Hinweis in eigener Sache:
Die vielstimmigen Diskussionsbeiträge und Zitate dieser Website geben nicht
notwendig unsere eigene Meinung (www.Fundamentalismusdebatte.de) wieder.
Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von antisemitischen Inhalten,
Leugnung des Holocaust, oder sonstigen menschenverachtenden und
diskriminierenden Zitaten distanzieren.
Mai 1944, Ankunft von Juden im KZ
Auschwitz II - Birkenau, Bildarchiv
Preußischer Kulturbesitz / B. Walter, E. Hofmann Jerusalem, Yad Vashem
"Zwischen 1933 und 1945 war Deutschland von den Nazis besetzt. Die
überwiegende Mehrheit der deutschen Bevölkerung hat das allerdings nicht
gewusst und, wenn doch, es nicht gewollt."
Jan Böhmermann (4. August 2009, Hörfunk- und
Fernsehmoderator, Satiriker u. Autor, Alles, alles über Deutschland:
Halbwissen kompakt, Kiepenheuer & Witsch Verlag, S. 83)
8. Mai 1943. Deutsche
Bau-Pioniertruppe sprengt ein jüdisches Versteck. Yad Vashem Photo Archiv
2807/50
"Im Jahre 1933 gehörten etwa 95 % der deutschen Bevölkerung einer der
großen christlichen Kirchen an [41 Millionen
evangelische und 21 Millionen katholische Kirchenmitglieder]."
Professor Dr. Josef Pilvousek (1.
November 2006, Kirchenhistoriker, Die katholische Kirche vom Ersten
Weltkrieg bis zur Gegenwart, in: Wolf, Hubert (Hg.): Ökumenische
Kirchengeschichte Band 3: Von der Französischen Revolution bis 1989,
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2007, S. 311)
"Der Führer ist tief religiös, aber ganz antichristlich."
Dr. Joseph Goebbels (29. Dezember
1939, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Ralf
Georg Reuth, Joseph Goebbels Tagebücher, München 1992)
Adolf Hitler (1935, Heinrich
Hoffmann: Hitler in seinen Bergen, Bild 39)
"Jedes Wort, das aus
Hitlers Munde kommt, ist Lüge: Wenn er Frieden sagt, meint er den Krieg, und
wenn er in frevelhaftester Weise den Namen des Allmächtigen nennt, meint er
die Macht des Bösen, den gefallenen Engel, den Satan."
Hans und Sophie Scholl / Die Weiße
Rose (Juli 1942, Widerstandsgruppe in München während der Zeit des
Nationalsozialismus, Flugblatt IV, in: Rainer Bucher: Hitlers Theologie.
Echter Verlag, Würzburg 2008, S. 124)
"Die Pforten der Hölle waren offen."
[Prof. Gert Weisskirchen]
"Am 20. Januar 1942 hatten sich ranghohe Nationalsozialisten am Großen
Wannsee getroffen, um die Vernichtung der Juden detailliert zu planen. Das
Datum gilt als Beginn des Holocaust."
Christliches Medienmagazin pro (20.01.2012,
Die Pforten der Hölle waren offen, www.pro-medienmagazin.de)
"Es ist
erschreckend, dass Christen nicht erkannten, dass Hitlers Gott ein völlig
anderer als der christliche Gott war"
so Schirrmacher bei der Vorstellung seines Buches
[Thomas Schirrmacher. Hitlers Kriegsreligion. Die Verankerung der
Weltanschauung Hitlers in seiner religiösen Begrifflichkeit und seinem
Gottesbild. 2 Bände. VKW: Bonn, 2007]. Besonders die ‚Frommen im
Lande‘[siehe auch:
Freikirchen im
Nationalsozialismus]
seien wegen ihrer angeblichen politischen Abstinenz nicht nur auf
Hitlers politische Parolen hereingefallen, sondern letztlich auf eine
alternative Religion.
Hitler habe viel vom Schöpfer gesprochen, der das Naturgesetz des
Rassenkampfes geschaffen habe, nie aber vom Gott der Liebe, Barmherzigkeit
und Gerechtigkeit. Jesus erscheine zwar oft als das große Vorbild im Hass
gegen die Juden, nie aber als Begründer der christlichen Botschaft oder als
Gottes Sohn."
Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas Schirrmacher
/
Bonner Querschnitte (28. Juni 2007,
Vorsitzender der Theologischen Kommission der
Weltweiten
Evangelischen Allianz,
Im Dritten Reich saßen die Christen einer Konkurrenzreligion auf, Bonner
Querschnitte 09b/2007 Ausgabe 38b)
"Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt,
dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein
jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist
der Geist des Antichrists"
"Am besten erledigt man sich der Kirchen, wenn man sich selbst als positiver
Christ ausgibt."
Dr. Joseph Goebbels (28. Dezember
1939, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Ralf
Georg Reuth, Joseph Goebbels Tagebücher, München 1992)
"Nicht Partei gegen Christentum, sondern wir müssen uns als die einzig
wahren Christen deklarieren. Dann aber mit der ganzen Wucht der Partei gegen
die Saboteure."
Dr. Joseph Goebbels (23. Februar
1937, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Ralf
Georg Reuth, Joseph Goebbels Tagebücher, München 1992)
"Und wieder darf ich mich auf ein Wort Ad.Hitlers berufen, dass die anders
Denkenden nicht unterdrückt, sondern gewonnen werden sollen. Durch
Diffamierung überzeugt und gewinnt man nicht, sondern man stößt die besten
der Gegner ab. Man gewinnt durch den Kampf des Geistes, in dem man den
Gegner ehrt.
Ich muss als Christ das Unrecht beklagen, das gerade auch den deutschen
Juden durch solche Diffamierung angetan wird. Ich weiß wohl, wie kompliziert
das Judenproblem gerade in Deutschland ist."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann(2. Mai 1933,
Ev. Theologe,
Die Aufgabe der Theologie in der gegenwärtigen Situation, Theologische
Zeitschrift ThZ 53 (1997) Heft 3, Theologische Fakultät Uni Basel. Verlag F.
Reinhardt 1997, Wichmann von Meding: Rudolf Bultmanns Widerstand gegen die
Mythologisierung der christlichen Verkündigung, Seite 215)
Prof. Dr. Martin Heidegger
(1933 - 1945 NSDAP Parteimitglied)
"Ich erwartete vom Nationalsozialismus eine geistige Erneuerung des ganzen
Lebens, eine Aussöhnung sozialer Gegensätze und eine Rettung des
abendländischen Daseins vor den Gefahren des Kommunismus.
Diese Gedanken wurden ausgesprochen in meiner Rektoratsrede (haben Sie diese
ganz gelesen?), in einem Vortrag über 'Das Wesen der Wissenschaft' und in
zwei Ansprachen an die Dozenten und Studenten der hiesigen Universität."
Prof. Dr. Martin Heidegger (1947, Philosoph,
Martin Heidegger Gesamtausgabe GA 16, Vittorio Klostermann Verlag, GA 16, S.
430)
"Martin Heidegger bleibt
dieses Buch gewidmet in dankbarem Gedenken an die gemeinsame Zeit in
Marburg"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1933 [und 1954 - 2. Auflage], Ev. Theologe, Widmung, Glauben und Verstehen (GuV).
Gesammelte Aufsätze, Band 1, Tübingen 1933 u. 2. Aufl. 1954)
Adolf Hitler und Eva Braun
(30. April 1945 Eva Hitler)
"Der Krieg wird sein Ende nehmen, und ich werde meine letzte Lebensaufgabe
darin sehen, das Kirchenproblem noch zu klären. Erst dann wird die deutsche
Nation ganz gesichert sein."
Adolf Hitler (13.
Dezember 1941, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944,
Heim, Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.), Orbis; Auflage: 2000, ISBN
978-3572011568 1991, S. 150)
"Das Christentum ist so etwas Fades -, so hätten wir viel eher noch den
Mohammedanismus übernommen [...] Die Germanen hätten die Welt damit erobert,
nur durch das Christentum sind wir davon abgehalten worden."
[Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Adolf Hitler (27. August 1942, Adolf Hitler
- Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, Heim, Heinrich / Jochmann,
Werner (Hrsg.), Orbis; Aufl. 2000, ISBN 978-3572011568 1991, S. 370)
"Das Christentum ist das Tollste, das je ein Menschengehirn in seinem Wahn
hervorgebracht hat, eine Verhöhnung von allem Göttlichen. […]
Wer es hat, hat stets Bazillen bei sich!"
Adolf Hitler(13. Dezember 1941, Adolf Hitler - Monologe im
Führerhauptquartier 1941-1944, Heim, Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.),
Orbis; Auflage: 2000, ISBN 978-3572011568, S. 150 u. 152)
"Die christlich-jüdische Pest gehe jetzt wohl ihrem Ende entgegen. [...]
Der Führer sagte, es sei natürlich auch ein harter machtpolitischer Eingriff
denkbar; aber nur dann, wenn Deutschlands außenpolitisch vollkommen
unabhängig sei. Sonst könnte die doch entbrennende innenpolitische
Auseinandersetzung uns die Existenz kosten."
Dr.
Alfred Ernst Rosenberg (19. Januar 1940, 1941 Reichsminister
Ostministerium,
führender
Ideologe der NSDAP sowohl in der Weimarer Republik als auch in der Zeit des
Nationalsozialismus, 1934 Beauftragter des Führers für
die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und
Erziehung der NSDAP,Als Leiter des Reichsministerium für die besetzten
Ostgebiete (RMfdbO) verfolgte er die systematische Ermordung der Juden. Hans-Günther Seraphim: Das
politische Tagebuch Alfred Rosenbergs aus den Jahren 1934/35 und 1939/40,
Göttingen / Berlin / Frankfurt Aufl. 1964, S. 97-98)
Adolf Hitler (1889 - 1945) war ein deutscher
Politiker und Diktator (österreichischer Herkunft)
"Der größte Volksschaden sind unsere Pfarrer beider Konfessionen. Ich kann
ihnen jetzt die Antwort nicht geben [...] Es wird der Augenblick kommen, da
ich mit ihnen abrechne ohne langes Federlesen."
Adolf Hitler (8.
Februar 1942, Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung,
Struktur, Folgen des Nationalsozialismus, Henry Picker, Propyläen; 2. Aufl.
Februar 2009, ISBN 978-3549071854, S. 144)
"Aber diesen Kampf der deutschen Geschichte werde ich endgültig einmal für
immer zum Austrag bringen. Das mag manchen schmerzen, aber ich werde die
Pfaffen die Staatsgewalt spüren lassen [...]
Ich schaue ihnen jetzt nur zu."
Adolf Hitler (11.
August 1942, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, Heim,
Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.), Orbis; Auflage: 2000, ISBN
978-3572011568, S.337)
"Unerbitterlich ist im Verlaufe des vergangenen Winters der Entschluss des
Führers geworden, die christlichen Kirchen nach dem Sieg zu vernichten.
[...]
Wir machen heute noch gute Miene zum bösen Spiel [...] Wir tragen heute in
der Tat den größten Weltkampf, der je ausgefochten worden ist. Wir müssen
uns zu diesem Weltkampf materiell und seelisch rüsten."
Dr. Joseph Goebbels
(24. Mai 1942, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda,
Elke Fröhlich (Hrsg.): Die Tagebücher von Joseph Goebbels. K. G. Saur,
München. Teil II/Band 4, 1997–2005)
"Wir erstreben eine einheitliche deutsche Volkskirche auf der Grundlage
eines wirklich artgemäßen deutschen Christentums [...] Es werden Jahre des
Kampfes und der gründlichen Säuberung sein. […]
Wenn dieser Kampf bisher überhaupt noch nicht oder nur mit sehr zagen
Mitteln geführt ist, dann muss man dafür Verständnis haben. [...]
Die Zeit für diesen allerdings unausbleiblichen Entscheidungskampf ist noch
nicht reif." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Handbuch der Judenfrage (September
1943, Schriftleitung des Handbuches der Judenfrage - Theodor Fritsch:
Handbuch der Judenfrage. Die wichtigsten Tatsachen zur Beurteilung des
judischen Volkes, Neunundvierzigste Auflage, Hammer-Verlag, Leipzig 1944)
"Durch die vernichtende Niederlage des Hitlerfaschismus im Jahre 1945 sind
die Christen und die christlichen Kirchen Deutschlands vor einer furchtbaren
Heimsuchung bewahrt geblieben. Denn es ist heute unbestritten, dass das
NS-Regime auch ihre Vernichtung vorgesehen hatte."
Dr. Karl Zehrer (1986, Evangelische Freikirchen und das »Dritte
Reich«. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1986, S. 11)
Nichtkirchliche Taufzeremonie durch SS-Männer
vor dem Bild Adolf Hitlers, Verein Lebensborn
"Vorgestern war ich 3 Stunden bei Göring ... und begann plötzlich eine
eingehende religiöse Aussprache. [...] [Göring zu
Rosenberg] Sie sind nächst dem Führer der einzige, der diese
Fragen fundiert behandelt hat."
Dr. Alfred Ernst Rosenberg
(22. August 1939, 1941 Reichsminister Ostministerium,
Hans-Günther Seraphim: Das politische Tagebuch Alfred Rosenbergs aus den
Jahren 1934/35 und 1939/40, Göttingen / Berlin / Frankfurt Aufl. 1964, S.
74)
"Je mehr einer an Wunder glaubt, umso weniger Religion hat er.
Darum ist der Jude ein religionsloser Mensch; und der verjudete Christ
täuscht sich über seine religiöse Armut mit der Fülle alttestamentlichen
Erzählungen und neutestamentlichen magischen Legenden hinweg."
Dr. Alfred Ernst Rosenberg
(Juli 1939, 1941 Reichsminister Ostministerium,
Hans-Günther Seraphim: Das politische Tagebuch Alfred Rosenbergs aus den
Jahren 1934/35 und 1939/40, Göttingen / Berlin / Frankfurt Aufl. 1964, S.
209)
"Der Christus, der verkündigt wird, ist nicht der historische
Jesus, sondern der Christus des Glaubens und des Kultes. [...]
Das Christuskerygma ist also Kultuslegende, und die Evangelien sind
erweiterte Kultuslegenden."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1921, Ev. Theologe,
Die Geschichte der synoptischen Tradition. Göttingen: Vandenhoeck &
Ruprecht, 8.Aufl. 1970 2. Aufl. 1931, S. 395)
"Es fragt sich also, wie die Entmythologisierung zu vollziehen ist. An ihr
arbeitet die Theologie nicht erst seit heute."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der
neutestamentlichen Verkündigung, Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg.
von Eberhard Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 24)
"Das Neue Testament braucht nicht entmythologisiert zu werden, weil es
keinen Mythos enthält"
Prof. Dr. Hermann Sasse (1942, lutherischer Theologe, Flucht vor dem
Dogma. Bemerkungen zu Bultmanns Entmythologisierung des Neuen Testaments,
Luthertum 53 - 1942, S. 161)
"Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan
haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir
haben seine Herrlichkeit selber gesehen."
"Die Schriftbeweise des Neuen Testamentes müssen fallen, nicht erst auf
Grund rationaler historischer Kritik"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1930, Ev.
Theologe, Die Bedeutung des Alten Testaments für den christlichen Glauben,
Glauben und Verstehen (GuV). Gesammelte Aufsätze, Band 1, 9. Aufl. Tübingen
1993, Seite 335)
"Das Dogma des Christentums zerbricht vor der Wissenschaft."
[Zitat unten ausführlicher]
Adolf Hitler (14. Oktober 1941, Adolf Hitler - Monologe im
Führerhauptquartier 1941-1944, Heim, Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.), Orbis;
Aufl. 2000, ISBN 978-3572011568 1991, S. 83)
Dr. J. Goebbels, 1933-1945 Minister f.
Volksaufklärung u. Propaganda
"Der Führer spricht über Christentum und Wissenschaft. Der Katholizismus
stellt sich in immer schärferen Gegensatz zur exakten Wissenschaft. Sein
Ende wird dadurch beschleunigt. Der Protestantismus ist gewissermaßen schon
ein Abklingen."
Dr. Joseph Goebbels
(23. April 1940, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda,
Elke Fröhlich (Hrsg.): Die Tagebücher von Joseph Goebbels. K. G. Saur,
München. Teil I/Band 8, 1997–2005)
"Anders als Rosenberg nämlich schied Hitler «die religiösen Elemente aus,
die er mit dem völkischen Gedanken aufgenommen hatte», und bezeichnete
dessen Buch [Mythus des Zwanzigsten Jahrhunderts],
wie Albert Speer berichtet, «kurzweg als ‹Zeug, das niemand verstehen kann›,
verfasst von ‹einem engstirnigen Balten, der furchtbar kompliziert denkt›»,
ja als «Rückschritt in mittelalterliche Vorstellungen».
Trotzdem bleibt es dabei: «Rosenberg verkaufte seinen 700seitigen ‹Mythus
des Zwanzigsten Jahrhunderts› zu Hunderttausenden. Das Buch wurde in der
Öffentlichkeit weithin als Standardwerk der Partei-Ideologie angesehen»."
PD Dr. Wichmann von Meding(1997,
Rudolf Bultmanns Widerstand gegen die Mythologisierung der christlichen
Verkündigung, in: Theologische Fakultät der Universität Basel (Hrsg.):
Theologische Zeitschrift ThZ 53, Heft 3, Basel: Reinhardt 1997, S. 203)
"Am besten, man lässt das Christentum langsam verklingen; ein langsames
Ausklingen hat auch etwas Versöhnendes in sich: Das Dogma des Christentums
zerbricht vor der Wissenschaft. [...]
Man darf der Masse das eine nicht nehmen, solange sie das andere nicht schon
besitzt [...] Es ist nun aber auch nicht wünschenswert, dass die ganze
Menschheit verblödet. Man kann sich deshalb vom Christentum nicht besser
lösen als dadurch, dass man es ausklingen lässt.
Eine Bewegung wie die unsere wird sich auf dieses metaphysische Gebiet ganz
unkontrollierbarer Gedankengänge nie ziehen lassen dürfen. Sie hat auf dem
Gebiet einer exakten Wissenschaft zu bleiben. Die Partei soll kein Ersatz
sein für die Kirche. Ihre Aufgabe ist wissenschaftlich-methodischer Art.
[...]
Wird damit nicht überhaupt der Gottesglaube beseitigt werden? [...] Das
würde nicht gut sein! Der breiten Masse ist der Begriff der Gottheit nur
eine Substantiierung. Diese Substantiierung ist wunderbar. Warum sollen wir
den Sammelbegriff für das Unbegreifliche zerstören?
Wenn wir jetzt die
Kirche mit Gewalt beseitigen, würde das ganze Volk schreien: Wo ist der
Ersatz? [...] Die Zukunft denke ich mir deshalb so: Jeder hat zunächst
seinen Privatglauben; Aberglaube wird auch immer eine Rolle spielen. [...]
Es muss durchgesetzt werden, dass die Kirche im Staat nichts mehr
dreinredet. Die Erziehung von Jugend auf sorgt dafür, dass jeder weiß, was
richtig ist im Sinne der Staatserhaltung. [...] Wir werden dafür sorgen,
dass die Kirchen keine Lehren mehr verkünden, die mit unseren Lehren in
Widerspruch stehen. Wir werden weiter unsere nationalsozialistischen Lehren
durchsetzen, und die Jugend wird nur mehr die Wahrheit hören."
Adolf Hitler (14. Oktober 1941, Adolf Hitler - Monologe im
Führerhauptquartier 1941-1944, Heim, Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.), Orbis;
Aufl. 2000, ISBN 978-3572011568 1991, S. 83-85)
"Das Problem des kommenden Reiches der deutschen Sehnsucht
besteht also darin, diesen gequälten, irregeleiteten Millionen eine neue
Weltanschauung zu predigen, ihnen aus einem neuen Mythus heraus einen alles
formenden Höchstwert zu schenken, oder richtiger gesagt, den in allen
schlummernden Wert des Volkstums und der Nationalehre vom Schutt der
Jahrhunderte zu reinigen und in sein Zeichen das ganze Leben zu stellen.
Erst wenn das geschehen ist, kann ein Deutsches Reich entstehen"
Dr. Alfred Ernst Rosenberg
(1930, 1941 Reichsminister Ostministerium,
führender
Ideologe der NSDAP sowohl in der Weimarer Republik als auch in der Zeit des
Nationalsozialismus, 1934 Beauftragter des Führers für
die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und
Erziehung der NSDAP,
Der Mythus des 20. Jahrhunderts.
Hoheneichen - Verlag München 34. Auflage 1934, S. 545,
www.scribd.com/doc/2628285/Der-Mythus-des-20-Jahrhunderts-Alfred-Rosenberg)
18. Februar 1939, Alfred Rosenberg (Mitte)
spricht zur Judenfrage vor Diplomaten, Bundesarchiv
"Bekennen wir uns alle zu diesen Grundsätzen und schließen wir den großen
Ring unserer Gemeinschaft, stark im Vertrauen auf unser Volk, erfüllt im
Glauben an unsere Mission und bereit zu jedem Opfer, das der Allmächtige von
uns fordert."
Adolf Hitler (14. September 1936, Der Parteitag der Ehre vom 8. bis 14.
September 1936: Offizieller Bericht über den Verlauf des Reichsparteitages
mit sämtlichen Kongressreden. Zentralverlag der NSDAP, Franz Eher Nachf.:
München, 1936. S. 308, Schlussrede des Reichsparteitags in Nürnberg am
14.9.1936. S. 308)
"Der Glaube schließt Ernst ein, und der Ernst weiß, was Ad.Hitler in seiner
Rede gestern wieder betonte, dass wir erst am Anfang stehen, und dass noch
unendlich viel von uns gefordert ist an geduldiger Arbeit und klarer
Opferbereitschaft.
Und ich brauche kaum darauf hinzuweisen, dass jene leichtsinnige Sicherheit
am schnellsten umschlägt in Enttäuschung, wenn die Führung Opfer verlangt.
Der Versuchung des Leichtsinns gegenüber haben wir den Ernst der Aufgabe
einzuschärfen.
Ich weiß, dass z.B. der Kultusminister täglich Körbe voll Denunziationen
erhält; ich weiß zum Glück auch, dass sie in die verdienten Papierkörbe
wandern.
Aber es liegt dabei nicht nur an dem etwaigen Erfolg der Denunziationen;
sondern das Schlimmste ist dieses, dass solches Denunziantentum die
Atmosphäre vergiftet, Misstrauen zwischen den Volksgenossen stiftet und das
freie und ehrliche Wort des Mannes unterdrückt.
«Wir wollen die Lüge ausmerzen», – dazu gehört auch, dass man das freie Wort
ehrt, auch dann, wenn es anders lautet, als man zu hören wünscht. Denn sonst
erzieht man zur Lüge."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann(2. Mai 1933,
Ev. Theologe,
Die Aufgabe der Theologie in der gegenwärtigen Situation, Theologische
Zeitschrift ThZ 53 (1997) Heft 3, Theologische Fakultät Uni Basel. Verlag F.
Reinhardt 1997, Wichmann von Meding: Rudolf Bultmanns Widerstand gegen die
Mythologisierung der christlichen Verkündigung, Seite 214 - 215)
"Jetzt ist die Endzeit gekommen; »als die Zeit erfüllt war«, sandte Gott
seinen Sohn. Dieser, ein präexistentes Gottwesen
[Präexistenz Christi: Jesus Christus hat bereits vor seinem irdischen
Leben existiert], erscheint auf Erden als ein Mensch; sein
Tod am Kreuz, den er wie ein Sünder erleidet, schafft Sühne für die
Sünden der Menschen.
Seine Auferstehung ist der Beginn der kosmischen Katastrophe, durch die
der Tod, der durch Adam in die Welt gebracht wurde, zunichte gemacht
wird; die dämonischen Weltmächte haben ihre Macht verloren. Der
Auferstandene ist zum Himmel erhöht worden zur Rechten Gottes; er ist
zum »Herrn« und »König« gemacht worden.
Er wird wiederkommen auf den Wolken des Himmels, um das Heilswerk zu
vollenden; dann wird die Totenauferstehung und das Gericht stattfinden;
dann werden Sünde, Tod und alles Leid vernichtet sein. Und zwar wird das
in Bälde geschehen […] Die Glaubenden haben schon das » Angeld «,
nämlich den Geist, der in ihnen wirkt und ihre Gotteskindschaft bezeugt.
[…]
Das alles ist mythologische Rede, und die einzelnen Motive lassen sich
leicht auf die zeitgeschichtliche Mythologie der jüdischen Apokalyptik
und des gnostischen Erlösungsmythos zurückführen."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen
Verkündigung, Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg. von Eberhard
Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 12-13)
"Die Lehre vom Gericht und von der Wiederkunft, die Lehre vom Tod als einem
Opfertode, die Lehre von der Auferstehung [...] dass kleine Mucker
[Anhänger des Pietismus,
http://de.wikipedia.org/wiki/Mucker] und
Dreiviertel-Verrückte sich einbilden dürfen, dass um ihretwillen die Gesetze
der Natur beständig durchbrochen werden [...]
Kleine Missgeburten von Muckern und Lügnern fingen an, die Begriffe „Gott“
„Wahrheit“ „Licht“ „Geist“ „Liebe“ „Weisheit“ „Leben“ für sich in Anspruch
zu nehmen, gleichsam als Synonyma von sich, um damit die „Welt“ gegen sich
abzugrenzen, kleine Superlativ-Juden, reif für jede Art Irrenhaus, drehten
die Werte überhaupt nach sich um, wie als ob erst der Christ der Sinn, das
Salz, das Maass, auch das letzte Gericht vom ganzen Rest wäre [...]
Diese kleinen Mucker verrechnen sich nämlich in der Hauptsache. Sie greifen
an, aber Alles, was von ihnen angegriffen wird, ist damit ausgezeichnet. Wen
ein „erster Christ“ angreift, den besudelt er nicht … Umgekehrt: es ist eine
Ehre, „erste Christen“ gegen sich zu haben. [...]
Wir leugnen Gott als Gott… Wenn man uns diesen Gott der Christen bewiese,
wir würden ihn noch weniger zu glauben wissen. [...] Der „Glaube“ als
Imperativ ist das Veto gegen die Wissenschaft […]
Todkrieg gegen das Laster: das Laster ist das Christentum. Lasterhaft ist
jede Art Widernatur. Die lasterhafteste Art Mensch ist der Priester: er
lehrt die Widernatur. Gegen den Priester hat man nicht Gründe, man hat das
Zuchthaus. […]
Man soll die „heilige“ Geschichte mit dem Namen nennen, den sie verdient,
als verfluchte Geschichte; man soll die Worte „Gott“, „Heiland“, „Erlöser“,
„Heiliger“ zu Schimpfworten, zu Verbrecher-Abzeichen benutzen. Der Rest
folgt daraus. Der Antichrist"
Prof. Dr. Friedrich Nietzsche (1888,
Philosoph, Der Antichrist. Fluch
auf das Christentum und Gesetz wider das Christentum, Friedrich
Nietzsche Digitale Kritische Gesamtausgabe Werke und Briefe:
www.nietzschesource.org)
"Dich ruft die SS", Der Reichsführer SS,
Verlag: Hermann Hillger KG
Berlin, um 1942, DHM, Berlin, Do2 96/1882
Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt Denen
nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden! [...]
Unheimlich ist das menschliche Dasein und immer noch ohne Sinn […] Ich will
die Menschen den Sinn ihres Seins lehren: welcher ist der Übermensch, der
Blitz aus der dunklen Wolke Mensch. [...]
Das Böse ist des Menschen beste Kraft. »Der Mensch muss besser und böser
werden« – so lehre ich. Das Böseste ist nötig zu des Übermenschen Bestem."
Prof. Dr. Friedrich Nietzsche (1883,
Philosoph, Also sprach
Zarathustra. Teil I: Zarathustra's Vorrede und 1885, Also sprach
Zarathustra, Teil IV,5: Vom höheren Menschen, Friedrich Nietzsche Digitale
Kritische Gesamtausgabe Werke und Briefe: www.nietzschesource.org)
"Ich komme zu früh, sagte er dann, ich bin noch nicht an der
Zeit. Dieses ungeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert, – es ist
noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen. [...]
Man erzählt noch, dass der tolle Mensch des selbigen Tages in verschiedene
Kirchen eingedrungen sei und darin sein Requiem aeternam deo [seine ewige
Totenmesse für Gott] angestimmt habe."
Prof. Dr.
Friedrich Nietzsche (1882,
Philosoph, Die fröhliche Wissenschaft, Friedrich Nietzsche Digitale
Kritische Gesamtausgabe Werke und Briefe: www.nietzschesource.org)
"Die Lehre vom „Übermenschen“ [siehe oben]
ist – vor allem im deutschsprachigen Raum – mit der vermeintlichen
"Herrenrasse" der Arier assoziiert worden. 1934 wurde ein Exemplar
[siehe Beiträge oben] im Grabgewölbe des
Reichsehrenmals Tannenberg [siehe Bild]
neben Hitlers Mein Kampf und Alfred Rosenbergs
[siehe unten] Der Mythus des 20. Jahrhunderts niedergelegt."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Also_sprach_Zarathustra, Stand Juni 2010,
Bernhard Taureck, Nietzsche und der Faschismus. Eine Studie über Nietzsches
politische Philosophie und ihre Folgen, Hamburg 1989, S.80)
Oktober 1935, Im Grabgewölbe des
Reichsehrenmals Tannenberg [siehe Beitrag oben]
wurde je ein Exemplar folgender Schriften niedergelegt (teilweise
auch in die Fundamente offizieller NSDAP Bauten):
Adolf Hitler: Mein Kampf
Dr. Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra
[siehe Beiträge oben] Dr. Alfred Rosenberg: Der Mythus des 20. Jahrhunderts [siehe Beitrag unten]
(http://de.wikipedia.org/wiki/Also_sprach_Zarathustra, Stand Juni 2010)
Bitte um Hilfe:
Auf dieser Seite wird öfters Rudolf Bultmann zitiert (Schriften aus der Zeit
des Nationalsozialismus, z. B. 1941, Neues
Testament und Mythologie - Programm der Entmythologisierung der Bibel).
Das Problem dabei ist, wir wissen zum Teil nicht, wie wir die Zitate von
Rudolf Bultmann (laut
www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml:
bedeutendster Exeget des 20. Jahrhunderts)
zu verstehen haben. Einige Zitate weisen eine auffallende Ähnlichkeit mit
den Schriften von Alfred Rosenberg (Reichsminister,
NSDAP Chefideologe)auf.
Aus dem Textzusammenhang kann sich bisweilen die Schlussfolgerung ergeben,
dass manche Passagen Bultmanns ironisch (damit auch kritisch) gemeint sein
könnten (siehe 2. Beispiel unten), oder Textpassagen von
nationalsozialistischen Schriften (Alfred Rosenberg, Der Mythos des 20. Jahrhunderts, 1933)
aufgegriffen und kritisch beleuchtet werden (siehe 1. Beispiel mit farbig
hinterlegtem Text).
Leider liegen uns bis heute keine Informationen vor, welche Textabschnitte
von Rudolf Bultmann im Wortsinn gemeint sind und welche gegen den Wortsinn
verstanden werden sollten. Wir wissen von keiner Schrift (während oder nach
dem 3. Reich) in der Rudolf Bultmann (1884 - 1976) die Situation aufgeklärt
hätte.
Falls dennoch Quellen existieren, die hier für Klarheit sorgen könnten,
wären wir für Hinweise darauf außerordentlich dankbar (Email:
Kontakt).
Hier ein Beispielfür Aussagen von
Rudolf Bultmann, die
so gedeutet werden könnten, dass
nationalsozialistische Schriften
aufgegriffen und kritisch beleuchtet werden (im Kontext des Gesamttextes):
[1930, Der
Mythus des 20. Jahrhunderts, Dr. Rosenberg]
"Christlichen
Legenden, die
allen Ernstes noch heute den Europäern verkündet werden: "Jungfrauengeburt",
stoffliche" Auferstehung" Christi, "Himmel-
und Höllenfahrt [...]
Noch immer aber haben es Millionen nicht begriffen, dass
Kopernikus ... die gesamte
Höllenfahrts- und Auferstehungsmythologie
restlos überwunden, ein für allemal erledigt
hat."
Dr. Alfred Ernst Rosenberg (1930,
1941 Reichsminister Ostministerium, führender Ideologe der NSDAP, Der Mythus
des 20. Jahrhunderts. Hoheneichen - Verlag München 34. Aufl. 1934, S.
132-133)
[1941,
Neues Testament
und Mythologie, Dr. Bultmann]
"So kann sich das Weltbild ändern etwa infolge der
kopernikanischen Entdeckung [...] Welterfahrung und Weltbemächtigung
sind in Wissenschaft und Technik so weit entwickelt, dass kein Mensch
im Ernst am neutestamentlichen
Weltbild festhalten kann und festhält. [...]
Erledigt sind damit die Geschichten von
der Himmel- und Höllenfahrt Christi [...] Die
Wunder des Neuen Testaments sind damit als Wunder
erledigt [...]
Neben dem historischen Ereignis des Kreuzes steht die
Auferstehung, die kein geschichtliches Ereignis ist. ... Neben der
Behauptung der Präexistenz (Paulus, Johannes) steht ja die
Legende von der
Jungfrauengeburt (Matthäus, Lukas) ... stehen die
Legenden vom leeren Grab und von der
Himmelfahrt."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung,
Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg. von Eberhard Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, S. 14-16,53)
Hier ein Beispielfür Aussagen von
Rudolf Bultmann, die
als ironisch (kritisch) gedeutet werden könnten (im Kontext des
Gesamttextes):
"Im kirchlichen Christentum ist nach Alfred Rosenberg* die „große
Persönlichkeit Jesu" „missbraucht worden". [...]
*[Alfred Rosenberg,
1941 Reichsminister
Ostministerium,
führender
Ideologe der NSDAP sowohl in der Weimarer Republik als auch in der Zeit des
Nationalsozialismus, 1934 Beauftragter des Führers für
die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und
Erziehung der NSDAP,Als Leiter des
Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO) verfolgte er die
systematische Ermordung der Juden]
Der Mythos des 20. Jahrhunderts*, 1933, S.
74. Nach S. 76, Anm. liegt nicht der geringste zwingende Grund zu der
Annahme vor, dass Jesus jüdischer Herkunft gewesen ist. [...]
Noch scharfer hat Johannes, der nach Rosenberg*
noch aristokratischen Geist
atmet, und der sich gegen die Verbastardierung, Verorientalisierung und
Verjudung des Christentums gewehrt haben soll, das ausgedrückt, dass Jesu
Kommen die Wende der Zeit war, dass Gottes Gericht sich eben damit schon
vollzogen hat" [Zitat im unteren Teil
ausführlicher]
Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1936,
Jesus und Paulus: Jesus Christus im Zeugnis der Heiligen Schrift und der
Kirche. Beihefte 2 zur Evangelischen Theologie, 1936, Seite 68 - 70 u. 85;
Vgl. Jesus und Paulus, Exegetica: Aufsätze zur Erforschung des Neuen
Testaments, Tübingen, 1967, Seite 210 - 212 u. 224)
19.11.1933, Feier zum Luthertag vor dem
Berliner Schloss, Fahnenbanner mit DC ="Deutsche Christen"
"Eine Religion, die ihr ganzes Dasein an dem Seidenfaden des Glaubens an ein
überliefertes "Faktum" hängt, gegen alles innere Erleben ... gerät in ihren
Grundfesten ins Wanken, wenn dieses "Faktum" immer mehr als Legende erkannt,
bzw. aufgefasst wird.
Das "Faktum" aber (Sühnetod - Himmelfahrt - Auferstehung), an das das 16.
Jahrhundert noch kindlich und in innerer Wahrhaftigkeit glauben konnte, ist
heute in seinem entscheidenden Teil nicht mehr als geschichtliche Tatsache
lehrbar [...]
Für den nordischen Menschen ist Religion von Eckard bis Lagarde steht's
inneres Erleben gewesen, immer Gegenwart, kein Pochen auf ein Faktum [...]
Immer wieder tönt allem Seelenreichtum das wüstendürre Wort entgegen:
"Außerhalb dieser Offenbarung [Bibel],
der allein göttliche Autorität zukommt, kann Gott in seiner Gottheit nicht
erkannt werden" [...]
Wie schon ausgeführt, darf in den Augen der neuen Sektierer auch innere
Erfahrung nicht als echte Religion gelten [...] Aber von dieser "frohen
Botschaft" wollen unsere düsteren, leichenbitteren "Bekenner" ... nichts
wissen. [...]
Von welcher Seite immer man der heute verkündigten "Rechtgläubigkeit" auch
nahen mag, immer trifft man auf grundsätzliche Starrheit dem Leben gegenüber
... auf verknöcherten Sektierergeist. Und deshalb auf grundsätzliche
Feindschaft nicht nur der von mir persönlich vertretenen
Religionsphilosophie"
Dr. Alfred Ernst Rosenberg
(1932,
1941 Reichsminister
Ostministerium,
führender
Ideologe der NSDAP sowohl in der Weimarer Republik als auch in der Zeit des
Nationalsozialismus, 1934 Beauftragter des Führers für
die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und
Erziehung der NSDAP, Als Leiter des Reichsministerium für die besetzten
Ostgebiete (RMfdbO) verfolgte er die systematische Ermordung der Juden.
Protestantische Rompilger.
Der Verrat an Luther und der Mythus des 20. Jahrhunderts, Hoheneichen Verlag
München 1937, Seite 48 - 50)
Dr.
Alfred
Rosenberg (Reichsminister,
NSDAP Chefideologe) (siehe unten)
"Augenblicklich ist mein größter Ärger die Dogmatik
[altgr. dógma, Denkart, Lehrsatz, Glaubenslehre]. Da brauchen
wir wirklich eine Reform.
Was wird da noch für ein Unsinn beibehalten von ‚Offenbarung’
[Bibel], ‚Trinität’
[lat. trinitas ‚Dreizahl‘, Gott Vater, Gott Sohn
Jesus Christus und Gott Heiliger Geist], ‚Wunder’, ‚göttliche
Eigenschaften’, es ist fürchterlich."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann (5.
Juni 1905,
Ev. Theologe,Brief an Walther Fischer, Mn
2-2198, Nachlass Rudolf Bultmann, Universitätsbibliothek Tübingen)
"Kann die christliche Verkündigung dem Menschen heute zumuten, das mythische
Weltbild als wahr anzuerkennen? Das ist sinnlos und unmöglich. Sinnlos; denn
das mythische Weltbild ist als solches gar nichts spezifisch Christliches,
sondern es ist einfach das Weltbild einer vergangenen Zeit, das noch nicht
durch wissenschaftliches Denken geformt ist."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der
neutestamentlichen Verkündigung, Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg.
von Eberhard Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 14)
Adolf Hitler (Heinrich
Hoffmann: Hitler in seinen Bergen, Bild 53, Zeitgeschichte Verlag Berlin
1935)
"Das Nizäische Glaubensbekenntnis ... die Lehrsätze ... sind tot, innerlich
unwahr, und nichts offenbart deutlicher die Hilflosigkeit und
Unwahrhaftigkeit unserer Kirchen, als dass sie auf Dinge pochen, die mit
Religion überhaupt nichts zu tun haben, dass sie noch Lehrsätze verteidigen,
an die sie selbst nicht mehr glauben können.
Sie haben ganz recht, wenn sie erklären: dass, falls das "Alte Testament"
oder das Nizäische Glaubensbekenntnis aus dem Bau der Kirchen gezwängt
werden würden, dann die Ecksteine fehlten, der ganze Bau also
Zusammenstürzen müsse.
Das könnte wahr sein, aber noch nie ist durch eine fadenscheinige, nur auf
etliche Jahrzehnte berechnete Zweckmäßigkeitsausrede ein Zusammenbruch
verhindert worden. Im Gegenteil, je später ein solcher eintrat, desto
fürchterlicher wurde er."
Dr. Alfred Ernst Rosenberg (1930, 1941 Reichsminister
Ostministerium,
führender
Ideologe der NSDAP sowohl in der Weimarer Republik als auch in der Zeit des
Nationalsozialismus, 1934 Beauftragter des Führers für
die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und
Erziehung der NSDAP,Als Leiter des
Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO) verfolgte er die
systematische Ermordung der Juden.
Der Mythus des 20. Jahrhunderts.
Hoheneichen - Verlag München 34. Auflage 1934, S. 133,
www.scribd.com/doc/2628285/Der-Mythus-des-20-Jahrhunderts-Alfred-Rosenberg)
"Vielmehr hätte alles bisher Gesagte auch vor 30 oder 40 Jahren schon
ähnlich gesagt sein können; und es ist eigentlich ein testimonium
paupertatis [Zeugnis der Bedürftigkeit,
Armutszeugnis] für unsere theologische Situation, dass es heute
wieder gesagt werden muss. [...]
Wenn nun in den letzten 20 Jahren zurückgerufen wurde von der Kritik zur
einfachen Übernahme des neutestamentlichen Kerygmas
[griech. kérygma, Botschaft], so gerieten Theologie und Kirche
in Gefahr, unkritisch die Mythologie des Neuen Testaments zu repristinieren
[lat. aufwärmen von Gestrigem] und damit
das Kerygma für die Gegenwart unverständlich zu machen.
Die kritische Arbeit früherer Generationen darf nicht einfach weggewischt
werden, sondern sie muss positiv aufgenommen werden. Geschieht das nicht, so
werden früher oder später - wenn Kirche und Theologie überhaupt
weiterbestehen - die alten Kämpfe zwischen Orthodoxie und Liberalismus noch
einmal gekämpft werden müssen.
Das ist freilich die bequemste Weise, der kritischen Frage auszuweichen,
indem man alles im wörtlichen Verstände bestehen lässt"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der
neutestamentlichen Verkündigung, Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg.
von Eberhard Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 24-25)
"Wir glauben an die Inspiration. ... Lass dir das kostbare Erbgut des
heiligen Buches nicht aus der Hand schlagen." Und Pfarrer R. im Rheinland
nannte von der Kanzel herab den "Mythus des 20. Jahrhunderts"
[siehe Beiträge oben von Dr. Alfred Ernst
Rosenberg] und das "Handbuch der Judenfrage" Schundschriften.
So stellt sich die Romkirche der Weltanschauung des Nationalsozialismus
durchaus ablehnend gegenüber. Der Protestantismus - wenigstens soweit er im
rechtgläubigen Luthertum sich darstellt - in kaum minderem Maße. [...]
Wir erstreben eine einheitliche deutsche Volkskirche auf der Grundlage eines
wirklich artgemäßen deutschen Christentums [...] Es werden Jahre des Kampfes
und der gründlichen Säuberung sein. […]
Wenn dieser Kampf bisher überhaupt noch nicht oder nur mit sehr zagen
Mitteln geführt ist, dann muss man dafür Verständnis haben. [...] Die Zeit
für diesen allerdings unausbleiblichen Entscheidungskampf ist noch nicht
reif." [Zitat im unteren Teil ausführlicher]
Handbuch der Judenfrage (September
1943, Schriftleitung des Handbuches der Judenfrage - Theodor Fritsch:
Handbuch der Judenfrage. Die wichtigsten Tatsachen zur Beurteilung des
judischen Volkes, Neunundvierzigste Auflage, Hammer-Verlag, Leipzig 1944)
"Alfred Rosenberg [siehe Beiträge] hat
in seinen Werken in hervorragendstem Maße die Weltanschauung des
Nationalsozialismus wissenschaftlich und intuitiv begründen und festigen
geholfen. In einem unermüdlichen Kampf um die Reinheit der
nationalsozialistischen Weltanschauung hat er sich ganz besonders Verdienste
erworben.
Erst eine spätere Zeit wird voll zu ermessen vermögen, wie tief der Einfluss
dieses Mannes auf die geistige und weltanschauliche Gestaltung des
nationalsozialistischen Reiches ist."
Dr. Joseph Goebbels
(1937, 1933 - 1945 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda,
Verleihung des Nationalpreises an
Dr.
Alfred Ernst Rosenberg.
Der Deutsche Nationalpreis für
Kunst und Wissenschaft war die höchste Friedensauszeichnung des
nationalsozialistischen Deutschen Reiches. Er wurde 1937 durch Adolf Hitler
gestiftet und sollte an die Stelle des Nobelpreises treten.
Raimund Baumgärtner, Weltanschauungskampf im Dritten Reich. Die
Auseinandersetzung der Kirchen mit Alfred Rosenberg, Mainz :
Matthias-Grünewald-Verlag, 1977)
Rudolf
Bultmann (1884 - 1976), 1912 - 1951 Uni Prof.
"Leider gibt es noch keine große wissenschaftliche Bultmannbiographie
[Rudolf
Bultmann]. Nur ihr ließe sich
entnehmen, wann der Vortrag
[1941, Neues
Testament und Mythologie, siehe Beiträge oben] konzipiert
wurde, welche Lektüre voranging […]
So ist es derzeit unmöglich, den Entmythologisierungsvortrag als Reaktion
auf bestimmte Ereignisse zu deuten. Nur generell lässt sich auf eine Fülle
an Erfahrungen hinweisen, die ein seit 1908 publizierender Theologe und
Mitglied der Bekennenden Kirche seit dem Weltkrieg hat machen müssen mit
einem mythologisierenden Einfluss auf die Verkündigung, wie er im
germanischen Mythus des Hitlerreiches gipfelte.
Dieser kommt am profiliertesten zur Sprache in Alfred Rosenbergs Buch «Der
Mythus des 20. Jahrhunderts» [siehe Beiträge]
Rosenberg verkaufte seinen 700seitigen ‹Mythus des Zwanzigsten
Jahrhunderts› zu Hunderttausenden. Das Buch wurde in der Öffentlichkeit
weithin als Standardwerk der Partei-Ideologie angesehen. In dieser Rolle
beeinflusste es auch Prediger."
PD Dr. Wichmann von Meding(1997,
Rudolf Bultmanns Widerstand gegen die Mythologisierung der christlichen
Verkündigung, in: Theologische Fakultät der Universität Basel (Hrsg.):
Theologische Zeitschrift ThZ 53, Heft 3, Basel: Reinhardt 1997, S. 203 f.)
"Im kirchlichen Christentum ist nach Alfred Rosenberg (Der Mythos des 20.
Jahrhunderts, 13.-16. Aufl. 1933, S. 76.) [Auszüge
der Fußnoten des Originaltextes stehen in der Klammer] die „große
Persönlichkeit Jesu" „missbraucht worden".
„Die große Persönlichkeit Jesu Christi, wie immer sie auch gestaltet gewesen
sein mag, wurde gleich nach ihrem Hinscheiden mit allem Wust des
vorderasiatischen, des jüdischen und afrikanischen Lebens beladen und
verschmolzen." (Der Mythos des 20. Jahrhunderts, 1933, S. 74. Nach S. 76,
Anm. liegt nicht der geringste zwingende Grund zu der Annahme vor, dass
Jesus jüdischer Herkunft gewesen ist.)
Speziell bilden die Lehren des Paulus, „den jüdisch-geistigen Grundstock,
gleichsam die talmudisch-orientalische Seite der römischen, aber auch der
lutherischen Kirche" (Der Mythos des 20. Jahrhunderts, 1933, S. 74 f. - Man
vergleiche weiter die Zitate aus ROSENBERG im „Kirchlichen Anzeiger für die
Erzdiözese Köln", amtl. Beilage Dez. 1934 „Der Apostel Paulus und das
Urchristentum", Nachtrag zu den „Studien zum Mythos des 20. Jahrhunderts").
Die in solchen Äußerungen wirkende Fragestellung ist nicht neu; sie ist in
der theologischen Forschung der vorigen Generation ernsthaft diskutiert
worden, nachdem sie vor allem durch W. Wredes „Paulus" (1905) zum
Bewusstsein gebracht worden war. […]
„Die ganze Neuerung des Paulus ist darin beschlossen, wie er diese
Heilstatsachen, die Menschwerdung, den Tod und die Auferstehung Christi, zum
Fundamente der Religion gemacht hat." (W. WREDE, Paulus S. 104, 102, 103.)
Diese christliche Heilslehre hat den Charakter des Mythos. […]
Wir gedenken dankbar dieser Forscher, denn der Ernst und die Wahrhaftigkeit
ihres Fragens musste zu einer immer radikaleren Selbstbesinnung des
christlichen Glaubens auf sein eigentliches Wesen führen. Wir gehen nicht
darauf ein, wie die Diskussion damals geführt wurde, denn uns ist die Frage
heute neu gestellt [1936].
Und das ist zu einem guten Teil das Verdienst der „religionsgeschichtlichen
Schule die mit rücksichtsloser Energie weiter in jene Selbstbesinnung
hineintrieb. Sie wies nach, dass der „Christus-Mythos" aus der
zeitgeschichtlichen Mythologie erwachsen ist.
Aus der messianischen Mythologie des Judentums stammt die Gestalt des
Messias-Königs, stammt - im Zusammenhang mit der Lehre von den zwei Äonen -
die Vorstellung vom Menschensohn.
Aus den hellenistischen Mysterienreligionen stammt die Vorstellung vom
sterbenden und wieder zum Leben erwachenden Gott-Heiland und von den
Sakramenten (Taufbad und heiliges Mahl), durch die der Myste am Schicksal
der Gottheit teilgewinnt.
Aus der Gnosis stammt die Vorstellung von der himmlischen Erlösergestalt,
ihrer Menschwerdung und Erhöhung, die dem Gläubigen den Weg in die
himmlische Heimat bahnt.
Die historische Erforschung der christlichen Heilslehre scheint zugleich
ihre Destruktion zu bedeuten; aber sie scheint damit auch den Weg frei zu
machen: zurück zum schlichten Evangelium Jesu! [...]
Noch scharfer hat Johannes, der nach ROSENBERG
[Alfred Rosenberg, siehe Beiträge] noch aristokratischen Geist
atmet, und der sich gegen die Verbastardierung, Verorientalisierung und
Verjudung des Christentums gewehrt haben soll, das ausgedrückt, dass Jesu
Kommen die Wende der Zeit war, dass Gottes Gericht sich eben damit schon
vollzogen hat"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1936,
Jesus und Paulus: Jesus Christus im Zeugnis der Heiligen Schrift und der
Kirche. Beihefte 2 zur Evangelischen Theologie, 1936, Seite 68 - 70 u. 85;
Vgl. Jesus und Paulus, Exegetica: Aufsätze zur Erforschung des Neuen
Testaments, Tübingen, 1967, Seite 210 - 212 u. 224)
1925 München (Alfred
Rosenberg 3. von links neben dem stehenden Adolf Hitler)
"Für Rudolf Bultmann ist kennzeichnend, dass er sich von Anfang an (1933)
ohne jedes Wanken als Mitglied der „Bekennenden Kirche" und später des
„Pfarrernotbundes" offen gegen die Ideologie des Nationalsozialismus
gestellt hat. In vielen Predigten und manchen Schriften „machte er auf die
Differenz zwischen biblischem Glauben und der (NS-) Weltanschauung jener
Zeit aufmerksam. […]
Gehört hierher, also zu dieser Widerstandshaltung Bultmanns gegen das Dritte
Reich und seine Ideologie nicht auch sein „Programm der
Entmythologisierung"? Musste dieses Programm, verkündet 1941, für damalige
Ohren nicht unüberhörbar an die aus christlicher Sicht notwendige Kritik am
„Mythos des 20. Jahrhunderts" [siehe Beiträge oben
von Dr. Alfred Ernst Rosenberg] erinnern?
Alfred Rosenberg hatte 1930 unter diesem Titel das im Dritten Reich nach
Hitlers „Mein Kampf" meistverbreitete Buch veröffentlicht, ein dezidiert
antichristliches Buch, das programmatisch die religiös-völkische
Weltanschauung, die Religion des Blutes, den Mythos des Blutes vertrat.
Befand sich Bultmann mit dem Schlagwort der „Entmythologisierung" als
Theologe nicht an vorderster Bekenntnisfront, wenn er sich gegen den
völkischen Rasse-Mythos, gegen die vom Nationalsozialismus ausdrücklich
gepflegte Wiederkehr des Mythischen und Irrationalen mit einem „Programm zur
Entmythologisierung" wandte?"
Pfarrer Christian Horn (8. Juni 2009,
Christen im Gespräch mit der Moderne: Vorträge für eine kritische Gemeinde,
Verlag: Pro Business, ISBN 978-3868054019, Seite 62)
"In der Zeit des Nationalsozialismus schloss Rudolf Bultmann sich der
Bekennenden Kirche und dem Pfarrernotbund an. Er wies in Predigten auf
Widersprüche zwischen nationalsozialistischer Ideologie und christlichem
Glauben hin, übte jedoch keinen offenen Widerstand und blieb daher bis zu
seiner Emeritierung 1951 in Amt und Würden."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Bultmann,
Stand April 2010)
"Wir können hier in Bonn nur Professoren brauchen, die ein inneres
Verhältnis zum Nationalsozialismus haben, um mit dem Erbe Karl Barths
[Schweizer Theologe, gilt als "Kirchenvater des 20.
Jahrhunderts",
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Barth]
und seines Kreises restlos aufräumen zu können"
Stellvert. Dekan d. Universität Bonn Jirku
(26.11.1934, Archiv der Universität Bonn, Presseinformation 2004/502 v.
22.11.2004 - Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, "Volk ans
Gewehr", www.uni-bonn.de/Aktuelles/Presseinformationen/2004/502.html)
"Beamte, die nach ihrer bisherigen politischen Betätigung nicht die Gewähr
dafür bieten, dass sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat
eintreten, können aus dem Dienst entlassen werden."
Gesetz zur Wiederherstellung des
Berufsbeamtentums § 4 (7. April 1933, Der Reichskanzler Adolf Hitler,
Der Reichsminister des Innern Frick, Der Reichsminister der Finanzen Graf
Schwerin von Krosigk, Berlin, Reichsgesetzblatt Teil 1 § 4, Gesetz zur
Wiederherstellung des Berufsbeamtentums RGBl. I 1933, S. 175)
Amt für Presse und Propaganda (Hg.): Unsere
Feiern, 1944
"Nun gab es allerdings für Bultmanns Vortrag von 1941
[Neues Testament
und Mythologie, siehe Beiträge]
noch eine ganz andere Streitfront. Neben der
heidnisch-mythischen Irrlehre der DC [Deutschen
Christen] und der Reichskirche gab es die wachsende Gefahr einer
biblizistischen Orthodoxie in den eigenen Reihen der Bekennenden Kirche.
Bultmann sah die Bekennende Kirche vor lauter ängstlichem Rückzug auf
traditionelle Lehre und Bekenntnisse - damals kam der nicht ganz
unproblematische Brauch auf, im Gottesdienst gemeinsam das Apostolikum
[http://de.wikipedia.org/wiki/Apostolisches_Glaubensbekenntnis]
zu sprechen - den Kontakt zur modernen Welt zu verlieren, um sich in einer
weltfremden Nische zu verschanzen.
Auch im Zusammenhang mit dieser von Bultmann gesehenen Gefahr ist seine
Warnung zu verstehen: „wer auch immer das Festhalten an dieser Mythologie,
für die Haltung christlichen Glaubens erklärt" , dass der „damit die
christliche Verkündigung in der Gegenwart unverständlich und unmöglich
macht."
Pfarrer Christian Horn (8. Juni 2009,
Christen im Gespräch mit der Moderne: Vorträge für eine kritische Gemeinde,
Verlag: Pro Business, ISBN 978-3868054019, Seite 64-65)
"Mit seinen exegetischen und systematisch-theologischen Arbeiten hat Rudolf
Bultmann [siehe Beiträge] die Theologie
wie auch das kirchliche Leben tiefgreifend geprägt. Insbesondere mit seinem
Programm der Entmythologisierung des Neuen Testamentes hat er weitreichende
Impulse für das Selbstverstehen des christlichen Glaubens unter den
Bedingungen der Moderne gegeben, die bis heute theologisch wirksam sind."
Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands VELKD (20. April
2010, Bultmann und Luther – Lutherrezeption in Exegese und Hermeneutik
Rudolf Bultmanns, ISBN 9783981244632, www.velkd.de)
"Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in
Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch
nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments
glauben."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1948, Theologe
[laut http://www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml: bedeutendster Exeget des
20. Jahrhunderts], "Kerygma und Mythos I", Bartsch, 1967)
Adolf Hitler (13.01.1935,
H.Hoffmann: Hitler in seinen Bergen)
"Jedenfalls glaubt die moderne Wissenschaft nicht, dass der
Lauf der Natur von übernatürlichen Kräften durchbrochen oder sozusagen
durchlöchert werden kann. Dasselbe gilt für die moderne Geschichtsforschung,
die nicht mit einem Eingreifen Gottes oder des Teufels oder von Dämonen in
den Lauf der Geschichte rechnet […]
Der Mensch von heute baut darauf, dass der Lauf der Natur und Geschichte,
wie sein eigenes Innenleben und sein praktisches Leben, nirgends vom
Einwirken übernatürlicher Kräfte durchbrochen wird. […]
Für den Menschen von heute sind das mythologische Weltbild, die Vorstellung
vom Ende, vom Erlöser und der Erlösung vergangen und erledigt."
Prof. Dr.
Rudolf Bultmann (1965, Theologe, Glauben und Verstehen:
gesammelte Aufsätze, Band 4. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) Verlag Tübingen, 4.
Aufl. 1984, Seite 144-145)
Adolf Hitler und Eva Braun
(30. April 1945 Eva Hitler)
"Die
Mythologie, in deren Begrifflichkeit das Neue Testament redet, ist im
wesentlichen die der jüdischen Apokalyptik und des gnostischen
Erlösungsmythos."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der
neutestamentlichen Verkündigung, Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg.
von Eberhard Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988)
"Welch primitive Mythologie, dass ein Mensch gewordenes Gotteswesen durch
sein Blut die Sünden der Menschen sühnt!"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1941, Ev. Theologe,
Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der
neutestamentlichen Verkündigung, Nachdruck der 1941 erschienen Fassung hg.
von Eberhard Jüngel, München: Kaiser 3. Aufl. 1988, Seite 19)
"Es ist nicht zu sehen, was der historische Jesus, der seinen Todesweg in
gehorsamer Liebe geht, im mindesten voraus hat vor all denen, die z. B. im
Weltkriege diesen Weg auch in gehorsamer Liebe gegangen sind"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1927, Ev.
Theologe, Zur Frage der Christologie, Zwischen den Zeiten, Glauben und
Verstehen (GuV). Gesammelte Aufsätze, Band 1, Seite 96, 9. Aufl. Tübingen
1993)
"Die Formel 'Christus ist Gott' ist falsch in jedem Sinn, in dem Gott als
eine objektivierbare Größe verstanden wird, mag sie nun arianisch
[der Vater allein ist Gott] oder
nizäisch [wir glauben an einen Gott, den Vater ...
den einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes ... Gott aus Gott, Licht aus
Licht, wahrer Gott aus wahrem Gott] orthodox oder liberal
verstanden sein.
Sie ist richtig, wenn 'Gott' hier verstanden wird als das Ereignis des
Handelns Gottes."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann
(1954, Ev. Theologe, Glauben und Verstehen (GuV). Gesammelte Aufsätze, Band
2, Tübingen 1958, S. 258)
"Löst sich das Christentum in Ethik auf? Die Antwort auf diese Frage muss
heißen: Ja, das tut es heute wie vor 2000 Jahren."
Prof. Dr. Dorothee Sölle (Dezember 1966, Ev.
Theologin, Atheistisch an Gott glauben? Merkur. Nachdruck: Atheistisch an
Gott glauben? Beiträge zur Theologie, dtv München 1983, Seite 86)
"Sie [Prof. Dr. Dorothee Sölle, siehe oben]
gehörte zu den Theologinnen, die Bultmanns Programm der
Entmythologisierung als befreiend erlebten, weil sie dadurch den Widerspruch
zwischen dem mythischen, im „Geheimnis des Glaubens" wurzelnden Weltbild der
Bibel und einem wissenschaftlich fundierten, auf Vernunft basierenden
Realitätsverständnis für überbrückbar hielt.
Bultmann selbst bezeichnete sie zum Einen als Lehrer, der ihr Mut zur
Frömmigkeit gemacht habe, und zum Anderen als Denker „einer vom
Mythologischen befreiten Existenz" (Fenster, 139). Er habe, „um der
existenziell ergriffenen Wahrheit willen" den „zum Fetisch erstarrten
welterklärendcn Mythos" bekämpft (Eis, 78)."
Dr. Klaus Aschrich (November 2006, Institut
für Evangelische Theologie und Religionspädagogik - Uni Würzburg, Theologie
schreiben: Dorothee Sölles Weg zu einer Mystik der Befreiung, LIT Verlag
Münster)
"Ich gehöre zu denen, die [Bultmanns]
Schrift begrüßt haben ... Grob gesagt: Bultmann hat die Katze aus dem Sack
gelassen, nicht nur für sich, sondern für sehr viele (die liberale Katze aus
dem Bekenntnissack), und darüber freue ich mich.
Er hat gewagt zu sagen, was viele in sich verdrängen (ich schließe mich
ein), ohne es überwunden zu haben. Er hat damit der intellektuellen
Sauberkeit und Redlichkeit einen Dienst geleistet.
Der Glaubenspharisäismus, der nun dagegen von vielen Brüdern aufgeboten
wird, ist mir fatal. Nun muss Rede und Antwort gestanden werden. Ich spräche
gern mit Bultmann darüber und möchte mich der Zugluft, die von ihm kommt,
gern aussetzen. Aber das Fenster muss dann wieder geschlossen werden. Sonst
erkälten sich die Anfälligen zu leicht."
Dr. theol. Dietrich Bonhoeffer (25. Juli 1942,
Evangelisch-lutherischer Theologe, [Brief Bonhoeffers] 192. An Winfried
Krause. Berlin, 25.7.1942, Dietrich Bonhoeffer Werke (DBW); Band 16:
Konspiration und Haft 1940-1945. Jorgen Glenthoj, Ulrich Kabitz, Wolf Krötke
(Hrsg.), Christian Kaiser Verlag/Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1996,
Seite 344)
"Wir müssen so glauben, als wenn es Gott nicht gäbe."
Dr. theol. Dietrich Bonhoeffer
(1944, Evangelisch-lutherischer Theologe, Gefängnis Berlin-Tegel,
www.franz-sales-verlag.de/fsvwiki/index.php/Lexikon/Dreifaltigkeitssonntag-LJA)
Dr. theol. Dietrich Bonhoeffer
(1930,
Evangelisch-lutherischer Theologe, Habilitationsschrift: Akt und Sein.
Transzendentalphilosophie und Ontologie in der systematischen Theologie,
Seite 68)
"Rudolf Bultmann entzauberte im 20. Jahrhundert radikal die Sprache der
Bibel. [...] Er gilt heute als einer der bedeutendsten Theologen des
Protestantismus.
Bultmann ist ein Symbol für den Dialog des Christentums mit der Moderne. In
seiner Person als Wissenschaftler und Christ verkörperte er zugleich den
Spagat zwischen Glauben und Verstehen. [...]
Seine Interpretation der Evangelien rüttelt bis heute an den Fundamenten der
christlichen Bekenntnisse. [...] Schließlich war die äußerste Konsequenz
dieses Programms „die Verneinung der leiblichen Auferstehung Christi“, wie
die Tagesschau einen Tag nach Bultmanns Tod meldete. [...]
Lutherische Theologen warfen ihm vor, er betreibe die "Selbstauflösung der
Theologie in eine atheistische Philosophie". [...]
Die Kontroverse um Bultmanns Entmythologisierungsprogramm war für die Kirche
ein notwendiger Streit, erinnert sich der 1915 geborene Theologe Heinz
Zahrnt. Bultmann habe die Christen vom zwanghaften Buchstabenglauben
befreien wollen"
Evangelischer Pressedienst epd (Oktober
2001, Rudolf Bultmann - Spagat zwischen Glauben und Verstehen, Marburger
UniJournal Nr. 10, 10/2001, Philipps-Universität Marburg,
www.uni-marburg.de)
"Die konkrete Situation ist für den Verkündiger einfach die, dass, wenn er
auf die Kanzel steigt, ein gedrucktes Buch vor ihm liegt, auf Grund dessen
er verkündigen soll; wie »vom Himmel gefallen«, gewiss; denn seine
historisch-kritische zu ergründende Entstehung geht ihn offenbar in diesem
Moment nichts an."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1927, Ev.
Theologe, Zur Frage der Christologie. In: Glauben und Verstehen (GuV).
Gesammelte Aufsätze, Band 1, Seite 100, 9. Aufl. Tübingen 1993)
"Sie [die Entmythologisierung] ist
vielmehr eine schwere und umfassende Aufgabe, die überhaupt nicht einem
Einzelnen obliegen kann, sondern von einer theologischen Generation eine
Fülle von Zeit und Kraft fordert."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1941, Theologe,
[laut http://www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml: bedeutendster Exeget des
20. Jahrhunderts], Neues Testament und Mythologie. Das Problem der
Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung (1941). in: H.-W.
Bartsch (Hg.): Kerygma und Mythos, Band 1. 1948. 4. Aufl. Reich, Hamburg,
1960)
"Rudolf Bultmann (1884-1976) gilt mit Recht nicht nur als einer der
bedeutendsten Neutestamentler, sondern überhaupt als einer der wichtigsten
protestantischen Theologen des 20. Jahrhunderts. [...]
Für die Exegese der Bibel gelten nach Bultmann keine anderen Methoden als
für die Interpretation anderer Texte auch. Als Mitbegründer der
formgeschichtlichen Methode - 1921 erschien seine Geschichte der
Synoptischen Tradition (10. Auflage 1995) - hat selbst maßgeblich zur
Weiterentwicklung der mit der Aufklärung entstandenen historisch-kritischen
Methode beigetragen. [...]
Entmythologisierung bedeutet bei Bultmann freilich nicht die Eliminierung
des Mythos, sondern seine Reinterpretation. [...]
In den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde Bultmanns
Entmythologisierungsprogramm zum innerkirchlichen Streitfall. Konservative
Kreise machten dem Marburger Theologen den Vorwurf, das christliche
Glaubensbekenntnis abzuschaffen, und strebten sogar ein Lehrzuchtverfahren
an. Anderen Kritikern ging Bultmanns Modernisierung der Theologie im
Gegenteil nicht weit genug.
Heute hat Bultmann längst kirchliche Anerkennung erfahren. Auch wenn in den
letzten Jahrzehnten der Begriff des Mythos eine neue Aufwertung erfahren
hat, bleibt Bultmanns Theologie ungebrochen aktuell."
Prof. Dr. Ulrich H.J. Körtner (13.
Februar 2009, Systematische Theologie - Evangelisch-Theologischen Fakultät
Uni Wien, 1987 Habilitation an der Kirchlichen Hochschule Bethel,
Wissenschaftler des Jahres 2001, Rudolf Bultmann vor 125 Jahren geboren.
Sendung des Österreichischer Rundfunk ORF: ORF ON Science vom 13.2.09 um
18:40 Uhr, www.orf.at)
Rudolf Karl Bultmann (Landeskirchliches Archiv,
www.elk-wue.de)
"Du kannst
vielleicht mitfühlen, wenn ich Dir sage, dass ich schon manchmal Stunden
hatte, in denen ich alles Denken und Wissen gern von mir geworfen hätte
[...] unsereiner sieht sich am Abend nicht weiter als am Morgen und mag kaum
auf das nächste Morgen hoffen."
Prof. Dr. Rudolf Bultmann (2.
April 1905,
Ev. Theologe,Brief an Walther Fischer, Mn
2-2198, Nachlass Rudolf Bultmann, Universitätsbibliothek Tübingen)
"Anlässlich der Erwähnung von Rudolf Bultmann möchte ich nicht versäumen zu
erwähnen, dass er sich vor seinem Tode bekehrt und seine Schüler und
Studenten um Vergebung gebeten hat.
Kronzeuge dafür ist Ernst Käsemann, der das vor seinem eigenen Tode erwähnt
hat, seinem Lehrer darin aber leider nicht folgen wollte. Die Nachricht ist
verbürgt, ich habe mit dem Ohrenzeugen, der seine Identität nicht preisgeben
will, selber gesprochen."
Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (1. Oktober
2007, Was ist glaubwürdig – die Bibel oder die Bibelkritik?, VTR: Nürnberg
2007, Fußnote S. 13)
"Aber jetzt kann ich ihnen etwas ganz schönes sagen. Rudolf Bultmann hat
sich vor seinem Tode bekehrt und er hat sogar seine Schüler und Studenten um
Vergebung gebeten.
Ich habe das jetzt erst im vergangenen Jahr [2003]
erfahren und der Kronzeuge ist Ernst Käsemann. Er hat das erwähnt, bevor er
gestorben ist. Und er hat das bestimmt nicht erfunden, denn er hatte
sogleich gesagt, er würde sich nicht bekehren, weil er über die Ermordung
seiner Tochter nicht hinwegkäme.
Aber so groß ist Gott. Er konnte es machen, so dass der Hauptkronzeuge der
historisch-kritischen Theologie seine Knie vor Jesus gebeugt hat, seinem
Heiland."
Prof. Dr. theol. Eta Linnemann (4. Juli
2004, Bibelkritik - Wissenschaft oder Manipulation? Vortrag im Rahmen einer
Bibelausstellung in der Freien Evangelischen Schule Berlin, Audiodatei:
Stelle 21:15 bis 22:05
http://bibelausstellung.fesb.de/download.php?filename=Linnemann.mp3)
"Zum philosophischen Bewusstsein jedoch ist nordischer Geist dann in
Immanuel Kant gelangt, dessen wesentliches Werk in der endlich einmal
durchgeführten Scheidung der Befugnisse von Religion und Wissenschaft liegt.
Religion hat nur mit dem "Himmelreich in uns" zu tun, echte Wissenschaft nur
mit Mechanistik. Physik, Chemismus, Biologie. Diese kritische Scheidung
bedeutet, durchgeführt, die erste Voraussetzung für eine arteigene nordische
Kultur; sie bedeutet aber auch die Überwindung der syrisch-jüdisch
bestimmten Dogmen und das Frei-Werden unseres polarbewußten, dynamischen
Lebens [...]
Eine Deutsche Kirche wird nach und nach in den ihr überwiesenen Kirchen an
stelle der Kreuzigung den lehrenden Feuergeist, den Helden im höchsten Sinn
darstellen."
Dr. Alfred Ernst Rosenberg
(1930, 1941 Reichsminister Ostministerium,
führender
Ideologe der NSDAP sowohl in der Weimarer Republik als auch in der Zeit des
Nationalsozialismus, 1934 Beauftragter des Führers für
die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und
Erziehung der NSDAP,Als Leiter des
Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO) verfolgte er die
systematische Ermordung der Juden,
Der Mythus des 20. Jahrhunderts.
Hoheneichen - Verlag München 34. Auflage 1934,
www.scribd.com/doc/2628285/Der-Mythus-des-20-Jahrhunderts-Alfred-Rosenberg)
"Wo der Mensch Gott gleich gesetzt wird, da wird nicht mehr von Gott
geredet, wo die frohe Botschaft eine mystische Botschaft vom "Himmelreich in
uns" ist, da wird ganz gewiss nicht mehr von der frohen Botschaft des
Christus geredet. [...]
Ihre Existenz als protestantische Kirche wenigstens wird davon abhängen, ob
sie hier wie dort in kompromissloser Entschiedenheit - und wenn sie darum
einsame Kirche werden müsste - das Wort sagt, das ihr aufgetragen ist, das
Wort von dem Gott, dem allein Ehre gebührt."
Pfarrer Dr. Walther Hunzinger
(April 1931, Klaus Scholder, Die Kirchen und das Dritte reich. Band 1:
Vorgeschichte und Zeit der Illusionen 1918-1934. Frankfurt/M-Berlin-Wien
1977. S. 176 - 177)
"Heute[1939]sitzt dieses Christentum
auf der Anklagebank der Geschichte Europas […]
Ein Recht auf Toleranz hat das Christentum dank seiner eigenen Dogmen und
Taten verwirkt. […] Wir üben religiöse Duldsamkeit nicht aus Achtung vor den
Kirchen, sondern aus Achtung vor den Deutschen, die noch an die Lehren der
Priester glauben"
[Rosenberg war in seiner Position als „Ostminister“
nicht nur mitverantwortlich für die Ghettoisierung von Juden, sondern auch
für deren systematische Ermordung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Rosenberg]
Dr. Alfred Ernst Rosenberg (Juli
1939, 1941 Reichsminister Ostministerium,Weltanschaulichen Thesen PS-1749,
Hans-Günther Seraphim: Das politische Tagebuch Alfred Rosenbergs aus den
Jahren 1934/35 und 1939/40, Göttingen / Berlin / Frankfurt Aufl. 1964, S.
212–258)
1933, Bischof Friedrich Coch,
Vereinsgeistlicher d. Inneren Mission, Luth. Kirche Sachsen
"Bischof Theophil
Wurm [siehe unten] - Erster
Ratsvorsitzender der EKD [...]
1943 protestierte er öffentlich gegen die Judenverfolgung. Einige Jahre
zuvor hatte er sich noch gemäßigt-antisemitisch geäußert. [...] Bis 1949 war
Theophil Wurm Ratsvorsitzender der EKD und maßgeblich an deren
Verfassungsgebung beteiligt. Wurm protestierte gegenüber den Siegermächten
gegen die Härte der Entnazifizierung."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Theophil_Wurm, Stand
Januar 2010)
Schreiben an den Reichsjustizminister aus Anlass der Pogrom-Nacht im
November 1938 [Kristallnacht]:
"Ich bestreite mit keinem Wort dem Staat das Recht, das Judentum als ein
gefährliches Element zu bekämpfen. Ich habe von Jugend auf das Urteil von
Männern wie Heinrich von Treitschke und Adolf Stoecker [siehe unten] über die zersetzende Wirkung des Judentums auf
religiösem, sittlichem, literarischem, wirtschaftlichem und politischem
Gebiet für zutreffend gehalten" Bischof Theophil Wurm (6. Dezember
1938, 1899 Pfarrer der Evangelischen Gesellschaft und der Stadtmission in
Stuttgart, 1929 bis 1948 Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in
Württemberg, bis 1949 1. Ratsvorsitzender der EKD, Hans Prolingheuer, Wir
sind in die Irre gegangen. Die Schuld der Kirche unterm Hakenkreuz, nach dem
Bekenntnis des 'Darmstädter Wortes' von 1947, PAHL-RUGENSTEIN 1987, S. 33,
http://de.wikipedia.org/wiki/Theophil_Wurm)
Juden sind in Behringersdorf nicht erwünscht,
Photographie: Otto Schönstein
Behringersdorf, 1933, DHM, Berlin, Schönstein 2506
"Die Kirche hat sich dafür einzusetzen, dass die Ausschaltung der Juden als
Fremdkörper im Volksleben sich nicht in einer dem christlichen Ethos
widersprechenden Weise vollzieht.
Gegen jede Art von gewaltsamer Judenverfolgung, welche das Ansehen des
nationalen Staates schädigt und das Recht der Abwehr gegen Überfremdung
diskreditiert, ist deshalb von der Kirche aus Einspruch zu erheben."
Prof. Dr.
Walter Künneth(April 1933, "Sektenbeauftragte" und
Vertreter der Bekennenden Kirche, Mitbegründer der Bekenntnisbewegung Kein
anderes Evangelium, EZA Berlin, 1/A2/28, Verhandlungen des DEKA am 25./26.
April 1933 in Berlin, 292+R. This anonymus expert originates from Walter
Künneth; cf. Wolfgang Huber/ Ilse Tödt (edd.), Ethik im Ernstfall. Dietrich
Bonhoeffers Stellung zu den Juden und ihre Aktualität, München 1982, 255ff.
in: Besier, Gerhard: Die evangelische Kirche in den Umbrüchen des 20.
Jahrhunderts: gesammelte Aufsätze, Band 1, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener
1994, S. 74)
"Hitler selbst hat in seinem Buch 'Mein Kampf' deutlich auf die Gefahr
rassischer Gleichgültigkeit für das deutsche Volk hingewiesen [...]
[S. 115]
Dem nationalen Staat ist grundsätzlich nicht bloß das Recht, die Judenfrage
zu einem Problem staatspolitischer Neuordnung zu machen, zuzugestehen,
sondern diese Selbstbesinnung auf die Eigenart des deutschen Volkstums ist
von der Kirche entsprechend ihrem Ja zu den Ordnungen Gottes, als die Rasse
und Volkstum begriffen werden müssen, zu begrüßen [...] so erst recht im
deutschen Volke, in dem der jüdische Einfluss schon seit Jahrzehnten
derartig überhand genommen hat, dass die Gefahr der Überwucherung des
deutschen Geisteslebens und der Überfremdung der deutschen Öffentlichkeit
nicht mehr zu leugnen war [...]
Demgemäß trägt die in der Gegenwart getroffene Neuregelung
[Kontext im Text:
Nürnberger Rassengesetze]
prinzipiell den Charakter, durch gesetzliche Schutzmaßnahmen das deutsche
Volk vor Überfremdung zu sichern. [...] [S. 119 f.]
Die Kirche weiß, dass der Staat das Schwertamt zu führen hat. Dieses Amt
bedeutet Härte und Strenge. Die Kirche kann und will dem Staat in der
Ausübung dieses Amtes nicht in den Arm fallen. Unter diesem Gesichtspunkt
ist grundsätzlich auch die neue staatliche Gesetzgebung gegenüber den
in Deutschland lebenden Juden, Judenchristen und jüdischen Mischlingen zu
werten." [S. 135]
Prof. Dr.
Walter Künneth(Juni 1937, "Sektenbeauftragte" und
Vertreter der Bekennenden Kirche, Mitbegründer der Bekenntnisbewegung Kein
anderes Evangelium, Das Judenproblem und die Kirche, in: Künneth, Walter;
Schreiner, Helmuth (Hg.): Die Nation vor Gott. Zur Botschaft der Kirche im
Dritten Reich, 5. veränderte Auflage 1937.
Berlin: Wichern Verlag, S. 115, 119
f.
u. 135)
"Die Judenfrage ist schon lange eine brennende Frage; seit einigen Monaten
steht sie bei uns in hellen Flammen. [...] In der That erscheint mir das
moderne Judenthum als eine große Gefahr für das deutsche Volksleben. [...]
Es wird nicht leicht sein, dem jüdischen Capital den nöthigen Zaum
anzulegen. Nur eine organische Gesetzgebung vermag dies zu erreichen. [...]
Wiedereinführung der confessionellen Statistik, damit das Mißverhälniß
zwischen jüdischem Vermögen und chritlicher Arbeit festgestellt werden kann;
Einschränkung der Anstellung jüdischer Richter auf die Verhälnißzahl der
Bevölkerung; Entfernung der jüdischen Lehrer aus unseren Volksschulen, zu
dem Allen Kräftigung des christlich-germanischen Geistes; das sind die
Mittel, um dem Ueberwuchern des Judenthums im germanischen Leben, diesem
schlimmsten Wucher, entgegenzutreten.
Entweder dies gelingt uns, dann mag der Segen wieder über Deutschland
kommen, oder der Krebsschaden an dem wir leiden, frißt weiter; dann ist
unsere Zukunft bedroht, und der deutsche Geist verjudet, das deutsche
Wirtschaftleben verarmt. Rückkehr zu mehr germanischem Rechts- und
Wirtschaftsleben, Umkehr zu christlichem Glauben; so wird unsere Losung
lauten. Dann thue Jeder seine Pflicht und Gott wird helfen."
Pfarrer Adolf Stoecker (1879, 1877
Leiter der Berliner Stadtmission, Unsere Forderung an das moderne Judenthum,
Das moderne Judenthum in Deutschland besonders in Berlin. Zwei Reden in der
christlich-socialen Arbeiterpartei, Berlin 1880,
http://de.wikisource.org/wiki/Unsere_Forderungen_an_das_moderne_Judenthum)
"Selektion" ungarischer Juden an der Rampe von
Auschwitz, Mai 1944, DHM, Berlin, F 62/368
"Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die
Synagogen [Kristallnacht].
Vom deutschen Volk wird [...] die Macht der Juden auf wirtschaftlichem
Gebiet im neuen Deutschland endgültig gebrochen und damit der gottgesegnete
Kampf des Führers zu völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt.
In dieser Stunde muss die Stimme des Mannes [Martin
Luther, siehe unten] gehört werden, der als der Deutschen Prophet
im 16. Jahrhundert einst als Freund der Juden begann, der getrieben von
seinem Gewissen, getrieben von den Erfahrungen und der Wirklichkeit, der
größte Antisemit seiner Zeit geworden ist, der Warner seines Volkes wider
die Juden."
Evangelisch-lutherische Landesbischof Martin
Sasse (1938, Theologe, Landesbischof von Thüringen, Vorwort zu seiner
Schrift "Martin Luther und die Juden - Weg mit ihnen!", http://hpd.de/node/3170,
Stand März 2009)
"Es muss endlich mit der theologisch begründeten Zurückhaltung gegenüber dem
Tun des Staates gebrochen werden – es ist ja doch alles nur Angst. "Tu
deinen Mund auf für die Stummen" – wer weiß denn das heute noch in der
Kirche, dass dies die mindeste Forderung der Bibel in solchen Zeiten ist?"
Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer (November
1934, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche
und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.)
[Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen
sind. Sprüche 31, 8]
Alle Juden sind... 50 Fragen zum
Antisemitismus. Verlag An der Ruhr 2008, S.118
"Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding
ist‘s um diese Juden, ... unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen
sind und noch sind. [...] Wenn ich könnte, wo würde ich ihn niederstrecken
und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren. [...]
Erstlich, dass man ihre Synagoga oder Schule mit Feuer anstecke und, was
nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen
Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun, unserm
Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen
seien und solch öffentlich Lügen, Fluchen und Lästern seines Sohnes und
seiner Christen wissentlich nicht geduldet noch gewilliget haben.
Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre.
Denn sie treiben ebendasselbige drinnen, das sie in ihren Schulen treiben.
Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder Stall tun, wie die Zigeuner, auf
dass sie wissen, sie seien nicht Herrn in unserem Lande, wie sie rühmen,
sondern im Elend und gefangen, wie sie ohn' Unterlass vor Gott über uns
Zeter schreien und klagen.
Zum dritten, dass man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein und Talmudisten,
darin solche Abgötterei, Lügen, Fluch und Lästerung gelehret wird.
Zum vierten, dass man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort
zu lehren. ...
Zum fünften, dass man den Juden das Geleit und die Straße ganz und gar
aufhebe. Denn sie haben nichts auf dem Lande zu schaffen, weil sie nicht
Herren noch Amtleute noch Händler oder desgleichen sind, sie sollen daheim
bleiben. ...
Zum sechsten, dass man ihnen den Wucher verbiete und nehme ihnen alle
Barschaft und Kleinode an Silber und Gold, und lege es beiseit zu verwahren.
Und dies ist die Ursache: Alles, was sie haben ... haben sie uns gestohlen
und geraubt durch ihren Wucher, weil sie sonst keine Nahrung haben. ...
Zum siebenten, dass man den jungen, starken Juden und Jüdinnen in die Hand
gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel, und lasse sie ihr Brot
verdienen im Schweiß der Nasen, wie Adams Kindern aufgelegt ist. Denn es
taugt nicht, dass sie uns verfluchte Gojim wollten lassen im Schweiß unseres
Angesichts arbeiten, und sie, die heiligen Leute, wollten's hinter dem Ofen
mit faulen Tagen, Feisten und Pompen verzehren und darauf rühmen lästerlich,
dass sie der Christen Herren wären von unserm Schweiß, sondern man müsste
ihnen das faule Schelmenbein aus dem Rücken vertreiben."
Dr. Martin Luther (Reformator, Von den Juden
und ihren Lügen. In: Borcherdt, H. H., Merz, Georg (Hg.): Martin Luther -
Ausgewählte Werke. Ergänzungsreihe dritter Band: Schriften wider Juden und
Türken. München, 1938. Chr. Kaiser Verlag. S. 61-228. Zitate S. 189-193.
Grundlage ist die 120-bändige so genannte "Weimarer Ausgabe - Kritische
Gesamtausgabe der Werke Martin Luthers", deren Herausgabe 1883 im Verlag
Hermann Böhlaus Nachfolger in Weimar begann und die bis heute nicht
abgeschlossen ist. Die fragliche Schrift befindet sich im 53. Band dieser
Ausgabe auf den Seiten 417-552. Zur Zeit (2000-2007) gibt der Metzler-Verlag
eine neue Ausgabe heraus. http://hpd.de/node/3170, Stand März 2009)
"Luthers Ratschläge gegen die Juden hat Hitler genau ausgeführt."
Prof. Dr. Karl Jaspers (1962,
Philosoph und Psychiater, Der philosophische Glaube angesichts der
Offenbarung. Piper, München 1962, ISBN 3-492-01311-2, S. 90)
Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938
(6.11.2008, www.welt.de)
"In seiner Schrift aus dem Jahre 1523 „Dass Jesus Christus ein geborener
Jude sei“’ nennt Luther die Juden ausdrücklich „Blutsfreunde, Vettern und
Brüder des Herrn“. Er fordert darin, ihnen freundlich und tolerant zu
begegnen, damit man auch sie für den von der Reformation neu entdeckten
christlichen Glauben gewinnen könne. Seine Hoffnung war die Konversion der
Juden zum Christentum. [...]
Je länger, desto mehr war Luther überzeugt, dass die Welttage sich dem Ende
zuneigen, dass der universale Endkampf zwischen Christus und Satan begonnen
hat. Er fürchtete, dass sich jetzt der Teufel mit dem Papst, den Türken, den
Juden und allen Heuchlern (Ungläubigen) zusammentut, um das Offenbarwerden
der Wahrheit der Reformation zu verhindern. [...]
In schrecklicher Verblendung rät Luther den protestantischen Fürsten, dort,
wo es Not tue, der Juden Synagogen und Schulen anzuzünden, ihnen das freie
Geleit aufzukündigen, den Zins („Wucher“), von dem sie leben würden, zu
verbieten und sie außer Landes zu jagen (vgl. Röhm/Thierfelder, Bd. l, 1990,
S. 35f u. 348f).
Erst spätere Generationen haben Luther, besonders den alten Luther, zum
Judenhasser stilisiert. Luthers Judenfeindschaft ist jedoch als Teil seiner
apokalyptischen Geschichtsschau zu verstehen, die er mit anderen
spätmittelalterlichen Theologen teilt.
Es sind auch nicht die Juden als solche, denen er den Kampf angesagt hat,
sondern die Juden als ‚Gottesfeinde’, die er mit anderen Glaubensgegnern
gleichsetzt.
So heißt es in „Von den Juden und ihren Lügen“: „Aber nun wundere ich mich
nicht, weder über der Juden noch der Türken (geistliche) Blindheit,
Hartnäckigkeit und Bosheit. Und dasselbe sehe ich bei den allerheiligsten
Vätern der Kirche, dem Papst, den Kardinalen, den Bischöfen. 0 weh, du
schrecklicher Zorn und unbegreifliches Gericht der hohen göttlichen
Majestät, (das über sie alle kommt).“
Luther hatte trotz seiner Hassausbrüche nie aufgehört, die Nähe der Juden zu
suchen. In seiner letzten Schrift - drei Tage vor seinem Tod verfasst -
»Eine Vermahnung wider die Juden« schreibt er: „Wir wollen die christliche
Liebe an den Juden üben und für sie beten, dass sie sich (doch) bekehren« (Oberman
1982, S. 160).
Luther war kein Antisemit im modernen Sinne. Dennoch ist nicht zu
bestreiten, dass seine antijüdischen Schriften zu den dunkelsten Kapiteln in
seinem Werk zählen."
Eberhard Röhm (2003, Martin Luther und die
Juden, Matthias-Film GmbH, Medien für den Unterricht, Mitglied im
Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, www.dvd-educativ.de)
Dr. Martin Luther, Reformator
(1483 - 1546) Quelle: www.heiligenlexikon.de
"Die Juden sind die
Zerstörer und gehören hinausgepeitscht."
Oberkirchenrat Otto Bezzel [bis
1962 Personalreferent der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern](1937, Mitglied der der Bekennenden Kirche, Predigt in der
Bamberger Erlöserkirche, 1937, Evangelisches Sonntagsblatt in Bayern Nr.
42/1988, S. 15)
"Die Evangelische Kirche ... fordert von ihren Gliedern, treuen Dienst in
dieser Ordnung und weist sie an, sich in das völkisch-politische Aufbauwerk
des Führers mit voller Hingabe einzufügen [...] Im Bereich des völkischen
Lebens ist eine ernste und verantwortungsbewusste Rassenpolitik zur
Reinerhaltung unseres Volkes erforderlich"
Bischof Hans Meiser [bis 1955
Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern] und Bischof
Theophil Wurm [bis 1949 1. Ratsvorsitzender der EKD] (Mai
1939, Hans Erler, Ansgar Koschel, Der Dialog zwischen Juden und Christen,
Frankfurt am Main, New York 1999, S. 135 f.)
"Während der von der amerikanischen Militärregierung in Bayern angeordneten
Entnazifizierung kritisierte Meiser [siehe oben]
die für die Entnazifizierung vorgesehenen Kategorien und beklagte
„Entnazifizierungsopfer“."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Meiser_(Bischof)
, Stand Febrar 2010)
"Wurm [siehe oben] protestierte
gegenüber den Siegermächten gegen die Härte der Entnazifizierung. In Briefen
an die Hauptankläger der Nürnberger Prozesse wandte er sich gegen die
angebliche Anwendung von „verbrecherischen Methoden und abscheulichen
Quälereien“ zur Erpressung von Aussagen und Geständnissen.
Er war im Gründungsvorstand der Stillen Hilfe, eines 1951 gegründeten
Vereins unter der Leitung von Helene Elisabeth Prinzessin von Isenburg, der
publizistisch, juristisch und materiell flüchtige, inhaftierte und
verurteilte NS-Täter unterstützte."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Theophil_Wurm, Stand
Febrar 2010)
"Als Glieder der deutschen Volksgemeinschaft stehen die unterzeichneten
deutschen evangelischen Landeskirchen und Kirchenleiter in der Front dieses
historischen Abwehrkampfes, der u. a. die Reichspolizeiverordnung über die
Kennzeichnung der Juden als der geborenen Welt- und Reichsfeinde notwendig
gemacht hat.
Wie schon Dr. Martin Luther nach bitteren Erfahrungen die Forderung erhob,
schärfste Maßnahmen gegen die Juden zu ergreifen, und sie aus deutschen
Landen auszuweisen. Von der Kreuzigung Christi bis zum heutigen Tage haben
die Juden das Christentum bekämpft oder zur Erreichung ihrer eigennützigen
Ziele missbraucht oder gefälscht." .
Landeskirchen Sachsen,
Hessen-Nassau, Mecklenburg,
Schleswig-Holstein, Anhalt, Thüringen
und Lübeck (September 1941 - Gemeinsame Erklärung zur
Anordnung über die Einführung des Judensterns, Günter Brakelmann/Martin
Rosowski Hg., Antisemitismus, Seite 108, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen,
1989)
Demütigung der 31-jährigen Martha V. aus
Altenburg,
7.2.1941, Thüringisches Staatsarchiv Altenburg
"Wenn ich einen Juden taufe, will ich ihn an die Elbbrücken führen,
einen Stein um den Hals hängen und ihn hinab stoßen und sagen: Ich taufe
dich im Namen Abrahams" (Martin Luther, Tischreden Nr. 1795, zitiert nach
Landesbischof Martin Sasse)
Evangelisch-lutherische Landesbischof Martin
Sasse (1938, Theologe, Landesbischof von Thüringen, Martin Luther und
die Juden - Weg mit ihnen!", Freiburg 1938,
S. 14).
"Auch der aufgeklärteste Jude bleibt doch immer ein Jude"
Prof. Dr. Friedrich Schleiermacher (September
1796, Theologe, Friedrich
Schleiermacher: Kritische Gesamtausgabe, Bd.2, Schriften aus der Berliner
Zeit 1796-1799: Schriften Und Entwuerfe, Part 1, Hrsg. Günter Meckenstock.
New York: de Gruyter, Aufl.: 1. Januar 1984, ISBN 978-3110102666, Gedanken
I, Seite 46)
27.11.1933, Reichsbischof Deutsche Ev. Kirche
Ludwig Müller, Nationalsynode in Wittenberg
"Die nationale Regierung sieht in den beiden christlichen Konfessionen
wichtigste Faktoren der Erhaltung unseres Volkstums. Sie wird die zwischen
ihnen und den Ländern abgeschlossenen Verträge respektieren; ihre Rechte
sollen nicht angetastet werden. Sie erwartet aber und hofft, dass die Arbeit
an der nationalen und sittlichen Erhebung unseres Volkes, die sich die
Regierung zur Aufgabe gestellt hat, umgekehrt die gleiche Würdigung erfährt.
Sie wird allen anderen Konfessionen in objektiver Gerechtigkeit
gegenübertreten. Sie kann aber niemals dulden, dass die Zugehörigkeit zu
einer bestimmten Konfession oder einer bestimmten Rasse eine Entbindung von
allgemeingesetzlichen Verpflichtungen sein könnte oder gar ein Freibrief für
straflose Begehung oder Tolerierung von Verbrechen.
Die nationale Regierung wird in Schule und Erziehung den christlichen
Konfessionen den ihnen zukommenden Einfluss einräumen und sicherstellen
[Dieser Satz fehlt in fast allen Presseberichten
und Veröffentlichungen des Jahres 1933]. Ihre Sorge gilt dem
aufrichtigen Zusammenleben zwischen Kirche und Staat.
Der Kampf gegen eine materialistische Weltauffassung und für die Herstellung
einer wirklichen Volksgemeinschaft dient ebenso sehr den Interessen der
deutschen Nation wie denen unseres christlichen Glaubens.
Ebenso legt die Reichsregierung, die im Christentum die unerschütterlichen
Fundamente des sittlichen und moralischen Lebens unseres Volkes sieht, den
größten Wert darauf, die freundschaftlichen Beziehungen zum Heiligen Stuhle
weiter zu pflegen und auszugestalten."
Adolf Hitler (23.03.1933,
Regierungserklärung Adolf Hitlers in: Denzler, Georg u.a., Die Kirchen im
Dritten Reich II. Dokumente. Christen und Nazis Hand in Hand? Band 2:
Dokumente. Frankfurt: Fischer, 1984, S. 41-42)
"Die evangelische Kreissynode Schlesien fordert das Verbot
nichtevangelischer bzw. nichtkatholischer Glaubensgemeinschaften. Die
Kirchenleitung wird ersucht, "bei den hierfür in Frage kommenden staatlichen
Stellen vorstellig zu werden."
23.7.1933, Marien Kirche am Neuen Markt,
Berlin, Kirchenwahl, Deutschen Christen
"Es sei ein Jammer, dass die Bibel ins Deutsche übersetzt und so in ihrer
ganzen jüdischen Rabulistik dem Volke zugänglich gemacht worden sei. Solange
die Weisheit, insbesondere des Alten Testamentes, lediglich in der
lateinischen Kirchensprache überliefert gewesen sei, habe keine Gefahr
bestanden, dass vernünftige Leute durch Bibelstudium zu geistigen Störungen
kamen.
Dadurch, dass die Bibel aber Allgemeingut geworden sei, seien einer Fülle
von Menschen religiös aufgemachte Gedankengänge nahegebracht worden, die sie
- in Verbindung mit der typisch deutschen Eigenschaft des Grübelns - zu
einem Großteil mit der Zeit in religiösen Wahn hätten verfallen lassen.
[...]
Dabei müsse es einen besonders erbosen, dass - während in weiten anderen
Teilen der Erde religiöse Lehren wie die des Konfuzius, des Buddha und des
Mohammed eine unleugbar breite geistige Basis für religiös denkende Menschen
geboten hätten - deutsche Menschen auf theologische Darlegungen
hereingefallen seien, die jeder ehrlichen Tiefe entbehrten.
Wenn man Gründe für diese Erscheinung suche, so sei insbesondere darauf
hinzuweisen, dass das menschliche Gehirn ganz außerordentlich beeinflussbar
sei. […]
Die Quintessenz aus diesen Erkenntnissen sei, dass man alles tun müsse, um
für alle Zukunft einer geistigen Verkrüppelung weiter Kreise des deutschen
Volkes vorzubeugen, egal, ob diese sich nun als religiöser Wahn oder als
sonstige Form der Geistesgestörtheit äußere."
Adolf Hitler / Hitlers
Tischgespräche im Führerhauptquartier (5. Juli 1942,
Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung, Struktur, Folgen
des Nationalsozialismus, Henry Picker, Propyläen; 2. Aufl. 2009, ISBN
978-3549071854, S. 507 - 509)
"Früher galten Fundamentalisten als Schwärmer [siehe
oben]"
Das Erste (5. Dezember 2007,
Dokumentation "Fanatisch, fundamentalistisch, fromm." "SWR, NDR und WDR
begeben sich in den USA, in Israel und im Jemen auf Spurensuche, wie aus
Frömmigkeit Fundamentalismus und Fanatismus werden kann." www.daserste.de)
"So viel ist gewiss: wer einmal die Kritik gekostet hat, den ekelt auf
immer alles dogmatische Gewäsche, womit er vorher aus Not vorlieb nahm, weil
seine Vernunft etwas bedurfte, und nichts Besseres zu ihrer Unterhaltung
finden konnte."
Prof. Dr. Immanuel Kant
(1783,
Philosoph,
Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird
auftreten können, A 191, § 60, http://de.wikiquote.org/wiki/Immanuel_Kant)
"Nicht der hat Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern
der, welcher keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte."
Friedrich Schleiermacher
(1799, Theologe, Klassiker neuzeitlicher Religionstheorie, "Über die
Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern")
1. Mai 1933,
Reichspräsident von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler, Berlin
"Houston Stewart Chamberlain (1855 - 1927) war ein
Schriftsteller, Verfasser zahlreicher populärwissenschaftlicher Werke, unter
anderem zu Richard Wagner, Immanuel Kant und Johann Wolfgang von Goethe mit
pangermanischen und antisemitischen Einstellungen.
Sein bekanntestes Werk ist "Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts"
(1899), das zu einem Standardwerk des rassischen und ideologischen
Antisemitismus in Deutschland avancierte. [...]
Kant und Platon. Beide Autoren fanden in seinen späteren Werken eingehende
Betrachtung [...]
Zusammenfassend muss Chamberlain als einer der wichtigsten intellektuellen
Wegbereiter des nationalsozialistischen Rassismus gesehen werden."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Houston_Stewart_Chamberlain,
Stand Dezember 2009)
"Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der Race
[Rasse,
http://de.wikipedia.org/wiki/Race_(Kant)]
der Weißen. Die gelben Indianer haben schon ein geringeres Talent. Die Neger
sind weit tiefer und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen
Völkerschaften. […]
Der Einwohner des gemäßigten Erdstriches, vornehmlich des mittleren Teiles
desselben, ist schöner an
Körper, arbeitsamer, scherzhafter, gemäßigter in seinen Leidenschaften,
verständiger, als irgend eine andere Gattung der Menschen in der Welt.
Daher haben diese Völker zu allen Zeiten die andern belehrt, und durch die
Waffen bezwungen. [...]
Die Mohren, ingleichen alle Einwohner der heißen Zone haben eine dicke Haut,
wie man sie denn auch nicht mit Ruthen, sondern gespaltenen Röhren peitscht,
wenn man sie züchtigt, damit das Blut einen Ausgang finde und nicht unter
der dicken Haut eitere."
Prof. Dr.
Immanuel Kant (1802,
Philosoph, Physische
Geographie, AA IX, S. 313 u. 316, http://www.korpora.org/Kant/aa09/316.html,
http://de.wikipedia.org/wiki/Neger)
Marcel Verdier (1843, Die Strafe mit den vier
Pfählen in den Kolonien)
"Die Negers von Afrika haben von der Natur kein Gefühl, welches über das
Läppische stiege."
Prof. Dr. Immanuel Kant
(1764,
Philosoph, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und
Erhabenen, Werke in sechs Bänden. Hg. v. Rolf Toman. Bd. 1: Träume eines
Geistersehers und andere vorkritische Schriften. Köln: Könemann 1995. S.250,
http://de.wikipedia.org/wiki/Neger, http://www.korpora.org/Kant/aa02/253.html)
"Wenn erwiesen ist, dass die niedere Rasse die höhere verdirbt, so muss die
höhere Reinlichkeitssinn und Unerbittlichkeit genug besitzen, sich die
niedere vom Leibe zu halten." (Theodor Fritsch)
Theodor Fritsch: "Der Schöpfer des praktischen Antisemitismus."
Handbuch der Judenfrage (September
1943, Schriftleitung des Handbuches der Judenfrage - Theodor Fritsch:
Handbuch der Judenfrage. Die wichtigsten Tatsachen zur Beurteilung des
judischen Volkes, Neunundvierzigste Auflage, Hammer-Verlag, Leipzig 1944)
"So viel ist wohl mit Wahrscheinlichkeit zu urteilen: dass die Vermischung
der Stämme (bei großen Eroberungen), welche nach und nach die Charaktere
auslöscht, dem Menschengeschlecht alles vorgeblichen Philanthropismus
[http://de.wikipedia.org/wiki/Philanthropismus]
ungeachtet nicht zuträglich sei."
Prof. Dr. Immanuel Kant
(1798, Philosoph, Anthropologie in
pragmatischer Hinsicht,
http://virt052.zim.uni-duisburg-essen.de/Kant/aa07/320.html, Zeile 12-15)
"Im Deutschen wurde der Rassebegriff (in der französischen Schreibweise race)
erst 1775 von Johann Friedrich Blumenbach und Immanuel Kant erstmals
verwendet, die die gesamte Menschheit in fünf bzw. vier Rassen einteilten.
Die Vorstellung einer natürlichen Ordnung innerhalb der Menschheit nach
Maßgabe der Hautfarbe war zu dieser Zeit bereits verbreitet. Blumenbach und
Kant prägten dafür im Deutschen die Bezeichnung „Race“ und führten sie in
den akademischen Diskurs ein."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Rassentheorie, Stand
Dezember 2009)
"Wo waren die Universitäten und Akademiker im Dritten Reich? Ließen sie sich
nicht allzu widerstandslos gleichschalten?"
Prof. Dr. Dr. Rainer Mayer (Theologe,
Vortrag »Das politische Testament Dietrich Bonhoeffers« im Haus der
Geschichte - Stuttgart, Neue Schlagwort-Ideologien breiten sich aus,
www.idea.de)
"Immanuel Kant lehnt in seinen veröffentlichten Werken ein Widerstandsrecht
des Volkes und des Einzelnen – auch gegen evident ungerechte Gesetze – ab.
Er beschäftigt sich vor allem in zwei Veröffentlichungen explizit mit der
Problematik des Widerstandsrechts: In der Schrift Über den Gemeinspruch: Das
mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nichts für die Praxis (1793) und
in seinem rechtsphilosophischen Hauptwerk Die Metaphysik der Sitten (1797).
[...]
Unter dem Widerstandsrecht wird allgemein ein naturrechtlich bzw. durch ein
positives Gesetz statuiertes Recht jedes Menschen verstanden, sich unter
bestimmten Bedingungen gegen staatliche Gesetze auflehnen zu dürfen bzw.
ihnen den Gehorsam zu verweigern. [...]
In Deutschland garantiert Art. 20 Abs. 4 des Grundgesetzes (GG) das Recht
eines jeden Deutschen, gegen jedermann Widerstand zu leisten, der es
unternimmt, die in Art. 20 GG niedergelegte Staatsordnung
(Föderalismusprinzip, Demokratieprinzip, Sozialstaatsprinzip,
Gewaltenteilung, Gesetzesbindung der drei Gewalten, Republikprinzip,
freiheitliche demokratische Grundordnung) zu beseitigen, wenn andere Abhilfe
nicht möglich ist."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Widerstandsrecht, Stand
Dezember 2009)
"Wer
die Wahrheit verrät, verrät sich selber. Es ist hier nicht die Rede vom
Lügen, sondern vom Handeln gegen die Überzeugung."
Novalis (1772 - 1801, Georg Friedrich Philipp Freiherr von
Hardenberg, Schriftsteller, Philosoph und Bergbauingenieur,
http://de.wikipedia.org/wiki/Novalis)
"Der Holocaust gilt als historisch einzigartiges Verbrechen, da die
deutschen Nationalsozialisten anstrebten, die europäischen Juden
vollständig, systematisch und mit industriellen Methoden auszurotten.
Sie waren allein deshalb, weil sie Juden waren oder als Juden galten, zur
Ermordung vorgesehen und hatten kaum Überlebenschancen, wenn sie in die
Hände des nationalsozialistischen Machtapparats fielen."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust, Stand
Dezember 2009)
"Die Euthanasie des Judentums ist die reine moralische Religion mit
Verlassung aller alten Satzungslehren, deren einige doch im Christentum (als
messianischem Glauben) noch zurück behalten bleiben müssen"
Prof. Dr. Immanuel Kant
(1798, Philosoph, Der Streit der
Fakultäten, http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=1374&kapitel=1)
"Das Judentum ist schon lange eine tote Religion, und diejenigen,
welche jetzt noch seine Farbe tragen, sitzen eigentlich klagend bei der
unverweslichen Mumie"
Prof. Dr. Friedrich Schleiermacher (1799,
Theologe, Klassiker neuzeitlicher Religionstheorie, Über die Religion. Reden an die Gebildeten
unter ihren Verächtern. Hrsg. Carl Schwarz. Leipzig: Brockhaus, Aufl. 1868,
Über die Religionen, Seite 221)
"Die unter uns lebenden Palästiner [Juden] sind
durch ihren Wuchergeist seit ihrem Exil, auch was die größte Menge betrifft,
in den nicht ungegründeten Ruf des Betruges gekommen. Es scheint nun zwar
befremdlich, sich eine Nation von Betrügern zu denken; aber eben so
befremdlich ist es doch auch, eine Nation von lauter Kaufleuten zu denken"
Prof. Dr. Immanuel Kant
(1798, Philosoph, Anthropologie in
pragmatischer Hinsicht, Meiner, 2003, ISBN 3-7873-1654-X, Seite 205,
http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismusforschung)
"Kauft Deutsche Ware nur in Deutschen
Geschäften", 1990/1106, Plakat: Aufforderung, jüdische
Geschäfte zu boykottieren, Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes, Bonn,
1933, DHM, Berlin
"Den alten Marburger Freunden" [Widmung Seite 1]
[...]
"Durch ihren Unglauben zeigen die ‚Juden’, dass sie Teufelskinder sind.
Diese Teufelskindschaft bestimmt ihr Sein: sie sind darauf aus, die
Begierden ihres Vaters zu vollziehen; das heißt: sie sind auf Mord und Lüge
aus; denn ihr Vater war ja von Anfang an ein Mörder und hatte in der
Wahrheit keinen Stand ...
Solche Feindschaft gegen das Leben und gegen die Wahrheit macht also das
Wesen der ‚Juden’ aus"
Prof. Dr. Rudolf Bultmann(1941,
Ev. Theologe,
Kritisch-exegetischer Diskussion über das Neue Testament: Das Evangelium des
Johannes, Ausgabe 10, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht 1941, Seite 242)
"Große Meister im Lügen", nannte sie der brutale Wahrheitssucher
Schopenhauer. "Eine Nation von Kaufleuten und Betrügern", betonte Kant. Weil
dem so ist, kann der Jude in einem Staat nicht zur Herrschaft gelangen, der
von gesteigerten Ehrbegriffen getragen wird"
Dr.
Alfred Ernst Rosenberg (1930, 1941 Reichsminister Ostministerium,
führender
Ideologe der NSDAP sowohl in der Weimarer Republik als auch in der Zeit des
Nationalsozialismus, 1934 Beauftragter des Führers für
die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und
Erziehung der NSDAP,Der Mythus des 20.
Jahrhunderts. Hoheneichen - Verlag München 34. Auflage 1934,
www.scribd.com/doc/2628285/Der-Mythus-des-20-Jahrhunderts-Alfred-Rosenberg,
S. 687)
SA-Männer vor einem jüdischen Geschäft, Berlin,
1. April 1933, DHM, Berlin, F 78/266
"Auch in Tischgesprächen wurde Kants Ressentiment deutlich - 1798 gab er zu
Protokoll, dass die Juden, solange sie Juden bleiben, der bürgerlichen
Gesellschaft nicht nützlich werden könnten"
DIE WELT (7. Februar 2004, Das Gesetz
ist erhaben. Warum jüdische Philosophen und Theologen Kant als einen der
Ihren erkannten, www.welt.de)
"Es wird nichts daraus kommen; so lange die Juden Juden sind, sich
beschneiden lassen, werden sie nie in der bürgerlichen Gesellschaft mehr
nützlich als schädlich werden. Jetzo sind sie die Vampyre der Gesellschaft."
Prof. Dr. Immanuel Kant(1798,
Philosoph,
Reisetagebuch von 1798, Johann Friedrich Abegg, Frankfurt am Main: Insel
Verlag; Aufl. 1987, ISBN 978-3458327134, S. 190)
Der „Judenstern“ ab dem 1.11.1941 in
Deutschland Gesetz
"Der Kern jeder
echten arischen Philosophie, auch der Kantischen, ist Bekenntnis und nicht
begriffliche Methode […]
Denken wir an Kant, den deutschen und dabei doch dem deutschen Volke …
leider zu wenig bekannten Denker. […] Sein ganzes System ist ein urarisches Bekenntnis zu der Welt, wie sie sein sollte […]
Wir erstreben eine einheitliche deutsche Volkskirche auf der Grundlage eines
wirklich artgemäßen deutschen Christentums [...] Es werden Jahre des Kampfes
und der gründlichen Säuberung sein. […]
Als Träger deutscher Frömmigkeit gelten noch immer in besonderem Maße die
christlichen Kirchen. Sie nehmen das Recht für sich in Anspruch, auf dem
Gebiete der Religionspflege maßgebend und führend zu sein. Dann darf diese
kirchlich so oder so gestaltete Frömmigkeit aber nicht derart sein, dass sie
der Weltanschauung des Staates hindernd in den Weg tritt oder zersetzend auf
sie wirkt.[...]
"Wir glauben an die Inspiration. ... Lass dir das kostbare Erbgut des
heiligen Buches nicht aus der Hand schlagen." Und Pfarrer R. im Rheinland
nannte von der Kanzel herab den "Mythus des 20. Jahrhunderts" und das
"Handbuch der Judenfrage" Schundschriften.
So stellt sich die Romkirche der Weltanschauung des Nationalsozialismus
durchaus ablehnend gegenüber. Der Protestantismus - wenigstens soweit er im
rechtgläubigen Luthertum sich darstellt - in kaum minderem Maße.
So stehen also die Dinge hinsichtlich des Widerstandes gegen die
Weltanschauung des Nationalsozialismus in Rom und in Wittenberg fast gleich.
Liegen die Dinge aber so, dann ist der Kampf des nationalsozialistischen
Staates gegen eine Kirche, die seine Weltanschauung verwirft und damit die
Grundlagen seines Daseins langsam aber sicher unterhöhlt, einfach Pflicht.
Wenn dieser Kampf bisher überhaupt noch nicht oder nur mit sehr zagen
Mitteln geführt ist, dann muss man dafür Verständnis haben. [...]
Die Zeit für diesen allerdings unausbleiblichen Entscheidungskampf ist noch
nicht reif."
Handbuch der Judenfrage (September
1943, Schriftleitung des Handbuches der Judenfrage - Theodor Fritsch:
Handbuch der Judenfrage. Die wichtigsten Tatsachen zur Beurteilung des
judischen Volkes, Neunundvierzigste Auflage, Hammer-Verlag, Leipzig 1944)
"Von den verschiedensten Seiten her erhob sich Ende der 50er und Anfang der
60er Jahre der Ruf: Zurück auf Kant! [...] Seitdem hat die Kantische
Philosophie geradezu eine Wiederauferstehung erlebt. [...]
Jetzt sollte die Prophezeiung buchstäblich wahr werden, die er
[Kant] einst im Beginn seines abnehmenden
Ruhmes zu Stägemann geäußert:
"Ich bin mit meinen Schriften um ein Jahrhundert zu früh gekommen; nach 100
Jahren wird man mich erst recht verstehen und dann meine Bücher aufs neue
studieren und gelten lassen."
Noch stehen wir mitten in dieser Bewegung, die - im Gegensatz zu der vor 100
und mehr Jahren - mehr in die Tiefe als in die Breite gegangen ist, deshalb
auch länger angedauert hat und noch weitere Dauer verspricht.
Wie befruchtend die kritische Methode in den letzten Jahrzehnten auf die
verschiedensten Wissenschaftsgebiete gewirkt hat und noch wirkt, weiß jeder,
der im wissenschaftlichen Leben steht."
Prof. Dr. Karl Vorländer (1924,
Philosoph, Immanuel Kant. Der Mann und das Werk, Erneuerung des Kritizismus
seit 1860)
"Kant ist der Ehrentitel »Philosoph des Protestantismus« verliehen worden -
wobei zu fragen wäre, ob das für den Protestantismus oder für Kant oder für
beide ehrenhaft ist. Wie dem auch sei - kein philosophisches Denken der
Neuzeit, genauer: der Moderne dürfte auf die Theologie des
Neuprotestantismus im 19. und 20. Jahrhundert nachhaltiger gewirkt haben als
das Kants."
Prof. Dr. Falk Wagner (Januar
1985, Aspekte der Rezeption Kantischer Metaphysik - Kritik in der
evangelischen Theologie des 19. und 20. Jahrhunderts, Neue Zeitschrift für
Systematische Theologie und Religionsphilosophie. Band 27, Heft 1, S. 25)
"Kant ... nach meiner Überzeugung ... der Philosoph des
Protestantismus."
Bischof Dr. Wolfgang Huber (12.02.2004, 2003 - 2009
Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD,
Unsterblichkeit und Würde. Kant zu Ehren, St. Michaelis zu Hamburg auf
Einladung der Patriotischen Gesellschaft von 1765 und der ZEIT-Stiftung)
"Das waren alles Lügen, Lügen, Lügen! Die Juden erfanden den Holocaust,
damit wir demütig auf Knien ihren neuen Staat Israel genehmigen. […]
Die Juden erfanden den Holocaust, Protestanten bekommen ihre Befehle vom
Teufel, und der Vatikan hat seine Seele an den Liberalismus verkauft."
Bischof Richard Williamson (3.
Februar 2009, Priesterbruderschaft St. Pius X., Katholische Hardliner. Wie
die Piusbrüder gegen Juden, Muslime und Schwule hetzen. DER SPIEGEL 6/2009,
www.spiegel.de)
"Ich glaube, dass es gar keine Gaskammern gab […] Ich denke, dass 200.000
bis 300.000 Juden in nationalsozialistischen Konzentrationslagern umgekommen
sind […] aber keiner von ihnen durch Gaskammern"
Bischof Richard Williamson (21.
Januar 2009, Priesterbruderschaft St. Pius X., Interview im schwedischen
Fernsehen Sveriges Television, Sendung: Uppdrag granskning Längre intervju
med Williamson.)
"Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat ein Ermittlungsverfahren wegen
Volksverhetzung eingeleitet, da dieses Interview
[siehe oben] in ihrem Zuständigkeitsbereich aufgenommen wurde. Am 17.
Oktober 2009 wurde ein Strafbefehl beantragt, der am 26. Oktober 2009 vom
Amtsgericht Regensburg erlassen wurde. Williamson war bereits zuvor mehrfach
durch antisemitische Äußerungen aufgefallen."
Bischof Richard Williamson (15.
Oktober 2009, Priesterbruderschaft St. Pius X., Volksverhetzung. Strafbefehl
gegen Pius-Bischof Williamson beantragt, DER SPIEGEL, www.spiegel.de)
September 1937, Reichsparteitag der NSdAP, Zeppelin-Feld Nürnberg
"Auch ein Jahr nach seiner Holocaust-Leugnung hält der Brite Richard
Williamson nach SPIEGEL-Informationen an seinen umstrittenen Thesen fest.
[...]
Aus internen E-Mails der erzkonservativen Piusbruderschaft geht nach
SPIEGEL-Informationen hervor, dass Williamson "die sechs Millionen
Vergasten" nach wie vor für "eine Riesenlüge" hält.
Auf dieser "Tatsache" sei "eine ganz neue Weltordnung aufgebaut worden". Die
Juden, so der Geistliche, der sich im April in Deutschland wegen
Volksverhetzung vor Gericht verantworten muss, seien "dank der KZs
Ersatzerlöser geworden". [...]
Die eigene Piusbruderschaft hält den Engländer zwar für "eine tickende
Zeitbombe", doch ausschließen wolle man ihn nicht. Er habe viele Verdienste.
Zudem befürchten die Brüder, Williamson könnte nach einem Ausschluss neue
Bischöfe weihen und so eine Gegenkirche gründen."
DER SPIEGEL (30.01.2010,
Piusbruderschaft: Williamson leugnet weiter den Holocaust, www.spiegel.de)
"Auf Bitte des Generaloberen der Piusbruderschaft, Bischof Bernard Fellay,
vom 15. Dezember 2008, hob die Bischofskongregation durch Kardinalpräfekt
Giovanni Battista Re die Exkommunikation der vier Bischöfe der
Piusbruderschaft, darunter Williamson [siehe oben],
am 21. Januar 2009 auf.
Dies geschah im Auftrag von Papst Benedikt XVI., der einst als
Glaubenspräfekt für Papst Johannes Paul II. die Verhandlungen mit Erzbischof
Marcel Lefebvre geführt hatte.
Williamson ist damit jedoch nach Angaben des Kirchenrechtlers Stephan
Haering nicht rehabilitiert, sondern bleibt weiterhin suspendiert. Sein
kirchenrechtlicher Status als Priester und Bischof ist bis zu einer
eventuellen zukünftigen Aussöhnung der Piusbruderschaft mit Rom ungeklärt."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Williamson,
Stand Dezember 2009)
"Der Papst hat die Äußerungen von Bischof Richard Williamson zur
Holocaust-Leugnung zum Zeitpunkt der Aufhebung der Exkommunikation nicht
gekannt.
Das stellte am Mittwochnachmittag das Vatikanische Staatssekretariat klar.
Bevor Williamson in der Kirche seinen bischöflichen Dienst ausüben darf,
müsse er sich auf unzweideutige und öffentliche Weise von seinen
Stellungnahmen zur Shoah [Als Schoah (hebräisch השואה,
ha'Schoah, für „Unheil“, „große Katastrophe“) bezeichnet man heute im
deutschen Sprachraum den Völkermord an mindestens 5,6 bis 6,3 Millionen
Menschen, die das nationalsozialistische Regime als Juden definierte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust] distanzieren."
Radio Vatikan (Februar 2009, Vatikan:
„Papst kannte Williamson-Äußerungen nicht“; Williamson muss widerrufen,
www.radiovaticana.org)
Bischof Richard Williamson Priesterbruderschaft
St. Pius X.
"Die Emotionen schlagen hoch, seit der Vatikan und Israel ihren seit Jahren
schwelenden Streit über die Rolle von Pius XII.
[Papst von 1939 bis 1958] wieder öffentlich austragen."
Humanistische Pressedienst hpd (24.10.2008,
Papst Pius entzweit Vatikan und Israel, www.hpd.de)
Pius XII.-Tafel im Holocaust-Mahnmal von Yad Vashem (Jerusalem)
"1933 hat er sich als Staatssekretär Seiner Heiligkeit aktiv für das
Reichskonkordat mit dem deutschen Regime eingesetzt, um die Rechte der
Kirche in Deutschland zu bewahren, selbst wenn das die Anerkennung des
rassistischen Nazi-Regimes bedeutete.
Nachdem er 1939 zum Papst gewählt wurde, hat er einen Brief gegen Rassismus
und Anti- Semitismus zu den Akten gelegt, den sein Vorgänger vorbereitet
hatte. Selbst als Berichte über den Mord an Juden den Vatikan erreichten,
hat der Papst weder mündlich noch schriftlich dagegen protestiert.
Im Dezember 1942 hat er Abstand davon genommen, eine Deklaration der
Alliierten (vom 17. Dezember) zu unterzeichnen, in der die Vernichtung der
Juden verurteilt wurde. Als Juden aus Rom nach Auschwitz deportiert wurden,
hat der Papst nicht eingegriffen.
Der Papst hat seine neutrale Position während des gesamten Krieges
beibehalten; mit Ausnahme der Appelle an die Führer Ungarns und der Slowakei
zum Kriegsende. Sein Schweigen und das Fehlen von Richtlinien hat
Kirchenmitglieder in ganz Europa dazu gezwungen, selbst zu entscheiden, wie
sie reagieren."
Schautafel in Yad Vashem zu Pius XII. (Tafel im Holocaust-Mahnmal in
Yad Vashem, die Pius XII. in der "Hall of Shame", der Halle der Schande,
zeigt. Jerusalem, Israel. www.yadvashem.org,
http://de.wikipedia.org/wiki/Yad_Vashem)
"Warum muss der Katholik die Reichtagsliste
Adolf Hitlers wählen?", 1933
"Lieber Freund, vergessen Sie nicht, dass in den deutschen Heeren Millionen
Katholiken sind. Soll ich sie in Gewissenskonflikte bringen? Sie haben
geschworen. Sie müssen gehorsam sein."
Papst Pius XII. (Oktober 1943,
1939 - 1958 Papst der römisch-katholischen Kirche. PIUS XII. Papst der
Deutschen, DER SPIEGEL 47/1964, 18.11.1964, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46176150.html)
"Pius XII. habe freundschaftliche Gefühle - für das Reich. Er wünsche
dem Führer nichts sehnlicher al einen Sieg über, den Bolschewismus.
Aufzeichnung Nr. 666 des Staatssekretärs Weizsäcker vom 4. Oktober 1941."
DER SPIEGEL (31.03.1965, ARMEE UND
KIRCHE SCHÜTZEN VOR KOMMUNISMUS, Papst Pius XII. und der Krieg gegen die
Sowjet-Union, DER SPIEGEL 14/1965,
www.spiegel.de/spiegel/print/d-46170020.html)
"Wir halten die Kräfte des Christentums
unentbehrlich für den sittlichen Wiederaufstieg
des deutschen Volkes" Postkarte: Adolf Hitler Zitat, 31.12.1933, DHM,
Berlin, Do2 97/82
"Bis vor kurzem noch hat der Papst zum Thema "Das Schweigen des Pius XII.
zum Holocaust" geschwiegen.
Die Causa ist heikel, nicht nur außerhalb der Kirche. Hätte Pius lauter
protestieren müssen, können, sollen, als das Volk Israel von den Nazis
vertrieben und vernichtet wurde, als sogar unter seinem Fenster die Juden
Roms zur Deportation zusammengetrieben wurden? [...]
Seit nunmehr 41 Jahren liegt die "Causa Pacelli" bei der
Seligsprechungskongregation in Rom. Am 8. Mai 2007 wurde dort ein Dekret
verabschiedet, das den "heroischen Tugendgrad" von Pius XII. feststellte.
Jetzt fehlt auf dem Dokument nur noch die Unterschrift des amtierenden
Papstes, damit Pius XII. selig gesprochen werden kann."
DER SPIEGEL (08.10.2008, Pius XII. - eine unselige Geschichte,
www.spiegel.de)
"Papst Benedikt XVI. hat Papst Pius XII. zurück auf den Weg zur
Heiligsprechung gebracht - und ist dafür vom Zentralrat der Juden in
Deutschland heftig kritisiert worden. "Ich bin traurig und wütend", sagte
Generalsekretär Stephan Kramer. "Es ist absolut verfrüht diesen Schritt zu
machen."
Papst Pius XII. wurde wie auch Papst Johannes Paul II. am Samstag per Dekret
der heroische Tugendgrad zuerkannt, der für die Seligsprechung und eine
spätere eventuelle Heiligsprechung notwendig ist. "Es ist eine deutliche
Umkehrung der historischen Fakten der NS-Zeit", sagte Kramer. Die
katholische Kirche versuche, "eine andere Geschichte zu schreiben". Wütend
mache ihn, dass Papst Benedikt XVI. keine ernsthafte wissenschaftliche
Diskussion zulasse.
Papst Pius XII. war von 1939 bis zu seinem Tod 1958 Oberhaupt der
katholischen Kirche. Kritiker werfen ihm bis heute vor, nicht energisch
genug gegen die von Hitler-Deutschland organisierte Vernichtung der Juden
protestiert zu haben. Jüdische Vertreter legen Pius darüber hinaus zur Last,
den Holocaust wissentlich ignoriert und Verfolgten nicht genug geholfen zu
haben. Der Vatikan weist dies zurück und erklärt hingegen, Pius XII. habe
mit stiller Diplomatie versucht, Juden zu helfen.
Papst Benedikt war sowohl von Juden als auch von Katholiken mit Nachdruck
aufgefordert worden, die Heiligsprechung Pius' auszusetzen. Zunächst sollten
sämtliche Archive zum Zweiten Weltkrieg ausgewertet werden, so die Forderung
der Pius-Kritiker. Benedikt hatte das Dekret über die "heroischen Tugenden"
2007 erhalten und es zunächst nicht unterzeichnet. Vielmehr ordnete er eine
"Zeit der Reflexion" an.
Mit seinem jüngsten Erlass brachte er Pius jedoch zurück auf den Weg zur
Heiligsprechung."
DER SPIEGEL (19. Dezember 2009,
Dekret für Pius XII., Zentralrat der Juden kritisiert Papst Benedikt,
www.spiegel.de)
"Ich kann verstehen, dass in Israel darüber Aufregung herrscht, dass Papst
Pius XII. vielleicht selig gesprochen werden soll. Doch ich kann nicht
verstehen, wie der Schlagabtausch so plump sein kann. [...]
Heute meinen viele, es wäre besser gewesen, wenn Pius XII. laut protestiert
hätte. Er hielt es aber für richtiger, Juden zu retten und nicht laut zu
protestieren."
Pater Eberhard Freiherr von
Gemmingen-Hornberg (25.10.2008, Redaktionsleiter der deutschsprachigen
Sektion von Radio Vatikan, Israel/Vatikan: Unwürdiger Schlagabtausch,
www.radiovaticana.org)
Papst
Pius XII. (1939, http://de.wikipedia.org/wiki/Pius_XII., Stand 2008)
"Je länger der Brand in Palästina anhält, umso mehr festigen sich die
Widerstände gegen das jüdische Gewaltregime in allen arabischen Staaten und
darüber hinaus auch in den anderen moslemischen Ländern."
Dr. Alfred Ernst
Rosenberg (1936, 1941 Reichsminister Ostministerium,
führender Ideologe der NSDAP sowohl in der
Weimarer Republik als auch in der Zeit des Nationalsozialismus,
1934 Beauftragter des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und
weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP,
Als Leiter des Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO)
verfolgte er die systematische Ermordung der Juden.
1936, Tradition und Gegenwart. Reden und Aufsätze
1936 - 1940, Blut und Ehre, Bd. 4, München 3 1941, S. 208)
"Die nationalsozialistische Bewegung Großdeutschlands hat seit ihrer
Entstehung den Kampf gegen das Weltjudentum auf ihre Fahne geschrieben. Sie
hat deshalb schon immer mit besonderer Sympathie den Kampf der
freiheitsliebenden Araber, vor allen in Palästina gegen die jüdischen
Eindringlinge verfolgt.
Die Erkenntnis dieses Feindes und der gemeinsame Kampf gegen ihn bilden die
feste Grundlage des natürlichen Bündnisses zwischen dem
nationalsozialistischen Großdeutschland und den freiheitsliebenden
Mohammedanern der ganzen Welt.
In diesem Sinne übermittle ich Ihnen
[Mohammed Amin al-Husseini,
Großmufti von Palästina]am Jahrestag der unseligen Balfour-Deklaration
[http://de.wikipedia.org/wiki/Balfour-Deklaration] meine herzlichsten Grüsse und Wünsche für die glückliche
Durchführung Ihres Kampfes bis zum sicheren Endsieg."
Reichsführer-SS Heinrich Himmler (2.
November 1943, 1943 - 1945 Reichsinnenminister, als Reichsführer-SS
hauptverantwortlich für den Holocaust an den europäischen Juden, Telegramm
v. Heinrich Himmler, an den Großmufti von Jerusalem, el Husseini, zum
Jahrestag der sog. „Balfour Deklaration“, Niklas Günther/ Sönke Zankel
(Hrsg.) Abrahams Enkel Juden, Christen, Muslime und die Schoa, Franz Steiner
Verlag Stuttgart 2006, S. 52)
Obersalzberg Mai 1939, SS-Chef Heinrich Himmler (links)
und Reinhard
Heydrich (Bildmitte), Chef der Gestapo
(http://en.wikipedia.org/wiki/Himmler)
"Am 28. November 1941 empfing Adolf Hitler den Palästinenserführer
[Mohammed Amin al-Husseini,
Großmufti von Palästina].
"Deutschland trete für einen kompromisslosen Kampf gegen die Juden ein",
dozierte der Diktator laut Gesprächsprotokoll. "Dazu gehöre
selbstverständlich auch der Kampf gegen die jüdische Heimstätte in
Palästina, die nichts anderes sei als ein staatlicher Mittelpunkt für den
destruktiven Einfluss der jüdischen Interessen." [...]
Kurz nach seinem Treffen mit Hitler besuchte er Adolf Eichmann. Der
SS-Obersturmbannführer soll dem arabischen Freund dabei detailliert die
"Lösung der europäischen Judenfrage" erläutert haben.
Mit Heinrich Himmler traf sich Husseini öfters zum Tee. Der Reichsführer SS
soll ihm dabei Mitte 1943 von einer Atombombe erzählt haben, die in drei
Jahren den Endsieg bringen werde. Er berichtete ihm auch über den Judenmord:
"Wir haben bis jetzt ungefähr drei Millionen von ihnen vernichtet."
In einem Geburtstagsbrief an den SS-Chef schrieb der Großmufti im Oktober
1943: "Möge das kommende Jahr unsere Zusammenarbeit noch enger gestalten und
unsere gemeinsamen Ziele noch näher bringen." […]
Viele Palästinenser verehrten ihn dennoch als Helden. Als Mohammed Amin
al-Husseini im Juli 1974 in Beirut zu Grabe getragen wurde, war nicht nur
der libanesische Ministerpräsident zur Stelle, sondern auch ein Verwandter,
der als gefährlichster Feind Israels an seine Stelle getreten war - Jassir
Arafat."
SPIEGEL GESCHICHTE (26.05.2009, Jerusalem: Geburtsstadt des Glaubens,
Hitlers arabischer Freund, SPIEGEL GESCHICHTE 3/2009, Seite 76-77)
Friedensnobelpreisträger Jassir Arafat (rechts im Bild)
"1943 verhinderte al-Husseini
[Mohammed Amin al-Husseini,
Großmufti von Palästina]die Freilassung von 5.000 jüdischen Kindern,
die auf Initiative des Roten Kreuzes gegen 20.000 gefangene Deutsche
ausgetauscht werden sollten. Durch seine persönliche Intervention bei
Heinrich Himmler erreichte er, dass die Kinder stattdessen in deutsche
Konzentrationslager deportiert und ermordet wurden.
Der Mufti drängte immer wieder auf den strikten Vollzug des Völkermordes an
den Juden, unter anderem, indem er Ribbentrop gegenüber die Wichtigkeit der
„Lösung des Weltjudenproblems“ beschwor. (vgl. Mallmann/Cüppers: Halbmond
und Hakenkreuz, S. 118) […]
Al-Husseini war der politische Mentor der von Jassir Arafat befehligten
palästinensischen Organisationen. Noch im Jahre 2002 sprach Arafat Angaben
von Palestinian Media Watch zufolge in einem Interview von „unserem Helden
al-Husseini“. (vgl. Nazi ally, Hajj Amin Al Husseini, is Arafat’s “hero”,
von Itamar Marcus am 5. August 2002)
(http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini, Stand Mai 2010)
"Die Kinder [siehe oben] waren z.T.
schon in Theresienstadt eingetroffen, wie mir der damalige Lagerkommandant,
Dr. Seidel, auf Anfrage mitteilte. Da wurde ich von Eichmann nach Berlin
berufen, der mir eröffnete, dass der Großmufti
[Mohammed Amin al-Husseini,
Großmufti von Palästina]
von der geplanten Mission durch seinen Nachrichtendienst in Palästina
Kenntnis bekommen habe.
Er habe daraufhin bei Himmler schärfstens protestiert mit der Begründung,
dass diese jüdischen Kinder in einigen Jahren ja Erwachsene wären und eine
Stärkung des jüdischen Elements in Palästina bilden. Himmler habe daraufhin
die ganze Aktion verboten und auch für künftige Fälle ein Verbot erlassen,
dass noch irgendein Jude aus den von Deutschland beherrschten Gebieten nach
Palästina ausreisen dürfe."
SS-Hauptsturmführer Dieter Wisliceny (26.
Juli 1946, Erklärung von Dieter Wisliceny während der Nürnberger Prozesse,
Tilman Tarach, Der ewige Sündenbock, Seite 77f. u. The Trial of Adolf
Eichmann, Jerusalem 1995, Bd. VII, p. 562)
"Das Christentum ist so etwas Fades -, so hätten wir viel eher noch den
Mohammedanismus übernommen, diese Lehre der Belohnung des Heldentums: Der
Kämpfer allein hat den siebenten Himmel! Die Germanen hätten die Welt damit
erobert, nur durch das Christentum sind wir davon abgehalten worden."
Adolf Hitler (27. August 1942, Adolf Hitler - Monologe im
Führerhauptquartier 1941-1944, Heim, Heinrich / Jochmann, Werner (Hrsg.), Orbis; Aufl. 2000, ISBN 978-3572011568 1991, S. 370)
9. Dezember 1941, Mohammed Amin al-Husseini (Großmufti von Palästina) und Adolf Hitler,
Berlin
"Die Nationalsozialisten planten eine Ausweitung des Holocaust
[griechisch holókauston, vollständig verbrannt]
auf das damalige Palästina und wollten mit arabischer Unterstützung die
Entstehung eines jüdischen Staates verhindern. Dies haben Prof. Dr. Klaus
Michael Mallmann von der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität
Stuttgart und sein Mitarbeiter Dr. Martin Cüppers herausgefunden.
Nach den Forschungsergebnissen der beiden Historiker hatten die
Nationalsozialisten in Athen eine Truppeneinheit in Bereitschaft gehalten,
die etwa 500.000 aus Europa geflohene Juden ermorden sollte.
Dieses Einsatzkommando war Erwin Rommels Afrikakorps unterstellt. Nur die
Niederlage Rommels Ende 1942 in Ägypten gegen die britische Armee habe eine
Ausweitung des Massenmords verhindert, schreiben die beiden Historiker in
dem gerade erschienenen Band „Deutsche, Juden, Völkermord – Der Holocaust
als Geschichte und Gegenwart“ (Hrsg. Jürgen Matthäus/Klaus Michael Mallmann,
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2006) […]
„Bedeutendster Kollaborateur der Nationalsozialisten und zugleich ein
bedingungsloser Antimsemit auf arabischer Seit war Haj Amin el-Husseini, der
Mufti von Jerusalem“, schreiben Mallmann und Cüppers. In seiner Person habe
sich exemplarisch gezeigt, „welch entscheidende Rolle der Judenhass im
Projekt der deutsch-arabischen Verständigung einnahm“. El-Husseini habe
unter anderem bei mehreren Treffen mit Adolf Eichmann Details der geplanten
Morde festgelegt.
„Die Geschichte des Nahen Ostens wäre völlig anders verlaufen und ein
jüdischer Staat hätte dort wohl nie gegründet werden können, wenn das
Vorhaben von Deutschen und Arabern gemeinsam in die Tat umgesetzt worden
wäre"
Informationsdienst Wissenschaft idw (11.
April 2006, Prof. Dr. Klaus Michael Mallmann, Forschungsstelle Ludwigsburg
der Universität Stuttgart, Neue Forschungsergebnisse Stuttgarter Historiker:
Nationalsozialisten planten Holocaust in Palästina, Pressemitteilung Nr.
36/2006 vom 11.4.2006, www.uni-stuttgart.de, www.idw-online.de)
"Zur selben Zeit will ich Jerusalem machen zum Laststein für alle Völker.
Alle, die ihn wegheben wollen, sollen sich daran wund reißen; denn es werden
sich alle Völker auf Erden gegen Jerusalem versammeln."
1943, Mohammed Amin al-Husseini
(links im Bild) (Grossmufti von Palästina, Vorsitzender des
Obersten Islamischen Rates) wurde 1941 vom Reichsführer-SS Heinrich Himmler
(rechts im Bild) zum SS-Gruppenführer (Generalleutnant) ernannt. (http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini)
"Wenn die Statistiker Recht haben, machen die Juden gerade mal ein Prozent
der Menschheit aus. Es ist so, als wären sie lediglich ein kleines Wölkchen
Sternenstaub irgendwo in der Milchstraße.
Eigentlich dürfte man von den Juden noch nicht viel gehört haben, aber man
hört von ihnen, und man hat schon immer etwas von ihnen gehört. Sie sind
ebenso bekannt auf dem Planeten wie jedes andere Volk, und ihre Bedeutung
für die Geschäfte ist außerordentlich, gemessen an ihrer winzigen Größe.
Ihr Anteil an den größten Namen in der Literatur, in der Wissenschaft, in
der Kunst, Musik, Finanzen, in der Medizin und in der Bildung stehen
ebenfalls jenseits einer Verhältnismäßigkeit bemessen an ihrer kleinen Zahl.
Sie haben fabelhaft gekämpft in dieser Welt, zu allen Zeitaltern; und das
mit auf dem Rücken verbundenen Händen. [...]
Die Ägypter, die Babylonier und die Perser kamen auf, füllten den Planeten
mit Geräuschen und Pracht, dann verschwanden sie wieder; die Griechen, die
Römer folgten; sie machten einen ungeheuren Lärm, und sie verschwanden;
andere Völker traten auf und hielten für eine Weile die Fackel hoch, aber
die brannte ab, und jetzt sitzen sie im Dunkeln oder sind ganz verschwunden.
Die Juden haben sie alle gesehen und sie alle besiegt, und jetzt sind sie,
was sie immer waren, stellen keine besondere Dekadenz zur Schau, zeigen
keine Alterserscheinungen, keine Schwächen, kein Schwinden ihrer Energie,
kein Abstumpfen eines wachsamen und streitlustigen Geistes.
Alle Dinge sind sterblich außer den Juden; alle anderen Kräfte verschwinden,
aber sie bleiben. Worin besteht das Geheimnis ihrer Unsterblichkeit?"
Mark Twain (September 1899, Schriftsteller,
bürgerlicher Name: Samuel Langhorne Clemens, Concerning the Jews, Harper's
Magazine, Sept. 1899, http://en.wikiquote.org/wiki/Mark_Twain)
"Warum hat von den vielen Kulturen der mächtigen Herrenvölker, von denen
Israel einst umgeben war, die jüdische als einzige bis heute überlebt? ...
Plötzlich waren sie wieder da, die alten Fragen."
Christian Nürnberger (November 2007,
Journalist - "Atheistisch an Gott glauben", Jesus für Zweifler)
"Ich weiß noch genau ... als ich zu fürchten begann, es könnte wahr sein"
Prof. Dr. theol. h.c., Dr. h.c. Clive Staples
Lewis (1898-1963, britischer Schriftsteller und
Literatur-wissenschaftler, Pardon - ich bin Christ, Aufl. 2006)
70 n. Chr. wurde der jüdische Tempel zerstört und 1,1 Millionen Juden
getötet. Der Staat Israel hörte auf zu existieren.
(vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Jüdischer_Krieg)
"Die Israelische Unabhängigkeitserklärung am 14. Mai 1948 war die Gründung
des Staates Israel, die das am selben Tag endende Völkerbundsmandat für
Palästina ablöste."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Israelische_Unabhängigkeitserklärung,
Stand Mai 2010)
David Ben Gurion (links), der erste
Ministerpräsident Israels nach der Unterzeichnung
der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 in Tel Aviv (Israel)
"Nach Meinung des Konfessionskundlers Prof. Dr. Erich Geldbach (Bochum) geht von den "christlichen Fundamentalisten" eine Gefahr für den Weltfrieden aus.
Wie der Leiter des Ökumenischen Instituts der Evangelischen Fakultät an der Ruhr-Universität Bochum [Prof. Dr. Erich Geldbach] in einem Interview mit der Tageszeitung "Heilbronner Stimme" über den Glauben in den USA sagte, sei der Unterschied zwischen christlichen und islamischen Fundamentalisten "höchstens graduell".
Nach seiner Überzeugung sind christliche Fundamentalisten in den USA dadurch zu charakterisieren, "dass sie die Heilige Schrift wortwörtlich verstehen und dass sie besonders großes Gewicht auf so genannte Endzeitaussagenlegen".
Gefährlich für den Weltfrieden sei dabei, "dass sie eine letzte Schlacht zwischen Gut und Böse mit der Existenz Israels verknüpfen und von daher eine vorbehaltlose Unterstützung Israels einklagen".
aref / Prof. Dr. Erich
Geldbach (2003,
Interview mit der Tageszeitung Heilbronner
Stimme u. Bund
Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, www.baptisten.org u.
Arbeitsgemeinschaft Rundfunk Evangelischer Freikirchen AREF, www.aref.de/news/allgemein/2003/fundamentalismus-in-usa.htm)
[Prof.
Dr. Erich Geldbach ist Mitglied im
Ökumenische Rat der
Kirchen / ÖRK, (Weltkirchenrat; World Council of Churches /
WCC),
http://library.wcc-coe.org/fileadmin/files/wcclibrary/individuals.pdf]
"Einen gegen Israel gerichteten Boykottaufruf hat die ökumenische Konferenz
„Kirchen gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit im Nahen Osten“
[einberufen v. Ökumenische Rat der Kirchen / ÖRK
(auch: Weltkirchenrat; engl. World Council of Churches / WCC), http://www.ekir.de/ekir/ekir_45206.php]
beschlossen."
idea (22.06.2007, Ökumene-Konferenz ruft zum
Teil-Boykott Israels auf, www.idea.de, www.ekir.de)
"Deutsche Wehrt Euch Kauft
nicht bei Juden", Reichspogromnacht am 9.11.1938, dpa
"In seinem ursprünglichen, terminologischen Sinn bezeichnet Fundamentalismus
das Wörtlich nehmen einer heiligen Schrift, ihrer Sachaussagen wie ihrer
Handlungsnormen. […]
Was an der Fundamentalismusdiskussion indes bedenklich stimmt, ist eine oft
geradezu irrationale Angst vor jeder Art von unbedingten Wahrheitsansprüchen
und Glaubensgewissheiten. Als Gefahr für die liberale Gesellschaft gilt
vielfach nicht nur, wer dem anderen seine Überzeugungen aufzwingen will,
sondern schon, wer überhaupt welche hat. [...]
Von den Arenen der römischen Imperatoren
[Christenverfolgungen im Römischen Reich] bis zu den
Konzentrationslagern [Abkürzung: KZ. Zur Zeit des
Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 existierten mehrere
Konzentrationslager und sieben Vernichtungslager] und Gulags
[Repressionssystem in der Sowjetunion] des 20. Jahrhunderts sind
es nicht zuletzt Gläubige gewesen, die sich dem Allmachts- und
Absolutheitsanspruch herrschender Gewalten verweigert haben.
Und sie haben es deshalb getan, weil sie ihrerseits von der absoluten
Verpflichtung zur Glaubenstreue überzeugt und nicht bereit waren, sich auf
Kompromisse einzulassen, weil sie also insofern "fundamentalistisch"
dachten.
Es stimmt, manchen dieser Tapferen hätte man nach dem Sieg ihrer eigenen
Sache nicht in die Hände fallen mögen, und ebenso stimmt es, dass
Standhaftigkeit bis zum Letzten auch ohne den Rückhalt in letzten
Gewissheiten vorkommt; vielleicht ist sie dann umso bewundernswerter.
Aber die Geschichte des Märtyrertums rät zur Zurückhaltung mit dem Urteil,
dass unbedingte Wahrheitsüberzeugungen einfach freiheitsfeindlich seien. Sie
gehören auch zu den stärksten Bollwerken gegen die Knechtschaft."
DIE ZEIT (2001, Glaubenswahn. Was ist
Fundamentalismus?, Jan Ross DIE ZEIT Nr. 40, 2001)
Nationalflagge Israels seit 1948 (Entwurf 1897 in
Basel)
"Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt
nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. Denn
es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das
andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Das alles
aber ist der Anfang der Wehen. Dann werden sie euch der Bedrängnis
preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens
willen von allen Völkern.
Dann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten und werden
sich untereinander hassen. Und es werden sich viele falsche Propheten
erheben und werden viele verführen. Und weil die Ungerechtigkeit überhand
nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.
Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. Und es wird gepredigt
werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle
Völker, und dann wird das Ende kommen. [...]
Es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom
Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird. Und wenn diese
Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch selig werden; aber um der
Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt. [...]
Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann
werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den
Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und
Herrlichkeit. Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie
werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des
Himmels bis zum andern. [...]
Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel
nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater."
"Es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem
es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk
errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen. [...]
Und du, Daniel, verbirg diese Worte, und versiegle dies Buch bis auf die
letzte Zeit. Viele werden es dann durchforschen und große Erkenntnis finden.
Und ich, Daniel, sah, und siehe, es standen zwei andere da, einer an diesem
Ufer des Stroms, der andere an jenem Ufer. Und er sprach zu dem Mann in
leinenen Kleidern, der über den Wassern des Stroms stand:
Wann sollen denn diese großen Wunder geschehen?
Und ich hörte den Mann in leinenen Kleidern, der über den Wassern des Stroms
stand. Er hob seine rechte und linke Hand auf gen Himmel und schwor bei dem,
der ewiglich lebt, dass es eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit
währen soll; und wenn die Zerstreuung des heiligen Volks ein Ende hat, soll
dies alles geschehen."
1943, Warschau (links), E. Schmidt (5
Jahre, rechts) Mord durch Dr. Mengeles Experimente in Auschwitz
"In Auschwitz wurden Kindern Brandwunden am ganzen Körper zugefügt, andere
Häftlinge bekamen in Hungerversuchen noch weniger zu Essen als andere
Lagerinsassen. [...]
Josef Mengele, von Mai 1943 an verantwortlicher Arzt im Frauenlager von
Auschwitz, unternahm neben etlichen anderen grausamen Menschenversuchen
Infektionsexperimente mit Typhus an Zwillingen."
Süddeutsche Zeitung (25.10.2006,
Menschenversuche: Die Perversion des Heilens, sueddeutsche.de)
Juli 1941, Ermordung von Juden durch Waffen-SS,
Yad Vashem Photo Archives 2626/4
Dietrich Bonhoeffers Antwort den Deutschen Christen beizutreten:
"Wenn man in einen falschen Zug einsteigt, nützt es nichts, wenn man im Gang
entgegen der Fahrtrichtung läuft."
Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer
(1906-1945, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden
Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus)
"Als Bonhoeffer in Flossenbürg [KZ Flossenbürg
bei Weiden im Oberpfälzer Wald, 9. April 1945] nackt zum Galgen gehen musste, lautete sein letzter
Satz:"
"Das ist das Ende. Für mich der Beginn des Lebens."
Dietrich Bonhoeffers (9. April 1945, KZ Flossenbürg,
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/18/0,3672,3792370,00.html)
"Wer nicht an Gott glaubt, sollte das konsequent tun. Das Leben ist kurz,
der Tod endgültig. Und jede Unentschiedenheit kostet unwiederholbare
Lebenszeit. […]
Je wichtiger die Dinge für alle Menschen sind, desto
allgemeinverständlicher und einfacher muss man sie ausdrücken können.
Auch Akademiker, die für ihren Glauben aufs Schafott gehen, können ihre
Gründe für diesen existenziellen Schritt auf ganz einfache Weise kurz und
bündig und ohne Fremdwörter ausdrücken, und ebenso können das Atheisten, die
sich zum Freitod entschließen.
Dennoch sind das die wichtigsten Argumente, die sie jemals in ihrem Leben
gehabt haben."
Dr. Manfred Lütz (21. September 2007,
Psychiater u. Theologe, Gott. Eine kleine Geschichte des Größten. Pattloch,
ISBN 978-3629021588)
"Gedenkt an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schaut an und folgt ihrem Glauben nach. Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.
Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade."
"Nachdem sich die evangelischen Kirchen Deutschlands erstmals im Jahr 1933 zu einer einheitlichen "Deutschen Evangelischen Kirche" zusammengeschlossen hatten, war es mit der so gewonnenen Einheit bald vorbei. Denn sie wurde durch die deutsch-christlich und also nationalsozialistisch bestimmte Reichskirche inhaltlich zerstört.
Es bildete sich die Bekennende Kirche, die mit der Barmer Theologischen
Erklärung [siehe unten] 1934 ihren Anspruch begründete, die legitime evangelische Kirche
zu sein."
Oberkirchenrat Hans-Christof Vetter (31. August 2005, Pressestelle der EKD, Hannover)
"Die Barmer Theologische Erklärung, [siehe unten]
auch Barmer Bekenntnis genannt, war das theologische Fundament der
Bekennenden Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie wurde wesentlich
von Karl Barth ausgearbeitet und nach einer Erläuterung von Hans Asmussen
auf der ersten Bekenntnissynode vom 29. bis 31. Mai 1934 in Wuppertal-Barmen
verabschiedet.
Im Rahmen des Kirchenkampfs führte sie zu Spaltungen
gegenüber und innerhalb von durch Deutsche Christen dominierten
Evangelischen Landeskirchen.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Barmer_Theologische_Erkl%C3%A4rung, Stand
Februar 2010)
Prof. Dr. Karl Barth, Schweizer
evangelisch-reformierter Theologe
"Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh. 14,6). Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden. (Joh 10,1.9).
Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle
ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch
andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes
Offenbarung anerkennen."
1. These der Barmer Theologischen Erklärung
(31. Mai 1934, Bekennenden Kirche, Prof. Dr. Karl Barth, ab 1945 Lehr- und
Glaubenszeugnis der EKD [Evangelische Kirche in Deutschland], Wortlaut:
Evangelisches Gesangbuch)
"Nach anfänglichen Erfolgen wurde die Bekennende Kirche (BK) etwa ab
1937 zunehmend verfolgt, hielt aber an ihrer eigenen Organisation fest und
setzte sich mit dem Büro Grüber seit 1938 auch für verfolgte Juden ein.
Dennoch war sie entgegen der Selbstdarstellung vieler ihrer Mitglieder nach
1945 keine Opposition zum Nationalsozialismus als solchem. […]
Eine
besondere Rolle spielte Dietrich Bonhoeffer im Kirchenkampf: Er vertrat in
der illegalen Ausbildung des Pfarrernachwuchses der BK im Predigerseminar
Finkenwalde eine strenge Christusnachfolge, nahm aber zugleich schon seit
1937 an der konspirativen Vorbereitung des Tyrannenmordes an Hitler teil.
[…]
Die Leitung der Bekennende Kirche schloss ihn nach seiner
Inhaftierung nicht in die Gebete für die im
Gefängnis sitzenden Mitglieder der BK ein und distanzierte sich nach
Bekanntwerden von Bonhoeffers Beteiligung am 20. Juli 1944
[Attentat auf Adolf Hitler] strikt von
ihm."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Bekennende_Kirche u.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenkampf, Stand Februar 2010)
"Wir sind stumme Zeugen böser Taten gewesen, wir sind mit vielen Wassern
gewaschen, wir haben die Künste der Verstellung und der mehrdeutigen Rede
gelernt, wir sind durch Erfahrung misstrauisch gegen die Menschen geworden
und mussten ihnen die Wahrheit und das freie Wort oft schuldig bleiben, wir
sind durch unerträgliche Konflikte mürbe oder vielleicht sogar zynisch
geworden – sind wir noch brauchbar?
Nicht Genies, nicht Zyniker, nicht Menschenverächter, nicht raffinierte
Taktiker, sondern schlichte, einfache, gerade Menschen werden wir brauchen.
Wird unsere innere Widerstandskraft gegen das uns Aufgezwungene stark genug
und unsere Aufrichtigkeit gegen uns selbst schonungslos genug geblieben
sein, dass wir den Weg zur Schlichtheit und Geradheit wiederfinden?"
Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer (Ende 1942, Evangelisch-lutherischer Theologe,
Vertreter der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den
Nationalsozialismus.)
"Unsere Kirche, die in diesen Jahren nur um ihre Selbsterhaltung gekämpft
hat, als wäre sie ein Selbstzweck, ist unfähig, Träger des versöhnenden und
erlösenden Wortes für die Menschen und für die Welt zu sein. …
Es ist nicht unsere Sache, den Tag vorauszusagen - aber der Tag wird kommen
- , an dem wieder Menschen berufen werden, das Wort Gottes so auszusprechen,
dass sich die Welt darunter verändert und erneuert. …
Bis dahin wird die Sache der Christen eine stille und verborgene sein; aber
es wird Menschen geben, die beten und das Gerechte tun und auf Gottes Zeit
warten. Möchtest du zu ihnen gehören?"
Pfarrer Dr. theol. Dietrich
Bonhoeffer (Mai 1944, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter
der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus,
Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Gütersloher
Verlagshaus; Auflage: 17., 2002, ISBN 9783579004570)
Hitler zeichnet HJ-Mitglieder des »Volkssturms«
aus, Franz Gayk, Berlin, 20.3.1945
"Ab September 1944 werden per Führer-Erlass "alle waffenfähigen Männer von
16 bis 60 Jahren" zum "Deutschen Volkssturm" einberufen. Mit "allen Waffen
und Mitteln" sollen sie nun "den deutschen Heimatboden" verteidigen. [...]
Mit Panzerfäusten und Karabinern sollen sie den weiteren Vormarsch der
Alliierten stoppen - Ein Selbstmordkommando. Für viele der 14-, 15- und 16
jährigen Hitlerjungen, die sich schon kriegsfreiwillig gemeldet hatten, wird
es jetzt ernst."
mdr (11.05.2010, Von der Schulbank ins
Gefecht, www.mdr.de/kriegskinder/6202827.html)
"Verzweifelt kämpfte ich um mein Haus. Der furchtbare Fliegerangriff vor
zwei Tagen hatte die Stadt in ein Flammenmeer verwandelt. Rings umher hatte
man den Kampf aufgegeben. Da standen nur noch rußgeschwärzte Mauern, in
denen es leise rauchte.
Es war nicht mehr viel zu retten. Die beiden obersten Stockwerke waren schon
ausgebrannt. Aber wenn es gelang, das Feuer zum Stehen zu bringen, konnte
ich meine wertvolle Bücherei und ein paar Möbel retten.
Die Augen waren entzündet von Rauch und Müdigkeit, die Hände verbrannt. Mit
langen Stangen rissen wir das Feuer auseinander. Wasser gab es schon längst
nicht mehr. Da - alles hob den Kopf! Was war das? „Wahrhaftig - das Telefon
geht noch!" Es war lächerlich, wie in dem zerstörten, brennenden Hause, in
das von oben der blaue Frühlingshimmel hereinschaute, das Telefon klingelte.
Ich stürzte hin: „Hier die Geheime Staatspolizei. Kommen Sie mal sofort
hierher!" - „Ich kann doch nicht. Mir verbrennt mein letzter Besitz!" -
„Wenn die Staatspolizei ruft, haben Sie sofort zu erscheinen. Wir erwarten
Sie in einer halben Stunde!"
Und dann saß ich im Büro der Gestapo vor einem eleganten Beamten, der meine
verbrannten Kleider nur flüchtig streifte und mir dann irgendeines der
unsagbar lächerlichen Verbote mitteilte, mit denen die evangelische
Jugendarbeit beständig gequält wurde.
„Ihre Sorgen möchte ich haben!" entfuhr es mir. Und dann erschrak ich selber
vor dem Wort. Aber der hohe Herr war sehr gnädig. „Wieso?" fragte er nur.
„Nun, hier geht eine Welt unter. Und Sie entblöden sich nicht, mich wegen
einer solchen Sache herzubestellen!"
Da wurde er auf einmal sehr ernst und sagte: „Uns ist diese Sache wichtig.
Sehen Sie, wir haben Sie genau beobachtet. Und da haben wir festgestellt,
dass Sie noch keinen Gottesdienst und keine Jugendstunde haben ausfallen
lassen. Als Ihre Säle und Kirchen zerstört waren, gingen Sie in die Keller.
Und wenn ein Keller verschüttet war, richteten Sie sich im nächsten ein."
Ich musste lächeln: „Ja, der Siegeszug des Evangeliums geht weiter!" Da fuhr
er auf: „Und unser weltanschaulicher Kampf geht auch weiter! Und wenn die
Welt untergeht!!"
Wir sahen uns in die Augen und fühlten, einer am andern, eine unheimliche
Entschlossenheit. „Damit geben Sie zu", sagte ich langsam, „dass das Thema
dieser schrecklichen Zeit heißt: Christus oder Antichristus!"
„Da gebe ich Ihnen recht. Es geht nur um die Frage, ob Ihr eingebildeter
Jesus Christus noch länger die Hirne gefangen halten soll - oder ob wir und
unsre Weltanschauung herrschen. Darum geht es allein in dieser Zeit. Alles
andre ist nur Begleitmusik."
Ich konnte nicht anders - ich streckte ihm die Hand hin und sagte: „Wenn uns
auch Welten trennen, mit Ihnen verstehe ich mich über all die Köpfe hinweg,
die nicht begreifen, um was es geht."
Und dann durfte ich ihm sagen, dass Jesus Christus keine Einbildung ist,
sondern dass Er lebt. Als ich nach Hause ging, fiel mir auf einmal mein
brennendes Haus ein. Das hatte ich ganz vergessen! Und das war gut. Es ging
ja auch nicht um Haus und Besitz. Und mein Herz wurde in all meiner Not
fröhlich, dass ich einem Herrn dienen durfte, dessen Sieg sicher ist,
seitdem Er auf Golgatha rief: „Es ist vollbracht!"
Pfarrer Wilhelm Busch (1929 bis 1962 protestantischer Jugendpfarrer -
Essen,
http://de.wikipedia.org/ wiki/Wilhelm_Busch_(Pfarrer),
Kleine Erzählungen. Stuttgart: Quell Verlag, 1. Aufl. 1949 u. Clv; Aufl. 30.
September 2005, ISBN 978-3893976652)
Pfarrer Wilhelm Busch, 1929 bis 1962
protestantischer Jugendpfarrer, Essen
"Das war, als Hitler an die Macht kam und damit die große Verwirrung über die Kirche. Von allen Seiten redete man uns zu, dieser große „Aufbruch der Nation" müsse doch auch von den Predigten in den Kirchen beflügelt werden. Und der Staat half der Beflügelung mit polizeilichem Druck nach.
In aller Harmlosigkeit sagte ich nach einer Predigt: Man habe das Gerücht verbreitet, ich hätte mich der national-sozialistischen Kirchen-Bewegung „Deutsche Christen" angeschlossen. Dem sei nicht so! - Zwei Stunden später hatte der Polizeipräsident Hausarrest über mich verhängt. Nun, beides war sehr harmlos, weil das „Dritte Reich" noch in den allerersten Anfängen war. Als Haus-Arrestant hatte ich Gelegenheit, von meinem Fenster aus die endlose Masse der „Mehr-oder-weniger-Christen“ zu sehen, die zu einer nazistisch-kirchlichen Kundgebung auf den Essener Burgplatz strömte. Da fragte ich mich: „Bin ich denn auf dem richtigen Weg?"
Und als 1933 die Zahl derer, die das gefährliche Spiel der „Eindeutschung des Christentums" nicht mitspielen wollten, immer kleiner wurde, sagte die Vernunft oft ängstlich: „Du gehst in große Nöte hinein, bei denen du deine Jugendarbeit aufs Spiel setzt! Ist das vielleicht nur Dickköpfigkeit? Bist du vielleicht nicht imstande, die große Zeit zu begreifen?"
Und da erschien eine kleine Schrift von Karl Barth: „Theologische Existenz - heute". In der rief er uns zu:
„Weiterpredigen, als wenn nichts gewesen wäre! Ihr sollt die großen Taten Gottes verkündigen, die er in Jesus getan hat!
Diese Botschaft wird nicht berührt vom vergänglichen Zeitgeschehen!"
Das war so befreiend - so wegweisend -, dass ich auf einmal meinen Weg klar sah. Ich verstehe gut, dass die Behörden bald darauf Karl Barth aus Deutschland vertrieben."
"Die Riegel meiner Gefängniszelle klirrten. Die Türe wurde aufgerissen.
„Herauskommen zum Verhör!“ Wieder einmal wurde ich die langen Korridore
entlang geführt zu den Büros der Gestapo. Ich war so unsagbar müde. Was
wollten sie denn jetzt wieder von mir? Ach, ich wusste es ja ganz genau: Sie
wollten von mir Aussagen erzwingen über die kämpfende Bekennende Kirche. Und
ich konnte doch unmöglich meine Brüder verraten. Nun ging das schon
wochenlang so: Zermürbendes Warten in der engen Zelle und noch zermürbendere
Verhöre.
Kurz darauf stand ich wieder vor meinen Quälgeistern. Wie ich diese drei
Gesichter dort hinter dem breiten Tisch nun allmählich kannte! Diese
blassen, verlebten, seelenlosen und grausamen Gesichter! Aber – o Wunder –
heute lag ein freundliches Lächeln über diesen Physiognomien. Ich erschrak:
Was hat das wohl zu bedeuten? – Und nun bot man mir sogar einen Stuhl an!
Das war neu. Sollte jetzt das „Zuckerbrot“ erreichen, was die „Peitsche“
nicht fertig gebracht hatte? Ich ging innerlich in Abwehrstellung.
Und dann fing einer von den Dreien an: „Wir haben Sie nun eine zeitlang
beobachtet. Und da haben gemerkt, dass Sie gar nicht so übel sind. Nur …“
Er räusperte sich. Und ich wusste: Jetzt kommt es! Er fuhr fort: „Nur – Sie
sitzen gewissermaßen auf einem falschen Pferd. Sie sind Jugendpfarrer, nicht
wahr?“ „Jawohl!“
„Ja, das müssen Sie nun langsam begreifen, dass dieser Beruf völlig überholt
ist. Wir werden in Zukunft keine Jugendpfarrer mehr brauchen.“
Ich muss wohl ein etwas erstauntes Gesicht gemacht haben. So fühlte er sich
gedrungen, mir die Sache noch etwas deutlicher zu machen: „Wir haben heute
eine neue Weltanschauung. Das Christentum hat ausgespielt. Ich sage Ihnen:
In zehn Jahren wird kein junger Mensch in Deutschland mehr wissen, wer Ihr
imaginärer Jesus ist! Dafür werden wir sorgen!“
Und dann kam ein freundliches Angebot: ich solle doch einen andern Beruf
ergreifen. Sie wollten mir gerne behilflich sein. Ja, sie machten mir sogar
allerlei Vorschläge. Es war rührend, wie diese harten Männer um meine
Zukunft besorgt waren!
Leider war ich nicht im Stande, diese freundlichen Offerten anzunehmen. So
wurden sie schließlich ärgerlich, und ich wanderte die langen Korridore
zurück – in die Zelle.
Das wurde ein schwerer Abend! „In zehn Jahren wird kein junger Mensch mehr
wissen, wer Jesus ist!“ Immer hörte ich diesen harten Satz. Warum sollte es
nicht wahr werden? Gott kann doch einem Volke das Evangelium wegnehmen! Aber
– welche Finsternis musste dann in meinem Volke anbrechen!
Es ist eine wunderliche Sache, wenn Menschen mit solcher Bestimmtheit etwas
über die Zukunft aussagen. Es war ja das eines der Kennzeichen jener
seltsamen Zeit des „Dritten Reiches“, dass jeder, von dem „Führer“
angefangen bis zum kleinsten Funktionär herab, mit geradezu anmaßender
Sicherheit die Zukunft durchschaute. Nur – dass über all dem das Wort aus
dem 2. Psalm stand: „Der im Himmel sitzt, lacht ihrer …“
In jener dunklen Abendstunde in der Gefängniszelle aber hörte ich dies
tröstliche und unheimliche Lachen nicht. Mein Glaube war so schwach. Er
hörte nur das lästerliche Lachen der Hölle: „In 10 Jahren wird kein junger
Mensch mehr wissen, wer Jesus ist! […]
Gott aber tut mehr, als unser Glaube fassen kann! Es war sieben Jahre
später, an einem Sommermorgen 1945 […]
Diesen Gottesdienst werde ich nie vergessen, solange ich lebe. Kaum fand
ich Raum, um zum Abendmahlstisch zu gehen, von wo die Schriftverlesung
geschehen sollte. In allen Gängen drängte sich junges Volk. Auf den Galerien
und der Kanzeltreppe saßen sie erwartungsvoll. [...] Und da, genau in
diesem Augenblick, überfiel mich die Erinnerung. Ich sah mich wieder in dem
abscheulichen Büro stehen, ich sah die verlebten, leeren, grausamen
Gesichter: „In zehn Jahren wird kein junger Mensch mehr wissen, wer Ihr
imaginärer Jesus ist.“
Etwas erstaunt sah das junge Volk, wie der Festprediger sich die Tränen
wischte, die einfach nicht zu halten waren. Kaum brachte ich die
Schriftverlesung zu Ende.
Da setzte ein Chor ein und sang die Psalmverse: „Wenn der Herr die
Gefangenen Zions erlösen wird, dann werden wir sein wie die Träumenden. Dann
wird unser Mund voll Lachen und unsre Zunge voll Rühmens sein …“
Da war es um uns alle geschehen, wir waren im Innersten bewegt. Und diese
große Schar ahnte etwas davon, wie es sein wird in der zukünftigen neuen
Welt, wo einmal alle, alle Fesseln fallen „… wenn frei von Weh ich sein
Angesicht seh."
1972, Pfarrer Dr. Martin Niemöller, Mitwirkung
am Stuttgarter Schuldbekenntnis
"Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland begrüßt bei seiner Sitzung
am 18./19. Oktober 1945 in Stuttgart Vertreter des Ökumenischen Rates der
Kirchen. Wir sind für diesen Besuch um so dankbarer, als wir uns mit unserem
Volk nicht nur in einer großen Gemeinschaft der Leiden wissen, sondern auch
in einer Solidarität der Schuld. Mit großem Schmerz sagen wir:
Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden.
Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir jetzt im Namen
der ganzen Kirche aus: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu
Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen
Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns
an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher
geglaubt und nicht brennender geliebt haben.
Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden. Gegründet auf
die Heilige Schrift, mit ganzem Ernst ausgerichtet auf den alleinigen Herrn
der Kirche, gehen sie daran, sich von glaubensfremden Einflüssen zu reinigen
und sich selber zu ordnen. Wir hoffen zu dem Gott der Gnade und
Barmherzigkeit, dass er unsere Kirchen als sein Werkzeug brauchen und ihnen
Vollmacht geben wird, sein Wort zu verkündigen und seinem Willen Gehorsam zu
schaffen bei uns selbst und bei unserem ganzen Volk.
Dass wir uns bei diesem neuen Anfang mit den anderen Kirchen der
ökumenischen Gemeinschaft herzlich verbunden wissen dürfen, erfüllt uns mit
tiefer Freude.
Wir hoffen zu Gott, dass durch den gemeinsamen Dienst der Kirchen, dem Geist
der Gewalt und der Vergeltung, der heute von neuem mächtig werden will, in
aller Welt gesteuert werde und der Geist des Friedens und der Liebe zur
Herrschaft komme, in dem allein die gequälte Menschheit Genesung finden
kann.
So bitten wir in einer Stunde, in der die ganze Welt einen neuen Anfang
braucht:
Veni, creator spiritus!" Stuttgarter Schuldbekenntnis d. Evangelische Kirche in Deutschland
(19. Oktober 1945, Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in
Deutschland gegenüber den Vertretern des Ökumenischen Rates der Kirchen,
EKD-Ratsmitglieder: Hans Christian Asmussen, Otto Dibelius u. Martin
Niemöller, weitere Unterzeichner: D. Theophil Wurm, Hans Meiser, Heinrich
Held, Dr. Johannes Lilje, Hugo Hahn, Wilhelm Niesel, Dr. Rudolf Smend, Dr.
Gustav Heinemann, http://de.wikipedia.org/wiki/ Stuttgarter_Schuldbekenntnis,
Stand Mai 2011)
5 "Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch
verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. 6 Wenn wir
sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis,
so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. 7 Wenn wir aber im Licht wandeln,
wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut
Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. 8 Wenn wir sagen, wir
haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in
uns.
9 Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht,
dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. 10
Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und
sein Wort ist nicht in uns."
"Auch das
Erzählen eines Witzes konnte tödlich sein, wie der Fall des Priesters Joseph
Müller aus Groß-Düngen (bei Hildesheim) belegt, der die Geschichte vorn
sterbenden Soldaten zum Besten gegeben hatte.
Dieser Soldat bat
darum, ihm die Bilder derer zu bringen, derentwegen er sterben müsse. Rechts
und links neben seinen Kopf stellte man Photographien von Hitler und
Reichsmarschall Hermann Göring, woraufhin der Soldat sagte: »Jetzt sterbe
ich wie Jesus Christus zwischen zwei Verbrechern.«
Pfarrer Müller
wurde am 11. September 1944 wegen »Wehrkraftzersetzung« auf dem Schafott
hingerichtet."
Prof. Dr. Manfred
Eder (19. April 2007, Kirchengeschichte: 2000 Jahre im Überblick,
Patmos, S. 206)
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