür bieten, dass sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten, können aus dem Dienst entlassen werden."

Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums § 4 (7. April 1933, Der Reichskanzler Adolf Hitler, Der Reichsminister des Innern Frick, Der Reichsminister der Finanzen Graf Schwerin von Krosigk, Berlin, Reichsgesetzblatt Teil 1 § 4, Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums RGBl. I 1933, S. 175)

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Amt für Presse und Propaganda (Hg.): Unsere Feiern, 1944

 


"Nun gab es allerdings für Bultmanns Vortrag von 1941 [Neues Testament und Mythologie, siehe Beiträge] noch eine ganz andere Streitfront. Neben der heidnisch-mythischen Irrlehre der DC [Deutschen Christen] und der Reichskirche gab es die wachsende Gefahr einer biblizistischen Orthodoxie in den eigenen Reihen der Bekennenden Kirche.

Bultmann sah die Bekennende Kirche vor lauter ängstlichem Rückzug auf traditionelle Lehre und Bekenntnisse - damals kam der nicht ganz unproblematische Brauch auf, im Gottesdienst gemeinsam das Apostolikum [http://de.wikipedia.org/wiki/Apostolisches_Glaubensbekenntnis] zu sprechen - den Kontakt zur modernen Welt zu verlieren, um sich in einer weltfremden Nische zu verschanzen.

Auch im Zusammenhang mit dieser von Bultmann gesehenen Gefahr ist seine Warnung zu verstehen: „wer auch immer das Festhalten an dieser Mythologie, für die Haltung christlichen Glaubens erklärt" , dass der „damit die christliche Verkündigung in der Gegenwart unverständlich und unmöglich macht."

Pfarrer Christian Horn (8. Juni 2009, Christen im Gespräch mit der Moderne: Vorträge für eine kritische Gemeinde, Verlag: Pro Business, ISBN 978-3868054019, Seite 64-65)

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"Mit seinen exegetischen und systematisch-theologischen Arbeiten hat Rudolf Bultmann [siehe Beiträge] die Theologie wie auch das kirchliche Leben tiefgreifend geprägt. Insbesondere mit seinem Programm der Entmythologisierung des Neuen Testamentes hat er weitreichende Impulse für das Selbstverstehen des christlichen Glaubens unter den Bedingungen der Moderne gegeben, die bis heute theologisch wirksam sind."

Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands VELKD (20. April 2010, Bultmann und Luther – Lutherrezeption in Exegese und Hermeneutik Rudolf Bultmanns, ISBN 9783981244632, www.velkd.de)

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"Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1948, Theologe [laut http://www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml: bedeutendster Exeget des 20. Jahrhunderts], "Kerygma und Mythos I", Bartsch, 1967)

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Adolf Hitler (13.01.1935, H.Hoffmann: Hitler in seinen Bergen)

 


"Jedenfalls glaubt die moderne Wissenschaft nicht, dass der Lauf der Natur von übernatürlichen Kräften durchbrochen oder sozusagen durchlöchert werden kann. Dasselbe gilt für die moderne Geschichtsforschung, die nicht mit einem Eingreifen Gottes oder des Teufels oder von Dämonen in den Lauf der Geschichte rechnet […]
Der Mensch von heute baut darauf, dass der Lauf der Natur und Geschichte, wie sein eigenes Innenleben und sein praktisches Leben, nirgends vom Einwirken übernatürlicher Kräfte durchbrochen wird. […]

Für den Menschen von heute sind das mythologische Weltbild, die Vorstellung vom Ende, vom Erlöser und der Erlösung vergangen und erledigt."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1965, Theologe, Glauben und Verstehen: gesammelte Aufsätze, Band 4. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) Verlag Tübingen, 4. Aufl. 1984, Seite 144-145)

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"Die Mythologie, in deren Begrifflichkeit das Neue Testament redet, ist im wesentlichen die der jüdischen Apokalyptik und des gnostischen Erlösungsmythos."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1941, Ev. Theologe, Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung, Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg. von Eberhard Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988)

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"Welch primitive Mythologie, dass ein Mensch gewordenes Gotteswesen durch sein Blut die Sünden der Menschen sühnt!"

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1941, Ev. Theologe, Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung, Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg. von Eberhard Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 19) 

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"Es ist nicht zu sehen, was der historische Jesus, der seinen Todesweg in gehorsamer Liebe geht, im mindesten voraus hat vor all denen, die z. B. im Weltkriege diesen Weg auch in gehorsamer Liebe gegangen sind"

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1927, Ev. Theologe, Zur Frage der Christologie, Zwischen den Zeiten, Glauben und Verstehen (GuV). Gesammelte Aufsätze, Band 1, Seite 96, 9. Aufl. Tübingen 1993)

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"Die Formel 'Christus ist Gott' ist falsch in jedem Sinn, in dem Gott als eine objektivierbare Größe verstanden wird, mag sie nun arianisch [der Vater allein ist Gott] oder nizäisch [wir glauben an einen Gott, den Vater ... den einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes ... Gott aus Gott, Licht aus Licht, wahrer Gott aus wahrem Gott] orthodox oder liberal verstanden sein.

Sie ist richtig, wenn 'Gott' hier verstanden wird als das Ereignis des Handelns Gottes."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1954, Ev. Theologe, Glauben und Verstehen (GuV). Gesammelte Aufsätze, Band 2, Tübingen 1958, S. 258)

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"Diese Frage heißt nun nicht mehr, ob Gott ist oder nicht, sondern wo Gott geschieht, wo Gott sich ereignet. [...]
Wenn Jesus heute wiederkäme wäre er Atheist, d.h. er könnte sich auf nichts anderes als auf seine weltverändernde Liebe verlassen."

Prof. Dr. Dorothee Sölle (1969, Ev. Theologin, Aufsatz: Gibt es ein atheistisches Christentum?,  Merkur 23-1969, S. 33 - 44)

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"Löst sich das Christentum in Ethik auf? Die Antwort auf diese Frage muss heißen: Ja, das tut es heute wie vor 2000 Jahren."

Prof. Dr. Dorothee Sölle (Dezember 1966, Ev. Theologin, Atheistisch an Gott glauben? Merkur. Nachdruck: Atheistisch an Gott glauben? Beiträge zur Theologie, dtv München 1983, Seite 86)

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"Sie [Prof. Dr. Dorothee Sölle, siehe oben] gehörte zu den Theologinnen, die Bultmanns Programm der Entmythologisierung als befreiend erlebten, weil sie dadurch den Widerspruch zwischen dem mythischen, im „Geheimnis des Glaubens" wurzelnden Weltbild der Bibel und einem wissenschaftlich fundierten, auf Vernunft basierenden Realitätsverständnis für überbrückbar hielt.

Bultmann selbst bezeichnete sie zum Einen als Lehrer, der ihr Mut zur Frömmigkeit gemacht habe, und zum Anderen als Denker „einer vom Mythologischen befreiten Existenz" (Fenster, 139). Er habe, „um der existenziell ergriffenen Wahrheit willen" den „zum Fetisch erstarrten welterklärendcn Mythos" bekämpft (Eis, 78)."

Dr. Klaus Aschrich (November 2006, Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik - Uni Würzburg, Theologie schreiben: Dorothee Sölles Weg zu einer Mystik der Befreiung, LIT Verlag Münster)

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Dr. theol. Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)

 


"Ich gehöre zu denen, die [Bultmanns] Schrift begrüßt haben ... Grob gesagt: Bultmann hat die Katze aus dem Sack gelassen, nicht nur für sich, sondern für sehr viele (die liberale Katze aus dem Bekenntnissack), und darüber freue ich mich.

Er hat gewagt zu sagen, was viele in sich verdrängen (ich schließe mich ein), ohne es überwunden zu haben. Er hat damit der intellektuellen Sauberkeit und Redlichkeit einen Dienst geleistet.

Der Glaubenspharisäismus, der nun dagegen von vielen Brüdern aufgeboten wird, ist mir fatal. Nun muss Rede und Antwort gestanden werden. Ich spräche gern mit Bultmann darüber und möchte mich der Zugluft, die von ihm kommt, gern aussetzen. Aber das Fenster muss dann wieder geschlossen werden. Sonst erkälten sich die Anfälligen zu leicht."

Dr. theol. Dietrich Bonhoeffer (25. Juli 1942, Evangelisch-lutherischer Theologe, [Brief Bonhoeffers] 192. An Winfried Krause. Berlin, 25.7.1942, Dietrich Bonhoeffer Werke (DBW); Band 16: Konspiration und Haft 1940-1945. Jorgen Glenthoj, Ulrich Kabitz, Wolf Krötke (Hrsg.), Christian Kaiser Verlag/Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1996, Seite 344)

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"Wir müssen so glauben, als wenn es Gott nicht gäbe."

Dr. theol. Dietrich Bonhoeffer (1944, Evangelisch-lutherischer Theologe, Gefängnis Berlin-Tegel, www.franz-sales-verlag.de/fsvwiki/index.php/Lexikon/Dreifaltigkeitssonntag-LJA)

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"Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht."

Dr. theol. Dietrich Bonhoeffer (1930, Evangelisch-lutherischer Theologe, Habilitationsschrift: Akt und Sein. Transzendentalphilosophie und Ontologie in der systematischen Theologie, Seite 68)

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"Rudolf Bultmann entzauberte im 20. Jahrhundert radikal die Sprache der Bibel. [...] Er gilt heute als einer der bedeutendsten Theologen des Protestantismus.

Bultmann ist ein Symbol für den Dialog des Christentums mit der Moderne. In seiner Person als Wissenschaftler und Christ verkörperte er zugleich den Spagat zwischen Glauben und Verstehen. [...]

Seine Interpretation der Evangelien rüttelt bis heute an den Fundamenten der christlichen Bekenntnisse. [...] Schließlich war die äußerste Konsequenz dieses Programms „die Verneinung der leiblichen Auferstehung Christi“, wie die Tagesschau einen Tag nach Bultmanns Tod meldete. [...]

Lutherische Theologen warfen ihm vor, er betreibe die "Selbstauflösung der Theologie in eine atheistische Philosophie". [...]
Die Kontroverse um Bultmanns Entmythologisierungsprogramm war für die Kirche ein notwendiger Streit, erinnert sich der 1915 geborene Theologe Heinz Zahrnt. Bultmann habe die Christen vom zwanghaften Buchstabenglauben befreien wollen"

Evangelischer Pressedienst epd (Oktober 2001, Rudolf Bultmann - Spagat zwischen Glauben und Verstehen, Marburger UniJournal Nr. 10, 10/2001, Philipps-Universität Marburg, www.uni-marburg.de)

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"Die konkrete Situation ist für den Verkündiger einfach die, dass, wenn er auf die Kanzel steigt, ein gedrucktes Buch vor ihm liegt, auf Grund dessen er verkündigen soll; wie »vom Himmel gefallen«, gewiss; denn seine historisch-kritische zu ergründende Entstehung geht ihn offenbar in diesem Moment nichts an."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1927, Ev. Theologe, Zur Frage der Christologie. In: Glauben und Verstehen (GuV). Gesammelte Aufsätze, Band 1, Seite 100, 9. Aufl. Tübingen 1993)

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"So sehr es mir widerstrebt, halte ich doch für notwendig, dass die Ergebnisse der theologischen Forschung dem Volke zugänglich gemacht werden."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (30. Juli 1904, Briefe an W. Fischer, Martín Evang, Rudolf Bultmann in seiner Frühzeit, Mohr: Tübingen 1988, S. 110)

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"Sie [die Entmythologisierung] ist vielmehr eine schwere und umfassende Aufgabe, die überhaupt nicht einem Einzelnen obliegen kann, sondern von einer theologischen Generation eine Fülle von Zeit und Kraft fordert."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1941, Theologe, [laut http://www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml: bedeutendster Exeget des 20. Jahrhunderts], Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung (1941). in: H.-W. Bartsch (Hg.): Kerygma und Mythos, Band 1. 1948. 4. Aufl. Reich, Hamburg, 1960)

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"Rudolf Bultmann (1884-1976) gilt mit Recht nicht nur als einer der bedeutendsten Neutestamentler, sondern überhaupt als einer der wichtigsten protestantischen Theologen des 20. Jahrhunderts. [...]

Für die Exegese der Bibel gelten nach Bultmann keine anderen Methoden als für die Interpretation anderer Texte auch. Als Mitbegründer der formgeschichtlichen Methode - 1921 erschien seine Geschichte der Synoptischen Tradition (10. Auflage 1995) - hat selbst maßgeblich zur Weiterentwicklung der mit der Aufklärung entstandenen historisch-kritischen Methode beigetragen. [...]

Entmythologisierung bedeutet bei Bultmann freilich nicht die Eliminierung des Mythos, sondern seine Reinterpretation. [...]
In den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde Bultmanns Entmythologisierungsprogramm zum innerkirchlichen Streitfall. Konservative Kreise machten dem Marburger Theologen den Vorwurf, das christliche Glaubensbekenntnis abzuschaffen, und strebten sogar ein Lehrzuchtverfahren an. Anderen Kritikern ging Bultmanns Modernisierung der Theologie im Gegenteil nicht weit genug.

Heute hat Bultmann längst kirchliche Anerkennung erfahren. Auch wenn in den letzten Jahrzehnten der Begriff des Mythos eine neue Aufwertung erfahren hat, bleibt Bultmanns Theologie ungebrochen aktuell."

Prof. Dr. Ulrich H.J. Körtner (13. Februar 2009, Systematische Theologie - Evangelisch-Theologischen Fakultät Uni Wien, 1987 Habilitation an der Kirchlichen Hochschule Bethel, Wissenschaftler des Jahres 2001, Rudolf Bultmann vor 125 Jahren geboren. Sendung des Österreichischer Rundfunk ORF: ORF ON Science vom 13.2.09 um 18:40 Uhr, www.orf.at)

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Rudolf Karl Bultmann, 1912 - 1951 Univ.-Prof.


 

"Du kannst vielleicht mitfühlen, wenn ich Dir sage, dass ich schon manchmal Stunden hatte, in denen ich alles Denken und Wissen gern von mir geworfen hätte [...] unsereiner sieht sich am Abend nicht weiter als am Morgen und mag kaum auf das nächste Morgen hoffen."

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (2. April 1905, Ev. Theologe, Brief an Walther Fischer, Mn 2-2198, Nachlass Rudolf Bultmann, Universitätsbibliothek Tübingen)

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"Anlässlich der Erwähnung von Rudolf Bultmann möchte ich nicht versäumen zu erwähnen, dass er sich vor seinem Tode bekehrt und seine Schüler und Studenten um Vergebung gebeten hat.

Kronzeuge dafür ist Ernst Käsemann, der das vor seinem eigenen Tode erwähnt hat, seinem Lehrer darin aber leider nicht folgen wollte. Die Nachricht ist verbürgt, ich habe mit dem Ohrenzeugen, der seine Identität nicht preisgeben will, selber gesprochen."

Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1. Oktober 2007, Was ist glaubwürdig – die Bibel oder die Bibelkritik?, VTR: Nürnberg 2007, Fußnote S. 13)

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"Aber jetzt kann ich ihnen etwas ganz schönes sagen. Rudolf Bultmann hat sich vor seinem Tode bekehrt und er hat sogar seine Schüler und Studenten um Vergebung gebeten.

Ich habe das jetzt erst im vergangenen Jahr [2003] erfahren und der Kronzeuge ist Ernst Käsemann. Er hat das erwähnt, bevor er gestorben ist. Und er hat das bestimmt nicht erfunden, denn er hatte sogleich gesagt, er würde sich nicht bekehren, weil er über die Ermordung seiner Tochter nicht hinwegkäme.

Aber so groß ist Gott. Er konnte es machen, so dass der Hauptkronzeuge der historisch-kritischen Theologie seine Knie vor Jesus gebeugt hat, seinem Heiland."

Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (4. Juli 2004, Bibelkritik - Wissenschaft oder Manipulation? Vortrag im Rahmen einer Bibelausstellung in der Freien Evangelischen Schule Berlin, Audiodatei: Stelle 21:15 bis 22:05 http://bibelausstellung.fesb.de/download.php?filename=Linnemann.mp3)

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"Zum philosophischen Bewusstsein jedoch ist nordischer Geist dann in Immanuel Kant gelangt, dessen wesentliches Werk in der endlich einmal durchgeführten Scheidung der Befugnisse von Religion und Wissenschaft liegt.

Religion hat nur mit dem "Himmelreich in uns" zu tun, echte Wissenschaft nur mit Mechanistik. Physik, Chemismus, Biologie. Diese kritische Scheidung bedeutet, durchgeführt, die erste Voraussetzung für eine arteigene nordische Kultur; sie bedeutet aber auch die Überwindung der syrisch-jüdisch bestimmten Dogmen und das Frei-Werden unseres polarbewußten, dynamischen Lebens [...]

Eine Deutsche Kirche wird nach und nach in den ihr überwiesenen Kirchen an stelle der Kreuzigung den lehrenden Feuergeist, den Helden im höchsten Sinn darstellen."

Dr. Alfred Ernst Rosenberg (1930, 1941 Reichsminister Ostministerium, Der Mythus des 20. Jahrhunderts. Hoheneichen - Verlag München 34. Auflage 1934, www.scribd.com/doc/2628285/Der-Mythus-des-20-Jahrhunderts-Alfred-Rosenberg)

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"Wo der Mensch Gott gleich gesetzt wird, da wird nicht mehr von Gott geredet, wo die frohe Botschaft eine mystische Botschaft vom "Himmelreich in uns" ist, da wird ganz gewiss nicht mehr von der frohen Botschaft des Christus geredet. [...]

Ihre Existenz als protestantische Kirche wenigstens wird davon abhängen, ob sie hier wie dort in kompromissloser Entschiedenheit - und wenn sie darum einsame Kirche werden müsste - das Wort sagt, das ihr aufgetragen ist, das Wort von dem Gott, dem allein Ehre gebührt."

Pfarrer Dr. Walther Hunzinger (April 1931, Klaus Scholder, Die Kirchen und das Dritte reich. Band 1: Vorgeschichte und Zeit der Illusionen 1918-1934. Frankfurt/M-Berlin-Wien 1977. S. 176 - 177)

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"Heute [1939] sitzt dieses Christentum auf der Anklagebank der Geschichte Europas […]

Ein Recht auf Toleranz hat das Christentum dank seiner eigenen Dogmen und Taten verwirkt. […] Wir üben religiöse Duldsamkeit nicht aus Achtung vor den Kirchen, sondern aus Achtung vor den Deutschen, die noch an die Lehren der Priester glauben"

Dr. Alfred Ernst Rosenberg (Juli 1939, 1941 Reichsminister Ostministerium, Weltanschaulichen Thesen PS-1749, Hans-Günther Seraphim: Das politische Tagebuch Alfred Rosenbergs aus den Jahren 1934/35 und 1939/40, Göttingen / Berlin / Frankfurt Aufl. 1964, S. 212–258)

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Bischof Coch 1933

1933, Bischof Friedrich Coch, Vereinsgeistlicher d. Inneren Mission, Luth. Kirche Sachsen


 

"Bischof Theophil Wurm [siehe unten] - Erster Ratsvorsitzender der EKD [...]

1943 protestierte er öffentlich gegen die Judenverfolgung. Einige Jahre zuvor hatte er sich noch gemäßigt-antisemitisch geäußert. [...] Bis 1949 war Theophil Wurm Ratsvorsitzender der EKD und maßgeblich an deren Verfassungsgebung beteiligt. Wurm protestierte gegenüber den Siegermächten gegen die Härte der Entnazifizierung."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Theophil_Wurm, Stand Januar 2010)

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Schreiben an den Reichsjustizminister aus Anlass der Pogrom-Nacht im November 1938 [Kristallnacht]:

"Ich bestreite mit keinem Wort dem Staat das Recht, das Judentum als ein gefährliches Element zu bekämpfen. Ich habe von Jugend auf das Urteil von Männern wie Heinrich von Treitschke und Adolf Stoecker [siehe unten] über die zersetzende Wirkung des Judentums auf religiösem, sittlichem, literarischem, wirtschaftlichem und politischem Gebiet für zutreffend gehalten"

Bischof Theophil Wurm (6. Dezember 1938, 1899 Pfarrer der Evangelischen Gesellschaft und der Stadtmission in Stuttgart, 1929 bis 1948 Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, bis 1949 1. Ratsvorsitzender der EKD, Hans Prolingheuer, Wir sind in die Irre gegangen. Die Schuld der Kirche unterm Hakenkreuz, nach dem Bekenntnis des 'Darmstädter Wortes' von 1947, PAHL-RUGENSTEIN 1987, S. 33, http://de.wikipedia.org/wiki/Theophil_Wurm)

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Juden sind in Behringersdorf nicht erwünscht, Photographie: Otto Schönstein
Behringersdorf, 1933, DHM, Berlin, Schönstein 2506

 


"Die Kirche hat sich dafür einzusetzen, dass die Ausschaltung der Juden als Fremdkörper im Volksleben sich nicht in einer dem christlichen Ethos widersprechenden Weise vollzieht.

Gegen jede Art von gewaltsamer Judenverfolgung, welche das Ansehen des nationalen Staates schädigt und das Recht der Abwehr gegen Überfremdung diskreditiert, ist deshalb von der Kirche aus Einspruch zu erheben."

Prof. Dr. Walter Künneth (April 1933, "Sektenbeauftragte" und Vertreter der Bekennenden Kirche, Mitbegründer der Bekenntnisbewegung Kein anderes Evangelium, EZA Berlin, 1/A2/28, Verhandlungen des DEKA am 25./26. April 1933 in Berlin, 292+R. This anonymus expert originates from Walter Künneth; cf. Wolfgang Huber/ Ilse Tödt (edd.), Ethik im Ernstfall. Dietrich Bonhoeffers Stellung zu den Juden und ihre Aktualität, München 1982, 255ff. in: Besier, Gerhard: Die evangelische Kirche in den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts: gesammelte Aufsätze, Band 1, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener 1994, S. 74)

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"Hitler selbst hat in seinem Buch 'Mein Kampf' deutlich auf die Gefahr rassischer Gleichgültigkeit für das deutsche Volk hingewiesen [...] [S. 115]

Dem nationalen Staat ist grundsätzlich nicht bloß das Recht, die Judenfrage zu einem Problem staatspolitischer Neuordnung zu machen, zuzugestehen, sondern diese Selbstbesinnung auf die Eigenart des deutschen Volkstums ist von der Kirche entsprechend ihrem Ja zu den Ordnungen Gottes, als die Rasse und Volkstum begriffen werden müssen, zu begrüßen [...] so erst recht im deutschen Volke, in dem der jüdische Einfluss schon seit Jahrzehnten derartig überhand genommen hat, dass die Gefahr der Überwucherung des deutschen Geisteslebens und der Überfremdung der deutschen Öffentlichkeit nicht mehr zu leugnen war [...]

Demgemäß trägt die in der Gegenwart getroffene Neuregelung [Kontext im Text: Nürnberger Rassengesetze] prinzipiell den Charakter, durch gesetzliche Schutzmaßnahmen das deutsche Volk vor Überfremdung zu sichern. [...] [S. 119 f.]

Die Kirche weiß, dass der Staat das Schwertamt zu führen hat. Dieses Amt bedeutet Härte und Strenge. Die Kirche kann und will dem Staat in der Ausübung dieses Amtes nicht in den Arm fallen. Unter diesem Gesichtspunkt ist grundsätzlich auch die neue staatliche  Gesetzgebung gegenüber den in Deutschland lebenden Juden, Judenchristen und jüdischen Mischlingen zu werten." [S. 135]

Prof. Dr. Walter Künneth (Juni 1937, "Sektenbeauftragte" und Vertreter der Bekennenden Kirche, Mitbegründer der Bekenntnisbewegung Kein anderes Evangelium, Das Judenproblem und die Kirche, in: Künneth, Walter; Schreiner, Helmuth (Hg.): Die Nation vor Gott. Zur Botschaft der Kirche im Dritten Reich, 5. veränderte Auflage 1937. Berlin: Wichern Verlag, S. 115, 119 f. u. 135)

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Prof. Dr. Walter Künneth, 1979

 


"Die Judenfrage ist schon lange eine brennende Frage; seit einigen Monaten steht sie bei uns in hellen Flammen. [...] In der That erscheint mir das moderne Judenthum als eine große Gefahr für das deutsche Volksleben. [...]

Es wird nicht leicht sein, dem jüdischen Capital den nöthigen Zaum anzulegen. Nur eine organische Gesetzgebung vermag dies zu erreichen. [...] Wiedereinführung der confessionellen Statistik, damit das Mißverhälniß zwischen jüdischem Vermögen und chritlicher Arbeit festgestellt werden kann;

Einschränkung der Anstellung jüdischer Richter auf die Verhälnißzahl der Bevölkerung; Entfernung der jüdischen Lehrer aus unseren Volksschulen, zu dem Allen Kräftigung des christlich-germanischen Geistes; das sind die Mittel, um dem Ueberwuchern des Judenthums im germanischen Leben, diesem schlimmsten Wucher, entgegenzutreten.

Entweder dies gelingt uns, dann mag der Segen wieder über Deutschland kommen, oder der Krebsschaden an dem wir leiden, frißt weiter; dann ist unsere Zukunft bedroht, und der deutsche Geist verjudet, das deutsche Wirtschaftleben verarmt. Rückkehr zu mehr germanischem Rechts- und Wirtschaftsleben, Umkehr zu christlichem Glauben; so wird unsere Losung lauten. Dann thue Jeder seine Pflicht und Gott wird helfen."

Pfarrer Adolf Stoecker (1879, 1877 Leiter der Berliner Stadtmission, Unsere Forderung an das moderne Judenthum, Das moderne Judenthum in Deutschland besonders in Berlin. Zwei Reden in der christlich-socialen Arbeiterpartei, Berlin 1880,
http://de.wikisource.org/wiki/Unsere_Forderungen_an_das_moderne_Judenthum)

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"Selektion" ungarischer Juden an der Rampe von Auschwitz, Mai 1944, DHM, Berlin, F 62/368

 


"Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen [Kristallnacht]. Vom deutschen Volk wird [...] die Macht der Juden auf wirtschaftlichem Gebiet im neuen Deutschland endgültig gebrochen und damit der gottgesegnete Kampf des Führers zu völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt.

In dieser Stunde muss die Stimme des Mannes [Martin Luther, siehe unten] gehört werden, der als der Deutschen Prophet im 16. Jahrhundert einst als Freund der Juden begann, der getrieben von seinem Gewissen, getrieben von den Erfahrungen und der Wirklichkeit, der größte Antisemit seiner Zeit geworden ist, der Warner seines Volkes wider die Juden."

Evangelisch-lutherische Landesbischof Martin Sasse (1938, Theologe, Landesbischof von Thüringen, Vorwort zu seiner Schrift "Martin Luther und die Juden - Weg mit ihnen!", http://hpd.de/node/3170, Stand März 2009) 

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"Ein kirchlicher Protest gegen diese Schrift [siehe oben] ist nirgends bekannt geworden; im Gegenteil"

Pfarrer Hartwig Hohnsbein (25.01.2003, Vortrag Feindschaft gegen Juden: Antijudaismus im deutschen Protestantismus im 20. Jahrhundert)

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"Es muss endlich mit der theologisch begründeten Zurückhaltung gegenüber dem Tun des Staates gebrochen werden – es ist ja doch alles nur Angst. "Tu deinen Mund auf für die Stummen" – wer weiß denn das heute noch in der Kirche, dass dies die mindeste Forderung der Bibel in solchen Zeiten ist?"

Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer (November 1934, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.)

[Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind. Sprüche 31, 8]

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In Kowno einer der unzähligen Übergriffe auf jüdische Menschen (25.06.1941)

 

Nazimob 

Bild: Alle Juden sind... 50 Fragen zum Antisemitismus. Verlag An der Ruhr 2008, S.118.

 


"Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist‘s um diese Juden, ... unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. [...] Wenn ich könnte, wo würde ich ihn niederstrecken und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren. [...]

Erstlich, dass man ihre Synagoga oder Schule mit Feuer anstecke und, was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun, unserm Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien und solch öffentlich Lügen, Fluchen und Lästern seines Sohnes und seiner Christen wissentlich nicht geduldet noch gewilliget haben.

Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben ebendasselbige drinnen, das sie in ihren Schulen treiben. Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder Stall tun, wie die Zigeuner, auf dass sie wissen, sie seien nicht Herrn in unserem Lande, wie sie rühmen, sondern im Elend und gefangen, wie sie ohn' Unterlass vor Gott über uns Zeter schreien und klagen.

Zum dritten, dass man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein und Talmudisten, darin solche Abgötterei, Lügen, Fluch und Lästerung gelehret wird.

Zum vierten, dass man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren. ...

Zum fünften, dass man den Juden das Geleit und die Straße ganz und gar aufhebe. Denn sie haben nichts auf dem Lande zu schaffen, weil sie nicht Herren noch Amtleute noch Händler oder desgleichen sind, sie sollen daheim bleiben. ...

Zum sechsten, dass man ihnen den Wucher verbiete und nehme ihnen alle Barschaft und Kleinode an Silber und Gold, und lege es beiseit zu verwahren. Und dies ist die Ursache: Alles, was sie haben ... haben sie uns gestohlen und geraubt durch ihren Wucher, weil sie sonst keine Nahrung haben. ...

Zum siebenten, dass man den jungen, starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel, und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nasen, wie Adams Kindern aufgelegt ist. Denn es taugt nicht, dass sie uns verfluchte Gojim wollten lassen im Schweiß unseres Angesichts arbeiten, und sie, die heiligen Leute, wollten's hinter dem Ofen mit faulen Tagen, Feisten und Pompen verzehren und darauf rühmen lästerlich, dass sie der Christen Herren wären von unserm Schweiß, sondern man müsste ihnen das faule Schelmenbein aus dem Rücken vertreiben."

Dr. Martin Luther (Januar 1543, Reformator, Von den Juden und ihren Lügen. In: Borcherdt, H. H., Merz, Georg (Hg.): Martin Luther - Ausgewählte Werke. Ergänzungsreihe dritter Band: Schriften wider Juden und Türken. München, 1938. Chr. Kaiser Verlag. S. 61-228. Zitate S. 189-193.
Grundlage ist die 120-bändige so genannte "Weimarer Ausgabe - Kritische Gesamtausgabe der Werke Martin Luthers", deren Herausgabe 1883 im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger in Weimar begann und die bis heute nicht abgeschlossen ist. Die fragliche Schrift befindet sich im 53. Band dieser Ausgabe auf den Seiten 417-552. Zur Zeit (2000-2007) gibt der Metzler-Verlag eine neue Ausgabe heraus.

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Ungarische Juden an der Selektionsrampe Auschwitz-Birkenau, Mai 1944, DHM, Berlin, BA107750

 


"Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung; sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen."

Adolf Hitler (1924, Zwiegespräche zwischen Adolf Hitler und mir. Dietrich Eckart, München 1924; S. 34, http://de.wikiquote.org/wiki/Martin_Luther)

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"Als Glieder der deutschen Volksgemeinschaft stehen die unterzeichneten deutschen Evangelischen Landeskirchen und Kirchenleiter in der Front dieses historischen Abwehrkampfes, der u.a. die Reichspolizeiordnung über die Kennzeichnung der Juden als der geborenen Welt- und Reichsfeinde notwendig gemacht hat, wie schon Dr. Martin Luther nach bitteren Erfahrungen die Forderung erhob, schärfste Maßnahmen gegen die Juden zu ergreifen und sie aus deutschen Landen auszuweisen."

Gemeinsamen Stellungnahme der Landeskirchen von Sachsen, Hessen-Nassau, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Anhalt, Thüringen und Lübeck (17. Dezember 1941, Günter Brakelmann/Martin Rosowski (Hg.), Antisemitismus,  Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1989, S. 108)

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"Luthers Ratschläge gegen die Juden hat Hitler genau ausgeführt."

Prof. Dr. Karl Jaspers (1962, Philosoph und Psychiater, Der philosophische Glaube angesichts der Offenbarung. Piper, München 1962, ISBN 3-492-01311-2, S. 90)

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Synagoge 1938

Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 (6.11.2008, www.welt.de)

 


"In seiner Schrift aus dem Jahre 1523 „Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei“’ nennt Luther die Juden ausdrücklich „Blutsfreunde, Vettern und Brüder des Herrn“. Er fordert darin, ihnen freundlich und tolerant zu begegnen, damit man auch sie für den von der Reformation neu entdeckten christlichen Glauben gewinnen könne. Seine Hoffnung war die Konversion der Juden zum Christentum. [...]

Je länger, desto mehr war Luther überzeugt, dass die Welttage sich dem Ende zuneigen, dass der universale Endkampf zwischen Christus und Satan begonnen hat. Er fürchtete, dass sich jetzt der Teufel mit dem Papst, den Türken, den Juden und allen Heuchlern (Ungläubigen) zusammentut, um das Offenbarwerden der Wahrheit der Reformation zu verhindern. [...]

In schrecklicher Verblendung rät Luther den protestantischen Fürsten, dort, wo es Not tue, der Juden Synagogen und Schulen anzuzünden, ihnen das freie Geleit aufzukündigen, den Zins („Wucher“), von dem sie leben würden, zu verbieten und sie außer Landes zu jagen (vgl. Röhm/Thierfelder, Bd. l, 1990, S. 35f u. 348f).

Erst spätere Generationen haben Luther, besonders den alten Luther, zum Judenhasser stilisiert. Luthers Judenfeindschaft ist jedoch als Teil seiner apokalyptischen Geschichtsschau zu verstehen, die er mit anderen spätmittelalterlichen Theologen teilt.
Es sind auch nicht die Juden als solche, denen er den Kampf angesagt hat, sondern die Juden als ‚Gottesfeinde’, die er mit anderen Glaubensgegnern gleichsetzt.

So heißt es in „Von den Juden und ihren Lügen“: „Aber nun wundere ich mich nicht, weder über der Juden noch der Türken (geistliche) Blindheit, Hartnäckigkeit und Bosheit. Und dasselbe sehe ich bei den allerheiligsten Vätern der Kirche, dem Papst, den Kardinalen, den Bischöfen. 0 weh, du schrecklicher Zorn und unbegreifliches Gericht der hohen göttlichen Majestät, (das über sie alle kommt).“

Luther hatte trotz seiner Hassausbrüche nie aufgehört, die Nähe der Juden zu suchen. In seiner letzten Schrift - drei Tage vor seinem Tod verfasst - »Eine Vermahnung wider die Juden« schreibt er: „Wir wollen die christliche Liebe an den Juden üben und für sie beten, dass sie sich (doch) bekehren« (Oberman 1982, S. 160).
Luther war kein Antisemit im modernen Sinne. Dennoch ist nicht zu bestreiten, dass seine antijüdischen Schriften zu den dunkelsten Kapiteln in seinem Werk zählen."

Eberhard Röhm (2003, Martin Luther und die Juden, Matthias-Film GmbH, Medien für den Unterricht, Mitglied im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, www.dvd-educativ.de) 

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Dr. Martin Luther, Reformator (1483 - 1546) Quelle: www.heiligenlexikon.de


 

"Die Juden sind die Zerstörer und gehören hinausgepeitscht."

Oberkirchenrat Otto Bezzel [bis 1962 Personalreferent der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern] (1937, Mitglied der der Bekennenden Kirche, Predigt in der Bamberger Erlöserkirche, 1937, Evangelisches Sonntagsblatt in Bayern Nr. 42/1988, S. 15)

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"Die Evangelische Kirche ... fordert von ihren Gliedern, treuen Dienst in dieser Ordnung und weist sie an, sich in das völkisch-politische Aufbauwerk des Führers mit voller Hingabe einzufügen [...] Im Bereich des völkischen Lebens ist eine ernste und verantwortungsbewusste Rassenpolitik zur Reinerhaltung unseres Volkes erforderlich"

Bischof Hans Meiser [bis 1955 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern] und Bischof Theophil Wurm [bis 1949 1. Ratsvorsitzender der EKD] (Mai 1939, Hans Erler, Ansgar Koschel, Der Dialog zwischen Juden und Christen, Frankfurt am Main, New York 1999, S. 135 f.)

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"Während der von der amerikanischen Militärregierung in Bayern angeordneten Entnazifizierung kritisierte Meiser [siehe oben] die für die Entnazifizierung vorgesehenen Kategorien und beklagte „Entnazifizierungsopfer“."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Meiser_(Bischof) , Stand Febrar 2010)

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"Wurm [siehe oben] protestierte gegenüber den Siegermächten gegen die Härte der Entnazifizierung. In Briefen an die Hauptankläger der Nürnberger Prozesse wandte er sich gegen die angebliche Anwendung von „verbrecherischen Methoden und abscheulichen Quälereien“ zur Erpressung von Aussagen und Geständnissen.

Er war im Gründungsvorstand der Stillen Hilfe, eines 1951 gegründeten Vereins unter der Leitung von Helene Elisabeth Prinzessin von Isenburg, der publizistisch, juristisch und materiell flüchtige, inhaftierte und verurteilte NS-Täter unterstützte."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Theophil_Wurm, Stand Febrar 2010)

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"Als Glieder der deutschen Volksgemeinschaft stehen die unterzeichneten deutschen evangelischen Landeskirchen und Kirchenleiter in der Front dieses historischen Abwehrkampfes, der u. a. die Reichspolizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden als der geborenen Welt- und Reichsfeinde notwendig gemacht hat.

Wie schon Dr. Martin Luther nach bitteren Erfahrungen die Forderung erhob, schärfste Maßnahmen gegen die Juden zu ergreifen, und sie aus deutschen Landen auszuweisen. Von der Kreuzigung Christi bis zum heutigen Tage haben die Juden das Christentum bekämpft oder zur Erreichung ihrer eigennützigen Ziele missbraucht oder gefälscht." .

Landeskirchen Sachsen, Hessen-Nassau, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Anhalt, Thüringen und Lübeck (September 1941 - Gemeinsame Erklärung zur Anordnung über die Einführung des Judensterns, Günter Brakelmann/Martin Rosowski Hg., Antisemitismus, Seite 108, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1989)

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Demütigung der 31-jährigen Martha V. aus Altenburg,
7.2.1941, Thüringisches Staatsarchiv Altenburg

 


"Wenn ich einen Juden taufe, will ich ihn an die Elbbrücken führen, einen Stein um den Hals hängen und ihn hinab stoßen und sagen: Ich taufe dich im Namen Abrahams" (Martin Luther, Tischreden Nr. 1795, zitiert nach Landesbischof Martin Sasse)

Evangelisch-lutherische Landesbischof Martin Sasse (1938, Theologe, Landesbischof von Thüringen, Martin Luther und die Juden - Weg mit ihnen!", Freiburg 1938, S. 14).

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"Durch die christliche Taufe wird an der rassischen Eigenart eines Juden, seiner Volkszugehörigkeit und seinem biologischen Sein nichts geändert."

Landeskirchen Sachsen, Hessen-Nassau, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Anhalt, Thüringen und Lübeck (September 1941 - Gemeinsame Erklärung zur Anordnung über die Einführung des Judensterns, Günter Brakelmann/Martin Rosowski Hg., Antisemitismus, Seite 108, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1989)

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"Auch der aufgeklärteste Jude bleibt doch immer ein Jude"

Prof. Dr. Friedrich Schleiermacher (September 1796, Theologe, Friedrich Schleiermacher: Kritische Gesamtausgabe, Bd.2, Schriften aus der Berliner Zeit 1796-1799: Schriften Und Entwuerfe, Part 1, Hrsg. Günter Meckenstock. New York: de Gruyter, Aufl.: 1. Januar 1984, ISBN 978-3110102666, Gedanken I, Seite 46)

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Adolf Hitler und Bischof Ludwig Müller, Reichsbischof der Deutschen Evangelischen Kirche (1934)

 


"Die wahre deutsche Religion ist der Protestantismus"

Adolf Hitler (Wien 1912, zit. n. Brigitte Hamann, "Hitlers Wien" 1996, S. 358, Biographie des jungen [katholischen] Hitler und späteren Diktator)

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"Wir sind erfüllt von dem Wunsche, dass Katholiken und Protestanten sich einander finden mögen in der tiefen Not unseres eigenen Volkes"

Adolf Hitler (1928, zit. n. Eberhard Röhm / Jörg Thierfelder: „Juden-Christen-Deutsche. Band 1“, Stuttgart 1990ff., S. 65)

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Bischof Müller

27.11.1933, Reichsbischof Deutsche Ev. Kirche Ludwig Müller, Nationalsynode in Wittenberg

 


"Die nationale Regierung sieht in den beiden christlichen Konfessionen wichtigste Faktoren der Erhaltung unseres Volkstums. Sie wird die zwischen ihnen und den Ländern abgeschlossenen Verträge respektieren; ihre Rechte sollen nicht angetastet werden. Sie erwartet aber und hofft, dass die Arbeit an der nationalen und sittlichen Erhebung unseres Volkes, die sich die Regierung zur Aufgabe gestellt hat, umgekehrt die gleiche Würdigung erfährt.

Sie wird allen anderen Konfessionen in objektiver Gerechtigkeit gegenübertreten. Sie kann aber niemals dulden, dass die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Konfession oder einer bestimmten Rasse eine Entbindung von allgemeingesetzlichen Verpflichtungen sein könnte oder gar ein Freibrief für straflose Begehung oder Tolerierung von Verbrechen.

Die nationale Regierung wird in Schule und Erziehung den christlichen Konfessionen den ihnen zukommenden Einfluss einräumen und sicherstellen [Dieser Satz fehlt in fast allen Presseberichten und Veröffentlichungen des Jahres 1933]. Ihre Sorge gilt dem aufrichtigen Zusammenleben zwischen Kirche und Staat.

Der Kampf gegen eine materialistische Weltauffassung und für die Herstellung einer wirklichen Volksgemeinschaft dient ebenso sehr den Interessen der deutschen Nation wie denen unseres christlichen Glaubens.

Ebenso legt die Reichsregierung, die im Christentum die unerschütterlichen Fundamente des sittlichen und moralischen Lebens unseres Volkes sieht, den größten Wert darauf, die freundschaftlichen Beziehungen zum Heiligen Stuhle weiter zu pflegen und auszugestalten."

Adolf Hitler (23.03.1933, Regierungserklärung Adolf Hitlers in: Denzler, Georg u.a., Die Kirchen im Dritten Reich II. Dokumente. Christen und Nazis Hand in Hand? Band 2: Dokumente. Frankfurt: Fischer, 1984, S. 41-42)

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"Die evangelische Kreissynode Schlesien fordert das Verbot nichtevangelischer bzw. nichtkatholischer Glaubensgemeinschaften. Die Kirchenleitung wird ersucht, "bei den hierfür in Frage kommenden staatlichen Stellen vorstellig zu werden."

Evangelische Kreissynode Schlesien (August 1933, Evangelisches Zentralarchiv 14/810, zit. n. Garbe)

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23.7.1933, Marien Kirche am Neuen Markt, Berlin, Kirchenwahl, Deutschen Christen

 


"Es sei ein Jammer, dass die Bibel ins Deutsche übersetzt und so in ihrer ganzen jüdischen Rabulistik dem Volke zugänglich gemacht worden sei. Solange die Weisheit, insbesondere des Alten Testamentes, lediglich in der lateinischen Kirchensprache überliefert gewesen sei, habe keine Gefahr bestanden, dass vernünftige Leute durch Bibelstudium zu geistigen Störungen kamen.

Dadurch, dass die Bibel aber Allgemeingut geworden sei, seien einer Fülle von Menschen religiös aufgemachte Gedankengänge nahegebracht worden, die sie - in Verbindung mit der typisch deutschen Eigenschaft des Grübelns - zu einem Großteil mit der Zeit in religiösen Wahn hätten verfallen lassen. [...]
Dabei müsse es einen besonders erbosen, dass - während in weiten anderen Teilen der Erde religiöse Lehren wie die des Konfuzius, des Buddha und des Mohammed eine unleugbar breite geistige Basis für religiös denkende Menschen geboten hätten - deutsche Menschen auf theologische Darlegungen hereingefallen seien, die jeder ehrlichen Tiefe entbehrten.

Wenn man Gründe für diese Erscheinung suche, so sei insbesondere darauf hinzuweisen, dass das menschliche Gehirn ganz außerordentlich beeinflussbar sei. […]

Die Quintessenz aus diesen Erkenntnissen sei, dass man alles tun müsse, um für alle Zukunft einer geistigen Verkrüppelung weiter Kreise des deutschen Volkes vorzubeugen, egal, ob diese sich nun als religiöser Wahn oder als sonstige Form der Geistesgestörtheit äußere."

Adolf Hitler / Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier (5. Juli 1942, Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus, Henry Picker, Propyläen; 2. Aufl. 2009, ISBN 978-3549071854, S. 507 - 509)

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"Schwärmer und Mucker [Anhänger des Pietismus] sind beide schrifttoll."

Prof. Dr. Immanuel Kant (1798, Philosoph, Kant: AA XV, Reflexionen zur Anthropologie, Seite 219, www.korpora.org/Kant/aa15/219.html)

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"Früher galten Fundamentalisten als Schwärmer [siehe oben]"

Das Erste (5. Dezember 2007, Dokumentation "Fanatisch, fundamentalistisch, fromm." "SWR, NDR und WDR begeben sich in den USA, in Israel und im Jemen auf Spurensuche, wie aus Frömmigkeit Fundamentalismus und Fanatismus werden kann." www.daserste.de)

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"So viel ist gewiss: wer einmal die Kritik gekostet hat, den ekelt auf immer alles dogmatische Gewäsche, womit er vorher aus Not vorlieb nahm, weil seine Vernunft etwas bedurfte, und nichts Besseres zu ihrer Unterhaltung finden konnte."

Prof. Dr. Immanuel Kant (1783, Philosoph, Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können, A 191, § 60, http://de.wikiquote.org/wiki/Immanuel_Kant)

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"Nicht der hat Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern der, welcher keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte."

Friedrich Schleiermacher
  (1799, Theologe, Klassiker neuzeitlicher Religionstheorie, "Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern")

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"Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne."

Immanuel Kant (1788, Philosoph, Kritik der praktischen Vernunft: § 7 Grundgesetz der reinen praktischen Vernunft, S. 54)

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Adolf Hitler (Mitte), Magda und Dr. Joseph Goebbels (1938)
Am 1. Mai 1945 tötet Magda Goebbels ihre Kinder.

 


"Houston Stewart Chamberlain (1855 - 1927) war ein Schriftsteller, Verfasser zahlreicher populärwissenschaftlicher Werke, unter anderem zu Richard Wagner, Immanuel Kant und Johann Wolfgang von Goethe mit pangermanischen und antisemitischen Einstellungen.

Sein bekanntestes Werk ist "Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts" (1899), das zu einem Standardwerk des rassischen und ideologischen Antisemitismus in Deutschland avancierte. [...]

Kant und Platon. Beide Autoren fanden in seinen späteren Werken eingehende Betrachtung [...]

Zusammenfassend muss Chamberlain als einer der wichtigsten intellektuellen Wegbereiter des nationalsozialistischen Rassismus gesehen werden."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Houston_Stewart_Chamberlain, Stand Dezember 2009)

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"Houston Stewart Chamberlain [siehe oben] - ein Jünger Kants"

Prof. Dr. Hans Vaihinger (1902, Philosoph, Kant-Studien, Philosophische Zeitschrift der Kant-Gesellschaft, Nr. 7, 1902, S. 432 -439)

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Rassenlehre Immanuel Kants

"Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der Race [Rasse, http://de.wikipedia.org/wiki/Race_(Kant)] der Weißen. Die gelben Indianer haben schon ein geringeres Talent. Die Neger sind weit tiefer und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen Völkerschaften. […]

Der Einwohner des gemäßigten Erdstriches, vornehmlich des mittleren Teiles desselben, ist schöner an
Körper, arbeitsamer, scherzhafter, gemäßigter in seinen Leidenschaften, verständiger, als irgend eine andere Gattung der Menschen in der Welt.

Daher haben diese Völker zu allen Zeiten die andern belehrt, und durch die Waffen bezwungen. [...]

Die Mohren, ingleichen alle Einwohner der heißen Zone haben eine dicke Haut, wie man sie denn auch nicht mit Ruthen, sondern gespaltenen Röhren peitscht, wenn man sie züchtigt, damit das Blut einen Ausgang finde und nicht unter der dicken Haut eitere."

Prof. Dr. Immanuel Kant (1802, Philosoph, Physische Geographie, AA IX, S. 313 u. 316, http://www.korpora.org/Kant/aa09/316.html, http://de.wikipedia.org/wiki/Neger)

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Kant

Marcel Verdier (1843, Die Strafe mit den vier Pfählen in den Kolonien)

 


"Die Negers von Afrika haben von der Natur kein Gefühl, welches über das Läppische stiege."

Prof. Dr. Immanuel Kant (1764, Philosoph, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen, Werke in sechs Bänden. Hg. v. Rolf Toman. Bd. 1: Träume eines Geistersehers und andere vorkritische Schriften. Köln: Könemann 1995. S.250, http://de.wikipedia.org/wiki/Neger, http://www.korpora.org/Kant/aa02/253.html)

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"Wenn erwiesen ist, dass die niedere Rasse die höhere verdirbt, so muss die höhere Reinlichkeitssinn und Unerbittlichkeit genug besitzen, sich die niedere vom Leibe zu halten." (Theodor Fritsch)

Theodor Fritsch: "Der Schöpfer des praktischen Antisemitismus."

Handbuch der Judenfrage (September 1943, Schriftleitung des Handbuches der Judenfrage - Theodor Fritsch: Handbuch der Judenfrage. Die wichtigsten Tatsachen zur Beurteilung des judischen Volkes, Neunundvierzigste Auflage, Hammer-Verlag, Leipzig 1944)

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"So viel ist wohl mit Wahrscheinlichkeit zu urteilen: dass die Vermischung der Stämme (bei großen Eroberungen), welche nach und nach die Charaktere auslöscht, dem Menschengeschlecht alles vorgeblichen Philanthropismus [http://de.wikipedia.org/wiki/Philanthropismus] ungeachtet nicht zuträglich sei."

Prof. Dr. Immanuel Kant (1798, Philosoph, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht, http://virt052.zim.uni-duisburg-essen.de/Kant/aa07/320.html, Zeile 12-15)

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"Im Deutschen wurde der Rassebegriff (in der französischen Schreibweise race) erst 1775 von Johann Friedrich Blumenbach und Immanuel Kant erstmals verwendet, die die gesamte Menschheit in fünf bzw. vier Rassen einteilten.

Die Vorstellung einer natürlichen Ordnung innerhalb der Menschheit nach Maßgabe der Hautfarbe war zu dieser Zeit bereits verbreitet. Blumenbach und Kant prägten dafür im Deutschen die Bezeichnung „Race“ und führten sie in den akademischen Diskurs ein."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Rassentheorie, Stand Dezember 2009)

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"Wo waren die Universitäten und Akademiker im Dritten Reich? Ließen sie sich nicht allzu widerstandslos gleichschalten?"

Prof. Dr. Dr. Rainer Mayer (Theologe, Vortrag »Das politische Testament Dietrich Bonhoeffers« im Haus der Geschichte - Stuttgart, Neue Schlagwort-Ideologien breiten sich aus, www.idea.de)

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Adolf Hitler und Eva Braun (ab 30. April 1945: Eva Hitler)

 


"Immanuel Kant lehnt in seinen veröffentlichten Werken ein Widerstandsrecht des Volkes und des Einzelnen – auch gegen evident ungerechte Gesetze – ab. Er beschäftigt sich vor allem in zwei Veröffentlichungen explizit mit der Problematik des Widerstandsrechts: In der Schrift Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nichts für die Praxis (1793) und in seinem rechtsphilosophischen Hauptwerk Die Metaphysik der Sitten (1797). [...]

Unter dem Widerstandsrecht wird allgemein ein naturrechtlich bzw. durch ein positives Gesetz statuiertes Recht jedes Menschen verstanden, sich unter bestimmten Bedingungen gegen staatliche Gesetze auflehnen zu dürfen bzw. ihnen den Gehorsam zu verweigern. [...]

In Deutschland garantiert Art. 20 Abs. 4 des Grundgesetzes (GG) das Recht eines jeden Deutschen, gegen jedermann Widerstand zu leisten, der es unternimmt, die in Art. 20 GG niedergelegte Staatsordnung (Föderalismusprinzip, Demokratieprinzip, Sozialstaatsprinzip, Gewaltenteilung, Gesetzesbindung der drei Gewalten, Republikprinzip, freiheitliche demokratische Grundordnung) zu beseitigen, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Widerstandsrecht, Stand Dezember 2009)

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"Wer die Wahrheit verrät, verrät sich selber. Es ist hier nicht die Rede vom Lügen, sondern vom Handeln gegen die Überzeugung."

Novalis (1772 - 1801, Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg, Schriftsteller, Philosoph und Bergbauingenieur, http://de.wikipedia.org/wiki/Novalis)

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Konzentrationslager Auschwitz

Januar 1945, Konzentrationslager Auschwitz nach der Befreiung 

 


"Der Holocaust gilt als historisch einzigartiges Verbrechen, da die deutschen Nationalsozialisten anstrebten, die europäischen Juden vollständig, systematisch und mit industriellen Methoden auszurotten.
Sie waren allein deshalb, weil sie Juden waren oder als Juden galten, zur Ermordung vorgesehen und hatten kaum Überlebenschancen, wenn sie in die Hände des nationalsozialistischen Machtapparats fielen."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust, Stand Dezember 2009)

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"Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herren."

Adolf Hitler (Juli 1925, Mein Kampf, München Aufl. 1933, S. 69 f.)

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"Die Euthanasie des Judentums ist die reine moralische Religion mit Verlassung aller alten Satzungslehren, deren einige doch im Christentum (als messianischem Glauben) noch zurück behalten bleiben müssen"

Prof. Dr. Immanuel Kant (1798, Philosoph, Der Streit der Fakultäten, http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=1374&kapitel=1)

Diskussion


"Das Judentum ist schon lange eine tote Religion, und diejenigen, welche jetzt noch seine Farbe tragen, sitzen eigentlich klagend bei der unverweslichen Mumie"

Prof. Dr. Friedrich Schleiermacher (1799, Theologe, Klassiker neuzeitlicher Religionstheorie, Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. Hrsg. Carl Schwarz. Leipzig: Brockhaus, Aufl. 1868, Über die Religionen, Seite 221)

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"Die unter uns lebenden Palästiner [Juden] sind durch ihren Wuchergeist seit ihrem Exil, auch was die größte Menge betrifft, in den nicht ungegründeten Ruf des Betruges gekommen. Es scheint nun zwar befremdlich, sich eine Nation von Betrügern zu denken; aber eben so befremdlich ist es doch auch, eine Nation von lauter Kaufleuten zu denken"

Prof. Dr. Immanuel Kant (1798, Philosoph, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht, Meiner, 2003, ISBN 3-7873-1654-X, Seite 205, http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismusforschung)

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"Kauft Deutsche Ware nur in Deutschen Geschäften", 1990/1106, Plakat: Aufforderung, jüdische
Geschäfte zu boykottieren, Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes, Bonn, 1933, DHM, Berlin

 


"Den alten Marburger Freunden" [Widmung Seite 1] [...]

"Durch ihren Unglauben zeigen die ‚Juden’, dass sie Teufelskinder sind. Diese Teufelskindschaft bestimmt ihr Sein: sie sind darauf aus, die Begierden ihres Vaters zu vollziehen; das heißt: sie sind auf Mord und Lüge aus; denn ihr Vater war ja von Anfang an ein Mörder und hatte in der Wahrheit keinen Stand ...

Solche Feindschaft gegen das Leben und gegen die Wahrheit macht also das Wesen der ‚Juden’ aus"

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1941, Ev. Theologe, Kritisch-exegetischer Diskussion über das Neue Testament: Das Evangelium des Johannes, Ausgabe 10, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht 1941, Seite 242)

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"Große Meister im Lügen", nannte sie der brutale Wahrheitssucher Schopenhauer. "Eine Nation von Kaufleuten und Betrügern", betonte Kant. Weil dem so ist, kann der Jude in einem Staat nicht zur Herrschaft gelangen, der von gesteigerten Ehrbegriffen getragen wird"

Dr. Alfred Ernst Rosenberg (1930, 1941 Reichsminister Ostministerium, Der Mythus des 20. Jahrhunderts. Hoheneichen - Verlag München 34. Auflage 1934, www.scribd.com/doc/2628285/Der-Mythus-des-20-Jahrhunderts-Alfred-Rosenberg, S. 687)

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SA-Männer vor einem jüdischen Geschäft, Berlin, 1. April 1933, DHM, Berlin, F 78/266

 


"Auch in Tischgesprächen wurde Kants Ressentiment deutlich - 1798 gab er zu Protokoll, dass die Juden, solange sie Juden bleiben, der bürgerlichen Gesellschaft nicht nützlich werden könnten"

DIE WELT (7. Februar 2004, Das Gesetz ist erhaben. Warum jüdische Philosophen und Theologen Kant als einen der Ihren erkannten, www.welt.de)

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"Es wird nichts daraus kommen; so lange die Juden Juden sind, sich beschneiden lassen, werden sie nie in der bürgerlichen Gesellschaft mehr nützlich als schädlich werden. Jetzo sind sie die Vampyre der Gesellschaft."

Prof. Dr. Immanuel Kant (1798, Philosoph, Reisetagebuch von 1798, Johann Friedrich Abegg, Frankfurt am Main: Insel Verlag; Aufl. 1987, ISBN 978-3458327134, S. 190)

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Judenstern

Der „Judenstern“ ab dem 1.11.1941 in Deutschland Gesetz


 

"Der Kern jeder echten arischen Philosophie, auch der Kantischen, ist Bekenntnis und nicht begriffliche Methode […]
Denken wir an Kant, den deutschen und dabei doch dem deutschen Volke … leider zu wenig bekannten Denker. […] Sein ganzes System ist ein ur arisches Bekenntnis zu der Welt, wie sie sein sollte […]

Wir erstreben eine einheitliche deutsche Volkskirche auf der Grundlage eines wirklich artgemäßen deutschen Christentums [...] Es werden Jahre des Kampfes und der gründlichen Säuberung sein. […]

Als Träger deutscher Frömmigkeit gelten noch immer in besonderem Maße die christlichen Kirchen. Sie nehmen das Recht für sich in Anspruch, auf dem Gebiete der Religionspflege maßgebend und führend zu sein. Dann darf diese kirchlich so oder so gestaltete Frömmigkeit aber nicht derart sein, dass sie der Weltanschauung des Staates hindernd in den Weg tritt oder zersetzend auf sie wirkt.[...]

"Wir glauben an die Inspiration. ... Lass dir das kostbare Erbgut des heiligen Buches nicht aus der Hand schlagen." Und Pfarrer R. im Rheinland nannte von der Kanzel herab den "Mythus des 20. Jahrhunderts" und das "Handbuch der Judenfrage" Schundschriften.
So stellt sich die Romkirche der Weltanschauung des Nationalsozialismus durchaus ablehnend gegenüber. Der Protestantismus - wenigstens soweit er im rechtgläubigen Luthertum sich darstellt - in kaum minderem Maße.

So stehen also die Dinge hinsichtlich des Widerstandes gegen die Weltanschauung des Nationalsozialismus in Rom und in Wittenberg fast gleich.

Liegen die Dinge aber so, dann ist der Kampf des nationalsozialistischen Staates gegen eine Kirche, die seine Weltanschauung verwirft und damit die Grundlagen seines Daseins langsam aber sicher unterhöhlt, einfach Pflicht.
Wenn dieser Kampf bisher überhaupt noch nicht oder nur mit sehr zagen Mitteln geführt ist, dann muss man dafür Verständnis haben. [...]

Die Zeit für diesen allerdings unausbleiblichen Entscheidungskampf ist noch nicht reif."

Handbuch der Judenfrage (September 1943, Schriftleitung des Handbuches der Judenfrage - Theodor Fritsch: Handbuch der Judenfrage. Die wichtigsten Tatsachen zur Beurteilung des judischen Volkes, Neunundvierzigste Auflage, Hammer-Verlag, Leipzig 1944)

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"Von den verschiedensten Seiten her erhob sich Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre der Ruf: Zurück auf Kant! [...] Seitdem hat die Kantische Philosophie geradezu eine Wiederauferstehung erlebt. [...]
Jetzt sollte die Prophezeiung buchstäblich wahr werden, die er [Kant] einst im Beginn seines abnehmenden Ruhmes zu Stägemann geäußert:
"Ich bin mit meinen Schriften um ein Jahrhundert zu früh gekommen; nach 100 Jahren wird man mich erst recht verstehen und dann meine Bücher aufs neue studieren und gelten lassen."

Noch stehen wir mitten in dieser Bewegung, die - im Gegensatz zu der vor 100 und mehr Jahren - mehr in die Tiefe als in die Breite gegangen ist, deshalb auch länger angedauert hat und noch weitere Dauer verspricht.
Wie befruchtend die kritische Methode in den letzten Jahrzehnten auf die verschiedensten Wissenschaftsgebiete gewirkt hat und noch wirkt, weiß jeder, der im wissenschaftlichen Leben steht."

Prof. Dr. Karl Vorländer (1924, Philosoph, Immanuel Kant. Der Mann und das Werk, Erneuerung des Kritizismus seit 1860)

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"Kant ist der Ehrentitel »Philosoph des Protestantismus« verliehen worden - wobei zu fragen wäre, ob das für den Protestantismus oder für Kant oder für beide ehrenhaft ist. Wie dem auch sei - kein philosophisches Denken der Neuzeit, genauer: der Moderne dürfte auf die Theologie des Neuprotestantismus im 19. und 20. Jahrhundert nachhaltiger gewirkt haben als das Kants."

Prof. Dr. Falk Wagner (Januar 1985, Aspekte der Rezeption Kantischer Metaphysik - Kritik in der evangelischen Theologie des 19. und 20. Jahrhunderts, Neue Zeitschrift für Systematische Theologie und Religionsphilosophie. Band 27, Heft 1, S. 25)

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"Kant ... nach meiner Überzeugung ... der Philosoph des Protestantismus."

Bischof Dr. Wolfgang Huber (12.02.2004, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Unsterblichkeit und Würde. Kant zu Ehren, St. Michaelis zu Hamburg auf Einladung der Patriotischen Gesellschaft von 1765 und der ZEIT-Stiftung)
 

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Immanuel Kant (1724 - 1804)

 


"Das waren alles Lügen, Lügen, Lügen! Die Juden erfanden den Holocaust, damit wir demütig auf Knien ihren neuen Staat Israel genehmigen. […]

Die Juden erfanden den Holocaust, Protestanten bekommen ihre Befehle vom Teufel, und der Vatikan hat seine Seele an den Liberalismus verkauft."

Bischof Richard Williamson (3. Februar 2009, Priesterbruderschaft St. Pius X., Katholische Hardliner. Wie die Piusbrüder gegen Juden, Muslime und Schwule hetzen. DER SPIEGEL 6/2009, www.spiegel.de)

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"Ich glaube, dass es gar keine Gaskammern gab […] Ich denke, dass 200.000 bis 300.000 Juden in nationalsozialistischen Konzentrationslagern umgekommen sind […] aber keiner von ihnen durch Gaskammern"

Bischof Richard Williamson (21. Januar 2009, Priesterbruderschaft St. Pius X., Interview im schwedischen Fernsehen Sveriges Television, Sendung: Uppdrag granskning Längre intervju med Williamson.)

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"Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet, da dieses Interview [siehe oben] in ihrem Zuständigkeitsbereich aufgenommen wurde. Am 17. Oktober 2009 wurde ein Strafbefehl beantragt, der am 26. Oktober 2009 vom Amtsgericht Regensburg erlassen wurde. Williamson war bereits zuvor mehrfach durch antisemitische Äußerungen aufgefallen."

Bischof Richard Williamson (15. Oktober 2009, Priesterbruderschaft St. Pius X., Volksverhetzung. Strafbefehl gegen Pius-Bischof Williamson beantragt, DER SPIEGEL, www.spiegel.de) 

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September 1937, Reichsparteitag der NSdAP, Zeppelin-Feld Nürnberg

 


"Auch ein Jahr nach seiner Holocaust-Leugnung hält der Brite Richard Williamson nach SPIEGEL-Informationen an seinen umstrittenen Thesen fest. [...]
Aus internen E-Mails der erzkonservativen Piusbruderschaft geht nach SPIEGEL-Informationen hervor, dass Williamson "die sechs Millionen Vergasten" nach wie vor für "eine Riesenlüge" hält.

Auf dieser "Tatsache" sei "eine ganz neue Weltordnung aufgebaut worden". Die Juden, so der Geistliche, der sich im April in Deutschland wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten muss, seien "dank der KZs Ersatzerlöser geworden". [...]

Die eigene Piusbruderschaft hält den Engländer zwar für "eine tickende Zeitbombe", doch ausschließen wolle man ihn nicht. Er habe viele Verdienste. Zudem befürchten die Brüder, Williamson könnte nach einem Ausschluss neue Bischöfe weihen und so eine Gegenkirche gründen."

DER SPIEGEL (30.01.2010, Piusbruderschaft: Williamson leugnet weiter den Holocaust, www.spiegel.de)

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"Auf Bitte des Generaloberen der Piusbruderschaft, Bischof Bernard Fellay, vom 15. Dezember 2008, hob die Bischofskongregation durch Kardinalpräfekt Giovanni Battista Re die Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft, darunter Williamson [siehe oben], am 21. Januar 2009 auf.

Dies geschah im Auftrag von Papst Benedikt XVI., der einst als Glaubenspräfekt für Papst Johannes Paul II. die Verhandlungen mit Erzbischof Marcel Lefebvre geführt hatte.

Williamson ist damit jedoch nach Angaben des Kirchenrechtlers Stephan Haering nicht rehabilitiert, sondern bleibt weiterhin suspendiert. Sein kirchenrechtlicher Status als Priester und Bischof ist bis zu einer eventuellen zukünftigen Aussöhnung der Piusbruderschaft mit Rom ungeklärt."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Williamson, Stand Dezember 2009)

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"Der Papst hat die Äußerungen von Bischof Richard Williamson zur Holocaust-Leugnung zum Zeitpunkt der Aufhebung der Exkommunikation nicht gekannt.

Das stellte am Mittwochnachmittag das Vatikanische Staatssekretariat klar. Bevor Williamson in der Kirche seinen bischöflichen Dienst ausüben darf, müsse er sich auf unzweideutige und öffentliche Weise von seinen Stellungnahmen zur Shoah [Als Schoah (hebräisch השואה, ha'Schoah, für „Unheil“, „große Katastrophe“) bezeichnet man heute im deutschen Sprachraum den Völkermord an mindestens 5,6 bis 6,3 Millionen Menschen, die das nationalsozialistische Regime als Juden definierte. http://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust] distanzieren."

Radio Vatikan (Februar 2009, Vatikan: „Papst kannte Williamson-Äußerungen nicht“; Williamson muss widerrufen, www.radiovaticana.org)

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Bischof Williamson

Bischof Richard Williamson Priesterbruderschaft St. Pius X.

 


"Die Emotionen schlagen hoch, seit der Vatikan und Israel ihren seit Jahren schwelenden Streit über die Rolle von Pius XII. [Papst von 1939 bis 1958] wieder öffentlich austragen."

Humanistische Pressedienst hpd (24.10.2008, Papst Pius entzweit Vatikan und Israel, www.hpd.de) 

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Pius XII.-Tafel im Holocaust-Mahnmal von Yad Vashem (Jerusalem)

"1933 hat er sich als Staatssekretär Seiner Heiligkeit aktiv für das Reichskonkordat mit dem deutschen Regime eingesetzt, um die Rechte der Kirche in Deutschland zu bewahren, selbst wenn das die Anerkennung des rassistischen Nazi-Regimes bedeutete.

Nachdem er 1939 zum Papst gewählt wurde, hat er einen Brief gegen Rassismus und Anti- Semitismus zu den Akten gelegt, den sein Vorgänger vorbereitet hatte. Selbst als Berichte über den Mord an Juden den Vatikan erreichten, hat der Papst weder mündlich noch schriftlich dagegen protestiert.

Im Dezember 1942 hat er Abstand davon genommen, eine Deklaration der Alliierten (vom 17. Dezember) zu unterzeichnen, in der die Vernichtung der Juden verurteilt wurde. Als Juden aus Rom nach Auschwitz deportiert wurden, hat der Papst nicht eingegriffen.

Der Papst hat seine neutrale Position während des gesamten Krieges beibehalten; mit Ausnahme der Appelle an die Führer Ungarns und der Slowakei zum Kriegsende. Sein Schweigen und das Fehlen von Richtlinien hat Kirchenmitglieder in ganz Europa dazu gezwungen, selbst zu entscheiden, wie sie reagieren."

Schautafel in Yad Vashem zu Pius XII. (Tafel im Holocaust-Mahnmal in Yad Vashem, die Pius XII. in der "Hall of Shame", der Halle der Schande, zeigt. Jerusalem, Israel. www.yadvashem.org, http://de.wikipedia.org/wiki/Yad_Vashem)
 

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 "Warum muss der Katholik die Reichtagsliste Adolf Hitlers wählen?", 1933

 


"Lieber Freund, vergessen Sie nicht, dass in den deutschen Heeren Millionen Katholiken sind. Soll ich sie in Gewissenskonflikte bringen? Sie haben geschworen. Sie müssen gehorsam sein."

Papst Pius XII. (Oktober 1943, 1939 - 1958 Papst der römisch-katholischen Kirche. PIUS XII. Papst der Deutschen, DER SPIEGEL 47/1964, 18.11.1964, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46176150.html)

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"Pius XII. habe freundschaftliche Gefühle - für das Reich. Er wünsche dem Führer nichts sehnlicher al einen Sieg über, den Bolschewismus.

Aufzeichnung Nr. 666 des Staatssekretärs Weizsäcker vom 4. Oktober 1941."

DER SPIEGEL (31.03.1965, ARMEE UND KIRCHE SCHÜTZEN VOR KOMMUNISMUS, Papst Pius XII. und der Krieg gegen die Sowjet-Union, DER SPIEGEL 14/1965, www.spiegel.de/spiegel/print/d-46170020.html)

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"Wir halten die Kräfte des Christentums unentbehrlich für den sittlichen Wiederaufstieg
des deutschen Volkes" Postkarte: Adolf Hitler Zitat, 31.12.1933, DHM, Berlin, Do2 97/82

 


"Bis vor kurzem noch hat der Papst zum Thema "Das Schweigen des Pius XII. zum Holocaust" geschwiegen.

Die Causa ist heikel, nicht nur außerhalb der Kirche. Hätte Pius lauter protestieren müssen, können, sollen, als das Volk Israel von den Nazis vertrieben und vernichtet wurde, als sogar unter seinem Fenster die Juden Roms zur Deportation zusammengetrieben wurden? [...]

Seit nunmehr 41 Jahren liegt die "Causa Pacelli" bei der Seligsprechungskongregation in Rom. Am 8. Mai 2007 wurde dort ein Dekret verabschiedet, das den "heroischen Tugendgrad" von Pius XII. feststellte. Jetzt fehlt auf dem Dokument nur noch die Unterschrift des amtierenden Papstes, damit Pius XII. selig gesprochen werden kann."

DER SPIEGEL (08.10.2008, Pius XII. - eine unselige Geschichte, www.spiegel.de)
 

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"Benedikt preist Pius als heroisch''

Süddeutsche Zeitung (20.12.2009, ''Stellvertreter''-Papst und der Holocaust. Benedikt preist Pius als ''heroisch'', www.sueddeutsche.de)

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"Papst Benedikt XVI. hat Papst Pius XII. zurück auf den Weg zur Heiligsprechung gebracht - und ist dafür vom Zentralrat der Juden in Deutschland heftig kritisiert worden. "Ich bin traurig und wütend", sagte Generalsekretär Stephan Kramer. "Es ist absolut verfrüht diesen Schritt zu machen."

Papst Pius XII. wurde wie auch Papst Johannes Paul II. am Samstag per Dekret der heroische Tugendgrad zuerkannt, der für die Seligsprechung und eine spätere eventuelle Heiligsprechung notwendig ist. "Es ist eine deutliche Umkehrung der historischen Fakten der NS-Zeit", sagte Kramer. Die katholische Kirche versuche, "eine andere Geschichte zu schreiben". Wütend mache ihn, dass Papst Benedikt XVI. keine ernsthafte wissenschaftliche Diskussion zulasse.

Papst Pius XII. war von 1939 bis zu seinem Tod 1958 Oberhaupt der katholischen Kirche. Kritiker werfen ihm bis heute vor, nicht energisch genug gegen die von Hitler-Deutschland organisierte Vernichtung der Juden protestiert zu haben. Jüdische Vertreter legen Pius darüber hinaus zur Last, den Holocaust wissentlich ignoriert und Verfolgten nicht genug geholfen zu haben. Der Vatikan weist dies zurück und erklärt hingegen, Pius XII. habe mit stiller Diplomatie versucht, Juden zu helfen.

Papst Benedikt war sowohl von Juden als auch von Katholiken mit Nachdruck aufgefordert worden, die Heiligsprechung Pius' auszusetzen. Zunächst sollten sämtliche Archive zum Zweiten Weltkrieg ausgewertet werden, so die Forderung der Pius-Kritiker. Benedikt hatte das Dekret über die "heroischen Tugenden" 2007 erhalten und es zunächst nicht unterzeichnet. Vielmehr ordnete er eine "Zeit der Reflexion" an.

Mit seinem jüngsten Erlass brachte er Pius jedoch zurück auf den Weg zur Heiligsprechung."

DER SPIEGEL (19. Dezember 2009, Dekret für Pius XII., Zentralrat der Juden kritisiert Papst Benedikt, www.spiegel.de)

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"Ich kann verstehen, dass in Israel darüber Aufregung herrscht, dass Papst Pius XII. vielleicht selig gesprochen werden soll. Doch ich kann nicht verstehen, wie der Schlagabtausch so plump sein kann. [...]
Heute meinen viele, es wäre besser gewesen, wenn Pius XII. laut protestiert hätte. Er hielt es aber für richtiger, Juden zu retten und nicht laut zu protestieren."

Pater Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg (25.10.2008, Redaktionsleiter der deutschsprachigen Sektion von Radio Vatikan, Israel/Vatikan: Unwürdiger Schlagabtausch, www.radiovaticana.org) 

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Papst Pius XII. (1939, http://de.wikipedia.org/wiki/Pius_XII., Stand 2008)

 


"Je länger der Brand in Palästina anhält, umso mehr festigen sich die Widerstände gegen das jüdische Gewaltregime in allen arabischen Staaten und darüber hinaus auch in den anderen moslemischen Ländern."

Dr. Alfred Ernst Rosenberg (1936, 1941 Reichsminister Ostministerium, Tradition und Gegenwart. Reden und Aufsätze 1936 - 1940, Blut und Ehre, Bd. 4, München 3 1941, S. 208)

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"Die nationalsozialistische Bewegung Großdeutschlands hat seit ihrer Entstehung den Kampf gegen das Weltjudentum auf ihre Fahne geschrieben. Sie hat deshalb schon immer mit besonderer Sympathie den Kampf der freiheitsliebenden Araber, vor allen in Palästina gegen die jüdischen Eindringlinge verfolgt.

Die Erkenntnis dieses Feindes und der gemeinsame Kampf gegen ihn bilden die feste Grundlage des natürlichen Bündnisses zwischen dem nationalsozialistischen Großdeutschland und den freiheitsliebenden Mohammedanern der ganzen Welt.

In diesem Sinne übermittle ich Ihnen [Mohammed Amin al-Husseini, Großmufti von Palästina] am Jahrestag der unseligen Balfour-Deklaration [http://de.wikipedia.org/wiki/Balfour-Deklaration] meine herzlichsten Grüsse und Wünsche für die glückliche Durchführung Ihres Kampfes bis zum sicheren Endsieg."

Reichsführer-SS Heinrich Himmler (2. November 1943, 1943 - 1945 Reichsinnenminister, als Reichsführer-SS hauptverantwortlich für den Holocaust an den europäischen Juden, Telegramm v. Heinrich Himmler, an den Großmufti von Jerusalem, el Husseini, zum Jahrestag der sog. „Balfour Deklaration“, Niklas Günther/ Sönke Zankel (Hrsg.) Abrahams Enkel Juden, Christen, Muslime und die Schoa, Franz Steiner Verlag Stuttgart 2006, S. 52)

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Obersalzberg Mai 1939, SS-Chef Heinrich Himmler (links)
und Reinhard Heydrich (Bildmitte), Chef der Gestapo (http://en.wikipedia.org/wiki/Himmler)

 


"Am 28. November 1941 empfing Adolf Hitler den Palästinenserführer [Mohammed Amin al-Husseini, Großmufti von Palästina]. "Deutschland trete für einen kompromisslosen Kampf gegen die Juden ein", dozierte der Diktator laut Gesprächsprotokoll. "Dazu gehöre selbstverständlich auch der Kampf gegen die jüdische Heimstätte in Palästina, die nichts anderes sei als ein staatlicher Mittelpunkt für den destruktiven Einfluss der jüdischen Interessen." [...]

Kurz nach seinem Treffen mit Hitler besuchte er Adolf Eichmann. Der SS-Obersturmbannführer soll dem arabischen Freund dabei detailliert die "Lösung der europäischen Judenfrage" erläutert haben.

Mit Heinrich Himmler traf sich Husseini öfters zum Tee. Der Reichsführer SS soll ihm dabei Mitte 1943 von einer Atombombe erzählt haben, die in drei Jahren den Endsieg bringen werde. Er berichtete ihm auch über den Judenmord: "Wir haben bis jetzt ungefähr drei Millionen von ihnen vernichtet."

In einem Geburtstagsbrief an den SS-Chef schrieb der Großmufti im Oktober 1943: "Möge das kommende Jahr unsere Zusammenarbeit noch enger gestalten und unsere gemeinsamen Ziele noch näher bringen." […]

Viele Palästinenser verehrten ihn dennoch als Helden. Als Mohammed Amin al-Husseini im Juli 1974 in Beirut zu Grabe getragen wurde, war nicht nur der libanesische Ministerpräsident zur Stelle, sondern auch ein Verwandter, der als gefährlichster Feind Israels an seine Stelle getreten war - Jassir Arafat."

SPIEGEL GESCHICHTE (26.05.2009, Jerusalem: Geburtsstadt des Glaubens, Hitlers arabischer Freund, SPIEGEL GESCHICHTE 3/2009, Seite 76-77)

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1994 erhielt Jassir Arafat gemeinsam mit Shimon Peres und Jitzhak Rabin den Friedensnobelpreis.

(vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Jassir_Arafat, Stand Mai 2010)

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Friedensnobelpreisträger Jassir Arafat (rechts im Bild)

 


"1943 verhinderte al-Husseini [Mohammed Amin al-Husseini, Großmufti von Palästina] die Freilassung von 5.000 jüdischen Kindern, die auf Initiative des Roten Kreuzes gegen 20.000 gefangene Deutsche ausgetauscht werden sollten. Durch seine persönliche Intervention bei Heinrich Himmler erreichte er, dass die Kinder stattdessen in deutsche Konzentrationslager deportiert und ermordet wurden.

Der Mufti drängte immer wieder auf den strikten Vollzug des Völkermordes an den Juden, unter anderem, indem er Ribbentrop gegenüber die Wichtigkeit der „Lösung des Weltjudenproblems“ beschwor. (vgl. Mallmann/Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz, S. 118) […]

Al-Husseini war der politische Mentor der von Jassir Arafat befehligten palästinensischen Organisationen. Noch im Jahre 2002 sprach Arafat Angaben von Palestinian Media Watch zufolge in einem Interview von „unserem Helden al-Husseini“. (vgl. Nazi ally, Hajj Amin Al Husseini, is Arafat’s “hero”, von Itamar Marcus am 5. August 2002)

(http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini, Stand Mai 2010)

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"Die Kinder [siehe oben]  waren z.T. schon in Theresienstadt eingetroffen, wie mir der damalige Lagerkommandant, Dr. Seidel, auf Anfrage mitteilte. Da wurde ich von Eichmann nach Berlin berufen, der mir eröffnete, dass der Großmufti [Mohammed Amin al-Husseini, Großmufti von Palästina] von der geplanten Mission durch seinen Nachrichtendienst in Palästina Kenntnis bekommen habe.

Er habe daraufhin bei Himmler schärfstens protestiert mit der Begründung, dass diese jüdischen Kinder in einigen Jahren ja Erwachsene wären und eine Stärkung des jüdischen Elements in Palästina bilden. Himmler habe daraufhin die ganze Aktion verboten und auch für künftige Fälle ein Verbot erlassen, dass noch irgendein Jude aus den von Deutschland beherrschten Gebieten nach Palästina ausreisen dürfe."

SS-Hauptsturmführer Dieter Wisliceny (26. Juli 1946, Erklärung von Dieter Wisliceny während der Nürnberger Prozesse, Tilman Tarach, Der ewige Sündenbock, Seite 77f. u. The Trial of Adolf Eichmann, Jerusalem 1995, Bd. VII, p. 562)

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"Das Christentum ist so etwas Fades -, so hätten wir viel eher noch den Mohammedanismus übernommen, diese Lehre der Belohnung des Heldentums: Der Kämpfer allein hat den siebenten Himmel! Die Germanen hätten die Welt damit erobert, nur durch das Christentum sind wir davon abgehalten worden."

Adolf Hitler (27. August 1942, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, Heim, Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.), Orbis; Aufl. 2000, ISBN 978-3572011568 1991, S. 370)

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9. Dezember 1941, Mohammed Amin al-Husseini (Großmufti von Palästina) und Adolf Hitler, Berlin

 


"Die Nationalsozialisten planten eine Ausweitung des Holocaust [griechisch holókauston, vollständig verbrannt] auf das damalige Palästina und wollten mit arabischer Unterstützung die Entstehung eines jüdischen Staates verhindern. Dies haben Prof. Dr. Klaus Michael Mallmann von der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart und sein Mitarbeiter Dr. Martin Cüppers herausgefunden.

Nach den Forschungsergebnissen der beiden Historiker hatten die Nationalsozialisten in Athen eine Truppeneinheit in Bereitschaft gehalten, die etwa 500.000 aus Europa geflohene Juden ermorden sollte.

Dieses Einsatzkommando war Erwin Rommels Afrikakorps unterstellt. Nur die Niederlage Rommels Ende 1942 in Ägypten gegen die britische Armee habe eine Ausweitung des Massenmords verhindert, schreiben die beiden Historiker in dem gerade erschienenen Band „Deutsche, Juden, Völkermord – Der Holocaust als Geschichte und Gegenwart“ (Hrsg. Jürgen Matthäus/Klaus Michael Mallmann, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2006) […]

„Bedeutendster Kollaborateur der Nationalsozialisten und zugleich ein bedingungsloser Antimsemit auf arabischer Seit war Haj Amin el-Husseini, der Mufti von Jerusalem“, schreiben Mallmann und Cüppers. In seiner Person habe sich exemplarisch gezeigt, „welch entscheidende Rolle der Judenhass im Projekt der deutsch-arabischen Verständigung einnahm“. El-Husseini habe unter anderem bei mehreren Treffen mit Adolf Eichmann Details der geplanten Morde festgelegt.

„Die Geschichte des Nahen Ostens wäre völlig anders verlaufen und ein jüdischer Staat hätte dort wohl nie gegründet werden können, wenn das Vorhaben von Deutschen und Arabern gemeinsam in die Tat umgesetzt worden wäre"

Informationsdienst Wissenschaft idw (11. April 2006, Prof. Dr. Klaus Michael Mallmann, Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart, Neue Forschungsergebnisse Stuttgarter Historiker: Nationalsozialisten planten Holocaust in Palästina, Pressemitteilung Nr. 36/2006 vom 11.4.2006, www.uni-stuttgart.de, www.idw-online.de)

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"Zur selben Zeit will ich Jerusalem machen zum Laststein für alle Völker. Alle, die ihn wegheben wollen, sollen sich daran wund reißen; denn es werden sich alle Völker auf Erden gegen Jerusalem versammeln."

Sacharja 12, 3

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1943, Mohammed Amin al-Husseini (links im Bild) (Grossmufti von Palästina, Vorsitzender des Obersten Islamischen Rates) wurde 1941 vom Reichsführer-SS Heinrich Himmler (rechts im Bild) zum SS-Gruppenführer (Generalleutnant) ernannt. (http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini)

 


"Wenn die Statistiker Recht haben, machen die Juden gerade mal ein Prozent der Menschheit aus. Es ist so, als wären sie lediglich ein kleines Wölkchen Sternenstaub irgendwo in der Milchstraße.

Eigentlich dürfte man von den Juden noch nicht viel gehört haben, aber man hört von ihnen, und man hat schon immer etwas von ihnen gehört. Sie sind ebenso bekannt auf dem Planeten wie jedes andere Volk, und ihre Bedeutung für die Geschäfte ist außerordentlich, gemessen an ihrer winzigen Größe.

Ihr Anteil an den größten Namen in der Literatur, in der Wissenschaft, in der Kunst, Musik, Finanzen, in der Medizin und in der Bildung stehen ebenfalls jenseits einer Verhältnismäßigkeit bemessen an ihrer kleinen Zahl. Sie haben fabelhaft gekämpft in dieser Welt, zu allen Zeitaltern; und das mit auf dem Rücken verbundenen Händen. [...]

Die Ägypter, die Babylonier und die Perser kamen auf, füllten den Planeten mit Geräuschen und Pracht, dann verschwanden sie wieder; die Griechen, die Römer folgten; sie machten einen ungeheuren Lärm, und sie verschwanden; andere Völker traten auf und hielten für eine Weile die Fackel hoch, aber die brannte ab, und jetzt sitzen sie im Dunkeln oder sind ganz verschwunden.

Die Juden haben sie alle gesehen und sie alle besiegt, und jetzt sind sie, was sie immer waren, stellen keine besondere Dekadenz zur Schau, zeigen keine Alterserscheinungen, keine Schwächen, kein Schwinden ihrer Energie, kein Abstumpfen eines wachsamen und streitlustigen Geistes.

Alle Dinge sind sterblich außer den Juden; alle anderen Kräfte verschwinden, aber sie bleiben. Worin besteht das Geheimnis ihrer Unsterblichkeit?"

Mark Twain (September 1899, Schriftsteller, bürgerlicher Name: Samuel Langhorne Clemens, Concerning the Jews, Harper's Magazine, Sept. 1899, http://en.wikiquote.org/wiki/Mark_Twain)

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"Warum hat von den vielen Kulturen der mächtigen Herrenvölker, von denen Israel einst umgeben war, die jüdische als einzige bis heute überlebt? ... Plötzlich waren sie wieder da, die alten Fragen."

Christian Nürnberger (November 2007, Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für Zweifler)

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"Ich weiß noch genau ... als ich zu fürchten begann, es könnte wahr sein"

Prof. Dr. theol. h.c., Dr. h.c. Clive Staples Lewis (1898-1963, britischer Schriftsteller und Literatur-wissenschaftler, Pardon - ich bin Christ, Aufl. 2006)

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70 n. Chr. wurde der jüdische Tempel zerstört und 1,1 Millionen Juden getötet. Der Staat Israel hörte auf zu existieren. (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Jüdischer_Krieg)

"Die Israelische Unabhängigkeitserklärung am 14. Mai 1948 war die Gründung des Staates Israel, die das am selben Tag endende Völkerbundsmandat für Palästina ablöste."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Israelische_Unabhängigkeitserklärung, Stand Mai 2010)

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"Noch in der Gründungsnacht erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem neuen Staat den Krieg."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Israel, Stand Mai 2010)

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"Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist."

David Ben Gurion (1886 - 1973, 1955 - 1963 israelischer Premierminister)

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David Ben Gurion (links), der erste Ministerpräsident Israels nach der Unterzeichnung
der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 in Tel Aviv (Israel)

 


"Nach Meinung des Konfessionskundlers Prof. Dr. Erich Geldbach (Bochum) geht von den "christlichen Fundamentalisten" eine Gefahr für den Weltfrieden aus.

Wie der Leiter des Ökumenischen Instituts der Evangelischen Fakultät an der Ruhr-Universität Bochum [Prof. Dr. Erich Geldbach] in einem Interview mit der Tageszeitung "Heilbronner Stimme" über den Glauben in den USA sagte, sei der Unterschied zwischen christlichen und islamischen Fundamentalisten "höchstens graduell".

Nach seiner Überzeugung sind christliche Fundamentalisten in den USA dadurch zu charakterisieren, "dass sie die Heilige Schrift wortwörtlich verstehen und dass sie besonders großes Gewicht auf so genannte Endzeitaussagen legen".

Gefährlich für den Weltfrieden sei dabei, "dass sie eine letzte Schlacht zwischen Gut und Böse mit der Existenz Israels verknüpfen und von daher eine vorbehaltlose Unterstützung Israels einklagen".

aref / Prof. Dr. Erich Geldbach (2003, Interview mit der Tageszeitung Heilbronner Stimme u. Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, www.baptisten.org u. Arbeitsgemeinschaft Rundfunk Evangelischer Freikirchen AREF, www.aref.de/news/allgemein/2003/fundamentalismus-in-usa.htm)

[Prof. Dr. Erich Geldbach ist Mitglied im
Ökumenische Rat der Kirchen / ÖRK, (Weltkirchenrat; World Council of Churches / WCC), http://library.wcc-coe.org/fileadmin/files/wcclibrary/individuals.pdf]

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"Einen gegen Israel gerichteten Boykottaufruf hat die ökumenische Konferenz „Kirchen gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit im Nahen Osten“ beschlossen."

[Einberufen v. Ökumenische Rat der Kirchen / ÖRK (auch: Weltkirchenrat; engl. World Council of Churches / WCC), http://www.ekir.de/ekir/ekir_45206.php]
 

idea (22.06.2007, Ökumene-Konferenz ruft zum Teil-Boykott Israels auf, www.idea.de, www.ekir.de)

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"Deutsche Wehrt Euch Kauft nicht bei Juden", Reichspogromnacht am 9.11.1938, dpa

 


"In seinem ursprünglichen, terminologischen Sinn bezeichnet Fundamentalismus das Wörtlich nehmen einer heiligen Schrift, ihrer Sachaussagen wie ihrer Handlungsnormen. […]

Was an der Fundamentalismusdiskussion indes bedenklich stimmt, ist eine oft geradezu irrationale Angst vor jeder Art von unbedingten Wahrheitsansprüchen und Glaubensgewissheiten. Als Gefahr für die liberale Gesellschaft gilt vielfach nicht nur, wer dem anderen seine Überzeugungen aufzwingen will, sondern schon, wer überhaupt welche hat. [...]

Von den Arenen der römischen Imperatoren [Christenverfolgungen im Römischen Reich] bis zu den Konzentrationslagern [Abkürzung: KZ. Zur Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 existierten mehrere Konzentrationslager und sieben Vernichtungslager] und Gulags [Repressionssystem in der Sowjetunion] des 20. Jahrhunderts sind es nicht zuletzt Gläubige gewesen, die sich dem Allmachts- und Absolutheitsanspruch herrschender Gewalten verweigert haben.

Und sie haben es deshalb getan, weil sie ihrerseits von der absoluten Verpflichtung zur Glaubenstreue überzeugt und nicht bereit waren, sich auf Kompromisse einzulassen, weil sie also insofern "fundamentalistisch" dachten.

Es stimmt, manchen dieser Tapferen hätte man nach dem Sieg ihrer eigenen Sache nicht in die Hände fallen mögen, und ebenso stimmt es, dass Standhaftigkeit bis zum Letzten auch ohne den Rückhalt in letzten Gewissheiten vorkommt; vielleicht ist sie dann umso bewundernswerter.

Aber die Geschichte des Märtyrertums rät zur Zurückhaltung mit dem Urteil, dass unbedingte Wahrheitsüberzeugungen einfach freiheitsfeindlich seien. Sie gehören auch zu den stärksten Bollwerken gegen die Knechtschaft."

Jan Ross (September 2001, Redakteur der ZEIT, Glaubenswahn. Was ist Fundamentalismus?, DIE ZEIT - Nr. 40, 2001, Aktualisiert am 4. September 2006, www.zeit.de)

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Nationalflagge Israels seit 1948 (Entwurf 1897 in Basel)

 


"Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Das alles aber ist der Anfang der Wehen. Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern.

Dann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen. Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.
Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen. [...]

Es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird. Und wenn diese Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch selig werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt. [...]

Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern. [...]

Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater."

Jesus Christus (Matthäus 24, 6-14 + 21-22 + 30-31 +3 6)

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"Es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen. [...]

Und du, Daniel, verbirg diese Worte, und versiegle dies Buch bis auf die letzte Zeit. Viele werden es dann durchforschen und große Erkenntnis finden.

Und ich, Daniel, sah, und siehe, es standen zwei andere da, einer an diesem Ufer des Stroms, der andere an jenem Ufer. Und er sprach zu dem Mann in leinenen Kleidern, der über den Wassern des Stroms stand:

Wann sollen denn diese großen Wunder geschehen?

Und ich hörte den Mann in leinenen Kleidern, der über den Wassern des Stroms stand. Er hob seine rechte und linke Hand auf gen Himmel und schwor bei dem, der ewiglich lebt, dass es eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit währen soll; und wenn die Zerstreuung des heiligen Volks ein Ende hat, soll dies alles geschehen."

Daniel 12, 1-7

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"Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht."

Lukas 21, 28

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8. Mai 1943. Deutsche Bau-Pioniertruppe sprengt ein jüdisches Versteck. Yad Vashem Photo Archiv 2807/50

 

Juli 1941, Ermordung von Juden durch Waffen-SS, Yad Vashem Photo Archives 2626/4

 


"Ein in [Heimat-] Urlaub befindlicher Soldat berichtet als Augenzeuge fürchterliche Grausamkeiten in dem besetzten Gebiet in Polen. Er hat gesehen wie nackte Juden und Jüdinnen, die vor einem langen, tiefen Graben aufgestellt wurden, auf Befehl der SS von Ukrainern in den Hinterkopf geschossen wurden und in den Graben fielen. Der Graben wurde dann zugeschaufelt. Aus den Gräben drangen oft noch Schreie"

August Friedrich Kellner (28. Oktober 1941, Friedrich Kellner, Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne. Tagebücher 1939-1945, Wallstein Juli 2011)

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Hitler zeichnet HJ-Mitglieder des »Volkssturms« aus, Franz Gayk, Berlin, 20.3.1945

 

Ende 1944 wurden noch 14 jährige Jugendliche zum "Deutschen Volkssturm"
einberufen - ein Selbstmordkommando. Manche bekamen, weil sie noch
nicht rauchen durften, Bonbons statt Zigaretten.

 


"Ab September 1944 werden per Führer-Erlass "alle waffenfähigen Männer von 16 bis 60 Jahren" zum "Deutschen Volkssturm" einberufen. Mit "allen Waffen und Mitteln" sollen sie nun "den deutschen Heimatboden" verteidigen. [...]

Mit Panzerfäusten und Karabinern sollen sie den weiteren Vormarsch der Alliierten stoppen - Ein Selbstmordkommando. Für viele der 14-, 15- und 16 jährigen Hitlerjungen, die sich schon kriegsfreiwillig gemeldet hatten, wird es jetzt ernst."

mdr (11.05.2010, Von der Schulbank ins Gefecht, www.mdr.de/kriegskinder/6202827.html)

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"Die Fehler und der Starrsinn des Obersten Befehlshabers, Adolf Hitler, und der Kadavergehorsam deutscher Generäle beschleunigten die Katastrophe ... in dem sinnlosen Gemetzel. ... "Es ist ein Jammer", fand selbst der OB West, Rundstedt, "dass diese Jugend in aussichtsloser Lage geopfert wird." ... Manche bekamen, weil sie noch nicht rauchen durften, Bonbons statt Zigaretten."

DER SPIEGEL (23. Mai 1994, SCHLUSS MIT DEM KRIEG, IHR IDIOTEN, SPIEGEL-Autor Wolfgang Malanowski über die Invasion in der Normandie, www.spiegel.de)

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"Die Gesamtzahl der Toten, zwischen dem 1. September 1939 und dem 2. September 1945, die Verbrechen und Kriegsfolgen einbeziehen, reichen bis zu 80 Millionen Kriegstoten. Für die durch direkte Kriegseinwirkung Getöteten werden meist zwischen 50 und 56 Millionen angegeben."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegstote_des_Zweiten_Weltkrieges, Stand Juli 2015)

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Rund ein Viertel seiner Zeit verbringt Hitler auf dem Berghof am Obersalzberg.

 

Obersalzberg: Adolf Hitler und Eva Braun (ab 30. April 1945: Eva Hitler)

 

Obersalzberg: Hitler im Haus Wachenfeld (1936)

 


"Adolf Hitler, der immer ein Müßiggänger und Langschläfer blieb"

DIE WELT (8. Oktober 2013, Adolf Hitler war ein Mann ohne Eigenschaften, www.welt.de)

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"Hitler war ... ein berüchtigter Langschläfer, niemand in seiner Umgebung traute sich, ihn zu wecken, selbst wenn dringend militärische Entscheidungen benötigt wurden."

SZ-Magazin (2014, Heft 32/2014, http://sz-magazin.sueddeutsche.de)

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Adolf Hitler auf dem Berghof am Obersalzberg.

 

Adolf Hitler (1942)

 


"Als die Alliierten in den frühen Morgenstunden des 6. Juni 1944 an der Küste der Normandie landeten, schlief der "Führer", fernab der bröckelnden Ostfront und der neuen Westfront, auf seinem idyllischen Berghof, hoch über dem Berchtesgadener Land. Mit Eva Braun, einigen Parteiführern und deren Ehefrauen hatte er abends noch Schallplatten mit Musik von Wagner, Lehar und Strauß gehört. [...]

Gegen 10 Uhr kreuzte Rüstungsminister Albert Speer auf [...] "Ist der Führer geweckt worden?" wollte er wissen. Ein Hitler-Adjutant meinte: "Nein, er bekommt die Nachrichten, wenn er gefrühstückt hat." Würde er geweckt, fürchtete ein anderer, könnte er einen "seiner endlosen Anfälle bekommen". [...] Gegen Mittag hatte Hitler ausgeschlafen. [...]

"Unsere beste Waffe war die deutsche Führung", meinte der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, General Dwight D. Eisenhower, "die entgegen allen Regeln der Kriegskunst handelte." [...]

Die Alliierten versetzten dem Nazi-Reich den Todesstoß."

DER SPIEGEL (23. Mai 1994, SCHLUSS MIT DEM KRIEG, IHR IDIOTEN, SPIEGEL-Autor Wolfgang Malanowski über die Invasion in der Normandie, www.spiegel.de)

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Adolf Hitler und SS-Chef Heinrich Himmler (3. April 1944)

 


Dietrich Bonhoeffers Antwort den Deutschen Christen beizutreten:

"Wenn man in einen falschen Zug einsteigt, nützt es nichts, wenn man im Gang entgegen der Fahrtrichtung läuft."

Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer (1906-1945, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus)

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"Teuer ist diese Gnade, die in die Nachfolge ruft.
Gnade ist sie, weil sie in die Nachfolge Jesu Christi ruft.

Teuer ist sie, weil sie den Menschen das Leben kostet.
Gnade, weil sie ihm gerade so das Leben schenkt."

Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer (1906-1945, Theologe, http://www.ekiba.de/glaubeakt_6366.htm)

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"Als Bonhoeffer in Flossenbürg [KZ Flossenbürg bei Weiden im Oberpfälzer Wald, 9. April 1945] nackt zum Galgen gehen musste, lautete sein letzter Satz:"

"Das ist das Ende. Für mich der Beginn des Lebens."

Dietrich Bonhoeffers (9. April 1945, KZ Flossenbürg,
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/18/0,3672,3792370,00.html)

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"Fürchte nicht, dass dein Leben enden wird, sondern fürchte lieber, dass es nie beginnen wird."

Prof. Dr. John Henry Kardinal Newman (1801 - 1890, englischer Theologe)

Diskussion


"Wer nicht an Gott glaubt, sollte das konsequent tun. Das Leben ist kurz, der Tod endgültig. Und jede Unentschiedenheit kostet unwiederholbare Lebenszeit. […]

Je wichtiger die Dinge für alle Menschen sind, desto allgemeinverständlicher und einfacher muss man sie ausdrücken können.
Auch Akademiker, die für ihren Glauben aufs Schafott gehen, können ihre Gründe für diesen existenziellen Schritt auf ganz einfache Weise kurz und bündig und ohne Fremdwörter ausdrücken, und ebenso können das Atheisten, die sich zum Freitod entschließen.

Dennoch sind das die wichtigsten Argumente, die sie jemals in ihrem Leben gehabt haben."

Dr. Manfred Lütz (21. September 2007, Psychiater u. Theologe, Gott. Eine kleine Geschichte des Größten. Pattloch, ISBN 978-3629021588)

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"Gedenkt an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schaut an und folgt ihrem Glauben nach. Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade."

Hebräer 13, 7-9

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"Nachdem sich die evangelischen Kirchen Deutschlands erstmals im Jahr 1933 zu einer einheitlichen "Deutschen Evangelischen Kirche" zusammengeschlossen hatten, war es mit der so gewonnenen Einheit bald vorbei. Denn sie wurde durch die deutsch-christlich und also nationalsozialistisch bestimmte Reichskirche inhaltlich zerstört.

Es bildete sich die Bekennende Kirche, die mit der Barmer Theologischen Erklärung [siehe unten] 1934 ihren Anspruch begründete, die legitime evangelische Kirche zu sein."

Oberkirchenrat Hans-Christof Vetter (31. August 2005, Pressestelle der EKD, Hannover)

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"Die Barmer Theologische Erklärung,  [siehe unten] auch Barmer Bekenntnis genannt, war das theologische Fundament der Bekennenden Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie wurde wesentlich von Karl Barth ausgearbeitet und nach einer Erläuterung von Hans Asmussen auf der ersten Bekenntnissynode vom 29. bis 31. Mai 1934 in Wuppertal-Barmen verabschiedet.

Im Rahmen des Kirchenkampfs führte sie zu Spaltungen gegenüber und innerhalb von durch Deutsche Christen dominierten Evangelischen Landeskirchen.

(http://de.wikipedia.org/wiki/Barmer_Theologische_Erkl%C3%A4rung, Stand Februar 2010)

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Karl Barth

Prof. Dr. Karl Barth, Schweizer evangelisch-reformierter Theologe

 


"Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh. 14,6). Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden. (Joh 10,1.9).

Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen."

1. These der Barmer Theologischen Erklärung (31. Mai 1934, Bekennenden Kirche, Prof. Dr. Karl Barth, ab 1945 Lehr- und Glaubenszeugnis der EKD [Evangelische Kirche in Deutschland], Wortlaut: Evangelisches Gesangbuch)

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"Nach anfänglichen Erfolgen wurde die Bekennende Kirche (BK) etwa ab 1937 zunehmend verfolgt, hielt aber an ihrer eigenen Organisation fest und setzte sich mit dem Büro Grüber seit 1938 auch für verfolgte Juden ein.
Dennoch war sie entgegen der Selbstdarstellung vieler ihrer Mitglieder nach 1945 keine Opposition zum Nationalsozialismus als solchem. […]

Eine besondere Rolle spielte Dietrich Bonhoeffer im Kirchenkampf: Er vertrat in der illegalen Ausbildung des Pfarrernachwuchses der BK im Predigerseminar Finkenwalde eine strenge Christusnachfolge, nahm aber zugleich schon seit 1937 an der konspirativen Vorbereitung des Tyrannenmordes an Hitler teil. […]

Die Leitung der Bekennende Kirche schloss ihn nach seiner Inhaftierung nicht in die Gebete für die im Gefängnis sitzenden Mitglieder der BK ein und distanzierte sich nach Bekanntwerden von Bonhoeffers Beteiligung am 20. Juli 1944 [Attentat auf Adolf Hitler] strikt von ihm."

(http://de.wikipedia.org/wiki/Bekennende_Kirche u. http://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenkampf, Stand Februar 2010)

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"Sind wir noch brauchbar?"

"Wir sind stumme Zeugen böser Taten gewesen, wir sind mit vielen Wassern gewaschen, wir haben die Künste der Verstellung und der mehrdeutigen Rede gelernt, wir sind durch Erfahrung misstrauisch gegen die Menschen geworden und mussten ihnen die Wahrheit und das freie Wort oft schuldig bleiben, wir sind durch unerträgliche Konflikte mürbe oder vielleicht sogar zynisch geworden – sind wir noch brauchbar?

Nicht Genies, nicht Zyniker, nicht Menschenverächter, nicht raffinierte Taktiker, sondern schlichte, einfache, gerade Menschen werden wir brauchen. Wird unsere innere Widerstandskraft gegen das uns Aufgezwungene stark genug und unsere Aufrichtigkeit gegen uns selbst schonungslos genug geblieben sein, dass wir den Weg zur Schlichtheit und Geradheit wiederfinden?"

Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer (Ende 1942, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.)

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"Unsere Kirche, die in diesen Jahren nur um ihre Selbsterhaltung gekämpft hat, als wäre sie ein Selbstzweck, ist unfähig, Träger des versöhnenden und erlösenden Wortes für die Menschen und für die Welt zu sein. …
Es ist nicht unsere Sache, den Tag vorauszusagen - aber der Tag wird kommen - , an dem wieder Menschen berufen werden, das Wort Gottes so auszusprechen, dass sich die Welt darunter verändert und erneuert. …
Bis dahin wird die Sache der Christen eine stille und verborgene sein; aber es wird Menschen geben, die beten und das Gerechte tun und auf Gottes Zeit warten. Möchtest du zu ihnen gehören?"

Pfarrer Dr. theol. Dietrich Bonhoeffer (Mai 1944, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Gütersloher Verlagshaus; Auflage: 17., 2002, ISBN 9783579004570)

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Pfarrer Dr. theol. Dietrich Bonhoeffer (Juli 1944)

 


"Christus oder Antichristus"

"Verzweifelt kämpfte ich um mein Haus. Der furchtbare Fliegerangriff vor zwei Tagen hatte die Stadt in ein Flammenmeer verwandelt. Rings umher hatte man den Kampf aufgegeben. Da standen nur noch rußgeschwärzte Mauern, in denen es leise rauchte.
Es war nicht mehr viel zu retten. Die beiden obersten Stockwerke waren schon ausgebrannt. Aber wenn es gelang, das Feuer zum Stehen zu bringen, konnte ich meine wertvolle Bücherei und ein paar Möbel retten.

Die Augen waren entzündet von Rauch und Müdigkeit, die Hände verbrannt. Mit langen Stangen rissen wir das Feuer auseinander. Wasser gab es schon längst nicht mehr. Da - alles hob den Kopf! Was war das? „Wahrhaftig - das Telefon geht noch!" Es war lächerlich, wie in dem zerstörten, brennenden Hause, in das von oben der blaue Frühlingshimmel hereinschaute, das Telefon klingelte.

Ich stürzte hin: „Hier die Geheime Staatspolizei. Kommen Sie mal sofort hierher!" - „Ich kann doch nicht. Mir verbrennt mein letzter Besitz!" - „Wenn die Staatspolizei ruft, haben Sie sofort zu erscheinen. Wir erwarten Sie in einer halben Stunde!"
Und dann saß ich im Büro der Gestapo vor einem eleganten Beamten, der meine verbrannten Kleider nur flüchtig streifte und mir dann irgendeines der unsagbar lächerlichen Verbote mitteilte, mit denen die evangelische Jugendarbeit beständig gequält wurde.

„Ihre Sorgen möchte ich haben!" entfuhr es mir. Und dann erschrak ich selber vor dem Wort. Aber der hohe Herr war sehr gnädig. „Wieso?" fragte er nur. „Nun, hier geht eine Welt unter. Und Sie entblöden sich nicht, mich wegen einer solchen Sache herzubestellen!"

Da wurde er auf einmal sehr ernst und sagte: „Uns ist diese Sache wichtig. Sehen Sie, wir haben Sie genau beobachtet. Und da haben wir festgestellt, dass Sie noch keinen Gottesdienst und keine Jugendstunde haben ausfallen lassen. Als Ihre Säle und Kirchen zerstört waren, gingen Sie in die Keller. Und wenn ein Keller verschüttet war, richteten Sie sich im nächsten ein."

Ich musste lächeln: „Ja, der Siegeszug des Evangeliums geht weiter!" Da fuhr er auf: „Und unser weltanschaulicher Kampf geht auch weiter! Und wenn die Welt untergeht!!"
Wir sahen uns in die Augen und fühlten, einer am andern, eine unheimliche Entschlossenheit. „Damit geben Sie zu", sagte ich langsam, „dass das Thema dieser schrecklichen Zeit heißt: Christus oder Antichristus!"

„Da gebe ich Ihnen recht. Es geht nur um die Frage, ob Ihr eingebildeter Jesus Christus noch länger die Hirne gefangen halten soll - oder ob wir und unsre Weltanschauung herrschen. Darum geht es allein in dieser Zeit. Alles andre ist nur Begleitmusik."
Ich konnte nicht anders - ich streckte ihm die Hand hin und sagte: „Wenn uns auch Welten trennen, mit Ihnen verstehe ich mich über all die Köpfe hinweg, die nicht begreifen, um was es geht."

Und dann durfte ich ihm sagen, dass Jesus Christus keine Einbildung ist, sondern dass Er lebt. Als ich nach Hause ging, fiel mir auf einmal mein brennendes Haus ein. Das hatte ich ganz vergessen! Und das war gut. Es ging ja auch nicht um Haus und Besitz. Und mein Herz wurde in all meiner Not fröhlich, dass ich einem Herrn dienen durfte, dessen Sieg sicher ist, seitdem Er auf Golgatha rief: „Es ist vollbracht!"

Pfarrer Wilhelm Busch (1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer - Essen, http://de.wikipedia.org/ wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer), Kleine Erzählungen. Stuttgart: Quell Verlag, 1. Aufl. 1949 u. Clv; Aufl. 30. September 2005, ISBN 978-3893976652)

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Pfarrer Wilhelm Busch, 1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer, Essen

 


"Das war, als Hitler an die Macht kam und damit die große Verwirrung über die Kirche. Von allen Seiten redete man uns zu, dieser große „Aufbruch der Nation" müsse doch auch von den Predigten in den Kirchen beflügelt werden. Und der Staat half der Beflügelung mit polizeilichem Druck nach.

In aller Harmlosigkeit sagte ich nach einer Predigt: Man habe das Gerücht verbreitet, ich hätte mich der national-sozialistischen Kirchen-Bewegung „Deutsche Christen" angeschlossen. Dem sei nicht so! - Zwei Stunden später hatte der Polizeipräsident Hausarrest über mich verhängt. Nun, beides war sehr harmlos, weil das „Dritte Reich" noch in den allerersten Anfängen war.
Als Haus-Arrestant hatte ich Gelegenheit, von meinem Fenster aus die endlose Masse der „Mehr-oder-weniger-Christen“ zu sehen, die zu einer nazistisch-kirchlichen Kundgebung auf den Essener Burgplatz strömte. Da fragte ich mich: „Bin ich denn auf dem richtigen Weg?"

Und als 1933 die Zahl derer, die das gefährliche Spiel der „Eindeutschung des Christentums" nicht mitspielen wollten, immer kleiner wurde, sagte die Vernunft oft ängstlich: „Du gehst in große Nöte hinein, bei denen du deine Jugendarbeit aufs Spiel setzt! Ist das vielleicht nur Dickköpfigkeit? Bist du vielleicht nicht imstande, die große Zeit zu begreifen?"

Und da erschien eine kleine Schrift von Karl Barth: „Theologische Existenz - heute". In der rief er uns zu:

„Weiterpredigen, als wenn nichts gewesen wäre!
Ihr sollt die großen Taten Gottes verkündigen, die er in Jesus getan hat!
Diese Botschaft wird nicht berührt vom vergänglichen Zeitgeschehen!"

Das war so befreiend - so wegweisend -, dass ich auf einmal meinen Weg klar sah. Ich verstehe gut, dass die Behörden bald darauf Karl Barth aus Deutschland vertrieben."

Pfarrer Wilhelm Busch (1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer - Essen, http://de.wikipedia.org/ wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer), Plaudereien in meinem Studierzimmer, 10. Aufl. 2005)

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"Die Riegel meiner Gefängniszelle klirrten. Die Türe wurde aufgerissen. „Herauskommen zum Verhör!“ Wieder einmal wurde ich die langen Korridore entlang geführt zu den Büros der Gestapo. Ich war so unsagbar müde. Was wollten sie denn jetzt wieder von mir? Ach, ich wusste es ja ganz genau: Sie wollten von mir Aussagen erzwingen über die kämpfende Bekennende Kirche. Und ich konnte doch unmöglich meine Brüder verraten. Nun ging das schon wochenlang so: Zermürbendes Warten in der engen Zelle und noch zermürbendere Verhöre.

Kurz darauf stand ich wieder vor meinen Quälgeistern. Wie ich diese drei Gesichter dort hinter dem breiten Tisch nun allmählich kannte! Diese blassen, verlebten, seelenlosen und grausamen Gesichter! Aber – o Wunder – heute lag ein freundliches Lächeln über diesen Physiognomien. Ich erschrak: Was hat das wohl zu bedeuten? – Und nun bot man mir sogar einen Stuhl an! Das war neu. Sollte jetzt das „Zuckerbrot“ erreichen, was die „Peitsche“ nicht fertig gebracht hatte? Ich ging innerlich in Abwehrstellung.
Und dann fing einer von den Dreien an: „Wir haben Sie nun eine zeitlang beobachtet. Und da haben gemerkt, dass Sie gar nicht so übel sind. Nur …“
Er räusperte sich. Und ich wusste: Jetzt kommt es! Er fuhr fort: „Nur – Sie sitzen gewissermaßen auf einem falschen Pferd. Sie sind Jugendpfarrer, nicht wahr?“ „Jawohl!“

„Ja, das müssen Sie nun langsam begreifen, dass dieser Beruf völlig überholt ist. Wir werden in Zukunft keine Jugendpfarrer mehr brauchen.“
Ich muss wohl ein etwas erstauntes Gesicht gemacht haben. So fühlte er sich gedrungen, mir die Sache noch etwas deutlicher zu machen: „Wir haben heute eine neue Weltanschauung. Das Christentum hat ausgespielt. Ich sage Ihnen: In zehn Jahren wird kein junger Mensch in Deutschland mehr wissen, wer Ihr imaginärer Jesus ist! Dafür werden wir sorgen!“

Und dann kam ein freundliches Angebot: ich solle doch einen andern Beruf ergreifen. Sie wollten mir gerne behilflich sein. Ja, sie machten mir sogar allerlei Vorschläge. Es war rührend, wie diese harten Männer um meine Zukunft besorgt waren!
Leider war ich nicht im Stande, diese freundlichen Offerten anzunehmen. So wurden sie schließlich ärgerlich, und ich wanderte die langen Korridore zurück – in die Zelle.
Das wurde ein schwerer Abend! „In zehn Jahren wird kein junger Mensch mehr wissen, wer Jesus ist!“ Immer hörte ich diesen harten Satz. Warum sollte es nicht wahr werden? Gott kann doch einem Volke das Evangelium wegnehmen! Aber – welche Finsternis musste dann in meinem Volke anbrechen!

Es ist eine wunderliche Sache, wenn Menschen mit solcher Bestimmtheit etwas über die Zukunft aussagen. Es war ja das eines der Kennzeichen jener seltsamen Zeit des „Dritten Reiches“, dass jeder, von dem „Führer“ angefangen bis zum kleinsten Funktionär herab, mit geradezu anmaßender Sicherheit die Zukunft durchschaute. Nur – dass über all dem das Wort aus dem 2. Psalm stand: „Der im Himmel sitzt, lacht ihrer …“
In jener dunklen Abendstunde in der Gefängniszelle aber hörte ich dies tröstliche und unheimliche Lachen nicht. Mein Glaube war so schwach. Er hörte nur das lästerliche Lachen der Hölle: „In 10 Jahren wird kein junger Mensch mehr wissen, wer Jesus ist! […]

Gott aber tut mehr, als unser Glaube fassen kann! Es war sieben Jahre später, an einem Sommermorgen 1945 […]
Diesen Gottesdienst werde ich nie vergessen, solange ich lebe. Kaum fand ich Raum, um zum Abendmahlstisch zu gehen, von wo die Schriftverlesung geschehen sollte. In allen Gängen drängte sich junges Volk. Auf den Galerien und der Kanzeltreppe saßen sie erwartungsvoll. [...] Und da, genau in diesem Augenblick, überfiel mich die Erinnerung. Ich sah mich wieder in dem abscheulichen Büro stehen, ich sah die verlebten, leeren, grausamen Gesichter: „In zehn Jahren wird kein junger Mensch mehr wissen, wer Ihr imaginärer Jesus ist.“

Etwas erstaunt sah das junge Volk, wie der Festprediger sich die Tränen wischte, die einfach nicht zu halten waren. Kaum brachte ich die Schriftverlesung zu Ende.
Da setzte ein Chor ein und sang die Psalmverse: „Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, dann werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachen und unsre Zunge voll Rühmens sein …“
Da war es um uns alle geschehen, wir waren im Innersten bewegt. Und diese große Schar ahnte etwas davon, wie es sein wird in der zukünftigen neuen Welt, wo einmal alle, alle Fesseln fallen „… wenn frei von Weh ich sein Angesicht seh."

Pfarrer Wilhelm Busch (1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer - Essen, http://de.wikipedia.org/ wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer), Christus lebt! Erlebnisse und Kurzgeschichten)

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1972, Pfarrer Dr. Martin Niemöller, Mitwirkung am Stuttgarter Schuldbekenntnis

 


"Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland begrüßt bei seiner Sitzung am 18./19. Oktober 1945 in Stuttgart Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen. Wir sind für diesen Besuch um so dankbarer, als wir uns mit unserem Volk nicht nur in einer großen Gemeinschaft der Leiden wissen, sondern auch in einer Solidarität der Schuld. Mit großem Schmerz sagen wir:

Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden. Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir jetzt im Namen der ganzen Kirche aus: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.

Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden. Gegründet auf die Heilige Schrift, mit ganzem Ernst ausgerichtet auf den alleinigen Herrn der Kirche, gehen sie daran, sich von glaubensfremden Einflüssen zu reinigen und sich selber zu ordnen. Wir hoffen zu dem Gott der Gnade und Barmherzigkeit, dass er unsere Kirchen als sein Werkzeug brauchen und ihnen Vollmacht geben wird, sein Wort zu verkündigen und seinem Willen Gehorsam zu schaffen bei uns selbst und bei unserem ganzen Volk.

Dass wir uns bei diesem neuen Anfang mit den anderen Kirchen der ökumenischen Gemeinschaft herzlich verbunden wissen dürfen, erfüllt uns mit tiefer Freude.
Wir hoffen zu Gott, dass durch den gemeinsamen Dienst der Kirchen, dem Geist der Gewalt und der Vergeltung, der heute von neuem mächtig werden will, in aller Welt gesteuert werde und der Geist des Friedens und der Liebe zur Herrschaft komme, in dem allein die gequälte Menschheit Genesung finden kann.
So bitten wir in einer Stunde, in der die ganze Welt einen neuen Anfang braucht: Veni, creator spiritus!"

Stuttgarter Schuldbekenntnis d. Evangelische Kirche in Deutschland (19. Oktober 1945, Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland gegenüber den Vertretern des Ökumenischen Rates der Kirchen, EKD-Ratsmitglieder: Hans Christian Asmussen, Otto Dibelius u. Martin Niemöller, weitere Unterzeichner: D. Theophil Wurm, Hans Meiser, Heinrich Held, Dr. Johannes Lilje, Hugo Hahn, Wilhelm Niesel, Dr. Rudolf Smend, Dr. Gustav Heinemann, http://de.wikipedia.org/wiki/ Stuttgarter_Schuldbekenntnis, Stand Mai 2011)

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5 "Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. 6 Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. 7 Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. 8 Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.

9 Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. 10 Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns."

1. Johannesbrief, Kapitel 1, Verse 5-10

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Hintergrund: http://de.wikipedia.org/wiki/Kinder_von_Izieu

 


Dann war da noch..  Schlusslichter

 

"Auch das Erzählen eines Witzes konnte tödlich sein, wie der Fall des Priesters Joseph Müller aus Groß-Düngen (bei Hildesheim) belegt, der die Geschichte vorn sterbenden Soldaten zum Besten gegeben hatte.

Dieser Soldat bat darum, ihm die Bilder derer zu bringen, derentwegen er sterben müsse. Rechts und links neben seinen Kopf stellte man Photographien von Hitler und Reichsmarschall Hermann Göring, woraufhin der Soldat sagte: »Jetzt sterbe ich wie Jesus Christus zwischen zwei Verbrechern.«

Pfarrer Müller wurde am 11. September 1944 wegen »Wehrkraftzersetzung« auf dem Schafott hingerichtet."

Prof. Dr. Manfred Eder (19. April 2007, Kirchengeschichte: 2000 Jahre im Überblick, Patmos, S. 206)

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