Diskussion: Kirche und Abtreibung


Beiträge zum Thema christlicher Fundamentalismus

 

 

 

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Hinweis in eigener Sache: Die vielstimmigen Diskussionsbeiträge und Zitate dieser Website geben nicht notwendig unsere eigene Meinung wieder.

Die nachstehende "Textlandschaft" aus Textfragmenten und Zitaten stellt den Versuch dar, zumindest exemplarisch Teilbereiche der aktuellen Fundamentalismusdebatte abzubilden. Wobei der Einstieg gelegentlich "bibelkritisch" aufgebaut ist und im Wechsel mit "bibeltreuen" Textfragmenten (manchmal erst im unteren Abschnitt) eine Art "Debatte" abbildet.
Fundamentalismusdebatte.de ist keine "bibeltreue" Webseite, sondern stellt "bibelkritische" und "bibeltreue" Inhalte unkommentiert nebeneinander. Ein bibeltreues Projekt findest Du in der Bibel. ツ

Ein weites Feld für Missverständnisse in der Fundi-Debatte kann übrigens darin bestehen, dass unter dem Wort "Gott" ganz Unterschiedliches verstanden wird. Das reicht von "Gott als (gemeinsame) Idee" (eine Idee kann sich auf Menschen bzw. eine Gemeinschaft auswirken, aber z.B. keine Naturgesetze durchbrechen oder selbst etwas sagen bzw. tun) bis zu "Gott als Person" (wenn Gott Gott ist, dann ist Ihm nichts unmöglich) und allem dazwischen.
Dieser Unterschied, von welchem Ausgangspunkt in der Fundi-Debatte argumentiert wird und was der Autor jeweils unter dem Wort "Gott" versteht, kann in der Kürze der Beiträge nicht dargestellt werden.

Über uns: Wir selbst glauben an einen persönlichen Gott, der sich in Jesus Christus und durch den Heiligen Geist geoffenbart hat und das noch immer tut. Wir respektieren Menschen, die das anders sehen oder etwas anderes glauben.

 

Dr. Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der EKD (2013)

 


"Nach mehrfachen Debatten hat sich das Domkirchenkollegium gegen eine Abschlussfeier der Aktion „Marsch für das Leben“ am Samstag, den 21.9.2013 im Berliner Dom entschieden.

„Wir sehen es als höchst problematisch an, die ausgesprochen sensiblen und komplexen Themen menschlicher Existenz - wie zum Beispiel einen Schwangerschaftsabbruch oder die Präimplantationsdiagnostik - zum Gegenstand einer Aktion mit dem Namen „Marsch für das Leben“ zu machen“, so die Vorsitzende des Domkirchenkollegiums Dr. Irmgard Schwaetzer [Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland].

Presse-Mitteilung Berliner Dom (September 2013, Entscheidung gegen „Marsch für das Leben“, www.berlinerdom.de)

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"Nach der Diskussion in der katholischen Kirche sieht sich auch die Schwangerschaftskonfliktberatung in der evangelischen Kirche Anfragen ausgesetzt, auf die eine verlässliche Antwort erwartet wird."

Präses Manfred Kock (2001, Theologe, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland von 1997 bis 2003, Ratsvorsitzender der EKD von 1997 bis 2003, www.ekir.de/ekir/images/mit_der_frau_broschuere.pdf)

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"K ö l n (idea) - Käßmann [Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD]:

"Schwangere notfalls zur Abtreibung begleiten"

"Frauen im Schwangerschaftskonflikt müssen kirchlicherseits vielfältige Lösungen angeboten bekommen - von der Adoption über die Wohnhilfe bis hin zur Begleitung auf dem Weg zur Abtreibung.

Das hat die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann am 7. Juni auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln gefordert. Sie sei zwar gegen Abtreibungen, doch schockiere sie bei Kritikern des Schwangerschaftsabbruchs, „wie schnell da der Stein geworfen wird, ohne je zu erahnen, was in einer Frau vorgeht“."

idea / Bischöfin Dr. Margot Käßmann (07. Juni 2007, Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin der Ev.-Lutherischen Landeskirche Hannover, Deutscher Evangelischer Kirchentag in Köln, www.idea.de)

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"Wenn zwei Menschen gemeinsam ein Kind zeugen, dann sind sie für immer miteinander vereint.

Die Züge der beiden sind auf ewig im Gesicht des Kindes verbunden - selbst wenn die beiden als Einzelpersonen es äußerlich und innerlich nicht mehr sind, sondern längst getrennt Wege gehen."

Petra  (17. Juni 2007, Vereint und zerbrochen, Wien - Österreich, "Lumen de Lumine")

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"Die Lügenpropheten erklären uns, offene Beziehungen gehörten zu einer modernen Welt. Aber solange ein Mensch einen Menschen liebt, ihn ehrlich liebt, wird er danach trachten, dass diese Liebe fortdauert. „Doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit!“ hat Friedrich Nietzsche gesagt. Lasst euch nicht um die Wahrheit betrügen!

Und wenn dann die Liebe zweier Menschen selbst Mensch wird, wenn ein Kind entsteht? Dann flüstert uns der moderne Scheinprophet ein, in der heutigen Zeit müsse man dieses Kind erst gegen eventuell verpasste berufliche und soziale Chancen abwägen. Senkt sich die Waage zu Ungunsten des Kindes, dann bleibt ja immer noch – so heuchelt man uns vor – die Abtreibung.

Nein: Die Tötung eines ungeborenen Kindes ist nie und nimmer eine Form der Familienplanung, die vor Gottes Augen bestehen kann!

Im Übrigen stirbt mit dem Kind immer auch ein Stück der mütterlichen Seele. Denn die Mutter ist der Ort, wo Gott dem Menschen die Seele geschenkt hat. Lasst euch nicht um die Wahrheit betrügen!"

Kölner Erzbischof Kardinal Dr. Joachim Meisner (08.06.2007, Dialogbibelarbeit von Präses Nikolaus Schneider und Joachim Kardinal Meisner beim 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln, Manuskript der gemeinsamen Bibelarbeit: Pressemitteilung Nr. 119 / 2007, https://www.ekir.de/ekir/233_44938.php)

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"Nicht nur im Reagenzglas, auch im Mutterleib ist der Embryo dann nur noch ein Ding. Dem zu widerstehen, ist eine gemeinsame Aufgabe. Sie bezieht sich auf die Regeln für den Umgang mit künstlich erzeugten Embryonen genauso wie für den Umgang mit Schwangerschaftskonflikten.

Im einen wie im andern Fall muss bewusst sein, dass schon der Embryo nicht ein "etwas" ist, sondern sich auf dem Weg befindet, ein "jemand" zu werden.

Im einen wie im andern Fall können wir nicht beliebig über ihn verfügen; vielmehr ist er als werdendes menschliches Leben unserer besonderen Fürsorge anvertraut. Im einen wie im andern Fall kann eine Beendigung dieses Lebens nur aus sehr schwerwiegenden Gründen in Betracht kommen. Noch so gute Gründe werden nichts daran ändern, dass diese Lebensbeendigung mit Schuld verbunden ist."

Bischof Dr. Wolfgang Huber (18. September 2000, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Festveranstaltung des Evangelischen Zentralinstituts für Familienberatung, In Konflikten einen Weg finden - Beratung im Feld von Ehe, Familie, Schwangerschaft als Aufgabe der Kirche, www.ekd.de/vortraege/huber-v4.html)

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"Die Tötung der Frucht im Mutterleib ist Verletzung des dem werdenden Leben von Gott verliehenen Lebensrechtes. Die Erörterung der Frage, ob es sich hier schon um einen Menschen handele oder nicht, verwirrt nur die einfache Tatsache, dass Gott hier jedenfalls einen Menschen schaffen wollte und dass diesem werdenden Menschen vorsätzlich das Leben genommen worden ist. Das aber ist nichts anderes als Mord. […]

Dass die Motive, die zu einer derartigen Tat führen, sehr verschieden sind, ja dass dort, wo es sich um eine Tat der Verzweiflung in höchster menschlicher und wirtschaftlicher Verlassenheit und Not handelt, die Schuld oft mehr auf die Gemeinschaft als auf den Einzelnen fällt, dass schließlich gerade in diesem Punkt Geld sehr viel Leichtfertigkeit zu vertuschen vermag, während gerade bei dem Armen auch die schwer abgerungene Tat leichter ans Licht kommt, dies alles berührt unzweifelhaft das persönliche und seelsorgerliche Verhalten gegenüber dem Betroffenen ganz entscheidend, es vermag aber an dem Tatbestand des Mordes nichts zu ändern."

Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer (1943, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Ethik, Dietrich Bonhoeffer Werke (DBW): Werke, 17 Bde. u. 2 Erg.-Bde., Bd.6, Ethik: Bd. 6, 2. Aufl. 1998 [Erstauflage 1949], ISBN-13: 978-3579018768)

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"In der Vergangenheit wurden auch Missbildungen und Behinderungen des Neugeborenen als Zeichen für das Vorliegen eines Wechselbalges fehlgedeutet. Wechselkinder wurden oft nicht als menschliche Wesen angesehen und ihre Tötung wurde deswegen nicht unbedingt als ein Verstoß gegen das offizielle Verbot der Kindstötung angesehen.

Selbst eine Autorität wie Martin Luther [1483 - 1546, Reformator] glaubte an Wechsel-bälger. Er hielt sie für Kinder des Teufels ohne eine menschliche Seele, die "nur ein Stück Fleisch" seien und deren Tötung er zum Beispiel in einem Fall empfahl [Quellen siehe https://de.wikipedia.org/ wiki/Wechselbalg].

(https://de.wikipedia.org/wiki/Wechselbalg, Stand Oktober 2009)

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"Was wäre, wenn ich Euch sagen würde, dass jemand anderes darüber bestimmen würde, ob Du lebst oder stirbst? Und das völlig unabhängig davon, was Du bisher getan hast oder in Zukunft tun würdest?"

Lia (21.02.09, 12 Jahre alte Schülerin aus Toronto, Kanada, Abtreibungskritisches Video erregt Aufsehen, www.idea.de, www.youtube.com)

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"Abtreibung stoppt ein schlagendes Herz!"

(Monday, Aug. 19, 1991, https://www.time.com/time, "Abortion stops a beating heart")

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"Du sollst nicht töten!"

 2. MOSE 20. Kapitel, 13

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"Mit Gewalt kann man viele Probleme lösen. Das Problem ist nur, dass man dadurch noch mehr neue schafft."

Ernst Ferstl (*1955, Dichter und Aphoristiker, Hauptschullehrer in Krumbach Österreich, Zitatsammlung: https://de.wikiquote.org/wiki/Ernst_Ferstl)

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"Der gefährlichste Ort für Kinder bleibt auch für 2005 der Mutterleib, der Ort, der eigentlich der geborgenste und sicherste sein sollte."

Monika Hoffmann (10. März 2006)

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"13. Woche bis zur Geburt"

"Das Kind hat seine - durch Abtreibung bedingt - gefährlichste Zeit in seinem Leben überstanden (falls eine Behinderung ausgeschlossen werden kann). [siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Fristenregelung]

Für den Menschen ist der Mutterleib einer der gefährlichsten Orte in seinem Leben geworden ist. Fast nirgends ist der Mensch schutz- und wehrloser als an diesem Ort (in Berlin wurde im Jahr 2000 fast jedes 3. ungeborene Kind abgetrieben)." [Der Anteil der Abtreibungen an den Lebendgeburten beträgt im Bundesdurchnitt für das Jahr 2005: 18,1 %. „Aktion Lebensrecht für Alle“ ALfA, 2007]

Michael Hornung (2007, https://www.pro-leben.de/abtr/entwicklung4.php)

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"Die Fristenregelung [siehe oben] mit Beratungspflicht bleibt unter den gegebenen Umständen der Rahmen dafür, wie ein Schwangerschaftskonflikt lebensfördernd wahrgenommen und ausgetragen werden kann."

Bischof Dr. Wolfgang Huber (18. September 2000, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Festveranstaltung des Evangelischen Zentralinstituts für Familienberatung, In Konflikten einen Weg finden - Beratung im Feld von Ehe, Familie, Schwangerschaft als Aufgabe der Kirche, www.ekd.de/vortraege/huber-v4.html)

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"In Berlin gibt es sieben Einrichtungen der evangelischen Kirche, die den für einen Schwangerschafts-abbruch gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsschein ausstellen"

Der Tagesspiegel (23.01.2001, Berlin)

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"Pro Tag werden in Deutschland zwölf Schulklassen abgetrieben"

"Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichte am Montag die Abtreibungszahlen für das 2. Quartal 2005." [...] "Dem Amt wurden für die Monate, April, Mai und Juni insgesamt rund 32.000 vorgeburtliche Kindstötungen gemeldet."

www.kath.net (12. September 2005)

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"Das Statistische Bundesamt errichtet mit seinem regelmäßigen Quartalsbericht gewissermaßen ein verbales Mahnmal für die Opfer von Abtreibungen"

Mechthild Löhr (8.12.05, https://www.destatis.de/basis/d/gesu/gesutab16.php)

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"Die getöteten ungeborenen Kinder dürfen nicht auch noch totgeschwiegen werden."

Dr. Ludwig Schick (22. März 2007, Theologe, Erzbischof von Bamberg, Die 'Scheinlösung' ist eine 'Schein'–Lösung, https://www.kath.net)

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"Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland 2006
Insgesamt 119 710 [Jahr 2006]

1)  Medizinische Indikation [Behinderung des Kindes, Gefahr für die Psyche oder das Leben der Mutter]
     3 046 

2)  Kriminologische Indikation [Vergewaltigung]
     28 

3)  Beratungsregelung [ohne Indikation] [Nachweis eines Beratungsscheins, Konfliktberatung]
     116 636 

Statistische Bundesamt Wiesbaden (14. März 2007, https://www.destatis.de)

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"Andrea Bocelli ... berichtet ..., dass Ärzte seiner Mutter empfohlen hätten, ihn abzutreiben. Der blinde Opernsänger ist verständlicherweise froh, dass ihn seine Mutter austragen wollte.

"Vielleicht bin ich voreingenommen, aber ich kann sagen, dass es die richtige Entscheidung war." (Andrea Bocelli) [...]

Er sieht sich weniger als Gegner der Abtreibung, sondern viel mehr als Befürworter des Lebens. "Ich kämpfe nicht nur gegen etwas, ich kämpfe für etwas - und ich bin für das Leben", erklärte er in einem Interview mit der italienischen Zeitung "Il Foglio".
Als Grundlage dieser Einstellung nennt er seinen katholischen Glauben. [...] Andrea Bocelli wurde 1958 geboren und hat bisher etwa 70 Millionen Alben verkauft."

Medienmagazin pro (25.06.2010, Video: Ärzte wollten Bocelli abtreiben, mwww.pro-medienmagazin.de)

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Andrea Bocelli (Italienischer Sänger)

 


"Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat den Wunsch des Papstes, keine Beratungsscheine mehr auszustellen, als "zentralistisch und beunruhigend" kritisiert.

Es sei eine "verkürzte Betrachtung", die Frage nach der Mitschuld an der Tötung ungeborenen Lebens an der Ausstellung der Beratungsscheine festzumachen, sagte der Vorsitzende des EKD-Rates Manfred Kock [Ratsvorsitzender der EKD von 1997 bis 2003].

Er betonte zugleich ausdrücklich, dass die evangelische Kirche nicht aus der gesetzlichen Schwanger-schaftsberatung aussteigen werde: "Sie ist erwiesenermaßen eine unersetzliche Gelegenheit, die Chancen für die Austragung eines zunächst ungewollten Kindes zu verbessern."

Ärzte Zeitung (28.01.1998, www.aerztezeitung.de)

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"Wer für sich in Anspruch nimmt, dass er durch die Beratung, bei der der vom Gesetz ... erforderlichen Schein [Beratungsschein] ausgestellt wird, ‚Leben’ rettet, der muss auch eingestehen, dass durch diese Scheine ungeborene Kinder getötet werden.

Dr. Ludwig Schick (22. März 2007, Theologe, Erzbischof von Bamberg, Die 'Scheinlösung' ist eine 'Schein'–Lösung, www.kath.net)

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"Mit der Ausgabe des Scheins wird faktisch die Tötung des ungeborenen Lebens freigegeben."

Prof. Dr. Dr. Rainer Mayer (12. August 2010, Evangelischer Theologe, Universität Mannheim, Studientag der württembergischen Pfarrer-Arbeitsgemeinschaft „Confessio“ in Stuttgart, www.idea.de, www.confessio-wue.de)

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"Nach der im Jahr 1995 beschlossenen Neuregelung des Abtreibungsrechts bleibt ein Schwangerschaftsabbruch in den ersten zwölf Wochen dann straffrei, wenn die Frau nachweist, dass sie eine Beratung wahrgenommen hat. [...]

Der Fuldaer Erzbischof Johannes Dyba dagegen betrachtet den Schein als "Lizenz zum Töten". Eine Ansicht, die offenbar vom Papst geteilt wird.

In seinem Schreiben "bittet" er höflich, aber mit deutlichen Worten darum, dass ein Beratungsschein "in den kirchlichen oder der Kirche zugeordneten Beratungsstellen nicht mehr ausgestellt wird". Der Papst begründet dies damit, dass der Schein die Kirche "in die Tötung unschuldiger Kinder verwickelt und ihren unbedingten Widerspruch gegen die Abtreibung weniger glaubwürdig macht"."

Deutsches Ärzteblatt (6. Februar 1998, Der Papstbrief: Balanceakt der Bischöfe, Dtsch Arztebl 1998; 95[6], www.aerzteblatt.de)

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"Die Ausstellung des Beratungsscheines im Kontext der Schwangerschaftskonfliktberatung bedeutet keine formelle Mitwirkung an einer Abtreibung" [...]

"Der Beratungsschein kann nicht als "Lizenz zum Töten" verstanden werden, denn das derzeit geltende Recht erlaubt Abtreibung nur bei medizinischer und kriminologischer Indikation, in allen anderen Fällen handelt es sich auch rechtlich gesehen um eine unerlaubte Abtreibung, die aber unter bestimmten Bedingungen straffrei bleibt." ["Neufassung des Paragrafen 218" [...] "Ein Schwangerschaftsabbruch ist rechtswidrig, bleibt aber straffrei, wenn er innerhalb der ersten drei Monate und nach einer Konfliktberatung (Beratungsschein) durchgeführt wird." vgl. https://www.bundestag.de]

"Im Schreiben des Papstes, Johannes Pauls II., vom 11. Januar 1998, an die Deutschen Bischöfe wird der Vorwurf der formellen Mitwirkung durch die Ausstellung des Beratungsscheins nicht erhoben. Wäre das der Fall, müsste sich die Kirche unverzüglich mit ihren Beratungsstellen aus der staatlich regelten Schwangerschaftskonfliktberatung zurückziehen."

Prof. Dr. theol. Josef Schuster (1998, Phil.-Theol. Hochschule St. Georgen Frankfurt, StZ 216, 545-549)

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"Fakt ist, in dem Moment, in dem der Schein [Beratungsschein] ausgestellt wird, wird ein ungeborenes Kind für eine bestimmte Frist zum Töten freigegeben. [https://de.wikipedia.org/wiki/Fristenregelung]

Mariele Glaser (8.12.1999, Geschenk des Lebens, Kath. Laieninitiative)

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"Auch wenn das Beratungsgespräch neue Perspektiven eröffnete, kann nicht ausgeschlossen werden, dass am Ende doch die Entscheidung zum Abbruch steht. […]

In der ergebnisoffenen Beratung spiegelt sich die Achtung der Gewissensentscheidung der Frauen in der Verantwortung vor sich selber, dem Kind, den Familien und letztlich vor Gott wider [...] Ich begleite diese Arbeit mit großem Interesse und mit herzlichen Segenswünschen."

Bischof Dr. Wolfgang Huber (18. September 2000, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Festveranstaltung des Evangelischen Zentralinstituts für Familienberatung, In Konflikten einen Weg finden - Beratung im Feld von Ehe, Familie, Schwangerschaft als Aufgabe der Kirche, www.ekd.de/vortraege/huber-v4.html)

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"Die Tötung eines ungeborenen Kindes ist nie und nimmer eine Form der Familienplanung, die vor Gottes Augen bestehen kann! [...] Lasst euch nicht um die Wahrheit betrügen!"

Kölner Erzbischof Kardinal Dr. Joachim Meisner (08.06.2007, Dialogbibelarbeit von Präses Nikolaus Schneider und Joachim Kardinal Meisner beim 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln, Manuskript der gemeinsamen Bibelarbeit: Pressemitteilung Nr. 119 / 2007, www.ekir.de)

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Tim überlebte 1997 seine Abtreibung (6. Juli 2010, Nordwest-Zeitung, www.nwzonline.de)


 

"Dieses Kind war geboren worden, um zu sterben. Doch Tim gab nicht auf: Als sein Körper schon auf 28 Grad abgekühlt war, schnappte er noch nach Luft."

DER SPIEGEL (25.03.2010, Spätabtreibung. Das Geschenk eines Lebens, www.spiegel.de)

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"Tim überlebte seine Abtreibung.** Deswegen legte man ihn unversorgt beiseite. So sieht es der ... vorgesehene Verlauf bei Spätabtreibungen vor *. Tim wollte aber nicht sterben. Erst nach neun Stunden erbarmten sich die Ärzte."

Simone Guido (2005, Interview mit Tims Pflegemutter)

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* Nur solange das Kind noch im Mutterleib ist, darf es aktiv getötet werden - sobald es den Mutterleib verlassen hat, besitzt es theoretisch Menschenrechte. Überlebt ein Säugling zunächst seine Abtreibung warten die Ärzte de facto ab, bis das Kind durch Unterkühlung und/oder Dehydrierung (Austrocknung) stirbt.

"Darauf, in den Arm genommen oder in eine Decke gewickelt zu werden, warten diese Kinder vergeblich."

(online Forum, Stand Dezember 2006)

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** "1997 war es noch nicht üblich, bei Kindern, die an der Grenze zur Lebensfähigkeit oder darüber hinaus abgetrieben werden sollen, vor der Geburtseinleitung präventiv einen Herzstillstand durch eine Kaliumchlorid-Injektion herbeizuführen. [...] Tim ... kam nach der künstlichen Einleitung mit Prostaglandin unter der Aufsicht eines Assistenzarztes der gynäkologischen-geburtshilflichen Station lebend mit einem Gewicht von 690 g bei einer Größe von 32 cm zur Welt.
Da das Ziel des Eingriffs der Tod des Kindes war, wurde das Frühgeborene rund zehn Stunden (Quelle: Focus 52 / 1997) ohne medizinische Versorgung belassen. Erst als deutlich wurde, dass der Junge nicht sterben würde, bekam er ärztliche Hilfe. Zu diesem Zeitpunkt war seine Körpertemperatur bereits auf 28° C gesunken."

(https://de.wikipedia.org/wiki/Oldenburger_Baby, Stand 2007)

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"Bei 30 Prozent der Abtreibungen nach der 20. Schwangerschaftswoche überlebt der Fötus nach Angaben des hannoverschen Gynäkologen Christian Albring den Eingriff." [...]

"Vertreter der deutschen Ärzteschaft hatten gefordert, dass Abbrüche nur in einem Stadium erlaubt sein sollten, in dem der Fötus außerhalb des Mutterleibs noch nicht lebensfähig ist. Nach der zwanzigsten Woche sollten Abtreibungen gänzlich verboten werden, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Carsten Vilmar."

Stuttgarter Zeitung (07.01.1998)

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"Eine Frau, die in der 16. Woche schon einen Abbruch durchführt, wird eher kein lebendes Kind zur Welt bringen, während eine Frau in der 24. Woche doch eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit hat, dass das Kind lebend zur Welt kommt."

Dr. med. Christian Albring (21.5.1999, Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte in Niedersachsen, Deutsches Ärzteblatt 96, Heft 20 Seite A-1332)

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"Mindestens 200 Kinder werden jährlich abgetrieben, die älter und reifer sind als viele Frühchen, für deren Leben die Ärzte alle medizinische Kunst einsetzen!"

(https://www.tim-lebt.de, Stand 2007)

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"Inzwischen können wir Frühgeborene mit 400 Gramm retten, und im Raum nebenan wird ein Kind mit 600 Gramm getötet"

Prof. Dr. Joachim Dudenhausen (25. Mai 2007, Direktor der drei Geburtskliniken der Charité Berlin, Berliner Zeitung)

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"Die Spätabtreibung behinderter Kinder ist eine der grausamsten Auswüchse der modernen Medizin."

Dr. med. Peter Liese (21.5.1999, Deutsches Ärzteblatt 96, Heft 20 Seite A-1332)

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"Die Tötung des eigenen Kindes ist nicht die Lösung, sondern der Anfang vieler Probleme."

Thomas Schührer (9.10.07, Mit 1.000 Paar Kinderschuhen gegen Abtreibung, www.idea.de)

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"In Deutschland machen sich wenige Christen ein Bild davon, wie extrem das Fötenmorden in den USA betrieben wird, seit es vor genau 40 Jahren zugelassen wurde. Über 57 Millionen Menschenleben im Mutterleib sind bisher ausgelöscht worden – oft nur kurz vor ihrer Geburt, manchmal auch danach, wie wir heute von einem Mordprozess wissen, den die ethisch verluderten US-Medien aus ideologischen Gründen weitgehend ignorierten.

Dr. Kermit Gosnell aus Philadelphia wurde des Mordes an drei Kindern schuldig befunden, denen er mit einer Schere die Wirbelsäule durchtrennt hatte. In der Beweisaufnahme kam heraus, dass er und seine Mitarbeiter Hunderte von Babys auf diese Weise getötet und weitere 16.000 in der Endphase der Schwangerschaft abgetrieben hatten. In Gosnells Klinik wurden allenthalben Teile von Kinderleichen gefunden, eine in der Klosettschüssel und eine andere neben den Butterbroten des Personals im Kühlschrank.

Dies ist ein schauerlich präzises Porträt der Kultur des Todes, die Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika „Evangelium Vitae“ (Evangelium des Lebens) 1995 angeprangert hatte."

Dr. Uwe Siemon-Netto (12. Juni 2013, Theologe, Gastkommentar ideaSpektrum 24.2013, S. 3)

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Dr. Dr. h.c. Hermann Barth, 2006 - 2010 Kirchenamtspräsident d. EKD, 2010

 


"Die Praxis der Spätabbrüche ist nicht hinnehmbar [...]

Was trennt uns in diesen Fällen ethisch noch von der Tötung eines Kindes, bei dem Behinderungen oder gesundheitliche Schäden erst mit der Geburt festgestellt werden?"

Dr. Dr. h.c. Hermann Barth (31. Mai 2007, 2006 - 2010 Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche Deutschlands EKD, Podiumsgespräch in Hannover)

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"Babys seien noch keine „wirklichen Personen“, sondern nur „mögliche Personen“, argumentieren Alberto Giubilini und Francesca Minerva im Fachmagazin „Journal of Medical Ethics“. Mütter und Väter sollen deshalb das Recht haben, ihren wenige Tage alten Säugling töten zu lassen, finden die Forscher. […]

Die Autoren setzen Neugeborene und Föten gleich, da beiden „noch die Fähigkeiten fehlen, die ein moralisches Recht auf Leben rechtfertigen.“ Ein Baby habe genau wie ein Fötus noch keinen „moralischen Status als Person“. Deshalb sei das Töten eines Babys auch nichts anderes als eine Abtreibung im Mutterleib. „Sind die Umstände nach der Geburt so, dass sie eine Abtreibung gerechtfertigt hätten, dann sollte die Abtreibung auch nach der Geburt noch möglich sein“, sagen die Wissenschaftler.

Guibilini und Minerva fordern, dass Eltern das Leben ihres Babys beenden lassen dürfen, wenn sie sich überfordert fühlen und „wirtschaftliche, soziale oder psychologische Umstände“ es ihnen unmöglichen machen, sich um ihr Kind zu kümmern. „Ein Kind zu haben, kann für manche Frauen eine unerträgliche psychische Belastung bedeuten.“ Beispielsweise wenn der Partner die werdende Mutter in der Schwangerschaft verlasse oder sich nach der Geburt herausstelle, dass das Baby behindert ist.

Das Down-Syndrom etwa werde nur in 64 Prozent der Fälle pränatal diagnostiziert. „Wird die Behinderung nicht erkannt, haben Eltern keine andere Wahl als das Baby zu behalten, obwohl sie das vielleicht nicht gemacht hätten, wenn sie von der Behinderung gewusst hätten“, sagen Guibilini und Minerva. „Die Erziehung eines Kindes mit Down-Syndrom kann für die Familien und die Gesellschaft belastend sein.“ Vor allem finanzielle Probleme würden dabei eine Rolle spielen."

FOCUS (2. März 2012, Forscher fordern Tötung von Neugeborenen, www.focus.de)

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Dr. Francesca Minerva, Uni Melbourne u. Oxford University

 


"Ihr Kinderlein, kommet. Alle." [taz]

"Haben wir nicht Nikita seit neun Monaten bei uns? Zuerst als dunklen Punkt auf dem Ultraschallbild, dann mit Händen und Füßen? Haben wir uns nicht gefreut, als die Wehen einsetzten? Ist das nicht ein unglaublicher Moment, wenn ein Kind auf die Welt kommt? Heulen nicht alle Eltern, vor Schmerz, vor Glück und vor Dankbarkeit?

Und jetzt schleicht sich ein Arzt wie ein Dämon herein und verkündet: Sie haben einen behinderten Sohn. […]
Was wäre gewesen, wenn sie uns bei der Feindiagnostik eröffnet hätten, es gebe da einen Verdacht? Die zweite Hälfte der Schwangerschaft wäre zur Hölle geworden. Hätte es sie überhaupt noch gegeben? Trisomie ist ein Grund für Spätabtreibungen. Vermutlich hätten uns die Ärzte dazu geraten. Schätzungsweise neun von zehn Feten, bei denen Trisomie diagnostiziert wird, werden abgetrieben. […]

Abtreibung kam für uns nicht infrage, das war unsere Überzeugung - schon vor dem ersten Kind. Hätten wir uns dennoch überreden lassen? Weil es auf Unverständnis gestoßen wäre, wenn wir diese Möglichkeit nicht wahrgenommen hätten? Weil wir die Belastung gefürchtet hätten? Die Blicke? Weil es das Beste gewesen wäre? Auch für das Kind? [...]

Gibt es ein Anrecht auf ein "normales" Kind? Gibt es nicht. Es gibt auch kein Anrecht auf ein 80 Jahre währendes Leben, nicht einmal auf Sonnenschein im Urlaub. […]

Am Morgen des dritten Advents liegt Nikita zwischen uns im Bett. Seine Maurerhändchen wandern über mein Gesicht. Er lacht. Warum? Weil er seit einem halben Jahr bei uns ist. Nicht er ist unser Wunschkind - wir sind seine Wunscheltern. […]

"Was du den Weisen und Klugen verborgen hast, den Unverständigen hast du es offenbart." Dieser Satz aus dem Matthäus-Evangelium soll sein Taufspruch werden. […]

Er ist unser Held. Wir lieben ihn, wie man ein Menschenkind nur lieben kann."

Dipl.-Theol. Thomas Gerlach (23.12.2009, Journalist u. Redakteur, taz-Schwerpunktredakteur, Ein Vater über sein Kind mit Downsyndrom, Ihr Kinderlein, kommet. Alle. www.taz.de)

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"Ich habe meine Abtreibung überlebt"

"Dass weltweit nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr 42 Millionen Kinder abgetrieben werden, darf Christen deshalb nicht egal sein.

Eine besonders schlimme Form der Abtreibung ist die Spätabtreibung, bei der Babys getötet werden, die bereits lebensfähig sind. Doch immer wieder überleben Kinder diese mörderische Prozedur, so wie die US-amerikanische Sängerin Gianna Jessen. Die heute 31-Jährige erfuhr genau vor 19 Jahren - am Heiligabend 1989 - dass sie eigentlich gar nicht leben sollte. Seitdem engagiert sich die bekennende Christin weltweit mit Vorträgen gegen Abtreibung.

Ihre leibliche Mutter war 17, als sie sich 1977 dazu entschied, ihr Kind im 8. Monat abtreiben zu lassen. Sie fühlte sich noch zu jung. Ein Baby würde da nur stören. In einer Klinik in Los Angeles wurde der jungen Frau eine Salzlösung in die Gebärmutter injiziert. Dazu wurde die Fruchtblase punktiert, das Fruchtwasser abgepumpt und stattdessen die tödliche Lösung eingespritzt. Diese bewirkt, dass das Baby von innen und außen verätzt wird und es nach spätestens 24 Stunden zu einer Totgeburt kommt.

Doch wie durch ein Wunder kam Gianna lebendig zur Welt - mit schweren Verletzungen. Was ihr das Leben gleich noch mal rettet, ist, dass der behandelnde Arzt gerade eine Pause macht. Denn normalerweise wird das Kind in solchen Fällen stranguliert oder einfach liegen gelassen, bis es qualvoll stirbt.
Doch eine Krankenschwester ruft einen Krankenwagen, der die kleine Gianna in ein nahe gelegenes Kinderkrankenhaus bringt. Makaber: Ihre Geburtsurkunde unterschreibt der Abtreibungsarzt.

Die Kinderärzte retten zwar ihr Leben, sind aber - was ihre Zukunft betrifft - wenig zuversichtlich. Gianna wird schwerstbehindert sein - wahrscheinlich wird sie blind sein, nie ihren Kopf heben können, sich nicht eigenständig bewegen, geschweige denn gehen können. Aufgrund des Sauerstoffmangels im Mutterleib erwarten sie schwerste Lähmungen, die eine normale Körpermotorik unmöglich machen.

Doch es kommt anders: Gianna kommt zu Pflegeeltern, die sich liebevoll um sie kümmern. Mit drei Jahren kann sie zunächst mit Hilfe von Gehschienen und Krücken laufen. Arme und Kopf kann sie normal bewegen.
Schon bald bleibt von all den befürchteten Behinderungen lediglich ein leichtes Hinken; heute nimmt Gianna sogar an Marathonläufen teil. Als Gianna ihre Pflegemutter Weihnachten 1989 fragt, warum sie nicht so laufen kann wie andere Kinder, erzählt diese ihr die schreckliche Geschichte.

„Es mag nicht Gottes Wille sein, dich vollständig zu heilen, aber er möchte mit deiner Hilfe andere Menschen erreichen", erklärt sie ihr. Schon bald engagiert sich das junge Mädchen gegen, Abtreibungen. In Talkshows und öffentlichen Vorträgen erzählt sie ihre Geschichte und setzt sich für ein Verbot von Spätabtreibungen ein.

Bei einem dieser Vorträge vor zwei Jahren begegnete sie zum ersten Mal ihrer leiblichen Mutter. „Sie kam einfach auf mich zu und sagte: Ich bin deine Mutter", erinnert sich Gianna. „Ich sagte ihr, dass ich ihr vergeben habe. Aber das wollte sie nicht hören und ging einfach wieder."

Zunächst sei das sehr hart gewesen, von der leiblichen Mutter erneut abgewiesen zu werden, sagt Gianna. Aber Gottes Liebe habe ihr auch in diesem Moment Halt gegeben.
Aus ihrem Glauben an Jesus macht Gianna übrigens bei keinem ihrer Auftritte einen Hehl. Bei einem Vortrag in Australien vor mehreren hundert Zuhörern erklärte sie kürzlich: „Ich weiß, dass es heutzutage weithin als politisch unkorrekt gilt, in öffentlichen Räumen von Jesus zu sprechen. Aber es ist allein die Gnade Gottes, aus der wir alle leben.

Ich habe überlebt, damit ich von ihm erzählen kann."

ideaSpektrum (23.12.2008, Ich habe meine Abtreibung überlebt, ideaSpektrum Nr. 52/2008, S. 52)

Diskussion

 

Gianna Jessen überlebte ihre Abtreibung


 

"Fällt das Recht auf Abtreibung unter dem Druck der Kirchen? Die Spätabtreibung wird als Einfallstor zur Aufweichung des §218 benutzt.

Jüngst berieten die Fraktionschefs von CDU/CSU und SPD über eine gesetzliche Verschärfung der „Spätabtreibungen“. Mit wem? Mit den Bischöfen Lehmann [1987 - 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz] und Huber [2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD], denn die Spitzen der katholischen und evangelischen Kirchen sind Dialogpartner Nr. 1, wenn es um die selbstbestimmte Mutterschaft von Millionen Frauen geht.

In Amerika stehen christliche Fundamentalisten kurz davor, nach 33 Jahren das Recht auf Abtreibung wieder zu kippen. Ihr Einfallstor: Die Spätabtreibungen.

Auch in Deutschland mehren sich die Zeichen für einen Backlash. Die Bundesländer planen die Kürzung der Kostenübernahme für den Schwangerschaftsabbruch. Ein Pharmakonzern nimmt ein für den medikamentösen Abbruch notwendiges Medikament vom Markt. Die „Pille danach“ [Abtreibungspille Mifegyne, siehe unten] wird Mädchen und Frauen regelmäßig verweigert."

EMMA (November 2006, Dossier: Abtreibung, EMMA-Frauenverlags GmbH Köln, Herausgeberin und Geschäftsführerin Alice Schwarzer, https://www.emma.de/06_6_dossier_abtreibung.html)

Diskussion


"Mit Käßmann [Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD] folgt auf den intellektuellen Scharfdenker Huber eine warmherzige Menschenhüterin. […] Mit Katrin Göring-Eckardt (Grüne) als Synoden-Vorsitzende bildet sie [Bischöfin Dr. Margot Käßmann] eine neue weibliche Doppelspitze.

Dass sich in der evangelischen Kirche damit eine tief gehende Veränderung vorbereitet, lässt sich auch daran ablesen, dass Frauenrechtlerin Alice Schwarzer [Herausgeberin u. Geschäftsführerin v. EMMA, siehe oben] zu den ersten Gratulanten gehörte."

Hamburger Abendblatt (29. Oktober 2009, Margot Käßmann – die erste Frau an der Spitze der Kirche, www.abendblatt.de)

Diskussion


"Katholiken und Protestanten uneins über Abtreibungspille [Mifegyne]"

"Die Diskussion über die Abtreibungspille Mifegyne markiert den Gegensatz zwischen katholischer und evangelischer Kirche in einer gesellschaftlich brisanten Frage. Anders als die römisch-katholischen Bischöfe, die die Einführung dieses Präparats entschieden ablehnen, hat sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) von Anfang an differenziert geäußert." [...]

"Von der zur Bischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche von Hannover gewählten Theologin Margot Käßmann [Oktober 2009 - Februar 2010 Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland - EKD] wurde die Einführung der Abtreibungspille sogar begrüßt.

"Ich finde die Zulassung richtig", erklärte Käßmann in einem Interview des "Kölner Stadt-Anzeigers". Die körperliche Belastung für die Frauen werde bei einem Schwangerschaftsabbruch mit dem Präparat Mifegyne deutlich herabgesetzt." [...]

"Zwischen Katholiken und Protestanten gibt es in der Mifegyne-Frage nach Einschätzung des Pressesprechers im Sekretariat der Bischofskonferenz, Rudolf Hammer- Schmidt, "eindeutig eine Bruchstelle". In der Abtreibungsthematik sprächen beide großen Kirchen aber schon lange nicht mehr mit einer Stimme. Dies werde auch von Protestanten, die die katholische Position begrüßten, bedauert."

DIE WELT (8. Juli 1999, Katholiken und Protestanten uneins über Abtreibungspille)

Diskussion


"Mifegyne [Abtreibungspille RU 486] aus der Sicht des Kindes"

"Wird das Kind mit der Saugpumpe getötet, so dauern seine Todesschrecken ... einige Minuten. Unter RU486/Mifegyne währt die Agonie des Kindes viele ... Stunden, in denen es langsam verhungert, verdurstet und erstickt. 48 Stunden nach Anwendung von Mifegyne sind noch mehrere Prozent der Kinder am Leben. Ein Teil von diesen erfährt die Ausstoßung bei lebendigen Leibe. Die übrigen erleben dann auch noch die Saugpumpe. Für das Kind wird alles nur noch schlimmer durch Mifegyne." [...]

"Die Psyche der Mutter"
"Sobald die Mutter die 3 Todespillen geschluckt hat, gibt es für sie kein zurück mehr, auch wenn sie ihre Tat noch so sehr bereut. 48 Stunden ist ihr der Todeskampf ihres Kindes gegenwärtig. ... Diese 2 Tage und 2 Nächte verwunden und deformieren die Seele der Mutter in grausamer Weise."

(www.pro-leben.de/abtr/abtreibungspille.php, Stand 2007)

Diskussion


"Untersuchungen haben ergeben, dass 46 Prozent aller Patientinnen ein halbes Jahr nach einem spätem Schwangerschaftsabbruch noch depressive Symptome zeigten. 21 Prozent hatten behandlungsbedürftige depressive Symptome."

Ärzte Zeitung (10.07.2002, Mediziner fordern Beratungspflicht nach Pränataldiagnostik)

Diskussion


"Eine aktuelle Studie von Fergusson et al. (Journal of Child Psychology and Psychiatry, 2006, 47:1,16-24) weist nach, dass fast jede zweite Frau nach einer Abtreibung psychisch erkrankt. "Der enge Konnex zwischen Depressionen, Angstzuständen, Suizidgefährdung, Suchtverhalten und einer Abtreibung war selbst für die Autoren überraschend.
[...]
"Diese ... Erkrankungen könnten auf keine früheren Erlebnisse zurückgeführt werden, betont Studienleiter David M. Fergusson von der Universität von Otago (Department Christchurch Health and Development Study)."

"Fergusson bezeichnete es als Skandal ..., dass "die psychischen Folgen eines Eingriffs, der bei jeder zehnten Frau durchgeführt wird, kaum studiert oder evaluiert werden.
Und wenn hier die Frauen-Gesundheit von den Experten besonders thematisiert wird, dann sollte auch die finnische Studie mit dem Ergebnis der dreifach erhöhten Suizidrate nach Abtreibung Eingang in die Überlegungen finden. (Suicides after pregnancy in Finland, 1987-94: register linkage study. BMJ. 1997 Mar;314(7084):902; Gissler, M. et al. Unit of Statistics, National Research and Development Centre for Welfare and Health, STAKES, Helsinki, Finland)

Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. (18. Mai 2007, ALfA ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht BVL)

Diskussion

 

 


"Mama!"

"Komm in meinen Garten.
Ich hätte gern, dass meine Rosen dich sehen!"

"Ich wurde leider nie geboren und ein Grab das hab ich nicht..
Hab meine Mutter viel zu früh verloren und mein Gesicht, ja das kennt sie nicht..
Ich spürte niemals frisches Wasser. Hunger und vieles mehr blieb mir erspart.
Ich wär so gern einmal gelaufen durch duftend, frisches, grünes Gras..
Auch Vögel hätte ich gern gesehen und gehört... dumm gelaufen..

Ich wurd im Mutterleib zerstört.
Dein Herz das hörte ich schon schlagen ich war dir Mama ja so nah.
Dein Blut lief warm durch meine Adern.
Ich wuchs und wir beide wurden gerade ein Paar!
Wir waren eins. Ein neues Wunder wurde wahr...
Doch dann kam sie; die dunkle Hand. Ich spüre heut noch unsre Angst.
Ich konnte mich ja nicht wehren, sie stach mein Leben aus ...
Und ich kam tot aus dir heraus...


Ich seh Millionen Kinderhände. Sie klagen an und rufen leis
“Macht diesem Morden doch ein Ende und reicht dem Leben eure Hände!”
Ich seh ein tiefes Meer von Kindertränen.
Sie wurden nie geweint und gingen doch verloren.
Ich seh einen Mann voll Blut und Wunden.
Für unsere Schuld gekrönt mit einem Kranz aus Dornen


In einem blauen Müllsack auf Krankenschein entsorgt vielleicht ein neuer Albert Schweitzer?
Mein Rauch stieg leis in einem Klinikschornstein zum Himmel auf.
Millionen Ungeborener gehn so drauf!
Mama, mein Seelenvogel flog direkt in den Himmel! Hier bin ich in einer guten Hand...
Da werden wir uns endlich sehen. In einem Land dessen Liebe man nicht verstand.

Mama, ich hab dir längst vergeben, und ich freu mich so auf dich!
Ja, ich bin hier im ewigen Leben, von dem du denkst: "Das gibts doch nicht!"
Und wenn du willst geh zu einem Priester und sprich die Sache offen aus.
Und glaube fest an meinen "großen Bruder"!
Bei dem bin ich seit meinem "Stichtag" zuhaus!
ER der Schuld vergibt, nur weil er Menschen liebt, dem stach man auch das Leben aus..


Ich seh Millionen Kinderhände. Sie klagen an und rufen leis
“Macht diesem Morden doch ein Ende und reicht dem Leben eure Hände!”
Ich seh ein tiefes Meer von Tränen.
Sie wurden nie geweint und gingen doch verloren.
Ich seh den Mann voll Blut und Wunden.
Für unsere Schuld gekrönt mit einem Kranz aus Dornen


Ich habe hier so viele Freunde, Millionen Kinder nie geboren,
Mama ich bin hier wirklich nicht allein. Hier sind so viele, denen es ging wie mir:
ungewollt und abgelehnt, abgetrieben, abgeschrieben und doch erwählt!
Kein Ziel verfehlt, ein ganzes Leben übersprungen. Direkt hinein in eine gute Hand.
Nichts ist aus es geht hier weiter. Hinterm Horizont in einem neuen Land!

Gebt dem Leben eure Hände und macht mit dem Abtreiben endlich ENDE!
Wollt ihr noch ein Meer mit Tränen füllen? Es wurde doch genug geweint.
Ich seh Millionen Kinderhände. Sie klagen an und rufen leis
“Macht diesem Morden doch ein Ende und reicht dem Leben eure Hände!”

Sie sagen zwar ich sei nur ein "kleiner Blubb!"
Und solche blöden Sprüche wie: "Mein Bauch der gehört mir!"
Ja und meiner? Vielleicht war ich ein süßer Bub?
Ach so und grüß bitte auch von mir meinen Papa!"

"Komm in meinen Garten.
Ich hätte so gerne, dass meine Rosen dich sehen..!"

Erwin P. Hilbert (2005, Liedermacher, CD: "GEGENZEIT!", Text und Musik: Erwin P. Hilbert)


Song anhören / Hörprobe: www.himmelscafe.de/2006/main/shop/titel11.html
(https://www.himmelscafe.de, Stand 2005)

[Erwin Hilbert war Jahre lang Udo Lindenbergs Wegbegleiter (https://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Lindenberg). Nachdem ein Schweizer Arzt ihm erklärt hatte, dass eine Abtreibung etwa 10 Minuten dauert, entschied sich der Liedermacher zu einer Spieldauer von „Mama“ in etwa dieser Länge.]

Diskussion


"Ein Friedhof für Ungeborene wird in Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) eingerichtet. Bisher werden Kinder, die weniger als 1.000 Gramm wiegen, nach Fehlgeburten, Totgeburten oder Abtreibungen in der Regel als „Körpermaterialien“ angesehen und verbrannt.

Für solche „nicht bestattungspflichtigen Föten“ hat die evangelische Kirchengemeinde in Segeberg zusammen mit der Gynäkologie der dortigen Kliniken ein Gemeinschaftsgrabfeld auf dem Friedhof bei der Marienkirche eingerichtet. Eine Einzelbestattung ist nicht möglich; deshalb werden zweimal im Jahr – in der Karwoche und am Buß- und Bettag – Gemeinschaftsbestattungen und Gedenkgottesdienste abgehalten.
Wie der Chefarzt der Gynäkologie, Christian Rybakowski, erklärte, entwickelt etwa ein Drittel der betroffenen Eltern psychische Probleme, wenn sie keinen Ort zur Trauerbewältigung haben. Laut Pastor Kristian Lüders hat die Segeberger Kirchengemeinde den von Rybakowski und der Krankenhausseelsorgerin Elke Koch vorgetragenen Gedanken einer Grabstätte gerne aufgegriffen.

Aus Erfahrung wisse er, dass manche Frauen auch nach einer Abtreibung gerne einen Ort hätten, an dem sie Frieden damit schließen können, sagte Lüders den Lübecker Nachrichten."

idea (10.12.008, Ein Friedhof für Ungeborene, www.idea.de)

Diskussion

 

Grabmal für Ungeborene, Bad Segeberg

 


"Ehe ich dich im Mutterschoß bildete, habe ich dich erkannt, und ehe du aus dem Mutterleib hervorkamst, habe ich dich geheiligt."

Jeremia 1,5

Diskussion


"Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott."

3. Mose 19, 2

Diskussion


"Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie."

1. Mose 1, 27

Diskussion


"Du hast uns zu Deinem Eigentum erschaffen und ruhelos ist unser Herz, bis es ruht in Dir."
[lat.: "Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum,
donec requiescat in te."]

Augustinus von Hippo (354-430, Theologe und Philosoph, Confessiones 1, 1)

Diskussion


"Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit."

1. Johannes 1, 9

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"Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden."

Jesaja 1,18

Diskussion


5 "Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. 6 Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn."

Jesaja 53, 4-6

Diskussion


"Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet."

Kolosser 2, 14

Diskussion


"Und ich danke dir, dass du mich kennst und trotzdem liebst."

Albert Frey (1994, Liedermacher, Wo ich auch stehe - Text und Melodie: Albert Frey 1994, Feiert Jesus 7, 2001)

Diskussion

 

 

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Diskussion: Kirche und Stammzellenforschung


Beiträge zum Thema christlicher Fundamentalismus

 

 

 

Thomas Plaßmann, Dann bis nächsten Sonntag! Herder 2001

 


"Frische Zelllinien im Angebot"

"Der Bundestag hat die umstrittene Forschung mit embryonalen Stammzellen erleichtert. Die Parlamentarier entschieden am Freitag, den Stichtag zum Import solcher Zellen vom 1. Januar 2002 auf den 1. Mai 2007 zu verschieben. Damit haben deutsche Forscher nun Zugriff auf deutlich mehr und neuere Zelllinien."

taz (11.04.2008, Bundestag erleichtert Forschung. Frische Zelllinien im Angebot, www.taz.de)

Diskussion


"Schon bald dürfen Forscher frische Stammzellen importieren, für die erst kürzlich Embryonen getötet wurden."

Süddeutsche Zeitung (11.04.2008, Grundsätze, über Bord geworfen, www.sueddeutsche.de)

Diskussion


"Vor allem freut uns, dass die bisher geltende Strafbewehrung künftig wegfällt. Sie war gerade für junge Forscher, die ins Ausland gehen wollen, ein großes Hemmnis."

Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG (11. April 2008, DFG begrüßt Stammzellentscheidung des Bundestages, Pressemitteilung Nr. 13)

Diskussion


"Mein Ei gehört mir" [taz]

"Schon bei der Einführung der In-vitro-Fertilisation (IVF), also der Befruchtung außerhalb des Körpers, wurde vor dem Missbrauch der neuen Technik gewarnt. Kritiker fürchteten, dass Forscher Interesse sowohl an Eizellen als auch an den Embryonen haben könnten - und dass Frauen mit höheren Dosen gesundheitsgefährdender Hormone behandelt würden, damit sie zusätzlich Eizellen für die Forschung produzierten. ...

Bei der Anhörung zur Stammzellforschung im Deutschen Bundestag berichtete die Professorin Regine Kollek, Mitglied im Deutschen Ethikrat, dass in Großbritannien und Spanien inzwischen sogenannte "Egg-sharing"-Programme existieren.

Frauen erhalten hier einen erheblichen Preisnachlass auf ihre IVF-Behandlung  - wenn sie dazu bereit sind, frische, zusätzlich erzeugte und in diesem Sinne "überzählige" Embryonen oder Eizellen aus ihrer eigenen IVF-Behandlung für die Stammzellenforschung abzugeben.

Im "Egg-sharing"-Programm, das 2007 in Glasgow gestartet wurde, bekommen Frauen für die Eizellspende einen Preisnachlass von fast 2.000 Pfund. Inzwischen hat die britische Fortpflanzungsbehörde ihre Regeln so weit geändert, dass sogar die Eizellspende von Frauen für die Stammzellforschung zulässig ist, selbst wenn die Frau sich keiner künstlichen Befruchtung unterzieht.

Auch in Spanien ist die Eizell- und Embryonenspende für die Forschung inzwischen erlaubt. Frauen erhalten dafür eine "Entschädigung" von rund 1.000 Euro.

Ist es denkbar, dass eine Verschiebung oder Streichung des Stichtages es ermöglichen soll, dass embryonale Stammzelllinien nach Deutschland importiert werden, die nicht aus tiefgefrorenen, sondern aus "frischen" und bezahlten Embryonen entwickelt wurden? Auszuschließen ist es jedenfalls nicht."

taz (10.04.2008 Mein Ei gehört mir, Diskussion. Biggi Bender u. Priska Hinz, www.taz.de)

Diskussion


"Wer die Tür in der Bioforschung einen Spaltbreit öffnet, bekommt sie nicht mehr zu, sondern macht sie immer weiter auf. ...
Wer Wissenschaftlern einmal neue embryonale Stammzellen für Experimente zugesteht, wird dies immer wieder tun, wenn die Forschung Frischware verlangt. So wird von Deutschland eben jener Anreiz zur Tötung von Embryonen ausgehen, den die ursprüngliche Gesetzeskonstruktion verhindern wollte." [...]

"Die Warnung, die Bertolt Brecht im „Leben des Galilei“ allem Forscherdrang ins Stammbuch schrieb, ist aktueller denn je:
„Ihr mögt alles entdecken, was es zu entdecken gibt, und euer Fortschritt wird doch nur ein Fortschreiten von der Menschheit weg sein. Die Kluft zwischen euch und ihr kann eines Tages so groß werden, dass euer Jubelschrei von einem universalen Entsetzensschrei beantwortet werden könnte."

Rheinischer Merkur (13.09.2007 Erst die Gesundheit, dann die Moral, Rheinischer Merkur Nr. 37)

Diskussion


"Mein Großvater predigte das Evangelium Christi. Mein Vater predigte das Evangelium des Sozialismus. Ich predige das Evangelium der Wissenschaft."

Sir Richard Gregory (1952, Professor für Astronomie, ehemaliger Herausgeber von "Nature", Epitaph-Inschrift, www2.hu-berlin.de/religion/dokumente/pr181.doc)

Diskussion


"Auf zu neuen Ufern" [F.A.Z.]

"War das also schon die sanfte biopolitische Wende?" ... "Dass es am Ende dann doch nicht auf die alten und seinerzeit erbittert geführten Konflikte um Statusfragen des Embryos oder um die Ethik des Heilens hinauslief, war Sachverständigen wie dem evangelischen Theologen Klaus Tanner aus Halle-Wittenberg zu verdanken, der diesen "endgültig wohl nie zu klärenden" Streit mit einem Appell für einen "dann eben angemessenen Umgang mit dem Dissens" zu lösen trachtete.
 
Pragmatismus [https://de.wikipedia.org/wiki/Pragmatismus] war also gefragt. Und der kam nicht von ungefähr.

Bischof Wolfgang Huber, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche [2003 - 2009], saß zwar nicht am Tisch, aber sein Einlenken in der Sache zugunsten der Forschung und der Festsetzung eines neuen Stichtages im Vorfeld hatte die Richtung vorgegeben.

Das kirchliche Lager war damit gespalten."

Frankfurter Allgemeine Zeitung (11.05.2007, F.A.Z. Nr. 109, S. 38, Biopolitische Friedensrunde - Auf zu neuen Ufern: Die Berliner Anhörung zum Stammzellgesetz)

Diskussion

 

Wolfgang Huber (links) u. Karl Lehmann, 2009


 

"Vor einer Liberalisierung des deutschen Stammzellgesetzes warnt der Philosoph Robert Spaemann. Wer den darin festgesetzten Stichtag auch nur ein Mal verschiebe, habe später kein Argument mehr, ihn nicht immer wieder zu verschieben, schreibt er in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ von heute.

Spaemann widerspricht damit Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) und dem evangelischen Bischof Wolfgang Huber, die eine Verschiebung für denkbar halten." [...]

"Spaemann warnte zugleich vor jeder verbrauchenden Embryonenforschung. Das Bundesverfassungs-gericht habe eindeutig festgelegt, dass der Staat das menschliche Leben von der Verschmelzung von Ei und Samenzelle an schützen müsse. Auch das Recht auf Forschungsfreiheit könne das Grundrecht auf Leben nicht aushebeln.
Alle anderen zeitlichen Definitionen für den Beginn des Lebensschutzes seien willkürlich: „Wenn wir das Recht des Menschen nicht mit seiner physischen Existenz beginnen lassen, dann liefern wir es der Definitionsmacht derer aus, die über die Kriterien entscheiden“, so der Philosoph."

Deutsches Ärzteblatt / Prof. Dr. Robert Spaemann (28. August 2007, Philosoph, Spaemann warnt vor Liberalisierung des Stammzellgesetzes, Deutscher Ärzte-Verlag)

Diskussion


"Es geht bei der Frage nach der Forschung mit embryonalen Stammzellen letztlich darum, ob man menschliches Leben zu Forschungszwecken töten darf. Und hier sagen wir klar: Nein."

Bischof Prof. Dr. Dr. Kardinal Karl Lehmann (07.12.07, 1987 - 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Ein Streit unter Christen, Kölner Stadt-Anzeiger)

Diskussion


"Wenn Embryonen Menschen sind, folgt daraus, dass man nicht von den Interessen anderer ausgehen darf, sondern von denen des Embryos."

Prof. Dr. Robert Spaemann (03.03.2008, Philosoph, Experten haben unterschiedliche Positionen zur Würde von Embryonen, Pressedienst des Deutschen Bundestages, www.bundestag.de)

Diskussion


"Die Gesundheitsreligion fordert Menschenopfer" [DIE WELT]

"Die aktuelle Stammzelldebatte zeigt, dass die Gesundheitsreligion inzwischen die Grundlagen unserer Verfassung ins Wanken bringt.

Längst gilt nicht mehr Artikel eins des Grundgesetzes von der gleichen Würde jedes Menschen. Fragen Sie doch einmal Passanten in der Fußgängerzone: Soll man für jemanden, der nicht mehr gesund werden kann, genauso viel Geld ausgeben wie für jemanden, der noch gesund werden kann? Sie werden verfassungswidrige Antworten bekommen!
Wenn nämlich der gesunde Mensch der eigentliche Mensch ist, dann ist der kranke Mensch, vor allem der nicht mehr heilbar kranke, der behinderte, ein Mensch zweiter oder dritter Klasse." […]

"Bei der Diskussion über embryonale Stammzellen opfert man Menschen am Beginn ihrer Existenz, bei den Spätabtreibungen reicht das Argument "Behinderung" für die legale Tötung des Kindes im Geburtskanal, und man überlegt schon, auch am Ende des Lebens für nicht mehr heilbar Kranke "Lösungen" zu finden.
Man darf gespannt sein, ob die Bundestagsabgeordneten in der kommenden Woche den Mut haben werden, das Menschenbild unseres Grundgesetzes gegen die Begehrlichkeiten der Stammzell-Lobby zu verteidigen.

Embryonale Stammzellen, das klingt ziemlich theoretisch. Doch machen wir uns nichts vor: Die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, betreffen uns alle höchst persönlich.
Wenn nämlich Gesundheit das höchste Gut wird und Heilung der höchste Zweck, dann kann es allen an den Kragen gehen. Woher wissen Sie denn, ob Sie noch gesund sind? Wann war Ihre letzte Darmspiegelung, wann Ihr letzter Herzkatheter?"

Dr. Manfred Lütz (6. April 2008, Psychiater u. Theologe, Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln-Porz. Die Gesundheitsreligion fordert Menschenopfer, DIE WELT)

Diskussion

 

Dr. Manfred Lütz, Psychiater u. Theologe

 


"Zentralkomitee der deutschen Katholiken ... einer der Hochburgen des Embryonenschutz-Fundamentalismus."

DocCheck AG Newsletter (04.12.2007, Lebensschützer auf Abwegen, www.doccheck.com, https://de.wikipedia.org/wiki/Doccheck)

Diskussion


"Wenn Leben von Menschen manipuliert, bedroht, verwertet oder vernichtet werden soll, muss die Kirche aufschreien. Sie kommt hier ihrem prophetischen Wächteramt nach.

Auch in der Menschenrechtserklärung der UNO und in unserem Grundgesetz sind der Lebensschutz garantiert. Keiner käme auf die Idee, hier fundamentalistische Positionen zu sehen. Übrigens hatten sich die beiden Kirchen, damals noch gemeinsam, vor Verabschiedung des Stammzellgesetzes 2002 gegen eine solche Regelung ausgesprochen." ...

"Die katholische Kirche ist ihrer Position treu geblieben. Ihr deshalb Fundamentalismus zu unterstellen, ist unredlich."

Prof. Dr. theol. Johannes Reiter (09.01.2008, Theologe, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Der Fundamentalismus-Vorwurf ist unredlich, KNA Katholische Nachrichten-Agentur)

Diskussion


"Wir waren uns vorher einig in der Ablehnung der Stammzellenforschung, vor allem bei der Verschiebung des Stichtages. Ich bedaure, dass Bischof Huber da die Meinung gewechselt hat.

Ich habe auch erfahren dürfen, dass eine ganze Reihe evangelischer Landesbischöfe mit ihm nicht d’accord [französisch: einig, einverstanden] gehen. Er sieht es als seine Position an, dass muss ich respektieren. Ich leide darunter, dass damit das „Zeugnis der Kirchen“ leidet, wenn wir nicht einer Meinung sind in solch wichtigen Fragen."

Erzbischof Dr. Robert Zollitsch (16.02.2008, Theologe, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, SWR2 Interview der Woche, 16.02.2008, 18.30 – 18.40 Uhr, SWR2)

Diskussion


"„Überrascht“ vom Kurswechsel der EKD im Streit um die Forschung an embryonalen Stammzellen hat sich der Bundestagsabgeordnete und frühere Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) von CDU und CSU, Jochen Borchert (CDU), geäußert.

Gegenüber idea sagte Borchert, der EKD-Ratsvorsitzende [2003 - 2009], Bischof Wolfgang Huber (Berlin), habe 2002 noch davor gewarnt, dass die Einführung eine Stichtags für den Import embryonaler Stammzellen Teil einer „Salami-Taktik“ sein könne, um den Lebensschutz aufzulockern.

Nun sei es Huber selbst, der einer Verschiebung des Stichtags vom 1. Januar 2002 auf den 1. Mai 2007 das Wort rede. Die Forschung an embryonalen Stammzellen, von denen sich Mediziner Heilmethoden für schwere Krankheiten erhoffen, ist ethisch umstritten, weil für ihre Gewinnung der Embryo – also ein Mensch im Frühstadium – getötet wird.

Erklären kann sich Borchert den Sinneswandel bei Huber und der EKD, deren Synode im November in Dresden ebenfalls die einmalige Verschiebung des Stichtags befürwortet hat, nicht. „Die bisherigen Begründungen sind für mich nicht überzeugend und stehen im Widerspruch zu dem, was die evangelische Kirche nach dem Bundestagsbeschluss von 2002 sagte.“

Borchert erinnert daran, dass der damalige EKD-Ratsvorsitzende, Präses Manfred Kock (Köln), geäußert habe, in der Stammzellenfrage passe zwischen evangelische und katholische Kirche „kein Blatt Papier“."

Jochen Borchert / idea (19.02.08, 1993 bis 1998 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten [CDU], Stammzellen: Borchert überrascht vom Kurswechsel der EKD, www.idea.de)

Diskussion


"Der schottische Philosoph und Historiker David Hume (1711-1776) ging trotz seiner skeptischen Ansichten ab und zu in den Gottesdienst zu einem rechtgläubigen Geistlichen namens John Braun.

Auf die Frage, wie er das mit seinen Anschauungen vereinbaren könne, antwortete Hume: "Ich glaube nicht alles, was er sagt, aber er glaubt es. Und dann und wann höre ich gern einem Mann zu, der glaubt, was er sagt."

(Das große Buch des christlichen Humors, Annegret Kokschal, St. Benno; Auflage: Mai 2006)

Diskussion


"Wir leben in einer Zeit, in der seltsamerweise zahlreiche recht gebildete Menschen die Wahrheit als etwas ansehen, das keine besondere Achtung verdient.

Selbstverständlich ist es wohlbekannt, dass eine lässige Einstellung zur Wahrheit mehr oder weniger weite Verbreitung in den Reihen von Publizisten und Politikern hat, also bei einem Menschenschlag, dessen Vertreter üblicherweise in der Produktion von Bullshit, von Lügen und allen anderen Formen von Betrügerei und Schwindel schwelgen, die sie sich auszudenken vermögen. Das ist nichts Neues, und wir sind es gewohnt.

In jüngster Zeit jedoch hat eine ähnliche - oder sogar extremere - Version dieser Einstellung selbst unter solchen Menschen beunruhigend weite Verbreitung gefunden, von denen man naiverweise hätte annehmen können, dass sie zur zuverlässigeren Sorte der Menschen zählten." ...

"Es existiert eine Dimension der Realität, in die selbst die kühnste - oder die faulste - Zügellosigkeit der Subjektivität nicht wagen kann einzugreifen.
Dies ist der Geist der berühmten Antwort, die Georges Clemenceau gab, als man ihn aufforderte, Mutmaßungen darüber anzustellen, was künftige Historiker über den Ersten Weltkrieg sagen würden: »Sie werden nicht sagen, dass Belgien in Deutschland einmarschiert ist.«"

Prof. Dr. Harry G. Frankfurt (Februar 2007, Philosoph, Über die Wahrheit, Hanser ISBN 9783446208384)

Diskussion


"Wahrheit ist doch nur was für Idioten», hört man derzeit im Radio, wenn die deutschen Popmusiker von Rosenstolz ihren Song «Ich geh in Flammen auf» singen. Und Tocotronic, eine Hamburger Band, die den Zeitgeist ebenfalls klug zu predigen weiß, singt auf ihrer Platte «Pure Vernunft darf niemals siegen»: «Pure Vernunft darf niemals siegen. Wir brauchen dringend neue Lügen. Die unsere Schönheit uns erhalten. Uns aber tief im Innern spalten.»

Wer meint, diese zynischen Lobeshymnen auf die Lüge seien nicht zu überbieten, muss sich von dem Amerikaner Harry Frankfurt eines Besseren belehren lassen. Noch schlimmer als die Anstiftung zur Lüge oder das Lügen ist nämlich für ihn die Verbreitung von «Bullshit».
Das muss ich kurz erläutern. Der Philosoph Harry Frankfurt versteht unter «Bullshit» Aussagen, die vortäuschen, um Wahrheit und Aufrichtigkeit bemüht zu sein, für deren Absender jedoch letztlich ein Wahrheitsbezug mehr oder weniger belanglos ist.

«Bullshiter» tun so, als betrieben sie Vermittlung von Informationen, tatsächlich manipulieren sie Meinungen und Einstellungen von Menschen in ihrem eigenen Interesse. ...

Dieser allgegenwärtige Bullshit ist nun nach Harry Frankfurt moralisch verwerflicher als die Lüge. Der Lügner hat nämlich noch einen gewissen Respekt vor der Wahrheit. Wer lügt, weiß, dass ihm die Wahrheit gefährlich werden kann. Der Bullshiter kümmert sich nicht um Wahrheiten, da sie ihm «gleich gültig» sind. Er sorgt vor allem für die Durchsetzung seiner Ambitionen.

Diese zunehmende Entfremdung von der Wahrheit führt unsere Gesellschaft in einen tiefen Vertrauensverlust. Wir sind inzwischen von so viel Meinungsmüll umgeben, dass eine Unterscheidung von Wahrheit und Lüge kaum mehr möglich ist. ...

Doch können wir ohne Wahrheit leben? In allen Dingen, die wir unternehmen, und daher im Leben überhaupt, hängt der Erfolg oder Misserfolg davon ab, ob wir uns von der Wahrheit leiten lassen oder ob wir in Unwissenheit oder auf der Grundlage von Unwahrheit vorgehen. So schlussfolgert Frankfurt: «Wir brauchen die Wahrheit nicht nur, um zu verstehen, wie wir gut leben sollen, sondern auch, um zu wissen, wie wir überhaupt überleben können.»"

Die Entfremdung von der Wahrheit ist kein neues Phänomen. Schon der Prophet Jesaja warnt im 59. Kapitel vor «Bullshit»: Die Menschen brüten Lügenworte aus und reden bedenkenlos daher (Vers 13). Das «Recht ist zurückgewichen, und die Gerechtigkeit hat sich entfernt; denn die Wahrheit ist auf der Gasse zu Fall gekommen, und die Aufrichtigkeit findet keinen Eingang» (Vers 14).

Die «Wahrheit ist dahin» (Vers 15).

Im 1. Kapitel des Römerbriefes spricht der Apostel Paulus sogar davon, dass wir Menschen die Wahrheit Gottes niederdrücken und in Lüge verkehren. Gott missfällt das sehr und er sucht nach Menschen, die diesem Trend entgegentreten (also gegen den Strom schwimmen). «Aber niemand ist auf dem Plan» (Jesaja 59,15).

Nach dem Zeugnis der Bibel ist Gott selbst wahr (z. B. Jeremia 10,10; Johannes 14,6 und 1. Johannesbrief 5,6 und 20). Seine Wahrheit ist die Festigkeit und Verlässlichkeit, mit der er zu dem steht, was er tut und sagt.
In Jesus Christus brachte er den Menschen Gnade und Wahrheit (vgl. Johannes 1,14-17). Wer sein Leben auf Gottes Wahrheit aufbaut, baut nicht auf Sand, sondern auf Fels und kann deshalb die Stürme des Lebens überstehen (vgl. Matthäus 7,24-27).
Wer auf Jesus Christus hört und ihm folgt, der «ist aus der Wahrheit» (Johannes 18,37). Weil die Wahrheit «Jesus» ist (vgl. Johannes 14,6 und Epheser 4,21), gilt es, ihr zu gehorchen (Galater 5,7).

Das Annehmen und Bleiben in dieser Wahrheit führt in die Freiheit und zum Leben (Johannes 8,31-32). Deshalb legen Christen die Lüge ab und reden die Wahrheit (Epheser 4,25). Sind wir Menschen, die in und mit der Wahrheit leben?

Vor vielen Jahren fragte Gerhard Maier [https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Maier], damals Rektor des Albrecht-Bengel-Hauses in Tübingen, seine Studenten, worauf es beim missionarischen Zeugnis ankomme. Die klassischen Antworten kennen wir:

«Das Christentum muss attraktiv sein. Wir müssen das Evangelium verständlich kommunizieren. Es geht darum, Beziehungen aufzubauen, nicht Bibelstellen um die Ohren zu schmeißen.»

Gerhard Maier sagte damals lapidar: «Sagen Sie die Wahrheit.»

Gott sucht Menschen, die sich von Jesus Christus in die Wahrheit bringen lassen, diese Wahrheit lieben und sie «in die Gassen tragen». Sind Sie dabei?"

Ron Kubsch (Februar 2008, Dozent für Seelsorge und Neuere Theologiegeschichte am Martin Bucer Seminar in Bonn, www.factum-magazin.ch, www.theoblog.de)

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Dr. theol. Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)

 


"Wie oft hören wir zur Begründung wichtigster Entscheidungen ungezählte Argumente „aus dem Leben“, aus der „Erfahrung“, aber der Schriftbeweis bleibt aus, und gerade er würde vielleicht in genau entgegengesetzter Richtung weisen?" [...]

"Wir müssen die heilige Schrift erst wieder kennen lernen wie die Reformatoren, wie unsere Väter sie kannten. Wir dürfen die Zeit und die Arbeit dafür nicht scheuen. Wir müssen die Schrift kennen lernen zuallererst um unseres Heiles willen.

Aber es gibt daneben genug gewichtige Gründe, um uns diese Forderung ganz dringlich zu machen. Wie sollen wir z. B. in unserm persönlichen und kirchlichen Handeln jemals Gewissheit und Zuversicht erlangen, wenn wir nicht auf festem Schriftgrund stehen?

Nicht unser Herz entscheidet über unsern Weg, sondern Gottes Wort. Wer aber weiß heute noch etwas rechtes über die Notwendigkeit des Schriftbeweises?

Pfarrer Dr. Dietrich Bonhoeffer (1906 - 1945, Evangelisch-lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.)

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"Die Schriftbeweise des Neuen Testamentes müssen fallen,
nicht erst auf Grund rationaler historischer Kritik"

Prof. Dr. Rudolf Bultmann (1933, Theologe [laut https://www.bautz.de/bbkl/b/bultmann_r.shtml: bedeutendster Exeget des 20. Jahrhunderts] Glauben und Verstehen GuV)

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"Evangelisch die Bibel zu lesen bedeute, sie kritisch zu lesen."

idea / Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh (26.09.2007, Direktor des Predigerseminars der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck EKKW, ideaSpektrum 39/2007, Seite 7)

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"Welche Bibel meinen wir denn überhaupt? Das von unserer Kritik gnädig übrig gelassene Gerippe theologischer Allgemeinplätze oder das ewig gültige Wort Gottes?"

Peter Hahne (März 2008, Theologe, Ratsmitglied der EKD [EKD - Evangelische Kirche in Deutschland], Stv. Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios Berlin, Suchet der Stadt Bestes, Werte wagen – für Politik und Gesellschaft. Johannis, ISBN 9783501051337, S. 17)

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"Die lästigen Hindernisse in einschlägigen biblischen Texten lassen sich ja durch spezielle Interpretationskünstler wie Landminen aus dem Wege räumen."

Kirchenrat Hans Lachenmann (16.07.2004, Halbheiten und Kompromisse, Rheinischer Merkur, Katholischer Mediendienst - https://kath.ch/mediendienst)

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"Wer praktische Detailfragen zum Alleingegenstand seines Nachdenkens und zu Bausteinen einer Situationsethik »Marke Eigenbau« macht, dessen Gedanken gehen immer ins Leere. Bevor man sich pragmatisch an die aktuellen Themen heranwagt, sollte man sich einer ethischen Grundlegung vergewissern.
Der Christ hat kein Gewissen im Luftleeren Raum, sondern gebunden und orientiert an der Grundurkunde des Glaubens, an der Heiligen Schrift. Es ist die grundsätzliche Entscheidung zu treffen, »ob der Autoritätsanspruch des Wortes Gottes im biblisch-reformatorischen Verständnis verworfen wird oder in Kraft bleibt« (Künneth). ...

Die Grundfrage unseres Themas ist, woher wir als Christen unsere Maßstäbe nehmen, woran wir uns bei unserem staatsbürgerlichen Verhalten orientieren wollen. ...

Wenn wir als Christen unser Verhalten gegenüber Staat und Politik bestimmen wollen, dann fragen wir nicht zuerst nach unserer Meinung oder der anderer wohlmeinender Zeitgenossen. Wir fragen nach dem Wort Gottes.
Wir fragen nach dem Willen Gottes und suchen ihn da, wo er am eindeutigsten formuliert ist: in der Bibel. Und wir werden erkennen, dass die uralte biblische Nachricht alles andere als von gestern ist. Sie hat zum Beispiel den Christen in den deutschen Diktaturen der jüngeren Geschichte Halt und Hoffnung gegeben und ihnen geholfen, auf der Gratwanderung zwischen »Widerstand und Ergebung« (Dietrich Bonhoeffer) zu Leben. ...

Dieser »Härtetest der Realität« in der diktatorischen Nazi-Zeit stellt das, was der demokratische Staat Christen an Mitsprache und Mitwirkung erlaubt, weit in den Schatten. Umso verpflichtender muss sein, was die Väter der Barmer Erklärung von 1934 [siehe unten] in schwerer Zeit grundlegend und bekenntnishaft formulierten, dass es nämlich »keine Bereiche unseres Lebens gibt, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zueigen wären«.

Auch nicht den »Herren« der Wissenschaft, der Zweckmäßigkeit und der Sachzwange. Den Wanderdünen des wissenschaftlichen Pragmatismus gehört ein festes Fundament entgegengesetzt!

Forschungsfreiheit bedarf verfassungsrechtlicher Schranken. Aufgabe der Politik ist es, das Ende zu bedenken und einen Dammbruch zu verhindern. »Ein Tor, wer glaubt, die Forscher würden sich mit der Verlegung des Stichtages zufrieden geben«, warnt die Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner (CDU) vor einem befürchteten Rutschbahneffekt in Sachen Stammzellenforschung."

Peter Hahne (März 2008, Theologe, Ratsmitglied der EKD [EKD - Evangelische Kirche in Deutschland], Stv. Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios Berlin, Suchet der Stadt Bestes, Werte wagen – für Politik und Gesellschaft. Johannis, ISBN 9783501051337)

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"Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh. 14,6).
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden. (Joh 10,1.9).

Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen."

1. These der Barmer Theologische Erklärung (31. Mai 1934, Bekennenden Kirche, ab 1945 Lehr- und Glaubenszeugnis der EKD [Evangelische Kirche in Deutschland], Wortlaut: Evangelisches Gesangbuch)

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Erzbischof Kardinal Dr. Joachim Meisner


 

"Es ist in der Christenheit üblich geworden, in den großen Themen der Weltgeschichte mitzureden, aber es rührt sich kaum noch eine Stimme, die sich schützend vor die ungeborenen Kinder stellt."

Erzbischof Kardinal Dr. Joachim Meisner (7. Oktober 2007, Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde. Predigt im schweizerischen Wallfahrtsort Einsiedeln, Kölnische Rundschau)

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"Der Zeitpunkt wird kommen, zu dem wir einfordern werden, dass der Stichtag angepasst wird."

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker (DFG) (10.10.2004, Biochemiker, 1998 - 2006 Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG, Financial Times Deutschland)

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"Die Politik hat die Stimme der Wissenschaft wahrgenommen."

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (14. Februar 2008, DFG würdigt Ernsthaftigkeit der Bundestagsdebatte zum Stammzellgesetz, DFG Pressemitteilung Nr. 8, https://www.dfg.de)

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"Es würde uns in der Politik leichter fallen, der versammelten Forschungs-Lobby standzuhalten, wenn die Kirchen mit einer Stimme sprechen würden."

Peter Weiß (12. Dezember 2007, Bundestagsabgeordneter, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ideaSpektrum 50/2007, S. 6)

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KNA: "Wie sehr hat der Kurswechsel des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland die bis dahin gemeinsame Haltung der Kirchen beim strikten Embryonenschutz geschwächt?

Zollitsch: Mittlerweile haben sich ja nicht wenige evangelische Bischöfe durchaus von der Haltung des Ratsvorsitzenden distanziert.

Trotzdem ist Bischof Huber leider zu einem Kronzeugen der Befürworter der Stichtagsverschiebung geworden. Mit diesem Vorstoß hat er dem gemeinsamen Zeugnis der Kirchen für den Lebensschutz, das angesichts der rasanten Entwicklungen in der Biopolitik so wichtig ist, keinen Dienst erwiesen.

Ein Bischof ist Bischof, nicht Politiker."

Erzbischof Dr. Robert Zollitsch (10.4.2008, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Verhängnisvoll. Der Bischofskonferenz-Vorsitzende zum Stammzellgesetz - Interview. Katholischen Nachrichten-Agentur KNA)

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"Die Männer, die sich nur auf ihr Gewissen stellen können, "das in Gottes Wort gefangen ist", werden dem Politiker immer sehr unbequem sein. Denn sie verstehen die größte Kunst des Politikers nicht: die Kunst des Kompromisses!"

Walter Rominger (Juni 2007, Theologe, "Ich bin ein Gast auf Erden" - Paul Gerhardt, Albstadt bei Tübingen)

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"Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen."

Apostelgeschichte 5, 29

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"Du sollst nicht töten!"

2. MOSE 20. Kapitel, 13

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20 "Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!
21 Weh denen, die weise sind in ihren eigenen Augen und halten sich selbst für klug!"

Jesaja 5, 20

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10 »Was wahr ist, sollt ihr uns nicht schauen! Redet zu uns, was angenehm ist; schaut, was das Herz begehrt!
11 Weicht ab vom Wege, geht aus der rechten Bahn! Lasst uns doch in Ruhe mit dem Heiligen Israels!«
12 Darum spricht der Heilige Israels: Weil ihr dies Wort verwerft und verlasst euch auf Frevel und Mutwillen und trotzt darauf,
13 so soll euch diese Sünde sein wie ein Riss, wenn es beginnt zu rieseln an einer hohen Mauer, die plötzlich, unversehens einstürzt"

Jesaja 30, 9

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"Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten."

Jesus Christus (Matthäus 24, 12)

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Dann war da noch..  Schlusslichter

 

Unterhalten sich zwei Stammzellen: "Und Du - was möchtest Du mal werden, wenn Du groß bist?"
"Mal sehen - vielleicht gehe ich in die Forschung."

Unbekannter Autor?

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"Ein katholischer Priester, ein evangelischer Pfarrer und ein Rabbiner unterhalten sich über den Beginn menschlichen Lebens.
Für den Priester ist klar: "Menschliches Leben beginnt mit der Zeugung!" Der evangelische Pfarrer wirft ein: "Das ist sicher richtig - doch unter Umständen müssen hier auch die Situation der Mutter oder weitere Fragestellungen berücksichtigt werden."

Da sagt der Rabbi: "Nu, mag alles sein. Aber ich kann Euch sagen - a menschliches Leben fängt an, wenn sind de Kinderchen aus dem Haus ..."

(Das große Buch des christlichen Humors, Annegret Kokschal, St. Benno; Auflage: Mai 2006)

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"Ein evangelischer und ein katholischer Pfarrer streiten sich in Glaubensdingen. Schließlich sagt der katholische Pfarrer: "Hören wir doch auf zu streiten, schließlich dienen wir doch beide demselben Herrn, Sie auf die Ihre Weise und ich auf die Seine."

(Das große Buch des christlichen Humors, Annegret Kokschal, St. Benno; Auflage: Mai 2006)

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Thomas Plaßmann, 16. November 2010, www.thomasplassmann.de

 


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